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Strom zum Anfassen

50Hertz

„Strom zum Anfassen. Der Podcast mit Hertz und Hirn“. Wer sind die Malocher im Kraftwerk? Wie kam die Hardrockband AC/DC zu Ihrem Namen? Wo geht Oma Krause Strom kaufen? Davon handelt die Reise in die faszinierende Welt der Elektrizität. Leicht verständlich, mit Humor gewürzt und von Fachleuten erklärt.

  • 20 episodes
  • Updated July 1

Episodes20

  • July 1 · 26 min

    Was blökt denn da unter der Leitung?

    In dieser Podcast-Folge geht es hinaus nach Brandenburg unter die Freileitung Neuenhagen – Preilack in Brandenburg. 50Hertz-Expertin Jana Schramke berichtet über ein Pilotprojekt zum Ökologischen Trassenmanagement, das sich inzwischen sehr bewährt hat. Unter Stromtrassen passiert mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Wo früher oft die gesamte Vegetation entfernt und der Boden gemulcht wurde, setzt man heute auf ein deutlich klügeres Prinzip. Hinter dem ökologischen Trassenmanagement steckt die Idee, die Flächen unter Hochspannungsleitungen nicht nur von gefährlichem Baum- und Strauchbewuchs freizuhalten, sondern als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu nutzen. Klar ist: Die Sicherheit hat oberste Priorität. Bäume dürfen nicht in die Leitungen hineinwachsen oder bei Sturm umkippen. Auch muss ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Boden und zum Bewuchs vorhanden sein, damit es nicht zu Überschlägen kommt und Brände ausgelöst werden. Deshalb müssen diese Bereiche regelmäßig gepflegt werden. Heutzutage greift man gezielt ein. Nur das, was wirklich gefährlich werden kann – also hochwachsende Bäume – wird entfernt oder zurückgeschnitten. Der Rest darf wachsen – allerdings auf eine „kontrollierte“ Art. Gefördert werden vor allem niedrige Sträucher, Gräser und Blumen. So entstehen strukturreiche Flächen mit viel Licht, die für viele Arten ideal sind. Unter Stromleitungen entwickeln sich dadurch oft kleine Naturparadiese mit Schmetterlingen, Heuschrecken, Bienen und vielen Vögeln. Hier kommen die tierischen Helfer ins Spiel: Schafe, Ziegen oder auch robuste Rinder halten den Bewuchs ganz natürlich in Schach. Sie fressen junge Triebe, verhindern das Aufkommen von Bäumen und sorgen gleichzeitig dafür, dass sich Pflanzen und Samen verbreiten. Für die Tiere selbst sind die Trassen oft willkommene Weideflächen – eine klassische Win-Win-Situation. Wo Beweidung nicht möglich ist, werden gezielt einzelne Gehölze entnommen oder es wird gemäht – allerdings nicht einfach alles auf einmal, sondern oft abschnittsweise und zu passenden Zeiten. So bleibt immer ein Rückzugsraum für Tiere erhalten. Unterm Strich entsteht eine Landschaft, die nicht nur funktional ist, sondern auch ökologisch wertvoll: Stromtrassen verbinden heute häufig Lebensräume miteinander und werden zu grünen Korridoren quer durch die Landschaft. Weitere Informationen: Netzausbau - Ökologisches Trassenmanagement Tagungsband_OeTM.pdf

  • June 3 · 53 min

    Warum fließt der Strom in Berlin im Tunnel?

    Um Berlin von außen mit Strom zu versorgen, gibt es Kabel tief unter der Erde. Im Ostteil der Stadt ist seit den 1990er Jahren ein Tunnel in Betrieb, ein weiterer Abschnitt im Westteil der Stadt befindet sich gerade in Bau und wird eine Leitung aus den späten 1970er Jahren ersetzen. Dieses Kabelsystem hat eine wichtige Rolle für die Stromversorgung der deutschen Hauptstadt. Ihre Entstehung und Entwicklung ist eng mit der besonderen historischen Situation Berlins als geteilte Stadt und mit den Anforderungen an Versorgungssicherheit unter außergewöhnlichen politischen Bedingungen verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag West Berlin als Strom Insel mitten in der DDR. Die Stadt war vom westdeutschen Verbundnetz getrennt und musste ihre Elektrizitätsversorgung weitgehend autark sichern. Diese Insellage führte zu technisch wegweisenden Lösungen: Zwischen dem Kraftwerksstandort Reuter und dem Umspannwerk Mitte wurde 1978 erstmals weltweit ein erdverlegtes 380 kV Höchstspannungskabel in Betrieb genommen, das weitgehend dem Straßenverlauf folgt und in mehreren Metern Tiefe verlegt wurde. Unabhängig davon entwickelte sich im Osten Berlins ein eigenes Stromnetz, das in das Höchstspannungsnetz der DDR integriert und daran angeschlossen war. Nach der Wiedervereinigung musste die zuvor getrennte Infrastruktur zusammengeführt werden. Ende der 1990er Jahre wurde ein begehbarer Kabeltunnel tief unter anderen Kabel- und Rohrsystemen wie Fernwärme oder Gasnetzen zwischen den Umspannwerken Marzahn, Friedrichshain und Mitte realisiert. Damit entstand erstmals eine durchgängige Höchstspannungsleitung zwischen Ost und West quer durch die Stadt - die Kabeldiagonale Berlin. Heute unterquert die Kabeldiagonale Berlin über rund 20 Kilometer vom Westen bis in den Osten die Stadt. Der zu erwartende steigende Strombedarf macht jedoch eine weitere Verstärkung nötig. Berlin wächst, die Elektrifizierung nimmt zu unter anderem durch Rechenzentren, und die letzten Kohlekraftwerke sollen auch Anfang der 2030er Jahre vom Netz gehen. Aktuell wird daher ein Teil des historischen West Abschnitts komplett erneuert. Der Ersatz erfolgt über einen rund 6,7 Kilometer langen begehbaren Tunnel, der in 20 bis 30 Metern Tiefe unter dicht bebauten Stadtteilen verläuft. Der Tunnel hat einen Innendurchmesser von drei Metern und bietet ausreichend Raum für zwei Kabelsysteme. Die Trasse wird abschnittsweise unterteilt und durch vier Schachtbauwerke erschlossen. Diese Schächte dienen der Logistik, Belüftung, Sicherheit und späteren Wartung. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2020, der eigentliche Tunnelvortrieb wurde nach rund zweieinhalb Jahren im Juni 2025 abgeschlossen, als die Tunnelbohrmaschine das Umspannwerk Mitte erreichte. Der Ausbau des Tunnels mit Kabeln, technischer Ausrüstung und Sicherheitssystemen läuft weiter bis zur vollständigen Inbetriebnahme in wenigen Jahren. Zusammen mit dem bestehenden Tunnel im Ostteil der Stadt entsteht so ein durchgängiges Stromsystem für Berlin, das über mehrere Umspannwerke mit dem Verteilnetz verknüpft ist und den Strom über die einzelnen Stadtteile bis in jeden Haushalt transportiert. Doch damit nicht genug. Derzeit laufen die Planungs- und Genehmigungsverfahren für drei weiteren Tunnelprojekte an, um Umspannwerke im Stadtgebiet durch leistungsstarke Stromleitungen miteinander zu verknüpfen. In dieser Podcast-Folge sprechen Bianca Prohl, Fachgebietsleiterin Netzverstärkung und Britta Petersen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung von 50Hertz über diese Berliner Besonderheiten und welche Herausforderungen des Verlegen von Kabel in so großer Tiefe mit sich bringt. Weitere Informationen: Berliner Projekte

  • April 15 · 51 min

    Wie baut man eine „Stromautobahn“?

    Höchstspannung Gleichstrom Übertragungsleitungen – abgekürzt HGÜ - gelten als zentrale Infrastruktur der Energiewende in Deutschland. Sie ermöglichen den verlustarmen Transport großer Strommengen über weite Entfernungen – insbesondere von den windreichen Regionen im Norden und Osten zu den Verbrauchszentren im Süden. Technisch bieten HGÜ-Verbindungen gegenüber Wechselstromleitungen mehrere Vorteile: Die Übertragungsverluste sind geringer, die Leistung lässt sich gezielt steuern, und hohe Leistungen von mehreren Gigawatt können auf einer einzigen Trasse gebündelt werden. Gleichzeitig sind HGÜ-Systeme aufwendig, da an den Endpunkten leistungsstarke Konverterstationen zur Umwandlung zwischen Wechsel und Gleichstrom erforderlich sind. Ein wesentlicher politischer Einschnitt war die Einführung des Erdkabelvorrangs für HGÜ-Leitungen. Dieser wurde Ende 2015 gesetzlich beschlossen und 2016 wirksam. Hintergrund waren massive Akzeptanzprobleme bei geplanten Freileitungen, insbesondere wegen des Landschaftsbildes und möglicher Umweltwirkungen. Der Gesetzgeber legte deshalb fest, dass neue große HGÜ-Trassen grundsätzlich als Erdkabel geplant und gebaut werden sollen; Freileitungen sind nur noch in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig. Zu den wichtigsten HGÜ-Projekten an Land, die sich bereits im Bau befinden, zählen SuedLink, SuedOstLink sowie ANord/Ultranet. Ein prominentes Beispiel ist der SuedOstLink. Er verläuft über rund 540 Kilometer von Wolmirstedt in SachsenAnhalt bis zum Netzverknüpfungspunkt Isar bei Landshut in Bayern. Technisch werden zwei Gleichstromverbindungen mit einer Spannung von 525 Kilovolt realisiert, die jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen können, zusammen also bis zu 4 Gigawatt. In dieser podcast-Folge geht es um ein weiteres HGÜ-Projekt, das von 50Hertz gemeinsam mit TenneT geplant und dann gebaut wird – den NordOstLink (NOL) zwischen Heide an der Nordseeküste und einem Umspannwerk in der Nähe von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Während beim NOL das Planfeststellungsverfahren noch bevorsteht und der Bau nicht vor 2028 beginnen kann, ist die Errichtung des SuedOstLink (SOL) weit fortgeschritten. Für alle Abschnitte liegen Planfeststellungsbeschlüsse vor, und die Bauarbeiten laufen entlang der gesamten Trasse. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll der erste Teil der Leitung 2027 in Betrieb gehen, weitere Abschnitte folgen in den darauffolgenden Jahren.   In dieser Folge Strom zum Anfassen geben Axel Happe und Marie Bartels von der 50Hertz-Öffentlichkeitsbeteiligung darüber Auskunft, wie ein solche großes Infrastrukturprojekt alle Phasen von der Vorplanung über das Genehmigungsverfahren bis hin zum Bau und zur Fertigstellung durchläuft und welche rechtlichen und technischen Herausforderungen dabei zu bewältigen sind. Wer sich vor Ort einen Eindruck verschaffen will – für den SOL werden zwischen 24. April und 3. Juli 2026 insgesamt sechs Tage der offenen Baustelle organisiert, an denen Besucher ohne Voranmeldung teilnehmen können. Die Termine und genaue Lage der einzelnen Orte sind hier zu finden: Tiefbau erleben Weitere Informationen zum SOL und zum NOL gibt es hier auf den Projektwebsites von 50Hertz. SuedOstLink SuedOstLink+ Projektfilm NordOstLink Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • April 1 · 37 min

    Was passierte beim Blackout in Spanien und Portugal?

    Elektrotechnisch bezeichnet ein Blackout einen großflächigen, ungewollten Zusammenbruch der Stromversorgung, bei dem wesentliche Teile des Stromnetzes spannungslos werden. Anders als bei einer lokalen oder kurzzeitigen Störung ist dabei nicht nur ein einzelnes Netzelement betroffen, sondern das gesamte System verliert seine stabile Betriebsgrundlage. Der Blackout in Spanien/Portugal und Teilen Südfrankreichs war der folgenschwerste in Kontinentaleuropa seit über 20 Jahren. Der letzte große Blackout ereignete sich in Italien im September 2003. Um den Blackout vom April 2025 umfassend zu untersuchen, wurde gemäß europäischer Regeln eine Expertenkommission eingesetzt, die sich aus 49 Mitgliedern aus 13 Ländern zusammensetzte. Und diese Kommission hat vor wenigen Wochen am 20. März 2026 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Das ist alles andere als eine leichte Lektüre. 472 Seiten gespickt mit Tabellen, Berechnungen, Formeln, Grafiken. In dieser Podcastfolge bereite ich diesen Bericht anhand von drei Leitfragen auf: Ersten: Was ist ganz genau wann und wo und wie passiert? Zweitens: Warum ist es so abgelaufen? Drittens: Welche Konsequenzen sind abzuleiten, damit es nicht wieder vorkommt? Hier findet Ihr weitere Informationen und den Untersuchungsbericht, der auf den Seiten des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbandes ENTSO-E veröffentlicht wurde: 28 April 2025 Blackout ENTSO-E Publishes Expert Panel Final Report on 28 April 2025 Blackout in Spain and Portugal [Grid Incident in Spain and Portugal on 28 April 2025 » ICS Investigation Expert Panel » Final Report » 20 March 2025](https://eepublicdownloads.blob.core.windows.net/public-cdn-container/clean-documents/Publications/2025/iberian-blackout/Final Report on the Grid Incident in Spain and Portugal on 28 April 2025.pdf) Spanischer Blackout 2025: Stromausfall durch veraltetes System und Fehlverhalten - Golem.de Blackout in Spanien zeigt: „Systemstabilität ist wachsende Herausforderung“ Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • March 11 · 41 min

    Was bringt Offshore-Vernetzung?

    Offshore-Vernetzung meint den Aufbau eines Stromnetzes, das Offshore-Windparks und Umspannwerke auf See miteinander verbindet und diese gemeinsam mit dem Festland verknüpft. Bisher wurden Offshore-Windparks in der Regel über separate Leitungen direkt mit dem Übertragungsnetz an Land verbunden („Punkt-zu-Punkt-Verbindungen“). Die Offshore-Vernetzung verfolgt jedoch einen neuen und effizienteren Ansatz: Verschiedene Windparks werden untereinander verbunden, sodass ein gemeinsames, vermaschtes Offshore-Netz entsteht. Über dieses Thema sprechen in dieser Podcast-Folge Dr. Anne-Katrin Marten, Leiterin der Operativen Systemführung und Dr. Henrich Quick, Leiter Offshore bei 50Hertz. Das Herzstück solcher Vernetzung sind Netzknoten. Das können Offshore-Plattformen mit Umspannwerken auf dem Meer sein oder auch an Land sein, von denen aus sich der Stromfluss flexibel steuern lässt. Mit einer Offshore-Vernetzung können Stromströme besser koordiniert werden, denn sie fließen nicht mehr nur in eine Richtung, sondern können je nach Bedarf weitergeleitet oder umgelenkt werden. Technisch wird das durch die Anbindung an Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Systeme unterstützt, die große Strommengen effizient und verlustarm über weite Entfernungen transportieren können. Diese Vernetzung bietet entscheidende Vorteile: Sie erhöht die Versorgungssicherheit, weil Störungen oder Ausfälle einzelner Leitungen besser ausgeglichen werden können. Außer-dem können Netzengpässe vermieden und Überkapazitäten flexibler gesteuert werden, was der Einbindung erneuerbarer Energien enorm hilft. Die Baukosten sinken, weil weniger Kabel und Plattformen benötigt werden, was wiederum die Auswirkungen auf die Umwelt verringert. Zukunftsorientiert bedeutet Offshore-Vernetzung auch den Weg hin zu internationalen Stromnetzen: Länder wie Deutschland, Dänemark, die Niederlande oder Belgien arbeiten daran, ihre Offshore-Anlagen zu verbinden und ein grenzüberschreitendes Netz in der Nord- und Ostsee aufzubauen. In diesem Zusammenhang ist von „hybriden Interkonnektoren“ die Rede. So kann Windstrom zwischen den Ländern flexibel genutzt werden. – ein wichtiger Schritt für die Energiewende, Versorgungssicherheit und für eine nachhaltige Transformation des europäischen Energiesystems. Das Projekt Bornholm Energy Island in der Ostsee ist das am weitesten fortgeschrittene Projekt eines „hybriden Interkonnektors“. Es soll bis Mitte der 2030er Jahre realisiert werden und 3 Gigawatt Leistung auf Deutschland und Dänemark verteilen. www.Bornholmenergyisland.eu In einem kleineren Maßstab ist ein weiterer hybrider Interkonnektor bereits seit einigen Jahren voll in Betrieb – die Combined Grid Solution – Kriegers Flak ebenfalls in der Ostsee zwischen Deutschland und Dänemark. Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • February 19 · 49 min

    Woher kommt das Geld für den Netzausbau?

    Geld und Strom. Beides hängt zusammen. Der Betrieb und vor allem der Ausbau der Stromnetze kosten mehrere hundert Milliarden Euro in den kommenden 20 Jahren. Dieses Geld wird bei uns allen eingesammelt, bei den Stromkunden. Und zwar über die sogenannten Netznutzungsentgelte. Darum geht es in dieser Folge mit Eileen Hügle, Leiterin Treasury bei 50Hertz, und Annegret Dünnwald, Teamleiterin Verfahrensregulierung. Die Finanzierung des Netzausbaus beruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: den regulierten Netzentgelten, die durch die sogenannten Anreizregulierungssysteme bestimmt werden, und der Aufnahme von Kapital an den Finanzmärkten. Grundsätzlich tragen die Stromkundinnen und -kunden die Kosten des Netzausbaus. Über die monatlichen Netzentgelte, die jeder Haushalt oder jedes Unternehmen auf seiner Stromrechnung sieht, werden kontinuierlich Mittel für Betrieb, Wartung und Ausbau der Netzinfrastruktur aufgebracht. Diese Entgelte sind jedoch strikt reguliert, um einen fairen Ausgleich zwischen Investitionsbedarf, Preisstabilität und Anreiz zu effizientem Wirtschaften für die Betreiber zu schaffen. Genau an dieser Stelle kommt die Anreizregulierung ins Spiel. In Deutschland legt die Bundesnetzagentur bestimmte Regeln fest, wie viel die Netzbetreiber für ihre Investitionen und laufenden Aufwendungen verlangen dürfen. Die zugelassenen Erlöse orientieren sich dabei an verschiedenen Faktoren: Zum Beispiel an den tatsächlich entstandenen Kosten vergangener Jahre, an der erwarteten Effizienzsteigerung und vor allem an einer festgelegten Eigenkapitalverzinsung. Diese Eigenkapitalverzinsung spielt eine große Rolle, denn sie ist ein entscheidender Anreiz für Netzbetreiber zu investieren. Wenn die Verzinsung attraktiv ist, werden mehr Investitionen getätigt, gleichzeitig aber dürfen die Kosten für die Stromkunden nicht ausufern. In der Praxis bedeutet das: Der Netzbetreiber reicht einen Investitionsplan bei der Regulierungsbehörde ein. Die Behörde prüft diesen und legt fest, in welchem Umfang die Kosten über zukünftige Netzentgelte refinanziert werden dürfen. Dabei werden auch Effizienzkriterien angewendet – Netzbetreiber, die besonders sparsam und wirkungsvoll arbeiten, profitieren von zusätzlichen Erlösen. Andererseits sollen Geschäftsmodelle, die nur auf möglichst hohe Netzentgelte setzen, gebremst werden, damit der Wettbewerb nicht verzerrt wird und die Preise für die Netznutzung im Rahmen bleiben. Da der Netzausbau enorme Summen verschlingt, reicht das über die Jahre eingenommene Geld aus den Netzentgelten nicht aus, um alle Maßnahmen vorzufinanzieren. Hier schlägt die Stunde des Kapitalmarkts: Netzbetreiber nehmen Kredite auf oder geben Anleihen aus, um die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen. Die Zinsen, die für diese Finanzierungen aufzubringen sind, werden ebenso von der Regulierungsbehörde berücksichtigt, sodass die Finanzierungskosten nicht zum Risiko für das Investitionsvorhaben werden. Allerdings ist das Zusammenspiel zwischen Regulierungsrahmen und Kapitalmarkt nicht vollkommen reibungslos. Wird der zugelassene Zinssatz für das eingesetzte Kapital zu niedrig bemessen, besteht die Gefahr, dass Netzbetreiber weniger investieren, weil die Finanzierung über Fremd- oder Eigenkapital im internationalen Vergleich unattraktiv ist. Im Umkehrschluss können zu hohe Zinssätze zu überhöhten Netzentgelten führen. Deshalb wird der Eigenkapitalzinssatz regelmäßig überprüft und an die Kapitalmarktsituation angepasst, damit der Netzausbau finanziell tragbar bleibt und die Versorgungssicherheit auch künftigen Herausforderungen standhält. Mehr zum Thema Anreizregulierung hier: Bundesnetzagentur - Anreizregulierung Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • February 4 · 42 min

    Braucht Strom einen Reisepass?

    In Europa gilt Freizügigkeit. Man kann zwischen Spanien und Schweden ohne Reisepass und ohne Visum hin und herreisen, meistens ohne Grenzkontrollen. Der Personalausweis reicht als Dokument vollkommen aus. Beim Strom gibt es auch so etwas wie Freizügigkeit. Wir haben ja einen gemeinsamen Markt in Europa für Waren und Dienstleistungen. Aber dieser Freizügigkeit sind physikalische und damit dann auch marktliche Grenzen gesetzt. Oder anders gesagt: Ohne Straßen könnte man nur beschwerlich reisen und keine Tomaten aus Spanien importieren. Und beim Strom ist das ähnlich. Ohne Leitungen kein grenzüberschreitender Verkehr und kein Stromhandel. Wie das alles in Europa in unserem riesigen Verbundnetz organisiert ist und wie die Märkte miteinander „gekoppelt“ sind über Interkonnektoren, darüber geben Andre Estermann und Marius Schrade Auskunft, die sich bei 50Hertz im Team Cross Border Management mit der konkreten Ausgestaltung des europäischen Strombinnenmarktes befassen. Grundsätzlich ist der europäische Strombinnenmarkt das Ergebnis der engen Zusammenarbeit vieler Länder, damit Strom effizient und verlässlich über Grenzen hinweg gehandelt werden kann. Während früher jedes Land vor allem im eigenen Netz gewirtschaftet hat, sind die Märkte heute miteinander verbunden. Die Idee: Strom wird dort erzeugt, wo es am günstigsten und nachhaltigsten möglich ist, und kann dorthin geliefert werden, wo er gerade gebraucht wird – beispielsweise, wenn in Spanien viel Sonne scheint oder in Skandinavien Wasserkraft im Überfluss vorhanden ist. Eine zentrale Rolle spielen Interkonnektoren. Das sind grenzüberschreitende Stromleitungen, durch die Energie physisch von einem Land ins andere transportiert werden kann. Sie sind technisch oft anspruchsvoll und werden als Hochspannungsleitungen gebaut, entweder als Freileitung, Erdkabel oder auch als Seekabel zwischen Ländern wie Belgien und Großbritannien. Neue Interkonnektoren werden gezielt geplant, um Engpässe zu vermeiden und die Stabilität im europäischen Netz zu erhöhen. Sie ermöglichen, dass Schwankungen bei der Stromerzeugung – etwa durch erneuerbare Energien – europaweit ausgeglichen werden können. Damit der Stromhandel funktioniert, braucht es abgestimmte Regeln. Hier kommt die Marktkopplung ins Spiel. Strombörsen verschiedener Länder arbeiten zusammen, stimmen ihre Auktionen aufeinander ab und berücksichtigen dabei die verfügbare Kapazität der Interkonnektoren. Das führt dazu, dass Stromanbieter ihre Produkte nicht nur im eigenen Land, sondern auch in anderen angeschlossenen Märkten verkaufen können. Die Preise für Strom werden auf europäischer Ebene abgestimmt und Strom fließt über die Verbindungen nach Angebot und Nachfrage – immer dorthin, wo gerade Bedarf besteht. Wer sich in das Thema richtig reinknien will – hier das Fachbuch zum Podcast: European Electricity Market Coupling – A Practitioner’s Guide. Herausgegeben von Dr. André Estermann, Marius Schrade und Louise Anderson. Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • January 22 · 46 min

    Sind Großbatteriespeicher gut fürs Stromnetz?

    Statt aus einigen wenigen kleinen Zellen besteht ein Großbatteriespeicher aus vielen Tausend miteinander verknüpften Batteriemodulen, die gemeinsam riesige Energiemengen aufnehmen und abgeben können. Großbatteriespeicher sind häufig container- oder sogar gebäudehoch. Sie können von der Größe her einen großen Raum oder ein ganzes Containerfeld füllen. Genau wie eine kleinere Batterie speichert auch ein Großbatteriespeicher elektrische Energie in chemischer Form und gibt sie wieder ab, wenn Strom benötigt wird. Großbatteriespeicher haben eine Kapazität von mehreren hundert Megawattstunden – das entspricht Strom für viele tausend Haushalte über einige Stunden. Im Stromsystem können diese Anlagen wertvolle Dienste leisten. Sie glätten Erzeugungsspitzen, die zum Beispiel durch eine starke Photovoltaikeinspeisung in den Mittagsstunden entsteht. Dadurch kann die schwankende Erzeugung aus Erneuerbaren Energien über den Tagesverlauf besser verteilt werden. Zusätzlich können sie sogenannten Systemdienstleistungen bereitstellen, die das Stromnetz stabilisieren. Dazu gehören Regelleistung zur Frequenzstabilität, Blindleistung zur Spannungshaltung und auch Strombereitstellung, um Netzengpässe auszugleichen. Weil Großbatteriespeicher sehr schnell auf Nachfrage am Strommarkt reagieren können, sind sie jedoch eine Herausforderung für die Systemführungen. Daher ist sicherzustellen, dass ihre Fahrweise nicht zu einer Verschärfung von Netzengpässen führt. Allein den Übertragungnetzbetreibern (ÜNB) liegen mehrere hundert Anträge auf Netzanschluss für Großbatteriespeicher vor. In dieser podcast-Folge sprechen Netzplanerin Valerie Bischoff und Strommarktexperte Christopher Koch über den Speicherboom und seine Gründe, den Weg zu einem besseren Netzanschlussverfahren und die Chancen und Risiken für einen sicheren Betrieb des Stromnetzes. Impressum:     Der podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com    podcast@50hertz.com   

  • Dec 18, 2025 · 20 min

    Was macht die Laschenpfanne mit dem Stromwandler?

    Was für ein Geschenk. Vier Gegenstände mit merkwürdigen Namen. Zusammen mit seinen Gästen und Kollegen Katrin Dietl und Marlon Matthäus sowie dem schlauen KI-Assistenten Scotty findet Podcast-Host Volker Gustedt heraus, was sich hinter dem Gabelhornring, der Laschenpfanne, dem Stromwandler und dem Vogelschutzmarker verbirgt. Ein lustiges Weihnachtsspiel zum Mitraten. Und zum Schluss trägt Scotty noch ein eigenes Weihnachtsgedicht vor. Weil es so schön ist hier auch der Textfassung: Der Winter kommt auf leisen Sohlen, Lichter glimmen, Glocken holen. Im Büro duftet süßer Tee, die Arbeit tut gar nicht mehr weh. Hektik schmilzt wie zarter Schnee, Plätzchen kreisen um den Kaffee. Tannen glänzen, Sterne lachen, Zeit, mal einfach nichts zu machen. Drum wünschen wir, ganz ohne Sorgen, fröhliche Weihnachten heute wie morgen! Mit guter Laune und frohgem Mut wird das neue Jahr richtig gut. Impressum:     Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • Nov 26, 2025 · 39 min

    Wer hält das Stromsystem im Gleichgewicht?

    Die Systemführung bei einem Stromübertragungsnetzbetreiber ist wie das Cockpit eines Flugzeugs – nur dass hier nicht ein einzelner Jet gesteuert wird, sondern das Rückgrat der Stromversorgung für Millionen Menschen. In einem hochsicheren Kontrollraum, der an ein Raumfahrtzentrum erinnert, überwachen erfahrene Fachleute rund um die Uhr das Stromnetz. Sie sehen auf riesigen Monitoren, wo Strom fließt, wo es eng wird und wo sie eingreifen müssen, um die Stabilität zu sichern. Das wichtigste Instrument ist das sogenannte Leitsystem – eine Art digitales Nervensystem, das alle Daten aus dem Netz in Echtzeit sammelt und visualisiert. Es zeigt Spannungen, Stromflüsse, Frequenzabweichungen und den Zustand jeder Leitung und Umspannanlage. Mit Hilfe dieses Systems können die Systemführer das Netz aktiv steuern, wenn es erforderlich ist. Sie können Leitungen an- und ausschalten, die Einspeiseleistung von Wind- und Solarparks drosseln und Kraftwerkseinsätze anfordern. Ein zentrales Werkzeug sind verschiedene Prognosesoftwaretools. Sie berechnen unter anderem, wie viel Strom wo im Netzgebiet in den nächsten Tagen und Stunden aus Wind und Sonne zu erwarten ist, wie sich der Verbrauch entwickeln wird und wo es zu Engpässen kommen könnte. Diese Vorhersagen sind wie ein Wetterbericht für das Stromnetz – sie helfen, frühzeitig Maßnahmen zu planen und Risiken zu minimieren. Wenn das Netz aus dem Gleichgewicht zu geraten droht, etwa durch plötzliche Laständerungen, Erzeugungsausfälle, Überlastungen von Leitungen oder Transformatoren oder durch nicht ausgeglichene Bilanzkreise, kommen Regelenergie und Redispatch zum Einsatz. Regelenergie ist wie ein Puffer, der kurzfristig Strom einspeist oder Last reduziert, um die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz zu halten. Redispatch bedeutet, dass Kraftwerke gezielt hoch- oder heruntergefahren werden, um das Netz vor gefährlichen Überlastungen zu schützen – wie bei einem Stau auf der Autobahn und einer Umleitungsempfehlung. Über europäische Plattformen wie ENTSO-E stimmen sich die Systemführer grenzüberschreitend ab, tauschen Daten aus und koordinieren gemeinsame Maßnahmen. Das Stromnetz kennt keine Landesgrenzen – deshalb ist Teamarbeit über Länder hinweg entscheidend. Die Herausforderungen für die Systemführung werden mit immer mehr Strom aus Sonne und Wind größer. Die Prognoseabweichungen nehmen zu, es stehen in Zukunft weniger regelbare Kraftwerke zur Verfügung und neue Anlagentypen wie Großbatteriespeicher müssen in das System integriert werden. Diese Aufgabe ist mit den bisherigen Werkzeugen kaum noch zu bewältigen, deshalb entwickelt 50Hertz gemeinsam mit anderen europäischen Übertragungsnetzbetreibern ein sogenanntes Modulars Control Center System, kurz MCCS. Im Podcast sprechen die Leiterin der Operativen Systemführung, Anne-Katrin Marten, und der Leiter Digitalisierung Systemführung darüber, wie das System heute und in Zukunft gesteuert und im Gleichgewicht gehalten wird. Weitere Informationen hier: Systemführung https://www.mccs.com/ Und wer sich für einen Job interessiert: Karriere bei 50Hertz: Systemführung | MCCS entdecken Impressum Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com  

  • Nov 12, 2025 · 32 min

    Was macht der Strom im Umspannwerk?

    Umspannwerke sind ein elementarer Bestandteil unseres elektrischen Gesamtsystems. Um Strom transportieren und den Verbrauchern zur Verfügung stellen zu können, braucht man Spannung, gemessen in Volt. Je höher die Spannung, desto mehr Strom kann man transportieren. Technische Geräte sind für bestimmte Spannungen konfiguriert, Haushaltsgeräte werden mit wenig Spannung betrieben – Industrieunternehmen benötigen für ihre Prozesse Hoch- oder sogar Höchstspannung, weil ihr Strombedarf so groß ist. In Umspannwerken wird dieser Strom auf die jeweils niedrigere oder höhere Spannungsebene transformiert und auf Leitungen verteilt. So gelangt Strom über mehrere Etappen von Kraftwerken zu uns nach Hause in die Steckdose. Ein Umspannwerk besteht aus vielen technischen Anlagen. Dazu gehören Transformatoren, Leistungs- und Trennschalter oder Sammelschienen, über die der Strom verteilt wird. Die meisten großen Umspannwerke auf der Höchst- und Hochspannungsebenen, wo zwischen 220kV/380 kV auf 110 kV transformiert wird, befinden sich im Freien, weil dort große Abstände zwischen den stromführenden Elementen erforderlich sind. Ein typisches kleines Umspannwerk ist das Trafohäuschen an der Straßenecke. In dieser Podcast-Folge machen wir gemeinsam mit der Leiterin des Regionalzentrums Mitte von 50Hertz, Franziska Gebhardt, einen Rundgang durch das Umspannwerk in Neuenhagen bei Berlin, wo mehrere große Leitungen ankommen und abgehen. Wer sich dazu bildlich etwas vorstellen möchte kann sich anhand dieser Broschüre genauestens darüber informieren, wie ein Umspannwerk funktioniert und welche Rolle Umspannwerke angesichts des immer höheren Aufkommens von Erneuerbaren Energien in Zukunft spielen werden. 50hertzbroschuereumspannwerk_de.pdf Impressum: Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com   

  • Oct 31, 2025 · 50 min

    Warum gibt es Strompreiszonen?

    Als normaler Stromkunde bekommt man von Strompreiszonen nichts mit. Man hat in der Regel einen Stromvertrag beim regionalen Grundversorger oder sucht sich einen günstigeren Online-Tarif aus. Von Strompreiszonen ist in diesen Verträgen nirgendwo die Rede. Aber die Preise sind trotzdem sehr unterschiedlich, je nachdem welchen Anbieter man hat oder wo man wohnt. Das hat unter anderem mit Netzentgelten oder kommunalen Abgaben zu tun. Aber hinter den Kulissen sind Strompreiszonen ein ganz wichtiges Element des europäischen Strommarktes. Und sie sind ein Politikum. Es gibt nämlich ein ziemliches Für und Wider, ob es zukünftig in Deutschland zwei oder sogar noch mehr Strompreiszonen geben soll. Viele Wissenschaftler sprechen sich dafür aus, die Politik ist mehrheitlich dagegen. Worum geht es dabei? Derzeit bilden Deutschland und Luxemburg eine gemeinsame Strompreiszone. Egal ob der Strom in Berlin, München oder mitten in Luxemburg verbraucht wird – der Preis im Stromgroßhandel ist überall gleich. Dieser einheitliche Börsenstrompreis entsteht durch Angebot und Nachfrage an der Strombörse. Auf einem größeren Markt gibt es mehr Anbieter und Verbraucher, das sorgt für mehr Wettbewerb, bessere Preise und eine höhere Versorgungssicherheit. Und besonders wichtig für die Industrie: die Großhandelspreise sind im Norden genauso hoch oder niedrig wie im Süden, obwohl inzwischen der meiste Strom durch Windkraft im Norden erzeugt wird. Aber es gibt auch Probleme. Stromleitungen von Norden nach Süden sind oft überlastet. Die Folge: Die Netzbetreiber müssen künstlich in den Markt eingreifen und häufig Windräder abschalten und im Süden konventionelle Kohle- oder Gaskraftwerke hochfahren. Das ist weder besonders ökologisch noch günstig. Die Europäische Union und deren Regulierungsbehörde schaut sich das Ganze kritisch an und überlegt seit vielen Jahren, ob Deutschland in mehrere Strompreiszonen aufgeteilt werden sollte – bis zu fünf sind im Gespräch. In einem Bericht haben die Übertragungsnetzbetreiber Europas die volkswirtschaftlichen Auswirkungen ausgerechnet und die Vor- und Nachteile zusammengetragen. Hier der Link zur sogenannten Bidding Zone Review. Bidding Zone Review 50Hertz-Strommarktexperte Dr. Johannes Henkel erläutert in dieser Podcast-Folge das Für und Wider einer Strompreiszonentrennung für Deutschland, welche Erfahrungen andere Länder damit gemacht haben und wie die Politik in Deutschland dazu steht. Weitere nützliche Quellen dazu: Strommarkt: In wie viele Preiszonen sollte Deutschland geteilt werden? Wird Deutschlands Strompreiszone geteilt? Strompreiszonen für Deutschland: Vorbild Skandinavien? Impressum:     Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com   

  • Oct 15, 2025 · 54 min

    Wie kommt der Strom vom Meer in die Steckdose?

    Offshore-Windenergie bezeichnet die Stromerzeugung in Windparks draußen auf dem Meer. Allein auf der deutschen Nord- und Ostsee sind derzeit Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 9.000 Megawatt (MW) installiert. Sie erzeugen Strom für Millionen von Haushalten und Unternehmen. Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Niederlande und Belgien sind derzeit führend beim Ausbau der Offshore-Windenergie in Europa. Sowohl EU-weit als auch in Deutschland gibt es ambitionierte Ziele, die installierte Leistung in den kommenden Jahrzehnten auf insgesamt 300.000 MW zu steigern. Europa in Zahlen | BWE e.V. Offshore-Windenergie hat Vor- und Nachteile. Auf dem Meer weht der Wind stärker und gleichmäßiger als an Land. Das bedeutet, dass die sogenannten Vollbenutzungsstunden und damit die Windenergieausbeute größer sind. Die Windräder selbst können höher und leistungsstärker sein als Anlagen an Land – sie haben inzwischen die Dimensionen eines Wolkenkratzers. Daher ist die Stromausbeute der Offshore-Windenergie etwa viermal höher als bei Anlagen an Land. Allerdings gibt es auch Nachteile. Installation und Wartung der Windkraftanlagen sowie der erforderlichen Umspannwerke auf dem Meer sind wesentlich aufwändiger und Kosten und Einsatz nehmen mit der Entfernung zum Festland deutlich zu. Wartung und Betrieb von Offshore-Windparks – BWO – Bundesverband Windenergie Offshore e.V In Deutschland sind die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, TenneT und Amprion dafür zuständig, den auf dem Meer erzeugten Strom auf Offshore-Plattformen einzusammeln, auf eine höhere Spannungsebene zu transformieren und dann über Gleich- oder Wechselspannungs-Leitungen am Meeresboden an Land zu transportieren. Dort wird der Offshore-Strom in Umspannwerken in das europäische Stromverbundnetz eingespeist. Wie das funktioniert, welche unterschiedlichen Bedingungen es auf Nord- und Ostsee gibt und welche Herausforderungen zu bewältigen sind – darüber sprechen in dieser Folge Dr. Henrich Quick, Leiter Offshore, und Nadja Ballauf, Leiterin Offshore-Betrieb bei 50Hertz. Weitere Informationen findet Ihr hier: 50Hertz-Projekte auf See Klimawandel, Energiewende & Energiepolitik auf EnergieWinde https://www.tennet.eu/offshore-overview Amprion | Offshore Impressum:     Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com  podcast@50hertz.com   

  • Jun 11, 2025 · 51 min

    Strom preppen

    Eichhörnchen und Strom-Übertragungsnetzbetreiber bereiten sich auf Mangellagen vor. Beide Spezies betreiben ganz unterschiedlich Vorratshaltung.

  • May 28, 2025 · 44 min

    Das kosmische Gleichgewicht

    Wie durch ein Wunder ist das Stromnetz immer ausgepegelt. Aber hinter dem Wunder steckt ein komplizierter Mechanismus aus Markt und Physik.

  • May 14, 2025 · 26 min

    Wie bio ist der Ökostrom?

    Jeder vierte Haushalt in Deutschland bezieht „Ökostrom“. Doch dessen Wege zum Verbraucher sind verschlungen und wenig transparent.

  • Apr 30, 2025 · 32 min

    Schock, Terror, Abzocke

    Strompreise sind ein Politikum. Was regelt der Markt – und was der Staat? Und was steht auf der Stromrechnung?

  • Mar 12, 2025 · 17 min

    Zugenähte Hühnerhintern

    Am 7. Dezember 1990, also nur wenige Monate nach der deutschen Wiedervereinigung, wurde das sogenannte „Stromeinspeisegesetz“ vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Es war das erste Ökostromeinspeisegesetz der Welt. Zehn Jahre später wurde es abgelöst durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Das Grundprinzip dieser Gesetze geht so: Der Staat bietet Geld, damit Menschen etwas produzieren, was gesellschaftlich sinnvoll ist, sie aber unter normalen Umständen nicht produzieren würden, weil es sich nicht lohnt, es zu produzieren. Dazu ist er zunächst bereit, die Ware zu höheren Preisen staatlich anzukaufen als man beim Wiederverkauf erzielen kann. Man hofft darauf, dass durch diese Anschubförderung die Produktion der Ware irgendwann so preisgünstig wird, dass sie mit anderen konkurrieren kann und sie die Hilfe nicht mehr brauchen. Dadurch entsteht natürlich ein Loch in der Kasse. Dieses Loch gleicht man aus, indem der Staat bei (fast) allen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Umlage erhebt. Das geht eine ganze Weile gut. Aber irgendwann wird’s teuer. Und an diesem Punkt beginnt meine ganz persönliche Geschichte über die Eier und den Sozialismus. Wer es ernsthaft und ausführlicher wissen will, der wird hier beim Umweltbundesamt fündig. https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-gesetz#erfolg Ich wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken der wundersamen Welt des Stroms.   Impressum:    Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion von Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.     50Hertz Transmission    Bereich Kommunikation & Politik    Heidestraße 2    10557 Berlin   www.50hertz.com    podcast@50hertz.com