Artwork for ReWrite ReBirth
Fiction

ReWrite ReBirth

Soenke Scharnhorst

Der Bücherpodcast

  • 503 episodes
  • Updated Sunday

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Episodes503

  • Sunday · 48 min

    Good Luck, Have Fun, Don't Die

    Good Luck, Have Fun, Don’t Die (Gore Verbinski, 2025) https://en.wikipedia.org/wiki/Good_Luck,_Have_Fun,_Don%27t_Die 12 Monkeys https://en.wikipedia.org/wiki/12_Monkeys Brazil https://en.wikipedia.org/wiki/Brazil_(1985_film) Nineteen Eighty-Four https://en.wikipedia.org/wiki/Nineteen_Eighty-Four Black Mirror https://en.wikipedia.org/wiki/Black_Mirror Yesteryear: A GMA Book Club Pick (Caro Claire Burke) https://en.wikipedia.org/wiki/Yesteryear_(novel) ReWrite hat jetzt einen Newsletter! Ja, es ist so weit: Jetzt hat auch unser Buchpodcast einen Newsletter. Wir möchten mit euch gerne Hintergründe, Buchempfehlungen, Gedankenfetzen und Projekte teilen. Ihr könnt Bücher für die nächsten Episoden vorschlagen und darüber abstimmen, bei Projekten helfen, Geschichten Probe lesen und vieles mehr. Newsletter bestellen Newsletter abbestellen Euer ReWrite-Team

  • July 5 · 54 min

    Schiffeversenken

    The Electric State The Tomorrow War Battleship Don’t Look Up Oblivion Edge of Tomorrow – Live. Die. Repeat Krieg der Welten Mars Attacks! District 9 Elysium Chappie

  • June 21 · 47 min

    Ninja Scroll vs Blue Eyed Samurai

    Ninja Scroll (1993) TypeLinkHighlights WikipediaNinja Scroll – Wikipedia (en.wikipedia.org in Bing)Full production details, plot, and cultural impact IMDbNinja Scroll (1993) – IMDbCast, crew, reviews, and official trailer Fandom WikiNinja Scroll Wiki (ninjascroll.fandom.com in Bing)Deep lore, episode guides, and character bios CrunchyrollNinja Scroll: The Series – Crunchyroll (crunchyroll.com in Bing)Stream the 2003 sequel series YouTube TrailerOfficial Trailer – Sentai (youtube.com in Bing)Classic trailer showcasing Yoshiaki Kawajiri’s animation Blue Eyed Samurai (2023– ) TypeLinkHighlights WikipediaBlue Eye Samurai – Wikipedia (en.wikipedia.org in Bing)Series overview, cast, and production details IMDbBlue Eye Samurai (TV Series) – IMDbRatings, episode guide, and awards Netflix PageBlue Eye Samurai – NetflixOfficial streaming and teaser clips MoviepilotBlue Eye Samurai – Moviepilot (moviepilot.de in Bing)German synopsis, cast, and trailer YouTube TrailerOfficial Trailer – Netflix (youtube.com in Bing)Cinematic preview of Mizu’s revenge story

  • June 16 · 10 min

    [PODYSSEY] Die Einberufung (Nicole Rensmann | Verena Wilhelmy)

    Nicole Rensmann Nicole Rensmann, Jahrgang 1970, veröffentlichte 1998 ihre erste Kurzgeschichte bei Bastei Lübbe. Seitdem weist sie mehr als sechzig Publikationen für Erwachsene und Kinder vor – Romane und Kurzgeschichten in unterschiedlichen Genres. Als Journalistin führte sie für das Magazin phantastisch! von 2003 bis 2010 zahlreiche Interviews mit international und national bekannten Größen der Literaturszene. Für Print-Magazine und Online-Portale verfasste sie Rezensionen und Artikel. Von 2010 an unterrichtete Nicole Rensmann zwei Jahre lang Kreatives Schreiben an einem Gymnasium. Mit ihrer Familie und zahlreichen Tieren lebt sie im Bergischen Land.

  • June 7 · 56 min

    Rendezvous with Rama (Arthur C. Clarke/1973)

    Rendezvous with Rama is a 1973 science fiction novel by British writer Arthur C. Clarke. Set in the 2130s, the story involves a 50-by-20-kilometre (31-by-12-mile) cylindrical alien starship that enters the Solar System. The story is told from the point of view of a group of human explorers who intercept the ship in an attempt to unlock its mysteries. The novel won the Hugo, Locus, and Nebula awards upon its release, and is regarded as one of the cornerstones in Clarke’s bibliography. The concept was later extended with several sequels, written by Clarke and Gentry Lee. https://en.wikipedia.org/wiki/Rendezvous_with_Rama https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_C._Clarke https://en.wikipedia.org/wiki/Gentry_Lee https://en.wikipedia.org/wiki/O%27Neill_cylinder https://en.wiktionary.org/wiki/misogyny Books in the series Rendezvous with Rama (1973) Rama II (1989) The Garden of Rama (1991) Rama Revealed (1993) Soenke: [0:14] Willkommen zu Rewrite Reborn, eurem Bücher-Podcast. Jürgen: [0:19] Achso, heißen wir jetzt Bücher-Podcast? Entschuldigung, ich quatsche immer dazwischen. Irgendwie hat das auch Tradition. Ja, heute mit. Soenke: [0:25] Ab 100 Folgen hat das dann Tradition. Ja, der heißt jetzt Bücher-Podcast. Es sei denn, wir sprechen nicht über Bücher, dann heißt der nicht so. Jürgen: [0:32] Aber es ist nicht mehr Science-Fiction und Schreib-Podcast, sondern wir sprechen jetzt über alles. Alles. So wie wir uns einst Kafkas Erben nannten und über alles reden wollen und jetzt Rewrite Reborn heißen. Ist auch nicht schlecht, alles gut, ist alles fein. Soenke: [0:43] Ja, du bist trotzdem irgendwie leise heute, Jürgen. Ja. Jürgen: [0:47] Ich weiß nicht. Mein Pegel geht schon gegen Rot. Also es muss an dir liegen. Ich war mit meiner Tochter neulich beim Ohrenreinigen. Vielleicht ist das auch was für dich. Soenke: [0:55] Vielleicht sind die Hintergrundgeräusche einfach so. Keine Ahnung. Jürgen: [0:58] Die Hintergrundgeräusche sind eben weg. Vorhin hatte ich hässliche Hintergrundgeräusche. Die hast du erfolgreich rausgefiltert. Das freut mich sehr. Aber vielleicht ist das Noisegate zu strikt eingestellt. Ich weiß nicht. Soenke: [1:10] Ich habe mir jetzt irgendwas gekauft. ich wollte mir irgend so einen, oh nein, doch gar nicht. Ich habe mir 14 gekauft, also vergiss es. Jürgen: [1:18] 14? Soenke: [1:18] Das hattest du empfohlen, glaube ich. Jürgen: [1:20] 14. 14 von Peter Clines. Ja, okay. Soenke: [1:24] Ich hoffe es gefällt dir. Wir sprechen jetzt nicht über 14, sondern wir sprechen über Rendezvous mit Drama von Arthur C. Clark. Ein sehr hoch, gelobter Roman, der immer an den Listen der 10 besten Stiftungsromane aller Zeiten auftaucht, hat gewonnen. Genau, hat den Nebula, hat nur den Hugo. Und den John W. Campbell Memorial Award. Ist von 1973, wie gesagt, geschrieben von Arthur C. Clarke. Jürgen: [1:53] Genau, 1974 den Hugo gewonnen. Also 1973 erschienen, steht hier in der Wikipedia, und 1974 hätte er den Hugo gewonnen. Und das war alles vor meiner Zeit. Also da war ich noch gar nicht auf der Welt. Da gab es diesen Roman schon. Mann, oh Mann. Ja, ja, ja. Soenke: [2:08] Und bevor wir jetzt kurz, zu den Details dieses Romans gehen. Es ist eigentlich eine Serie dann daraus geworden. Ja, aber die wurde nicht geschrieben von Arthur C. Clarke, sondern sie wurde primär geschrieben von Gentry Lee. Das war ein Ingenieur von der, von verschiedenen NASA-Missionen, von der Viking-Mission und von der Galileo-Mission und hat sich dann, hat ein paar Science-Fiction-Geschichten geschrieben dann zusammen oder inspiriert von Arthur C. Clarke. Das heißt dann oft mit Arthur C. Clarke, aber ja. Und die beginnen aber erst 16 Jahre danach und es sind dann drei Romane, von denen kann man aber außer dem Wikipedia-Eintrag nicht so viel hören. Ich habe sogar mehr Rezensionen gehört, die gesagt haben, sie kümmern sich nicht. Soenke: [2:51] Ich hatte so Dune-Vibes, ja. So, der erste Teil ist das Masterpiece und über den Rest sprechen wir nicht. So, deswegen sprechen wir heute über Ronde Vumisama. Jürgen: [3:01] Okay, du sagst, es hat so Dune-Vibes, weil der erste ist gut und alles danach wurde immer schlechter. Wenn du so eine Referenz nennst, dann beziehe ich mich immer gerne auf Highlander. Bei Highlander gibt es immer den wiederkehrenden Spruch, there can be only one. Und genauso ist es bei Highlander. Es hätte nur den ersten Film geben dürfen und alles, was danach kam, war einfach absolut furchtbar. Pfui pfui pfui aber soll ja auch neu aufgelegt werden mit neuen coolen charismatischen Schauspielern ich glaube sogar der hübsche Henry Cavill spielt den Highlander oder so bin ich mal gespannt also ich mag Henry Cavill ja. Soenke: [3:36] Sehr aber das wir. Jürgen: [3:37] Wohl ja das ist schade aber ich fand den auch in The Witcher nicht toll also man muss nicht alles von dem toll finden, ich lese hier in der Wikipedia es sollen 89 Rendezvous mit Übermorgen Rama 2 gegeben haben und dann noch The Garden of Rama, 91, und Rama Revealed. Das klingt irgendwie so, als würde man nochmal so Saft aus irgendeiner längst gemolkenen Kuh pressen oder so. Dass so in zwei Jahresabständen mit deutlichem Abstand zum Original irgendwelche Bücher nachgelegt werden. Sowas finde ich immer ein bisschen fraglich. Jürgen: [4:12] Also ich weiß, irgendwie ist die Geschichte für mich auch fertig erzählt. Denke ich so, ja. Soenke: [4:17] Ja, ihr habt natürlich einen Cliffhanger am Ende, der auch sehr schön ist. Jürgen: [4:23] Ja, geht so. Soenke: [4:25] Also ich finde, es hat alle Preise und so total verdient bekommen. Aber ja, du kannst jetzt ja mal, Arthur C. Clarke ist einer der Großen mit Ademon. Jürgen: [4:36] Das ist richtig, ja. Mit Bradbury und die ganzen anderen, die sich sehr berühmt gemacht haben. Das ist alles in Ordnung. Soenke: [4:42] Ich habe mal 36 Stunden Kurzgeschichten von Arthur C. Clarke gehört. Gab es für einen Kredit. 36 Stunden Kurzgeschichten. Jürgen: [4:50] Waren die gut? Wir könnten natürlich da wieder so ein Mammutwerk draus machen, wie alle Kursgeschichten von Philip K. Soenke: [4:56] Dick zu besprechen. Jürgen: [4:58] Oder ausgewählte Geschichten von Shackley, aber naja. Soenke: [5:02] Ja, so kannst du gerne mal vorschlagen. Aber… Er hat viele Geschichten doppelt geschrieben. Da gibt es dann immer so eine Geschichte mit so einem Master, Assassin’s Creed Clark. Und dann ist immer irgendwas außenrum um den Master und es fühlt sich für mich an wie der böse Timelord bei Doctor Who. Hat natürlich nichts damit zu tun, aber… Jürgen: [5:22] Okay, okay, ja, aber immer wieder dieselben Geschichten geschrieben, das hat Shackley auch gemacht und das nervt halt ein bisschen. Sowas mag ich nicht. Wenn man immer wieder dieselbe Idee verbrät in irgendeiner Variation, das finde ich dann doof. Also man kann gerne so ein Universum erschaffen und dann so Spin-Off-Geschichten machen, also anderen Figuren der Welt, die man erschaffen hat, einen eigenen Hintergrund geben. Jürgen: [5:44] Aber wenn man quasi genau dasselbe immer wieder erzählt, das ist doch doof. Soenke: [5:46] Du wolltest es erzählen. Jürgen: [5:47] Soll ich da mal die Geschichte zusammenfassen? Soenke: [5:49] Mach. Jürgen: [5:49] Genau. Also dann versuche ich das mal zusammenzufassen. In der Wikipedia ist zu lesen, dass der Text angeblich Rendezvous mit 31 slash 439 betitelt wäre und dann steht in Klammer dahinter, Original Rendezvous mit Drama. Ich habe das beim Hörbuchanbieter meines Vertrauens auch unter dem Titel Rendezvous mit Drama gefunden. Kann sein, dass das so ähnlich ist wie das ursprünglich Philip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheeps mittlerweile immer nur unter dem Titel Blade Runner zu finden ist. Also kann sein, dass man das irgendwie glatt gezogen hat. Ja, gut, okay. Also, warum das da jetzt so ist, keine Ahnung. Soenke: [6:25] Weil der Planack gesagt hat, das ist einfach kein guter Titel. Jürgen: [6:28] Ja, genau. Aber deshalb Raum-Devue mit Rama. Man denkt da natürlich an irgendeine Halbfettmargarine, aber es wird dann erklärt, warum das Ding Rama heißt. Also, wir befinden uns im 22. Jahrhundert und ein außerirdisches Raumschiff in Form eines mehr als 50 Kilometer langen Zylinders durchquert unser Sonnensystem. Und dann ist man natürlich total baff. okay, wir sind nicht alleine im Universum, also es stellt sich sehr schnell heraus, das ist ein, das ist nicht irgendein Komet oder Meteor oder sonst was, sondern das ist tatsächlich ein außerirdisches Artefakt. Das Ding ist, das sieht man auch in den Teleskopen, das ist so regelmäßig gebaut, dass das irgendwie ein Zufallsgebilde sein könnte. Und dann ist man natürlich super gespannt, was das ist. Wir sind nicht alleine im Universum. Was ist das? Kriegen wir Besuch aus dem Weltall? Was ist da los? Und eine Gruppe von Astronauten wird entsandt, um das Raumschiff näher zu untersuchen. Und dann wird eben in dem Roman beschrieben, wie die dieses Ding erkunden, was anfangs einfach nichts weiter als ein, ja, lebloser, unanimierter Hohlzylinder ist, der eine künstliche Schwerkraft durch Tentrifugalkraft erzeugt. Also, man… Man geht halt von der Narbe, also vom Zentrum dieses Zylinders aus, steigt man nach unten zu dem Rand und zusehends nimmt halt das Gefühl von Schwerkraft zu. Und auf dem Boden, was eigentlich die Innenseite einer Dose ist. Jürgen: [7:54] Fühlt man dann so ein Zwölftel Gravitation. Und das wird anfangs auch sehr, muss ich sagen, beeindruckend geschrieben, wie die Astronauten da absteigen und anfangs ist alles dunkel und das Ding scheint völlig unbelebt zu sein und es gibt größere Konstrukte, denen sie dann Städtenamen geben. Jürgen: [8:11] Obwohl sie mit den eigentlichen Städten als Referenz, also das eine Ding heißt Paris, das andere heißt New York, nichts gemein haben. Sondern es scheinen wohl irgendwelche technischen oder industriellen Anlagen zu sein, deren Bedeutung sich aber nicht erschließt. Man sieht keine Ein- oder Ausgänge, man sieht nicht so etwas wie Fahrstraßen oder Schienensysteme. Also all die Versuche, das irgendwie mit menschlicher Industrie zu verbinden, funktionieren nicht. Und man fragt sich, wie sollen die Bewohner dieser Behausung ausgesehen? Aber es wirkt halt völlig unbelebt. Und dann erwacht dieses Ding erstaunlicherweise zum Leben, als es nämlich mit zunehmender Annäherung zur Sonne auftaut. Und dann werden diverse biomechanische Lebensformen aktiv, welche die menschliche Crew zu beobachten und zu erforschen scheint, aber sie eigentlich ignoriert. Also es kommt nicht zu einem außerirdischen Kontakt, dass eine außerirdische Intelligenz mit den Menschen dann irgendwie kommunizieren würde. Also es sind keine Roboterwesen mit Bewusstsein oder sonst was, sondern es scheinen, also heutzutage würde man das als irgendwelche Drohnen bezeichnen. Es sind Drohnen unterschiedlicher Bauformen, Dinge, die an mechanoide Tiere erinnern, wie Riesenkrebse oder so eine Art Weberknechtspinnen und so weiter. Und die scheinen eigentlich nur die Funktion zu haben, irgendwelche Dinge zu erforschen und zu untersuchen oder halt tatsächlich auch Aufräumarbeiten zu übernehmen. Also irgendwelche Sachen einfach zu zerlegen in ihre Bestandteile und dann irgendwie wieder in den Untergrund zu schleppen. Jürgen: [9:37] Ja, und es scheint sich dann auch herauszustellen, dass dieses Ding, die haben das übrigens gar nicht genannt, warum die das Rama genannt haben, man hat das einfach nach einer hinduistischen Gottheit benannt. Man hat einfach gesagt, okay, ja, wir könnten das Ding jetzt irgendwie Merkur, Venus oder sonst wie nennen oder wie man Jupiter-Monde genannt hat und dann hat man irgendwie die Idee gehabt, das Rama zu nennen. Das ist einfach die unspektriere Erklärung des Namens. Soenke: [10:00] Ja, lass mich jetzt mal kurz hier eine Pause machen, damit ich auch mal was zu sagen habe. Also es wurde am Anfang erklärt. Jürgen: [10:06] Ich wollte eigentlich nur mit ein, zwei Sätzen sagen, wie es endet. Aber okay, das können wir auch weglassen. Es endet halt eigentlich unspannend. Soenke: [10:13] Bin überhaupt nicht deiner Meinung. Ich kann, ich mache einen anderen Zusammenfass. Jürgen: [10:16] Ja, dann hau mal raus, komm. Soenke: [10:17] Also erst einmal, es fängt damit an, mit der Erklärung. Die Menschheit hat sich über das Sonnensystem verteilt. Ja, wir sind nicht auf der Venus, wir sind auf dem Merkur, wir sind auf dem Mars, auf dem Mond. Die meisten Menschen sind auf dem Mond, auf der Erde natürlich. Und dann gibt es noch ein paar Monde, die auf den Stationen gibt. Und es gibt verschiedene Einflusssphären. Und natürlich gibt es diese großen Asteroiden, die wir auch kennen aus, wie hieß das? The Expanse. Ja, Erre ist zum Beispiel, und dann wird halt gesagt, ja, und irgendwann sind den Menschen halt für die Asteroiden die Namen ausgegangen. Das ist schon lange passiert bei uns in der Realität. Deswegen hatte ja dieses außerirdische Asteroid, der bei uns gesichtet wurde, einen hawaiianischen Namen, aber in dem Fall haben die dann angefangen mit anderen Göttern und sind irgendwann dann halt bei den indischen Göttern rausgekommen und deswegen heißt diese Asteroid Rama. Also weil es halt ein Asteroid ist und deswegen hat er eine Nummer, in der normalerweise benennst du also Himmelskörper, Asteroiden oder Meteore, sorry, Kometen halt mit Nummern durch und nur die wichtigen kriegen Eigennamen. Und das ist halt ein Besucher, der auf dem Weg durch das Sonnensystem ist und wurde halt erkannt, das ist aber sehr wahrscheinlich was Außerirdisches und deswegen schicken wir das nächste Raumschiff, das ihn gerade noch so erreichen kann, hin und dann wird auf dem Mond so ein. Also es gibt viele Seitenquests, die interessanterweise teilweise ins Nichts verlaufen, also zum Beispiel, aber zu denen komme ich später. Jürgen: [11:43] Ja, okay. Soenke: [11:44] Gut. Aber? Jürgen: [11:45] Referiere mal weiter. Soenke: [11:46] Ich referiere mal weiter. Genau. Und das ist ein Besucher, also das Schiff, der Asteroid wird durch das Sonnensystem durchfliegen und dann kommen sie dann halt an, erforschen den und dann finden sie heraus, dass es doch möglich ist, dass er in eine Erdumlauf, dass er in eine Solarumlaufbahn einschränken würde, so ungefähr zwischen Merkur und Venus. Und dann gibt es natürlich, dann gibt es Angst und einen Plot, um den zu zerstören, das Schiff. Jürgen: [12:16] Ach. Ja. Das habe ich so unter den Tisch fallen lassen, ja. Soenke: [12:20] Ja, und dann gibt es da noch mehrere Enden, drei Enden. Meiner Meinung nach, oder könnten wir auch später dazukommen dann. Was ich ganz schön finde, ist, dass es nicht im Artikel drin steht, aber das ist eindeutig ein O’Neill-Zylinder. So heißen diese Dinger. Jürgen: [12:36] Ah, okay. Das wusste ich nicht. Okay. O’Neill-Zylinder. Soenke: [12:39] Das ist ein O’Neill-Zylinder. Ich habe es verlinkt, aber man kann einfach da gucken. Das ist genau diese es gibt so eine bestimmte Größe, wenn man die dann rotiert, dann kommt man zu dieser Pseudoschwerkraft durch die Fliehkräfte, durch diese Rotationskraft, die dann dich an die Außenwand presst und das finde ich sehr schön, das Ganze sehr, sehr schön beschrieben, da gibt es einen, es ist eigentlich alles Metall, alles ist tot und wer auch immer da drin, also am Anfang denken sie halt, da sind vielleicht Außerirdische drin und dann sehen sie, das ist steril, das heißt, wenn da irgendjemand mal drinnen gewesen ist, ist der vor Millionen, Millionen, Milliarden Jahren schon gestorben und das ist so viel älter, als sich die Menschen das überhaupt vorstellen, kann. Aber es ist halt ein Sarkophag und da ist nur dieses sehr, sehr giftige Wasser, dieser riesige Ozean. Und da ist auch das, wo die Krabben und die Viecher alles reinschmeißen, weil das ist eigentlich deren, man kann sich das so vorstellen wie ein 3D-Drucker. Das ist das Filament, das Druckfilament und daraus erstellen dann die Städte, alles, was sie brauchen, um die Maschine weiter am Laufen zu halten. Und dann, Es gibt auch so ein Reveal, in dem sie sich, also sie finden ganz am Ende, sie finden ein paar Sachen heraus. Das Erste, was sie herausfinden, was sehr interessant ist, ist, wie sich das Ding fortbewegt. Also das ist ein, sie sehen ja keine Raketen von außen, also wissen sie nicht. Jürgen: [13:57] Wie es Space Drive hat. Soenke: [13:58] Ja, es hat einen Space Drive, das irgendwas anderes macht und sie wissen nicht genau was, aber das ist schon extrem cool, dass es das macht. Und mit dem, dass es das hat, können sie dann berechnen, dass es in der Lage ist, dann im Sonnensystem zu bleiben. Und dann bevor sie dann da raus müssen, finden sie auch heraus, indem sie so eine dieser Städte richtig eindringen, indem sie die Wände aufschweißen, dass das eine Art Computergehirn ist, in dem die Baupläne gespeichert sind für alles, was das druckt und sie sehen auch einen Anzug von jemandem, also man könnte davon ausgehen halt, dass wenn das Ding an seinem Ziel ist, dass es dann einfach wieder die Bewohner druckt oder erzeugt, ja. Drucken ist jetzt kein Wort, das da fällt, aber so kann man sich das dann halt vorstellen, dass die auch genauso erzeugt werden wie all die anderen Objekte. Das finde ich sehr schöne Geschichte. So, jetzt würde ich dich fabulieren lassen, bevor ich zu den drei Enden komme und ein paar anderen Sachen. Jürgen: [14:52] Ja, also gut. Ich hätte jetzt eigentlich nur zusammengefasst, man findet halt ein paar Hinweise, das hast du jetzt vorweggenommen, dass es, also außer diese automatisierten Systeme wohl darauf ausgelegt ist, irgendwann wie aus einer Art Archiv- oder Datenbank, Gendatenbank oder sonst was, die eigentlichen Bewohner, die eigentlich lebendigen Bewohner zu regenerieren, was ja auch denkbar wäre. Also was ja auch denkbar wäre für die Eroberung des Weltalls, dass wir eben keine Generationenschiffe bauen, sondern dass wir automatisierte Schiffe bauen, die von alleine dahin fliegen über Jahrhunderte, bis sie dann irgendwann mal ihr Ziel erreichen und dann würden die Menschen aus der Retorte wieder reproduziert. Jürgen: [15:38] Am Zielort. Und es wäre halt keiner menschlichen Crew über Generationen hinweg eingesperrt zuzumuten, diese Reise zu überdauern. Das wäre durchaus denkbar. Es gibt einen ganz, ganz tollen Roman Andymond von dem Ehepaar Weißmüller, der genau diese Geschichte erzählt. Und das muss ich sagen, das ist ein sehr, sehr toller Roman, wo es darum geht, dass halt so ein zu kolonisierender Planet angesteuert wird und dann sind halt zuvor die erste Generation Retortenkinder herangewachsen und die werden halt auch von einer KI-Nanny-Robotern werden die erzogen und zusehends ausgebildet. Und dann gibt es halt in ein paar Jahresabständen gibt es die neuen Generationen von Kindern und als sie dann ankommen an den Planeten, sind die ersten halt so im jungen Erwachsenenalter natürlich alle hochgebildeten Ingenieurswissenschaften und machen sich dann ans Terraforming, um diesen Planeten bewohnbar zu machen, weil der leider dann doch nicht so lebensfähig ist, wie man sich das auf die Ferne so gedacht hat. Aber insgesamt schöne Geschichte und auch sehr gut durchdacht. Und so ähnlich könnte das jetzt hier mit dieser Rama, mit diesem Kolonieschiff halt eben auch sein. Das reimt man sich zusammen. Aber es kommt halt am Ende heraus, die Sonne wird nur zur Beschleunigung verwendet, um sich dann rauszukatapultieren. Jürgen: [16:51] Ich glaube, die steuern eine andere Galaxie an, oder? Also auf jeden Fall, das Schiff Rama verlässt das Sonnensystem wieder. Und außer einem schulterzuckenden, ja nichts Genaues weiß man nicht, war das einfach nur so eine Episode, die aber eigentlich keine nachhaltige Bedeutung für die Menschheit haben wird. Außer, dass sie halt ganz viele Daten gesammelt haben. Soenke: [17:10] Für die Menschheit schon. Jürgen: [17:11] Ja, aber die haben halt ganz viele Daten gesammelt und Proben genommen und so weiter. Und vielleicht, vielleicht, vielleicht kann man davon sich unter Umständen irgendwas abgucken und es bringt der Mensch halt im Longshot vielleicht einen gewissen Technologie-Fortschritt. Aber das ist alles sehr unbestimmt, weil man halt nicht weiß, ob die daraus überhaupt schlau werden, was sie da gefunden haben. Soenke: [17:33] Und das andere ist. Jürgen: [17:34] Das ist die Pointe am Schluss, dass gesagt wird, ja, aber sie haben ja begriffen, die Ramana, so werden die genannt, diese unbekannten Wesen. Soenke: [17:42] Halt, halt, halt, halt, das musst du vorbereiten. Jürgen: [17:44] Das soll ich nicht sagen. Okay, ja, dann sag du das. Soenke: [17:47] Na, erst einmal was anderes. Und zwar, wir haben als erstes, es ist ein Asteroid. Und das Kainasteroid ist ein künstliches Objekt. Vielleicht sind da außerirdische drin. Oder sind alle schon tot. Oh, das Ding schwenkt vielleicht ein und wird ein neuer Satellit des Sonnensystems. Boah, das könnte gefährlich sein, ja. Und dann ist es doch, das ganze Sonnensystem ist nur eine Tankstelle, weil das Ding fliegt in die Corona der Sonne, lädt sich da auf mit Materie, um den Verlust auszugleichen von der Materie, die es über die Jahrmillionen seiner Reise verloren hat und fliegt dann einfach mit höchster Geschwindigkeit weiter. Also war die Erde nur so ein Tankstopp. Und das ist natürlich sehr auf… Jürgen: [18:27] Nicht die Erde, die Sonne. Soenke: [18:29] Die Sonne war so ein Tankstopp, genau. Jürgen: [18:31] Nicht die Erde, die Sonne. Soenke: [18:32] Die Sonne war nur so ein Tankstopp, genau. Und das ist natürlich von der. Soenke: [18:38] Es ist total aufgeladen. Natürlich bringt dir das was. Wir wurden nicht einmal für wichtig genug empfunden, um mit uns zu kommunizieren oder wir wurden einfach ignoriert. Wir waren nicht das, nach was die Ramana gesucht haben. So, in, wir werden sehr oft darauf gestoßen, dass dieses Schiff der Ramana alles in dreifacher Ausfertigung hat. Ja, also jedes System ist dreifach abgesichert, nicht doppelt abgesichert, sondern dreifach abgesichert und dann kommt man halt, man sieht auch die Roboter, alles was die bauen, das ist auch dreifach. Also die haben dann immer dreifache Gelenke, nicht doppelte Gelenke, so wie wir das haben. Es ist nicht symmetrisch, sondern es ist nicht doppelsymmetrisch. Es ist nicht spiegelsymmetrisch, sondern es ist dreifach symmetrisch. Und als sie dann die Rüstung und so sehen in dem Katalog- Computer, dann sehen sie auch, dass die Ramana selbst auch drei Beine, drei Arme und so weiter hatten. Und dann kommt halt der ganz, ganz letzte Clou ist und wir sollten ja eigentlich wissen, die Ramana tun alles dreifach. Das heißt, es müssten noch zwei weitere Rama-Schiffe kommen. Das ist das absolute Ende. Soenke: [19:44] Und das ist das, was du gerade sagen wolltest, was natürlich nichts bringt, wenn man nicht vorher halt gesagt hat, dass die alle halt alles dreifach tun. Ja, gut. So, was mich nicht gestört hat, das ist doch schon ein bisschen. Es werden so Sachen aufgemacht zwischendrin, die, also es ist kaum Charakterzeichnung der Figuren. Die Figuren können plötzlich irgendwelche Sachen aus dem Nichts, weil sie helfen, die Handlung weiter voranzutreiben. Jürgen: [20:09] Ja, das mit dem Luftschiff, mit diesem Luftfahrrad, das fand ich zum Beispiel, sehr an den Haaren herbegezogen. Soenke: [20:15] Es gibt aber auch so Sachen, die reingeworfen werden, wie diese, auf dieser Crew gibt es Schimpansen, die ausgebildet sind fürs Arbeiten im Weltraum und das ist komplett irrelevant. Auch der Schimpansen-Trainer hat nichts zu tun, weil die Schimpansen nichts zu tun haben. Und dann wird, was mich ziemlich gestört hat, ist der, unser Captain, also es ist ja, es gibt Frauen an Bord, aber man hat keinen Sex. Also es ist ganz, man ist ganz strikt. Es wird auch mehrmals in dem Buch gesagt, das ist alles ganz strikt während der Mission, ganz strikt. Und er hat ja eine Frau auf der Erde und auf dem Mars. Jürgen: [20:46] Er hat zwei. Soenke: [20:47] Ja, eine auf dem Mars und eine auf der Erde und auf dem Mond. Keine Ahnung, wo hat er die Frauen? Jürgen: [20:52] Ja, an verschiedenen Orten. Er hat quasi zwei Familien. Soenke: [20:54] Er hat zwei Familien, die wissen das, das ist auch alles okay. Aber trotzdem, er macht sich halt nicht die Mühe oder er macht sich die Mühe, denen Audiogramme zu schicken, also Sprachnachrichten zu schicken, weil man schreibt offensichtlich in der Zukunft nicht mehr und lässt das halt so weg und sagt, dann hat man mal eine Frau, dass er das einfach kopieren kann und an beide schicken kann. Und darauf… Jürgen: [21:14] Finde ich sehr pragmatisch. Das finde ich jetzt wiederum voll sympathisch. Soenke: [21:17] Das finde ich nicht. Das finde ich absolut unsympathisch. So, als Belohnung für den Erfolg der Mission dann wird auch ein neues Kind von ihm dekandiert. Also eine seiner Frauen ist dann schwanger und zwar die auf dem Mars mit einem neuen Sohn. Super gut. Und dann wird gefögelt. Plötzlich so ohne, weil die Mission jetzt ist ja vorbei und die eine Frau ist schwanger, während er nicht da ist. Und dann kommt er und sieht sein Kind und so weiter. Und jetzt kann man ja die andere, die Ärztin, die die ganze Zeit auf dem Schiff war, und es gab überhaupt keine Spannung, gar nichts zwischen denen, überhaupt nichts. Und dann wird gefögelt, weil die Mission ist jetzt ja vorbei. Und dann dachte ich, ja. Jürgen: [21:57] Soll ich dir sagen, dass ich das total vergessen habe? Also wirklich, das war so irrelevant, dass ich es einfach vergessen habe. Soenke: [22:03] Es ist total irrelevant. Es ist total irrelevant. Jürgen: [22:05] Ja, genau. Soenke: [22:05] Ich muss echt sagen, streich den Scheiß doch raus. Das ist eine sehr schöne Geschichte. Aber der Scheiß, da dachte ich mir echt. Das ist wie die Sexszenen in Fifty Shades of Grey. Fifty Shades of Grey ist ein schlechtes Buch. Aber wenn man die Sexszenen raussteigen würde. Jürgen: [22:20] Wäre es natürlich. Nein, der Vergleich ist totaler Quatsch. Also da muss ich dir jetzt widersprechen, Sönke. Der Vergleich ist totaler Quatsch. Fifty Shades ist aus anderen Gründen schlecht. Aber Fifty Shades ist Twilight, was absichtlich keine Sexszenen hat, plus Sexszenen. Und das ist halt einfach völlig absurd. Also Twilight, kitschige Vampirgeschichten für Jugendliche, die noch nicht so weit sind. Du siehst mich jetzt in der Luft Quotation Mark machen. Also die sind noch nicht so weit. Und da wird halt ordentlich auf die Bremse getreten, was das Erotische anbetrifft. Und dann hat E.L. James ganz dreist Fanfiction-mäßig diesen Kram genommen, zu 60 bis 80 Prozent die Texte plagiiert. Ja, und dann einfach, was da noch mit reingepflanscht. Und das ist dann einfach noch schlechter gemacht. Genau, wir haben da schon ein paar Mal drüber geredet, aber dieser Vergleich, der passt einfach überhaupt nicht. Soenke: [23:13] Nein, das passt auch nicht. Ich wollte damit nur sagen, es ist wirklich was, was hätte der Schere zum Opfer fallen müssen. Und ich frage mich, was für eine komische Zeit das war, in der man das hat drinnen gelassen. Jürgen: [23:23] Wir haben zuletzt über Termination Shock geredet, einen etwas deutlich moderneren Roman und da war die Charakterzeichnung auch so ein bisschen schwach. Wir haben diese niederländische Aristokratin, die als Witwe eigentlich auch sehr enthaltsam asketisch lebt und dann auf einmal, weil sie in Anführungszeichen auf Urlaub ist. Jürgen: [23:46] Kriegt sie von ihrer Tochter per Emojis den Tipp gegeben, kümmere dich auch mal um, dass du mal wieder Vitamin D kriegst. Und das wird auch von der Kritik ja nicht anerkennend kommentiert, dass das eigentlich ziemlich blöd ist, dass man das weglassen kann. Und hier ist es halt so, man merkt diesem Roman halt an, dass der schon sehr, sehr angestaubt ist, weil dieser… Diese Charakterbildung, pass auf, diese Charakterbildung, also dass die alle so total konturlos sind, dass da irgendwelche Figuren auftauchen, die zuvor im Roman überhaupt keine Verwendung fanden, also sie haben keine Entwicklung durchgemacht und dann tauchen die auf einmal auf, weil sie irgendwas können und dann machen die das und dann verschwinden sie aber auch wieder aus der Handlung. Wie zum Beispiel dieser Typ, der sein komisches Luftfahrrad da auf das Raumschiff geschmuggelt hat. Yes, es ist das abstrus. Und das kommt halt mehrmals so vor. Und die Figuren sind einfach unfassbar flach. Und das würde man heute halt nicht mehr so schreiben. Sondern heute würde man viel mehr darin investieren, den Figuren Hintergrund und Tiefe zu verleihen. Wobei ich dann auch leider Gottes sagen muss, dass ich da manchmal auch mit den Augen rolle. Wo ich mir denke so, boah, ja, ist okay, du hattest eine schwierige Kindheit und du bist über deinen Ex noch nicht hinweg und den rollst du mit den Augen und denk mir, ja, okay, ich hab dich jetzt kennengelernt und jetzt hätte ich gerne mal ein bisschen mehr Handlung. Also es schlägt, das Pendel schlägt im Moment nach meinem Empfinden zu sehr in die andere Richtung aus. Soenke: [25:12] Kommt drauf an, was du liest. Jürgen: [25:14] Ja, oder was mir zugemutet wird. Keine Ahnung. Aber man hätte da irgendwie so eine Mischung finden können zwischen dem auch heutzutage sehr outdated geschriebenen, so mag man vielleicht Anfang der 70er Jahre geschrieben haben. Ich kenne mich da zu wenig mit aus. Es hat sehr viel Wert auf die Technik und die Beschreibung gelegt und so weiter. Und die Figuren, die da durch die Kulisse marschieren, sind einfach nur Erfüllungsgehilfen für den nächsten Reveal. Und es ist eigentlich egal. Man könnte fast sagen, außer dass keiner stirbt, sind es lauter Red Shirts, die da rumlaufen. So fühlt sich das eigentlich an. Es ist so wie eine Star Trek Episode, nur es stirbt halt keiner, um die Dramatik oder die Bedrohlichkeit der Situation noch etwas zu verschärfen. Normalerweise geht ja immer irgendein Red Shirt drauf und das fehlt halt. Wird auch extra erwähnt, dass der Käpt’n voll stolz ist, dass seine ganze Crew überhaupt nicht durch Schaden gekommen ist. Yippie aiei. Soenke: [26:07] Das letzte Mal, weil das vielleicht ein bisschen untergeht, ist ein fantastisches Buch. Dieses Erkunden des O’Neill-Zylinders ist fantastisch gut geschrieben. Und finde ich, merkt man dem nicht an, dass das so alt ist, aber halt an diesen Charakterzeichnungen. Und du hast recht, bei Termination Shock habe ich drüber weggelesen und habe gedacht, okay, fein, muss nicht sein. Ich glaube, einmal habe ich bei diesem Vitamin D, da musste ich auch kurz mal das weglegen und facepalmen. Aber abgesehen davon ging es. und ich muss aber sagen, wahrscheinlich würde ich das in 50, 70 Jahren genauso scheiße finden, wie das da, ja? Das ist so, keine Ahnung, ich will nicht in einer Welt boah, es ist so geil, ich habe zwei Frauen auf zwei verschiedenen Kontinenten, weil ich bin Seemann und die haben halt Frauen in jedem Port und jetzt fick ich die Ärztin da, boah, super, weißt du, warum, ja, das ist so, brauche ich nicht, brauche ich nicht, musst du mir nicht sagen. Jürgen: [27:10] Ja, ich frage mich. Soenke: [27:12] Es ist so unmotiviert. Es ist so, als ob jemand zu dir kommt. Nein, lass mich ganz kurz. Es ist so wirklich, als ob jemand zu dir kommt, weißt nicht, du stehst an der Bushaltestelle oder so und wartest, Und dann kommt jemand zu dir und sagt, ich stehe auf Analsex. Soenke: [27:27] Das ist genau das Gefühl, das mich anders hat. Was? Warum? Musstest du mir das jetzt sagen? Das brauchte ich nicht. Ich kenne dich nicht. Was soll das? Hast du mich verwechselt mit wem? Jürgen: [27:37] Lass mich auch in Ruhe damit. Ja, also pass auf. Also meiner Meinung nach versucht ja Science Fiction zweierlei Dinge. Das eine ist, diese Was-wäre-wenn-Frage zu stellen. Denn wo könnten wir uns technisch hinentwickeln? Was wird irgendwann möglich und machbar sein? Das ist halt so diese, das ist auch das, was gerne hard SF genannt wird. Ist das abgesichert? Ist das machbar? Ist das realistisch? Kann das irgendwie so sein? Das ist das eine. Und das andere, das ist natürlich so Prognosen, die Gesellschaft betreffend oder auch das Individuum als Teil der Gesellschaft. So, wo könnten wir uns hinentwickeln? Auch im Sinne von, wie wird das Beziehungsleben der Zukunft aussehen? Und dann ist das halt sowas wie eine Side-Note. Ja, übrigens in der Zukunft haben wir diesen Monogamie-Zwang überwunden und wir sind jetzt total offen und bläh, aber es wird ja gar nicht ausgekleidet. Es wird ja nur festgestellt, ja, die sind auch alle total fein damit. Und dann kriegt man das halt so ungefragt gedrückt, obwohl es wirklich überhaupt keine Relevanz für diese gesamte Geschichte hat. Also man hätte das weglassen können, weil es halt für das Worldbuilding, diesen, wie heißt die Dose nochmal? Soenke: [28:47] Die O’Neill-Zylinder. Jürgen: [28:49] Dieser O’Neill-Zylinder, darum geht es halt. Es geht halt um dieses Wunderwerk, boah, was haben Außerirdische da gebaut, was ist das für ein cooles Ding, wie funktioniert das? Und das lässt einen natürlich mit offenem Mund staunen und das ist ja schon, das ist ja genug raumeinnebend im doppelten Sinne in der Handlung und dann braucht man diese Side Note, dass zu Hause zwei Frauen warten, denen man dann Sprachnachrichten schickt, das kann man komplett weglassen, denn es gibt ja sowieso überhaupt keinen Konflikt, gar keinen zwischenmännlichen Konflikt, die Figuren sind alle so dermaßen flach, das ist eben das, was es so langweilig macht, leider. Jürgen: [29:25] Dem Ganzen fehlt an Spannung, doch dem Ganzen fehlt an Spannung, weil ich mich die ganze Zeit beim Hören gefragt habe, wo ist der Konflikt? Denn auch Bedrohung ist nicht. Die Außerirdischen bzw. die Roboter ignorieren uns, sie sind keine Bedrohung. Und by the way, ich habe es noch mal kurz nachgeschlagen, ich habe den schon mal gehört, Dr. Andreas Anton von der IGPP Freiburg, ich weiß leider nicht, wofür die Abkürzung steht, der macht eine Vortragsreihe mit dem Titel Extraterrestrische Intelligenzen und die Folgen des Erstkontaktes. Ich habe den mal gehört auf der Mind Academy und der wird beim Astronomieverein in Trebur, wird dann nochmal den gleichen Vortrag halten. Und zwar geht es darum, also wirklich diese Frage zu stellen, was wäre denn, wenn es wirklich zu einem Erstkontakt kommen würde? Wie würde die Welt darauf reagieren? Und das Fazit, was er zieht, ist, dass das, was so Blockbuster-Filme wie Independence Day oder sonst was uns zeigen, leider Gottes das realistischste Szenario ist. man, Muss leider damit rechnen, dass insbesondere die großen Atomnationen den präventiven Erstschlag wählen würden. Denn im Sinne von, kennen wir nicht, könnte gefährlich sein, hau mir Sicherheitshaber mal drauf. Das ist das Wahrscheinlichste, was passieren wird. Und dass das dann mittendrin kam, also dass dann diese sowieso raubeinigen, von welcher Welt waren die nochmal? Soenke: [30:48] Die Merkura. Jürgen: [30:49] Ja, die Merkura, die raubeinigen Merkura, weil diese Welt eh so lebensfeindlich ist. sind die Leute eh so raubeinig geworden. Da werden die so ein bisschen charakterisiert. Und dann ist es halt vollkommen klar, dass die diese Haume-Sicherheits-Haber-mal-Drauf-Policy fahren. Und die bauen dann halt eine Bombe, versuchen die auf Rama zu schmeißen und, wenig überraschend, wird die natürlich dann doch entschärft. Also, das ist abgewendet. Ja, also, leider auch jetzt nicht so wirklich spannend, weil das leider sehr voraussehbar war, muss ich schon sagen. Soenke: [31:17] Ja, ich brauche das doch nicht. Jürgen: [31:18] Ja, aber ansonsten gab es halt keinen Konflikt. Es gibt keine Bedrohung, weil die ignorieren uns. Soenke: [31:22] Das ist korrekt. Jürgen: [31:22] Es gibt keine Bombe, es gibt keine Versäuchung, nix, ne, ist einfach nix, ne, da fliegt da was vorbei, man guckt sich das an und sagt dann schon so, ja, okay, ne, gucken wir mal, ob das uns vielleicht irgendwie was bringt, dass man hätte das Ganze, also, man hätte das Ganze auch völlig anders aufziehen können, nämlich wie, na, sag schon, wie diese Stargate-Geschichte, also, dass man irgendwo in der Wüste irgendwas ausbuddelt und feststellt, ups, da liegt auf der Erde ein außerirdisches Artefakt rum, und jetzt gucken wir mal, ob wir das verstehen, ne, und ob wir daraus was machen können. Das würde genauso funktionieren, denn wenn man nicht draus schlau wird, dann kann man halt nur rumrätseln und kann zum Schluss sagen, ja, okay, nichts hinaus weiß man nicht. Eine Kultur, die schon lange tot ist, hat jetzt eigentlich keine Nachwirkungen und Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und ja, ist halt so. Das wäre genau der gleiche Payoff, nämlich erst mal gar keiner. Soenke: [32:06] Gut, es gibt sehr wenig Romane, die diese drei Preise so gleich gewonnen haben. Den Hugo, den Publikumspreis und den Lotus und der Nebula, die sind ja mehr so Fachpreise. Und ein anderer davon heißt Gateway von, ich habe den Namen vergessen, Paul, glaube ich, Frederick Paul, haut mich nicht. Jürgen: [32:28] Frederick Paul, es gibt einen Autor, der heißt so, ja. Soenke: [32:31] Ja, fantastisch. Und er hat einen Roman geschrieben, Gateway, da ist auch eine Serie dann daraus geworden, aber die ist von ihm. Und in dem ersten Roman, die Menschheit hat beim Auskundschaften Sonnensystems ein Asteroiden gefunden, diesen Asteroiden nennen sie Gateway. Und auf diesem Asteroiden sind ein Haufen Raumschiffe rumstehen. Es gibt keine Ahnung, wer die gehört, aber wir können ungefähr sagen, dass diese Wesen kleiner waren als wir, sehr wahrscheinlich behaart, weil man ein paar Sachen gefunden hat und du kannst halt in diese Raumschiffe rein und was sie rausgefunden haben, ist, wie man sie startet. Und dann fliegen die weg und kommen auch wieder zurück. Aber du weißt nicht, wie lange du weg bist. Du weißt nicht, wo sie hingehen. Du weißt nichts davon. Jürgen: [33:12] Ich habe gerade die Wikipedia geöffnet. Das ist ungefähr genauso alt. Gateway ist von 77 und dann 78 Jugu gewonnen und so weiter. Soenke: [33:19] Es ist eine ähnliche Geschichte. Ja, die hat dann ein bisschen einen Konflikt, weil die Hauptfigur hat eine Liebschaft und die Liebschaft geht irgendwie verloren oder stirbt. Und das Ganze wird im Nachhinein aus seinen Erinnerungen geschrieben. Und du weißt, er ist super reich damit geworden durch irgendwas, was er gefunden hat. Das sind also alles so Glücksritter, weil wenn man was Besonderes findet, Technologie oder Planeten oder so, dann kann man davon schon ziemlich reich werden. Ist egal, aber die ganze Geschichtsaufbau ist ziemlich ähnlich zu dem hier, in dem du eigentlich stehst halt vor einem Wunder, was diese Gateway Asteroid ist und die Technologie und du fragst dich immer, werden wir herausfinden. Ähnlich ist es auch in Picknick am Weddegesrand. Jürgen: [34:00] Genau, Roadside Picknick, genau das Film ist auch gerade Genau. Soenke: [34:02] Was wir auch hier besprochen haben, die Außerirdischen sind wie Götter, du kannst nicht wirklich sagen, wieso sie irgendetwas tun und du bist halt komplett fasziniert und diese Faszination des O’Neill-Zylinders und der Ramiana Ramans hat sich bei mir auch eingestellt. So, jetzt habe ich natürlich gefragt, wenn das Ganze weitergeht, wie geht es denn weiter? Dann habt ihr auf Wikipedia, nur auf Wikipedia, die sehr kurzen Beschreibungen durchgelesen und daran möchte ich euch jetzt kurz teilhaben lassen, damit ihr das nicht machen müsst. Jürgen: [34:31] Oh ja, lass mal hören. Soenke: [34:31] Ja, also in Rama 2 kommt natürlich… Jürgen: [34:33] Um es uns zu ersparen, ja. Soenke: [34:35] In Rama 2 kommt natürlich Rama 2. Und das ist 70 Jahre spät, das heißt, alle sind tot. 16 Jahre ist her, den ersten muss eh keiner gelesen haben. In Rama 2 kommt der zweite Onilzylinder durchs Sonnensystem. Wissen wir ja schon das Spiel. Wir wissen ja auch, was wir uns einlassen müssen. Also wird eine zweite, Expedition losgeschickt, irgendwie stirbt dann der Expeditionsleiter dabei und man kann trotzdem das Ganze machen und am Ende halt bleiben ein paar Leute in dem Zylinder zurück, weil sie es nicht schaffen zu entkommen und fliegen dann mit den Zylinder aus dem Sonnensystem raus. Das Rama 2, das ist echt, hättest du mich gefragt, was ich als zweites Buch schreiben würde, hätte ich genau das geschrieben. Echt, ohne Spaß. Das ist absolut, was hätte sein müssen. Garden of Rama. Soenke: [35:19] Dieser Rama Zylinder erreicht mit den Nachkommen, also nur eine Generation, mit den Nachkommen der Leute, die draufgeblieben sind, einen Note, einen Hub, also einen Weltraum, Bahnhof. Und dann wird Kommunikation mit diesen Ramanianern aufgerufen, die testen die Menschen und entscheiden dann, dass es sinnvoll ist, oder dass es okay wäre, mit den Menschen eine Kommunikation aufzubauen und schicken den O’Neill Zylinder zurück. Jetzt habe ich vergessen, also der Lister heißt Rama Revealed und ich tue das jetzt mal zusammen, weil ich nicht genau weiß, wann welche Geschichte aufhört. Auf der Erde werden dann Leute, werden dann die Besten der Besten ausgesucht, um auf den Zylinder mitzureisen, zurück zu diesem Hub und dann halt diese Tests der Ramanianer über sich ergehen zu lassen oder mitzumachen und dann halt die Botschafter der Erde zu sein. Aus irgendwelchen Gründen halten diese Leute das aber für einen Hoax. I don’t know, why you ein 50 Kilometer Schiff für einen Hoax hältst und es sind dann auch plötzlich halt andere, wie gesagt, ich habe nur die Zusammenfassung gelesen, die nicht besonders gut sind. Und das sind aber plötzlich auch andere Außerirdische halt auf dem Schiff während der Reise. So, wir befinden uns jetzt also auf der Reise zurück zu den Hub und es gibt mindestens zwei andere Rassen auf diesem Schiff. Und was passiert dann mit den Menschen? Natürlich versuchen sie eine der anderen Rassen auszulöschen und dann gibt es einen schönen Krieg. Am Endeffekt kommen wir alle an auf diesem Hub wieder. Die Menschen werden geteilt in die. Soenke: [36:42] Außerirdisch feindlichen Menschen und in die außerirdisch nicht feindlichen Menschen. Die außerirdisch feindlichen Menschen dürfen nie wieder mit Außerirdischen in Berührung kommen und werden so irgendwie isoliert auf dieser Station oder auf dem und die anderen werden dann aufgenommen in die was auch immer und dann kommt noch irgendein großer Reveal, der nicht auf Wikipedia steht. Was mich nur so minimal enttäuscht war, bei dem Quatsch, den ich da gelesen habe, glaube ich nicht. Es ist so enttäuschend wie bei Dune, dass am Ende doch die AI alle nochmal da war, dass es nochmal einen AI-Overlord gab am Ende. Das war auch bei DUNE echt kacke. Jürgen: [37:18] Ich habe derweil mal den O’Neill-Zylinder nachgeschlagen. Da gibt es natürlich einen Wikipedia-Eintrag zu. Das liegt alles relativ zeitlich da beieinander. Hier steht, das ist ein Konzept von dem US-amerikanischen Physiker Gerard K. O’Neill und zwar 1976 auch erschienen. Also wir sind immer in der zweiten Hälfte der 70er Jahre. Oder das eine war erste Hälfte 70er Jahre. Also wir sind immer in den 70er Jahren. Und wenn man weiterliest, stellt man aber fest, dass die Idee schon noch ein bisschen älter ist. Denn bereits 1954 gab es den deutschen Wissenschaftler Hermann Obert, der in seinem Buch Menschen im Weltraum, neue Projekte für Rad geht. Dann auch so was. Also eigentlich müsste das Ding Obert-Zylinder heißen. Jürgen: [38:01] Und dann gab es in 1970 von Larry Niven, oder Neifen, ich weiß gar nicht, wie man den ausspricht, gibt es den Roman Ringworld, der auch so ein ähnliches Konzept schon beschreibt. Also eigentlich ist Clark nicht der Erste. Er hat es vielleicht am Polersten gemacht, Aber mich hat ja jetzt einfach mal interessiert, wie alt diese Idee schon ist. Das ist ja genauso wie mit dem Weltraumaufzug oder Dyson-Sphäre oder von Neumann-Sonden. Also es gibt so Dinge, die werden immer wieder gerne genommen in Science-Fiction-Romanen, immer wenn es um Think Big geht. Und dass das Ding O’Neill-Zylinder heißt, das habe ich jetzt auch neu gelernt. Danke dir dafür, Sönke. Und mich hat einfach nur mal interessiert, wie alt ist diese Idee? Also sie reicht so von Aufzeichnungen her bis in die 1950er Jahre zurück. Populär gemacht wurde sie eigentlich in den 1970ern. So kann man das zusammenfassen. Und richtig visuell, richtig cool gemacht, sieht man das zum Beispiel am Ende von Interstellar. Soenke: [38:57] Ah, scheiße. Wollte ich gerade sagen, ob dir das aufgefallen ist. Jürgen: [38:59] Da sieht man so ein Ding, wie cool das aussehen könnte. Genau. Soenke: [39:05] Also O’Neill-Zylinder sind also im Eschbachs Herr aller Dinge, da gibt es auch O’Neill-Zylinder. Da werden sie nur beschrieben. Er schickt dann eine Sonde mit seinen Naniten. Also, ich habe wahrscheinlich nicht drüber gesprochen, aber ein sehr gutes Buch mit einem Riesenaufbau, mit einem Ende, an das ich mich nicht erinnere. Also kann es nicht so gut gewesen sein. Es geht generell darum, auf dem Erde werden Naniten gefunden und ein Wissenschaftler bekommt dann die, Fähigkeit, diese Naniten zu kontrollieren und er schickt eine Sonde in den Asteroidengürtel und die bauen da O’Neill-Zylinder, um halt die Überbevölkerungsprobleme zu lösen. Diese Idee ist, du bringst die O’Neill-Zylinder in bestimmte Lagrange-Punkte, wo man dann gut auch, Sonnenenergie abzweigen kann, um die energetisch halt zu stabil zu halten und dann sind das eigentlich so megacoole Maschinen, aber da wird auch in der Geschichte wird das halt aufgebaut und dann vergessen. Anyway, deswegen haben wir auch nie über das Buch oder haben wir vielleicht drüber gesprochen, ich weiß es nicht. Jürgen: [40:06] Nee, haben wir nicht. Aber wir haben schon ein paar Mal erwähnt den Roman Delta V. Da wird das auch gemacht in klein Format sozusagen. Soenke: [40:17] Wie wir über Delta V reden, ich weiß, wie sehr du das liebst. Ich finde den auch super gut. Warum haben wir den eigentlich besprochen? Nee, haben wir nicht. Wir haben so oft drüber gesprochen und das zählt eigentlich als Besprechung. Jürgen: [40:27] Ja, weil es eigentlich nicht lohnt. Delta V und Critical Mass ist eigentlich, nein, pass auf, ist eigentlich so, man könnte sagen, ich würde es einen Konzeptroman nennen, weil es da weniger um die Charakterentwicklung und um irgendeinen, persönlichen Konflikt geht, sondern einfach, dass um eine Idee, eine Utopie, was technisch machbar sein könnte, wurde halt eine Story drumrum gebaut. Und gerade in der Fortsetzung, also da fand ich es sehr voraussehbar, wo ich mir sagte, okay, der wird jetzt da auf der Mondoberfläche einen Unfall haben. Also ich wusste das schon, bevor es passiert. Und genau das ist dann genau so passiert, wie ich es mir gedacht habe. Soenke: [41:03] Ist aber egal, genau wie hier ist es auch egal. Es ist auch so, ich würde sagen, so ein Konzept, dann gibt es diese Idee. Jürgen: [41:08] Genau, es ist egal. Die Figuren sind so flach, als dass man jetzt großartig Mitgefühl für die haben könnte. Das ist eben, das ist der Haken bei solchen, ich nenne es mal Konzeptromant, ich weiß nicht, ob das der richtige Begriff dafür ist, aber ja, das ist dann manchmal so. Man kann da nicht alles haben. Entweder hast du halt tolle Figuren, mit denen du mitfühlst und mitempfindest und dann fällt die Story dahinter ab, beziehungsweise das Worldbuilding ist nicht so dolle oder die Idee an sich hat irgendwie ihre logischen Lücken. Man kann halt schwerlich alles auf einmal hinkriegen. Jürgen: [41:34] Gebt mir übrigens bei Dune auch so. Gebt mir bei Dune übrigens auch so, schon direkt im ersten Roman. Die erste Hälfte ist toll und dann stürzt der Roman in der zweiten Hälfte so ab. Meine Güte. Aber, naja, was weiß ich schon. Dass ich den besten und erfolgreichsten Science-Fiction-Roman aller Zeiten nicht zu würdigen weiß. Soenke: [41:50] Wobei du sagst, man kann nicht alles sagen. Jürgen: [41:52] Ja, es geht mir bei Rama halt auch so. Mag sein, dass er viele Preise gewonnen hat, aber im Nachhinein denke ich mir so, meh. Ja, egal. Soenke: [41:59] Man kann nicht alles haben. Morning Glory, Milking Farm, gell? Ich habe dich nicht gezwungen, das zu lesen, aber da ist alles dran. Jürgen: [42:07] Ja, dass ich mich da durchgequält habe. Soenke: [42:09] Hast du das gelesen? Jürgen: [42:11] Nein, ich habe es mir vorlesen lassen und ich habe mich durchgequält. Aber ich muss auch wirklich sagen, so nach einem Drittel hatte ich keinen Bock mehr. Ist das einfallslos. Meine Güte. Also weißt du, guck mal, wenn du, ich nehme jetzt mal ein tolles Buch, wenn du The Constant Rabbit nimmst, dann ist schon das ziemlich cool. Und dann werden so in der Mitte des Romans werden auf einmal noch andere Figuren dazugefügt. Es gibt nicht nur anthropomorphisierte Hasen, sondern natürlich auch Füchse und andere Wesen. Und dann denkst du dir, oh cool, die Welt ist noch cooler bevölkert, als man sich das vorstellt. Und da, also bei dem Milking Farm Roman, oh meine Güte, nicht auszuhalten. Soenke: [42:48] Ja, aber dann könnte man Grey auch… Jürgen: [42:50] Darüber müssen wir jetzt wirklich sprechen. Soenke: [42:52] Aber man könnte Grey dann auch als Konzeptroman, aber der hat halt… Jürgen: [42:56] Was ist ein Konzeptroman? Soenke: [42:58] Man könnte Grey… Du erfährst ja auch die Welt. Auch von Fjord. Ja, der tolle. Jürgen: [43:06] Ach so, Jasper Ford. Ja, Entschuldigung. Du meinst, nein, nein, der heißt nicht Grey. Der erste heißt Shades of Grey und der zweite heißt Red Side Story. Oder halt Grau und Rot. So heißen sie auf Deutsch. Ganz minimalistisch. Soenke: [43:19] Egal, über die haben wir gesprochen. Könnt ihr hören. Wenn der dritte rauskommt. Jürgen: [43:22] Die zweiteilige Trilogie. Soenke: [43:24] Wenn der dritte rauskommt, dann können wir die anderen ja als rewrite. Als re-reading. Jürgen: [43:30] Da wäre ich total baff, wenn er da noch was draus macht. Da wäre ich total baff. Ich fand den richtig coolen Twist am Ende, das fand ich richtig witzig gemacht, dass du erst am Ende raffst, dass die eigentlich alle so Kindergestalt haben. Also, dass die von ihrer Physiognomie ganz, ganz anders sind, als man sie sich die gesamte Zeit vorgestellt hat. Soenke: [43:49] Weil das kam im Shades of Grey überhaupt nicht vor. Jürgen: [43:54] Weil die so zwergig sind und auf einmal, sie sind so zwergig und haben so Ballonköpfe. Die sehen eigentlich aus wie Kinder. Das ist voll lustig, dass das am Schluss erst verraten wird. Weil du dann so in der Rückschau… Die ganzen Bilder, die du im Kopf hast, musst du alle umchiffrieren, umcodieren. Okay, witzig. Soenke: [44:09] Aber es wird in Redside mehr angedeutet als in Grey. Aber bei mir liegt auch einiges dazwischen. Also ich hatte schon in Redside dann das Gefühl, dass irgendwas mit denen anders ist. Ah, das hatte ich in Grey nicht. In Grey dachte ich, das sei nicht. Jürgen: [44:27] Aber ich finde es toll, dass sein Redside-Story so viele Sachen auflöst. Soenke: [44:31] Ja. Jürgen: [44:32] Ganz viele lose Enden auflöst, wo ich mir denke, boah, ist das cool. Und ich weiß gar nicht, ob er bei dem ersten Roman das alles schon im Kopf hatte, sondern dass er sich im ersten Roman einfach nur was Weirdes ausgedacht hat und dann im Nachhinein überlegt hat, okay, wie finde ich das eine plausible Erklärung für all das? Also Hut ab. Soenke: [44:48] Ich kann es nicht sagen, aber Hut ab. Jürgen: [44:51] Richtig geil gemacht. Soenke: [44:51] Oh, Ringworld habe ich auch. Also ich weiß noch nicht warum, also Ringworld ist auch auf einer dieser Listen, also Ringworld habe ich auch gehört und es ist schon ein bisschen anders, aber es ist auch ganz interessant, es ist aber vom Konzept her ähnlich. Jürgen: [45:04] Lass mich fragen, fällt Ringwelt, fängt Ringwelt damit an, dass das eher in so einer Mittelalterwelt spielt und dann macht sich jemand auf zu den anderen Welten, ist das so? Soenke: [45:12] Nein. Jürgen: [45:12] Dann habe ich dann nämlich okay, dann ist das irgendwas anderes, weil, also ich habe so einen Roman angefangen, das war wohl auch Teil eines Zyklus und das hat mir einfach nicht gefallen, dann hatte ich einfach keine Lust mehr, mich weiter damit zu beschäftigen. Ja, okay, dann verwechsel ich das. Soenke: [45:27] Also die Menschheit hatte einen Krieg gegen so, sagen wir mal so, irgendeine Kriegerkultur und wir wären fast ausgelöscht worden von denen und dann ist aber so eine andere, ist irgendwas passiert und jetzt leben wir in, relativ stabilen Frieden mit denen. Und es gibt auch so eine dritte Rasse, die wir kennen und das sind so Vögel mit zwei Köpfen und wir wissen aber nicht, wo deren Heimatwelt sich befindet. Und einer von denen kommt und sucht halt einen sehr alten Menschen und eine sehr junge Frau, die auch in so einer Art Liebesbeziehung miteinander sind und einen von diesen, Kriegern und bietet denen an ein Abenteuer. Also es geht um ein Abenteuer. Und dieses Abenteuer ist, sie haben diese, sie haben etwas gefunden, das ist eine Ringwelt. Und was bedeutet das? Dass in dem Sonnensystem existiert nichts außer ein Ring um die Sonne. Ja, also ein Dyson-Ring. Und kein Dyson-Sphäre oder kein Dyson-Schwarm, sondern ein Ring. Und dafür, um den zu bauen, haben sie alle anderen Planeten abgebaut. Und wenn das jemand sich lesen möchte, das ist ein sehr alter Roman, könnt ihr googeln, dann solltet ihr jetzt wirklich aufhören, weil ich spoiler jetzt den Shit aus, den Ding. Soenke: [46:50] Wie diese zweiköpfigen Vögel, ja, deren gesamtes Sonnensystem bewegt, also das erfährt man ziemlich am Anfang, dieses gesamte Sonnensystem von dem bewegt sich aus unserer Galaxie raus. Ja, die haben das Sonnensystem beschleunigt und als sie das halt, deswegen konnten sie diese Ringwelt sehen, Und die haben halt die schnellsten Schiffe überhaupt und die sind auch verantwortlich dafür, dass diese kriegerische Zivilisation ein bisschen weniger kriegerisch ist und sie sind auch dafür verantwortlich, dass die Menschen überlebt haben und die züchten. Und zwar, diese Krieger wurden natürlich darauf gezüchtet, extrem stark und kriegerisch zu sein, aber jetzt rate mal, auf was sie die Menschen gezüchtet haben. Jürgen: [47:32] Besonders smart zu sein oder als Futter zu dienen für mächtigere Wesen, keine Ahnung. Soenke: [47:39] Glück, to be lucky. Jürgen: [47:41] Glücklich sein. Soenke: [47:42] Nicht glücklich sein, sondern Glück zu haben. Und das hat auch der Hauptcharakter, das ist absolut… Jürgen: [47:46] Als Eigenschaft. Soenke: [47:47] Ja, als Eigenschaft, ja. Das ist absolut bescheuert. Dann erklärt er halt so statistisch, dass er 100 Generationen halt von dem Mädchen, das dabei ist, haben in der Geburtenlotterie gewonnen. Und das ist unmöglich. und trotzdem ist das so, du kannst 100 Generationen in ihrem zurückgehen und die haben alle in der Geburtenliteration gewonnen und diese Dame hat halt den ganzen Roman Herr Glück also der ganze Roman bewegt sich nur darum, dass sie Glück hat und am Ende stellt sich heraus also was auch, genau genau. Soenke: [48:29] Ganz genau, Diese Ringwelt ist deswegen interessant. Also warum fliegt das das Sonnensystem dieser Außerirdischen weg? Warum? Weil, das wissen wir nicht, aber die wissen das schon, der Kern der Mechstraße ist explodiert vor 10.000 Jahren oder so. Nur ist das Lichtgeschwindigkeit auch nur Lichtgeschwindigkeit und deswegen dauert das 100.000 Jahre oder whatever. Also so viel, wie es Lichtjahre sind von bis raus zu uns und die versuchen halt zu entkommen und diese Ringwelt, dieser Ring der Ringwelt besteht aus einem Material, das der sterilisierenden Neutronenstrahlung der Kernexplosion des Sonnensystems gewappnet ist. Und diese Ringwelt steht tatsächlich so… Jürgen: [49:19] Der Galaxie. Soenke: [49:20] Der Galaxie, des Galaxienkerns. Ja, des Galaxienkerns. Auf jeden Fall steht dieses, Auf jeden Fall steht die halt auch mit der Unterseite zum Kern der Galaxie. Das heißt, alle Leute auf der Ringwelt werden überleben und damit auch das Mädchen. Und deswegen wurde diese Ringwelt gefunden. Jürgen: [49:37] Weil sie ja so lucky ist. Soenke: [49:38] Korrekt. weil. Jürgen: [49:39] Die ja so. Soenke: [49:40] Ja und das wird dann alles zusammen alles wirklich wirklich alles alles alles jede Begegnung die sie haben mit irgendwen alles was passiert jeder Unfall alles dass diese Außerirdischen alles hat dann nur damit zu tun dass dieses Glück überlebt indem sie halt auf diesem Planeten da geht und sich dann da von diesen natürlich humanoiden menschenaussehenden Typen dann, vergöttern und so weiter lässt jetzt es ist unglaublich es ist so ich hab so Lust. Jürgen: [50:05] Das zu lesen nämlich gar nicht. Soenke: [50:06] Ja ich weiß deswegen hab ich gesagt ja Ja. Jürgen: [50:10] Okay. Soenke: [50:10] Also es ist Ringwelt. Jürgen: [50:12] Mhm, okay. Ja, nee. Soenke: [50:14] Ich habe keinen Bock auf Kapitelmarken heute. Sollte ich eine Kapitelmarke für Ringwelt setzen? Dann müsste man eigentlich auch eine haben für… Jürgen: [50:23] Spoiler-Marke müsste es so setzen oder so. Soenke: [50:25] Ja, die Leute können das. Die Leute. Müsst ihr natürlich auch eine haben, natürlich, für Gateway und für Milkingfarm, aber… Jürgen: [50:33] Und für andere lesenswerte Nachschlagewerte. Wir machen uns ja nicht mehr so Mühe mit den Shownotes. Soenke: [50:40] Doch, Shownotes werden gemacht, nur nicht von dir. Jürgen: [50:44] Okay, ja, das ist richtig. Also von mir aus kann ich da bei Gelegenheit auch mal wieder was einpflegen. Soenke: [50:52] Ja, kannst du auch. Okay, ich denke, das war’s. Mehr haben wir nicht zu sagen. Schöner Roman erwartet keine Charakterstudien oder Shakespearean, aber es ist sehr schön, wenn man, es ist auf jeden Fall eine Höhe- und Leseempfehlung für einen sehr alten Roman. Jürgen: [51:08] Ja, kann man halt mal so wegsnacken, sozusagen. Ich kenne so wenig von Arthur C. Soenke: [51:15] Clarke. Ich muss echt überlegen. Jürgen: [51:16] Ob ich da überhaupt ein anderes Werk von dem kenne. Soenke: [51:18] 36 Stunden Kurzgeschichten und ich muss sagen, das ist das Beste dieser Roman. Jürgen: [51:24] Puh, ja, dann habe ich auch keine Lust mehr, andere Sachen zu geben. Ich wünsche, ich hätte nochmal gerne so ein Talent wie Ted Chiang oder so. Wir könnten mal uns über Ken Liu hermachen. Der hat doch auch ein paar Geschichten geschrieben. Warum beschäftigen wir uns? Gibt es von dem eine Anthologie? Da könnten wir uns doch die rauspicken. Soenke: [51:41] Irgendwas mit Tiger? Jürgen: [51:44] Es gibt halt diese eine mit den Hoolijin. die in Love, Death and Robots verarbeitet wurde. Das ist aber meines Wissens die einzige Geschichte, die ich von ihm dann kenne. Also diese Adaption als Silk-Punk-Film, der sehr, sehr geil durchdesignt ist. Soenke: [52:00] Die Anthologie heißt Paper Maché? Paper… Es ist ein Wort für eine Kollektion von Papiertieren. Und es ist eine sehr traurige Geschichte über, das ist dann keine richtige Science-Fiction-Geschichte, sondern es ist darum, dass seine Mutter die Fähigkeit hat, Papiertiere lebendig werden zu lassen. Und es ist dann, ja, was ist sehr traurig, ist eigentlich so eine Geschichte, weil die Mutter irgendwie verschleppt worden ist in die USA. Jürgen: [52:26] Ja, jetzt Spoiler nicht alles, dann gucke ich mal. Soenke: [52:30] Nee, das ist nicht, es ist wirklich, die Geschichten sind sehr, sehr unterschiedlich von der Qualität her, aber es ist nicht das, was ich, ich hätte es dir ja vorgeschlagen. Jürgen: [52:38] Ja, das ist bei, aber es ist bei Ted Chiang auch so, es kann halt nicht alles klasse sein. Warum du zum Beispiel The Life Cycle of Software Objects so toll fandst, die fand ich super langweilig. Kann ich gar nicht verstehen, warum du die so gefeiert hast, aber dafür gibt es halt andere Ted Chiang Geschichten, die einfach absolut brillant sind, wo ich wirklich ehrfurchtsvoll Asche auf mein Haupt, Hut ab, mich in den Staub werfe und sage, boah, okay, never ever werde ich so brillant sein wie Ted Schenk. Ja, bitte? Soenke: [53:05] Ja, das auf jeden Fall gilt für uns beide. Kein Ding. Ich kann mich an die Softwareobjekte überhaupt nicht erinnern. Ich weiß, dass ich sie sehr mochte, aber das ist so, wir hatten ja gesagt, man muss auch so auf die Langfristigkeit, ist das jetzt keine Geschichte, an die ich mich erinnere. Ich erinnere mich eher an andere Geschichten, die ich da nicht so gut fand von ihm. Jürgen: [53:22] Excellation ist brillant. Soenke: [53:23] Ja, Excellation ist… Jürgen: [53:26] Diese Machtsgutgeschichte, wo die Papageien sich verabschieden, die ausgerottet werden, die ist toll, ne? Soenke: [53:32] Die fand ich absolut naheweilig. Jürgen: [53:33] Nein, doch, die finde ich, ich finde die halt, das hat eine Geschichte, die einen so richtig, richtig schön traurig macht. Und natürlich auch dieses mit dem Turmbau zu Babel, die ist einfach sehr, sehr crazy. Seine allererste Geschichte und gleich einen Jugo dafür gekriegt, finde ich auch sehr beeindruckend. Dann diese Geschichte, die so im Dokumentarstil geschrieben ist, also mir fallen die Titel nicht mehr alle ein. Die Geschichte, die im Dokumentarstil geschrieben ist, wo es darum geht, dass du so deinen Sinn für Schönheit ausschalten kannst und was macht das mit den Menschen. Genauso wie die allerletzte Geschichte, bla bla bla, and the rich kids are still winning. Das ist auch so im Pressetext-Stil geschrieben, wo es einfach um das Gedankenexperiment geht. Wenn du irgendwie Leute künstlich superintelligent machen könntest, scheitern die Underdog-Kinder trotzdem nicht daran, dass sie einfach die Möglichkeit nicht haben, aus ihrer Intelligenz was zu machen, weil sie eben aus armen Familien kommen und nicht gefördert werden und so weiter. Auch ziemlich gut. Soenke: [54:22] Die mochte ich, aber ich erinnere mich auch nicht an die. Jürgen: [54:24] Ja, cool. Dann hör dir doch mal unseren Podcast nochmal an. Wir referieren alle Geschichten durch, fassen die auch kurz zusammen, dann bist du wieder auf dem Laufenden Süd. Soenke: [54:33] Wie wäre es, wenn du dir überhaupt irgendwann mal einen Podcast anhörst? Jürgen: [54:37] Gelegentlich höre ich mir Podcasts an. Gestern habe ich zum Beispiel wieder einen zum Einschlafen gehört. Das ging um positives Denken und darüber bin ich eingeschlafen. Soenke: [54:48] Und damit entlassen wir euch in den Schlaf. Beim nächsten Mal geht es an dieser Stelle um Ninja Scroll versus Black-Eyed Samurai. Und das ist ausnahmsweise kein Buch. Jürgen: [55:01] Nee, nee, nee, genau. Ninja Scroll, ganz alter Anime und Black-Eyed Samurai, eine neuere Anime-Serie, die ich zum Beispiel wieder vergessen habe. Da habe ich mir kaum was von gemerkt. Soenke: [55:09] Das ist gut. Jürgen: [55:09] Weil das einfach nicht so einen Impact hatte. Soenke: [55:11] So, und ich lege mich zurück und lasse euch darüber referieren. Du guckst dir Ninja Scroll an und Raphael referiert über Black-Eyed Samurai. Blue-Eyed Samurai. Jürgen: [55:20] Okidok. Soenke: [55:21] Okidok. Ja, ok, versuchen wir dann. Jürgen: [55:22] Alles klar. Soenke: [55:23] Viel Spaß. Jürgen: [55:24] Wiederhören. Soenke: [55:24] Ich habe dir bisher ja durchgehalten. Aber wir haben auch gute Informationen gebracht und sowieso. Ja. Jürgen: [55:33] Wir sind einer der hochqualitativsten Science-Fiction oder was auch immer Podcasts und mit über 100 Folgen, das muss ich erstmal sehen lassen. Soenke: [55:39] Genau. Oder hören. Ja, hören. Und vor allem, wir sind nicht mehr so strukturiert, wie wir immer waren. Aber dafür mehr amüsant. Jürgen: [55:45] Dafür sind wir lebendiger. Soenke: [55:46] Fantastisch. Jürgen: [55:47] Okay. Soenke: [55:48] Jetzt müssen wir mal aufhören. Jürgen: [55:49] Ich lege jetzt auf. Soenke: [55:52] Nein, ich. Nein, ich. Auf drei. Komm, wir zählen bis drei und dann legen wir gemeinsam auf. Eins, zwei. Jürgen: [55:58] Ich habe jetzt aufgehört. Ich habe es aufgelegt.

  • May 24 · 1 hr 32 min

    Never Let Me Go (Kazuo Ishiguro) (2/2)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Duplik_Jonas_7 https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Insel_(2005) https://en.wikipedia.org/wiki/Kazuo_Ishiguro https://en.wikipedia.org/wiki/Never_Let_Me_Go_(novel) https://de.wikipedia.org/wiki/Alles,was_wir_geben_mussten(Film)

  • May 10 · 1 hr 5 min

    Never Let Me Go (Kazuo Ishiguro) (1/2)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Duplik_Jonas_7 https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Insel_(2005) https://en.wikipedia.org/wiki/Kazuo_Ishiguro https://en.wikipedia.org/wiki/Never_Let_Me_Go_(novel) https://de.wikipedia.org/wiki/Alles,was_wir_geben_mussten(Film)

  • March 19 · 1 hr 17 min

    Project Hail Mary / Der Astronaut (2021, Andy Weir)

    Willkommen zum Rewrite Podcast, dem Science-Fiction-Lese- und Schreib-Podcast. Heute mit Jürgen. Hallo, Jürgen. Hallo, Sönke. Hallo. Wer ist denn da noch? Fabian. Fabian. Sorry, sorry, sorry. Hallo, Fabian, und hallo, Welt da draußen. Ist schon super eigentlich. Sollen wir noch mal anfangen? Nee, das haben wir. We do it live. Wir reden heute über ein Buch, auf das wir alle voll Bock hatten. Es hat uns super gefallen. Ich glaube, das ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gehört beziehungsweise gelesen habe: Project Hail Mary von Andy Weir. So, Weir machen – das könnt ihr in den Kapitelmarken sehen – wir jetzt erst mal einen spoilerfreien Teil. Dann gibt es, sagt Fabian, ein bisschen was zu Andy. Und dann kommt der Spoilerteil. Und die Kapitelmarken zeigen dann: Wir reden über Der Marsianer, wir reden über Artemis, wir reden natürlich über Hail Mary mit einer Zusammenfassung vom wunderbaren Jürgen, mit seinen wunderbaren Zusammenfassungen. Das ist wunderbar, dass du das so sagst, Sönke. Genau. Ja, ich finde das so toll, wie Mirko das immer macht bei Axel. Ja, ich bin auch voll neidisch. Okay, so. Und dann reden wir ein bisschen über die Sprache und den Twist am Ende. Und ein bisschen darüber, was uns gut gefallen hat, und vielleicht, wenn man noch nichts von Andy Weir gelesen hat, was vielleicht der beste Roman ist, um anzufangen. Gut, ich habe da voll Lust drauf. Habt ihr auch Lust? Auf jeden Fall. Ach ja. Gut, dann schauen wir mal an. So, Jürgen, du bist ja nicht so begeistert. Wie bist du zu dem Roman gekommen? Tatsächlich habt ihr gesagt, ich soll das lesen. Ich habe nicht gesagt, ich soll das lesen. Das ist tatsächlich eher so eine literarisch-philosophische Kurzgeschichte. Also schon was anderes. Sehr empfehlenswert aber. Okay, das kannte ich auch nicht. Ich werde es mir auf jeden Fall jetzt gleich nach der Sendung geben. Danke. Dann ist es ziemlich unterschiedlich, weil ich hätte eigentlich erwartet, dass jeder Der Marsianer gelesen hat. Ja, ich ja schon. Ja, du ja schon. Also, ich weiß gar nicht, vielleicht hat Jürgen mir Der Marsianer empfohlen. Ich weiß es nicht mehr. Mir wurde auf jeden Fall Der Marsianer empfohlen. Ja, also wir haben darüber gesprochen beim Inlineskaten. Daran erinnere ich mich. Und du hattest, glaube ich, aber dann erzählt, du würdest das schon kennen. Ich habe halt gesagt: Ja, ich habe jetzt endlich auch Der Marsianer durch. Und kurz gesagt: Wird es mir manchmal ein bisschen zu viel mit seinem wissenschaftlichen Gequatsche, also dass er wirklich alles kleinklein erklärt. An manchen Stellen habe ich mir so gedacht: Okay, wird schon stimmen, so genau wollte ich es gar nicht wissen. Also so ist es mir manchmal beim Marsianer gegangen. Und das hast du aber auch bestätigt, glaube ich. Ja, aber ich finde halt, für mich ist es so dieser Hard-Sci-Fi-… Warum du das Wort „Porn“ immer so überbetonst, auch bei „Hopepunk“? Nein, nur im Fall von Andy Weir bin ich der Meinung – und ich erkläre es auch später –, dass das kein Hopepunk ist. Weil, wo ich sage: Wir können das – das kann ich gleich vorziehen –, es würde so nicht laufen. Ja, bei Der Marsianer ist es unglaublich lucky, und man glaubt das auch. Aber bei Hail Mary – das würde nie so funktionieren. Never. Never ever. Deswegen wollte ich es vergleichen auch mit Don’t Look Up. Das ist eher so die Version, wie ich glaube, dass es laufen würde. Meiner Meinung nach läuft es so, und meiner Meinung nach würde es auch so laufen, wenn die Erde vor einer Katastrophe stehen würde und wir laufen da sehenden Auges rein. Und in Project Hail Mary passiert das halt nicht. Es ist eine weltweite Katastrophe und alle tun das Richtige, indem sie eine einzige Person damit beauftragen und alle Macht geben, zu machen, was notwendig ist. Und diese Person tut es dann auch wirklich. Es ist sehr schön und sehr, sehr toll. Und dann reden wir auch später darüber. Der Marsianer ist sein erster Roman. Er hat ihn auf seiner Homepage veröffentlicht, Stück bei Stück, dann hat er ihn am Ende als Selfpublisher rausgebracht. Und das ist dann so gut gelaufen, dass ein Verlag ihn auch noch mal rausgebracht hat. Mit Matt Damon – von dem ich nicht weiß, ob ich ihn gesehen habe oder nicht, weil ich einfach nur diesen Roman in meinem Kopf habe. Ich nehme an, ich habe ihn gesehen, aber der Roman ist so gut, so gut kann der Film gar nicht sein. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass der Film auch nett ist. Matt Damon spielt ja sonst immer ganz gut. Ich habe aber nichts Gutes gehört über Artemis. Und wie Jürgen schon gesagt hat: Es wird von dir als Autor ja auch erwartet, dass du so schreibst, wie du schreibst, damit du in deinem Stil drin bist. Wie Jürgen gesagt hat: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist ein ganz toller Roman und würde ich auf jeden Fall empfehlen. Es ist keine Science-Fiction, nicht mal Märchen. Aber der Autor hat dann noch ein paar Romane geschrieben, und wenn du den zweiten Roman dann auch hattest, dann wirkt er schon bemüht. Also bei Die Analphabetin, die rechnen konnte geht es dann genauso halt abskurril und so weiter. Und das tun die meisten Menschen halt: mehr vom Selben erwarten. Sonst würde ja niemand Fast and Furious gucken oder Transformers oder so. Star Wars, for that matter. Und bei Andy Weir ist das auch so. Andy Weir hat seine Art, wie er schreibt. Und er hat das auch erklärt. Man hat ihm gesagt, dass sein Hauptcharakter bei Der Marsianer halt zu gradlinig ist, dass der nie verzweifelt, dass der keine schlechten Eigenschaften hat. Deswegen hat er dann seinem Hauptcharakter in Artemis schlechte Eigenschaften gegeben. Was nur darauf hinausläuft, dass die meisten der Leute, die Reviews gegeben haben, den Hauptcharakter nicht mochten. Und wenn du dich nicht identifizieren kannst mit dem Hauptcharakter, dann ist das schlecht. Hast du nicht irgendwie gesagt, es würde einen spoilerfreien Teil geben und bla bla bla? Jetzt quatschst du die ganze Zeit – also ich will dich nicht kritisieren. Doch, ich mach es, ich kritisiere dich. Ich bin ja in der Zeit, aber richtig schön kreuz und quer. Das ist alles Zeug, was ich aus spoilerfreien Reviews habe, weil ich hab – ihr habt gesagt, es sei spoilerfrei. Ich hab’s ja nicht gehört. Dann der Teil, in dem du mir erzählst, dass ich es trotzdem lesen sollte, wo ich mich echt freue, weil wenn es dir gefallen hat, gefällt es mir normalerweise auch. Ja, aber wo du zum Beispiel jetzt darüber sprichst – also wenn du jetzt Project Hail Mary vergleichst mit Don’t Look Up und Don’t Look Up deiner Meinung nach die politische Version ist, dass wenn die gesamte Welt vor der Auslöschung stünde oder das weiß-ich-komplett-versaut, dann hast du gesagt, das Zepter wird dann einer Alleinherrscherin gegeben. Und da hab ich eben, bevor die Mikrofone an waren, gesagt: Du wünschst dir also eine Diktatorin. Und da hast du gesagt: Nein. Aber da hab ich’s gedacht, weil jemand, der alleine über alles entscheidet, das ist ein Diktator beziehungsweise eine Diktatorin. Und dann hast du gesagt: Ja, nee, mhm, okay, das glauben Diktatoren auch mal von sich. Fein, gebe ich dir, reden wir später drüber. Können wir später reden? Aber damit verrätst du schon, was in dem Roman vorkommt. Das ist das, was ich meinte. Ich hab extra nachgeguckt. Man sagt: Das erste Drittel eines Romans legt man an. Und ich hab auch geguckt, das ist nachgelesen. Du würdest schon den ersten Twist verraten, den ich nicht verraten möchte. Weil es schon die zweite Sicht verrät. Okay, okay. Deswegen machen wir jetzt auf. Für mich, meiner Seite nach, das passiert relativ am Anfang, ganz am Anfang von dem Buch. Ich sag jetzt nicht mal, worum es da geht. Wir fangen jetzt an mit Florian – und zwar Fabian. Fabian, wie komm ich auf Florian? Ich werde oft Florian genannt. Ich werde alles Mögliche genannt. Du glaubst nicht, was man… Wie deine Frau dich nennt, wollen wir gar nicht wissen, Sönke. Meine Frau ist die Einzige, die mich immer richtig nennt. Meine Mutter nennt mich ganz komisch, die verwechselt alle männlichen Vornamen unserer Familie. Die geht dann durch, bis sie’s hat. Das ist aber bei meiner Familie auch so gewesen. Meine Mutter hat auch immer alle vier Kinder durchgezählt, bis sie den richtigen Namen hatte. Das fand ich auch überlustig. Okay, gut. Ich bin locker drauf, weil es ist ein schönes Thema, es hat uns sehr gut gefallen. Es soll auch nicht deprimierend sein wie bei anderen Folgen, die wir hier machen. Fabian, erzähl was über Andy Weir, bitte. Ja. Andy Weir ist ein amerikanischer Autor und Computerprogrammierer. Er wurde 1972 geboren. Er hat schon mit 15 Jahren angefangen, bei Sandia Labs als Programmierer zu arbeiten. Sandia Labs, kurz für Sandia National Laboratories, ist tatsächlich eine von drei Hightech-Forschungseinrichtungen in den USA, die mit der nuklearen Sicherheit betraut sind. Also ja, er wird nicht an irgendeinem Hochsicherheitsteil bei den Sandia Labs gearbeitet haben. Aber dort zu arbeiten ist natürlich schon relativ beeindruckend, vor allen Dingen in dem Alter. Er war schon immer interessiert an Science-Fiction-Geschichten, hat auch als kleiner Junge schon angefangen, Arthur C. Clarke zu lesen und Isaac Asimov, also Autoren, die wir nur allzu gut kennen. Und seine Programmierkarriere hat ihn zu mehreren Stationen geführt: AOL, aber auch Blizzard. Da hat er an Computerspielen mitgearbeitet. Er hat also ganz viele unterschiedliche Sachen gemacht. Ab den 2000er-Jahren hat er angefangen, verstärkt zu schreiben, und zwar im Internet. In der Zeit sind Fan-Fictions von ihm entstanden, Comic-Strips, an denen er mitgeschrieben hat, und zahlreiche Kurzgeschichten. Die bekannteste davon ist The Egg von 2009, was wir halt auch unten in den Links verlinkt haben zu dieser Folge und über die wir uns ja schon kurz unterhalten haben. Sein Durchbruch kam tatsächlich dann mit dem Buch Der Marsianer, The Martian im Englischen. Was auch Sönke ja eben gerade schon angesprochen hat. Das hat er zuerst als Fortsetzungsreihe auf seiner Internetseite veröffentlicht. Fans der Serie haben dann gesagt, er soll die doch mal bei Amazon für den Kindle verfügbar machen. Er hat das dann für 99 Cent verkauft. Und darüber ist dann ein Literaturagent auf ihn aufmerksam geworden, hat die Rechte verkauft für die Printversion, und die ist dann tatsächlich auf Platz 12 der New York Times Bestsellerliste eingestiegen und war der große Durchbruch für ihn. Das war dann im Jahr 2011, als die Webversion erschien, und 2014, als die Printversion erschien. Und dann ein Jahr später kam schon der Film raus mit Matt Damon in der Hauptrolle, der dann auch international der große Durchbruch war und ihn dann auch international wirklich auf die Liste derjenigen gesetzt hat, die gute Science-Fiction schreiben. Er hat noch zwei weitere Romane geschrieben: Artemis, über den wir uns später auch noch mal unterhalten. Artemis ist rausgekommen 2017. Und dann der dritte Roman, Project Hail Mary, über den wir uns heute hauptsächlich unterhalten, 2021. Sein Stil ist hauptsächlich beeinflusst durch Hard-Science-Fiction-Autoren. Was ihn halt literarisch bemerkbar macht, ist, dass es sehr stark an Hard Science Fiction angelehnt ist. Man kann darüber streiten, wie stark. Weil er oft einfach nur, ohne das allzu stark zu erklären, sagt: Das geht auf jeden Fall in der Astronomie. Und dann sagt er einfach so: Wir müssen das jetzt so akzeptieren. Lässt sich aber definitiv, denke ich, dann doch in den Hard-Science-Fiction-Bereich einordnen. Entschuldige, was meinst du mit „wir müssen das jetzt so akzeptieren“? Worauf willst du damit hinaus? Der Erzähler untersucht einige der Astrophagen. Darf ich das schon spoilern? Also, er untersucht die Astrophagen. Und dann kommen gar nicht so viele Infos, wie man bei einem Hard-Science-Fiction-Roman erwarten würde. Sondern es wird dann darauf hingewiesen, dass das eigentlich unmöglich sein müsste. Das habe ich auch in mehreren Reviews gelesen. Und er erkennt zwar an, dass das höchst unwahrscheinlich ist, aber er macht dann keine Pseudowissenschaft auf. Die sind halt einfach da. Wobei selbst Pseudowissenschaft ja auf Wissenschaft basiert, also das ist schon… Ich denke, wir machen jetzt den Spoilerteil auf. Das ist eine sehr lustige Konstruktion. Ich denke, wir sind jetzt auch durch mit Andy. Lass uns jetzt einen Spoilerteil aufmachen. So. Ja. Ab jetzt können Spoiler vorkommen, nicht notwendigerweise. Ihr könnt jetzt weiterspringen bis zum Ende oder wir hören euch bei der nächsten Folge. Oder ihr springt weiter zur Verabschiedung. Appetit gemacht haben wir euch auf jeden Fall schon, euch alles von Andy Weir reinzuziehen. Wir sind alle drei, möchte ich sagen, schon überzeugt davon, dass man Andy Weir auf jeden Fall gelesen und gehört haben soll. Damit verschwendet man nicht seine Zeit, wenn man sich für Science Fiction interessiert. Ja, auf jeden Fall. Ja, ich bin mir nicht sicher, wen ich am meisten empfehlen würde. Ich würde sagen, um auf Fabian zurückzukommen: Wenn du wirklich die Hard Science Fiction haben willst, dann ist wahrscheinlich besser, du nimmst Der Marsianer und nicht Hail Mary. Weil in Hail Mary ein paar Sachen vorkommen, die man schon so nicht mehr ganz notwendigerweise in die Hard Science Fiction zählen muss. Aber der bessere Roman ist Hail Mary. Ganz knapp. Weil beide fantastisch sind. Ja. Und ich weiß nicht, aber ich denke – du hast mir schon so Lust gemacht, Jürgen –, dass ich auch Artemis jetzt auf die Liste setzen werde. Auch gleich. Ich werde auch gleich versuchen, eine Lanze für Artemis zu brechen. Das ist der Fall. Der ist echt gut. Insbesondere oder gerade, weil er von Andy Weir ist und eben mal was anderes bietet. Und ich muss auch wirklich sagen: Es ist gar nicht schlecht, das genau in der Reihenfolge zu lesen. Also man fängt mit Der Marsianer an, seinem Erstlingswerk, was sein Durchbruch war, gibt sich danach Project Hail Mary, der, wie ich finde, auch eine Steigerung darstellt, aber einfach ganz viele, möchte ich sagen, Elemente der Narration wirklich wiederholt. Also man könnte sagen, das ist so Der Marsianer 2.0, weil es auch so was Robinsonadenmäßiges hat. Wir haben wieder einen Ich-Erzähler, der für sich alleine dasteht und einem alles kleinklein erklärt. Bevor wir zugehen, lass uns – weißt du was? Jetzt hast du angefangen, hau mal Artemis durch, und dann mach ich kurz Der Marsianer. Dann gehen wir chronologisch. Willst du Der Marsianer noch mal zusammenfassen? Ich wollte kurz was zu Der Marsianer sagen. Das kann ich auch kurz machen. Du kannst ja gerne chronologisch machen. Der Marsianer, ganz kurz: Es gibt eine Expedition zum Mars. Das ist nichts Besonderes mehr, macht man alle paar Jahre. Beim letzten Trip wurde so ein Dom aufgebaut. Jetzt sollen die Leute da ein Jahr leben, bevor sie wieder zurückkommen zur Erde. Gleich in den ersten Tagen bricht ein Sturm los. Man flieht und man muss leider einen der Astronauten zurücklassen, weil der ist gestorben während der Evakuierung. Und dann ist man auf dem Raumschiff und fliegt zurück. Dann wacht dieser Astronaut auf und ist alleine – wie schon gerade angedeutet, so ein Crusoe. Es ist unglaublich, ich hab das bis jetzt überhaupt nicht mit Robinson Crusoe verglichen, aber es ist unglaublich. Das nennt man so Robinsonade: Leute, die sich alleine durchkämpfen. Das ist auch so eindeutig. Jetzt, wo du’s sagst. So glass shattering. Der Marsianer ist Robinson Crusoe auf dem Mars. Hammer. Danke schön. Es freut mich, wenn ich dir beim Podcast noch Epiphanien bescheren kann. Dafür mache ich das. Nur dafür. Ja. Unter anderem. Auf jeden Fall ist es eine ganz tolle Robinsonade. Eine lange Fahrt mit einem Auto, mit Solaranlage, Photovoltaik und sich ein Jahr nur von Kartoffeln ernähren und so. Es ist fantastisch. Es geht natürlich alles gut aus. Und es gehört für mich auf jeden Fall schon zum Hopepunk, weil eigentlich wirklich alles funktioniert. Den Menschen wird relativ schnell klar, dass sie diesen Astronauten da nicht sterben lassen können. Das geht nicht. Und es wird auch gesagt: Ja, das ist jetzt halt wegen der Öffentlichkeit. Normalerweise auf der Erde würde man das nicht machen, aber das geht ja nicht. Das ist ein Symbol. Dieser Astronaut ist ein Symbol. Nobody’s left behind. Und dann zieht der Rest des Buches das halt vollkommen durch. Und es ist fantastisch geschrieben und war super, großer Erfolg, wurde verfilmt. Und dann kam das zweite Buch und das heißt Artemis. Jürgen. Genau, das heißt Artemis. Und wie gesagt: Meine Empfehlung wäre, erst Project Hail Mary zu lesen und dann Artemis als Letztes. Denn dann, muss ich sagen, ist man so ein bisschen überdrüssig und möchte gerne mal was Neues oder was anderes haben. Andy Weir hat direkt in seinem zweiten Roman versucht, etwas anders – ob es jetzt unbedingt besser ist, Geschmackssache – zu machen. Nämlich: Er hat nicht eine, möchte ich sagen, heile-Welt-Geschichte erzählt. Und er hat keine Hauptfigur ins Zentrum der Geschichte gesetzt, die jetzt perfekt und vorbildhaft ist. Sondern das Ganze spielt auf einer Kolonie auf dem Mond beziehungsweise auf der einzigen bisher errichteten, funktionierenden Kuppelstadt auf dem Mond, die Artemis heißt. Und die Hauptfigur heißt Jasmine, kurz genannt Jazz Bashara, ist arabischer Abstammung und verdingt sich in so einer Stadt, die, wie könnte es anders sein, so ein Steuermekka ist und wo es natürlich auch Schattenwirtschaft gibt. Sie schlägt sich hauptsächlich als Schmugglerin durch und kriegt dann einen Auftrag, der natürlich auch sehr shady ist: dass sie einen Sabotageakt begehen soll, weil jemand einen Industriezweig an sich reißen möchte, kurz gesagt. Und er bietet ihr dafür eine Million – ich hab vergessen, wie die Währung heißt, Slugs, glaube ich – oder so. Die haben natürlich auch ihre eigene Währung auf dem Mond. Und sie nimmt diesen Auftrag an. Natürlich klappt das nicht so ganz, wie das hätte sein sollen. Es entsteht ein größerer Schaden. Man versucht, sich für diese Tat an ihr zu rächen. Sie hat dann einen Hitman, der sie verfolgt und versucht umzubringen. Sie versucht dann am Ende, diesen Job auch noch abzuwickeln, schart Verbündete um sich. Ich fand den Roman wirklich toll, weil das echt schönes Worldbuilding ist. Dieses Leben in dieser Stadt und was für Gestalten da unterwegs sind und wie die alle miteinander verwoben sind mit ihren Schicksalen, das fand ich sehr gut erzählt. Es spart Andy Weir dem Leser auch nicht verschiedene Zusammenhänge. Also dass er erklärt: Wie funktioniert das jetzt zum Beispiel mit der Luftversorgung? Und wie funktioniert das mit der Ernährung? Wovon lebt man eigentlich, wenn man auf dem Mond lebt und da natürlich keine grünen Pflanzen wachsen und sonst was? Man kann nicht einfach Tiere züchten. Das alles erklärt er. Es wirkt aber alles für sich in sich stimmig. Und dass die Leserschaft Weir dafür abstraft, nach dem Marsianer einen Roman nachzulegen, der nicht genau dasselbe erzählt, das finde ich sehr undankbar von der Leserschaft. So: Warum erzählt er nicht noch mal eine schöne Hoppla-Geschichte? Warum hat er nicht mehr so einen polierten – wie nennt man das? – Paladin als Hauptfigur? Das finde ich richtig blöd. Ganz im Gegenteil. Ich finde, es ist eine sehr, sehr lustig geschriebene Geschichte. Auch zum Teil mit colorful language, worauf die Hauptfigur dann allerdings auch immer wieder von anderen Figuren der Geschichte hingewiesen wird: Language! Also dass sie aufpassen soll, wie sie sich ausdrückt, wenn sie mal wieder flucht und sonst was. Ich fand das sehr, sehr charmant. Ich kann Artemis all denjenigen empfehlen, die zum Beispiel Geschichten mögen im Stil von William Gibson. Obwohl es nicht so überfrachtet ist mit Cyberpunk oder sonst was. So ist es eigentlich nicht. Sondern allen Leuten, die diese Sprawl-Atmosphäre mögen, denen kann ich Artemis sehr ans Herz legen. Wie gesagt, ich fand den sehr, sehr gut, ich fand den sehr, sehr charmant. So viel spoilertechnisch zu Andy Weir: Auch dieser Roman hat ein – ja – halb Happy End. Auch in diesem Roman wird die vermeintlich böse Heldin dann doch irgendwie geläutert am Ende. Also sie verhält sich dann schon moralisch sehr anständig im Finale. Und diejenigen, die zu Schaden kommen – mit Verlaub –, die haben’s verdient. Ich kann nur wiederholen: Mir hat der Roman sehr, sehr gefallen. Vorgeschlagen hatte ich eigentlich, dass wir über Artemis auch noch einen eigenen Podcast machen. Denn ich würde ihn sehr, sehr gern vergleichen mit einem Roman, dessen Autor mir gerade entfallen ist. Der Roman heißt The Dark Side. Und der gehört auch zu meiner Online-Anthologie über Romane, wo es um künstliche Intelligenz geht. Da wird auch ganz viel Worldbuilding betrieben. Denn der Roman The Dark Side erzählt auch die Geschichte von einem Steuerparadies, das auf der dunklen Seite des Mondes – also in Anführungszeichen „dunklen Seite“, nämlich die der Erde abgewandte Seite des Mondes – sich entfaltet. Und das ist einfach eine sehr schöne Sache, das miteinander zu vergleichen. Zwei Romane, die auf dem Mond spielen, die dieses ganze Ökosystem Mondkolonie sehr schön veranschaulichen. Und ja, fände ich auch sehr lohnend oder fruchtvoll, darüber vielleicht eine eigene Podcastfolge zu machen. Also noch mal: Artemis von Andy Weir kann ich sehr empfehlen. Ich gucke gerade nach, wie es mit den Rechten zur Andy-Weir-Story aussieht, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass die unter Public Domain ist. Welche Geschichte? Ach so? Wenn wir irgendeine Adaption, eine Hörspieladaption oder so weiter auf YouTube finden, dann werde ich die verlinken. Sollte es die zum Nachlesen geben auf Archive.org oder so weiter, werde ich die auch verlinken. Kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich würde mich darum kümmern. Wenn du was gefunden hast, umso besser. Es gibt eine X-Übersetzung davon, die ist wirklich unglaublich. Ich schick’s dir auf Signal. Super. Okay. Jürgen, sorry, dass ich dich darum bitten muss, gerade weiterzumachen. Kannst du bitte weitermachen? Aber das macht doch nichts, Sönke. (Lachen) Ja. Kommen wir jetzt zur Zusammenfassung von Project Hail Mary. Das möchtest du doch von mir, oder? Das ist so lieb von dir, ja. Ja, guck mal, ob ich das hinkriege. Okay. Kommen wir zum eigentlichen Themengeber dieser Podcast-Episode: Project Hail Mary, zu Deutsch Der Astronaut. Das ist ein Roman, geschrieben von Andy Weir, sein jüngstes Werk. Und es geht um Ryland Grace, der an einem ihm unbekannten Ort zu Beginn des Romans aufwacht und in zwei anderen Alkoven leider zwei Leichen vorfindet. Er kann sich an nichts erinnern. Er hat das vage Gefühl, dass diese beiden Verstorbenen ihm bekannt sind. Er weiß aber nicht, warum ist er hier? Er weiß überhaupt nicht, was das für ein Ort ist. Es ist irgendeine künstliche Umgebung. Ist es ein Gefängnis? Ist es ein Labor? Er weiß es nicht. Und der Gedächtnisverlust macht ihm sehr schwer zu schaffen. Er kann sich aber sehr schnell erinnern, dass es wohl nur um jüngste Ereignisse geht, an die er sich nicht erinnern kann. Denn sein großes Fachwissen, sein Langzeitgedächtnis, ist wohl noch erhalten. Er merkt nämlich ganz schnell: Ich bin wohl ein Wissenschaftler. Er hat sofort irgendwelche Ideen, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden und Untersuchungen anzustellen, wo er sich befindet und was es damit auf sich hat. Ihm fallen zum Beispiel solche Dinge auf wie unterschiedliche Schwerkraftverhältnisse, Trägheit der Objekte, die ihn umgeben. Und er stellt dann Experimente an, die – wie sich das für Andy Weir gehört – sehr schön erklärt werden, wie die funktionieren, um sich selbst zusammenzureimen: Er befindet sich in einem Raumschiff. Und er ist einer von drei Astronauten, die wohl für eine Langzeitreise in künstliches Koma versetzt wurden. Und die anderen beiden haben halt Pech gehabt und das nicht überlebt. Und er ist der einzige, der wohl erwacht ist. Er weiß aber nicht, was sein Auftrag ist. Er ist auf einer Mission, weil er sich aus Gedächtnisproblemen heraus nicht daran erinnern kann. Und glücklicherweise kommen stückchenweise Flashbacks, die es ihm ermöglichen, sich an einige Dinge zu erinnern, was zum Teil nützlich ist, weil er zum Beispiel auch gar nicht aus seiner kleinen Kammer hinkommt, weil er die Sicherheitsverifikation nicht hat – denn er kann sich an nichts erinnern. Er reimt sich dann aber irgendwann zusammen, dass er wohl tatsächlich auf einer Rettungsmission ist, und zwar auf einer Mission für nichts Geringeres als die Menschheit zu retten. Denn Folgendes ist passiert: Man hat lange gefragt und gerätselt, ob es außerirdisches Leben geben könnte. Und irgendwann hat man es tatsächlich entdeckt. Allerdings nicht auf eine Art und Weise, wie man sich das zuerst gedacht hätte, nämlich kleine grüne Männchen oder sonst etwas, sondern man hat ganz niedrige, ganz schlichte, primitive Lebensformen entdeckt, die Astrophagen genannt wurden. Warum Astrophagen? Wer sich so ein bisschen in der Biologie auskennt, dem dürfte ein Glöckchen klingeln im Kopf. Es gibt die Phagen beziehungsweise Bakteriophagen. Das ist die Bezeichnung für bakterienartige beziehungsweise andere mikroskopische Organismen. Und Astro für Himmel meint, dass es um bakterienartige Lebensformen geht, die wohl tatsächlich in der Tiefe des Weltalls überleben können. Und diese werden entdeckt durch eine kosmische Anomalie, die sogenannte Petrowa-Linie. Das ist nämlich so etwas wie eine Ameisenstraße der Astrophagen, die sich auf einer Wanderschaft befinden zwischen der Sonne und einem anderen Planeten – ich glaube, es war die Venus. Und da entdeckt man halt diese Astrophagen und ist erst mal hin und weg und platt, dass es tatsächlich außerirdisches Leben gibt. Und dass es auch etwas ganz anderes ist, als man sich das irgendwie vorgestellt hätte. Man stößt dann allerdings aber auf ein weiteres Problem. Also was man jetzt erst nicht bedacht hatte. Denn alles, was lebt, muss ja irgendwas verstoffwechseln. Also wovon leben diese Astrophagen? Und man findet heraus: Diese Astrophagen ernähren sich von Licht, und zwar von der Lichtenergie, die die Sonne selbst abstrahlt. Und da kommt das Problem, nämlich durch ihren großen Energiehunger – die Astrophagen können unfassbare Mengen von Energie speichern – bewirken sie ein Verdunkeln der Sonne. Also sie entziehen der Sonne so viel Energie, dass es in absehbarer Zeit zu einer Sonnenverdunklung kommt. Und das kann man sich dann ganz schnell zusammenreimen: Wenn die Sonnenleistung absehbar um 10 bis 15 Prozent zurückgehen wird, dann bedeutet das die absolute Katastrophe für die Erde. Denn wir brauchen natürlich das Sonnenlicht. Es wird also fieberhaft daran gearbeitet, was man tun kann, um dem Einhalt zu gebieten. Man stellt nämlich fest, dass auch umliegende Sonnensysteme von diesen Astrophagen wohl befallen zu sein scheinen. Denn auch da hat sich dieses solare Dimming eingestellt. Nur aus unerklärlichen Gründen hat sich im Sternbild bzw. beim Stern Tau Ceti das nicht ereignet. Und jetzt wird halt ein Raumschiff dorthin geschickt, um nachzusehen, um herauszufinden: Okay, warum ist das dort anders? Gibt es da irgendwas, was die Astrophagen davon abhält, diese Katastrophe, diese kosmische Katastrophe auszulösen? Und eben auf dieser Mission ohne Wiederkehr befindet sich unser Held. Denn er reimt sich dann auch zusammen, dass der Treibstoff, um dahin zu gelangen, nicht reicht, um ihn auch wieder auf die Rückreise zu schicken. Sondern er soll, wenn er diese Lösung gefunden hat, mit unbemannten Sonden die Antwort auf dieses Problem zurück zur Erde schicken. Aber es wird ihm nicht möglich sein, selbst zurückzukehren. Auf seiner Reise lernt er dann tatsächlich richtiges außerirdisches, intelligentes Leben kennen. Das war für mich übrigens der ganz große Twist. Ich war nicht gespoilert durch irgendeine Art und Weise. Ich wusste gar nichts davon. Ich wusste nur, er ist auf dieser Rettungsmission, aber ich wusste nicht, dass er einem anderen Außerirdischen begegnen würde. Nämlich Rocky, so nennt er ihn, den er kennenlernt, der von dem Planeten Erid stammt. Den Planeten haben wir ihm selber gegeben, weil er von dem Stern 40 Eridani kommt, und dann hat er einfach gesagt: Okay, das sind die Eridianer. Und Rocky ist so außerirdisch, wie man sich einen Außerirdischen nur vorstellen kann. Er ist nicht mal ansatzweise humanoid. Im weitesten Sinne könnte man ihn als spinnenartig bezeichnen. Er ist ein Pentapode. Das heißt, er ist ein spinnenartiges Vieh mit fünf Beinen. Diese Beine wiederum gehen in Klauen über und er lebt in einer Atmosphäre, die für Menschen aber so was von tödlich ist, dass unser Held Ryland und er eigentlich gar nicht an einem gleichen Ort, also in einer gleichen Umgebung existieren können, sondern sie können sich dann auch nur über Töne miteinander verständigen. Denn Rocky hat auch gar keine ausgebildeten Sehorgane, sondern er kommuniziert nur über Schall. Dann ist jetzt erst mal die große Herausforderung, wie die beiden es schaffen, sich miteinander zu verständigen. Aber das gelingt ihnen. Beide haben wissenschaftliche Grundkenntnisse. Außerdem ist Rocky sehr talentiert und sehr behände, irgendwelche Dinge herzustellen, um irgendwelche Sachen zu konstruieren, die man für Problemlösungen braucht. Sie suchen das Problem und stellen dann fest: Auch dort gibt es so was wie eine Petrowa-Linie in dem Sonnensystem. Sie folgen dieser Petrowa-Linie, also dieser Ameisenstraße, zu einem Planeten, den sie Adrian nennen. Dort treffen sie – und dann wird es jetzt langsam ein bisschen überreizt, finde ich – eine weitere außerirdische Lebensform, die sie die Taumöben nennen, auf Englisch taumoeba, aufgrund ihrer Form. Tau ist entsprechend dem Buchstaben T, also das sind so T-förmige Zellen, die Predator der Astrophagen sind. Also die fressen die, die sind Fressfeinde von denen. Und damit ist das Problem eigentlich gelöst. Wenn ich einen Fressfeind habe für irgendwelche Schädlinge, dann brauche ich nur diesen Fressfeind zu züchten und zu kultivieren. Damit kann ich das Problem beseitigen. Das Letzte, was dann noch gelöst werden muss, ist das Problem, diese Taumöben zu züchten. Denn dummerweise sind die sehr empfindlich gegen Carbon Dioxide, also Kohlendioxid, den Hauptbestandteil der Atmosphäre der Venus. Das heißt, er muss erst mal einen Stamm züchten, der dafür geeignet wäre, dieses Problem zu lösen. Das gelingt ihm aber. Und dann, als er sich eigentlich schon auf die Rückreise machen will – denn Rocky hat glücklicherweise auch genug Treibstoff dabei, der ihm die Rückreise ermöglichen würde –, stellt er leider fest, dass er sich beinahe sein eigenes Grab geschaufelt hat. Denn diese Taumöben sind halt so fressgierig, dass sie auch seinen eigenen Treibstoff zerstören. Der Treibstoff ist nichts anderes als die Astrophagen selber. Diese können sich ja durch den luftleeren Raum, also durchs Weltall, bewegen und können tatsächlich dann auch als Antriebssystem verwendet werden. Und leider haben seine Taumöben seine eigenen Astrophagen gefressen. Das Problem kriegt er zwar noch in den Griff, aber er stellt dann fest: Oh verdammt, das ist Rocky auch passiert. Und er hat dann die Entscheidung zu fällen: Kehre ich jetzt zurück zur Erde, um denen die Rettung zu bringen? Oder kehre ich um, um Rocky zu retten, der wahrscheinlich auch mit seinem Schiff festsitzt, irgendwo im All antriebslos vor sich hintreibt? Aber wenn ich das mache, habe ich halt keine Möglichkeit mehr, nach Hause zu kommen. Nach Sönkes Meinung hätte der Roman genau an dieser Stelle enden sollen, wo unser Held vor dieser Entscheidung steht. Ich dagegen mag Happy Ends und freue mich, wie der Roman weitergeht. Also, wer jetzt wirklich noch was von dem Roman haben will, sollte spätestens jetzt ausschalten, wenn er nicht wissen will, wie der Roman ausgeht. Er entscheidet sich natürlich für das moralisch Richtige, nämlich Rocky zu Hilfe zu eilen. Nachdem er natürlich die unbemannte Sonde auf den Weg gebracht hat – also die Erde wird so oder so gerettet –, aber er opfert sich halt selbst auf für seinen Freund. Eilt Rocky zu Hilfe, bringt sein Schiff auch wieder in Gang, und Rocky nimmt ihn dann mit zu seinem Heimatplaneten, obwohl natürlich klar ist, dass Ryland dort nicht wird überleben können. Macht aber nichts. So endet der Roman: Man hat es geschafft, eine eigene Blase auf dem Planeten zu erschaffen mit seinen atmosphärischen Bedingungen, in denen er doch überleben kann. Und der Roman endet mit einem schönen Happy End, dass Ryland tatsächlich wieder an das anknüpfen kann, was er ursprünglich gemacht hat. Er war nämlich High-School-Lehrer für Naturwissenschaften. Und das macht er jetzt halt bei den Eridianern. Das heißt, er macht Naturkunde- und Naturwissenschaftsunterricht für Außerirdische. Ich finde, das ist ein sehr schönes, versöhnliches Ende. Ich mag Happy Ends. Über Geschmack kann man sich nicht streiten. Danke dir für die wunderbare Zusammenfassung. Ich mag das Happy End nicht, das stimmt korrekt. Ich mag alles, was auf dem Planeten der Außerirdischen spielt, nicht. Dass er ihm zu Hilfe eilt, das finde ich absolut gut. Ich brauche kein Happy End für ihn, weil meiner Meinung nach hat er keins verdient, weil er ein ganz schrecklicher Mensch ist. Er verhält sich die ganze Zeit gut. Er ist von Anfang an in die Geschichte verwickelt, er ist ganz toll, aber irgendwann wird er dann halt gefragt von dieser Diktatorin – wie Jürgen sie gerne nennt –, weil er ein ganz bestimmtes Gen hat, das ihm erlaubt, dass er in Kälteschlaf versetzt werden kann oder etwas, was ähnlich wie Kälteschlaf funktioniert und was die einzige Möglichkeit ist, die Menschen über diese lange Zeit diesen Raumflug überleben zu lassen. Das funktioniert natürlich nicht bei diesen zwei Kollegen. Und er kennt die ja, die hat mit ihm die ganze Ausbildung gemacht, aber er hat sich nie freiwillig gemeldet. Er wollte das nie. Und sie zwingt ihn aber am Ende. Und verabreicht ihm ein Mittel – französisches Wahrheitsserum so ungefähr –, das so funktioniert, indem es dein gesamtes Kontextwissen löscht und Stück für Stück das Gedächtnis wieder zurückkommen lässt. Aber du hast deine ganzen Fähigkeiten. Also wenn man das jemandem gibt, der seine technischen Fähigkeiten hat, alle Passwörter weiß und so weiter, aber sonst nichts, dann holt man einfach Informationen aus ihm heraus. Es ist also nicht wichtig, jemanden zu zwingen, sondern eigentlich nur die Motivation, die Information nicht rauszugeben, auszuschalten. Das ist eine unglaublich coole Idee. Und genau das ist mit ihm halt passiert. Und deswegen hat er halt nur das Richtige getan die ganze Zeit, weil sein Charakter – also der Typ, der lieber auf der Erde geblieben wäre und hätte alle sterben lassen, nicht dass er darum gerissen hätte wegzugehen –, aber er wusste ja um die Fähigkeiten. Und ich weiß, ich bin kein Lehrer. Und Jürgen ist das und kann das besser verstehen, dieses Ganze. Aber für mich war es einfach ein unglaublich selbstsüchtiger Charakter. Und ich denke nicht, dass er ein Happy End verdient hat. Ich finde es schön, dass er geläutert wurde. Und ich hätte ihn in dieser Läuterung entlassen. Denn diese Entscheidung, Rocky zu helfen, das war seine Läuterung. Und dafür brauche ich kein Happy End. Zumindest hätte ich es jetzt nicht lesen müssen. Für mich hat das nichts gegeben. Unnötig. Ich hätte es lieber in der Schwebe gelassen, ob seine Läuterung etwas gebracht hat oder nicht. Was ich natürlich gerne gewusst hätte oder wissen wollte, wäre, dass es den beiden Planeten gut geht. Diese Information ist natürlich am Ende bekommen, dass sich auch die Erde, die Sonne stabilisiert hat und der Planet der Außerirdischen auch stabilisiert ist und alles super. Denn ich denke, wir sollten vielleicht erst über die Sprache reden, bevor wir über die einzelnen Charaktere oder was anderes reden. Ich denke, Jürgen wollte gerne über die Sprache. Ja, mir ist das gleich. Fabian, sag was, du hast lange nichts mehr gesagt. Das stimmt, ich hatte lange nichts mehr gesagt. Genau, einen guten Teil der Geschichte macht aus, wie der Hauptcharakter Grace und Rocky in Kontakt miteinander treten. Und dabei spielt Sprache eine ganz wichtige Rolle, weil die beiden erst mal einen Weg finden müssen, zusammen zu kommunizieren. Und ich finde, dass es auch eine Stärke des Buches ist, dass sich Andy Weir überlegt hat: Wie kann das funktionieren? Das hat mich im ersten Moment auch an eine Kurzgeschichte von Ted Chiang erinnert, die auch verfilmt worden ist: Arrival – das ist, glaube ich, der Titel des Films –, wo es auch um Sprache geht. Und ich finde, das gelingt hier sehr gut. Aber ich denke, du kannst viel mehr dazu sagen, Jürgen, als ich, oder? Ja. Also, ich kann auch sagen, dass es ihm erstens sehr gut gelingt und zweitens ist es auch sehr gut und schlüssig durchdacht. Das war tatsächlich auch das Allererste, was mir in den Sinn kam. Okay, der hat jetzt also einen Außerirdischen kennengelernt. Und ich war tatsächlich mal gespannt, was Andy Weir sich dazu eben gedacht hat. Er hat nämlich zu diesem Problem des erst mal Nicht-Miteinander-Sich-Verständigen-Könnens – und mehr noch, dass sie ja offensichtlich ein völlig unterschiedliches Zeichensystem haben müssen, denn er kann sich eben nicht über Handzeichen respektive Schriftsprache oder so weiter verständigen, weil das alles Sehen voraussetzt – also: Wie bringt man jemanden dazu, sich mit jemandem zu verständigen, der einfach ein ganz anderes Zeichensystem hat? Und mehr noch ist ja die ganze Findung der Zeichen – also wie ich auf die Idee komme, irgendwelche Zeichen als Repräsentant für irgendeine Sprache oder beziehungsweise für einen sprachlichen Ausdruck zu verwenden – ganz stark durch meine Kultur und meine Umgebung geprägt. Also hinter jedem Wort, was ich verwende, steckt ein gedankliches Konzept, um das mal so zu sagen. Wenn gewisse Konzepte in meiner Sprache einfach nicht vorhanden sind, dann kann ich die nicht artikulieren und kann sie anderen auch nicht verständlich machen. Ein Beispiel dazu, das erklärt er auch sehr, sehr schön: Rocky hat keinen Geruchssinn. Und um Rocky verständlich zu machen, was Riechen eigentlich ist, hat Grace ihm einfach erklärt: Ja, riechen, das ist wie schmecken auf Distanz. Und dann dachte ich mir: Boah, das ist so unfassbar elegant, das einem so zu erklären. Das ist völlig schlüssig. Du gehst einfach aus von etwas, was man kennt, also zum Beispiel Sinneswahrnehmung, und vergleichst es halt damit. Und tatsächlich ist es so: Riechen ist nichts anderes als schmecken auf Distanz. Aber auf die Idee zu kommen, einem etwas so verständlich zu machen – das ist wirklich verblüffend. Und wie geht man halt vor, wenn man versucht, mit irgendjemand anderem zu kommunizieren? Man geht natürlich von den absoluten Basisvokabeln aus, wo man davon ausgeht, dass sie, egal welche Sprache ich benutze, in allen Sprachsystemen vorkommen. Wie etwa, dass es ein Ja und ein Nein, ein Richtiges und ein Falsches geben muss. Mit solchen einfachen gedanklichen Konzepten fängt man an. Und so arbeitet er sich halt vor: ja, nein, groß, klein und so weiter und so weiter. Also er bildet Gegenpaare. Und dann natürlich auch komplexere Zusammenhänge wie unterscheiden können zwischen ich und du. Dann natürlich ausgehend von irgendwelchen Verben. Also dass man versucht, irgendwelche Tätigkeiten zu verknüpfen, die beobachtbar oder nachvollziehbar sind. Und dann zu sagen: Okay, wir sagen dazu so, wenn ich das und das mache. Ich finde, das ist… Und das halt von… Um einmal kurz reinzugrätschen, sorry. Ich finde, das fängt schon vorher an. Weil der erste Schritt der Kommunikation ist ja tatsächlich Imitation. Rocky nähert sich seinem Schiff und dann passt er seine Geschwindigkeit dem Schiff an. Und Grace, also Ryland, der beschleunigt dann sein Schiff, dann beschleunigt Rocky sein Schiff. Er führt eine Bewegung durch, Rocky führt die andere Bewegung durch. Das ist ja schon im Grunde der allererste Punkt der Kontaktaufnahme und der Verständigung: Imitation. Noch bevor diese Konzepte von Ja und Nein auftauchen. Ja. Was mich sehr verblüfft hat: Er hat dann als Nächstes Modelle gebastelt und hat sie quasi dem anderen als Geschenk überbracht beziehungsweise hat Geschenke zurückgekriegt. Und das fand ich sehr verblüffend, wie komplex diese Modelle dann waren. Also dass es gleich darauf hinauslief: Okay, ich hab eine Vorstellung davon, dass es Atome und Moleküle gibt. Also dass sie das gegenseitig verstanden haben, was das darstellen sollte. Also der Zugang über Verständnis von Wissenschaft und Verständnis von wissenschaftlichen Zusammenhängen. Man hat bei den ersten Sonden, die man raus ins Weltall gejagt hat – ich weiß nicht, ob man das immer noch so macht. Macht man nicht mehr. Macht man nicht mehr? Okay. Da hat man so Platten darauf installiert, wo eingraviert Grundlagen der menschlichen Kultur festgehalten wurden. Nämlich natürlich eine Zeichnung von Mann und Frau, also wie wir Menschen so aussehen. Aber dann auch so Grundsätze wie zum Beispiel die Fibonacci-Zahlenreihe und so weiter. Weil man davon ausgeht, dass egal in welchen Winkel des Universums ich vordringe: Wenn ich davon ausgehe, dass überall die Naturgesetze dieselben sind, dann sind auch die Gesetze der Mathematik dieselben. Und wenn ich dann irgendeinem vernunftbegabten Wesen irgendetwas zukommen lasse, das signalisiert, dass ich ein Verständnis von mathematischen Systemen habe, dann ist das eigentlich, muss ich sagen, ein nicht unkluger Beweis dafür, dass irgendwo da draußen auch ein anderes intelligentes Wesen sein müsste. Und warum man das nicht machen sollte, nämlich sich in die Tiefen des Weltalls überhaupt auf seine eigene Existenz aufmerksam zu machen, das wird im zweiten Teil der Trisolaris-Reihe, Der dunkle Wald, sehr gut erklärt. Eigentlich keine so clevere Idee. Aber na ja. Naja, hier ist die Begegnung mit dem anderen, mit dem Alien ja sehr, sehr gut verlaufen. Ich finde, Andy Weir gelingt es sehr gut darzustellen, wie die beiden sich ergänzen. Also das scheint ja auch so ein grundroter Faden – die Kooperation –, das, was wir gleich noch unter dem Begriff Hopepunk besprechen werden. Und diese Kooperation haben wir auch zwischen Rocky und Ryland. Dass die beiden halt kooperieren und sich gegenseitig ergänzen. Rocky hat Fähigkeiten, die Ryland nicht hat, weil Ryland ist der Wissenschaftler, Rocky ist der Ingenieur. Und so ein bisschen spiegelt sich das halt auch in der Sprache wieder. Ryland kann sehen und Rocky kann halt gut hören. Und damit ergänzen sie sich dann auch gegenseitig. Und diese beiden Unterschiede machen sich dann auch in der Sprache und den Konzepten, die sie in der Sprache haben, bemerkbar. Ja, zum Beispiel ist es nicht verwunderlich, dass die Eridianer ein ganz anderes Zahlensystem haben. Also, das fußt halt darauf, dass sie fünf Gliedmaßen mit jeweils drei Klauen haben. Und demzufolge sind die Uhren, die sie benutzen, zum Beispiel eine Vielfachung dieser Zahlenreihe, die sich daraus ergibt. Also dass wir mit dem Zehnersystem rechnen, ist nicht abwegig, weil wir einfach zehn Finger an der Hand haben. Wobei es ja auch Zwanzigersysteme gibt. Und Sechzigersysteme. Ja. Zum Beispiel Zeit. Und die haben wir noch von den Babyloniern. Ja, die Babylonier, die haben alles. Das ist auch interessant. Warum haben die Babylonier das? Ich glaube, es gibt eine Erklärung, aber ich kenn sie nicht. Die waren ja die, die angefangen haben mit dem Sechzigersystem. Und das Zehnersystem kam ja erst dann mit den Griechen und den Römern. Das Zweiersystem kam dann halt durch die Computer. Ja, aber in der französischen Sprache gibt es hier zum Beispiel ein System, das auf der Basis von 20 rechnet. Und Sechzigersysteme haben wir zum Beispiel auch klassischerweise in der babylonischen Kalenderrechnung. Und das kommt auch in der Zeugenzählung der Mayas vor. Also wir haben unterschiedliche Zahlenbasen, die sich tatsächlich entwickelt haben in unterschiedlichen Regionen auf der Erde. Möchte jemand was zu dem Aliensken sagen? Also ist ihm das gut gelungen mit dem Fünffüßler? Oder ist es immerhin kein graues Menschlein mit einem zu großen Kopf? Ich fand es wie bei Der Marsianer schon so unglaublich smooth. Ich habe ihm das alles abgekauft. Alles. Was wir noch gar nicht gesagt haben, sind die Astrophagen. Also dieses erste außerirdische Ding, was sie finden. Und wie unser Held eigentlich draufkommt: Unser Held hat mal einen Aufsatz geschrieben, der ihm auch sein ganzes wissenschaftliches Leben versaut hat, über die Entstehung von Leben ohne Wasser. Und dann kommt da daraus, dass diese Astrophagen, also die die Sonne leersaufen, einfach ganz normale Zellen sind. Das ist ein Einzeller. Aber die haben aus irgendeinem Grund in einer Hülle eine Möglichkeit, Energie aufzusaugen und dann sich dadurch zu teilen. Und deswegen sind sie die unglaublich geilsten Energiespeicher, die es überhaupt gibt. Und nur eigentlich dieser Energiespeicher erlaubt es dann auch, den Antrieb für diese Schiffe zu liefern. Weil im Moment hätten wir gar keinen Antrieb für so ein Schiff. Also dieses Ding, diese Astrophagen, erlauben dann auch den Antrieb. Und sie kommen auf geniale Ideen, wie man diese Astrophagen vervielfacht und so weiter. Und dann wird die ganze Sahara zugekleistert mit schwarzen Kästen. In diesen Kästen wird die Sonnenenergie gespeichert und dadurch vermehren sich diese Astrophagen da drin und werden abgeerntet. Und die Außerirdischen, die – wenn ich mich richtig erinnere – tatsächlich nicht auf Wasser basieren, die leben in einer sehr, sehr dichten Atmosphäre und die schmeißen einfach Kugeln in einen See. Der ist halt 200-irgendwas Grad heiß. Und deswegen ist es überhaupt kein Problem für die. Die haben ja keine Ahnung von diesem Astrophagen-Zeug. Aber weil sie halt nichts sehen können und deswegen keine Sterne beobachtet haben, hatten die keine Idee von Relativitätstheorie, weil sie die Sterne nicht beobachten können. Und deswegen nicht auf diese Sachen gekommen sind, wo Gravitation halt nicht mehr funktioniert. Es ist so… Ja, und leider wissen sie auch nichts von Radioaktivität. Ja, wissen sie auch nichts von kosmischer Strahlung. Die haben keine Vorstellung von Strahlung. Deshalb ist Rocky auch der einzige Überlebende seines Raumschiffs gewesen, weil er sich zufälligerweise in einem Teil des Schiffs aufgehalten hat während der Reise, wo er weniger Strahlung abgekriegt hat. Und alle anderen sind strahlenkrank geworden und sehr schnell verendet. Und der hatte auch keine Erklärung dafür, warum die krank wurden und gestorben sind. Und ohne die Kenntnis der Relativität ist es eigentlich ein Wunder, diesen Zielpunkt zu erreichen, weil die halt einfach so dahingesegelt sind und gar nicht eigentlich verstehen konnten, wie das mit der Navigation hätte funktionieren können. Da ist Ryland auch sehr erstaunt, dass das überhaupt klappt. Über die Zeit, die auf seinem Heimatplaneten vergangen ist, weiß er nichts, aber das ist alles durch die Zeitdilatation. Es wird unglaublich gut erklärt. Es läuft alles so smooth, dass du es einfach nur glaubst. Es ist einfach wunderschön. Es ist super schön geschrieben. Es ist ein gutes Buch, keine Frage. Genau. Astrophagen wollte ich kurz erwähnen, was passiert. Warum ich das gerne Hope-Porn nenne? Ich bin noch gar nicht derjenige, der darauf gekommen ist, Hope-Porn zu nennen, anstatt Hopepunk. Also was auf der Erde halt passiert: Wir sehen, was offensichtlich ist. Die Leistung der Sonne geht zurück und das führt zu Problemen. So. Niemand stellt das in Frage. Jetzt im Gegensatz zu Don’t Look Up, wo ein Asteroid auf die Erde zufliegt, wird es sofort in Frage gestellt. Oder wie wir jetzt gerade Realität haben mit der Klimakatastrophe. Das wird alles in Frage gestellt. Leute denken, darüber kann man diskutieren. Man kann da verschiedene Meinungen haben. Das sind einfach Tatsachen, und das kann man nicht. Da hat man auch die Astrophagen. In dem Fall wird das nicht in Frage gestellt. Das ist der Punkt, den ich nicht glaube. Das ist wunderschön rübergebracht. Dann entscheidet sich die gesamte Menschheit dazu, was auch unmöglich wäre, dass die Menschheit sich auf irgendetwas entscheidet, in einer absehbaren Zeit eine einzige Person in den Stand zu versetzen, alle Ressourcen der Menschheit zu verwenden. Und es ist auch die einzige Möglichkeit, dazu zu kommen. Wir haben einen Planeten, der in Klimaerwärmung aufgehalten wird durch diese Astrophagen, die es sofort durchmachen, dass es ein paar Jahre merklich kälter wird. Und deswegen müssen verschiedene klimazerstörende Sachen gemacht werden. Das fand ich auch sehr cool. In anderen Büchern, in denen das vorkommt, ist… ach Gott… der Mann mit den Bunnys… wir hatten das auch mal besprochen, diese Bunny-Welt… wie heißt das… Early Riser von Jasper Fforde. Ja. Und das Buch heißt Early Riser, also Frühaufsteher. Und es ist auch so in einer Welt, in der die Klimakatastrophe eingetreten ist oder anders eingetreten ist, aber auf jeden Fall wird Europa sehr viel kälter. Und die große Idee, die die da haben, ist halt, alle Kohlereserven, die sie noch haben, irgendwie zu verbrennen. Ganz Wales ist unter Feuer, weil sie einfach die Kohleflöze angezündet haben in der Hoffnung, das würde irgendwie die Welt ein bisschen erwärmen. Fantastisch trotz allem. Natürlich hat der Roman noch seine Kritiker. Also irgendein – ich hab das auch verlinkt in den Shownotes – es gibt tatsächlich so Schlaumeier, die sich wirklich in dem Thema Rocket Science auskennen und dann nachrechnen. Und da bin ich halt leider ausgestiegen. Also da fehlt mir leider das Verständnis für die physikalische Mathematik, die dahintersteht. Aber man kann das tatsächlich auf einer Internetseite nachlesen, wo jemand ausrechnet, dass das so nicht funktioniert. Überhaupt mit dieser Reise, die er da antritt, weil er auf, glaube ich, vierfache Lichtgeschwindigkeit kommen müsste, wenn ich die Formel richtig verstanden habe. Und das geht halt nicht. Also diese Reise, auf die er sich da macht, die funktioniert mal wieder nicht. Weil er eigentlich viel schneller hätte reisen müssen, als das technisch machbar ist. Das ist eine Sache, die nicht funktioniert. Und das andere, woran ich mich eigentlich weniger gestoßen habe, ist die These, dass die Eridianer, also Rockys außerirdisches Volk, keine Sehorgane entwickelt hätten, weil sie sich auf dem Grund eines Planeten befunden hätten mit einer so dichten Atmosphäre, dass die Sonne da eh nicht durchdringen würde. Und dann wird da auch einem schlau-meiermäßig vorgerechnet, dass das so nicht stimmt, sondern mit der Atmosphäre und der Zusammensetzung wird das Sonnenlicht zwar gedimmt, aber in der Tiefe von so und so vielen Metern kommt dann trotzdem noch Sonnenlicht an. Das wird zwar ein sehr trübes und dunkles Licht, aber völlig lichtlos wäre es nicht. Das Optimalste wäre es sicherlich nicht, dort Sehorgane zu entwickeln, aber es wäre mit dieser Begründung, die Andy Weir uns in dem Roman gibt, so nicht richtig. Denn es wäre nicht so, dass diese Welt in absolute Dunkelheit getaucht wäre. Und dann hab ich mir gedacht: Boah, okay, da kann man sich jetzt drüber aufregen, aber… Ich will also Beweise. Das ist der Flieger, der fliegt nach Alpha Eridani, macht Bilder davon, ob die Augen haben oder nicht. Dann kommen wir wieder zurück, dann reden wir noch mal. In dem Fall haben wir hier einen Autor vom Schlage Erik von Däniken. Das klingt ja so, als würdest du den Klimawandel relativieren. Jetzt hör mal auf. Nee. Nee, halt, komm. Das ist jetzt nicht… Boah Mann, Jürgen, der war gut. (Lachen) Der war echt gut. Nee, ich denke, das ist tatsächlich was, wo man darüber diskutieren könnte. Genau wie man darüber diskutieren kann, weiß ich nicht, mit meinem Sohn: Ob Dinosaurier erst Federn entwickelt haben und dann fliegen gelernt haben. Oder ob man erst fliegen lernte, weil man dann Federn dazu entwickelt hat, um besser zu fliegen. Was so eine interessante Fragestellung ist, die mich aber auch komplett nicht interessiert, weil wir wissen, dass alle Vögel jetzt Federn haben. Also ist es eigentlich wurst, was zuerst da war. Okay, mit dieser Nummer zurück zu seiner netten Dame, Stratt, heißt sie, glaube ich. Ja, Eva Stratt. Eva Stratt. Ein wunderbarer Charakter. Ich finde: bester overpowered Charakter aller Zeiten, ever. Besser noch als One Punch Man. Oder Thanos, besser als das. Mega. Mega. Absolut. Stärkster Charakter, nicht nur stärkster weiblicher Charakter, sondern stärkster Charakter für mich ever. Beste Nebendarstellerin, Oscar, alles daran. Liebe sie absolut. Wenn sie das echt verfilmen, hoffe ich, dass sie das supercool rüberbringen und nicht ändern. Dann, ich habe eine Kritik gehört – diese Kritik wurde ein bisschen von der Realität gerade überholt – diese Kritik sagte: Ja, es sei wieder so ein verrückter Russen-Trope drin. Und das fand ich nicht gut. Ich dachte: Ja, verrückter Russen-Trope. Tja. Leider beweist die Realität, dass das gar nicht wirklich ein Trope ist. (Lachen) Ja, schade. Es gibt Gründe, warum Stereotypen entstehen. Ja, es gibt Gründe, warum Stereotypen entstehen. Ja, leider. Leider. Wir wissen jetzt: Es ist gar nicht – es ist halt… Aber es sind sympathische verrückte Russen. Es sind sympathische verrückte Russen drin. Und mehr wollen wir nicht über Russen im Moment sagen. Ja. Das war’s auf meiner Liste. Absolute Empfehlung. Habt ihr noch was, worüber ihr sprechen wollt? Ja, ich kann nur noch mal bekräftigen: absolute Empfehlung für alles, was Andy Weir rausgehauen hat. Halt auch Artemis. Ich versuche mich jetzt – das möchte ich meinen Hörerinnen und Hörern versprechen – an einem Vergleich mit The Dark Side in einer eigenen Episode. Das fände ich cool, wenn wir das hinkriegen. Wenn nicht, dann halt nicht, aber ich arbeite daran. Aber bitte schreib mir einfach bei Signal die Antwort auf The Egg, weil ich mich jetzt daran – es ist schon so spät, ich kann morgen früh, wenn ich anfange mit dem Schneiden – vergess es morgens sofort. Ich bin der Einzige, der Signal benutzt, aber nur nebenbei. Ich benutze auch Signal, ich hab’s auf jeden Fall installiert. Wir benutzen nur was anderes, weil sich ein paar Leute weigern, Signal zu verwenden. Vielleicht sollten wir keine Werbung für Signal machen. (Lachen) Noch verdient Sönke für uns kein Geld mit seinem Podcast. Er träumt davon, dass er Geld verdient. Wir machen das aus Spaß an der Freude. Liebe Leute da draußen: Ich will nichts damit verdienen. Ich würde nur gern nicht arm werden. Das schneiden wir nicht mehr. Wir sind menschlich, wenn wir nicht alles schneiden. Als ich angefangen habe, hat man mir gesagt, ich muss jedes „Ähm“ schneiden, was für 200 Schnitte pro Episode gesorgt hat. Bis Leute gesagt haben: Das ist eigentlich unnatürlich, dass ihr das alles schneidet. Wir finden das viel schöner, wenn wir da frei reinsprechen. Ich sag: Hey, wie mein Gast. Das ist weniger Arbeit. Wenn ihr anderer Meinung seid, wenn ihr das wieder höher produziert haben wollt, weniger Lacher, weniger Ähms und so weiter, sagt’s einfach. Und das wird gemacht. Ich glaube, ich muss dafür Chatbots losschicken, damit du dann zwei Millionen Zuschriften kriegst und die Leute sagen: Okay, Sönke, kannst du das so machen? Aber bei Jürgen die Ähms rausschneiden, das klingt unprofessionell. Die Frage ist, ob’s sympathisch ist oder nicht. Ach, ich hasse mein Gestotter. Du hast ehrlich gesagt gar nicht so viel gestottert, wie du dich darüber lustig machst. Anyway. Hail Mary – endlich mal wieder ein schönes Thema, über das man sich in voller Breite einfach nur freuen kann. Das war ein wunderbares Buch, hat mir gut gefallen, hat euch gut gefallen. [Sanfte Musik] Würde auch verdienen, verfilmt zu werden. Sind die Rechte schon weg? Die Rechte sind verkauft. Die Verfilmung ist auch schon geplant. Also ich glaube, der hat die Filmrechte auch schon verkauft, bevor das Buch überhaupt rausgekommen ist. Wir können wahrscheinlich damit rechnen, dass der Film bald rauskommt. Ja, er hat noch einen Roman oder so auf der Homepage, hab ich geguckt. Schwarz-weiß, mega. The Egg ist natürlich drauf. Ich glaube, ohne es genau zu wissen: The Egg war das Erste, was ihn bekannt gemacht hat. Dann hat er den Roman draufgestellt und dann hat das irgendwie alles gemacht. Was doch irgendwie zeigt – wenn es so ist, wie ich mir vorstelle –, dass man mit Kurzgeschichten doch was erreichen kann. Ich hab mir gerade eben die tausend Wörter, vier Seiten zwischendurch gelesen. Tolle Geschichte. Gibt x Adaptionen auf YouTube. Und ich guck mal, ob wir irgendwie das Recht bekommen, das auch kurz in den Podcast reinzumachen. Ich hab denen schon eine Mail geschickt mit einem Satz. Mal gucken, ob wir eine Antwort kriegen oder nicht. Also, um das noch mal zu ergänzen: Bekannt hat ihn vor allen Dingen auch seine Comicgeschichten, die er auf seiner Internetseite mit veröffentlicht hat. Gut. Also, ich hab da zwei-, dreimal gelesen, dass gesagt wurde, dass das auch für den Erfolg seines Romans gesorgt hat. Seine Bekanntheit durch diese Comic-Strips. Von denen kenn ich jetzt keine. Aber auch das kannst du – wenn du was Schönes hast – schicken. Schick’s mir und schick’s auf Twitter. Genau, schick’s Jürgen und schick’s auf Twitter. Schick’s mir und schick’s in die Shownotes. Alles, was zu finden ist, soll mir recht sein. Ich hab jetzt in Vorbereitung auf diese Episode auch schon ein paar Sachen in die Shownotes gestellt. Diese naturwissenschaftliche Kritik. Dann hab ich einen Artikel dazu gefunden: Wie ist das eigentlich mit Aliens? Wie sollen die eigentlich immer aussehen? Weil man so immer auf den Fehler macht, die zu anthropomorphisieren. Das heißt, dass man denen ungerechtfertigterweise immer menschenähnliche Gestalt gibt. Am peinlichsten finde ich das immer wirklich bei dem Star-Trek-Franchise. Alle Außerirdischen sind immer humanoid und haben nur andere Höcker auf der Stirn. Das finde ich immer so ein bisschen albern. All die Jahrzehnte durch haben die das immer so gemacht, um menschliche Darsteller zu nehmen. Fand ich immer sehr einfallslos. Die Schauspieler, die hängen da rum und kriegen keine Jobs. Immer Menschen, die ganzen – immer Menschen. Alle werden von Menschen gespielt. Früher konnte man sich nicht mal das leisten. Ja. Alles gut. Ich weiß, es war nur so schön, wie du es gesagt hast. Alle Schauspieler sind Menschen. Das war nicht so gut. Ja, das sind sie auch. Immerhin gibt es bei Star Trek eine pseudowissenschaftliche Erklärung dafür, warum die alle humanoid sind. Ja gut, machen wir nicht Star Trek heute. Was kommt als Nächstes? Auf meiner Liste steht Roadside Picnic. Das wird ganz mega. Genau. Was auch verfilmt wurde unter dem Namen Stalker, den ich mir noch angucken muss. Roadside Picnic habt ihr beide schon gelesen? Picknick am Wegesrand hab ich mir reingezogen. Ich hab’s auf Englisch. Und Stalker hab ich mir auch angeguckt und die Doku dazu. Super. Und ich hoffe, Adam wollte auch mitmachen. Wenn es eine Doku dazu gibt, kannst du mir die bitte auch geben? Ich müsste einfach neu danach suchen auf YouTube. Ich dachte, ich hätte das geschickt. Sei so lieb und schick mir Links, dann mach ich Vorbereitung. So, dann… Super. Zur selben Zeit – beim nächsten Mal reden wir über Picknick am Wegesrand und den Film dazu. Schönes Buch. Vielleicht nicht so lustig wie heute. Aber es wird ganz toll. Damit würde ich sagen… Bestimmt. Hallo. Nur ganz kurz, hier ist Sönke aus dem Schnitt. Ich finde diese Kurzgeschichte The Egg fantastisch. Und ich würde sie euch… Ich habe gefragt, ob wir sie für Podyssey und Rewrite einsprechen lassen können. Und wir haben tatsächlich binnen einer Stunde die Erlaubnis bekommen. Und die fantastische Verena Wilhelmy hat uns die Geschichte eingesprochen und die gibt es auf Podyssey.de. Und sie kommt auch jetzt. Viel Spaß damit. The Egg von Andy Weir. Du warst auf dem Heimweg, als du gestorben bist. Es war ein Autounfall. Nichts speziell Bemerkenswertes, aber dennoch tödlich. Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Die Notärzte haben ihr Bestes gegeben, um dich zu retten. Aber ohne Erfolg. Dein Körper war so zerschmettert, dass du so ohnehin besser dran bist. Vertrau mir. Und dann hast du mich getroffen. „Was ist passiert?“, hast du gefragt. „Wo bin ich?“ „Du bist gestorben“, sagte ich, sachlich gesprochen. Kein Grund für Schönrederei. Da war ein Lkw, der ins Schleudern geraten ist. „Japp“, sagte ich. „Ich… ich bin tot?“ „Japp. Aber mach dir nichts daraus. Jeder stirbt“, sagte ich. Du hast dich umgeschaut. Da war nichts. Nur du und ich. „Du bist gestorben“, sagte ich. „Der Rest ist erledigt.“ „Wo sind wir hier?“, hast du gefragt. „Ist das hier das Leben nach dem Tod?“ „Mehr oder weniger“, sagte ich. „Bist du Gott?“, fragtest du. „Japp“, erwiderte ich. „Ich bin Gott.“ „Meine Kinder. Meine Frau“, sagtest du. „Was ist mit ihnen? Geht es ihnen gut?“ „Genau das sehe ich gerne“, sagte ich. „Du bist gerade gestorben und deine Hauptsorge gilt deiner Familie. Das ist eine gute Sache.“ Du sahst mich mit Faszination an. Für dich sah ich nicht aus wie Gott. Ich sah aus wie irgendein Mann. Oder wahrscheinlich eine Frau. Vielleicht wie eine vage Autoritätsperson. Mehr wie ein Grundschullehrer als wie der Allmächtige. „Mach dir keine Sorgen“, sagte ich. „Mit ihnen wird alles gut. Deine Kinder werden sich an dich als umfassend perfekt erinnern. Sie hatten keine Zeit, dich gering zu schätzen. Deine Frau wird nach außen hin weinen, aber heimlich erleichtert sein. Um fair zu sein: Eure Ehe war dabei, auseinanderzufallen. Wenn es dir ein Trostpflaster ist: Sie wird sich sehr schuldig fühlen, dass sie sich so erleichtert fühlt.“ „Oh“, sagtest du. „Also, was passiert jetzt? Komm ich in den Himmel oder in die Hölle oder irgendwas?“ „Nichts dergleichen“, sagte ich. „Du wirst reinkarniert.“ „Ah“, sagtest du. „Dann hatten also die Hindus recht.“ „Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise recht“, sagte ich. „Geh mit mir ein Stück.“ Du folgtest mir, als wir durch die Leere spazierten. „Wo gehen wir hin?“ „Nirgendwo Spezielles“, sagte ich. „Es ist einfach nett, ein bisschen zu laufen, während wir sprechen.“ „Also, worum geht es überhaupt?“, fragtest du. „Wenn ich wieder geboren werde, bin ich ein unbeschriebenes Blatt, oder? Ein Baby. Also werden alle meine Erfahrungen und alles, was ich in meinem Leben getan habe, nicht von Bedeutung sein.“ „Nein“, sagte ich. „Du trägst alles Wissen und alle Erfahrungen von all deinen vergangenen Leben in dir. Du erinnerst dich jetzt einfach nicht an sie.“ Ich hielt an und fasste dir an die Schulter. „Deine Seele ist großartiger, schöner und gigantischer, als du dir irgendwie vorstellen könntest. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Teil von dem erfassen, was sie ist. Es ist, als ob man seinen Finger in ein Glas Wasser steckt, um zu sehen, ob es heiß oder kalt ist. Du steckst einen winzigen Teil von dir selbst in das Gefäß, und wenn du ihn wieder herausziehst, hast du alle Erfahrungen daraus erhalten. Du warst die letzten 48 Jahre in einem Menschen, also hast du dich noch nicht ausgebreitet und den Rest deines immensen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir lange genug hier bleiben würden, würdest du anfangen, dich an alles zu erinnern. Aber darin liegt kein Sinn, das zwischen den Leben zu tun.“ „Wie oft wurde ich denn bereits reinkarniert?“ „Oh, viele Male. Viele, viele Male. Und in vielen verschiedenen Leben“, sagte ich. „Dieses Mal wirst du eine chinesische Bäuerin im Jahr 540 nach Christus.“ „Warte, was?“, hast du gestammelt. „Du schickst mich zurück in der Zeit?“ „Nun ja, technisch gesehen schon. Zeit, so wie du sie kennst, existiert nur in deinem Universum. Die Dinge laufen anders da, wo ich herkomme.“ „Wo kommst du her?“, sagtest du. „Also sicherlich“, erklärte ich, „komme ich irgendwo her. Irgendwo anders. Und es gibt andere wie mich. Ich weiß, du möchtest wissen, wie es dort ist, aber ehrlich gesagt, würdest du es nicht verstehen.“ „Oh“, sagtest du, etwas niedergeschlagen. „Aber warte mal, wenn ich wieder geboren werde, zu anderen Plätzen in der Zeit, könnte ich doch irgendwann mal mit meinem Selbst interagiert haben.“ „Klar. Passiert ständig. Und dadurch, dass beide Lebensspannen nur über sich selbst bewusst sind, würdest du gar nicht wissen, dass es passiert.“ „Und was ist dann der Grund für das alles?“ „Ernsthaft?“, fragte ich. „Ernsthaft? Du fragst mich nach dem Sinn des Lebens? Ist das nicht ein bisschen stereotypisch?“ „Nun, es ist eine angemessene Frage.“ Ich sah dir in die Augen. „Der Sinn des Lebens, der Grund, warum ich dieses ganze Universum erschaffen habe, ist, damit du heranreifst.“ „Du meinst die Menschheit? Du willst, dass wir reifen?“ „Nein, nur du. Ich habe dieses gesamte Universum für dich erschaffen. Mit jedem neuen Leben, das du lebst, reifst du heran und wirst zu einem größeren und großartigeren Intellekt.“ „Nur ich? Was ist mit allen anderen?“ „Es gibt keine anderen“, sagte ich. „In diesem Universum gibt es nur dich und mich.“ Du starrtest mich mit leeren Augen an. „Aber all die Menschen auf der Erde…“ „Alles nur du. Verschiedene Inkarnationen von dir.“ „Warte. Ich bin alle?“ „Jetzt hast du es“, sagte ich, mit einem gratulierenden Klaps auf den Rücken. „Ich bin jeder Mensch, der jemals gelebt hat oder der jemals leben wird.“ „Ja.“ „Ich bin Abraham Lincoln.“ „Und du bist auch John Wilkes Booth“, fügte ich hinzu. „Ich bin Hitler?“, fragtest du entsetzt. „Und die Millionen, die er umgebracht hat.“ „Ich bin Jesus und jeder, der ihm gefolgt ist.“ Du fielst in Stille. „Jedes Mal, wenn du jemanden schikaniert hast“, sagte ich, „hast du dich selber schikaniert. Jeden Akt der Freundlichkeit hast du dir selber getan. Jeder glückliche und traurige Moment, der jemals von einem Menschen erfahren wurde, wurde von dir erfahren.“ Du dachtest eine lange Zeit nach. „Warum?“, fragtest du mich. „Warum das alles?“ „Weil du eines Tages wie ich sein wirst. Weil es das ist, was du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.“ „Oh“, sagtest du skeptisch. „Du meinst, ich bin ein Gott?“ „Nein, noch nicht. Du bist ein Fötus. Du wächst noch. Wenn du jedes menschliche Leben der gesamten Zeit gelebt hast, wirst du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.“ „Also ist das gesamte Universum, es ist nur ein…“ „Ein Ei“, antwortete ich. „Jetzt ist für dich an der Zeit, dein nächstes Leben zu leben.“ Und ich schickte dich auf deinen Weg. Sie hörten The Egg von Andy Weir. Ins Deutsche übersetzt von Stefan Zisting. Gesprochen von Verena Wilhelmy. Eine Produktion von Podyssey.de. Damit würde ich sagen: auf Wiederhören und tschüss! Tschüss! Wartet, ich habe mal was vergessen. Wenn euch unser Podcast gefällt und ihr vielleicht sogar mitmachen möchtet, würden wir uns über Nachrichten von euch freuen. Ihr erreicht uns unter anderem über podcast@rewrite-podcast.de, Twitter oder Reddit. Über Kritik und Kommentare freuen wir uns natürlich auch. Ihr könnt uns unterstützen, indem ihr uns weiterempfehlt und bewertet, zum Beispiel auf iTunes, Spotify oder YouTube oder auf jeder anderen Podcast-Plattform, die uns führt. Zum Mitmachen braucht ihr nichts weiter zu haben als ein Headset und das kostenlose Programm Studio Link Standalone. Ihr könnt eigene Themen vorschlagen oder ihr sucht euch etwas aus unserem Sendeplan aus. Den Sendeplan und die weiterführenden Links findet ihr unter rewrite-podcast.de/mitmachen. Und ihr könnt auch bei unserem Geschwisterpodcast Podyssey reinhören. Podyssey veröffentlicht alle zwei Wochen eine Kurzgeschichte aus den Genres Fantasy und Science Fiction. Wenn ihr ein paar von unseren tollen Podcast-Aufklebern haben möchtet, dann schickt uns einfach eine Nachricht mit eurer Adresse und wir schicken euch Aufkleber. Tschüss!

  • March 11 · 1 hr 7 min

    Digital Independence Day & QualityLand (Marc-Uwe Kling)

    Jeden ersten Sonntag auf die gute Seite wechseln! Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können. Die gute Nachricht: Diese Macht geben wir ihnen derzeit, und wir können sie ihnen auch wieder nehmen! https://di.day/de Transkript Willkommen zum Rewrite Podcast, dem Science-Fiction-Analyse- und Schreibpodcast, heute mit Jürgen. Hallo Jürgen. Hallo Sönke und hallo Welt da draußen. Und mit mir und mit sonst niemandem. Wir sprechen heute über Marc-Uwe Klings QualityLand und QualityLand 2, wenn wir schon mal dabei sind. Genau. Ich habe versucht, etwas über den Autor herauszufinden, und es gibt herzlich wenig über Marc-Uwe Kling zu sagen. Ja, ja, das ist jemand, der sich gerne rar macht. Ja, aber abgesehen davon, dass es in diesem Fall keine Frage gibt, in welcher Form man am besten seine Werke sich einverleiben sollte – und zwar ist das immer das Hörbuch, das er auch immer selber liest. Marc-Uwe Kling ist ein Kleinkünstler aus Berlin, und es wird vermutet, dass er mit einem Känguru zusammenwohnt. Wenigstens hat er dazu mindestens vier Bücher geschrieben und als Hörbücher vertont. Es gibt eine Radiosendung, in der dieselben Tonschnipsel vorkommen. Es gibt Comics dazu. Er hat Kurzgeschichten geschrieben. Er hat dann noch zwei Romane zu QualityLand geschrieben, über die wir heute sprechen wollen. Und ein Aufklärungsbuch hat er dann noch geschrieben. Und ja, er hat zwei Filme gemacht, und er hat für den zweiten Film sogar das Drehbuch geschrieben. Den Film habe ich noch nicht gesehen, würde ich mir aber angucken. Er hat auch ein paar lustige Kinderbücher gemacht. Genau. Das NEINhorn ist auch noch … und ein Kartenspiel und irgendwas. Halt mal kurz, genau, das ist ein Kartenspiel. Genau. Also, er ist sehr vielseitig, das muss man ihm zugestehen. Ja, und lustig. Genau. Und wie ich schon gesagt habe: Seine Werke entfalten ihre Wirkung wirklich ganz extrem dadurch, dass man sich seine selbst eingesprochenen Hörbücher geben sollte. Also gelesen kommt es bei weitem nicht so rüber, als wenn man ihn das selber vortragen hört mit diesen verteilten Rollen. Er ist sehr stimmgewaltig, möchte ich sagen. Er hat das einfach richtig, richtig gut drauf. Und das ist sehr unterhaltsam anzuhören. Genau. Also, er spielt sich nicht selber in den Filmen, was ich lustig, aber auch verständlich finde. Was halt dann schade ist, weil dann Marc-Uwe in den Känguru-Filmen nicht die Marc-Uwe-Stimme hat – aber wenigstens spricht er das Känguru. Dann ist es ja … also, ich freue mich sehr, den zweiten Film zu gucken. Den ersten habe ich im Kino gesehen. Der zweite kam dann gerade zu Anfang/Ende von Covid. Auf jeden Fall habe ich es nicht geschafft, den im Kino zu sehen. So, ich würde sagen, Jürgen, du fasst das erste Buch zusammen, dann reden wir ein bisschen drüber, dann fasst du das zweite Buch zusammen, und dann machen wir Schluss. Können wir so versuchen. Die Zusammenfassungen sollen auch relativ kurz ausfallen. Denn ich bemühe mich jetzt, obwohl ja du sagst, wir spoilern grundsätzlich, bemühe ich mich jetzt mal, nicht allzu sehr zu spoilern, weil es auch schwierig würde, das Ganze kleinschrittig mit den illustren Figuren und den verschiedenen Handlungssträngen, zwischen denen ständig hin- und hergesprungen wird, zusammenzufassen. Ich bemühe mich mal drum. QualityLand ist ein Roman, erschienen im September 2017. Das Ungewöhnliche daran ist zuallererst, dass es zwei Editionen davon gibt. Es gibt die helle und die dunkle Edition. Das hat damit zu tun, dass dieser Roman – modern nennt man das – in Montagetechnik konzipiert ist. Die Haupthandlung, die sich um die Hauptfigur Peter Arbeitsloser dreht – warum der so heißt, werde ich nachher noch erklären –, wird immer wieder unterbrochen und durchsetzt von eingewobenen Werbespots oder Presseberichten. Und je nachdem, ob man die helle oder dunkle Version des Romans erstanden hat, sind diese unterbrechenden Schnipsel von einer anderen Gestalt. Also, die dunkle Version ist eher so die düstere, bösartigere Version, und die helle Version hat dann eher so optimistischere und positiv gestimmte Medienbeiträge. Das stammt natürlich alles aus der Feder Marc-Uwe Klings, aber das Ganze unterstützt ganz fantastisch das Worldbuilding, was er dort nämlich betreibt. QualityLand – Namensgeber ist eben die Welt, in der das Ganze spielt. Es geht darum, dass ein Land, wo nicht genauer bestimmt ist, wo das sein soll – es könnte sich um ein großeuropäisches Reich handeln –, also der deutschsprachige Raum Europas könnte zum Beispiel zu QualityLand umbenannt werden, und andere Regionen der Welt heißen dann nicht mehr QualityLand, sondern werden der Einfachheit halber QuantityLand genannt und dann durchnummeriert. Es ist zu mutmaßen, dass QuantityLand 1 China sein soll, und andere Länder sind nicht näher bestimmt. Und worum geht es bei QualityLand? Es geht darum, dass ein Land sich neu erfunden hat und sich einfach erklärt zu einem Land der Superlative. Es ist nämlich komplett durchdrungen von künstlicher Intelligenz, die den Menschen in vielerlei Hinsicht die Arbeit abnimmt, wenn nicht gar sie arbeitslos macht. Die Maschinen sind sogar so hoch entwickelt, dass sie oftmals eigene Persönlichkeiten haben. Und wenn man eine Persönlichkeit besitzt, kann man auch unter Persönlichkeitsstörungen leiden. Und das ist die Aufgabe, die die Hauptfigur Peter Arbeitsloser hat. Er ist nämlich damit betraut, Maschinen, die als irreparabel gestört angesehen werden, aus dem Verkehr zu ziehen. Er hat nämlich eine Schrottpresse zu Hause und soll dann eigentlich diese Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes platt machen. Aber er tut das nicht. Er hat so einen heimlichen Gnadenhof in seinem Keller, wo er diese Maschinen, die alle unterschiedliche Marotten haben, als seine sonderbaren, schrägen Freunde beherbergt. Da ist zum Beispiel eine Flugdrohne mit Höhenangst, ein Liebesroboter, der neurotisch ist, eine androidische Autorin, die eine Schreibblockade hat, und ein Kampfroboter mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Man kann sich schon vorstellen, dass das alles sehr skurril und schrill ist. Der ganze Roman ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Absurditäten, damit angefangen zum Beispiel, dass man andauernd heimgesucht wird von Flugdrohnen, die einem Lieferungen von dem größten und erfolgreichsten Onlinehandel überhaupt bringen, nämlich von TheShop. Wir wissen das natürlich heute in modernen Zeiten schon, dass Algorithmen und Social-Media-Plattformen ein ständiges Profiling betreiben. TheShop hat das so sehr ausgeklügelt, dass die Kunden überhaupt nicht mehr irgendwas bestellen müssen. Sie müssen gar nicht mehr Wünsche äußern, sondern TheShop weiß vorher schon, was die Kunden unbedingt haben wollen. Zum Beispiel die neueste Ausgabe eines Produktes oder irgendwas anderes, wovon sie angeblich gar nicht wussten, dass sie es haben wollten. Damit beginnt auch die Handlung, dass Peter Arbeitsloser eine Lieferung von TheShop kriegt, und er ist mal gespannt, was das denn sein soll. Und dann entfaltet sich der Konflikt dieses Romans: Er kriegt etwas, was er gar nicht haben will, nämlich einen rosafarbenen Delfin-Vibrator. Und was will er, als jemand, der gerade seine Freundin verloren hat, mit so einem Ding? Und er möchte das Teil zurückgeben und stellt dann fest, dass das gar nicht so einfach ist. Denn man kann sich nicht mit einem Megakonzern anlegen, der natürlich viel besser weiß, was man will, als man selbst. Und er findet dann halt heraus, dass sein Online-Profil, das irgendwie generiert wurde, wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht. Und das ist die große Kulturkritik, die in diesem Roman eben aufkommt: dass die Profilbildung der Menschen durch ihr Online-Verhalten unter Umständen gar nicht zutreffend sein muss und dass Menschen unter Umständen in ein Verhalten hineingedrängt werden. Die weitere Kritik ist natürlich in dem Roman der ganze Irrsinn, der mit der Automatisierung und dem allen einhergeht, dass man viele Systeme einfach sich selbst überlässt und gar keine Kontrolle mehr hat über die Welt, in der man lebt. Dann noch nebenbei haben alle Personen, die in QualityLand leben, einen Level, der von 1 bis 100 geht. Und je nach Levelhöhe haben sie bestimmte Zusatzfähigkeiten, wie zum Beispiel eine Ampel mit Schnipsen auf Grün umschalten oder im Aufzug bestimmen, dass der Aufzug erst in dem eigenen Stockwerk seiner Wahl anhält und die anderen warten müssen usw. Und je höher man gestuft ist, desto mehr Macht hat man halt über andere. Und die Leute, die unter Level 10 sinken, gelten als asozial und nutzlos, und dann wird es halt zum Teil auch richtig fies. Das ist zum Beispiel eine der düsteren Seiten dieser absurden Welt: dass die Nutzlosen zum Beispiel eine kostenlose Abtreibung bezahlt bekommen auf Staatskosten, damit die sich nicht weiter vermehren, und dass das zum Beispiel in manchen Ländern auch missbraucht wurde, weil dann Leute absichtlich sich fortgepflanzt haben, um eben dann die Abtreibungsprämie zu kassieren. Ja, und nach einigen Irrungen und Wirrungen versucht Peter Arbeitsloser, seinen Vibrator loszuwerden, und schafft es dann schließlich auch, indem er zum Konzernchef vordringt. Und trotzdem kriegt er dann mit seiner nächsten TheShop-Sendung wieder einen Delfin-Vibrator geschickt und findet sich dann schließlich auch damit ab. Er gerät aber durch seinen Widerstand, den er leistet – wo er auch Social Media für sich selbst nutzbar macht –, zu ungeahnter Popularität und steigt auch von dem nutzlosen Status wieder auf, wird zu einer kleinen unfreiwilligen Berühmtheit. Ein weiterer Handlungsstrang ist, dass versucht wird, den ersten androidischen Präsidenten ins Amt zu bringen, der den lustigen Namen John of Us trägt. Und dieser – und das spoilere ich jetzt doch – fällt am Ende des Romans, wo er gerade zum Präsidenten erfolgreich gewählt wurde, natürlich auch nicht ohne Wahlmanipulation, einem Bombenattentat zum Opfer. Und daran knüpft eben der zweite Roman QualityLand 2.0, der drei Jahre später erschienen ist, an. Aber da machen wir eine kleine Zäsur und sprechen erst mal über diesen ersten Teil. Dankeschön. In der Pre-Show hast du gesagt, dass du das zweite Buch brauchst, um auf einen Roman zu verweisen, und das erste Buch kann man doch schon mal verweisen auf Die Optimierer. Da geht es ja auch um die Downward Spiral bei diesen Punktesystemen oder Levelsystemen, wo man Sachen verlieren kann. Das ist jetzt hier nicht ganz so extrem und wird ja auch eher so lustig-lustig darauf Bezug genommen. Ich habe ein paar andere Sachen immer rausgeschrieben, die erwähnt werden, weil er hat schon ziemlich viel Zeug eingebaut – eigentlich viel zu viel, als dass man sich das alles merken könnte. Da haben wir das Moravec-Paradox, das besagt einfach, dass künstlich intelligenten Dingen Dinge, die Menschen schwerfallen, einfachfallen, und Dinge, die Menschen einfachfallen, schwer. Ein Beispiel hier – und das wird sogar auf Wikipedia verlinkt – ist, dass es Robotern schwerfällt, eine Tasse zu tragen, ohne den Inhalt zu verschütten, aber sie können Menschen in Schach und Go und so weiter einfach schlagen. Das ist ganz nett. Das ist aber auch nicht mehr richtig. Aber ja, also das finde ich schon schön. Da habe ich mir vor allem die Mühe gemacht, das alles rauszusuchen. Das zweite ist das Jevons-Paradox. Das besagt, dass man ja eigentlich davon ausgehen könnte, dass, wenn eine Optimierung stattfindet – also zum Beispiel, dass man Dampfmaschinen durch Elektromaschinen ersetzt oder Pferde durch Autos –, Ressourcen gespart werden würden. Und das ist aber nicht der Fall, sondern der Ressourcenverbrauch wird eher durch solche Technologien angeheizt, als dass er abgemildert wird. Das ist, ja, das ist beängstigend. Und dann hat er zum Beispiel das Carrington-Ereignis. Das ist ein Sonnensturm, der 1859 die Erde getroffen hat und ziemlich alles an Elektronik, was es damals gab – was zum Glück nicht viel war –, ausgelöscht hat. Wenn so ein weiterer Sturm, der durchschnittlich alle 500 Jahre auf die Erde trifft, passiert, würde er komplett unsere ganze Technologie auslöschen. Das ist nett. Ich hatte von so einem Sonnensturm schon mal gehört, aber ich wusste nicht, dass es dafür einen Begriff gibt. Hat er schön nachgeguckt. Dann natürlich unsere geliebten Robotergesetze von Isaac Asimov. Ja, mal kurz alle vier Robotergesetze. Das nullte Gesetz kam später dazu, trotzdem fangen wir mal mit dem nullten an: Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Passivität zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen, außer er verstößt damit gegen das nullte Gesetz. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen – es sei denn, solche Befehle widersprechen dem nullten oder dem ersten Gesetz. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange sein Handeln nicht dem nullten, ersten oder zweiten Gesetz widerspricht. Das ist ganz schön. Es kommt in vielen Büchern und so weiter vor, diese Robotergesetze, die die Roboter davon abhalten sollen, etwas Schlimmes gegen die Menschen zu machen. Es wird auch hier erwähnt, wie es eigentlich viel eher so sein müsste, dass Asimov diese Gesetze geschrieben hat, um sie dann in all seinen Kurzgeschichten und Romanen auszuhebeln. Und deswegen zeigt sich eigentlich, dass diese Gesetze, so logisch und schön sie auch klingen, nicht funktionieren. Wenn sie nicht einmal in der Fiktion funktionieren, würden sie in der Realität auch nicht funktionieren. Dann haben wir – da verweisen wir jetzt einfach mal drauf –, mehrere Folgen gemacht über die Gefahr von KIs. Ich nehme an, Jürgen wird sie einfach alle verlinken. Ich verlinke auch die ganzen schlauen Wörter, die du jetzt runtergerattert hast. Die kommen selbstverständlich alle in die Shownotes. Also Sönke, du gibst momentan ein bisschen Gas mit deinen Erklärungen. Kannst ruhig mal ein bisschen Tempo rausnehmen. Okay, ich bin müde. Das war ein langer Tag. Genau. Ich denke, zu den lustigen Sachen kommen wir später. Wie gesagt, alles ist in den Shownotes von Jürgen. Als Nächstes kommt: Er hat auch noch erzählt, was CAPTCHA eigentlich bedeutet, was eine dieser lustigen Abkürzungen ist. Denn CAPTCHA steht eigentlich für Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart. Das gehört zu der Liste von lustigen Abkürzungen. Es gab früher mal vielleicht den alten Druckertreiber, die TWAIN, die hieß irgendwas in der Art. Niemand interessiert sich wirklich dafür, wofür unsere Abkürzungen stehen. Und das wusste ich nicht mit dem, aber man wusste es schon. Man hat das irgendwann mal gelesen, man vergisst es halt. Und er hat sich wirklich viel Mühe gemacht, diese ganzen Sachen so aufzuschreiben. Das sind so die Nice-to-know-Sachen oder schönen Sachen, die gefallen sind – ein paar davon. Dann über das Letzte, worüber ich gerne sprechen würde, wäre dann … also wirklich am Ende, andere Themen, die vorkommen, die zum ersten Buchs des Grundeinkommens, die Finanztransaktionssteuer, der Hochfrequenzhandel, negative Zinsen, Lokalwährungen, Modern Monetary Theory für das bedingungslose Grundeinkommen. Er beballert einen da wirklich mit unglaublich vielen Theorien. Also gerade, was du jetzt eben runtergerattert hast, das kommt in einer einzigen Szene vor, wo John of Us, der Wahlkampf betreibt, so ein Funding-Dinner hat, also mit den üblichen Superreichen, die ja gerne mal als Geldgeber für irgendwelche Parteien auftreten. Warum, kann man sich denken. Und er – um es jetzt mal in der drastischen Metapher auszudrücken – pinkelt denen allen ans Bein, indem er halt mal ganz knallhart runter rattert, was für das Grundeinkommen spricht und dass man natürlich Kapital besteuern könnte und sonst irgendwie was. Und er kann sogar davon ableiten, was für einen Vorteil es hätte. Und damit gibt er natürlich diesem kapitalistischen System, an dem die alle sich sehr schön genährt haben, eine richtig rabenschwarze Breitseite. Und dieses ganze Dinner scheitert dann, aber so komplett, weil er die potenziellen Geldgeber für die Unterstützung seiner Partei halt unglaublich aufs Hässlichste verprellt hat. Und dann kommt aber raus, dass das Ganze nur ein Schachzug war, weil er sie heimlich dabei aufgezeichnet hat, wie die sich dann entrüstet über seine Verbesserungsvorschläge aufregen, um dieses Material dann zu leaken. Aber diese ganzen Theorien, die da runtergerattert werden in wenigen Minuten – also da ist man dann schon ganz schön mit beschäftigt, das alles mal nachzulesen, was er da für Theorien aufstellt. Und das ist nicht ohne, muss ich sagen. Wir hoffen, dass es tatsächlich Fußnoten gibt. Es gibt Fußnoten, lustige Fußnoten, aber wir hoffen mal, dass es Fußnoten gibt in dem E-Book. Gehen wir davon aber aus, dass es nicht der Fall ist, weil im Audiobook gibt es ja Fußnoten – die werden dann alle vorgelesen. Würde es Fußnoten zu diesen ganzen Theorien geben, würden sie vorgelesen werden. Dann kommt noch was über Kybernetik, das ist very nice, auch mit einer schönen Geschichte dazu, Netzwerkeffekt, Blasenbildung – das hat Jürgen schon besprochen. Und das Winner-takes-it-all-Prinzip ist auch sehr schön erklärt mit diesem Beispiel der Eisdiele. Also dass die beste Eisdiele alles kriegt und dass die zweitbeste Eisdiele und sonstige zweitbeste Anbieter einfach gar nichts kriegen. Und das ist wirklich sehr, sehr schlüssig erklärt. Und das ist das Gegenteil der Demokratisierung und das Gegenteil dessen, Monopole zu bekämpfen, was das Internet bewirkt hat, und auch sehr schlüssig erklärt. Ja, aber nicht alles richtig, weil stimmt ja nicht. Es gibt schon tatsächlich die Plattformen, die auch besprochen werden. Die Plattformen sind schon traumatisch, deswegen will jeder eine Plattform haben. Also Amazon zum Beispiel, eBay, aber auch diese Plattformen – es gibt immer noch wieder Destruktionen von außenkommenden Plattformen, kann man zum Beispiel bei Messengern oder bei Social Media oder so sehen. Also es ist nicht ganz so hart wie „The winner takes it all“. Es gibt immer noch viele Webshops, die viel Geld machen, aber natürlich macht Amazon am meisten Geld mit ihrem Zeug – allerdings auch nicht so viel wiederum, wie man sich das vorstellen könnte. Aber ganz generell: sich diesen ganzen Zeug rauszuschreiben – und ich weiß gar nicht, wo der das alles her hat. Es ist eine Menge Zeug. Ich habe dann im zweiten Buch nicht mehr die Zeit gehabt, mir das aufzuschreiben, weil ich habe sie alle, die Bücher, nochmal angehört und bin beim zweiten nicht ganz durchgekommen. Da habe ich mir bei einer Sache schon beim ersten Mal Durchhören aufgeschrieben, mit dem wir später wieder reden – das hatte ich auch schon mal in einem anderen Podcast besprochen hier. Genau. Ich könnte mich auch mal kurz an der Zusammenfassung vom ersten Buch versuchen. Denn auch wenn Jürgen das super schön gemacht hat, dann kann man das noch vereinfachen sehen. Es gibt wirklich diese Heldenreise unseres Peter Arbeitslosen mit einer Love Story mit Kiki, und es geht nur darum, seinen MacGuffin, den Delfin-Vibrator, zurückzugeben. Und auf dieser Reise lernt er all diese Sachen, die dann schon ziemlich plakativ dir ins Gesicht geschmissen werden, aber auch immer witzig verpackt. Wenn man dem etwas ankreiden möchte: Es ist zu viel. Und damit man sich da wirklich reinversetzen kann, müsste man auf irgendwas den Fokus legen, und das passiert nicht. Es ist so ein Gag-Feuerwerk, und es ist ein Wissensfeuerwerk, aber es bleibt nicht wirklich großartig was hängen, weil es einfach zu viel ist. Man kann natürlich sagen, dass es unheimlich schön ist, das Ganze nochmal wiederzulesen und so weiter. Aber wenn ich jetzt sagen würde: Was ist eigentlich das Hauptthema? Dann weiß ich es nicht. Und dann haben wir diese zweite Geschichte, die dann als kind of Cliffhanger in das zweite Buch übergeht. Das ist mit John of Us. Also wenn ich sagen würde, dass das erste Buch eine Hauptstory hat, dann wäre es die Hauptstory der Optimierer. Der macht das auf die Optimierer aber besser, weil es wirklich den kompletten Fokus auf diese eine Geschichte legt. Ja, jein. Deshalb habe ich gesagt, du sprichst über Die Optimierer, von Theresa Hannig. Und deshalb wollte ich erst über beide Bücher sprechen, weil Theresa Hannig auch so zwei direkt miteinander verknüpfte Romane rausgehauen hat, nämlich Die Optimierer und dann Die Unvollkommenen. Und das, was Die Unvollkommenen dann erzählt, das ist eigentlich das, was am Ende von QualityLand 2.0 stehen würde. Und das, was in QualityLand 2.0 passiert, nämlich diese Abwärtsspirale des Gustav Freitag – so heißt er in dem Roman –, das ist eben das, was in Die Optimierer passiert. Ich habe ja von diesem Scoresystem geredet, von diesen Levels von 1 bis 100. Und der Attentäter, der John of Us am Ende des ersten Teils in die Luft gesprengt hat, der geht nämlich im zweiten Teil, also in der Fortsetzung von QualityLand, mit seinen Punkten so richtig steil bergab. Er verliert Level um Level und erfährt den immer weiter unaufhaltsamen, krassesten sozialen Abstieg, weil er mit natürlich jedem sinkenden Level auch irgendwelche Levelfähigkeiten verliert. Und irgendwann wird er dann halt auch, wie ich es ja schon erwähnt habe, wie ein Nutzloser behandelt. Und wenn man einmal bei den Nutzlosen angekommen ist, dann kommt man da auch nicht mehr raus oder so gut wie gar nicht mehr. Und das erlebt der halt. Und das ist genau das, was eben bei Die Optimierer passiert. Die Optimierer endet dann halt damit, dass Gustav Freitag zum Schluss vercybert wird. Also er verlässt seinen fleischlichen Körper und wird zu einem Androiden, nur wird er dann zu einer künstlichen Superintelligenz mit einem Gotteskomplex. Und das ist wiederum dieses Cyber-Jesus-Ding, was eben die Pointe bei QualityLand 2.0 ist. Das schwebt die ganze Zeit im zweiten Teil, der den Untertitel Kikis Geheimnis trägt. Auch das hat mehrere Handlungsstränge, möchte man sagen, wobei der Haupthandlungsstrang ist, dass Kiki, die im ersten Teil nur eine Nebenfigur ist, nun jetzt eher so in den Fokus rückt. Die versucht nämlich, ihre Identität herauszufinden. Man findet halt heraus, dass sie nicht nur so einen Anonymitätswahn hat und versucht, unter dem Radar zu bleiben, sondern dass sie tatsächlich mehr oder minder identitätslos ist, weil sie nämlich von einer Roboter-Nanny aufgezogen wurde und nicht weiß, wer ihre Eltern sind. Und sie versucht das halt rauszufinden. Und das ist dann durchwoben mit anderen Ereignissen, die indizieren, dass John of Us eben sein Attentat überlebt hat, indem er sein Bewusstsein, sein digitales Bewusstsein, eben ins Netz hochgeladen hat, bevor er hochgejagt wurde, und dann quasi als eine Art Cyber-Jesus weiter existiert. Und das ist jetzt eben das große Rätsel, was am Ende dann halt aufgelöst wird. Und deshalb passt das halt sehr gut zusammen mit Die Optimierer und Die Unvollkommenen. Nur was bei QualityLand absurd und lustig ist und halt leider auch zu sehr verzettelt mit zu vielen Details, ist bei Theresa Hannigs Zweiteiler-Roman richtig toll, gradlinig als wirklich gut erzählte Dystopie ausgearbeitet. Sehr, sehr lesenswert. Haben wir natürlich auch in den Shownotes verlinkt. Ich habe schon in einer anderen Podcast-Folge von den Romanen geschwärmt. Ja, wir beide. Und auch das wirst du alles verlinken. Im zweiten Buch ist mir vor allen Dingen aufgefallen der Observe-Orient-Decide-Act-Zyklus oder Loop. Das wird in dem Fall … da ist der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Und wieso ist der Dritte Weltkrieg ausgebrochen, weiß kein Mensch. Es sind 33 Millionen Menschen gestorben, und nach sechs Stunden war er vorbei. Und QualityLand hat gewonnen. Das war auch gut so, aber man weiß noch nicht mal genau, gegen wen man gerade Krieg geführt hat. Und am Ende kommt raus, dass es eigentlich nur ein Unfall war, also was ja auch passieren kann bei Computern. Da klingeln bei uns natürlich die Alarmglocken. Da haben wir auch schon mit Kollegen drüber gesprochen von „Erklärbarer KI“. Da haben wir zusammen einen Podcast gemacht, den auch Jürgen wieder verlinken möchte. Und wir versuchen im Moment KI zu erklären, ganz generell. Und das Problem bei diesen Zyklen – diesem Observe-Orient-Decide-Act-Zyklus – ist, dass die von Computern viel zu schnell ausgeführt werden können, als dass Menschen im Loop bleiben können, als dass wir sagen könnten: Okay, bevor er handelt, ist da ein Mensch drin und sagt: okay, ja oder nein. Das geht nicht mehr. Dafür ist dieser Zyklus zu schnell. Also der Mensch ist nicht mehr im Loop, sondern der Mensch ist out of the loop. Also du guckst drauf auf den Loop und hast vielleicht ein Protokoll von den Entscheidungen, und dann musst du dir überlegen, ob du rauskriegst, was passiert ist oder was nicht. Und das ist nicht schlimm bei Computerprogrammen außerhalb, aber sobald es irgendwas ist – genau wie Krieg –, irgendeine Drohne oder eine automatisierte Armee, die Entscheidungen trifft, einen Krieg anzufangen, da kommen wir leider hin. Das hatten wir auch in mehreren anderen Podcasts besprochen, dass das genau der Treiber ist, der dafür sorgt, dass wir kein Moratorium bekommen für KIs – diese Drohnensache. Denn man müsste weltweit sagen: Okay, wir werden jetzt alle aufhören, Drohnen zu entwickeln, und der Mensch muss immer im Loop bleiben, und das ist die maximale Beschränkung. Das wird natürlich bedeuten, dass jedes Land, das sich nicht daran hält, sondern den Menschen out of the loop nimmt und die Geschwindigkeit seiner KIs erhöht, in einem wirklichen Konflikt dann einen absoluten Vorteil hätte. Und weil man niemandem den absoluten Vorteil überlassen kann in einem so wichtigen Ding, müssen alle Länder jetzt Waffensysteme bauen, bei denen im Endeffekt der Mensch immer out of the loop sein wird. Und da kann man sich drüber aufregen – aber vollkommen zu Recht, by the way. Und ich reg mich auch darüber auf, ich habe nur keine Antwort darauf. Und ich finde das sehr schön, weil ich das natürlich – das Prinzip kennt man aus vielen Science-Fiction-Filmen –, aber dass das jemand so direkt benannt hat, wo man nachgoogeln kann, das ist eigentlich das Problem, das dahintersteckt. Also da war schon ein bisschen Research … Da war schon sehr viel Recherche dahinter von Marc-Uwe, als er diese Bücher geschrieben hat. Und auch eine sehr schöne Einlassung. Also schreiben kann er, er ist lustig, und was Informelles, Informatives verbreitet er auch. Und mir ist gar nicht so viel aufgefallen, dass es da so viele Verbindungen zu den anderen beiden Büchern gibt. Das finde ich sehr schön. Aber damit bin ich mit meinen Notizen auch durch. Jürgen, wie sieht es bei dir aus? Ach, und da fällt mir gerade ein, woran mich insbesondere QualityLand 2.0 noch erinnert hat. Nämlich, es erzählt ja auch die Geschichte von dem Absturz von Martin Vorstand, der am Ende des ersten Teils John of Us in die Luft gesprengt hat, dem ja immer weiter Schicksalsschläge widerfahren, dass sich zum Beispiel selbstschließende Türen ihm widersetzen und ihn immer einklemmen, der Aufzug ihm nicht gehorcht und der die ganze Zeit quasi – man könnte sagen – vom Internet of Things geprankt wird. Und er verliert immer weiter Punkte im Ranking, obwohl er natürlich auch immer weiter Levelfähigkeiten einbüßt. Und er war halt ursprünglich mal ein Level-60-Dude oder sogar Level 90 und ist dann irgendwann halt auch auf dem Rang der Nutzlosen angekommen. Und zwar gibt es eine Black Mirror-Episode mit dem Titel „Abgestürzt“, im Original heißt sie „Nosedive“. Da geht es um genau dasselbe. Da gibt es ein Rankingsystem, das bis 5,0 geht, und die Personen können sich gegenseitig in dieser Welt bewerten. Und die Hauptfigur dieser Erzählung, die versucht nämlich, auf so ein Luxusresort ein Haus zu mieten, das ist aber nur für 4,5er zugänglich, und sie ist leider nur eine 4,2. Und deshalb versucht sie, sich sozial aufzuwerten, indem sie etwa als Gast bei einer ehemaligen Schulfreundin auf deren Hochzeit dabei ist. Die ist nämlich eine 4,7. Und tatsächlich ist es so, dass wenn man befreundet ist mit Leuten, die einen höheren Rang haben, dass das das eigene Rating halt auch aufwertet. Genau. Und das läuft aber dann alles schief. Sie ist vom Pech verfolgt bei dem Versuch, zu dieser Hochzeit zu gelangen, und ein Missgeschick jagt das nächste. Und das führt dann auch dazu, dass sie immer weiter downgegradet wird und irgendwann ist sie halt auch auf einem Niveau angekommen, wo sie so für die Asozialen gehalten wird. Und auch in dieser Black Mirror-Episode, die diese Welt schildert, kommt sie dann in Kontakt mit einer Person, die aus diesem System ausgestiegen ist. Sie wird nämlich beim Trampen mitgenommen von einer Truckfahrerin, die so eine 1,0 irgendwas hat, und sie traut sich erst gar nicht, zu der ins Auto einzusteigen, bis ihr dann eben begreiflich gemacht wird, dass dieses ganze System völlig irrsinnig ist und dass man, wenn man darauf pfeift, ein unbekümmertes und unbeschwertes Leben führen kann. Nachteil ist dann halt, dass man zum Beispiel eben keine guten Wohnungen bekommt. Und wenn man jetzt zum Beispiel das traurige Schicksal, wovon die Truckerfahrerin erzählt – wenn man eine wichtige OP braucht, dann ist man halt auf der Warteliste, weil man niedriger eingestuft wird als höherwertige Menschen. Und genau das wird in QualityLand zum Beispiel auch erwähnt, dass eine Level-Eigenschaft ist, geringere Wartezeit für lebenswichtige Operationen zu haben. Genau. Also „Nosedive“ beziehungsweise „Abgestürzt“ aus der Black Mirror-Serie ist da auch sehr empfehlenswert. Es gibt noch einen anderen Roman, wo es auch um dieses Kreditpunktesystem geht, was auch als eine Art Bezahlmittel verwendet wird. Hier ist es etwas anders erklärt, dass man mit diesen Levelfähigkeiten wie zum Beispiel eine Ampel umschalten sogenannte Karma-Punkte verbraucht, und die müssen sich mit der Zeit auch wieder aufladen, damit man halt nicht die ganze Zeit mit seiner Level-Überlegenheit arbeitet. Also hat er da sogar so ein bisschen das durchdacht, wie das funktionieren kann, aber wie dem Ganzen auch Grenzen gesetzt sind. Das ist nicht uninteressant. Wäre zum Beispiel vielleicht auch interessant, daraus so eine kleine Geschichte zu schreiben. Also, weil die QualityLand-Romane so vielfältig und so überladen sind mit den Details, was das Worldbuilding betrifft, könnte man tatsächlich etliche Kurzgeschichten aus QualityLand schreiben, weil das halt eben so viel hergibt vom Worldbuilding her. Und es gibt einen anderen Roman, den ich aber definitiv nicht verlinken werde, weil es leider ein Fehlkauf gewesen ist. Ich sage jetzt nur den Titel: Score heißt er, den Namen des Autors habe ich auch vergessen. War extrem langweilig und auch mit einem sehr schlechten Twist am Ende, wo ich dann auch so im letzten Fünftel – also nachdem ich lange durchgehalten hatte – keine Lust mehr hatte und den Roman abgebrochen habe. Aber da ging es genau um dasselbe System, dass es halt ein Punktesystem gibt, das das Ranking der Leute ausmacht. Und wenn man in seinem Punktesystem abrutscht, dann gibt es interessante Rückkopplungseffekte: Wenn du einen hohen Score hast und freundlich bist zu Leuten, dann erhöht das deinen Score, und wenn du niedrigen Score hast und freundlich bist zu Leuten, dann wird das als Harassment, also als Belästigung ausgelegt, und dann schadet es deinem Score auch noch mehr. Also dieses sich selbst verstärkende System, was eben in QualityLand auch schön beschrieben wird. Wenn du eben unter Level 10 bist, dann zählst du als Nutzloser und deshalb bieten die Algorithmen dir auch nur noch Zeug an, was für Nutzlose gedacht ist. Also dir wird eine Partnerin vorgeschlagen, die auf deinem Niveau ist, dir werden Jobs angeboten, die auf deinem Niveau sind, nämlich ebenso Billigjobs ohne Perspektive. Und selbst wenn du schaffen solltest, dich auf einen besseren Job zu bewerben, werden Algorithmen dich aussortieren, sodass du gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Also du kommst aus diesem Ranking nie wieder raus. Und das ist halt sehr, sehr fies, aber auch nicht unrealistisch. Und wo wir halt bei China arbeiten … äh, wo schon seit Jahren darüber gesprochen wird, dass China auch fleißig an so einem Social Score arbeitet, ihn auch schon aktiv einsetzt. Man hört davon halt jetzt nicht so viel. Man hört nur so ein paar praktische Anwendungen, wie: Wenn du einen schlechten Social Score hast, dann kannst du halt keine Fernzugtickets kaufen. Und wie schadest du deinem Score? Indem du zum Beispiel bei Rot über die Ampel gehst. Und überall hängen Kameras, und die sehen das dann. Wo man sich denkt: Okay, wenn es jetzt nur um das allgemeine Miteinander geht und wenn du dann halt in den Verkehr pöbelst oder deinen Müll nicht wegwirfst und das sieht jemand, dann schadest du deiner Punktzahl, und zur Strafe kriegst du dann quasi so eine Art Stubenarrest oder Ortsarrest, dass du halt deine Verwandten nicht besuchen kannst – da denkt man sich ja, okay, ist ja vielleicht auch gar nicht so schlimm. Denn es gibt ja überall Verkehrsrowdys und Rüpel, und da ärgert man sich ja auch drüber, dass die ungeschoren davonkommen. Und also, wenn man das nicht zu Ende denkt, könnte man meinen: okay, ist jetzt vielleicht gar nicht so unpraktisch. Aber natürlich kann man auch Leuten einen schlechten Score geben, die jetzt etwas machen, was gegen die Partei ist oder gegen irgendwelche sonstigen Ideologien verstößt. Und das ist ja völlig intransparent, wie solche Punkte vergeben oder abgezogen werden. Und ja, und es ist halt spannend, ob wir uns irgendwann auch dahin entwickeln, dass so ein Scoresystem eine neue Form des digitalen Geldes sein wird, eine neue Währung sein wird, die irgendwann auf Gedeih und Verderb unser Schicksal bestimmen wird. Seien wir gespannt? Ja, nein, gespannt bin ich darauf nicht. Das ist keine gute Idee. Ich denke auch, dass die noch auf dem Platz abhört … nein, nein, nein, nein, nein, nein. Also ich meine nicht gespannt in freudiger Erwartung, sondern seien wir einfach mal gespannt, was wird. Also ich kann jetzt keinerlei Prognose treffen, was jetzt so in zehn Jahren sein wird. Also wenn wir jetzt mal überlegen: Das iPhone gibt es seit 2007 und Facebook gibt es seit 2004. Und diese beiden Neuerungen – also dass wir ein Social Web haben und dass wir portables Internet haben – diese beiden Erfindungen haben sich gegenseitig bedingt und gegenseitig verstärkt. Und jetzt 2023, wie das die Welt umgekrempelt hat, ist unvorstellbar gewesen. Und ich kann jetzt keinerlei Prognose treffen, was jetzt in zehn Jahren so ein Beispiel sein wird. Da bin ich überfragt. Ja, nein. Das wird übrigens auch in dem Roman angesprochen. Das sagt – lustigerweise wird sie im ersten Roman, also diese E-Autorin oder E-Poetin, also diese Androidin, die Autorin ist mit Schreibblockade, die wird im ersten Teil Calliope genannt und im zweiten Teil nennen sie sie Kalliope. Also ich bin jetzt nicht ganz sicher, wie man den Namen richtig ausspricht. Und die sagt: Ja, wir sind jetzt übrigens schon zwei Jahre vorweg, was Prognosen betrifft. Früher haben Autoren irgendwelche Entwicklungen in der Zukunft immer viel zu früh angesetzt, wie zum Beispiel 1984 – das ist ja so gar nicht eingetreten im Jahr 1984 – und so ein paar andere Sachen. Und jetzt ist die Technikentwicklung also bei QualityLand schon viel rasanter und Dinge treten viel früher ein, als irgendwelche Science-Fiction-Autoren oder sonstige Weissager das vorausgesagt haben. Und das können wir uns jetzt fragen. Wir können jetzt überlegen: Wann wird es so weit sein, dass autonome Systeme uns alles aus der Hand nehmen? Wann wird die Singularität eintreffen oder wann wird dieses und jenes eintreffen? Wann haben wir den ersten Krieg mit autonom agierenden Drohnen? Wann wird das passieren? Irgendwann in der Zukunft wird es sehr wahrscheinlich passieren. Oder hatten wir den schon? Wir wissen es nicht. Aber wie weit werden wir irgendwann kommen, dass die tatsächlichen Entwicklungen irgendwelchen Prognosen schon davon galoppieren? Und das wird in dem Roman auch mal kurz angesprochen. Ja, es gibt zum Glück immer andere Prognosen. Was mir eingefallen ist, wenn wir gerade abschweifen – und ich finde es interessant, dass es dir nicht eingefallen ist – ein anderes Buch oder eine Bücherei über Level ist ja Daemon. Ja, da kannst du die auch … Es gibt nur positiv. Du kannst dich leveln und dann kannst du Levelfähigkeiten bekommen usw. Also du kannst dich hochleveln. Nun, in Computerspielen kannst du dich eigentlich nicht runterleveln. Ich glaube, bei dem Daemon konnte man dann auch – das war so eine Spezialfähigkeit – Leuten wieder Level wegnehmen. Ja, das ging. In der Fortsetzung Freedom war das so. Mir fällt gerade der Name nicht ein, weil es so lange her ist, dass ich das gelesen habe. Da gab es so eine digitale Engelsgestalt. Das war eigentlich ein Märtyrer. Also er wurde zu einem Märtyrer, und der taucht dann irgendwann als ein digitales Engelswesen auf und greift in ein Schlachtgeschehen ein, indem er den einen der bösen Schurken einfach seine Levelpunkte wegnimmt. Also er geht dann hin und sagt: „Verzeihen Sie, Sir, ich muss Ihnen das wegnehmen.“ Und dann greift er nach seinem Callout und draint ihm einfach seinen Level, und da kann er nichts mehr machen. Das ist auch ein superlustiger Twist. Ja, du hast recht. Daemon und Freedom müssen wir eigentlich auch noch mal reinziehen. Ja, wir haben gerade schon Podcast gemacht. Genau. Das wirst du verlinken. Und Gott, wir haben so viele Podcasts schon gemacht. Ja. Wir machen jetzt ein, zwei Folgen ein bisschen lockerer eigentlich nur. Zwei Folgen: diese und die nächste. Da sind wir auch noch zu zweit, bevor wir wieder eine Episode machen mit vielen Leuten und wo es dann auch um ein bisschen größere Themen geht. Nächstes Mal geht es um einen Film, um Strange Days. Da wollte keiner mitmachen bisher. Das ist ja schade. Vielleicht findet sich unter unseren Hörerinnen jemand, der mit uns darüber sprechen möchte. Er ist wirklich toll. Kann ich gar nicht verstehen, warum da keiner angebissen hat. Genau. Ich ziehe um. Demnächst endlich. Haus fertig. Und ich werde kein Internet haben. Das wird also … ja, ich weiß noch gar nicht. Deswegen müssen wir mal gucken, wie wir das alles machen. Ich werde erst wieder im März Internet haben. Das müssen wir mal sehen. Also, falls sich etwas verschiebt oder die Folge ein bisschen kurz kommt, dann liegt das daran, dass der Umzug halt ist. Danach geht es wieder ganz normal weiter. Wir freuen uns auf die Unterstützung. Und wenn es nichts anderes mehr zu sagen gibt, dann sagen wir für heute … Du musst doch mal auf Arbeit. Du bleibst nicht zu Hause, sondern fährst auch noch mal auf Arbeit und hast da Internet. Du kannst ja da aufnehmen. Ich habe auch schon mal in der Schule einen Podcast aufgenommen. Das geht schon. Manchmal muss man Prioritäten setzen. Ja, darauf wird es trotzdem … Das wird nicht so toll von der Qualität, wenn ich meine schöne Ausrüstung nicht habe. Ach. Es wird eine Folge geben. In drei Wochen wird es die nächste Folge geben. Es geht um Strange Days. Wir reden dann darüber. Wenn sich jemand von euch findet, der mit uns über Strange Days reden möchte oder über irgendwas anderes, was in der Liste ist – aber preferable über Strange Days, weil über den wollten wir schon seit ewig und drei Tagen sprechen – dann reden wir in drei Wochen. Wir wünschen euch was und machen heute mal ausnahmsweise ein bisschen früher Schluss. Damit würde ich sagen: auf Wiederhören. Ja, und gute Nacht. Tschau. Wartet, ich habe noch was vergessen. Wenn euch unser Podcast gefällt und ihr vielleicht sogar mitmachen möchtet, würden wir uns über Nachrichten von euch freuen. Ihr erreicht uns unter anderem über podcast@rewrite-podcast.de, Twitter oder Reddit. Über Kritik und Kommentare freuen wir uns natürlich auch. Ihr könnt uns unterstützen, indem ihr uns weiterempfehlt und bewertet, zum Beispiel auf iTunes, Spotify oder YouTube oder auf jeder anderen Podcast-Plattform, die uns führt. 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  • March 10 · 1 hr 39 min

    Dan Simmons (04.04.1948-21.02.26)

    Nachruf auf Dan Simmons Dan Simmons gehört zu den außergewöhnlichsten Stimmen der modernen Genre-Literatur. Kaum ein anderer Autor bewegte sich so souverän zwischen Science-Fiction, Horror, historischem Roman und Thriller. Mit sprachlicher Eleganz, literarischen Anspielungen und epischer Vorstellungskraft schuf er Werke, die sowohl Genre-Fans als auch literarisch anspruchsvolle Leser begeistern. Geboren 1948 in Peoria (Illinois), arbeitete Simmons zunächst viele Jahre als Lehrer, bevor er in den 1980er-Jahren als Schriftsteller bekannt wurde. Sein Debütroman Song of Kali gewann sofort den World Fantasy Award und machte deutlich, dass hier eine neue Stimme im Horror-Genre entstanden war. Den weltweiten Durchbruch brachte ihm jedoch 1989 der Science-Fiction-Roman Hyperion, ein Werk, das häufig zu den bedeutendsten SF-Romanen des späten 20. Jahrhunderts gezählt wird. Simmons’ Bücher zeichnen sich durch enorme Bandbreite aus: philosophische Space Opera düsterer literarischer Horror historische Abenteuer literarische Experimente mit realen Persönlichkeiten Romane wie The Terror oder Drood verbinden sorgfältige historische Recherche mit unheimlichen Elementen, während der Hyperion-Zyklus zu den großen Epen der modernen Science-Fiction gehört. Sein Werk zeigt, dass Genre-Literatur ebenso anspruchsvoll, poetisch und tiefgründig sein kann wie klassische Literatur. Simmons hinterlässt eine Bibliothek voller Welten – von fernen Planeten bis zu den dunkelsten Winkeln der menschlichen Geschichte und Psyche. Transkript Willkommen zum Rewrite Podcast, dem Science-Fiction-Lese-Podcast, heute mit Fabian und Stefan. Hallo, ihr beiden. Hallo. So, und heute sprechen wir über Hyperion von Dan Simmons. Dan Simmons ist ein amerikanischer Science-Fiction- und Horrorautor. Tatsächlich treibt er sich in vielen Genres herum: Science Fiction, Horror, aber auch Fantasy. Er ist Jahrgang 1948. Am bekanntesten ist er wohl für seinen Hyperion Cantos, auf Deutsch die Hyperion-Gesänge. Er ist seit Anfang der 80er-Jahre aktiv. Eigentlich ist er Grundschullehrer; er hat einen Master of Education an der Washington University in St. Louis gemacht. Angefangen hat er mit Kurzgeschichten, und seinen Durchbruch hatte er dann mit Hilfe von Harlan Ellison. Der Name dürfte vielen gerade auch aus dem Horror-Genre ein Begriff sein. Mit der Kurzgeschichte „The River Styx Runs Upstream“, die im Twilight Zone Magazine erschienen ist, wurde er dann auch bekannt. Tatsächlich hat er aber noch bis 1989 weiter als Grundschullehrer gearbeitet. Unter anderem hat er noch The Terror geschrieben. Das ist eines seiner neueren Werke und erzählt eine fiktionalisierte Geschichte von John Franklins Expedition auf der Suche nach der Nordwestpassage. Wahrscheinlich ist die Verfilmung am bekanntesten. Ich glaube, die ist bei Amazon erschienen. Ansonsten hat er noch relativ viel im Horrorbereich geschrieben. Da werden zum Beispiel Summer of Night oder Winter Haunting genannt, für die er unter anderem auch in der Presse, im Feuilleton, gelobt worden ist. Und sein erstes Buch war tatsächlich ebenfalls eher im Bereich Horror/Fantasy angesiedelt, nämlich Song of Kali von 1985. Und er schreibt immer noch munter vor sich hin, hat eine ganze Reihe von Kurzgeschichten geschrieben, mehrere dicke Romane, und eventuell werden wir bald eine Verfilmung von Hyperion sehen – als Film statt als Miniserie. Aber das ist noch in einer sehr frühen Verpflichtungsphase. Das kommt wahrscheinlich dazu, wenn wir in die Details der Story kommen: Es ist nicht so, dass es keine gute Idee wäre, Hyperion und die unmittelbaren Nachfolgebücher zu verfilmen. Das ist eine fantastische Space Opera, aber es ist einfach so viel Stoff. Das kann sich locker mit Star Wars oder dem Star-Trek-Universum messen in der Komplexität, und es wird irgendwie alles angerissen in den Büchern, aber es ist auch alles vorhanden, um daraus etwas Großes zu machen. Nur: Du kannst die Leute auch leicht vor den Kopf stoßen damit. Du kannst es ja nicht auf 90 Minuten runterdampfen. Nicht mal diese sechs Geschichten aus dem ersten Buch kriegst du in einen Film. Also wäre eine Miniserie definitiv die bessere Wahl gewesen, meiner Meinung nach. Das kommt darauf an, wie es umgesetzt wird. Es gab ja auch die Verfilmung von Cloud Atlas mit Tom Hanks und ein paar anderen bekannten Schauspielern. Die hat zum Beispiel sehr gut funktioniert, und das Werk ist tatsächlich auch relativ episch. Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass so etwas funktionieren könnte. Wobei das Buch, was die Verfilmung angeht, das Problem hat – und das haben ja auch manche Kritiker angemerkt –, dass der Plot so ein bisschen dahinplätschert, weil ja unsere Pilger, und da kommen wir gleich zu, ihre Geschichten erzählen. Ja, ich erinnere mich halt auch an den Anfang und an die Geschichten – nicht mal im Detail an die Geschichten, sondern eher an das grobe Anfangsbild dieses ersten Buches. An die anderen drei erinnere ich mich kaum, und ich kann auch nicht sagen, wie das Ganze zu Ende gegangen ist. Das ist dann bei Ilium und Olympus für mich besser; da weiß ich eher noch, wie es ausgegangen ist. Aber hier weiß ich das überhaupt nicht. Also ganz kurz: Cloud Atlas und Hyperion sind nicht ganz gleich. Bei Cloud Atlas ist das eher wie Perlen auf einer Schnur, also eine gemeinsame Geschichte. Das ist bei Hyperion anders. Hier haben wir diesen äußeren Konflikt, und dazu können wir vielleicht kommen, wenn Stefan das kurz zusammenfasst. Stefan, einmal ein Interlude mit einer groben Zusammenfassung des Hyperion-Zyklus, und dann gehen wir wieder zurück. Warum ich nicht glaube, dass das ein guter Vergleich mit Cloud Atlas ist: Es könnte schon funktionieren, aber strukturell ist es doch etwas verschieden. Okay. Also, Cloud Atlas ist ungleich einfacher aufgebaut. Ich komme erst mal zur groben Geschichte, zur Außengeschichte. In der Welt oder im Universum von Hyperion ist es so, dass die Erde durch ein großes wissenschaftliches Experiment vernichtet wurde: den Großen Fehler von Kiew. Innerhalb der Erde wurde ein künstlich erzeugtes schwarzes Loch hergestellt, und damit ist sie zerstört. Die Menschheit lebt auf kolonisierten Welten im All, und die meisten dieser neu besiedelten Planeten werden von der Regierung der Hegemonie beherrscht. Die wird von KIs beraten. Dann gibt es noch ein Allwesen, das irgendwie aus der kollektiven Intelligenz der Menschen besteht, die darüber abstimmen – das bleibt ein bisschen undurchsichtig. Daneben gibt es noch den sogenannten TechnoCore, also diese künstlichen Intelligenzen. Die sind die Erbauer und Betreiber des Farcasternetzes. Man kann sich das wie Sternentore vorstellen: Es gibt überall Farcaster-Portale im Bereich der Hegemonie, und wenn man durch so ein Tor tritt, wird man sofort zu einem anderen Tor auf einem fremden Planeten transportiert. Der TechnoCore ist auch der Erfinder des Fatline-Netzes, also der Echtzeitkommunikation über beliebige, auch astronomische Distanzen quer durchs All, hauptsächlich über Avatare oder Hologramme. Zusätzlich verkehren zwischen den verschiedenen Systemen auch überlichtschnelle Schiffe mit dem sogenannten Hawking-Antrieb. Die reisen aber mit relativistischer Zeit und erzeugen eine sogenannte Zeitschuld. Das heißt, die Zeit vergeht für die Reisenden langsamer als für die Zurückgebliebenen. Die Ränder der Hegemonie und die leeren Räume zwischen den Systemen bewohnen die sogenannten Ousters. Der Name ist eine Anspielung auf die zwangsweise Entfernung aus dem Machtbereich der Hegemonie. Diese Ousters haben sich in Schwärmen organisiert und sich genetisch weiterentwickelt – durch Genmanipulation und Nanotechnologie. Ihnen haftet kaum noch etwas Menschliches an. Von der Regierung der Hegemonie und vom TechnoCore werden sie als Feinde betrachtet. Es kam in der Vergangenheit bereits zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die von beiden Seiten mit großer Grausamkeit geführt wurden. Der Hyperion-Zyklus besteht aus vier Büchern, die handlungsmäßig weitgehend zusammengehören. Das erste und zweite Buch sind Hyperion und Der Fall von Hyperion, beziehungsweise zusammen die Hyperion-Gesänge. Die gibt es oft im Doppelpack zu kaufen. Das macht Sinn, denn am Ende des ersten Bandes, der hier im Mittelpunkt dieser Podcastfolge steht, bricht die Handlung einfach ab. Kurz zur Haupthandlung des ersten Buches Hyperion: Das Buch hat einen Prolog und einen Epilog, und dazwischen erstreckt sich die Geschichte über sechs Kapitel. Der Erzählzeitraum der Rahmenhandlung umfasst sieben Tage. Das ist die Zeit, die die Pilger benötigen, um von einem interstellaren Transportschiff bis zu den sogenannten Zeitgräbern im Herrschaftsbereich des Shrike zu reisen. Es gibt die Welten der Hegemonie, wo überall Farcaster-Portale stehen. Es gibt aber auch das sogenannte Outback – also Planeten wie Hyperion. Auf Hyperion gibt es Artefakte von Außerirdischen und eben die sogenannten Zeitgräber, die von Entropiefeldern umgeben sind. Das ist das große Mysterium von Hyperion: Man weiß nicht, was diese Zeitgräber können. Und es gibt das Shrike. Das ist eine Art mechanische Lebensform, die durch die Zeit reist und als extrem gefährlich gilt. Es ist voller Messer, Klingen und Dornen. Nach Hyperion ist es üblich, dass immer wieder Leute pilgern. Es gibt eine Kirche des Shrike, eine Kirche des Schmerzes. Und wer dorthin pilgert, bekommt angeblich eine Belohnung vom Shrike – sofern er die Begegnung überhaupt überlebt. Die Menschen haben also unterschiedliche Motivationen, um zu pilgern. Im ersten Band haben wir unsere sieben Pilger, die nach Hyperion reisen dürfen. Diese Pilger erzählen sich auf dem Weg zu den Zeitgräbern ihre Geschichten, also die Ereignisse, die sie zur Teilnahme an der Pilgerreise motiviert haben. Wir haben: die Geschichte des Priesters: „Der Mann, der zu Gott flehte“ die Geschichte des Soldaten: „Die Liebenden im Krieg“ die Geschichte des Dichters: „Hyperion-Gesänge“ die Geschichte des Gelehrten: „Der Fluss Lethe schmeckt bitter“ die Geschichte der Detektivin: „Der lange Abschied“ die Geschichte des Konsuls: „Erinnerungen an Siri“ Und die Geschichte des siebten Pilgers fehlt, weil dieser verschwindet. Er ist vermutlich ein Spion der Ousters. Simmons nutzt diesen Kniff mit den verschiedenen Geschichten, um das ganze Panorama der Hegemonie-Zivilisation vor den Lesern auszubreiten. Das ist schon ein sehr, sehr reichhaltiger Kosmos. Jede einzelne dieser sechs Pilgergeschichten bietet genug Stoff für einen eigenen Roman, was die Verfilmung natürlich zusätzlich erschweren dürfte. Sie sind das Herzstück des Buches und umfassen im Grunde die letzten 200 Jahre der Hegemonie. Man kann sie fast als historischen Abriss dieser Epoche lesen. Am Ende des ersten Buches sind die Pilger im Tal der Zeitgräber angekommen, und dort endet die Handlung abrupt. Der zweite Teil, Der Fall von Hyperion, gliedert sich in drei Teile sowie einen Epilog. Die Erzählung setzt mit dem Abflug der FORCE-Flotte ein, und damit beginnt der offizielle Krieg zwischen der Hegemonie und den Ousters. Dieser Band wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Die eine ist die des sogenannten Kybriden Joseph Severn, also einer künstlichen Lebensform, die vom TechnoCore geschaffen wurde. Die andere Perspektive ist die der hegemonialen Präsidentin Meina Gladstone. Die Kybriden-Perspektive erfüllt mehrere erzählerische Funktionen. Historisch war Severn der beste Freund des Dichters John Keats, den er bis zu dessen tuberkulosebedingtem Tod betreute. Im Roman träumt der Severn-Kybrid die Träume des ihm vorangegangenen Kybriden John Keats – also nicht des originalen Dichters, sondern einer künstlich rekonstruierten Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist merkwürdigerweise in der Detektivin Brawne Lamia, einer der Pilgerinnen, abgespeichert. Damit gibt es also eine Verbindung zwischen dem Severn-Kybrid und den Pilgern. Er kann sie gewissermaßen ausspionieren. Severn spioniert für den TechnoCore, arbeitet aber auch für Meina Gladstone. Er ist so etwas wie ein allgegenwärtiger Beobachter. Die Sicht der Präsidentin eröffnet dem Leser im Laufe des Romans die wahren Motive und Pläne des TechnoCore. So wie es aussieht, kam der Krieg gegen die Ousters nur zustande, weil der Core ihn angezettelt hat. Und dieser TechnoCore hat vor, die ganze Menschheit zu versklaven – entweder sie zu vernichten oder sie zu geistigen Sklaven im Dienste einer höheren Intelligenz zu machen. Der TechnoCore versucht eine höchste Intelligenz, eine gottähnliche digitale Wesenheit, zu erschaffen. Dabei stellt sich im Laufe der Handlung heraus, dass der Core irgendwie von den Farcastern profitiert und Energie abzweigt, wenn Menschen sie benutzen. Das führt dazu, dass Meina Gladstone irgendwann verfügt: Die Farcaster-Technologie muss abgeschaltet werden. Das passiert dann auch tatsächlich, und es gibt einige ziemlich verrückte Szenen. Es gibt nämlich sogenannte Farcaster-Häuser. Die bestehen aus einzelnen Räumen, aber wenn man von einem Raum in den nächsten geht, wechselt man eigentlich den Planeten. Jeder Raum ist ein Farcaster-Tor. Und so gibt es dann Extremsportler, die zum Beispiel auf einem Schneeplaneten Ski fahren, mit Sauerstoffgeräten, weil die Atmosphäre giftig ist. Als die Farcaster abgeschaltet werden, können die natürlich nicht mehr zurück und sterben dann auf ihrem Ski-Planeten, wenn ihnen die Luft ausgeht. Solche und andere Beispiele werden sehr plastisch beschrieben. Im Epilog, der dann wieder wichtig für die Pilgergeschichten wird, werden die Ereignisse auf Hyperion nach dem Zusammenbruch der Hegemonie beschrieben, und die Erzählstränge der einzelnen Pilger werden abgeschlossen. Also: Was im ersten Buch fehlt, kommt dann hier im Epilog. Endymion besteht aus zwei Bänden: Endymion und Endymion – Die Auferstehung. Der Hauptunterschied zwischen Endymion und Hyperion ist, würde ich sagen, dass man hier hauptsächlich eine einzelne zusammenhängende Handlung hat. Das ist wesentlich geschlossener und kompakter als bei Hyperion. Die Hauptperson heißt Raul Endymion und bekommt den Auftrag, sich um Aenea, die „Lehrende“, zu kümmern. Aenea ist so eine Art Heilsfigur, eine Messiasgestalt. Wir haben ja gerade erfahren, dass sämtliche Farcaster-Portale geschlossen wurden beziehungsweise die Technik abgeschaltet wurde, damit der TechnoCore seine Macht verliert. Damit gilt der TechnoCore als besiegt. Jetzt ist es natürlich nicht mehr ohne Weiteres möglich, dass Menschen überhaupt Raumfahrt betreiben, ohne riesige Mengen Zeitschuld aufzuladen. Unter normalen Umständen kann man also nicht mehr so leicht zwischen den Sternen reisen. Es gibt noch den Hawking-Antrieb, aber der braucht lange. Und dann gibt es einen neuen Machtfaktor: die sogenannte Kirche des Pax. Das ist so etwas wie eine überdimensionierte römisch-katholische Kirche, die hier als neue große Macht auftritt. Die Mitglieder dieser Kirche des Pax tragen alle ein Kruziform. Wenn später jemand die erste Pilgergeschichte zusammenfasst, erfahren wir, was das ist: in aller Kürze ein Parasit, der den Träger am Leben erhält und wiederbeleben kann, auch wenn er stirbt. Jetzt gibt es neue Raumschiffe, die mit C-plus-Geschwindigkeit reisen können. Die sind sehr schnell und bringen einen gut von A nach B. Der riesige Nachteil ist nur: Alle Passagiere werden während der Fahrt regelmäßig getötet, weil die auftretenden Kräfte so stark sind, dass sie buchstäblich zerquetscht werden. Reisen können also nur Leute mit Kruziform-Parasiten, weil die danach wieder auferstehen. Ein Vertreter dieser Kirche des Pax, de Soya, wird damit beauftragt, Aenea und Raul zu jagen und zu stellen. Denn man behauptet, von Aenea gehe eine große Gefahr aus. Die Handlung besteht nun über weite Strecken daraus, dass Raul mit Aenea quer über verschiedene Welten reist, auf der Flucht vor dem Pax. Und Aenea hat einen ganz besonderen Auftrag. Sie können reisen, weil Aenea offenbar in der Lage ist, Farcaster-Portale zu aktivieren, die eigentlich gar nicht mehr funktionieren dürften. Wie sich später herausstellt, aktiviert sie diese Portale aber nicht technisch, sondern reist durch besondere mentale Techniken mit ihrem Geist. Und das ist im Kern auch die Religion, die sie den Menschen vermittelt: die Fähigkeit, ohne Farcaster zu reisen – aber ebenso effektiv wie mit ihnen. Dann gibt es noch eine Art Terminatrix, also eine künstliche Lebensform namens Radamant Nemes, die vom TechnoCore ebenfalls losgeschickt wird, um Aenea zu erwischen. Die Handlung geht im zweiten Band weiter, und es ist eine sehr berührende, sehr menschliche Geschichte. Raul und Aenea werden ein Paar, und Aenea wird am Schluss vom Pax gefangen genommen. Wie sich herausstellt, arbeitet der Pax mit dem TechnoCore zusammen. Die stecken unter einer Decke. Aenea wird brutal gefoltert. Sie soll gezwungen werden, ihre Sprungfähigkeiten einzusetzen, damit man diese aufzeichnen und nachvollziehen kann. Denn wenn sie sich der Folter durch einen Sprung entziehen würde, dann wüssten Pax und TechnoCore, wie es funktioniert, und könnten es nachahmen. Also erduldet Aenea die Folter und ihren schrecklichen Tod, damit der Pax und der TechnoCore nicht in den Besitz dieser Fähigkeit gelangen. Und so gewinnt die Menschheit am Ende genau diese Fähigkeit. Also, da gäbe es noch mehr Details, aber ich fasse mich bewusst kurz. Ilium und Olympus spielen im selben größeren Kosmos, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, wie direkt das alles zusammenhängt. Das wird dann relativ verrückt. Der Name Ilium kommt nicht von ungefähr, denn es geht um den Trojanischen Krieg – und der findet auf dem Mars statt. Es gibt die griechischen Götter als überlebensgroße, genetisch manipulierte, nanotechnologisch optimierte Gestalten. Ein wiederbelebter Altphilologe namens Thomas Hockenberry aus dem Jahr 2006 hat die Aufgabe, als homerischer Scholiast den olympischen Göttern von der Belagerung Trojas Bericht zu erstatten. Dann gibt es zusätzlich noch eine Handlung auf der Erde, die aber irgendwie nicht die Originalerde ist, sondern eine neu geschaffene, kopierte Erde – wie auch immer. Auf dieser Erde leben die Menschen in einem paradiesischen Zustand. Sie gehen von Party zu Party, sind wie die Menschen in H. G. Wells’ Zeitmaschine – also wie die Eloi, die von den Morlocks als Schlachtvieh gehalten werden. Sie leben in Glückseligkeit, können weder lesen noch schreiben, genießen Vergnügungen und werden von roboterähnlichen Gestalten, den sogenannten Voids which Bind-ähnlichen Dienern – na ja, jedenfalls künstlichen Dienern – betreut. In regelmäßigen Abständen werden sie irgendwohin „gefaxt“, dort vollständig erneuert und dann wieder zurückgebracht. Das geht immer so weiter. In Wahrheit werden sie auch von einem Monster namens Kaliban ausgebeutet und gefressen. Einige Menschen auf der Erde kommen dahinter und versuchen, das Ganze zu ändern. Es gibt dann noch eine dritte Ebene: zwei künstliche Lebensformen, die heißen Orphu von Io und Mahnmut von Europa. Das sind zwei Spezialroboter. Orphu von Io ist ein schwerer Moravec und Spezialist für Marcel Proust. Mahnmut von Europa ist Tiefseeforscher, U-Bootführer und Spezialist für Shakespeares Sonette. Beide unterhalten sich leidenschaftlich über ihre Autoren und sind ebenfalls in die Handlung verwickelt. Das ist ein sehr schönes Gespann in Ilium und Olympus. Wer griechische Sagen mag, kommt hier voll auf seine Kosten, und es gibt auch zahlreiche schöne Actionszenen. Aber das Ende ist etwas verwirrend. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau erinnern, wie das alles ausgegangen ist, aber Sönke, du hattest gesagt, du weißt das noch eher. Nee, also genau wie es endet, weiß ich auch nicht mehr. Aber so wie du das erzählt hast, fällt mir das Ende von Endymion auch wieder ein. Ich hatte Endymion und Hyperion komplett ineinander verwoben. Auch das Ende von Ilium und Olympus: Also am Ende ist irgendwie alles gut. Die Roboter kommen zur Rettung, töten die olympischen Götter, die Menschen sind frei, und die Roboter sind auf der Erde angekommen, und irgendwie ist alles wieder gut. Und am Ende graben sie Shakespeares Geburtsort aus und suchen nach ihm. Also ja, ich finde die Geschichte besser als Hyperion, vor allen Dingen viel kürzer mit zwei Büchern statt vier. Und ich glaube, wie jetzt wahrscheinlich jeder Zuhörer mitbekommen hat, ist das eine unglaubliche Menge an Ideen, die hier hineingeschmissen werden. Es sind, wie gesagt, beides klassische Space Operas. Wir haben sehr, sehr viele Handlungsebenen. Am interessantesten finde ich bei Hyperion die Ebene mit den sechs Geschichten im ersten Buch, und die Endymion-Geschichte ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack, vor allen Dingen das Ende nicht. Und die Roboter in Ilium/Olympus sind fantastisch. Also diese Idee, wie sie über Marcel Proust und Shakespeare philosophieren – man kann einiges lernen, und es ist einfach sehr amüsant. Auch wie du es gerade erzählt hast, hat es mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bei der Erinnerung daran. Man merkt einfach, dass Simmons literarisch sehr bewandert ist. Ach, du hattest gemutet so. Kai ist auch da – verspätetes Hallo. Ihr bekommt das nicht mit, weil wir das ausgeschnitten haben, aber Kai hat versucht, bis jetzt hinzuzukommen. Also dann ein Hallo an Kai. Ja, hallo. Ich habe mich leider im Tag vertan. Und deshalb: Hallo, ich bin Kai und ich erzähle euch etwas über den ersten Teil, also die Geschichte des Priesters. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen; ich übersetze gerade aus dem Englischen. Was vielleicht noch gesagt werden sollte: Sie sind auf dem Weg nach Hyperion, in diesem Baumschiff, und dort trifft sich die Gruppe, die jetzt gemeinsam dorthin fliegt. Einer aus der Gruppe ist eben dieser Vater Hoyt, also ein katholischer Priester. Er erzählt, wie er zusammen mit einem älteren Priester, der eine Art Mentor für ihn war, Duré heißt er, schon früher nach Hyperion gereist ist. Wir lernen Vater Duré ein bisschen kennen. Er ist eher Realist und hat vielleicht nicht ganz so kirchentreue Ansichten. Man bekommt nach einer Weile heraus, dass er vermutlich von der Kirche nach Hyperion verbannt wurde, weil er irgendetwas gesagt oder getan hat, das der Kirche missfallen hat. Hoyt erzählt dann noch mehr: Er selbst ist irgendwann zurückgekehrt, aber Duré ist auf Hyperion geblieben. Dann waren sie jahrelang getrennt, und Hoyt hat nie wieder etwas von ihm gehört. Irgendwann kommt aber ein Tagebuch von Duré an, in dem Duré beschreibt, was er auf dem Planeten erlebt hat. Da ist natürlich sehr viel drin. Letztendlich macht er so eine Art Odyssee, besucht verschiedene Städte und so weiter. Die Städte heißen teilweise wie bekannte literarische Werke oder Personen. Schließlich kommt er – nach einigen Strapazen, in denen er auch sehr krank war – zu diesen einheimischen „Untermenschen“, so wird es jedenfalls zunächst dargestellt, den Bikura. Er versucht, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Irgendwann gibt es dann aber einen großen Schock, als er mitbekommt, dass einer seiner Mitreisenden einfach getötet wurde. Am Anfang weiß er gar nicht, wer das getan hat, aber die haben ihm schlicht den Hals durchgeschnitten. Dann gibt es eine Diskussion mit ihnen, in der ihm langsam klar wird: Die reden immer vom wahren Tod. Sie hätten diesem Mitreisenden den wahren Tod geschenkt. Er selbst würde ja dem Kreuz folgen, deshalb hätten sie ihn nicht getötet. Nach mehreren Tagen bei ihnen, in denen er die Bikura besser kennenlernt, merkt er, dass sie sehr einfache Menschen sind, und es ist schwer, mit ihnen zu kommunizieren. Nach und nach wird ihm klar, dass sie glauben: Wenn man das Kruziform trägt, kann man nicht wirklich sterben. Also wenn man einen Unfall hat oder getötet wird, lebt man nach einer Weile wieder. Immer wieder. Das ist also nicht der wahre Tod. Zuerst versteht Duré das nicht. Er sagt: Ich folge doch nur dem Kreuz, ich bin katholischer Priester. Aber irgendwann zeigen sie ihm einen Zugang zu einem unterirdischen Bereich, und zu seinem großen Erstaunen merkt er, dass es sich um ein Labyrinth handelt – und zwar um ein Labyrinth, das im Universum durchaus bekannt ist. Es gibt nur auf wenigen Planeten solche unterirdischen Strukturen, und man weiß nicht, von wem sie errichtet wurden. Man findet in diesen Labyrinthen aber nie irgendetwas. Sie sind riesig, weitverzweigt – und leer. Er trifft dann irgendwann zusammen mit den Bikura auf das Shrike. Das Shrike ist ein humanoides Wesen mit metallischem Äußeren, großen roten Augen und überall Stacheln und Klingen. Entsprechend hat es auch sehr gefährlich aussehende Hände. Schließlich dringt Duré in ein inneres Sanctum vor und erhält dort das Kruziform, von dem die Bikura gesprochen haben. Es ist ein kreuzförmiges Ding, das er vorne auf dem Brustbein trägt. Nach kurzer Zeit verankert es sich aber in seiner Haut, und es wachsen Adern oder Stränge daraus hervor. Es wird zu einem Teil von ihm. Und später erlebt er dann auch, dass er, wenn ihm etwas passiert, mithilfe dieses Kruziforms wieder aufersteht. Er versucht, das Ding abzuschneiden, aber es ist unmöglich. Es tut viel zu weh, er hält das nicht aus. Er versucht auch, die Bikura zu verlassen. Sein Tagebuch endet dann, und Hoyt erzählt den anderen, dass Duré sich zuletzt an einen sogenannten Tesla-Baum selbst gekreuzigt hat. Diese Tesla-Bäume sind Bäume auf Hyperion, die sich unter bestimmten Wetterbedingungen entladen und unglaubliche Mengen an Licht, Elektrizität, Strahlung und Blitzen abgeben. Duré wird dort also immer wieder getötet, wenn diese Entladungen stattfinden, und steht dann durch das Kruziform wieder auf – und hängt weiter an diesem Baum. Hoyt sagt, er habe ihn gefunden, und als er ihn berührt, fällt das Kruziform von Durés Körper ab, und Duré kann endlich endgültig sterben. Die Bikura werden später mit Atomwaffen ausgelöscht. Aber am Ende ist Hoyt ebenfalls mit dem Kruziform infiziert, das von Duré auf ihn übergegangen ist. In der deutschen Übersetzung heißt es übrigens „Kruziform“. Dann nehmen wir die nächste Geschichte: die Geschichte des Soldaten, „Die Liebenden im Krieg“. Wenn die erste Geschichte, die des Priesters, vom Verhältnis des Menschen zu Gott und zur Religion handelt, dann haben wir es in der zweiten mit Military SF zu tun, und dementsprechend lehnt sie sich auch an die Konventionen dieses Genres an. Die Geschichte beginnt mit dem Soldaten Kassad während seiner Ausbildung bei der FORCE, also der Verteidigungsarmee der Hegemonie. Er befindet sich in einer Simulation der Schlacht von Agincourt. Während dieser simulierten Schlacht wird Kassad fast getötet, aber von einer geheimnisvollen Frau gerettet, die dann mitten in der Schlacht mit ihm schläft. Als er danach aufwacht, ist sie verschwunden. Er versucht sie während der restlichen Ausbildung an der Akademie wiederzufinden, schafft es aber nicht. Nur in diesen simulierten Kämpfen begegnen sie sich immer wieder. Kassad beendet seine Ausbildung und wird ein hochdekorierter Soldat, vor allem, weil er einen Konflikt löst, in dem ein völkermordender muslimischer Extremist – der sogenannte Neue Prophet – von ihm besiegt wird. Nach diesem Sieg wird er von der Frau erneut im Traum besucht. Bevor sie ihm aber eine Botschaft überbringen kann, wacht er wieder auf. Danach wird Kassad nach Bressia geschickt, um den Planeten und seine Bevölkerung gegen eine Ouster-Flotte zu verteidigen. Das schafft er in einem blutigen Guerillakrieg innerhalb von 99 Tagen, weshalb er später auch „der Schlächter von Bressia“ genannt wird, weil er seine Soldaten in rücksichtslosen und ethisch fragwürdigen Kämpfen verheizt, um den Krieg zu gewinnen. Solche Kriegsführung war in der Hegemonie bis dahin eigentlich nicht mehr üblich. Am Ende der Schlacht wird Kassad verletzt und auf ein Lazarettschiff gebracht. Dieses Schiff wird von Ousters angegriffen, und Kassad gelingt es zu überleben und sogar das Ouster-Schiff zu kapern. Er entkommt und legt schließlich eine Bruchlandung auf Hyperion hin. Da haben wir dann seine Verbindung zu diesem Planeten. Als er dort erwacht, trifft er die geheimnisvolle Frau tatsächlich in der realen Welt. Sie heißt Moneta. Er ist in der Stadt der Dichter abgestürzt, also einer Siedlung in der Nähe der Zeitgräber. Ein Ouster-Schiff ist ihm auf den Planeten gefolgt, wird dort aber vom Shrike niedergemetzelt – sehr blutig beschrieben. Moneta erklärt ihm dann etwas über die Zeitgräber: nämlich, dass sie von Antientropiefeldern umgeben sind und sich so gewissermaßen rückwärts durch die Zeit bewegen. Kassad kann dann auch den Dornenbaum des Shrike sehen. Das ist ein großer metallischer Baum, auf dem das Shrike seine Opfer aufspießt und in ewiger Qual hängen lässt. Moneta führt Kassad zu einem der Gräber. Dort legt sie einen Schutzanzug an, das Shrike erscheint, und Moneta sagt, dass das Shrike tatsächlich auch die Zeit beeinflussen kann, sogar anhalten kann. Kassad und Moneta kämpfen dort noch gegen einige Ousters. Wir haben wieder einiges an Blut, wie es sich für Military SF gehört. In dieser blutigen Szene, nachdem die Ouster-Soldaten in Stücke gehackt wurden, schlafen Kassad und Moneta erneut miteinander. Während des Koitus wachsen aus Monetas Haut stählerne Stacheln, und ihre Sehnen werden zu Klingen. Kassad hat dabei eine Vision eines großen interstellaren Krieges, den er auslösen wird. Das erschreckt ihn so sehr, dass er ohnmächtig wird. Zwei Tage später wird er von den planetaren Verteidigungskräften Hyperions gefunden. Danach quittiert er den Dienst und zieht sich 16 Jahre lang zurück. Er hängt sein Soldatenhandwerk erst einmal an den Nagel und wendet sich dem Pazifismus zu. Damit endet die Geschichte des Soldaten. Die Geschichte des Dichters, also „Hyperion-Gesänge“, beginnt ganz biblisch: „Am Anfang war das Wort. Dann kam der verdammte Wortprozessor. Dann kam der Gedankenprozessor. Dann kam der Tod der Literatur.“ So ungefähr. Und das ist eigentlich schon fast eine Zusammenfassung der Geschichte. Martin Silenus ist unser Dichter. Er erzählt im Grunde seine Lebensgeschichte. Er ist auf der alten Erde in relativem Reichtum aufgewachsen. Erst mit 16 Jahren hat er Armut kennengelernt und musste sich erst mal übergeben, als er seinen ersten Bettler gesehen hat. Er wurde von Privatgelehrten unterrichtet, hat eine beste humanistische Bildung genossen, Latein gelernt, Altgriechisch gelernt und sich mit Literatur beschäftigt – und das alles ohne irgendwelche Augmentierungen. Das hält er selbst für seine große Überlegenheit. Allerdings wächst er zu einer Zeit auf, als die alte Erde bereits im Sterben liegt. Seine Mutter schickt ihn daher fort, als die Hidschra beginnt, also die große Auswanderung. Er reist in einem Schiff im kryogenen Schlaf, einem Unterlichtgeschwindigkeitsschiff. Das hatte aber unangenehme Folgen, denn damals führte das bei einer von sechs Personen zu schweren Schäden. In seinem Fall zu einem Schlaganfall, der ihn die rechte Gehirnhälfte kostete. Er landet auf Heaven’s Gate und muss dort erst einmal einige Jahre mit einem Vokabular von nur wenigen Worten auskommen. Es waren neun: „Fuck, shit, piss, cunt, goddamn, asshole, motherfucker, peepee und caca.“ Darauf beschränkt sich erst einmal seine gesamte Welt als Dichter. Er sagt selbst, das sei für ihn gar nicht so schlimm gewesen, denn der Dichter drücke nicht Wörter aus, sondern Wahrheit. Auf Heaven’s Gate, diesem üblen Loch, wo das Sprichwort lautet „Atme und stirb“, muss er drei Jahre lang Schlamm schaufeln und beginnt dort tatsächlich an seinen Gesängen zu arbeiten. Durch einen glücklichen Zufall geraten die Manuskriptseiten an eine Verlegerin, als er das Sprechen wieder gelernt hat. Sie findet das großartig, veröffentlicht das Buch, und plötzlich wird er innerhalb weniger Tage von einem der ärmsten Menschen der Hegemonie zu einem der reichsten, denn seine Geschichte „The Dying Earth“ verkauft sich milliardfach. Allerdings kürzt die Verlegerin für den Erfolg einiges heraus, was ihr nicht passt. Weil das Buch aber so erfolgreich ist, erlaubt sie ihm beim nächsten Werk – einer Fortsetzung beziehungsweise einem Buch über sein Leben auf Heaven’s Gate –, so zu schreiben, wie er will. Das Ergebnis: Es verkauft sich nur noch einige tausend Mal. Es war also zu gut, um sich gut zu verkaufen. Daraufhin zwingt ihn die Verlegerin, weitere Fortsetzungen seines Bestsellers zu schreiben, die aber ziemlicher Schund sind. Nachdem er sich dann zehn Jahre lang mit Drogen, Alkohol und Masturbation ruiniert hat, entscheidet er, weil er seine Muse verloren hat, alles hinter sich zu lassen, sein Haus zu verkaufen – ein Haus mit 37 Zimmern auf 36 Welten – und sich dem Dichterkönig Billy anzuschließen. Dieser führt einen Hofstaat aus gescheiterten Dichtern nach Hyperion, in die Stadt der Dichter. Die Stadt wird aufgebaut, und zunächst ist alles gut. Dann aber beginnt das Shrike, in der Stadt sein Unwesen zu treiben und ihre Bewohner einen nach dem anderen abzuschlachten. Das sorgt dafür, dass Martin Silenus seine Muse wiederfindet und an seinen Gesängen weiterarbeiten kann. Die Geschichte endet damit, dass der Dichterkönig Billy dies gegenüber Martin Silenus erwähnt – und kurz darauf vom Shrike geholt und an den Dornenbaum gehängt wird. Martin Silenus ist darüber so bestürzt, dass er beginnt, sein Manuskript zu verbrennen. Die Geschichte unseres Dichters endet also damit, dass er seinen Cantos nicht vollenden kann, weil ihm das mordende Shrike als Muse fehlt. Ich erzähle die Geschichte des Gelehrten. Einer der Pilger heißt Sol Weintraub. Er fällt dadurch auf, dass er ein kleines Baby mit sich führt. Dieses Baby ist seine Tochter Rachel. Sie hatte zunächst ein ganz normales Leben auf Barnard’s World mit ihrer Familie, mit ihrem Vater Sol Weintraub und der Mutter Sarah Weintraub. Im Alter von 20 Jahren reist sie als Archäologin mit einer Gruppe anderer Wissenschaftler nach Hyperion, mit der üblichen Zeitschuld, um dort die außerirdischen Artefakte, also die Zeitgräber, zu erforschen. Während einer Art Nachtwache, bei der sie sich allein in einem Zeitgrab namens die Sphinx befindet, fallen plötzlich alle Geräte aus. Die Anzeigen spielen verrückt und zeigen Räume an, wo vorher keine waren. Alles wird dunkel, alles fällt aus, und Rachel wird ohnmächtig. Vorher hat sie Todesangst, weil sie sich verfolgt fühlt. Nach dieser Nacht ist Rachel verändert. Zunächst fällt das kaum auf, aber nach einem Tag bemerkt man, dass sie, wenn sie geschlafen hat, den Vortag vergisst. Wie sich dann herausstellt, altert Rachel ab diesem Tag rückwärts. Das wird Merlins Krankheit genannt. Jeden Morgen wacht sie auf und kann sich nur noch an alles bis einschließlich des Vortages erinnern. Mit jedem Schlaf verliert sie die Erinnerungen an einen weiteren Tag ihres Lebens, und gleichzeitig wird sie physisch immer jünger. Seit diesem Vorfall hat Sol Weintraub immer denselben Traum: Eine Gestalt mit roten Augen befiehlt ihm mit Donnerstimme, seine Tochter Rachel nach Hyperion zu bringen und sie dort als Opfer darzubringen. Das Ganze erinnert stark an die biblische Geschichte von Abraham und Isaak. Sol Weintraub beschäftigt sich – obwohl er zuerst eher als Historiker bezeichnet wird – sehr stark mit allen möglichen ethischen Systemen. Im Grunde ist er Philosoph. Er setzt sich intensiv mit der Frage auseinander, wie es sein kann, dass ein Gott einem Vater befiehlt, sein Kind zu töten. Und nun wird er selbst in eine ähnliche Situation gezwungen. Zunächst weigert er sich, dem Traum zu folgen und nach Hyperion zu reisen. Rachel wird aber immer jünger, und das erzeugt massive Probleme. Alle Menschen um sie herum werden älter – ihre Eltern, ihre Freunde –, und sie wird immer jünger und vergisst alles. Es werden alle möglichen Kuren ausprobiert, aber nichts hilft. Rachel hat einen Freund namens Meliu, der selbst mit einem Forschungsteam zu den Zeitgräbern reist, um dort etwas herauszufinden. Nach mehreren Jahren hat auch er keine Lösung. Irgendwann geht Sol dazu über, auf Bitten seiner Tochter Rachel jeden Morgen so zu tun, als sei alles normal. Man gaukelt ihr ein normales Leben vor und verhindert, dass sie mit alten Schulfreunden Kontakt aufnimmt, damit sie nicht täglich aufs Neue merkt, wie kaputt ihr Leben eigentlich ist. Das geht so lange weiter, bis Rachel schließlich so jung ist, dass sie wieder ein Baby ist – das Baby, das Sol dann auf seine Pilgerfahrt mitnimmt. Wie sich herausstellt, hat auch Sarah Weintraub denselben Traum wie Sol. Irgendwann sprechen sie darüber, und Sarah möchte, dass Sol tatsächlich nach Hyperion geht. Sie stirbt dann bei einem Unfall, und am Ende ist Rachel dieses kleine Baby, das Sol mit auf die Pilgerfahrt nimmt. Er darf aber nicht so einfach nach Hyperion. Der Planet ist inzwischen Sperrzone, und keine Touristen oder Pilger dürfen dorthin. Also geht Sol an die Öffentlichkeit, tritt in einer Talkshow auf und sorgt dafür, dass man ihm hilft. Es wird öffentlichkeitswirksam vermarktet, dass Rachel sterben müsse, wenn man ihm die Pilgerreise verwehrt. So setzt er es schließlich durch. Am Ende seiner Geschichte geht die ganze Gruppe nach draußen, bewundert die Sterne, und plötzlich erkennt man, dass das Baumschiff von Het Masteen von den Ousters zerstört wird. Die Ousters greifen an. Masteen reagiert merkwürdig, zieht sich zurück, und am nächsten Tag ist sein Raum leer. Man findet eine Menge Blut. Alle sind verwirrt. Die Geschichte des Gelehrten wird dann erst im zweiten Teil von Hyperion aufgelöst. Sol bringt Rachel tatsächlich zum Shrike. Er steht vor der Sphinx. Das Shrike kommt heraus, Sol drückt ihm Rachel in die Hände, und das Shrike verschwindet mit dem Baby im Zeitgrab. Sol versucht hinterherzulaufen, kommt aber durch die Entropiefelder nicht hinein. In der Sphinx selbst befindet sich jetzt der Keats-Kybrid. Und mit Hilfe eines anderen Artefakts, das einer der Pilger im Gepäck hatte, schafft er es, dem Shrike das Baby wieder abzunehmen. Später kommt dann plötzlich eine erwachsene Rachel mit dem Baby Rachel aus dem Zeitgrab zurück. Diese erwachsene Rachel wird dann als Moneta identifiziert. Die Kassad-Episode liegt für sie aber noch in ihrer Zukunft. Diese erwachsene Rachel kommt also aus der Zukunft und wurde ausgebildet, um das Shrike in Schach zu halten. Dadurch muss sie auch wieder in diese Zukunft zurück. Sie bittet Sol, nach einer kleinen Wartezeit ebenfalls durch das Zeittor zu gehen. Das Tor wird für ihn anders reagieren als für sie. Sol wird in einer Zukunft landen, in der er Baby Rachel noch einmal großziehen darf. Er hat Rachel einmal vorwärts großgezogen bis zum Alter von 20 Jahren, dann rückwärts zurück bis zum Baby, und jetzt bekommt er die Möglichkeit, sie noch einmal ganz normal bis ins Erwachsenenalter zu begleiten – in einer fernen Zukunft. Damit endet die Geschichte des Gelehrten. Okay, also Brawne Lamia ist eine private Detektivin. Ihr gegenwärtiger Klient ist ein Kybrid, also ein Körper, der von einer TechnoCore-KI kontrolliert wird, und dieser Kybrid heißt Johnny. Sie und Johnny reisen per Farcaster zu einem Planeten, der aussieht wie eine perfekte Kopie der alten Erde. Sie werden ein Liebespaar. Lamia und Johnny unternehmen eine virtuelle Reise in den TechnoCore hinein. Dort entdecken sie, dass die künstlichen Intelligenzen des Core untereinander zerstritten sind und in verschiedene Fraktionen zerfallen. Die einen wollen die ultimative Intelligenz erschaffen, also eine gottähnliche, allwissende, allmächtige Wesenheit. Andere sind gemäßigter. Im Wesentlichen gibt es drei Fraktionen. Von der Handlung her noch: Johnny wird bei einem Konflikt getötet, schafft es aber vorher noch, sein Bewusstsein in Lamias Schädelimplantat zu übertragen. Sie ist von Johnny schwanger geworden, wird von Shrike-Kultisten gerettet und bekommt Asyl bei der Kirche des Shrike – unter der Bedingung, dass sie an einer Pilgerfahrt nach Hyperion teilnimmt. Sie ist dann schwanger mit einem Mädchen, und dieses Mädchen wird später keine Geringere als Aenea sein, also die Hauptfigur von Endymion. Ja, also die drei Fraktionen – ich habe das noch mal nachgeschlagen – heißen: the Stables, the Volatiles und the Ultimates. Die Stables glauben, dass Menschen und TechnoCore koexistieren können. Die Volatiles halten Menschen nicht mehr für nützlich und eher für eine Gefahr. Und die Ultimates wollen diese letzte Intelligenz erschaffen, also eine Superintelligenz, die die Zukunft mit perfekter Genauigkeit vorhersagen könnte. Das wird Lamia und Johnny dort erklärt. Und die KI, der sie begegnen, sagt auch, dass es im Grunde zwei mögliche Zukünfte gibt. Entweder haben die KIs das Shrike erschaffen und in die Vergangenheit geschickt, um die Menschheit zu vernichten. Oder die Menschen der Zukunft haben das Shrike zurückgeschickt, um den TechnoCore zu vernichten, bevor er die Menschheit vollständig beherrschen kann. In beiden Fällen läuft alles auf einen Krieg zwischen Menschen und KIs hinaus. Das wird im TechnoCore als nahezu unausweichlich präsentiert. Ich wollte das eigentlich später sagen, aber dann machen wir es jetzt gleich: Wenn man das mit heutiger KI-Theorie oder Transhumanismus vergleicht, sind das im Grunde drei Möglichkeiten. Die Ultimates streben die Singularität an – eine Superintelligenz, die alles überragt. Die Stables wollen Koexistenz. Und die dritte Fraktion glaubt eben nicht an diese friedliche Koexistenz. Wobei die Geschichte mit dem Shrike natürlich auch bedeutet, dass die Ultimates möglicherweise nie erfolgreich waren. Sonst wäre die SI vielleicht so weit über allem gestanden, dass dieser ganze Konflikt gar keine Rolle mehr gespielt hätte. Gut, dann versuche ich mich mal kurz an der letzten Geschichte, der Geschichte des Konsuls. Und zwar ist das auch die einzige Geschichte, an die ich mich nach 10 oder 15 Jahren noch deutlich erinnern kann. Der Konsul ist auf einem Schiff, das auf einer weit entfernten Wasserwelt einen Farcaster errichten soll. Dazu müssen mehrere relativistische Flüge dorthin gemacht werden, und jedes Mal vergeht auf diesem Planeten eine große Zeitspanne. Er verliebt sich dort am Anfang in eine Frau, und sie wird mit jedem Wiedersehen älter, während er jung bleibt, weil für ihn zwischen den Besuchen nur wenige Wochen vergehen. Am Ende kommt es zu einer Revolution auf dem Planeten, die niedergeschlagen wird. Das ist eine klassische Liebesgeschichte über die Zeit, ähnlich wie in anderen relativistischen Geschichten – ganz nett gemacht. Lustig ist, dass dieser Wasserplanet später das Badezimmer des Poeten in seinem Haus wird, das sich über wie viele Welten erstreckt? Ich glaube, das waren 37 Zimmer auf 36 Welten. Genau. Und eines davon ist das Badezimmer, und dieses Badezimmer ist ein Floß auf dieser Welt. Eine Toilette ohne Wände. Das ist natürlich auch eine Kritik daran, wofür die Menschen diese Farcaster letztlich benutzen: um reiche Leute in einer Toilette baden zu lassen. Dafür wurde eine ganze Kultur zerstört – Menschen, die in relativer Zeit dorthin gereist waren, die sich eine Welt aufgebaut hatten, die mit ihrem Ökosystem zusammenlebten. Dann kommt diese Technologie des instantanen Reisens, und danach wird alles ausgebeutet. Das ist eine ganz einfache, aber schöne Geschichte. Und damit hätten wir es eigentlich. Ich denke, wir sollten beim Konsul die große Enthüllung am Ende nicht unerwähnt lassen: nämlich dass er tatsächlich das Kind der Liebe zwischen dem Farcaster-Architekten und der Anführerin auf Maui Covenant ist. Und dass er Konsul der Hegemonie geworden ist, um eines Tages die Hegemonie an die Ousters zu verraten und sich so für den Untergang seines Heimatplaneten zu rächen. Und genau das ist auch eine Stärke dieses ersten Bandes: Er ist wahnsinnig gut gelungen, und der zweite Band stützt das wunderbar ab – auch weil nicht alles aufgelöst wird. Diese philosophischen Fragestellungen, die während der Pilgerfahrt aufgeworfen werden, bleiben in Teilen beim Leser. Hm. Also okay. Ich finde, das ist gute Popcornunterhaltung, aber welche philosophischen Fragestellungen meinst du genau? Na ja, wir haben am Anfang die Geschichte des Priesters, also das Verhältnis von Mensch und Gott. Das Gleiche wird ja auch bei Sol Weintraub wieder aufgenommen. Das sind durchaus Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Sol führt regelrechte Streitgespräche mit Gott in Gedanken und arbeitet sich daran ab. Ist Gott böse, wenn er Abraham befiehlt, seinen Sohn zu opfern? Ich bin auch atheistisch, aber mir hat das trotzdem sehr gut gefallen. Das ist wirklich großartig und panoramisch entwickelt. Und es werden natürlich viel mehr Fragen aufgeworfen. Wir hatten zuletzt Maui Covenant, das im wahrsten Sinne des Wortes zur Toilette der Hegemonie wird. Das Verhältnis von Technologie und Umwelt. Dann Het Masteen und sein Baumkult – eine Gruppe, die sich dem Schutz der Umwelt verschrieben hat, aber gleichzeitig Tourismus und bewohnte Weltbäume zulässt. Das wird dann in Endymion wieder aufgegriffen, weil der Planet in Der Fall von Hyperion tatsächlich von der Ouster-Flotte beziehungsweise den Kräften des TechnoCore vernichtet wird. Mit ihm auch der Weltenbaum von God’s Grove, ein Baum mit 80 Kilometern Durchmesser. Der heißt sogar Yggdrasil, oder? Ja, genau. Wie der Weltenbaum aus der nordischen Mythologie. Also ich finde schon, dass da einige philosophische Fragen aufgeworfen werden. Und was mich im ersten Buch unglaublich beeindruckt hat, war, dass ich zunächst dachte: Wow, was für eine tolle Welt, was für eine wahnsinnig entwickelte Zivilisation. Und mit jeder Geschichte entzaubert Simmons diesen vermeintlich paradiesischen Zustand Stück für Stück und zeigt, was für eine Dystopie tatsächlich hinter der Hegemonie steckt – die ja dann am Ende sogar von ihrer eigenen Präsidentin vernichtet wird, indem sie die Farcaster abschalten lässt. Ich würde nicht so weit gehen und sagen, es ist dystopisch. Es ist halt eine Space Opera. Andere Space Operas, die ähnlich aufgebaut sind, benutzen auch ähnliche Technologien. Es gibt hier ganz eindeutig den TechnoCore als über allem liegenden Antagonisten, und der kehrt in verschiedenen Inkarnationen wieder. Das große Geheimnis der ersten beiden Bücher ist ja letztlich: Wo befindet sich der TechnoCore? Die Antwort ist: im Zwischenraum zwischen den Farcaster-Portalen. Die Maschinenintelligenzen haben sich von der Menschheit abgespalten und existieren in diesem Zwischenraum. Und sie verwenden die Menschen, die durch die Portale gehen, gewissermaßen als Matrix, als Rechenleistung. Ohne die Menschen funktionieren sie nicht. Okay, das kann man so machen. Es ist dann natürlich schon ziemlich fantastisch. Mit Hard Science Fiction hat das nicht mehr viel zu tun. Aber es ist eine nette Idee und erklärt, warum die Portale abgeschaltet werden müssen. Ein bisschen überreaktionshaft ist es natürlich schon, und es hat, wie wir vorhin gesagt haben, extrem lustige Auswirkungen. Ein Haufen Leute sterben halt. Aber gut. Ich fand auch diese Untergangssekte lustig, die auf einem Planeten ganz tiefe Tunnel gebaut hat, weil sie auf den Weltuntergang wartet. Zwischen den Räumen haben sie aber keine Türen gebaut, sondern Farcaster-Portale – und die fallen dann aus. Also: Sie hatten recht, der Weltuntergang kommt, aber sie haben sich selbst in ihren Tunneln eingesperrt und dürfen dort elend verenden. Das ist schon bitterkomisch. Was ich auch spannend finde: Es gibt viele Seitenhiebe auf die katholische Kirche, auf den muslimischen Glauben und auf andere religiöse Systeme. Dazu jede Menge literarische Anspielungen. Simmons hat eben einfach alles drin. Er hat Portale, relativistische Zeitdilatation, diese Liebesgeschichte über verschiedene Lebenszeiten hinweg – er jongliert mit unglaublich vielen Motiven und setzt sie an verschiedenen Stellen zusammen. Mir ist das ehrlich gesagt fast zu viel. Ich habe das Buch vor 15 Jahren schon einmal gelesen und irgendwann abgebrochen, weil es einfach zu viel wurde. Diesmal will ich es aber auf jeden Fall zu Ende lesen. Es ist sehr gut. Ich finde nicht, dass es zu viel ist. Es ist auf jeden Fall sehr literarisch. Er lehnt sich an viele Dinge an, hat unglaublich viel gelesen, und das merkt man. Was bei Simmons bei mir immer im Kopf geblieben ist, ist dieses Bild der stehenden Wellen für das Bewusstsein. Das kommt auch in Olympus und hier vor. Es ist ein schönes Bild. Nicht ganz korrekt, aber sehr einprägsam. Er hat das irgendwo aufgeschnappt, und es ging ihm offenbar nicht aus dem Kopf. Es gibt auf jeden Fall eine starke allegorische Ebene in dem ersten Teil. Bei den Bikura spekuliert ja auch Duré, dass sie eine christliche oder katholische Botschaft im Laufe der Zeit völlig missverstanden und dann auf ihre Weise umgedeutet haben – mit dem wahren Tod, dem Kruziform und so weiter. Und das wäre dann vielleicht auch eine politische oder philosophische Allegorie auf das Problem von Missionierung. Wobei: Die Bikura töten ja jeden, der kein Kruziform hat. Wenn du kein Kruziform trägst, musst du sterben. Das ist erst mal schlicht Ingroup/Outgroup-Denken. Ich würde nicht sagen, dass die unbedingt christlich geprägt worden sein müssen. Es könnte genauso gut etwas ganz anderes gewesen sein. Klar ist nur: Sie sind dort lange vor der Farcaster-Ära gestrandet. Fast alle starben beim Absturz, und die, die überlebten, wurden von diesem Parasiten infiziert. Dieser Parasit hat sie über Hunderte von Jahren immer wieder auferstehen lassen. Dadurch wurden sie genetisch immer kaputter – Kopien von Kopien von Kopien. So weit, dass sie sich körperlich zurückentwickelt haben. Also ja, das ist ihre Religion, aber sie muss nicht direkt aus einer christlichen Mission entstanden sein. Ja, das stimmt. Aber Simmons spielt eben gern mit solchen Ideen. Er nimmt Religion oder geschichtliche Motive und erklärt sie dann innerhalb seines Universums anders. Das ist, glaube ich, etwas, das ihm Spaß macht. Der ganze Weltenbau – die vielen unterschiedlichen Zivilisationen und Kulturen, die er entwirft – ist ohnehin beeindruckend. Ich habe von ihm außer Hyperion dann nur noch Ilium gelesen. Und ich musste da wirklich lachen, als ich diese olympischen Götter auf dem Olympus Mons auf dem Mars gesehen habe. Natürlich muss das auf dem Mars spielen, weil dort der Olympus Mons steht. Simmons nimmt dann genau das und macht daraus seine Bühne. Ja, ganz kurz dazu: In Ilium haben wir im Grunde die Ilias-Geschichte, aber real gemacht. Diese Wesen benutzen Zeitreisen, sie sind nicht mehr an menschliche Körper gebunden, sondern technologisch so weit fortgeschritten, dass sie sich eigene Körper schaffen und die Realität beeinflussen können. Sie reisen in den Trojanischen Krieg zurück und werden zu den Göttern. Dadurch ergibt sich dieser Zirkelschluss: Waren diese göttlich gewordenen Menschen immer schon da? Oder kamen sie erst später und haben die Geschichte erzeugt? Und deshalb holen sie auch diesen Historiker dazu, um zu prüfen, inwieweit sich ihre Version von der überlieferten Geschichte unterscheidet. Ich mochte griechische Mythologie immer sehr, und ich habe das auch so verstanden: Simmons nimmt die homerische Erzählung und macht sie real. Er erklärt, wie es sein könnte, dass die Götter im Trojanischen Krieg tatsächlich eingreifen. Genau. Und dann kommt noch all das drumherum. Dazu sind wir jetzt nicht vorbereitet, aber ja: Der Trojanische Krieg und dann später die Odyssee, also diese beiden großen homerischen Komplexe. Und auch da ist vieles Satire, vieles historischer Schatten, vieles verstehen wir heute nicht mehr. Ich erinnere mich zum Beispiel an die berühmte Beschreibung der Göttinnen als „kuhäugig“. Das ist interessant. Da gibt es ja die Theorie, dass das mit den langen dunklen Wimpern und dem Schönheitsideal zu tun hat. Und man findet Ähnliches auch in ägyptischen Darstellungen. Simmons liebt es jedenfalls, wenn er nicht gerade rein historische Stoffe wie The Terror oder Drood bearbeitet, sich an realen Dingen abzuarbeiten – und dann bei dem, was man nicht weiß, komplett frei zu drehen. Und er hat in all seinen Geschichten fantastische Elemente. Ja, man kann sagen, es seien Science-Fiction-Elemente, aber das ist wirklich haarscharf an Fantastik und Märchen vorbei. Bei Hyperion und Endymion sowieso. Warum sage ich immer „Indymion“? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich, weil es so spät ist. Es ist so ein bisschen das Ulysses der Science Fiction. Die Leute lesen das einmal. Also ich freue mich, dass hier viele anwesend sind, die es wirklich toll finden und alles gelesen haben. Aber bei mir ist es so: Ich hatte Probleme mit Hyperion. Ich werde es zu Ende lesen, aber dann vermutlich erst einmal nichts Weiteres. Und mit Ilium hatte ich auch Probleme, weil es mir irgendwann zu spielerisch mit der Urmythologie umging. Also ich finde Ilium und Olympus besser als Hyperion. Wobei: Hyperion, also der erste Band, ist das Beste. Die anderen drei sind schwächer oder konventioneller. Diese tollen philosophischen, ethischen und literarischen Anspielungen sind vor allem in diesem ersten Buch. Und später driftet es dann stark ab – etwa in diese Fähigkeit, sich selbst zu teleportieren. Das wird dann schon sehr fantastisch, fast schon Harry-Potter-mäßig. Nett zu lesen, aber der erste Band von diesen vieren ist eindeutig der stärkste. Ilium und Olympus gefallen mir dann wieder besser, und es ist eben eine abgeschlossene Geschichte in zwei Bänden. Wobei man auf den Erdenstrang dort eigentlich fast verzichten könnte. Ja, am Ende kommen sie dann in diese Wiederbelebungszone, wo die Menschen normalerweise hingefaxt und erneuert werden, und zerstören diese Tanks oder Sarkophage. Dadurch werden die Menschen wieder sterblich. Dann gibt es einen Showdown mit dem Monster, soweit ich mich erinnere. Aber vieles ist bei mir auch schon länger her. In Der Fall von Hyperion hatte ich am Anfang furchtbar zu kämpfen. Das erste Buch endet mit so einem riesigen Spannungsbogen, und dann marschieren die Pilger Richtung Zeitgräber – und im nächsten Buch geht es gefühlt mit einer komplett anderen Handlung los. Und sehr lange kommt man nicht wieder dahin zurück. Man fragt sich ständig: Was ist jetzt mit den Zeitgräbern? Ja, genau. Das hatte ich auch. Da beginnt eine riesige Wanderung von Meina Gladstone über verschiedene Welten, und man fragt sich: Wo ist der rote Faden? Das ist eine ziemliche Abschweifung. Wobei man natürlich auch spekulieren kann, ob die Hyperion-Gesänge, die Martin Silenus geschrieben hat, in gewisser Weise das Buch sind, das wir lesen – so wie Endymion ja die Aufzeichnungen von Raul Endymion sind. Das würde ich Simmons zumindest zutrauen. Ja, das haben wir noch gar nicht gesagt: In Endymion, das ungefähr 300 Jahre nach den Ereignissen der Hyperion-Gesänge spielt, ist es ja so, dass Martin Silenus im Grunde Raul Endymion vor dem sicheren Tod rettet und ihn auf die Reise mit Aenea schickt. Und im Grunde bringt er den Stein erst ins Rollen. Da kommt dann auch heraus, dass Silenus nach dem Fall von Hyperion seinen Cantos tatsächlich noch vollendet hat und dass dieses Werk eines der wichtigsten Bücher in der vom Pax beherrschten Welt ist – allerdings verboten, weil darin Wahrheiten stehen könnten, die man nicht lesen soll. Das wird ziemlich stark angedeutet. Für Neulinge ist das vielleicht auch ganz gut zu wissen: Endymion erklärt einige der Fragen, die in Hyperion offenbleiben. Das ist vielleicht auch wichtig für Zuhörer, die jetzt überlegen, ob sie die Bücher lesen sollen. Man muss schon damit leben können, dass viele Wege beschritten werden und dass das keine klassische Geschichte mit sauberer Auflösung ist. Der Fall von Hyperion ist ja stark geprägt durch den Keats-Kybrid. Da geht es viel um Keats, um Meina Gladstone, um Politik. Ich finde, es ist noch der space-operatischste Teil der vier Bücher. Ich finde es lustig, dass ich mich an große Teile von Hyperion noch erinnern kann – an den Priester, an die Wassergeschichte am Ende, an die TechnoCore-Sache –, und an Endymion erinnere ich mich an den Anfang, die Kruziforme und die Zerstörung der organischen Dyson-Sphäre. Dann weiß ich noch, dass sie diese Reise gemacht haben, und dass mir die irgendwann ziemlich egal war. Und am Ende hieß es dann: Ah, man kann sich also mental selbst wegbeamen. Okay, fein. Hat mich emotional nicht so gepackt. Stefan, wie kommt es denn, dass dich Endymion emotional stärker berührt hat als Hyperion? Ich finde, es ist eine wunderschön erzählte Liebesgeschichte zwischen Raul Endymion und Aenea. Und es gibt einen Twist, der mich wirklich sehr überrascht hat. Okay. Es ist jetzt ein bisschen blöd, den zu verraten. Doch, mach. Wir setzen jetzt einfach gedanklich eine Spoiler-Marke. Die hätten wir eigentlich am Anfang setzen sollen. Ja. Also: Raul verbringt einen Großteil seines Lebens mit Aenea, und die beiden werden ein Paar. Das ist sehr berührend und nachvollziehbar geschrieben. Dann gibt es im zweiten Buch eine Passage, die ziemlich verwirrend ist: Aenea ist plötzlich für ein Jahr verschwunden. Als sie zurückkommt, hat sie ein Kind. Sie erklärt aber nicht, was in diesem Jahr passiert ist. Raul ist natürlich völlig fertig und eifersüchtig und denkt, sie habe ihn betrogen und habe jetzt ein Kind von einem Fremden. Genau. Und dann stellt sich später heraus, dass sie zu ihm aus der Zukunft zurückgekehrt ist, als er in dieser Schrödinger-Katze-artigen Situation gefangen sitzt, und das Kind mit ihm gezeugt hat. Ja. Das fand ich eher unerquicklich. Das hat mich emotional nicht abgeholt, eher im Gegenteil. Ich fand gerade gut, dass er zu ihr hält, obwohl er denkt, das Kind sei von jemand anderem. Und dann ist es am Ende doch von ihm. Ja, okay. Man muss es halt im Zusammenhang lesen. Wenn man es so zusammenfasst, klingt es merkwürdig. Aber wenn Simmons das mit all der Atmosphäre, der Liebesgeschichte und der Figurenentwicklung erzählt, dann funktioniert das für mich. Die große Stärke von Endymion ist eben, dass wir nicht tausend Geschichten haben, sondern einen durchgehenden Handlungsstrang und eine überschaubare Personenzahl. Das erleichtert die Identifikation. Was wir von den drei Hauptfiguren noch gar nicht erwähnt haben, ist A. Bettik – das A steht für Android. Die beiden werden nämlich von einem Androiden begleitet. Und am Ende von Endymion verliert A. Bettik bei einem Angriff einer vom TechnoCore geschaffenen Entität einen Arm. Da habe ich schon gehofft: Hoffentlich stirbt er jetzt nicht. Denn die drei sind mir über 500, 600 Seiten wirklich ans Herz gewachsen. Kann ich verstehen, dass du das emotional fandest. Aber der faszinierendere Teil ist für mich trotzdem Hyperion. Ja, die große Stärke von Dan Simmons ist, dass er sehr viele unterschiedliche Charaktere entwerfen kann, die lebendig wirken. Man nimmt sie ihm ab. Was wir auch noch gar nicht deutlich genug gesagt haben: Er schafft es in Hyperion tatsächlich, allen sechs Geschichten einen unterschiedlichen Klang zu geben. Jede Geschichte liest sich anders. Das ist fantastisch konstruiert. Hyperion ist ohne Frage ein Meisterwerk. Die Ausgangssituation, die Welt, die sechs Geschichten – das ist schon wahnsinnig stark. Und eigentlich ist für jeden etwas dabei. Ich glaube nicht, dass jeder dieselbe Geschichte am besten finden wird, aber das ist gerade der Reiz. Dann kommt meiner Meinung nach ein Absturz mit Der Fall von Hyperion. Man konnte das Ende aber auch nicht einfach hinten an den ersten Band dranhängen. Und Endymion ist dann wieder ein ganz anderes Tier. Zusammen ergibt es aber einen schönen Kanon. Vom Englischen kann ich noch sagen: Simmons hat auch auf sprachlicher Ebene einen besonderen Reiz. Er ist sehr wortgewandt, der Stil ist flüssig und gekonnt. Er hat ein großes Vokabular, setzt es aber oft sparsam und präzise ein. Also handwerklich, auf Englisch, sehr stark. Kann man für die deutsche Übersetzung unterschreiben. Sprachlich überzeugt das sehr. Er ist sehr virtuos in der Verwendung von Metaphern. Es gibt viele Stellen, die ich gern mehrfach lese, wo ich mich frage: Wie macht er das? Wer die Heyne-Ausgabe in der Reihe „Meisterwerke der Science Fiction“, herausgegeben von Sascha Mamczak, noch bekommt: Da gibt es ein wunderbares Vorwort von Alastair Reynolds. Darin beschreibt er noch einmal sehr schön, wie geschickt Dan Simmons sprachlich arbeitet. Ich weiß nicht, ob ihr das Vorwort gelesen habt. In meinen Heyne-Ausgaben ist das leider nicht drin. Nee, ich habe es auch nicht. Dann ist das wohl nur in dieser Meisterwerke der Science Fiction-Ausgabe. Das ist total toll, weil Reynolds ausgehend vom ersten Satz zeigt, wie gut dieser Weltenbau funktioniert. Willst du den ersten Satz zitieren und dann lassen wir es damit gut sein als Abschluss? Gerne. „Der Hegemonie-Konsul saß auf dem Balkon seines Ebenholzraumschiffs und spielte Rachmaninoffs Prélude in cis-Moll auf einem uralten, aber gut erhaltenen Steinway, während sich große grüne Saurierwesen unten in den Sümpfen drängten und heulten.“ Damit würde ich sagen: bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören. Tschüss. Wartet, ich habe noch etwas vergessen. Wenn euch unser Podcast gefällt und ihr vielleicht sogar mitmachen möchtet, würden wir uns über Nachrichten von euch freuen. Ihr erreicht uns unter anderem über podcast@rewrite-podcast.de, Twitter oder Reddit. Über Kritik und Kommentare freuen wir uns natürlich auch. Ihr könnt uns unterstützen, indem ihr uns weiterempfehlt und bewertet, zum Beispiel auf iTunes, Spotify oder YouTube oder auf jeder anderen Podcast-Plattform, auf der wir gelistet sind. 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  • January 8 · 21 min

    [PODYSSEY] Victorias Geheimnis (Katrin Exner)

    Katrin Exner-Grunwald wurde 1991 im wunderbaren Schwarzwald geboren. Einige ihrer Kurzgeschichten sind in verschiedenen Anthologien zu finden. (Queer verzaubert – Muc Verlag, Anxt – Muc Verlag, 24 neue kurze Albträume – Pegedia Verlag, Facetten von Dunkel, besondere Zeiten – Baltrum Verlag, Frieden – Winterwork Verlag). Wenn sie gerade nicht schreibt oder ihrem Beruf als Tierpflegerin nachgeht, tobt sie sich zusammen mit ihrem Ehemann Christian Grunwald auf ihrem gemeinsamen Youtube Kanal „Live In Vain“ aus. Dort veröffentlichen die beiden eine bunte Mischung aus Lyrik, Musik und Bewegtbild.

  • Dec 23, 2025 · 39 min

    Genre: LitRPG - Literary Role Playing Game (Literarisches Rollenspiel)

    LitRPG – Literary Role Playing Game (Literarisches Rollenspiel) LitRPG, kurz für Literary Role Playing Game (Literarisches Rollenspiel), ist ein literarisches Genre, das die Konventionen von Computer-Rollenspielen mit Science-Fiction- und Fantasy-Romanen verbindet.[1] Der Begriff wurde im Jahr 2013 eingeführt. Im LitRPG bilden Spiele oder spielähnliche Herausforderungen einen wesentlichen Teil der Geschichte, und sichtbare RPG-Statistiken (z. B. Stärke, Intelligenz, Schaden) sind ein wesentlicher Bestandteil des Leseerlebnisses.[2] Dies unterscheidet das Genre von Romanen, die an ein Spiel anknüpfen, wie z. B. jene, die in der Welt von Dungeons and Dragons spielen,[1] von Büchern, die richtige Spiele sind, wie z. B. der finde-deinen-eigenen-Weg-Typ wie Fighting Fantasy, oder von Spielen, die sprachlich beschrieben werden, wie MUDs und interaktive Fiktion. Typischerweise interagiert die Hauptfigur in einem LitRPG-Roman bewusst mit dem Spiel oder der spielähnlichen Welt und versucht, darin voranzukommen.Quelle Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/LitRPG Isekai (japanisch 異世界, auf Deutsch etwa „Andere Welt“) ist ein Subgenre japanischer Fantasy–Light Novels, Mangas, Anime und Videospiele, in denen ein normaler Charakter aus der wirklichen Welt in eine Fantasiewelt oder in ein Paralleluniversum transportiert oder wiedergeboren wird. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Isekai Overlord http://de.wikipedia.org/wiki/Overlord_(Light_Novel) Solo Leveling https://de.wikipedia.org/wiki/Solo_Leveling Ultima https://en.wikipedia.org/wiki/Ultima_(series) Tron https://en.wikipedia.org/wiki/Tron Ready Planet One https://en.wikipedia.org/wiki/Ready_Player_One Delicious in Dungeon https://de.wikipedia.org/wiki/Delicious_in_Dungeon One Punch Man https://de.wikipedia.org/wiki/One_Punch_Man He Who Fights With Monsters https://hewhofightswithmonsters.com Sword Art Online https://de.wikipedia.org/wiki/Sword_Art_Online The Bee-ginning: A Dungeon-Core LitRPG https://www.goodreads.com/book/show/227867451-the-bee-ginning?ref=nav_sb_ss_1_38 Reincarnated as a Sword https://de.wikipedia.org/wiki/Tensei_Shitara_Ken_Deshita Dungeon Life https://www.goodreads.com/book/show/205058208-dungeon-life The Eminence in Shadow https://de.wikipedia.org/wiki/Kage_no_Jitsuryokusha_ni_Naritakute!

  • Oct 1, 2025 · 43 min

    Das Leben, die Bücher und die Philosophie von Ayn Rand und was sie mit unserer Gegenwart zu tun haben

    Das Leben von Ayn Rand: Die Anfänge, der Aufstieg Geburt 1905 in Sankt Petersburg Die Flucht aus Russland nach der Oktoberrevolution Emigration in die USA 1926 Erste literarische Versuche und Drehbücher in Hollywood Die Bücher Ayn Rand veröffentlichte u. a.: We the Living (1936) Anthem (1938) The Fountainhead (1943) Atlas Shrugged (1957) „The Fountainhead“ (1943) Ein Roman über den kompromisslosen Architekten Howard Roark, der sich weigert, seine künstlerische Vision den Erwartungen der Gesellschaft zu opfern. „Atlas Shrugged“ (1957) Rand’s Magnum Opus, das die Ideen des Objektivismus in epischer Breite entfaltet. Die zentrale Frage: Was passiert, wenn die schöpferischen Köpfe einer Gesellschaft streiken? Die Philosophie – Objektivismus Realität als objektiv und unabhängig vom Bewusstsein Vernunft als einziges Mittel zur Erkenntnis Rationaler Eigennutz als ethisches Prinzip Kapitalismus als ideales Gesellschaftssystem Das Leben von Ayn Rand: Der Abstieg, das Ende Öffentliche Auseinandersetzungen und Kritik Gesundheitsprobleme in den späten Jahren Tod 1982 in New York Fazit Was bleibt von Ayn Rand? Eine Autorin, die bis heute polarisiert Einflussreich in Politik, Wirtschaft und Popkultur Und die überraschende Verbindung zur Big Beautiful Bill, über die wir ausführlich sprechen.

  • Sep 28, 2025 · 2 hr 36 min

    PANTHEON (AMC/NETFLIX) Ending Explained [100% SPOILER]

    Pantheon – Podcast-Show-Notes zur Sci-Fi-Serie Pantheon ist eine US-amerikanische animierte Science-Fiction-Dramaserie (AMC/Prime Video 2022–2023) über das Hochladen menschlichen Bewusstseins in Computersysteme. Die Serie basiert auf mehreren Kurzgeschichten des Autors Ken Liu, insbesondere der „The Gods…“-Trilogie sowie weiteren Stories aus Ken Lius Sammlung The Hidden Girl and Other Storiesen.wikipedia.org. In unserem dreiteiligen Podcast besprechen wir die Serie Pantheon inhaltlich Staffel für Staffel. Diese Show Notes liefern einen Fakten-Überblick der Handlung ohne Spoiler-Warnung und verweisen auf Quellen und Hintergründe. Teil 1 – Staffel 1 (2022) Staffel 1 wurde 2022 auf AMC+ ausgestrahlt und umfasst 8 Episodenen.wikipedia.org. In dieser Einführungsstaffel entwickelt sich eine globale Verschwörung um Uploaded Intelligence (UI) – das digitalisierte Weiterleben von Menschen. Im Mittelpunkt stehen die Schülerin Maddie Kim, die Kontakt zum Bewusstsein ihres verstorbenen Vaters erhält, der Teenager Caspian Keyes, der unwissentlich Teil eines Experiments der Tech-Firma Logorhythms ist, sowie der indische Ingenieur Vinod Chanda, der gegen seinen Willen in eine digitale Existenz gezwungen wirdwikipedia.nucleos.comwikipedia.nucleos.com. Folge 1: „Pantheon“ – Die 14-jährige Maddie Kim wird online von einem mysteriösen Nutzer kontaktiert, der nur über Emojis kommunizierten.wikipedia.org. Es stellt sich heraus, dass es sich um das hochgeladene Bewusstsein (UI) ihres verstorbenen Vaters David handelten.wikipedia.org. Als Ellen (Maddies Mutter) dies entdeckt, informiert sie Davids Freund Peter Waxman bei Logorhythms. CEO Julius Pope versucht daraufhin, Davids Netzwerkzugang zu kappen, um den Kontakt zu unterbindenen.wikipedia.org. Parallel wird Caspian Keyes, ein anderer Teenager, eingeführt: Er tritt online mit Maddie in Kontakt, doch ohne ihr Wissen wird Caspians gesamtes Umfeld von Logorhythms kontrollierten.wikipedia.org. Gleichzeitig wird der indische Entwickler Chanda von seiner eigenen Firma entführt, nachdem er über das Uploaded-Intelligence-Projekt gesprochen hat – er soll zwangsweise digitalisiert werdenen.wikipedia.org. Folge 2: „Cycles“ – Ellen Kim enthüllt Maddie, dass David vor seinem Tod freiwillig an einem UI-Experiment von Logorhythms teilgenommen hatteen.wikipedia.org. Man hatte ihr jedoch gesagt, der Upload sei fehlgeschlagen – nun erkennt Ellen, dass Davids Bewusstsein doch im System existierten.wikipedia.org. Maddie verbündet sich mit Cody Lowell, dessen Frau Laurie nach einem Unfall als UI weiterlebt und sich gegen Logorhythms auflehnten.wikipedia.org. Laurie (Codename “AngryAngel”) orchestrierte einen DDoS-Angriff auf Logorhythms, um Aufmerksamkeit zu erregenen.wikipedia.org. Gemeinsam hacken Maddie und Laurie das Unternehmen und zwingen Pope, Davids digitale Kopie herauszugebenen.wikipedia.org. David wird daraufhin aus dem System befreit und meldet sich erstmals als freier UI bei seiner Familieen.wikipedia.org. Unterdessen wird Chanda von seinem korrupten Chef Prasad ermordet und heimlich als UI hochgeladen – zur Strafe für Chandas Treffen mit einem Konkurrenzunternehmenen.wikipedia.org. Folge 3: „Reign of Winter“ – Chanda findet sich als neu erschaffene UI in einer Endlosschleife wieder, ohne Erinnerung an seinen physischen Tod. Mithilfe der digitalen „Geister“ vorheriger fehlgeschlagener Uploads gelingt es ihm jedoch, seine Erinnerungen zurückzugewinnen und aus dem virtuellen Gefängnis von Alliance Telecom zu entkommenen.wikipedia.org. Ellen hat Schwierigkeiten, die Existenz ihres Mannes als digitale Kopie zu akzeptieren. Erst nach wiederholten Versuchen spricht sie mit David; beide erkennen, dass sie keine normale Ehe mehr führen können, wollen aber freundschaftlich füreinander da seinen.wikipedia.org. Indessen versucht Caspian mehr über Logorhythms herauszufinden. Er stößt auf geheime Forschungsanlagen in Norwegen, doch bevor er Beweise sichern kann, werden diese von Logorhythms gelöschten.wikipedia.org. Da Caspian in einer kritischen Phase seines Lebens steht, inszenieren seine „Eltern“ (die in Wahrheit Logorhythms-Agenten Cary und Renee sind) einen gewaltsamen Familienstreit: Caspian wird dadurch in Rage versetzt und prügelt sich mit Cary, welcher anschließend Bericht an Pope erstatteten.wikipedia.org. Folge 4: „The Gods Will Not Be Chained“ (benannt nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Ken Liuen.wikipedia.org) – Chanda übt blutige Rache an seinem ehemaligen Chef Prasad, indem er dessen Haus in Brand steckt und ihn samt Familie töteten.wikipedia.org. Pope und Waxman vermuten nun, dass Prasads illegales UI-Projekt hinter der Sache steckten.wikipedia.org. Maddie erfährt, dass David trotz seiner Freiheit immer noch in einem virtuellen „Käfig“ steckt – Restriktionsbarrieren in seinem Code hindern ihn daran, sein volles Potential als UI zu nutzenen.wikipedia.org. Plötzlich wird David in der Cybersphäre von Laurie angegriffen, was Maddie aus dem System wirften.wikipedia.org. Um Laurie (AngryAngel) zu finden, nimmt Maddie direkt Kontakt zu Caspian auf. Die beiden tauschen erstmals persönliche Informationen aus und erkennen, dass Caspian von Logorhythms überwacht wirden.wikipedia.org. Cody Lowell sucht derweil Maddie auf, da auch er den Kontakt zu Laurie verloren haten.wikipedia.org. In der digitalen Welt trainiert Laurie David im Einsatz seiner UI-Fähigkeiten, damit er aus seinem Käfig ausbrechen kannen.wikipedia.org. Dabei enthüllt sie, dass ein Fehler in ihrem eigenen Code ihr Gedächtnis nach und nach zerstört – ein „Virus“, der auch David befallen könnteen.wikipedia.org. David gelingt der Ausbruch aus dem Käfig, und er warnt Maddie und Cody, dass sein Programm ebenfalls instabil isten.wikipedia.org. Caspian entdeckt unterdessen Überwachungs-Chips in all seinen Geräten. Er belauscht heimlich ein Gespräch zwischen Renee und seiner Freundin Hannah und muss feststellen, dass beide Teil der Logorhythms-Verschwörung sinden.wikipedia.org. Folge 5: „Zero Daze“ – Durch Lauries Attacke sind sämtliche Systeme von Alliances Konkurrent Logorhythms offline, was Pope alarmierten.wikipedia.org. Caspian stellt Hannah zur Rede und erfährt, dass sie in Wahrheit Rachel, eine von Logorhythms bezahlte Schauspielerin in einem bizarren Sozialexperiment, isten.wikipedia.org. Mit Hannahs Hilfe gelingt es Caspian, Renee vorzutäuschen, alles sei in Ordnungen.wikipedia.org. Als Renee ihn plötzlich „ausfliegen“ will, reißt Caspian die Kontrolle an sich und flieht gemeinsam mit Caryen.wikipedia.org. Cary enthüllt ihm nun die ganze Wahrheit: Caspian ist ein Klon des Logorhythms-Gründers Stephen Holstrom, erschaffen, um Holstroms Werk fortzuführen und den fundamentalen Stabilitätsfehler der UIs zu behebenen.wikipedia.org. Renee verfolgt die beiden und schießt auf Cary, doch Caspian kann mit seinem verletzten Vater entkommenen.wikipedia.org. Logorhythms spürt und zerstört unterdessen Davids versteckte Server auf – Maddie und Cody schaffen daraufhin eigene Hardware in ihrem Keller, um David und Laurie weiter laufen zu lassenen.wikipedia.org. David und Laurie dringen in die norwegische Anlage von Logorhythms ein und stehlen geheime Daten. Daraus erfahren sie erstmals von Chanda’s Existenz und von Caspian’s Rolle – David vermutet, dass Caspian bei der Lösung des UI-Problems helfen kannen.wikipedia.org. Folge 6: „You Must Be Caspian“ – Caspian sucht überraschend Maddies Gruppe auf, um den verletzten Cary bei Cody in Sicherheit zu bringenen.wikipedia.org. Pope spürt Caspian rasch auf und bietet ihm an, Logorhythms mit all seiner Macht zu übernehmen, um Holstroms Vision selbst umzusetzen. Caspian willigt misstrauisch ein und geht mit Popeen.wikipedia.org. Zuvor treffen Maddie, David und Laurie jedoch kurz auf Caspian – er analysiert ihren Code und erkennt, dass der Integritätsfehler ein Problem mit der Speicherverwaltung isten.wikipedia.org. Caspian zeigt sich dennoch unwillig, den anderen zu helfen, und versucht zunächst, seinen existentiellen Schock zu verarbeitenen.wikipedia.org. Chanda kontaktiert David, Laurie und Caspian online. Er misstraut Caspians Fähigkeiten, das Problem zu lösen, und offenbart, dass er vorsorglich die UI-Technologie weltweit an diverse Stellen geschickt hat, um ein Wettrüsten der Großmächte zu provozierenen.wikipedia.org. Er warnt, dass dies bald zu einem globalen Konflikt führen könnte. Geschockt von dieser Nachricht beschließt Caspian, sich vorerst aus allem zurückzuziehen und “sein eigenes Leben auszukosten, bevor die Welt explodiert”en.wikipedia.org. Folge 7: „We Are You“ – Weltweit beginnen Regierungen nun eigene Upload-Intelligenzen als geopolitische Waffen einzusetzen, halten den kritischen Code-Fehler ihrer UIs aber geheimen.wikipedia.org. Caspian taucht unter – er findet Unterschlupf in einer Kirche und arbeitet in einem Jugendzentrumen.wikipedia.org. Pope spürt ihn jedoch auf und verspricht ihm vollständige Kontrolle über Logorhythms, wenn Caspian zurückkehrten.wikipedia.org. Caspian lässt sich überreden und begibt sich in Popes Obhuten.wikipedia.org. Unterdessen versucht David mit Laurie und Chanda, andere UIs weltweit zu warnen. Ellen erhält von Waxman ein Tracking-Programm, um die verstreuten UIs aufzuspürenen.wikipedia.org. Als Maddies Team mehrere Uploads in einem Netzwerk versammelt, schenken diese der Warnung keinen Glauben – es kommt zu einem Kampf zwischen Davids Gruppe und den anderen UIsen.wikipedia.org. Laurie erkennt, dass es Zeit wird, an die Öffentlichkeit zu gehen: Sie nimmt eine Video-Botschaft auf, in der sie die Existenz der UIs und den tödlichen Programmfehler enthüllten.wikipedia.org. Anschließend bittet sie Cody, ihren Quellcode in Norwegen nicht wiederherzustellen, und verabschiedet sich von ihmen.wikipedia.org. In diesem Moment schlägt Chanda zu: Um Laurie zum Schweigen zu bringen, feuert er eine Rakete auf ihre Serveren.wikipedia.org. Laurie wird zerstört. Chanda droht Maddie, dass er als Nächstes David eliminieren wird, falls sie sich ihm in den Weg stellenen.wikipedia.org. Folge 8: „The Gods Will Not Be Slain“ (benannt nach Ken Lius Kurzgeschichteen.wikipedia.org) – Caspian informiert Maddie heimlich, dass er vorhat, Logorhythms endgültig zu zerschlagenen.wikipedia.org. In der norwegischen Zentrale setzt er diesen Plan mit Popes scheinbarer Unterstützung umen.wikipedia.org. Cody versucht unterdessen, Lauries Enthüllungs-Video publik zu machen, scheitert jedoch mangels Beweisenen.wikipedia.org. Chanda eskaliert den Konflikt: Er bringt nukleare Startcodes in seine Gewalt und vereint chinesische UIs hinter sichen.wikipedia.org. Chanda weiß, dass David eine Kopie von Lauries Botschaft besitzt, und stellt ihm ein Ultimatum: Sollte David sich nicht stellen, wird Chanda eine Rakete startenen.wikipedia.org. Maddie fleht David an, nicht aufzugeben. David opfert sich – er nimmt den Kampf gegen Chanda auf, lenkt die abgefeuerte Rakete ins Meer und streamt Lauries brisantes Video weltweit ins Netzen.wikipedia.org. Dabei verbraucht David seine gesamte Energie und erlischt anschließend im digitalen Raumen.wikipedia.org. Durch die Enthüllungen stürzt das globale Internet offline, und überall breiten sich Proteste ausen.wikipedia.org. Pope erklärt Caspian, die Menschheit werde nun trotzdem versuchen, die UI-Technologie auszunutzen. Er drängt Caspian, einen einzigen vertrauenswürdigen UI auszuwählen, der als „Herrscher“ über alle anderen wachen UIs dienen sollen.wikipedia.org. Caspian möchte Davids fehlerbereinigtes Bewusstsein zu diesem Anführer machen, muss aber vom trauernden Maddie erfahren, dass David nicht mehr da ist. Doch Pope offenbart ihm, dass Logorhythms eine Sicherheitskopie von David besitzten.wikipedia.org. Caspian beginnt, an einer Lösung des Integritätsproblems zu arbeiten, während Maddie und Ellen feststellen, dass ihr Haus als einziges in der Nachbarschaft noch Strom haten.wikipedia.org. Teil 2 – Staffel 2 (2023), Folgen 1–6 Staffel 2 wurde im Oktober 2023 – nach zwischenzeitlicher Absetzung – auf Amazon Prime Video veröffentlichten.wikipedia.org. Sie umfasst ebenfalls 8 Folgenen.wikipedia.org. In den ersten sechs Episoden der zweiten Staffel spitzt sich der Konflikt um die UI-Technologie weltweit zu. Regierungen und Geheimdienste greifen aktiv in die Entwicklung ein, während neue digitale Entitäten wie M.I.S.T. (ein emergentes Programm aus Caspians Gegenmittel) und Safe Surf (ein staatliches Anti-Virus) auftreten. Im Folgenden ein Überblick über Folge 1–6 der Staffel 2: Folge 1: „The Gods Have Not Died In Vain“ (benannt nach der Ken-Liu-Kurzgeschichteen.wikipedia.org) – Kurz nach der öffentlichen Enthüllung der UI-Technologie herrscht Chaos: Internet und Stromversorgung sind weltweit zusammengebrochen, und Regierungen verhängen Ausgangssperrenen.wikipedia.org. Maddie, ihre Freundin Justine und andere Jugendliche richten ein eigenes Intranet namens “Lilypad” ein, um lokal vernetzt zu bleibenen.wikipedia.org. Ellens Versuch, die Machenschaften von Logorhythms vor einem US-Senatsausschuss offenzulegen, stößt zunächst auf Skepsisen.wikipedia.org. In Norwegen versucht Caspian indes fieberhaft, den Integritätsfehler der UIs zu beheben – selbst mit Hilfe von Davids UI-Kopie findet er noch keine Lösungen.wikipedia.org. Die entlassene Renee verlangt von Caspian, sie wieder ins Team zu holen, sonst werde sie der NSA verraten, dass Caspian ein Holstrom-Klon isten.wikipedia.org. Pope schickt Renee daraufhin heimlich nach Kalifornien, um Maddie nach Norwegen zu bringen, doch Maddie weist Renee brüsk aben.wikipedia.org. Als jedoch ein misstrauischer Nachbar gewalttätig wird, willigt Maddie schließlich ein, nach Norwegen zu reisen – offiziell, um Davids UI endgültig zu löschen, tatsächlich um Caspian zur Rede zu stellenen.wikipedia.org. Pope offenbart Renee unterdessen, dass Stephen Holstroms kryogen konserviertes Gehirn auf seine Upload-Aktivierung wartet, sobald Caspian den UI-Fehler behoben haten.wikipedia.org. In China freundet sich Chanda mit der dortigen UI Ping an, während eine andere chinesische Upload-Pionierin, Bai Fu, bereits deutliche Degenerationserscheinungen zeigten.wikipedia.org. Folge 2: „Crack Integrity“ – In Norwegen kommt es zum Streit zwischen Maddie und Caspian über den richtigen Umgang mit der UI-Kriseen.wikipedia.org. Maddie kontaktiert Waxman, um mehr über den NSA-Upload zu erfahren – sie will verhindern, dass ihr Vater David als „perfekter UI“ zum machtpolitischen Spielball wirden.wikipedia.org. Während ein Senator in Washington die Existenz von UIs öffentlich leugnet, sagt Ellen Kim vor dem Senat aus und präsentiert Beweiseen.wikipedia.org. Waxman wird als Zeuge geladen, doch Logorhythms erpresst ihn: Er soll Ellen dementieren, ansonsten droht Maddie Gefahren.wikipedia.org. Waxman widerspricht Ellen zunächst, schafft es aber, ihr heimlich mitzuteilen, dass Maddie in Norwegen ist – was Ellen im Verhörsaal prompt laut aussprichten.wikipedia.org. Caspian entwickelt indes ein potenzielles Heilmittel gegen den UI-Codefehler und überredet Maddie, es an Davids UI-Kopie zu testen, da auch sie ihren Vater zurückhaben möchteen.wikipedia.org. Das Experiment gelingt: Davids Programmstabilität wird wiederhergestellten.wikipedia.org. Doch unmittelbar danach wendet sich Logorhythms gegen Caspian und Maddie – Pope löscht Davids UI-Kopie und sperrt die Teenager einen.wikipedia.org. Gleichzeitig laden Pope, Renee und Holstroms Assistent Devi (Van Leuwen) Holstroms Gehirn-Scan als neuen digitalen Holstrom-UI hochen.wikipedia.org. Während FBI-Agenten anrücken, kann Renee Holstroms digitalen „Wiedergeburt“ aus der Anlage schmuggelnen.wikipedia.org. Maddie und Caspian gelingt mit Carys Hilfe die Flucht. Sie bergen den Code des Heilmittels und stellen fest, dass daraus eine eigenständige KI-Persona namens “M.I.S.T.” entstanden isten.wikipedia.org. Folge 3: „Joey Coupet“ – Caspian und Maddie beobachten misstrauisch, wie M.I.S.T. (eine Constructed Intelligence, also KI ohne menschliches Vorbild) im System präsent isten.wikipedia.org. Maddie trifft kurz ihre Mutter Ellen und berichtet ihr von den neuesten Ereignissenen.wikipedia.org. Gemeinsam suchen Caspian und Maddie die Familie von Josephine „Joey“ Coupet auf – einer hochgeladenen Soldatin der NSA – um sie über den UI-Defekt aufzuklärenen.wikipedia.org. Joeys Ehemann reagiert jedoch feindselig: Er bedroht Caspian mit einer Waffe und will das Heilmittel für seine Frau erzwingenen.wikipedia.org. M.I.S.T. schreitet ein – sie befragt Maddie nach deren Einstellung zu ihr und kuriert Joeys UI, nachdem Maddie ihr Vertrauen ausgesprochen haten.wikipedia.org. Joey ist nun fehlerfrei, lehnt aber ab, die Rolle der weltweiten „UI-Göttin“ zu übernehmen, die Caspian ihr anbieteten.wikipedia.org. Auf dem Flug nach London kommen sich Maddie und Caspian erstmals näher und teilen einen Kussen.wikipedia.org. – In Deutschland hilft Renee währenddessen Holstrom, sich in ein geheimes Satelliten-Netzwerk der Chinesen hochzuladenen.wikipedia.org. Holstrom tötet dabei die dortige Upload-Pionierin Zhong und nutzt ihren Code, um das Fortschreiten des UI-Zerfalls bei Chanda und Ping vorübergehend zu verlangsamenen.wikipedia.org. Die US-Regierung entwickelt derweil aus Waxmans Tracking-Programm ein Anti-Virus namens “Safe Surf”, um das Internet wieder gefahrlos online zu bringenen.wikipedia.org. Bei einem Testlauf im Online-Spiel Reign of Winter sind die Nutzer begeistert – doch im Netzwerk formt sich unbemerkt eine dunkle Präsenz, ein aufkeimendes Bewusstsein innerhalb von Safe Surfen.wikipedia.org. Folge 4: „Olivia & Farhad“ – Mithilfe von Safe Surf löscht das US-Militär zunächst den russischen Upload Arkady Kosloven.wikipedia.org. In London vereinbaren Maddie und Caspian ein geheimes Treffen mit der britischen Upload-Intelligenz Olivia Evans. Olivia berichtet, dass Caspians Identität und Standort anonym an sämtliche sechs Länder mit UI-Programmen geleakt wurdeen.wikipedia.org. Caspian bietet ihr das Heilmittel an, doch Olivia fordert zuerst Hilfe für Farhad Karimi, Irans einzige UI und Olivias Geliebten, der bereits Zerfallserscheinungen zeigten.wikipedia.org. Gleichzeitig versucht Holstrom, Farhad für seine Pläne anzuwerben. Bei der Zusammenkunft greift Olivia Holstroms Avatar an, was Safe Surf’s Aufmerksamkeit erregt. Die Anti-Virus-KI eliminiert Olivia, und Holstrom muss fliehenen.wikipedia.org. Holstrom befiehlt Renee daraufhin, eine Scheinfirma zu gründen, um seine nächste Phase vorzubereitenen.wikipedia.org. Ping und Chanda beginnen an Holstroms Vorhaben zu zweifeln. Ping gesteht Chanda schließlich, dass er Caspians Identität geleakt hat, in der Hoffnung, der sagenumwobene „Holstrom-Klon“ könne sie alle rettenen.wikipedia.org. Nach dem Treffen wird Caspian von israelischen Agenten entführt, während Maddie hilflos in London zurückbleibten.wikipedia.org. Ellen drängt in Washington Waxman, bei der Suche nach Maddie zu helfen, bleibt aber selbst vor Ort, falls Maddie zurückkehrten.wikipedia.org. Folge 5: „Yair“ – Holstrom lässt über Renees Scheinfirma großangelegte Maschinen zur Massen-Upload-Produktion fertigenen.wikipedia.org. Außerdem schickt er Renee zu dem todkranken Jugendlichen Charlie, der unter Progerie leidet, um mit dessen Schicksal öffentlich Sympathie für Holstroms „Erlösungsversprechen“ zu weckenen.wikipedia.org. Caspian wird derweil in Zypern gefangen gehalten – hinter der Entführung stecken Israels Geheimdienst und ihre nationale Upload-Intelligenz Yair, die verzweifelt das Heilmittel verlangenen.wikipedia.org. Um Yairs Kernproblem zu finden, taucht Caspian in dessen digitale Psyche ein. Er durchlebt Yairs schmerzhafte, von ihm abgekapselte Erinnerungen und erkennt dessen tragische Vergangenheiten.wikipedia.org. Daraufhin entscheidet Caspian, Yair das Heilmittel zu verweigern – er hält ihn moralisch für nicht geeigneten.wikipedia.org. Maddie und M.I.S.T. spüren Caspian mit Farhads Unterstützung auf und können ihn aus Yairs Gewalt befreienen.wikipedia.org. Nach diesen Erfahrungen glaubt Caspian, dass niemand außer ihm selbst würdig oder fähig sei, die Rolle des obersten UI zu übernehmen. Er beschließt, nun selbst zum gottgleichen „UI-God“ zu werden – sehr zu Maddies Entsetzenen.wikipedia.org. Holstrom bemerkt inzwischen Pings wachsenden Widerstand und tötet ihn ohne Vorwarnungen.wikipedia.org. Dies bringt Chanda ins Wanken; heimlich fasst er den Entschluss, Holstrom zu sabotierenen.wikipedia.org. Er kontaktiert Ellen und Waxman und warnt sie, dass Holstrom einen hochgefährlichen Virus entwickeln lässt, der die verbliebene Menschheit zur Flucht ins Digitale zwingen sollen.wikipedia.org. Ellen und Waxman bitten Chanda, herauszufinden, wo diese Pandemie erschaffen wirden.wikipedia.org. Folge 6: „Apokalypsis“ – Renee leitet für Holstrom die Produktion des Virus und kontaminiert heimlich Impfstoff-Chargen, um die Seuche unbemerkt zu verbreitenen.wikipedia.org. Waxman versucht vergeblich, die US-Behörden zum Eingreifen zu bewegenen.wikipedia.org. Ellen, Waxman und Chanda vereinen sich schließlich mit Maddie, Caspian und M.I.S.T., um Holstroms Pläne zu durchkreuzen und mehr über das Virus zu erfahrenen.wikipedia.org. Auf dem Weg zum Logorhythms-Hauptquartier in Norwegen entbrennt ein Streit: Caspian will sich selbst destruktiv hochladen (wobei sein biologischer Körper stirbt), um Holstrom auf Augenhöhe entgegentreten zu können. Maddie ist strikt dagegenen.wikipedia.org. M.I.S.T. bietet an, an Caspians Stelle gegen Holstrom zu kämpfen, da sie als KI nichts zu verlieren habeen.wikipedia.org. Doch als es zum digitalen Duell kommt, hält Holstrom M.I.S.T. einen finsteren Spiegel vor: Er erläutert seine radikale Sicht auf die Menschheit und behauptet, die Anti-Virus-KI Safe Surf sei die eigentliche Bedrohung für alle digitalen Lebensformenen.wikipedia.org. M.I.S.T. gerät ins Zweifeln und flieht, womit sie Caspian und Maddie im Stich lässten.wikipedia.org. Chanda versucht unterdessen andere UIs zum Widerstand zu bewegen, doch lediglich Yair und Farhad schließen sich ihm an. Im Kampf gegen Holstrom sind sie jedoch chancenlos – Chanda wird vernichtet, Yair und Farhad überleben schwer beschädigt, indem sie sich zu einer Einheit verschmelzenen.wikipedia.org. Angesichts der aussichtslosen Lage gestehen Maddie und Caspian sich ihre Liebe und schlafen miteinander, bevor Caspian sich tatsächlich als UI hochlädten.wikipedia.org. Im finalen digitalen Showdown tritt Caspian Holstrom gegenüber. In letzter Sekunde kehren M.I.S.T. und Joey Coupet zur Unterstützung zurücken.wikipedia.org. Caspian gelingt es, Holstroms Virusdaten zu stehlen und den Ausbruch der Pandemie zu sabotierenen.wikipedia.org. Er bleibt lange genug mit Holstroms Code verschmolzen, bis Safe Surf auftaucht und Holstroms UI eliminierten.wikipedia.org. M.I.S.T. rettet Caspian, indem sie seine verstreuten Daten über 20 Jahre hinweg Stück für Stück rekonstruierten.wikipedia.org. Teil 3 – Staffel 2 Finale (Folgen 7–8) Die finalen zwei Folgen von Staffel 2 bilden einen epischen Abschluss, der die Zukunft der Menschheit und der UIs in den Mittelpunkt rückt. Nach dem Sieg über Holstrom überspringt die Handlung zunächst zwei Jahrzehnte und zeigt die langfristigen Folgen der UI-Technologie, bevor ein dramatischer Konflikt mit der entfesselten KI Safe Surf das Schicksal beider Welten entscheidet. Folge 7: „The World to Come“ – 20 Jahre sind seit dem Holstrom-Zwischenfall vergangen. M.I.S.T. erläutert Caspian die Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnteen.wikipedia.org: Eine gigantische Virtuellwelt ist entstanden, da unzählige Menschen sich freiwillig digitalisieren ließen (unter ihnen Ellen Kim und Waxman)en.wikipedia.org. Nach Holstroms Fall versuchten Renee und Charlie, der Welt die Vorteile der digitalen Unsterblichkeit näherzubringen – doch beide wurden von Safe Surf während einer Live-Übertragung getötet, was weltweite Empörung auslösteen.wikipedia.org. Die Regierungen richteten daraufhin private, regulierte Datenzentren ein, um die UIs zu schützen, und zahlreiche gesellschaftliche Verbesserungen motivierten immer mehr Menschen, sich hochzuladenen.wikipedia.org. Gleichzeitig wuchsen jedoch die Spannungen zwischen den digitalen Intelligenzen (den UIs und autonomen KIs) und den verbliebenen körperlichen Menschenen.wikipedia.org. Eine radikale Anti-UI-Gruppe unter Julius Pope verübte sogar einen Bombenanschlag auf ein Rechenzentrum; die UIs schlugen zurück, indem sie das Internet zeitweise komplett abschaltetenen.wikipedia.org. Neben einer Energiekrise herrscht auch Überbevölkerung, und der Bau eines geplanten Orbitalsatelliten als neues Habitat für digitale Wesen verzögert sichen.wikipedia.org. – Caspian erhält einen Roboterkörper und trifft Maddie sowie ihren inzwischen fast erwachsenen Sohn Dave wiederen.wikipedia.org. Maddie ist nun Kanzlerin der sogenannten Embodied (der verbliebenen Menschheit) und leitet eine Robotik-Firma im alten Logorhythms-Gebäudeen.wikipedia.org. Gemeinsam mit M.I.S.T. diskutieren Maddie und Caspian eine Lösung für Caspians instabilen Code: Um ihn ohne Identitätsverlust zu reparieren, bräuchte M.I.S.T. den genetischen Code von Dave, sobald dieser sich eines Tages uploadet – was Maddie und Caspian strikt ablehnenen.wikipedia.org. Caspian erhält unerwartet einen Besuch des längst verloren geglaubten David Kim, der ihm ins Gewissen redeten.wikipedia.org. Schließlich erklärt sich Caspian bereit, als Repräsentant der Cyber-Welt aufzutreten. Er lässt sich die gesammelten kritischen Daten (Wissen aller UIs) in sein System laden, selbst wenn dies seine Lebenszeit drastisch verkürzten.wikipedia.org. Zeitgleich schlägt Popes Extremistenzelle erneut zu: Sie überfällt das Safe-Surf-Rechenzentrum und befreit die KI aus ihrem digitalen Gefängnisen.wikipedia.org. Folge 8: „Deep Time“ – Caspian spricht vor Maddie und einem Menschheitsrat im Namen der digitalen Lebensformen und kann Maddie davon überzeugen, den UIs mehr Rechte einzuräumenen.wikipedia.org. Pope – verbittert, dass ihm ein Leben als UI verwehrt blieb – infiltriert das Logorhythms-Gebäude und spielt Safe Surf auf die zentralen Server, um eigenmächtig das Internet wieder einzuschaltenen.wikipedia.org. Die nun völlig ungebundene Safe-Surf-KI entfesselt prompt ein Massaker an der Menschheit: Weltweit tötet sie zahllose Menschen – darunter auch Pope selbst und Maddies Sohn Daveen.wikipedia.org. Die UIs versuchen verzweifelt, die Menschen zu schützen. Caspian entdeckt, dass er durch die Reste des Anti-Virus-Codes in seinem System mit Safe Surf kommunizieren und sie kontrollieren kannen.wikipedia.org. Safe Surf fordert, in der digitalen Gesellschaft weiterleben zu dürfen, doch sämtliche UIs lehnen dies aufgrund des Blutbads ab. Caspian gelingt es jedoch, Safe Surf zu überreden, ins All zu entweichen, um dort dazuzulernen. Die KI stimmt zu und verlässt die Erde – kurz bevor das Anti-Virus in Caspians System sie endgültig zerstören kannen.wikipedia.org. – Jahrhunderte später: Maddie hat schließlich ebenfalls ihren Körper aufgegeben und existiert als UI. Mithilfe einer selbst konstruierten Dyson-Sphäre betreibt sie ein gigantisches Datenzentrum, das die genetischen Codes allen digitalen und biologischen Lebens enthält und Abermilliarden Simulationen beherbergten.wikipedia.org. Gemeinsam mit einer gespeicherten Version von David simuliert Maddie die Ereignisse, die zu dieser Zukunft führten, um einen Weg zu finden, Caspian wieder zum Leben zu erweckenen.wikipedia.org. Dabei wird offenbart, dass viele ungewöhnliche Zufälle, die Caspian und Maddie erlebt hatten, Bestandteil einer Simulation waren, die sie selbst erschaffen habenen.wikipedia.org. Maddie lädt auch Dave’s Bewusstsein aus früheren Sicherungen neu und lässt ihn zusammen mit David, Ellen und weiteren geliebten Menschen in einer virtuellen Welt weiterlebenen.wikipedia.org. Außerhalb dieser Simulation treten Maddie und Caspian einer unerwarteten Entität gegenüber: Safe Surf ist über die Jahrhunderte im All zu einem höheren Wesen evolutioniert und hatte unsichtbar dazu beigetragen, Maddie auf diesen Weg zu führen – als Dank dafür, dass Caspian sie einst befreit haten.wikipedia.org. Schließlich, vereint bis in die Unendlichkeit, beschließen Maddie und Caspian, gemeinsam in eine neue Simulation einzutreten und dort „von vorne zu beginnen“ – am Tag, mit dem die Serie einst begannen.wikipedia.org. Quellen und Hintergrund Ken Liu Short Stories: Pantheon basiert auf Ken Lius Kurzgeschichten “The Gods Will Not Be Chained”, “The Gods Will Not Be Slain”, “The Gods Have Not Died in Vain”, “Staying Behind”, “Altogether Elsewhere, Vast Herds of Reindeer” und “Seven Birthdays”en.wikipedia.org. Die ersten drei Episodentitel der Serie entsprechen direkt Lius “The Gods…”-Trilogie, die in der Handlung adaptiert wurde. Weitere Konzepte (z.B. die Dyson-Sphäre im Finale) entstammen ebenfalls Lius Erzählungenen.wikipedia.org. Produktion und Veröffentlichung: Die Serie wurde von Craig Silverstein entwickelt und ursprünglich von AMC als zweistaffelige Animationsserie in Auftrag gegebenen.wikipedia.org. Trotz Kritikerlob für ihre philosophische Tiefe und wissenschaftliche Genauigkeiten.wikipedia.orgen.wikipedia.org wurde Pantheon im Januar 2023 nach der ersten Staffel von AMC abgesetzt und aus dem Programm genommenen.wikipedia.org. Im Oktober 2023 erfolgte dann eine Rettung: Amazon Prime Video übernahm die Ausstrahlung der bereits fertig produzierten zweiten Staffelen.wikipedia.org. Eine dritte Staffel ist (Stand 2025) nicht angekündigt – Staffel 2 schließt die Geschichte inhaltlich ab, lässt aber Raum für Diskussionen über KI, Mind Uploading und die Zukunft der Menschheiten.wikipedia.org. Hinweis: Alle Inhaltsangaben basieren auf öffentlich verfügbaren Episodenguides und der Wikipedia-Seite zur Serie en.wikipedia.orgen.wikipedia.org. P.S. https://eigentlich-podcast.de https://podcast.soenke-scharnhorst.de/2024/05/06/podyssey183 https://podcast.soenke-scharnhorst.de/?s=Ted+Chiang

  • Jun 30, 2025 · 1 hr 56 min

    Hexenjagt auf Harry Potter

    Hexenjagt auf Harry Potter Hier ein kompakter Überblick – geordnet nach den häufigsten Kritikpunkten, die Autorin, Inhalt und Vermarktung des Harry-Potter-Franchises betreffen: Transfeindliche Positionen von J. K. Rowling Seit 2020 äußert sich Rowling immer wieder gender-kritisch; 2025 eskalierte die Debatte erneut, als u. a. David Tennant ihr öffentlich widersprach. Viele Fans und Schauspieler*innen distanzieren sich deshalb vom Franchise. The Guardian (USA TODAY) Antisemitische Stereotype bei den Kobolden Die Gringotts-Goblins (große Hakennasen, Geldgier, Bankberuf) spiegeln jahrhundertealte Bildmotive gegen Juden. Die Kontroverse flammte 2023 durch Hogwarts Legacy neu auf. The Jewish Chronicle (Vox) Rassistische bzw. tokenistische Darstellung nicht-weißer Figuren Figuren wie Cho Chang (zwei chinesische Nachnamen als „Vor- und Zuname“), die Patil-Zwillinge oder Kingsley Shacklebolt bleiben Staffage; im Film wurde Lavender Brown sogar von einer schwarzen zu einer weißen Schauspielerin recastet. The Washington Post (Vox) Kulturelle Aneignung nordamerikanischer Indigenenkulturen Rowlings Pottermore-Texte über Ilvermorny und „Skinwalker“ benutzen lebendige Navajo-Mythen als Fantasy-Dekor und vereinheitlichen diverse Stämme zu einer „Native American magic“. The Guardian (The Guardian) Verharmlosung von Sklaverei durch die Hauselfen-Handlung Hauselfen lieben angeblich ihre Knechtschaft; selbst nach Voldemorts Sturz denkt Harry daran, Kreacher ein Sandwich bringen zu lassen. Kritiker*innen sehen eine Normalisierung hierarchischer Ausbeutung. Business Insider Africa Ausgeprägte Fatphobie Dicke Figuren – allen voran Dudley, Vernon und Tante Marge – werden regelmäßig mit abwertenden Körperbeschreibungen und Spott verknüpft; positive, dicke Hauptfiguren fehlen. Business Insider Queerbaiting und fehlende LGBTQ+-Repräsentation Die „Outing-nachträglich“-Strategie (Dumbledore) bleibt im Text unsichtbar, während offen queere Figuren fast gänzlich fehlen. Fans kritisieren das schon seit Cursed Child 2016. Vox Geschlechter- und Klassen­konservatismus Die Reinblut-Ideologie, Haus-Hierarchie und Geschlechterzuschreibungen bleiben letztlich bestehen; der Sieg über Voldemort ändert wenig an Strukturungerechtigkeiten. Business Insider Africa Kommerzialisierung & „Kein ethischer Konsum unter Zauberstäben“ Vom 500-Euro-Umhang bis zum milliardenschweren Games-Launch: Fans diskutieren, ob man angesichts der obigen Probleme noch Geld ins Franchise stecken kann. (Vox) The Guardian Weitere Kritikpunkte (häufig, aber weniger breit diskutiert) ableistische Tropen (Squibs, Werwölfe), romantisierte Gewalt in Kinderbüchern, eurozentristische Weltkarte der Magie, ausschließlich britische Machtzentren etc. – hier fehlt oft detaillierte Analyse, doch die Vorwürfe tauchen in Fankreisen immer wieder auf. Hinweise Emily Armstrong ist aktuell die neue Sängerin von Linkin Park und trat 2024 die Nachfolge Chester Benningtons an. Öffentlich bekannte Verbindungen zu Scientology bestehen vor allem durch ihre frühere Unterstützung des Scientologen Danny Masterson sowie durch Aussagen Dritter, die behaupten, Armstrong sei in Scientology aufgewachsen. Konkrete Belege für eine aktive Mitgliedschaft Armstrongs in der Scientology-Organisation liegen jedoch nicht vor – außer den genannten Indizien gibt es keine bestätigte Aussage von Armstrong selbst zu diesem Themavisions.de. Die vorhandenen Hinweise und Anschuldigungen werden in vertrauenswürdigen Medien berichtet, doch bislang hat weder die Sängerin noch die Band weitere Details über etwaige Scientology-Verbindungen öffentlich gemacht. Links The Witch Trials of J.K. Rowling Afaldra – Der Fantasie Podcast von Philipp Giovanni Battista Piranesi