
#305 Christoph Strasser beim Transcontinental Race 2026 (Teil 2)
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Straps ist wieder voll im Training – 41 Grad, 9 von 10 auf der Anstrengungsskala und die Erkenntnis, dass sich die Zustände auf der TCR-Strecke in Griechenland gerade ähnlich anfühlen.
Aber es geht gleich zurück ins Rennen, dort, wo die erste kalte norwegische Nacht auf 0 Grad zurollt.
Der Auftakt zeigt sofort die Klassiker eines Ultras: bei diesen Temperaturen bekommt man kaum Flüssigkeit hinunter, weshalb die vorbereitete Gel-Flasche die Kalorienstrategie rettet. Nach einer Begegnung mit Robert Müller lüftet dieser das Geheimnis seines "Couscous-Kochers" – einer Plastikbox, in der über Stunden mittels Sonnenwärme fertiges Essen entsteht. Straps und Flo notieren dazu fünf beobachtete Trends im Rennen: weniger Flaschen und mehr Trinkblasen mit "Kängurubeutel", der Vormarsch der Race-Suits, Full-Frame-Bags, das einfache Kettenblatt und der schmale Grat zwischen Aerooptimierung und Alltagstauglichkeit auf dem WC.
Auf dem Weg zum Parcours 1A entscheidet Straps sich stolz gegen die Asphaltumfahrung – die norwegischen Schotterstraßen erweisen sich einmal mehr als besser als so mancher südosteuropäischer Asphalt, und die 35er Mondos in Tubeless schenken erstmals das Gefühl, auf Gravel wirklich Gas geben zu dürfen. Zwischendurch die norwegische Trinkwasser-Lektion: an einem Rastplatz weist eine grillende Familie freundlich auf den See als Trinkwasserquelle hin, Straps füllt am Ufer die Flaschen samt Peeroton-Pulver auf.
Der Aurlandsfjord wird zum landschaftlichen Höhepunkt der Etappe, gefolgt vom Anstieg zur Hallingskeit-Selbstversorgerhütte, die Straps rechtzeitig gebucht hat. Der Checkpoint 1 nach 700 km zeigt die Zwischenstände: Robin nach 23,5 Stunden voran, dahinter Max Agut, Nicolas Chatelet, Jocelyn Roth, Straps auf Platz fünf – 2:15h Rückstand bei 244 Watt Durchschnitt und 8.500 Höhenmetern. Der Schlaf in der Hütte ist mit dreieinhalb Stunden zerstückelten Powernaps allerdings mager – rückblickend vielleicht schon die ersten leisen Signale des Körpers.
Dann verlässt das Rennen Norwegen und trifft in Schweden auf eine ganz andere Realität: Ikea, McDrive, Verkehr, Gegenwind. Die Fährplanung wird zum strategischen Schwerpunkt der Folge – drei mögliche Häfen (Malmö, Trelleborg, Ystad), drei GPX-Tracks, ein Rennen gegen die Uhr. Robert Müller entscheidet sich früh und sicher für Ystad, weil laut Website in Trelleborg keine Räder mitgenommen werden. Straps setzt genau darauf, dass die Website nicht die ganze Wahrheit erzählt, und pokert auf Trelleborg. Auf den letzten Kilometern erwischt ihn ein Unwetter mit Gewitter, dazu ein Tubeless-Defekt, den die Milch im Regen nur widerwillig dichtet. Trotzdem: Fähre erreicht.
Zwischendurch noch eine Anekdote über eine Booking-Buchung in Schweden, die ins Leere geht (Apartment längst geschlossen, Geld weg), und eine kleine Diskussion über Strava während des Rennens – Straps skeptisch, Flo überzeugt vom Engagement-Vorteil.
Die nächste Folge folgt in wenigen Tagen.
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