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NewsPolitics

Studio Kindler

Jean-Philippe Kindler

Wie werden politische Entscheidungen sprachlich vorbereitet und gerechtfertigt? Das schaut sich Autor und Comedian Jean-Philippe Kindler einmal die Woche anhand von Clips, Studien und Zeitungsartikeln an. Wer die Wirkungsweise von Herrschaft verstehen will, muss sich mit den dazugehörigen Codes beschäftigen.

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  • 21 episodes
  • Avg 1 hr 5 min
  • German
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  • August 22 · 1 hr 1 min

    Folge 46: Wie geht klassenkämpferische Comedy? - Mit Rebecca Pap

    Nachdem ich in Folge 45 von Studio Kindler schon ausführlich darüber gesprochen habe, wie wichtig Albernheit und Witz für linke Praxis sein kann, spreche ich heute mit der Stand-Up-Comedienne Rebecca Pap. Rebecca spielt ab Herbst ihr Programm „Azizam“ - darin geht es vor allem um ihr Aufwachsen in Armut. Ich bespreche mit ihr die Frage, inwiefern ihr Wirken allgemein, vor allem aber „Azizam“ ein klassenkämpferisches Programm ist und warum Klasse ansonsten häufig kein Thema in der deutschen Comedy ist - es sei denn natürlich, man macht sich über arme Menschen lustig. Vielen Dank an Rebecca für das unglaublich tolle Gespräch, sie ist mit „Azizam“ überall in Deutschland unterwegs, Tickets gibts über den Link in ihrer Instagram-Bio. Folgt ihr bitte alle direkt mal rein, sie ist so toll und witzig!

  • August 16 · 1 hr 48 min

    Folge 45: Was Linke von Zohran Mamdani lernen müssen

    Eine lange neue Folge Studio Kindler für euch! Ich beschäftige mich ausführlich mit dem Thema, über das ich ein Buch schreiben will: Politische Statements. Meine Frage lautet: Tragen politische Statements im Internet wirklich dazu bei, dass sich Menschen zu Schicksalsgemeinschaften zusammenschließen und dann offline politisch wirksam werden? Oder ist das politische Statement viel eher eine digitale Ware, eine moralische Selbstpositionierung im Angesicht der Schrecklichkeit der Welt? Ich beschäftige mich ausführlich mit der Frage, wie connective action zu collective action führen kann, entscheidend ist: Wie muss linker Content im Internet gebaut sein, damit die Rezipient*Innen motiviert werden, sich politisch zu organisieren? Im Anschluss daran schaue ich mir über eine Stunde Reden und Social-Media-Clips von Zohran Mamdani an, der aus meiner Sicht mit seiner Präsenz in der Öffentlichkeit Gruppenwirksamkeitserwartungen erzeugt. Davon ist unbedingt zu lernen!

  • August 1 · 1 hr 59 min

    Folge 44: Kommt die Bezahlkarte für alle?

    In dieser langen Folge von Studio Kindler beschäftige ich mich ausführlich mit der Bezahlkarte. Wir werden sehen: Der Diskurs, der zur Einführung eben jener führte, war ein zutiefst rassistischer. Ich schaue mir diesen Anhand einiger Clips nochmal an, bevor ich Dmytro Khomenko zu Wort kommen lasse. Dmytro ist aus der Ukraine nach Deutschland geflohen und muss seinen Alltag aus einer Unterkunft für Geflüchtete heraus mit Bezahlkarte gestalten. Er erzählt ausführlich, welche enormen Einschränkungen das für ihn bedeutet. Ebenso wird deutlich: Die resultierenden gesellschaftlichen Ausschlüsse sind keine Pannen, sondern beabsichtigte Praxis der Abschreckung. Am Ende der Folge spiele ich noch ein zweites Interview ein - mit Lena. Lena forscht zur Bezahlkarte und wir erörten die Frage, inwiefern das Instrument auch für Menschen in der Neuen Grundsicherung eingesetzt werden könnte. Sowohl Dmytros als auch Lena traf ich in Köln, ganz herzlichen Dank an beide! Quellen: ZDF Beitrag Bezahlkarte: https://www.youtube.com/watch?v=n6ksB7ccTB4 Pullfaktoren: ⁠https://www.migrationsbegriffe.de/pullfaktor⁠ Geldtransfer ins Ausland: https://www.diw.de/de/diw_01.c.928587.de/gefluechtete_senden_seltener_geld_ins_ausland_als_andere_migrant_innen.html Quellen zum Weiterlesen: Beschwerdebericht der Gesellschaft für Freiheitsrechte und “Hamburg sagt NEIN zur Bezahlkarte” Initiative: https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Soziale-Teilhabe/2026-Bezahlkarte-Bericht.pdf Übersicht zur Bezahlkarte bei fragdenstaat: https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2024/12/alles-fur-eine-karte-asylsuchende-bezahlkarte/ Was tun Folge zur Bezahlkarte und Tauschaktionen: https://was-tun.podigee.io/51-bezahlkarte-tauschaktion Die Forschungsarbeiten, die dem Projekt vorausgegangen sind, sowie die Podcast-Produktion wurden unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Projektnummer 490697580).

  • July 5 · 55 min

    Folge 43: Die Folgen der "Reformen"

    Vor drei Tagen hat die Bundesregierung ein Reformpaket bestehend aus 34 Maßnahmen vorgestellt, mit dem noch der letzte Rest an Produktivität aus den Körpern der arbeitenden Menschen gequetscht werden soll. Die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der Beschlüsse lassen sich ganz gut vorhersagen. Warum? Weil es 1996 einen sehr ähnlichen Versuch gab, Arbeiter*Innen zu disziplinieren, das von Schwarz-Gelb initiierte "Programm für mehr Wachstum und Beschäftigung". Damals wurde die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von 100% auf 80% gesenkt. Die Begründung damals war beinahe wortgleich mit der von vor drei Tagen: Die Leute würden zu wenig arbeiten, Deutschland habe einen Wettbewerbsnachteil, es braucht mehr Produktivität und Investitionen. Nicolas R. Ziebarth und Martin Karlsson haben untersucht, zu was das 1996er Programm geführt hat und die Ergebnisse verdeutlichen, was die Folge der aktuellen Reformen sein werden: Die krankheitsbedingte Abwesenheit aufgrund von nicht ansteckenden Diagnosen ging zwar um 30% zurück, allerdings gingen Menschen mit ansteckenden Erkrankungen dafür häufiger krank zur Arbeit. Dieses als "Präsentismus" bekannte Phänomen bleibt in der Debatte allerdings medial völlig unterbeleuchtet. Und das ist tatsächlich einigermaßen wahnsinnig: Präsentismus kostet ein deutsches Unternehmen pro Mitarbeiter/Jahr etwa 2400 Euro. Die Kosten für Absentismus liegen bei nur 1200 Euro pro Mitarbeiter/Jahr. Es ist also doppelt so teurer für deutsche Unternehmen, wenn Mitarbeiter*Innen krank zur Arbeit gehen im Vergleich zu dem, was Unternehmen bezahlen müssen, wenn ihre Mitarbeiter*Innen sich krank schreiben lassen. Die Folgen von Präsentismus sind verheerend, wie die Whitehall-ll-Studie zeigt: Menschen, die regelmäßig krank zur Arbeit gehen, sind einem viel höheren Risiko ausgesetzt, chronisch zu erkranken. Auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt enorm. Es zeigt sich also: Der deutsche Staat versucht derzeit, auf Kosten der arbeitenden Menschen, Schritt zu halten im globalen, imperialen Wettbewerb. Quellen und Links: - Studie Folgen 1996er Programm 1 - Studie Folgen 1996er Programm 2 - Studie Kosten Präsentismus - Studie Whitehall-ll - Volle Kanne Beitrag Präsentismus - Novitas BKK Erklärvideo Präsentismus Ticketlink für "KUNST & KAMPF" mit Olivier David und mir in Hamburg. Danke fürd Zuhören/Zuschauen!

  • June 22 · 1 hr 7 min

    Folge 42: Wenn Reiche reicher werden, nennen Medien das "Inflation"

    Als ich vor einigen Tagen ein Reel postete, in dem ich Lebensmittelpreise aus dem Jahr 2002 zu erraten versuchte, gab es einige Kommentare á la: "Naja, das nennt sich halt Inflation, Teuerungen haben nichts mit Politik zu tun". Genau das habe ich mir mal angeschaut anhand der Preissteigerungen im Supermarkt und bei der Miete. Wir werden sehen: Vor allem die Inflation der Jahre 2021-2023 war Greedflation: Unternehmen nutzten die inflationäre Stimmung in der Bevölkerung um Preise (und damit Gewinne) massiv zu steigern. Wenn Geld von unten nach oben umverteilt wird, ist das ein unpolitischer, naturalisierter Vorgang namens “Inflation”, wenn Geld von oben nach unten umverteilt werden soll, wird das stets als politischer Vorgang diskutiert und dementsprechend scharf als ideologisch kritisiert. Links und Texte: - ZDF Doku "Wer verdient an unseren Lebensmitteln" - Text: "Investoren treiben Mieten in die Höhe" - Erklärvideo Isabelle Weber zur Seller's Inflation - Interviewausschnitt Zohran Mamdani - Studie Umverteilung durch Mietzahlungen Danke fürs Zuhören! Teilt die Folge gerne mit euren Liebsten oder bei Social Media, das hilft immer sehr.

  • April 30 · 50 min

    Folge 41: Die Gesundheitsreform wird Menschenleben kosten (Mit Hörerin Enky)

    Folge 41: Die Gesundheitsreform wird Menschenleben kosten - mit Hörerin Enky Ich wollte immer schon gerne regelmäßig Folgen mit Menschen aufnehmen, die Studio Kindler hören und was zu erzählen haben. Enky hatte sich bei mir in Reaktion auf Folge 34 gemeldet, damals ging es um die Krankentage-Diskussion. Sie erzählte mir, dass ihr Vater letztes Jahr durch einen Schlaganfall starb - weil er krank zur Arbeit gegangen ist. Nun steht uns die Gesundheitsreform der Bundesregierung bevor. Teil der Reform ist die „Teilzeitkrankschreibung“. Warum das so gefährlich ist, was es bedeutet, wenn der eigene Vater an Überarbeitung stirbt und Enkys Perspektive auf die gesundheitspolitischen Entscheidungen im Allgemeinen hört ihr in Folge 41 von Studio Kindler. Ich danke Enky wirklich von ganzem Herzen, dass sie ihre Geschichte erzählt hat. Checkt doch mal ihr TikTok-Profil aus: @sorgenkynd <3

  • April 21 · 1 hr 20 min

    Folge 40: Wie geht Bock auf Sozialismus? Mit Tina und Odie von der KSP

    In Folge 40 treffe ich mich mit Tina und Odie und spreche über die „Kampagne für eine sozialistische Partei“ (KSP). Wir reden darüber, wie und ob man es schaffen kann, sozialistische Praxis über zivilgesellschaftliches Engagement und echte Begegnung zu etablieren. Was daran schwierig ist und warum die KSP erst einmal herausfinden will, ob Leute Bock auf Sozialismus haben, erfahrt ihr in dieser Episode. Ein ganz herzliches Dankeschön an die beiden fürs Mitmachen! Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt über die Diskussionen und Aktivitäten in den unabhängigen, zivilgesellschaftlichen Projekten, in denen KSP-Mitglieder aktiv sind bzw. die sie aufbauen (Mietergewerkschaft, Freie Lernhilfe & Musikschule, Zeichenzirkel, Erwerbslosen- und Familiencafés, solidarische Restaurants und Kneipen, Sportprojekte etc.), sowie die nächsten Stammtische und sozialistischen Salons, eine Frage, Kritik oder Hinweise loswerden wollt, gehts hier zur offenen Austauschgruppe Willkommen sind alle Interessierten, unabhängig davon, ob oder wo sie sonst noch organisiert sind. Und hier alle weiteren KSP-Kanäle. #GesellschaftOrganisieren

  • April 15 · 1 hr 5 min

    Folge 39: Der Remigrationskanzler

    2023 gehen Millionen von Menschen auf die Straße - gegen den „Masterplan Remigration“, vorgestellt vom rechtsextremen Martin Sellner bei einer Geheimkonferenz nahe Potsdam. Das Ganze löste damals eine Protest-Welle aus, „Remigration“ wurde sogar zum Unwort des Jahres. Drei Jahre später, im April 2026, redet Kanzler Friedrich Merz davon, dass 80% der in Deutschland lebenden Syrer*Innen in ihr Heimatland zurückkehren sollen. Grund genug, die aktuelle Migrationspolitik der Merz-CDU mit dem Konzept der „Remigration“ zu vergleichen. Wir werden sehen: Friedrich Merz möchte das umsetzen, was Martin Sellner 2023 als feuchten Traum der Rechtsextremen vorgestellt hat.

  • March 18 · 1 hr

    Folge 38: Staatlich eingesetzte Bürgerwehr

    Im Oktober 2025 hat Friedrich Merz von Problemen im Stadtbild gesprochen, nun ist auch klar, wer dieses kontrollieren und korrigieren soll: In der Kleinstadt Hennigsdorf (Brandenburg) haben CDU und AfD gemeinsam eine Bürgerpatrouille rund um den Hauptbahnhof durchgesetzt. Die Frage, wer im öffentlichen Raum erwünscht oder unerwünscht ist, hat bei Rechtsextremen eine lange Tradition, schon 1926 sprach Joseph Göbbels vom "Prinzip Eroberung der Straße". Und was damals die Straße war, ist heute der Bahnhof. Wir schauen uns das anhand von zahlreichen Clips an und schlagen im letzten Teil des Podcasts auch nochmal die Brücke zu ICE in Amerika, die Bundesbehörde rekrutiert nämlich gezielt Rechtsextreme und Nazis für den staatlichen Schlägertrupp. Es wird düster in Folge 38 von Studio Kindler. Am 28.3 ist die vorerst letzte Show "Studio Kindler Late Night" in Hamburg. Mit dabei: Das gesamte Studio Rot Ensemble. Jetzt Tickets sichern!

  • February 13 · 1 hr 7 min

    Folge 37: Die Epstein-Files in den deutschen Medien

    Ich schaue mir das Sprechen über die Epstein-Files bei Markus Lanz an und beschäftige mich damit, was so schwer ist, auf die Frage: "Wie konnte das passieren?!" eine gute, journalistische Antwort zu geben. Die Markus-Lanz-Sendung ist in jedem Fall extrem schockierend. Dazu hören wir Clips von Douglas Rushkoff, Autor des Buches "Survival of the Richest": Welche Abschottungs- und Eskapismus-Fantasien gibt es unter Milliardären?

  • February 5 · 59 min

    Folge 36: Die Sprache der Revolution - mit Avin Khodakarim

    Für viele Iraner*Innen, darunter auch Avin Khodakarim, selbst Journalistin und Vorstandssprecherin der iranischen Gemeinde in Deutschland, ist es unglaublich frustrierend, wie deutsche Medien die Sprache und Darstellung des iranischen Regimes übernehmen. Bei Studio Kindler klärt sie über klassische Medienfehler auf. Warum wird von "Protesten gegen die Regierung" gesprochen, statt von "Revolution gegen das Regime"? Woher kommt der Reflex, stets die Frage zu stellen: "Aber wer soll denn nun der neue Anführer sein?" Hat genau das vielleicht auch etwas mit der deutschen Geschichte zu tun? Das alles und noch mehr besprechen Avin und Ich in dieser bewegenden Folge. Ich danke Avin von Herzen, dass sie sich die Zeit genommen hat, so offen über das Thema zu sprechen - trotz des Drucks, den eine klare Haltung gegen das Regime auch für Iraner*Innen in Deutschland bedeuten kann. Wir hatten bei der Aufnahme leider erhebliche technische Probleme. Es hat mehrere Tage gedauert diese Folge zu retten, wir haben uns entschieden, sie zu spielen, obwohl es auch jetzt noch zwischendurch etwas blechern klingt. Wir wollten das Gespräch nicht noch einmal führen, weil dadurch die Unmittelbarkeit des Gesagten verloren gegangen wäre.

  • January 24 · 1 hr 7 min

    Folge 35: Weniger krank sein, damit die Reichen reicher werden?

    Friedrich Merz, Cheflobbyist der Arbeitgeber in Deutschland, hat sich über den seiner Ansicht nach zu hohen Krankenstand in Deutschland beschwert. Und der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk übernimmt größtenteils seine Fragestellung: Sind die Leute in Deutschland schlichtweg zu faul? Wir beschäftigen uns mit einem absoluten Nonsense-Diskurs, der sprachlich sehr interessant ist: Wer ist eigentlich gemeint, wenn es um den „Standort Deutschland“ geht? Wer profitiert ganz konkret davon, wenn die volkswirtschaftliche Leistung gesteigert wird? Und warum sollten wir noch mehr arbeiten, wenn diese Mehrarbeit doch nur verwendet wird, damit der Ertrag eines Anderen gesteigert wird? Wir schauen eine ZDF-Doku, die Arbeitgeberpropaganda und Klassenkampf von Oben verbreitet. Und dann beschäftigen wir uns im Kontext Krankenstand und Work-Life-Balance mit einer hochinteressanten Persönlichkeit: Wolfgang Grupp. Der Multimillionär betonte stets, dass er bis zu seinem Ausscheiden aus der Firma trigema keinen einzigen Krankentag hatte. Wie sein Leben im Ruhestand weiter verlaufen ist und warum das alles andere als vorbildhaft ist, gibt es in der 35. Folge von Studio Kindler zu hören. LINKS: ZDF Doku: „Blaumacher-Republik Deutschland?“ Wolfgang Grupp zu Gast bei Tim Gabel Fokus-Gespräch mit Wolfgang Grupp Elias Naeb über Friedrich Merz/Work-Life-Balance Danke fürs Zuhören! STUDIO KINDLER LIVE: 25.1 - HAMBURG (Nico Semsrott) 28.2 - HAMBURG (Shahak Shapira) 5.3 - BERLIN (Shahak Shapira)

  • January 9 · 55 min

    Folge 34: Die Propaganda der Krise

    Ein Jahr ist es her, dass die letzte reguläre Folge "Studio Kindler" erschienen ist. Nun soll dieser Faden wieder aufgenommen werden. In Folge 34 geht es um einen Begriff, der uns medial an jeder erdenklichen Stelle entgegen geschleudert wird: Die "Krise". "Krise" ist ein rein rhetorischer Begriff. Sie beschreibt keine Realität, sie konstruiert Realität. Oftmals mit dem Zweck, Notwehr-Politik zu rechtfertigen. Schaut man sich den Begriff der "Migrationskrise" an, so merkt man schnell: Hier wird von "Krise" gesprochen, um allerlei unmenschliche politische Entscheidungen zu rechtfertigen. Push-Backs auf dem Mittelmeer, Verweigerung des Rechts auf Asyl, gewaltsame Abschiebungen. Alles wird damit gerechtfertigt, dass man eben eine Krise zu bewältigen habe, "Kontrollverlust", wie man so schön sagt. Wir schauen uns an, wie Politik und Medien die Narration der "Krise" im Jahr 2025 genutzt haben, um politische Entscheidungen durchzusetzen. Studio Kindler Late Night geht auch 2026 weiter! ​1 // Hamburg, zu Gast: Nico Semsrott ​2 // Hamburg, zu Gast: Shahak Shapira ​3 // Berlin, zu Gast: Shahak Shapira

  • Nov 24, 2025 · 2 hr 14 min

    Der Budapest-Komplex #6: Mitschnitt "Antifa unter Generalverdacht" @RLS Sachsen

    Am 14.10 veranstaltete die Rosa-Luxembourg-Stiftung unter dem Titel "Antifa unter Generalverdacht" eine Informationsveranstaltung im Kontext des Budapest-Komplexes. Mit dabei waren: John Malamatinas (Journalist) Kristin Pietrzyk (Anwältin von Johann G.) Birgit W. (Mutter der Inhaftierten Clara W.) Felix R. (Vater von Emilie D.) und Salome T. (Schwester von Maja T.) Moderation: Jan Theurich (RLS Sachsen) Der Paragraf § 129 StGB zur „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt – damals vor allem, um die frühe Arbeiter*innenbewegung zu kriminalisieren. Bis heute wird er nicht nur zur Bekämpfung organisierter Kriminalität, sondern immer wieder auch gegen politische Aktivist*innen eingesetzt. Er gilt als sogenannter Schnüffelparagraf, da sein Einsatz weitreichende Maßnahmen wie die Überwachung von Kommunikation, Hausdurchsuchungen und das Ausspähen des sozialen Umfelds von Betroffenen ermöglicht. Aktuell stehen besonders zwei Verfahren im Fokus: Beim sog. Budapestkomplex wird mehreren Antifaschist*innen vorgeworfen, Teilnehmer des Neonazi-Events „Tag der Ehre“ angegriffen zu haben. Die verfassungswidrige Auslieferung von Maja T. von Deutschland nach Ungarn sorgte in diesem Zusammenhang für bundesweite Schlagzeilen. Im November startet in Dresden der Prozess „Antifa Ost II“, der inhaltlich an den ersten Antifa-Ost-Prozess anknüpft. Auch hier wird mehreren Aktivist*innen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Einer der Hauptangeklagten, Johann G., spielt dabei eine zentrale Rolle und wird auch im Budapestkomplex als Schlüsselfigur gesehen – die Verfahren sind also eng miteinander verknüpft. Bei unserer Podiumsdiskussion sprechen wir mit Angehörigen der Betroffenen, dem Journalisten John Malamatinas und der Anwältin Kristin Pietrzyk darüber, wie der Paragraf 129 StGB angewandt wird, welche Auswirkungen diese Verfahren auf antifaschistische Strukturen, die Betroffenen selbst sowie ihre Familien haben – und wie Solidarität möglich ist. Weiterführende Artikel findet ihr hier: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/antifa-ost-2-0-der-staat-inszeniert-einen-antiterrorprozess-gegen-links/c57fb260-11a2-4c32-ba13-f6879defa8e4 https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195493.budapest-komplex-zaid-a-die-gerichte-hier-tanzen-nicht-nach-budapests-pfeife.html

  • Jun 30, 2025 · 35 min

    Der Budapest-Komplex #5: Ein Besuch bei Maja T. - Mit Martin Schirdewan

    Knapp ein Jahr ist es nun her, dass Maja T. nach Ungarn ausgeliefert wurde. Martin Schirdewan ist Co-Vorsitzender der europäischen Linsfraktion "The Left" im EU-Parlament und hat sich dem Fall angenommen. In dieser Folge erzählt er ausführlich von einem Besuch bei Maja T. im Gefängnis. Wir danken Martin von Herzen, dass er sich für ein Gespräch bereitgestellt hat!

  • Jun 25, 2025 · 37 min

    Der Budapest-Komplex #4: Am Telefon mit Majas Schwester Salome

    Im vierten Teil unserer Beschäftigung mit dem "Budapest-Komplex" telefoniert Jean-Philippe Kindler mit Salome, der Schwester von Maja T. Maja T. befindet sich seit nunmehr einem Jahr in Isolationshaft in einem ungarischen Gefängnis. Exakt seit drei Wochen befindet sich Maja im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Zudem fordert sie, in Deutschland einen fairen Prozess zu bekommen. Dazu gibt es aktuell eine Petition. Wir sind Salome extrem dankbar, dass sie mit uns gesprochen hat. Ein Riesendank geht raus an "The Brake Net" und "Dunya Collective", mit denen wir zusammengearbeitet haben, um diese Folge möglich gemacht zu haben. Hingewiesen sei außerdem auf diesen großartigen Text im Neuen Deutschland unserer Kollegen John Malamatinas und Jan Theurich. @freemaja @freethebudapesttwo

  • Apr 14, 2025 · 20 min

    Der Budapest-Komplex #3: Die Chronologie der Ereignisse

    In dieser Folge geht’s um den zeitlichen Ablauf der Geschehnisse. Von den Angriffen rund um den sogenannten „Tag der Ehre“ im Februar 2023 bis zu den laufenden Prozessen in Ungarn und Deutschland im Frühjahr 2025. Wer wurde wann festgenommen? Wer ist noch in Haft , wer ist wieder draußen? Und was ist eigentlich politisch passiert in diesen zwei Jahren? Aaliyah Osuman zeichnet die Ereignisse Stück für Stück nach und zeigt, wie sich ein europaweiter Repressionskomplex gegen antifaschistisches Engagement aufgebaut hat. Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie aus einzelnen Verhaftungen ein Fall von internationaler politischer Verfolgung wurde und wer die Menschen sind, die davon betroffen sind. Redaktion: Aaliyah Osuman Hier kommt ihr zu Steady <3 https://steadyhq.com/de/studio-rot/about

  • Feb 21, 2025 · 24 min

    Der Budapest-Komplex #2: Majas Prozesserklärung

    In Folge zwei wird die Prozesserklärung von Maja Trux eingelesen. Vorgetragen wurde sie von Maja selbst am 21.02.2025 in Budapest. Wir verneigen uns vor so viel Mut und senden Kraft an alle Freund*Innen und Weggefährt*Innen.

  • Feb 8, 2025 · 1 hr 15 min

    Der Budapest-Komplex #1

    Studio Kindler widmet sich im Jahr 2025 der Berichterstattung über den "Budapest-Komplex". Und vielleicht denken sich viele Menschen an dieser Stelle: "Was genau... ist das nochmal?" Der "Budapest-Komplex" ist ein Justizskandal von dem kaum jemand weiß. Am "Tag der Ehre" kommen jedes Jahr Tausende Neonazis in Budapest zu einem Aufmarsch zusammen, so auch im Februar 2023. Im Rahmen von Gegenprotesten wird mehreren Antifaschist*Innen vorgeworfen, an Angriffen auf Neonazis beteiligt zu sein. Und was ab dann passierte, ist kaum zu fassen. Da ist die Auslieferung der nonbinären Person Maja T. nach Ungarn. Da sind gewaltsame SEK-Einsätze bei Angehörigen untergetauchter Beschuldigter. Da ist aber auch eine Solidaritätsbewegung und ein Zusammenschluss der Familien, die gegen die Entrechtung der Beschuldigten anzukämpfen versuchen. Wir wollen versuchen, in den nächsten Monaten immer wieder über dieses Thema aufzuklären und stehen solidarisch an der Seite der Beschuldigten und ihren Familien und Freund*Innen. INFORMIERT BLEIBEN:@freethebudapesttwo@familyfriendshamburg Den ganzen Mitschnitt von der Veranstaltung am 9.1 findet ihrhier.

  • Nov 27, 2024 · 1 hr 13 min

    Folge 33: Weg vom nationalen „Wir“, mit Ole Nymoen

    Wir sprechen über einen im Neuen Deutschland erschienen Text von Sabine Nuss und Michael Heinrich, der sich kritisch mit dem von uns in Folge 31 dargestellten Konzept der „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“ auseinandersetzt. Da wir diesbezüglich von einigen inhaltlich kritisiert wurden, arbeiten wir jene Kritik in dieser Folge auf. Zum Ende hin ein Ausblick, wo es mit Studio Kindler in Zukunft hingeht. Hier der Link zum Text: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1186979.antifaschistische-wirtschaftspolitik-weg-vom-nationalen-wir.html Danke an Ole Nymoen für seine klugen Gedanken!

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