

#59 Paartherapie & TURN26
Immer weniger Studierende kommen in ihre Veranstaltungen, Lehrende reagieren frustriert, und schnell steht die Anwesenheitspflicht im Raum. Zwischen „Die Studierenden sind einfach nicht mehr motiviert" und „Die Lehre ist halt schlecht" verhärten sich die Fronten. Dabei stehen beide Seiten unter Druck: Viele Studierende jobben neben dem Studium so viel, dass der Stundenplan zum Puzzle wird, während Lehrende mit hohen Deputaten, befristeten Verträgen und Kürzungen kämpfen. Beide fühlen sich oft nicht gesehen. Auf der DCM-Spring School fiel deshalb der Satz: „Eigentlich bräuchten Hochschulen eine Paartherapie." Gemeint ist keine Schuldfrage, sondern Perspektivarbeit: einander zuhören, Muster sichtbar machen, Erwartungen offen benennen. Doch reicht Verständnis, oder braucht es mehr, damit Studierende ihre Lehre wirklich mitgestalten? Und wie partnerschaftlich kann eine Beziehung sein, in der eine Seite am Ende die Noten vergibt? Diese Folge ist live bei der TURN 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar entstanden. Zum Einstieg schildern Franz Vergöhl und Ronny Röwert nach Tagungsrückkehr ihre persönlichen Eindrücke von der Konferenz und kommentieren inhaltliche Impulse von vor Ort. Danach sprechen sie im Live-Podcast mit zwei Stimmen, die das Thema aus Lehrenden- und Studierenden-Perspektive kennen: Sarah Becker (Ruhr-Universität Bochum) – studiert im Master Philosophie mit Fokus auf Technikphilosophie und Technikethik, berät Lehrende, veranstaltet Workshops mit Studierenden und hat als DigitalChangeMaker beim Hochschulforum Digitalisierung die Blogreihe „Paartherapie für Hochschulen" mitentwickelt. Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig (Evangelische Hochschule Dresden) – Professorin für Empirische Sozialforschung und Soziologie und hochschuldidaktische Beauftragte, forscht u.a. zu Students as Partners, Beziehungsarbeit in der Lehre und Feedbackkultur und hat Formate wie das Testlabor und den studentischen Think Tank „ehs student change makers" mit aufgebaut. Gäst*innen aus dem Publikum diskutieren dabei am offenen Mikrofon aktiv und engagiert mit. Diskutiert wird unter anderem: Woran krankt die Beziehung zwischen Studierenden und Lehrenden, und warum ist das eher eine Frage mangelnder Transparenz als individuellen Versagens? Was kippt im Hochschulsystem, wenn Studierende nicht mehr nur Feedback geben, sondern mitentscheiden? Lässt sich Mitgestaltung durch Erfahrung lernen, und wo wird Beteiligung zur Beschäftigungstherapie? Wie ehrlich kann man mit Macht umgehen, wenn die Person gegenüber am Ende bewertet? Was können Lehrende nächste Woche ausprobieren, ohne vorher die Prüfungsordnung anzufassen? Zum Schluss wagen wir einen Ausblick auf die TURN27: Die Bauhaus-Universität Weimar übergibt den Staffelstab an die Philipps-Universität Marburg. Am 27. und 28. September 2027 steht die Konferenz dort unter dem Motto „TURN global! Lehren und Lernen international neu denken" und rückt die Internationalisierung von Studium und Lehre als zentrale Zukunftsaufgabe von Hochschulen in den Mittelpunkt. Der Call for Participation läuft vom 1. Februar bis 21. März 2027. Shownotes: Blogreihe „Paartherapie für Hochschulen" der DigitalChangeMaker vom Hochschulforum Digitalisierung, entstanden im Thementrack Shaping Learning mit Sarah Becker, Nicole Vögele, Lea Röhrig, Sebastian Schiele und Leon Adel: https://hochschulforumdigitalisierung.de/paartherapie-fuer-hochschulen/ Folge uns auf Instagram: @updatehochschule Die Hosts: Franz Vergöhl: https://www.linkedin.com/in/franz-vergoehl/ Ronny Röwert: https://www.linkedin.com/in/ronnyroewert Jingle: Produziert von Stefan Fischer | FH Aachen – FH-Podcast „Impulse aus der Hochschullehre – ein ZHQ-Podcast".


















