
Mapsel, Papsel, Apsel
In glänzender Stimmung, man könnte fast schon sagen: ausgelassen, binden Jochen und Anja ein hübsches Schleifchen um die gerade zu Ende gegangene "Promi Big Brother"-Staffel. Noch einmal werden die denkwürdigsten Eskalationen, das große Finale und einige besonders bemerkenswerte menschliche Top- sowie Flopleistungen auf dem Gabentisch ausgebreitet. Denn kaum hat sich die Containertür geschlossen, beginnt draußen schon die muntere Nachbearbeitung der Wirklichkeit durch einzelne ehemalige Bewohner (hüstel, hüstel), die ihre eigene Rolle im Geschehen nachträglich noch einmal sehr fantasievoll umdekorieren. Als Europas Service-Podcast Nummer eins sehen Jochen und Anja sich deshalb in der Pflicht, eine wichtige gesellschaftliche Unterscheidung zu erläutern: die zwischen Abgrenzung und Ausgrenzung. Denn selbstverständlich hat jeder Mensch ein Recht darauf, respektvoll behandelt zu werden. Ein einklagbarer Anspruch auf Smalltalk, soziale Zuwendung und die begeisterte Entgegennahme ungefragt vorgetragener Lebensweisheiten besteht hingegen nicht. Außerdem wird das „Promi Big Brother“-Vokabelheft dank Anouschka Renzi um den schönen Begriff „Mythomanie“ erweitert, der sich auch jenseits des Containers im Umgang mit bestimmten männlichen Erscheinungsformen als ausgesprochen nützlich erweisen dürfte. Aber genug von den Männern, die sich schon allein deshalb für das größte Geschenk an die Menschheit halten, weil niemand mehr den Kassenbon für den Umtausch findet! Schließlich gilt es auch, einen echten Sieger zu feiern: Maurice, den Knickfinger- und Klemmfuß-Löwen, dessen glanzvolle Trash-TV-Entwicklung nun endlich mit einem verdienten Triumph gekrönt wurde. Und mit einer rutschenden Hose, die seinem großen Moment eine zusätzliche, wunderbar menschliche Dimension verlieh. Und weil das Reality-TV längst nicht mehr an den Grenzen seiner Drehorte endet, beschäftigen sich die beiden außerdem mit dem gewaltigen Begleitgeräusch aus Reactions, Instagram-Storys, öffentlichen Empörungswellen und privaten Nachrichten, die man manchmal lieber ungeöffnet an die Absender zurückschicken würde. Das eigentliche Format ist schließlich nur noch der kleine, beleuchtete Kern eines immer weiter expandierenden Universums aus Anschlusskommunikation. Zum Abschluss wird es dann noch einmal spirituell: Jochen und Anja laden zu einer kollektiven Manifestationsübung ein. Alle Zuhörenden sind ausdrücklich aufgefordert mitzumachen, wenn es darum geht, einen ganz bestimmten Menschen mit vereinten mentalen Kräften vom schon wieder bedrohlich nahen Dschungelcamp fernzuhalten. Bitte rechtzeitig Kerzen bereitstellen, die Gedanken bündeln und vor allem nicht aus Versehen das Gegenteil herbeiwünschen. Sendepause Fehlanzeige ist ein Podcast von Ooohnscha und SchohSchoh Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp Schnitt: Anne Kanzler Cover: Miguel Martin und Markus Gisin Jingle: Herwig Zamernik Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.