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Unter Büchern mit Katrin Schumacher

Mitteldeutscher Rundfunk

Aktuelle Buchbesprechungen, Interviews mit Autoren, Neues vom deutschen und internationalen Buchmarkt und von Büchermenschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen … In „Unter Büchern“ taucht Literaturkritikerin Katrin Schumacher für MDR KULTUR jede Woche in die Welt der Bücher ein.

  • 99 episodes
  • Updated July 29

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  • July 29 · 55 min

    Unter Frauen

    Friederike Schilbach: Die Damentoilette 22 Liebeserklärungen. Die Damentoilette hat vor einiger Zeit unverhofft sehr prominente Aufmerksamkeit bekommen. Der Literaturkritiker Denis Scheck bewertete in seiner Sendung „Druckfrisch“ ein Buch der Autorin Ildiko von Kürthy mit den Worten, es seien „Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette“. Es folgten empörte Reaktionen bei Leserinnen und Autorinnen sowie die berechtigte Frage, welchen kulturellen Stellenwert eigentlich so eine Damentoilette hat. Nun ist ein Buch erschienen, das sich wie eine Antwort auf diese Debatte liest. Bettina Baltschev hat es gelesen. Şeyda Kurt: Zeit der Monster Immer wieder erscheinen literarische Dystopien, die sich mit dem Untergang der Welt, wie wir sie kennen, auseinandersetzen. Die Autorin Şeyda Kurt hat in der Vergangenheit vor allem Sachbücher veröffentlicht: 2021 „Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist“ und 2023 „Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls“. Nun erscheint der erste Roman von Şeyda Kurt, „Zeit der Monster“, der auch dystopische Züge trägt. Sally-Charell Delin hat das Buch gelesen und mit der Autorin gesprochen. Eva Kranenburg: Falls jemand fragt, wer wir waren Der 17. Juni 1953 ist in Ost und West im Geschichtsunterricht ganz unterschiedlich behandelt worden. Im Westen eher als Volksaufstand und Tag der deutschen Einheit gesehen, im Osten als faschistischer Putschversuch. Um die Ereignisse in der noch jungen DDR kreist der neue Roman der Dresdner Autorin Eva Kranenburg. Claudia Leonard stellt ihn vor. Ulrike Draesner: penelopes sch(l)iff – Lyrik – Lesung Odyssee allüberall… mit dem nun angelaufenen Monumentalfilm wird die antike Sage wieder in unser Gedächtnis gespült. Eine Verfilmung, in der es vor allem um die Männer des Geschehens geht. In Ulrike Draesners Lyrikband geht es um die Sicht von Odysseus Frau Penelope. Eine perfekte Ergänzung. Ulf Heise stellt das Buch vor, das die Autorin selbst eingelesen hat. Susan Tomes: Frauen am Klavier - 50 Pianistinnen und ihre Geschichte Die Welt der klassischen Musik war lange von Männern dominiert. Komponisten. Dirigenten und Musiker sind lange viel sichtbarer gewesen als Komponistinnen, Dirigentinnen und Musikerinnen. Doch das ändert sich langsam. Und wer mehr wissen möchte, wie gerade Pianistinnen sich in einer Männerwelt behauptet haben, der kann das nun nachlesen in einem schönen Sachbuch. Silvia Schreiber stellt es vor. Charlotte von Feyerabend: Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer Alltag im 19. Jahrhundert… ein Roman, der uns etwas zur Gleichberechtigung und über den Kampf dafür erzählt heißt „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer“ und er stammt von Charlotte von Feyerabend. Zugegeben, ein etwas populärer Titel, der erstmal an eine Netflix-Serie denken lässt – aber der Roman taucht tiefer. Und ist eine Leseempfehlung von Marieke Wuske.

  • July 21 · 56 min

    Neue Romane von Heinz Strunk, Comic aus den Knast und Graphic Novel aus Leipzig

    Heinz Strunk: "Memories of Heidelberg" Auf die Produktivität von Heinz Strunk ist Verlass: Er gehört inzwischen zu den Autoren, von denen in kurzen Abständen immer wieder etwas Neues erscheint. Jedes Jahr bringt er ein weiteres Buch heraus. Mit "Der goldene Handschuh" und "Zauberberg 2" gab er selbst der wahren Geschichte um den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka oder Thomas Manns großem Literaturklassiker die unverkennbare Strunk-Note. In seinem neuen Roman kehrt er zurück in die Trostlosigkeit des banalen Alltags. Juliane Bergmann hat "Memories of Heidelberg" gelesen. Jörg Schieke: "Chin-chin, der Weg führt ins Mondgestein" Zwischen Phantastik und Alltag, Trinkspruch und Mondgestein oszilliert der neue Band des Lyrikers und Journalisten Jörg Schieke. Im Gespräch erzählt er, wie Themen auf ihn zukommen, wie er die Diskrepanz zwischen Dichter und Literaturkritiker aushält und er liest eines seiner neuen Gedichte. "Die Summe seiner Teile" Die Graphic Novel von Julia Zejn und Matthias Lehmann kommt aus Leipzig, einer Stadt mit großer grafischer Tradition. Und hier arbeitet inzwischen auch eine junge Generation von Comic-Künstlern. Mitunter sogar zusammen. Wolfgang Schilling stellt die neue Graphic Novel vor. Patricia Thoma: Comic im Gefängnis Zwei Jahre lang ist Comic-Illustratorin Patricia Thoma durch verschiedene Gefängnisse in ganz Deutschland gefahren und hat Comic-Workshops für Inhaftierte gegeben. Daraus sind zwei Comic-Bände entstanden: Erst "Im Jugendarrest" und vor kurzem "Im Gefängnis". Die Zeichnungen der Inhaftierten sind in die Bücher eingeflossen. Besucht hat Thoma auch das Gefängnis "Roter Ochse" in Halle an der Saale. Tini von Poser hat Illustratorin Patricia Thoma getroffen sowie mit einem Inhaftierten in Halle gesprochen, der am Comic-Workshop teilgenommen hat. Douglas Stuart: "John of John" Cal ist zurück und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft. Das größte Problem ist allerdings sein Vater. Rainer Moritz stellt den Roman vor. Hörspieltipp: "Unser Haus mit Rutsche" So heißt der aktuelle Roman von Safia al Bagdadi, der jetzt auch als Hörbuch in ARD Sounds verfügbar ist. Aufgenommen wurde das Hörbuch, gesprochen von der Autorin selbst, als Koproduktion von HR, MDR, NDR und SR zusammen mit dem Hörbuchverlag speak low beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken. Dort ist Safia Al Bagdadi geboren und aufgewachsen und die Stadt ist auch Schauplatz des Romans. Sally-Charell Delin war bei der Aufnahme dabei und hat mit der Autorin gesprochen

  • July 15 · 52 min

    Helga Schubert erzählt vom "Einverstandensein mit dem Leben"

    Die Schriftstellerin hat mit über 80 Jahren eine rasante zweite Karriere erlebt und das, nachdem es Jahrzehntelang still um sie war. Aber Helga Schubert hat immer weiter geschrieben. Im Gespräch mit Katrin Schumacher erzählt sie von geglückten Sätzen, vom Grübeln und Aufschreiben, von ihrem Schreibhabitat auf dem Land und von ihrem aktuellen Buch "Luft zum Leben". Die Folge ist die gekürzte Aufzeichung eines Live-Podcasts am 19. Juni 2026 im Gütchenpark Halle, in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Halle.

  • July 8 · 57 min

    250 Jahre USA: Literarische Blick über den großen Teich

    Horst Lauinger und Stefan Wagner: I Have a Dream. 250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Ein Roadtrip in Storys, Gedichten, Songs, Essays, Reden, Briefen und Reportagen. Dieses große und großartige Werk versammelt Texte aus einem Vierteljahrhundert, perfekt, um sich nochmal in die Geschichte eines Landes einzulesen, dessen Leuchten sukzessive zu verblassen scheint. Ein Buch für alle, die gerade an Amerika zweifeln oder verzweifeln. Über die Genese dieses Mammutwerks erzählt der Herausgeber Horst Lauinger im Gespräch. Es war im vergangenen Jahr eine Sensation, als das Buch eines deutschsprachigen Autors in Amerika unter die Top 10 der New York Times, unter die Books oft the Year gewählt wurde. Immerhin auf Platz zwei! Das gelingt in der Regel nur englischsprachiger Literatur. Das Buch heißt in der englischen Übersetzung von Ross Benjamin „The director“. Die deutsche Original-Ausgabe heißt „Lichtspiel“, geschrieben hat den Roman Daniel Kehlmann. Katrin Wenzel konnte den Schriftsteller in Leipzig treffen und mit ihm über das alte und neue Amerika sprechen. Rachel Khong ist neue Picador-Professorin in Leipzig. Seit 20 Jahren gibt es die Picador-Gastprofessur für Literatur an der Universität Leipzig. Inzwischen haben zahlreiche britische und US-amerikanische Autoren in der Stadt gelehrt und jeweils einen Kurs in Literatur und einen in kreativem Schreiben gegeben. Gerade unterrichtet eine Bestseller-Autorin aus den USA in Leipzig: Rachel Khong. Tino Dallmann hat sie getroffen – und mit ihr über ihren Roman "Real Americans" und den 250. Geburtstag der USA gesprochen. Caro Claire Burke: Yesteryear. Es ist das Easy-Read des Sommers, das derzeit in jede Insta- und TikTok-Kamera gehalten wird. Die Geschichte von einer Frau, die ihr Leben auf der Farm als Tradwife im Netz inszeniert und in der selbstgebauten Hölle landet. Das Debüt erzählt viel über die amerikanische Gesellschaft – und auch über die Mechanismen, wie ein Buch zum Erfolg werden kann. Ist es wirklich so gut? Elisabeth Bold hat den Test gemacht. *Christina Morina: Das amerikanische Beben. Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie. Die Historikerin lebte mit ihrer Familie 2024/25 für ein Jahr in New York - als Gastprofessorin an der weltbekannten New School For Social Research. Aus nächster Nähe erlebte sie das fatale Comeback von Donald Trump und die verheerenden Folgen für die amerikanische Demokratie, die sich auch im Alltag der Menschen spiegeln. Sie war nach Amerika gekommen, um zur Geschichte der Demokratie zu forschen und zu lehren. Und plötzlich wurde sie Zeugin des großangelegten Versuchs, sie zu zerstören. In ihrem Buch beschreibt sie auf sehr persönliche Weise, wie Trumps Angriff die Demokratie in ihrem Kern erschüttert hat. Für Unter Büchern ist sie im Gespräch mit Karoline Knappe. Hör-Tipp: Wie eine junge Demokratie zerfällt, das zeigt Schriftsteller Lion Feuchtwanger in seinem Schlüsselroman „Erfolg“: eine Satire auf seine reaktionäre Heimat Bayern Anfang der 1920er Jahre. Korrupte Beamte, Opportunismus und Justizwillkür begünstigen den Aufstieg der Partei der „Wahrhaft Deutschen“, die einen Putsch plant gegen die Berliner Regierung. Lion Feuchtwangers hellsichtiger Klassiker "Erfolg“ erschien schon 1930 - kurz bevor die Nazis drei Jahre später Feuchtwangers Werke verbrannten. „Erfolg“ gibts in ARD Sounds als Hörbuch, gelesen von Percy Adlon.

  • July 1 · 58 min

    Ab in den Wald: Goethe, Kästner und die Palmen

    Unter Büchern geht in den Wald! Der Ort der heißen Stunde: schattig, grün, schön. Der Wald ist Sehnsuchtsort und Natur – genau wie Kultur. Wir schauen in die Geschichte der engen Verbindung von Literatur und Wald, haben Lesetipps parat, die tief in die Atmosphäre und Biologie des Waldes führen. *Jutta Person: "Palmen. Ein Portrait" In dem schößlingsgrünen Buch lernen wir, dass Palmen keine Bäume sind oder weshalb Goethe ein Palmenfetischist war. Klug und witzig, voller Anekdoten und Wissen führt Jutta Person in die Palmenwälder und ihre Geschichte. Im Gespräch mit Katrin Schumacher erzählt sie unter anderem von der Palmenhauptstadt Berlin und dem Problem Palmöl. *Der Wald in der Literatur: Zwischen düsterem Märchenort und Sehnsuchtsort – der Wald hat in der Literatur schon immer eine Rolle gespielt. Ob in den alten Sagen, in denen die Recken natürlich erstmal in den Wald zogen, um etwas zu erleben oder in den Krimis der Gegenwartsliteratur: Wald ist immer mehr als einfach ein Wald. Rainer Moritz führt in die Literaturgeschichte der Wälder. *Mehr Wald? Geht auch im Buch. Fünf ganz besondere Lesetipps hat Bettina Baltschev parat. Warum uns der Wald fasziniert: Fünf Bücher über Natur, Sehnsucht und Zukunft | mdr.de *Und dazu gibt es Gedichte von Waldfans: Erich Kästner und Achim von Arnim

  • June 27 · 55 min

    Live von den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

    Unter Büchern ist unterwegs in Klagenfurt am Wörthersee, der Geburtsstadt Ingeborg Bachmanns und dem Austragungsort der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur, des Wettlesens um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nach drei Tagen Lesungen und Diskussionen nimmt sich Katrin Schumacher Zeit für einen Rückblick auf drei Tage Literaturwahnsinn, auf ernsthaftes Aufnehmen neuer Texte und drei Tage voller Begegnungen. Zu Gast hat sie die Gewinnerin des Bachmann-Preises, die Erfurter Stadtschreiberin Lena Schätte, mit der sie über die leicht voyeuristische Lust am autofiktionalen Schreiben und Lesen spricht, über die Faszination Bachmann-Lesung und natürlich über Aufgeregtheit. Mit Holger Heimann hält sie Rückschau auf die Lesungen und Jurydiskussionen. Und zu Wort kommen noch einmal die Dichterin Helga Schubert und Ingeborg Bachmann selbst. Der Lesetipp: Das neue Buch der zweitplatzierten Wettbewerbs-Autorin Kinga Tóth: "MariaMachina".

  • June 24 · 55 min

    Ingeborg-Bachmann-Spezial

    "Zwei Menschen sind in mir": Biografische Bücher über Ingeborg Bachmann vorgestellt im Gespräch mit Bettina Baltschev "Ingeborg Bachmann: Jemand, der einmal ich war": Die neue Doku mit Sandra Hüller, ein Beitrag von Niels Beintker Warum noch Bachmann lesen? Fragen an die Autorin Linn Penelope Rieger Gedichte und ihre Geschichte: Ingeborg Bachmanns "Erklär mir, Liebe" – vorgestellt von Kerstin Bachtler 50 Jahre Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, ein Jubiläumsbeitrag von Norbert Kuntze

  • June 20 · 2 hr 58 min

    Unter Büchern An Musik

    Die Bücherliste: Tomer Gardi: Liefern. Mit Anne Birkenhauer. Klett-Cotta. Christoph Peters: Entzug. Luchterhand. Michal Hvorecky: Dissident. Klett-Cotta. Dana von Suffrin: Toxibaby. Kiepenheuer&Witsch. Lola Randl: Der lebende Beweis. Matthes&Seitz. Lena Gorelik: Alle meine Mütter. Rowohlt. Katerina Poladjan: Goldstrand. S. Fischer. Alena Schröder: Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel. Dtv. Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben. Claassen Sophie Sumburane: Keine besonderen Auffälligkeiten. Edition Nautilus. Axel Petermann: Die Psyche des Bösen. Heyne. Stephan Ludwig: Zorn - Die Akte Heinlein. S. Fischer. Die Trackliste: Maximo Park – Books from boxes Crucchi Gang – Ti sta bene Kettcar – Doug & Florence Scarlet Pleasure – What a life Tristan Brusch – Grundsolider Schläger Adela Meda – Spolu Alt J – Happier when you’re gone Mine – Klebstoff The Smiths – Panic (LIVE) Belle & Sebastian – Wrapped up in books Blur – Country House Catatonia – Dead from the waist down Emiliana Torrini – Miss Flower Woomb – Last Rays Moddi – One minute more Nichtseattle – Frau sein Dota – Ein gutes Buch Contriva – Hellblau Rundfunkkinderchor – Wer möchte nicht im Leben bleiben Nikolaj Medtner – Elfenmärchen Keimzeit – Rosi Benny Grenz – Quiet mind Fenne Lily – Three Oh Nine Pet Shop Boys – Being boring Manfred Krug – Danke für den Abend

  • June 17 · 54 min

    "Entzug": Unterwegs mit Christoph Peters

    Pegeltrinken bedeutet lügen, verstecken, verschleiern. Die Frau darf es nicht wissen, die Nachbarn sowieso nicht. Nur wenige Freunde wissen, dass der Ich-Erzähler ein massives Alkoholproblem hat. In seinem Roman "Entzug" schreibt der Schriftsteller Christoph Peters eng an der eigenen Biografie entlangt, wie der Entzug vor zwanzig Jahren aussah. Der Erzähler hat seit dem 16. Lebensjahr durchgetrunken, nun begibt er sich in eine Klinik, wohl wissend, dass es hart wird, körperlich und seelisch. Für den Protagonisten und auch für Peters selbst hingen Alkohol und Kreativität als Autor und Maler fast 25 Jahre lang untrennbar zusammen. Erst die enttäuschte mail seines Verlegers, der sein neustes Manuskript nicht abnehmen will, weckt ihn auf. Im Gespräch mit Katrin Schumacher erzählt Christoph Peters vom Beginn der Alkoholsucht und von ihrem Ende. Wir folgen ihm in die unwirtliche Klinik und in die Möglichkeit, der Erinnerung an die Sucht literarisch zu begegnen. Diese Folge "Unter Büchern" ist ein Live-Podcast, aufgenommen bei den Thüringer Literaturtagen auf Burg Ranis am 13. Juni 2026.

  • June 10 · 59 min

    Thüringer Literaturtage und Bücher über die Ostsee und Fußball

    Die Thüringer Literaturtage rund um die Burg Ranis finden zum 29. Mal statt. Im Gespräch ist der Organisator Ralf Schönfelder über die Gäste und die Zukunft des Festivals. Sigfried Lenz: "Am Widerhaken hängt das Glück". Eine Wiederentdeckung, die Geschichten für Lenz-Fans und für Angel-Fans bereithält. Der Schriftsteller Matthias Jügler stellt das Buch vor. Hanno Hochmuth: "Mein Warnemünde" - In der Reihe "Meine Insel" vom mare-verlag geht es auch mal an Küstenorte – wie das legendäre Warnemünde, das bei dem Autor Hanno Hochmuth Erinnerungen an Broiler und das Hotel Neptun weckt. Jean-Christophe Deveney, Mickaël Correia & Lelio Bonaccorso: "Eine kurze Geschichte des Fußballs". Pünktlich zur WM der Comic zum Event – vorgestellt von Wolfgang Schilling. Thị Thanh Thảo Trần: "Menschen wie wir" - Sie sind arm, aber glücklich miteinander. Als ein Angebot aus der DDR kommt, entschließt sich der Vater, nur für ein paar Jahre dort zu arbeiten. Welche Folgen diese Entscheidung für seine Familie haben wird, kann er da noch nicht abschätzen. Seine Frau und seine Tochter – die Erzählerin des Romans – folgen ihm erst Jahre später nach Deutschland. Maja Fiedler stellt das Buch vor. Marek Torčík: "Was die Zeit nicht nimmt" - Tschechien ist im Herbst das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Doch bereits jetzt erscheinen einige der interessantesten Bücher aus unserem Nachbarland in deutschsprachiger Übersetzung. Inspiriert wurde dieser Roman Marek Torčíks eigener Geschichte, vom Heranwachsen in der Provinz. Holger Heimann hat das Buch gelesen und den Autor in Prag getroffen.

  • June 3 · 59 min

    Trauerarbeit, Einsamkeit und eine Reise nach Trenčín

    Frischer Wind für Gothaer Antiquariat. Nicht nur kleine Verlage haben dieses Problem, auch kleine Buchläden: Wer führt sie weiter, wenn die Aufbau-Generation in Rente geht? Oft gibt es niemanden, der Lust hat für sechs Tage die Woche – für wenig Geld – Bücher zu verkaufen. Und doch sind es gerade kleine Läden, in denen am liebsten gestöbert wird. Auch bei Andreas Zink in der Bücherstube "Hannah Höch" in Gotha. Dort fand sich in allerletzter Minute jemand, der den Laden übernommen hat. Blanka Weber mit einer Reportage. Leipziger Übersetzerin Stefanie Bose ist Stadtschreiberin in Trenčín. 2026 ist, neben dem finnischen Oulu, die slowakische Kleinstadt Trenčín Kulturhauptstadt Europas. Im vergangenen Jahr gab es einen regen Austausch mit Chemnitz (der Kulturhauptstadt 2025). Auch jetzt sind die Verknüpfungen – in dem Fall zu Sachsen – nach wie vor eng. Denn Stefanie Bose, die Stadtschreiberin der westslowakischen Stadt im Kulturhauptstadtjahr, stammt aus Leipzig. Am 1. Mai hat sie offiziell ihr Amt angetreten. Vor ihrer Abreise hat Grit Krause sie getroffen und stellt sie uns vor. Trauerarbeit und Literatur – Ein Buch für den gefallenen Cousin. Die Ukrainerin Anhelina Olijnyk, 25 Jahre alt, hat einen der wichtigsten Menschen in ihrem Leben verloren. Ihr Cousin Maxym, der sich freiwillig zur Armee gemeldet hatte, ist im Donezbecken gefallen. Ihre Trauer hat Anhelina literarisch in kurzen Texten verarbeitet. Sie meint: So könnten auch andere Trauernde besser mit ihrem Schmerz umgehen. Nun hat sie ein Buch mit ihren Texten veröffentlicht, im Eigenverlag, und es bei mehreren Lesungen präsentiert. Sie blickt jetzt wieder positiver in die Zukunft. Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben. Der Autor sieht sich selbst als "philosophierenden Schriftsteller". Trockene Akademiker-Prosa ist nicht sein Ding. Er liebt es, in freien Assoziationsketten zu denken und zu schreiben. Da mag es überraschen, dass sein neues Buch "Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" eine Auseinandersetzung mit dem nüchternen, kühlen Klassiker Niccolò Machiavelli verspricht. Holger Heimann hat den Essay gelesen. Sebastian Haffner: Der Teufelspakt. Eine "Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen" – das ist ein Titel, der einige Menschen triggern könnte, in jegliche Richtungen. Verfasst hat das Buch Sebastian Haffner. Nun mag man denken: Der lebte 1907 bis 1999, der Journalist und Historiker, was mag er uns über Russland und Deutschland Erhellendes erzählen, es ist ja so viel passiert inzwischen? Eine Frage an unseren Kritiker Matthias Schmidt. Maike Luhmann: Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft. Einsamkeit, nicht zu verwechseln mit Alleinsein, ist ein gesellschaftliches und individuelles Problem, das sich auch politisch auswirkt. In Deutschland gibt es das Kompetenznetz Einsamkeit der Bundesregierung, in Großbritannien gar ein Einsamkeitsministerium. Mehr dazu steht im Buch der Professorin Maike Luhmann, die dazu im Gespräch ist.

  • May 27 · 56 min

    Buchmesse-Nachlese!

    Themen der Sendung: *Tomer Gardi hat 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen und jetzt einen neuen Roman vorgelegt. Darin betrachtete er die Menschen, die allzuoft übersehen werden, die uns die Pizzen und Reisgerichte nach Haus bringen und mit ihrem Fahrrädern oder Kleinautos durch die Stadt sausen, auf der ganzen Welt: die Lieferanten. Über seinen Roman "Liefern" ist er im Gespräch mit Kais Harrabi. *Ein Roman, der größtenteils in der Fahrerkabine eines LKWs spielt, den gab es noch nicht so oft. Domenico Müllensiefen hat ihn geschrieben: "Manchmal muss man sich entscheiden". Mit Tino Dallmann hat er über sein Buch gesprochen.

  • May 20 · 55 min

    Bücher auf Reisen: nach Island, Asien und den Harz

    Katrin Zipse: Moosland. 1949 Vier Jahre nach Kriegsende veröffentlichte der Isländische Bauernverband eine Anzeige in den Lübecker Nachrichten. Gesucht wurden junge deutsche Frauen, die auf isländischen Bauernhöfen mitarbeiten würden. Viele Isländerinnen waren damals in die Städte abgewandert oder mit den abziehenden amerikanischen GIs in die USA gegangen. Einige Bauern suchten also nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Heiratskandidatinnen. Etwa 300 junge deutsche Frauen folgten dem Aufruf. Für Katrin Zipse Stoff für ihren Roman Moosland. Claudia Ingenhoven hat das Buch gelesen. Steffen Kopetzky: Die Harzreise Vor 200 Jahren durchwanderte Heinrich Heine den Harz und schuf mit seiner Harzreise ein bis heute berühmtes literarisches Reisebild. 200 Jahre später folgt der Autor Steffen Kopetzky dieser Spur und findet eine von sozialen und ökologischen Veränderungen geprägte Landschaft. Und wie Heine auch hat Kopetzky seine Beobachtungen und Erfahrungen von unterwegs in einem literarischen Text festgehalten, nun erschienen beim Rowohlt Verlag. "Die Harzreise - eine Deutschlanderkundung" ist durchaus ein Buch übers Wandern und ist doch zugleich voller kluger Gedanken zur politischen Gegenwart. Jörg Schieke hat sich mit Steffen Kopetky über diese Harzreise unterhalten. Christine Thürmer: Hiking Asia. Zu gern schauen wir Anderen bei ihren Abenteuern zu. In Videos, Lichtbildvorträgen, Büchern und natürlich im Internet verfolgen wir, wie sie sich die Welt etwa erwandern. Eine von ihnen ist Christine Thürmer. Sie bezeichnet sich selbst als die "meistgewanderte Frau der Welt" und verweist auf ihrer Webseite auf unfassbare 70.000 Kilometer zu Fuß, 37.000 Kilometer mit dem Fahrrad und 7.000 Kilometer mit dem Boot. Christine Thürmer hat mehrere Bücher geschrieben. Das Neueste erzählt von ihren Touren durch Japan, Südkorea und Taiwan. Sabine Frank stellt es vor. Felicitas Hoppe: Reisen Seit die Autorin 2012 mit dem Georg-Büchner-Preis prämiert wurde, ist sie in aller Munde, denn diese Auszeichnung gilt als wichtigste Literaturtrophäe im deutschsprachigen Raum. Insgesamt veröffentlichte die 1965 in Hameln geborene Schriftstellerin bisher mehr als zwei Dutzend Werke, darunter die von der Kritik euphorisch gefeierten Reiseromane "Pigafetta" und "Paradiese, Übersee". Jetzt hat die Künstlerin dem Thema Reisen einen Essayband gewidmet. Ulf Heise stellt ihn vor. Ali Smith: Gliff Die Schottin Ali Smith gehört in Großbritannien zu den ganz großen zeitgenössischen Schriftstellerinnen. Schon mit ihrer Jahreszeiten-Tetralogie war sie sowas wie eine literarische Ersthelferin für alle, die von den damals aktuellen politischen Entwicklungen überrannt wurden: Egal, ob es der Brexit war, der Rechtsruck oder die Corona-Pandemie. Auch in ihrem neuen Roman gibt sich Ali Smith politisch. Das Buch hört auf den rätselhaften "Gliff" und Kais Harrabi stellt es vor. Und der Tipp zum Schluss: Moni Ports wunderbares kleine Buch "Women’s Words. Fünfzig Frauen, fünfzig Sätze". Mit besten Empfehlungen!

  • May 13 · 56 min

    Literatur, die uns die Natur nahebringt

    Die Themen der Sendung: *Marie Laure Cruschi: Samen. Nur selten findet sich ein Buch in der Abteilung Gartenbuch, das ganz und gar ohne unmittelbare Nutzanwendung ist, kein Handbuch, keine Anleitung, sondern eine Feier der Schönheit der Natur. Ein solches Buch ist jetzt erschienen im Prestel Verlag. Es ist eine Übernahme der französischen Edition Gallimard Jeunesse, entstanden ist das Buch in dem Pariser Kreativstudio Cruschiform, benannt nach der Direktorin Marie-Laure Cruschi. Sabine Frank ist begeistert. *Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Die Autorin ist Schriftstellerin, Buchgestalterin und Herausgeberin der „Naturkunden“-Reihe beim Berliner Verlag Matthes & Seitz. Im Sommer 2025 hat sie die traditionsreichen Frankfurter Poetikvorlesungen gehalten, und nun legt sie ein Buch vor, das auf diese Vorlesungen zurückgeht. Beate Meierfrankenfeld hat das Buch gelesen und mit Judith Schalansky gesprochen. *Norbert Sachser und Niklas Kästner: Tierwelt am Limit. Eines der großen Themen unserer Zeit ist das Artensterben – ein Prozess, der sich meist in aller Stille vollzieht und bei den Meisten nicht mehr als ein diffuses Unbehagen hinterlässt aber vielleicht auch Abwehr. Die Biologen Norbert Sachser und Niklas Kästner vom Institut für Verhaltensbiologie in Münster haben sich des Themas angenommen und sie erzählen darüber nicht ausschließlich im Sinne einer Dystopie, sondern mit Ehrfurcht vor den Wundern der Natur. Ihr Buch trägt denn auch den Untertitel: „Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän“. Also Hoffnung und Desillusion in Einem, wie es scheint. Sabine Frank stellt das Buch vor. *Im vergangenen Herbst ist die Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“ erschienen, eine Geschichtensammlung, die der Leipziger Schriftsteller Matthias Jügler herausgegeben hat, und die als Gemeinschaftsprojekt der ganzen ARD als Lesezeit produziert worden ist. Die einzelnen Folgen gibt’s bei ARD Sounds in der App – und wir haben Matthias Jügler auf die Leipziger Buchmesse eingeladen zu einem Talk auf der ARD und ZDF Gemeinschaftsbühne. Carsten Tesch hat das Gespräch geführt und neben ihm war noch MDR Redakteur Steffen Moratz, der die Lesezeitproduktion betreut hat dabei und auch die Autorin Charlotte Gneuss, eine von vielen Mitschreibenden an dem Buch.

  • May 6 · 56 min

    Bücher jenseits des Mainstreams

    Die Themen der Sendung: *80 Jahre Mitteldeutscher Verlag! Wer im Osten schrieb, wurde bei ihm veröffentlicht: Der traditionsreichen Verlag in Halle hat eine wechselvolle Geschichte und freut sich auf den tschechischen Bücherherbst in Frankfurt. Im Gespräch ist der Verleger Roman Pliske. *Brigitte Reimann: "Wir schaffen es, verlass dich drauf! Briefe an eine Freundin im Westen" – Eine Wiederentdeckung, die es in sich hat, sagt Bettina Baltschev, die die Briefe gelesen hat. *Achim Stegmüller: "Der Prozess der Modernisierung" – Ein junger Akademiker wird nach Japan geschickt. Was er dort erlebt, ist die Geschichte, die dieses Debüt erzählt. Jörg Schieke stellt es vor. *J.R.R. Tolkien: "Die Bovadium-Fragmente" – Mehr als Orks und Elfen: In diesem nachgelassenen Text beweist Tolkien, dass er erfasste, was die Menschen erst später begriffen: Die Katastrophe, die mit der Automobilisierung von Städten auf uns zurollte. Matthias Schmidt im Gespräch. ' *Von hier für da: Gedichte für die Gegenwart. Unser Gedicht heute kommt von der Dichterin und Dramatikerin Özlem Özgül Dündar. Sie übersetzt Lyrik aus dem Türkischen und veröffentlicht Lyrik und Dramen. Ihr Hörspiel "türken, feuer" wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats April und in der Folge als Hörspiel des Jahres 2020 ausgezeichnet. In ihrer Lyrik verknüpft sie erzählende Momente mit experimentellen Ansätzen. Für uns liest sie "die worte die zu sprechen vergessen wurden".

  • April 29 · 55 min

    Wort und Bild: Blick auf Kinofilm "Rose" und Druckfrisch-Jubiläum

    Der Kinofilm "Rose" mit Sandra Hüller in der Hauptrolle als Hosentragende Frau im 17. Jahrhundert ist gerade in aller Munde. Katrin Schumacher spricht mit der Schriftstellerin Angela Steidle zu Frauen in Männerkleidern, vor allem aber zu der historischen Figur der Catharina Linck, die als Anastasius Rosenstengel durch die Welt ging und dafür schließlich in Halberstadt hingerichtet wurde, im Harz, wo große Teile von "Rose" gedreht wurde. Sehr nah an ihren Recherchen wurde der Film realisiert, aber was die Autorin Steidele vor allem irritiert, ist der Umgang mit der historischen Figur. Andreas Ammer hat eine Literatursendung erfunden, die jetzt seit sage und schreibe 23 Jahren erfolgreich läuft, die alle sechs bis acht Wochen im Ersten gute 750.000 Zuschauer hat und das zu nachtschlafender Zeit: die Literatursendung "Druckfrisch" mit Denis Scheck. Zum Abschied von der Sendung erzählt Andreas Ammer von der Mülltonne, die keine ist und von der Herausforderung, mit einem kleinen Budget Literatur glamourös in Szene zu setzen.

  • April 22 · 54 min

    Sachbücher über die Gegenwart: von Pop über Philosophie bis Politik

    Christiane Rösinger: The Joy of Aging In der Musikszene wurde sie mit der Band Lassie Singers bekannt, später auch als Solo-Künstlerin. Inzwischen ist sie 65, tritt seltener auf, aber immer sind ihre Konzerte ausverkauft. Wie viele Künstlerinnen spielt Christiane Rösinger in mehreren Genres: Musik, Theater, Roman und diesmal ein persönliches Sachbuch. Claudia Ingenhoven hat es gelesen. Benjamin von Stuckradt-Barre: Udo Fröhliche Im Mai wird er 80 Jahre alt und der Pop-Literat hat Udo Lindenberg eine Hommage geschrieben. Hendryk Proske stellt sie vor. Wolfram Eilenberger: Die Gegenwart der Philosophie In seinem schmalen und gehaltvollen Essay versucht der Philosoph die Philosophie für Krisen der Gegenwart fruchtbar zu machen. Sehr lesenswert, meint Jörg Schieke. Arnd Henze: Mit Gott gegen die Demokratie In seiner Analyse beschäftigt der Journalist sich mit dem Einfluss, den christliche Fundamentalisten in der Regierung von US-Präsident Donald Trump ausüben. Bastian Wierzioch hat den Autor unter anderem gefragt, was christlicher Nationalismus in den USA mit Deutschland zu tun hat? Ulrike Herrmann: Geld als Waffe Dass es bei kriegerischen Auseinandersetzungen um Bodenschätze und Macht geht, ist klar, wie genau aber die Weltwirtschaft mit den Offensiven dieser Tage verbunden ist und worauf wir uns einstellen müssen, das erzählt Ulrike Herrmann im Gespräch mit Julia Hemmerling. Von hier für da: Gedichte für die Gegenwart Der in Leipzig lebende Dichter erhält in diesem Jahr den Klopstock-Literaturpreis des Landes Sachsen-Anhalt. Kuhlbrodts Werk umfasst Romane, Gedichte, Essays - am bekanntesten sicherlich sein Roman "Krüppel-Passion", in dem er von seinem Leben mit Krankheit und körperlicher Beeinträchtigung erzählt. Soeben erschienen ist ein neuer Gedichtband, betitelt mit Wäsche im Wind und Polizisten". Kuhlbrodts Töchtern haben ihn mitgestaltet und illustriert. Daraus hören wir das Gedicht "Das ist die Strecke", gelesen von Jörg Schieke.

  • April 15 · 57 min

    Biografische Bücher: Von Ungarns Wahl bis Kindheit in Frankreich

    Kinga Tòth mit "Marriamachina" über Ungarn nach der Wahl. Sie ist Lyrikerin und Performance Künstlerin und gerade erschient ihr neues Buch im Verlag Matthes&Seitz Berlin, ihrer Exilstadt. Was sie sich vom Machtwechsel in ihrem Heimatland erhofft und was sich ihre Kolleginnen dort erhoffen, erzählt sie im Interview. Maylis de Kerangal mit "Brandung". Eigentlich seien alle ihre Bücher auf dieses eine zugelaufen, sagt die französische Autorin Maylis de Kerangal über ihren aktuellen Roman. Hier hat Maylis der Kerangal Le Havre, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte, ein literarisches Denkmal gesetzt. Susanne von Schenck stellt den Roman vor. Monika Maron mit "Flugasche". Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig. Monika Maron hatte eine durchaus wechselvolle Karriere als Autorin: Ihr erster Roman, der sich mit den Umweltzerstörungen in der Chemieregion Bitterfeld auseinandersetzt, durfte 1980 nicht in der DDR erscheinen, kam dann als Fortsetzungsroman in der FAZ heraus, später bei S. Fischer. Auch ihr nächster Roman konnte nur bei S. Fischer erscheinen, sodass sie noch 1988 ausreiste. In den Jahrzehnten danach folgten bis heute Essaybände, ein Dutzend Romane, darunter so viel beachtete wie "Animal triste", "Ach Glück", "Endmoränen" oder die Recherche "Pawels Briefe". Vor einigen Jahren schlug die Tatsache Wellen, dass sich der S. Fischer Verlag nach 40 Jahren von ihr trennte wegen ihrer durchaus kontroversen, politischen Ansichten. Nun sind bei Hoffmann und Campe die Tagebücher von Monika Maron erschienen aus dem Zeitraum von 1980 bis 2021. Sabine Frank hat sie gelesen und auf der Leipziger Buchmesse mit der Autorin gesprochen. Christoph Peters mit "Entzug". Alkoholkrank zu sein hat mit Scham und Verdrängung zu tun – und damit, es selbst erst einmal zu realisieren, dass man an einer Krankheit leidet. In seinem mutigen Buch hat Christoph Peters sich diesem Thema angenommen – Ulf Heise stellt es vor. Maike Winnemuth mit "Eine Seite noch". Wieso Lesen uns so glücklich macht heißt dieses Buch im Untertitel, und die Reiseerfahrene Maike Winnemuth reist dabei auf der Stelle, durch die Welt der Bücher. Ben Garit Hernandez hat sie dazu interviewt. Radiotatort "Vollmetalkreuz". Der ARD Radio Tatort, das sind Original-Krimihörspiele prominenter Autorinnen und Autoren, jeden Monat gibt es einen neuen Fall aus einer anderen Region. Die Hamburgerin Simone Buchholz hat gerade ihren vierten Radiotatort für den NDR geschrieben – und sogar als Komparsin mitgespielt. Im Hörspielstudio wurde ordentlich gegrölt, denn die Extremismus-Spezialeinheit Verden an der Aller geht auf Heavy Metal-Kreuzfahrt. Susanne Birkner erzählt, was passiert.

  • April 8 · 56 min

    Neue Entdeckungen zum Frühling

    *Sebastian Fitzek und Frank Schmolke: "Der Augenjäger" Der Autor Sebastian Fitzek hat etwas geschafft, was im deutschen Literaturbetrieb eine Ausnahme ist: Er ist eine Marke geworden. Seine Thriller stehen immer auf den Bestseller-Listen und um sie herum ist in den vergangene 20 Jahren ein regelrechtes Fitzek-Universum entstanden: Es gibt neben Lesungen und stundenlangen Signierterminen auch Live-Shows zu seinen Büchern, Hörbücher, Spiele mit dem Label Fitzek – und seit einiger Zeit auch Comics älterer Bücher. 2021 erschien "Der Augensammler" – jetzt neu: "Der Augenjäger". Das kann man als Ausverkauf und Kommerz kritisieren. Unser Rezensent Ben Hänchen findet aber: Diese Comic-Adaptionen sind mehr als ein Abklatsch erfolgreicher Thriller-Bücher. *R. C. Sherriff: "Vor uns die Zeit" Er war Autor, Drehbuchautor und Versicherungsbeamter, dieser R. C. Sherriff, der schon 1975 gestorben ist und gerade wiederentdeckt wird. Rainer Moritz hat seinen Roman "Vor uns die Zeit" aus dem Englischen übersetzt und lädt ein, den Schriftsteller zu entdecken. *Matthias Nawrat: "Das glückliche Schicksal" Ende Februar wurde der Schriftsteller mit dem Berliner Literaturpreis für sein bisheriges Werk ausgezeichnet. Die Jury hob besonders hervor, dass Nawrat in seinen Romanen, Essays und Gedichten den europäischen Raum erkunde "wie ein Archäologe, der behutsam die historischen Sedimentschichten abträgt" und lobte die "poetische Strahlkraft" seiner Sprache. Maren Ahring hat den aktuellen Roman gelesen und mit dem Autor darüber gesprochen. *Andreas Lehmann: "Kummerflimmern" Nach den beiden Kurzromanen "Über Tage" (2018) und "Schwarz auf Weiß" (2021) sowie der Erzählsammlung "Lebenszeichen" von 2023 hat der in Leipzig lebende Schriftsteller Andreas Lehmann nun einen weiteren Band mit Kurzgeschichten vorgelegt. Sie handeln von jenen Kippmomenten, in denen seinen Figuren das eben noch Vertraute plötzlich fremd erscheint - und bescheren Ihnen oftmals schmerzvolle Momente der Erkenntnis. Peter Henning hat die Geschichten gelesen und stellt sie vor. *Michael Wildenhain: "Das Ende vom Lied" Der Autor wurde 1958 in Berlin geboren und war mehrere Jahre in der Hausbesetzerszene aktiv. In seinen Romanen, die er selbst als politische Lehrstücke in der Tradition von Brecht sieht, hat er die Autonomen-Szene und den Linksextremismus nacherlebbar gemacht. Sein neuer Roman "Das Ende vom Lied" bildet den Auftakt einer Trilogie, in der Wildenhain unterschiedliche Milieus der Stadt von den 60er bis zu den 80er Jahren in den Blick nehmen will. Holger Heimann hat "Das Ende vom Lied" gelesen und mit dem Autor gesprochen. *Ben Lerner: "Transkrition" Er gehört zu den ambitioniertesten Stimmen der neuen amerikanischen Literatur. Seine Gedichte und Prosatexte haben das Beschwören des vermeintlich Authentischen, Gefühlsechten hinter sich gelassen - und Verweisen auf die spielerischen, medienkritischen und zugleich von Internet und Smartphonegebrauch gefütterten Formen neuerer Literatur. So auch sein neuer Roman, für uns gelesen von Jörg Schieke.

  • April 1 · 52 min

    Bücherfrühling im Gegenwind: Ist der Buchmarkt in der Krise?

    *Verlage am Ende: Aus Leipzig stammt der Brimborium Verlag. Er wollte die Verlagsszene aufmischen – und hat zum Jahreswechsel den Betrieb eingestellt. Tino Dallmann hat mit Verlegerin Marsha Richarz über die Gründe gesprochen. *Dass Autor*innen ihren Verlag verlieren, ist etwas, das in den vergangenen Monaten häufiger vorkam. Verlage werden dichtgemacht, wie es dem österreichischen Leykam-Verlag passieren wird im Sommer, oder Verlage werden verkauft. Wie der kleine feine Kanon-Verlag, bei dem Autor*innen wie Domenico Müllensiefen, Ulrike Gastmann, Roswitha Quadflieg oder die Schriftstellerin Christine Koschmieder sind, mit der wir genau darüber gesprochen haben. *Oftmals stellt sich für jene, die einen Verlag aufgebaut haben, nach 30 Jahren die Frage: was wird jetzt daraus? Wer will das denn alles übernehmen? Finanzieren? Das Risiko tragen? Ganz so leicht ist es nämlich nicht, Papier, Energie, Lektorat, Autor*innen und die Werbung für das Programm – vorzustrecken. Manche Verlage wagen den Schritt in die Zukunft als Genossenschaft. Wie das geht? Blanka Weber hat sich erkundigt. *Susann Thiel, die vor 16 Jahren in Leipzig die bis heute einzige Kinderbuchhandlung der Stadt gegründet hat, erhält den Deutschen Buchhandlungspreis in diesem Jahr zum dritten Mal. Der Kinderbuchladen "Serifee" hat sich auf anspruchsvoll illustrierte, sorgfältig gestaltete Bücher von zumeist unabhängigen Verlagen spezialisiert. Nils Kahlefendt hat Susann Thiel auf dem Feinkost-Gelände besucht. *Schaut man auf die Zahlen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, dann ist in den vergangenen Jahren rund jede zehnte Buchhandlung verschwunden: Waren 2018 es noch rund 5.000 Buchhandlungen, sind es aktuell rund 4.400. In diesen Zahlen nicht eingerechnet ist, dass große Handelsketten kleinere, inhabergeführte Buchhandlungen übernehmen. Um genau diese Läden zu stärken, gibt es seit 2015 den Deutschen Buchhandlungspreis. Den bekommt in diesem Jahr auch die Wittenberger Buchhandlung "Der Esel auf dem Dach". Tino Dallmann war vor Ort.