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show notes
Folge 217 - Einfach besser leben
Ich lag im Bett und hab nachgedacht. Nicht über was Schönes. So destruktives Zeug, du kennst das, Sachen, die noch nicht erledigt sind, Sachen, die schiefgehen könnten, und ich hab mich mit jedem Gedanken ein Stockwerk tiefer gefühlt. Dann bin ich aufgestanden. Und sofort war ich auf einem anderen Level. Keine zwei Minuten später stand ich in der Küche und hab überlegt, wie wir heute noch ins Schwimmbad kommen, und dass ich vorher noch mit den Hunden Gassi muss. Dieselbe Welt. Derselbe Tag. Derselbe Gabriel.
Früher hätte ich daraus eine Technik gemacht. Aufstehen gegen schlechte Gedanken, fünf Schritte, du kennst das. Ich hab tausende Bücher gelesen, Personal Development, Psychologie, you name it, und bei jedem Buch dachte ich, jetzt mache ich noch mehr und dann wird mein Leben besser. Und es wurde nicht besser. Es wurde voller.
Was ich damals nicht gesehen hab: Es war nie das Schwimmbad, das mich gut gelaunt hat. Und es war nie das Bett, das mich runtergezogen hat. Es war mein Denken, in beiden Fällen. Ich denke was, fühle es und bin dann in dem Raum, den ich mir gerade gebaut hab. So einfach ist es. Es sind nicht die anderen, es ist nicht die Situation, es ist, wie ich gerade über eine Situation denke. Nichts anderes.
Und das Schöne ist: Dann muss ich nichts tun. Das klingt so bescheuert, wenn ich es ausspreche, weil wir Menschen ständig im Tun-Machen-Modus sind. Aber je weniger ich mein Denken ernst nehme, desto mehr beruhigt sich das System von alleine. Und aus der Ruhe heraus kriege ich im Kern alles besser hin. Ich sehe klarer, ich bin kreativer, ich bin netter mit den Leuten um mich rum.
Es war auch nie die Steuer, die mich gestresst hat, sondern mein Denken über das Steuermachen. Nicht das Putzen, das mich genervt hat, sondern mein Denken darüber. In der Zwischenzeit höre ich beim Putzen Hörbücher oder spreche Texte in eine Transkriptions-App. Manchmal bin ich sogar inspiriert dabei. Inspiration muss nichts Riesiges sein. Ich kann inspiriert die Küche aufräumen, inspiriert kochen, inspiriert Zeit mit meinen Kindern verbringen.
Das heißt nicht, dass ich jetzt den ganzen Tag auf Wolke sieben schwebe. Ich lieg immer noch manchmal im Bett und fahr mit dem Aufzug in den Keller. Nur bleibe ich da nicht mehr so lange, weil ich sehe, dass es ein Film ist. Nicht immer, aber immer öfter.
Für mich ist besser leben nicht mehr Aufwand geworden, sondern weniger. Weniger Schütteln an der Schneekugel. Und dann setzt sich der Schnee von alleine.
In der Folge rede ich darüber, warum es bei mir heute meistens einfach ist, besser zu leben, und es bei jedem anderen Menschen auch so sein kann.
Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org
Ich wünsche dir was.
Gabriel






