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Society & Culture

Über Rechts – Der Podcast

Sebastian Friedrich & Nils Schniederjann

Wir beobachten die Rechten, damit ihr es nicht müsst.

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  • 20 episodes
  • Updated Sunday

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  • Sunday · 7 min

    Was Orbáns Scheitern über die Strategie der AfD verrät | Márton Békés: Nationaler Block (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Lange galt Viktor Orbán der deutschen Rechten als großes Vorbild. Mithilfe staatlicher Macht baute er gemeinsam mit seiner Fidesz-Partei Medien, Kultur und politische Institutionen um. Der ungarische Intellektuelle Márton Békés erklärte 2023 in seinem Buch „Nationaler Block“, warum dieses Projekt aus seiner Sicht eine dauerhafte rechte Hegemonie geschaffen habe. Der Jung-Europa-Verlag empfahl das Buch der AfD ausdrücklich als strategische Lektüre. Békés beschreibt Orbáns Machtübernahme nicht als gewöhnlichen Regierungswechsel, sondern als Aufbau eines neuen „nationalen Blocks“ – angelehnt an Antonio Gramscis Begriff des historischen Blocks. Dabei betreibt Békés keinen typischen Gramscianismus von rechts. Vielmehr dreht er Gramsci gewissermaßen um: Er beschreibt nicht, wie jahrelange kulturelle Vorarbeit zur politischen Macht führt, sondern zeigt, wie erst der Wahlsieg und der Zugriff auf den Staat es ermöglichten, eine gesellschaftliche Hegemonie zu organisieren. Heute liest sich „Nationaler Block“ wie eine Siegesschrift aus der Vergangenheit, denn Orbán ist abgewählt. Wir lesen das Buch deshalb gegen den Strich und fragen, was die damalige Erfolgserzählung bereits über die Gründe des späteren Scheiterns verrät. Wir diskutieren die politischen Implikationen ebenso wie die Leerstellen dieses Ansatzes. Ist mit Orbán auch der Orbanismus gescheitert? Oder könnte sich die rechte Hegemonie gerade darin zeigen, dass selbst seine Nachfolger auf einem deutlich nach rechts verschobenen politischen Feld agieren? Was bleibt von dem vermeintlichen politischen Lehrbuch für die AfD? Und was ist zu befürchten, wenn etwa die AfD in Sachsen-Anhalt dem Aufruf des Verlags gefolgt ist und Békés’ Buch als eine Art Handreichung für eine mögliche Regierungsübernahme liest? Mehrmals im Monat erscheinen neue Folgen unseres Podcasts. Dies ist unsere sechste Kaderschmiede, in der wir uns intensiv mit einem Buch auseinandersetzen. Da wir Podcast und Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Bereits ab fünf Euro im Monat könnt ihr uns unterstützen und erhaltet Zugriff auf alle Folgen: Abonniere Über Rechts, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen: www.ueberrechts.de

  • July 25 · 1 hr 5 min

    Eskalation in NRW: Worum geht es beim AfD-Streit?

    An den vergangenen beiden Wochenenden wollte die AfD in NRW eigentlich bloß ihre Liste für die Landtagswahl aufstellen. Doch der Parteitag eskalierte und sorgte dafür, dass der Landesverband sich nun im offenen Konflikt mit dem Bundesvorstand der Partei befindet. Wir haben in den vergangenen Tagen mit Akteuren aus allen beteiligten Lagern gesprochen und so versucht, zu verstehen, worum es bei diesem Kampf um den Landesverband wirklich geht. Deshalb rekonstruieren wir in dieser Folge, was sich beim Parteitag abgespielt hat, bleiben aber nicht dabei stehen. Stattdessen beleuchten wir auch die Hintergründe des Konflikts: Welche ideologischen, welche strategischen Differenzen spalten die Partei? Und was bedeutet der Machtkampf für die Zukunft? Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich – wie diese hier – mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • July 18 · 1 hr 27 min

    Mark Terkessidis: Wie faschistisch ist die Linke? (Live)

    Wann beginnt der Faschismus? Mark Terkessidis beantwortet die Frage nicht mit den erwartbaren Verdächtigen. Wer Gewalt am Denken aufschlägt in der Erwartung, dort Namen wie Musk, Trump oder die AfD zu finden, wird überrascht. Terkessidis findet Vertreter eines faschistischen Denkstils nämlich auch im eigenen, linksliberalen Milieu. Terkessidis kommt aus dem Rassismus- und Migrationsdiskurs, sein erstes Buch widmete er schon 1995 der Neuen Rechten, zuletzt schrieb er über koloniale Vergangenheit und Erinnerungspolitik. Mit Gewalt am Denken richtet er den Blick nun auf die eigene politische Herkunft, auf Identitätspolitik, Debatten um die Sprecherposition und Critical Whiteness. Er beschreibt darin dieselben Mechanismen der Angst und Ausgrenzung, die man sonst häufig der radikalen Rechten zuschreibt. Im Gespräch hört man ihm einen Frust an, der über akademische Enttäuschung hinausgeht: An mehreren Stellen des Gesprächs berichtet er offen, dass er zwischenzeitlich überlegt hat, überhaupt noch etwas zu schreiben, so erschöpfend fand er das mediale Klima der vergangenen Jahre. Das Gespräch ist ein Mitschnitt der Veranstaltung, die Nils mit Terkessidis im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin geführt hat. Es war die zweite Ausgabe der Reihe Zeitanalysen, einer Kooperation zwischen Über Rechts und dem Brechthaus. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • July 6 · 57 min

    Wer hat in der AfD das Sagen?

    Einst waren AfD-Parteitage Orte der Wut, der Tränen und der offenen Machtkämpfe. Inzwischen hat sich die Partei so weit professionalisiert, dass es nicht nur deutlich gesitteter zugeht, sondern vieles, was auf Parteitagen beschlossen wird, bereits vorher ausgehandelt ist. Auch der Bundesparteitag in Erfurt wirkt deshalb weniger wie ein offener Richtungsstreit als wie das Ergebnis von Netzwerken, die im Hintergrund um Macht, Posten und das Personaltableau gerungen haben. Gemeinhin gelten Alice Weidel und Björn Höcke als die großen Gewinner dieses Parteitags. Wir schauen genauer hin und fragen: Wer hat in der AfD tatsächlich das Sagen? Unsere Analyse zeigt: Weidel und Höcke haben nur auf den ersten Blick gewonnen. Der eigentliche Gewinner ist das Netzwerk um den Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier, in dem sich Akteure aus dem Umfeld Weidels ebenso wiederfinden wie Teile des Höcke-Lagers. Wer gehört zu diesem Netzwerk? Wie funktioniert es? Und wohin will es die Partei führen? Dabei zeigt sich: Die alten Kategorien, mit denen die AfD lange beschrieben wurde, tragen immer weniger. Aus dem Kampf zwischen Radikalen und vermeintlich Gemäßigten ist längst ein Kampf um Macht, Mandate und Einfluss geworden. Geprägt wird der neue Bundesvorstand von einem neuen Typus: dem jungen Berufspolitiker. Charmant, professionell, pragmatisch – und nicht minder radikal. Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • June 27 · 25 min

    Hat die Links-Rechts-Unterscheidung ausgedient? | Philip Manow: „Spaltungslinien“ (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Seit Jahrzehnten wird behauptet, die alten politischen Lager hätten ihre Erklärungskraft verloren. Die Konflikte der Gegenwart verliefen längst entlang anderer Spaltungs- und Konfliktlinien. Der Politikwissenschaftler Philip Manow, von der FAZ kürzlich zum „Denker der Stunde“ geadelt, setzt genau hier an. In seinem neuen Buch Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats behauptet er, dass Europäisierung und Globalisierung eine neue politische Konfliktachse hervorgebracht haben – und dass sich mit ihr auch der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien besser verstehen lässt. In dieser Kaderschmiede lesen wir Manows Buch, das im Mai bei C.H. Beck erschienen ist. Zunächst diskutieren wir seine zentrale These: Löst sich die alte Links-Rechts-Achse tatsächlich auf? Oder überzieht Manow, wenn er die politischen Konflikte der Gegenwart vor allem als Gegensatz von Öffnung und Schließung beschreibt? Relativ einig sind wir uns bei der Kritik an einer wichtigen Ausgangsannahme: Manows Behauptung, rechtspopulistische Parteien hätten sich in Fragen der Umverteilung nach links bewegt, überzeugt uns nicht. Gerade mit Blick auf AfD, Rassemblement National und die wirtschafts- und sozialpolitischen Programme der radikalen Rechten zeigen sich erhebliche Schwächen in seiner Argumentation. Danach gehen unsere Einschätzungen stärker auseinander. Nils hält Manows Gedankengang in vielem für produktiv, weil er dazu zwingt, die politischen Folgen von Globalisierung, Europäisierung und Nationalstaatskrise ernster zu nehmen. Sebastian bleibt skeptischer: Ist die neue Konfliktachse wirklich so tragfähig? Oder verschiebt sie nur alte Widersprüche in ein neues Schema? Am Ende steht keine endgültige Antwort, aber eine Frage: Was wäre eigentlich eine linke Antwort auf die Form von Globalisierung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt hat? Mehrmals im Monat erscheinen neue Folgen unseres Podcasts. Dies ist unsere fünfte Kaderschmiede. Bisher haben wir uns darin vor allem mit dezidiert rechten Denkern und Büchern auseinandergesetzt. Mit Manow öffnen wir das Format erstmals für ein Buch, das selbst nicht rechts ist, aber helfen kann, rechte Erfolge und die Krise des politischen Systems besser zu verstehen. Da wir Podcast und Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Bereits ab 5 Euro im Monat könnt ihr uns unterstützen und erhaltet Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de

  • June 10 · 1 hr 4 min

    Was käme nach einem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt?

    Die AfD will in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreichen und die Umfragen zeigen sie auf dem besten Weg dorthin: Was würde eine AfD-Regierung für das Land bedeuten? Das radikale „Regierungsprogramm“ gibt schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was die Strategen der Partei planen. Mit dem Motto „Alles ist möglich!” steht die Kampagne des Landesverbands für einen Politikmodus, der auch den anderen Parteien zu denken geben müsste. Während der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf die Verbindung von Charisma und radikalem Veränderungsversprechen setzt, geht es den meisten anderen Parteien bloß darum, irgendwie in den Landtag zu kommen. Geht es so weiter, könnte die AfD also im Herbst in die Staatskanzlei in Magdeburg einziehen. Aber wären wirklich alle in der Partei begeistert von dieser AfD an der Macht? Manch einer fürchtet schon jetzt, dass das der Rechtsaußen-Partei auch schaden könnte. Wir sprechen in dieser Folge darüber, woran das liegt und was das für die anderen Parteien bedeutet. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • May 29 · 1 hr 19 min

    Eva von Redecker: Was ist faschistisch am Eigentum? (Live)

    Schon vor sechs Jahren hat die Philosophin Eva von Redecker in einem Buch den Begriff „Phantombesitz“ vorgeschlagen, um zu begreifen, dass Menschen oder Gruppen etwas als ihr Eigentum verteidigen, das ihnen real gar nicht mehr oder nie wirklich gehörte: Meine Freiheit, mein Land, mein Schnitzel wird mir genommen – also verteidige ich es umso aggressiver. Ausgehend von diesem Begriff setzt sich die Denkerin nun auch mit dem Faschismus auseinander. Sie schlägt vor, diesen als „liquidierende Phantombesitzverteidigung“ zu begreifen. Was sie damit genau meint, und ob Faschismus wirklich ein geeigneter Begriff ist, um die Phänomene der Gegenwart zu begreifen, das hat Sebastian bei einer Veranstaltung mit Eva von Redecker diskutiert. Das Gespräch ist ein Mitschnitt der Buchvorstellung, die am 21. Mai im Schauspielhaus in Hamburg stattgefunden hat. Es ging dabei um ihr neues Buch Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, das im März bei S. Fischer erschienen ist. Neben den kostenlosen Folgen unseres Podcast gibt es einmal pro Monat die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • May 14 · 45 min

    NIUS-Bestseller: Woher kommt das Feindbild „Links“?

    Dass die Linke in Deutschland gerade besonders mächtig wäre, glaubt zwar kaum jemand. Das hält die NIUS-Chefs Pauline Voss und Julian Reichelt jedoch nicht davon ab, ein weiteres Buch gegen die vermeintlich linke Hegemonie in diesem Land zu schreiben. Diesmal ist es ein Wörterbuch, erschienen im Westend-Verlag, das das linke Vokabular „übersetzen“ soll, dabei aber vor allem: verspottet. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf das Buch Links – Deutsch / Deutsch – Links, mit dem es die NIUS-Redaktion gleich auf den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste geworfen hat. Wir fragen uns, was für eine Linke hier eigentlich beschrieben wird und woher dieses Feindbild eigentlich kommt. Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. In der letzten Kaderschmiede haben wir uns ein anderes Buch aus dem NIUS-Kosmos angeschaut, das Buch Bastardmoderne von Jan A. Karon. In der Folge haben wir darüber gesprochen, ob es sich dabei um den intellektuellen Unterbau des NIUS-Projekts handelt. Da wir den Podcast und Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • May 9 · 10 min

    Der intellektuelle Unterbau von NIUS | Jan A. Karon: „Bastardmoderne“ (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Kulturpessimistische Verfallsdiagnosen gehören eigentlich seit jeher zum Inventar der modernen Rechten. Mit Büchern wie „Shitbürgertum“ von Ulf Poschardt oder, etwas weiter zurück, mit „Finis Germania“ haben sie auch in den letzten Jahren enorme Erfolge gefeiert. Jetzt taucht ein Autor aus dem NIUS-Kosmos auf, der das gleiche Genre bedient – dabei allerdings mit einer explizit postliberal-antikapitalistischen Agenda. In dieser Folge schauen wir uns zunächst an, was Jan A. Karon an unserer Gegenwart eigentlich auszusetzen hat: Es gibt zu viele Migranten, die Menschen schauen zu viele Pornos, lokale Traditionen werden durch globalen Einheitsbrei ersetzt und der Fußball ist auch nicht mehr, was er einmal war. Wir fragen uns, welcher Blick auf die Welt eigentlich hinter diesen Klagen steht. Dafür werfen wir einen genaueren Blick auf seine Problemanalyse: Welche Akteure macht er für den Verfall verantwortlich und was müsste sich laut Karon ändern, damit wir wieder in einer Welt ankommen, in der er sich wohlfühlen würde? Wir versuchen, herauszuschälen, was er eigentlich meint, wenn er davon spricht, Teil einer postliberalen Rechten zu sein – und fragen uns, wo die postliberalen Denker eigentlich falsch abbiegen. Mehrmals pro Monat erscheinen neue Folgen unseres Podcasts. Das ist unsere fünfte Kaderschmiede, in der wir uns intensiv mit einem rechten Denker auseinandersetzen. Wir lesen darin jeweils mindestens ein Buch und diskutieren es ausführlich. Da wir Podcast und Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Bereits ab 5 Euro im Monat kannst du uns unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de

  • April 17 · 52 min

    Hat die Rechte ihren Zenit überschritten?

    Viktor Orbán ist nach 16 Jahren abgewählt, die AfD hat weiterhin keine Machtperspektive und die MAGA-Bewegung scheint langsam auseinanderzubrechen. Könnte es sein, so fragen zwei journalistische Analysen, dass die Rechtspopulisten schon am Höhepunkt ihrer Macht angekommen sind? Wir schauen in dieser Folge auf einen Text von Bernd Ulrich und Robert Pausch bei der Zeit und auf eine Analyse von Martin Debes im Stern, die sich mit den inneren Widersprüchen und Herausforderungen der rechten Bewegungen auseinandersetzen. Beide teilen im Kern die Stoßrichtung, in die auch wir in den vergangenen Monaten gezeigt haben – trotzdem halten wir ihre Analysen letztlich für fehlerhaft. Warum, diskutieren wir in dieser Folge. Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • April 12 · 57 min

    Warum wir nicht von Faschismus sprechen

    Ausgehend von aktuellen Debatten diskutieren wir verschiedene Begriffsangebote, die derzeit im Umlauf sind. Wir sprechen über den Faschismusbegriff im Alltagsverstand, über den Begriff des „demokratischen Faschismus“ bei Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey sowie über den Begriff der Faschisierung, wie ihn etwa Mario Candeias verwendet. Dabei interessiert uns nicht nur, was diese Begriffe sichtbar machen, sondern auch, was sie unscharf werden lassen: Welche historischen Assoziationen rufen sie auf? Wo drohen sie, Unterschiede zwischen Konservatismus, Rechtsradikalismus und faschistischen Projekten einzuebnen? Und was geschieht, wenn gesellschaftliche Entwicklungen vorschnell unter einen Begriff gefasst werden, der in Deutschland fast unweigerlich an die faschistische Diktatur des 20. Jahrhunderts erinnert? Wir diskutieren, warum wir weder von Faschismus noch von Faschisierung sprechen würden und weshalb uns stattdessen der Begriff des autoritären Kapitalismus analytisch weiterführt. Mit dem Begriff, wie ihn etwa Frank Deppe verwendet, wird verständlicher, dass autoritäre Verschiebungen nicht nur von der AfD ausgehen, sondern auch ohne sie längst vorangetrieben werden: durch verschärften Klassenkampf von oben, Aufrüstung, Disziplinierung, den Abbau demokratischer Handlungsspielräume und die wachsende Bedeutung exekutiver Macht. Zugleich erlaubt dieser Begriff, die mögliche Funktion der AfD genauer zu bestimmen: nicht nur als radikale Oppositionskraft, sondern auch als möglicher rechter Flügel eines zunehmend autoritären kapitalistischen Projekts. Die Folge ist damit ein Plädoyer für begriffliche Präzision. Wir wollen die gegenwärtige politische Entwicklung weder verharmlosen noch alarmistisch überzeichnen, sondern genauer verstehen. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • April 2 · 15 min

    Was bringt eine Partei, wenn man rechtsradikal ist? | Erik Lehnert: „Wozu Partei?“ (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Die rechte Parteienkritik steht vor einem grundlegenden Widerspruch: Aus ihrer Sicht führen Parteien zur Oligarchisierung und Verkrustung, mit ihren ständigen Streits untereinander führen sie außerdem zu einem schwachen Staat. Zugleich bleibt die Partei im bestehenden System der wichtigste, vielleicht sogar der einzige Weg zur Macht. Ausgehend von Erik …

  • March 18 · 1 hr 31 min

    Ist der Rechtspopulismus ein Klassenprojekt von oben? (Live)

    Wie lässt sich der Aufstieg des Rechtspopulismus verstehen – als Protest der »Abgehängten« oder als gezielt vorangetriebenes Klassenprojekt? Darüber sprachen wir mit dem Lektor Heinrich Geiselberger und dem Wissenschaftler und Autor Thomas Biebricher, deren Band Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt neue Perspektiven auf das Thema eröffnet. Das Gespräch ist ein Mitschnitt der Auftaktveranstaltung zur Reihe “Zeitanalysen”, die wir in Kooperation mit dem Literaturforum im Brechthaus organisieren. Die nächste Veranstaltung wird am 28.4. stattfinden, wenn Nils mit Mark Terkessidis über sein neues Buch Gewalt am Denken spricht. Tickets für den Abend gibt es online. Neben den kostenlosen Folgen unseres Podcast gibt es einmal pro Monat die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • March 11 · 54 min

    18 Prozent und ein Sieg für die Pragmatiker: Chaostage bei der AfD

    Es ist gerade viel in Bewegung bei der AfD. Die enttäuschende Landtagswahl in Baden-Württemberg, offene Machtkämpfe in Nordrhein-Westfalen, Debatten über Vetternwirtschaft und wachsende Nervosität in Teilen der Partei werfen die Frage auf: Wie stabil ist die AfD eigentlich noch? In dieser Folge schauen wir uns zwei aktuelle Konfliktfelder genauer an. Zunächst blicken wir auf die Wahl in Baden-Württemberg und fragen, warum die AfD ihr historisch bestes Ergebnis im Westen zugleich als Enttäuschung verbuchen musste. Was sagt das über die Grenzen ihres Erfolgs im Westen aus? Gibt es trotz hoher Umfragewerte weiterhin eine Art gläserne Decke? Und warum fällt die innerrechte Kritik an Markus Frohnmaier bislang erstaunlich verhalten aus? Im zweiten Teil geht es um den Landesparteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen, wo sich der größte Landesverband der Partei öffentlich zerlegt hat. Wir rekonstruieren den Machtkampf zwischen dem eher realpolitisch auftretenden Landeschef Martin Vincentz und dem offen radikalen Lager um Matthias Helferich. Dabei zeigt sich, dass die Konflikte vor allem strategischer Natur sind: Geht es um eine Partei, die sich auf Machtoptionen vorbereitet, oder um eine fundamentaloppositionelle Kraft, die gerade aus ihrer Radikalität ihren inneren Zusammenhalt zieht? Abschließend fragen wir, was sich aus all dem über den Zustand der AfD insgesamt lernen lässt. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • February 25 · 51 min

    Vetternwirtschaft in der AfD: Wie gefährlich wird die Verwandtenaffäre?

    Mit der Verwandtenaffäre sieht sich die AfD Vorwürfen ausgesetzt, die sie sonst gern selbst gegen die sogenannten Altparteien in Stellung bringt: Dass es ihren Politikern nur um die eigene Bereicherung ginge und sie sich „den Staat zur Beute“ mache. Der Vorwurf lautet entsprechend: Doppelmoral. In dieser Folge wollen wir etwas genauer hinsehen: Was verrät die Affäre über das Innenleben der Partei? Inwiefern erschüttert der Vorwurf der Vetternwirtschaft überhaupt ihr Selbstbild? Wir treten von den einzelnen Fällen einen Schritt zurück und analysieren die Auswirkungen auf das Parteiimage und die internen Machtkämpfe. Wir diskutieren, wie legal die Praktiken eigentlich sind, und was sie über die politische Kultur in der Partei verraten. Außerdem schauen wir darauf, wie genau der Vorwurf nun von den anderen Parteien genutzt wird – und zweifeln daran, ob es langfristig wirklich hilft, die AfD als genau so korrupt wie alle anderen auch darzustellen. Vielleicht sollten sich die Gegner der Partei gar nicht allzu viele Hoffnungen machen, dass die Affäre das Ansehen der AfD bei ihren Wählern nachhaltig beschädigt. Schließlich schauen wir auf eine Studie, die aber genau das behauptet. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt (zum Beispiel diese hier), sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de Veranstaltungen im Brechthaus: https://lfbrecht.de/event/was-will-die-neue-rechte/ https://lfbrecht.de/event/oben-rechts-rechtspopulismus-als-klassenprojekt/ This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • February 18 · 5 min

    Carl Schmitts' Großraumordnung: Der völkische Traum vom Ende des Universalismus (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Spätestens seit dem US-Angriff auf Venezuela ist wieder auffällig oft vom rechten Staatsrechtler Carl Schmitt die Rede. Sein Großraumkonzept dient dabei als Schlüssel, um die Außenpolitik der USA unter Trump zu erklären. Nicht nur deutsche Leitmedien reden wieder von dem “Kronjuristen des Dritten Reichs” – auch AfD-Politiker fordern gezielt dazu auf, sich wieder mit Schmitt zu befassen. In der Kaderschmiede lesen wir deshalb den Text „Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte“ (1939/1941)1 und schauen, wie er darin argumentiert. Wir fragen uns, ob das eine nüchterne Diagnose einer zerfallenden internationalen Ordnung ist oder vor allem eine juristische Legitimationsschrift für deutsches Expansionsstreben? Nach einer ausführlichen Rekonstruktion seines Ansatzes prüfen wir, wie plausibel die gängige Lesart ist, Trump handle „schmittianisch“. Reicht „America First“ als politische Idee im Sinne Schmitts aus oder ist Trumps Außenpolitik am Ende eher erratische Interessenpolitik, die sich allenfalls punktuell in Schmitts Begriffen beschreiben lässt? Außerdem blicken wir auf die deutsche Rechte: Welche Rolle spielen Großraumdenken und „Multipolarität“ in AfD und Vorfeld? Und warum kann dieselbe Schmitt Referenz zu sehr unterschiedlichen strategischen Konsequenzen führen von einer klaren Orientierung an den USA bis zur Idee eines eigenständigen europäischen Großraums? Zum Schluss fragen wir: Was gewinnt man analytisch durch Schmitt und was verliert man politisch? Wer nach Alternativen sucht, landet jedenfalls nicht bei Großraumromantik, sondern bei der schwierigen Frage, wie eine weniger blutrünstige internationale Ordnung überhaupt denkbar wäre. Das ist unsere dritte Kaderschmiede, in der wir uns intensiv mit einem rechten Denker auseinandersetzen. Mehrmals pro Monat gibt es eine neue kostenfreie Folge des Podcasts. In der Kaderschmiede lesen wir jedoch über mindestens ein Buch und diskutieren es ausführlich. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de Literatur Carl Schmitt (1941): Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Ein Beitrag zum Reichsbegriff im Völkerrecht. In: Carl Schmitt: Staat, Großraum, Nomos. Arbeiten aus den Jahren 1916-1969. Hrsg., mit einem Vorwort und mit Anmerkungen versehen von Günter Maschke. 2., unveränderte Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 2021.

  • January 24 · 1 hr

    Der Umgang mit Martin Sellner, oder: Wie man Bewegungsunternehmer wird

    Spätestens seit der Correctiv-Recherche vor zwei Jahren zählt Martin Sellner zu den bekanntesten Gesichtern der deutschsprachigen radikalen Rechten. Wir nehmen die aktuellen Debatten um eine Veranstaltung von Sellner mit der AfD-Abgeordneten Lena Kotré zum Anlass, um über ihn als politischen Typus zu sprechen: als Aktivisten, Strategen und Bewegungsunternehmer. Wir analysieren das ambivalente Verhältnis zwischen Partei und rechtsradikalem Vorfeld und fragen, warum die AfD immer wieder auf Sellners Begriffe und Deutungsmuster zurückgreift, sich zugleich aber formell von seiner Person distanzieren muss. Im Zentrum der Folge steht Sellners Denken: seine Vorstellung von Remigration, seine strategische Fixierung auf einen rechten Hauptwiderspruch und sein Versuch, langfristig eine Verschiebung des politischen Koordinatensystems zu erreichen. Wir diskutieren außerdem die Grenzen der Figur des Bewegungsunternehmers. Welche Dynamiken entstehen, wenn politische Relevanz dauerhaft über Aufmerksamkeit hergestellt werden muss? Wie abhängig ist Sellner von seinem Publikum und seinen Unterstützern? Um das zu verstehen, werfen wir einerseits einen Blick in seine Bücher und haken andererseits bei Martin Sellner selbst nach. Abschließend fragen wir, welche strukturelle Funktion Sellner für die rechtsradikale Bewegung insgesamt erfüllt, inwiefern er ihr nutzt und zugleich zum Problem werden könnte. Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt (zum Beispiel diese hier), sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • January 10 · 8 min

    Hätte die AfD-Gründung verhindert werden können? (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de Alexander Gauland galt lange als kluger Konservativer. Und die Lektüre seiner Anleitung zum Konservativsein zeigt auch warum: Darin warnt er eindringlich vor dem Bündnis der Konservativen mit den Nationalisten. Genau das habe Deutschland und die konservative Bewegung in den Untergang geführt. Über die Konservative Revolution schreibt er, “mit ihnen ging der preußisch-deutsche Konservatismus zugrunde”. Der Hauptfehler: “Dem utopischen Entwurf einer Gemeinschaft von Freien und Gleichen wird das Bild einer rassisch getönten Volksgemeinschaft entgegengesetzt.” Na? Nach welcher Partei klingt das? Um zu verstehen, warum sich ein sozialer Wertkonservativer wie Alexander Gauland vor etwas mehr als zehn Jahren auf das Bündnis mit völkisch denkenden Politikern wie Björn Höcke einließ, lesen wir in dieser Kaderschmiede einerseits seine Anleitung zum Konservativsein, andererseits seine frisch erschienene politische Biografie: DDR. CDU. AfD – Ein wider Willen bewegtes politisches Leben. Einerseits loben wir die Hellsichtigkeit von Gauland, der schon Anfang der 2000er richtig erkannt hat, woraus sich der Erfolg rechtspopulistischer Parteien speist. Andererseits arbeiten wir jedoch heraus, welche ideologischen Grundannahmen das konservative Denken öffnen für das Bündnis mit den Völkischen. Gerade diese Überschneidungen sind es, die konservative Parteien historisch immer wieder dazu gebracht haben, mit faschistischen Parteien zu kooperieren – und die auch in Zukunft dazu führen könnten, dass sich Christdemokraten dafür öffnen. Das ist unsere zweite Kaderschmiede, in der wir uns intensiv mit einem rechten Denker auseinandersetzen. Mehrmals pro Monat gibt es eine neue kostenfreie Folge des Podcasts. In der Kaderschmiede lesen wir jedoch über mindestens ein Buch und diskutieren es ausführlich. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: www.ueberrechts.de

  • Dec 27, 2025 · 51 min

    Wahljahr 2026: Wie wahrscheinlich ist eine AfD-Regierung?

    Die Raunächte sind eine Zeit, um zu reflektieren und vorauszuschauen – darum nutzen wir die Tage zwischen den Jahren, um einen politischen Blick auf das kommende Jahr zu werfen. Wir sprechen über den Pessimismus, der die politische Stimmung prägt, und analysieren die Rolle der AfD in verschiedenen Bundesländern. Wer sind die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz? Für welche ideologischen Strömungen stehen die Kandidaten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern? Und was unterscheidet eigentlich die Wahlen im Osten von denen im Westen? Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir pro Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen: https://www.ueberrechts.de/subscribe This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.ueberrechts.de/subscribe

  • Dec 13, 2025 · 5 min

    Benedikt Kaiser und der Kampf um Hegemonie (Kaderschmiede)

    This is a free preview of a paid episode. To hear more, visit www.ueberrechts.de In der ersten Kaderschmiede von Über Rechts beschäftigen wir uns mit dem derzeit wohl meistdiskutierten Buch der Neuen Rechten: Der Hegemonie entgegen von Benedikt Kaiser. Der rechtsradikale Vordenker fordert darin einen Gramscianismus von rechts und plädiert dafür, den Rechtspopulismus hinter sich zu lassen, um eine langfristige weltanschauliche Strate…