
#127 - Skistar Manuel Feller: "Ich bin noch weniger da als mein Papa"
Wenn er drei Wochen weg war und seine Kinder am Telefon geweint haben, hat ihn das jedes Mal umgehauen. Also hat er irgendwann nicht mehr angerufen. Der Satz, der mich seit diesem Gespräch nicht mehr loslässt: "Das tut richtig weh. Irgendwann hab ich mich distanziert, um dem Schmerz auszuweichen. Hab teilweise gar nicht mehr angerufen. Dass das der falsche Weg ist, hab ich erst im Nachhinein gemerkt." Manuel Feller ist Papa von Lio und Leila und mit Selina verheiratet. Beruflich fährt er Skirennen, und zwar sehr erfolgreich. Genau das ist sein Problem als Vater. Im Winter ist er drei Tage weg, zwei Tage daheim, dann wieder weg, im Herbst drei Wochen am Stück in Südamerika. Wenn er von dort telefoniert hat, haben seine Kinder geweint. Weil ihn das jedes Mal getroffen hat, hat er sich distanziert und teilweise gar nicht mehr angerufen. Heute weiß er, dass genau das der Fehler war, weil du so den Bezug zu deinen Kindern und zu deiner Frau verlierst. Gemerkt hat er es erst, als er sich professionelle Hilfe geholt hat. Er selbst ist mit zehn ins Internat gegangen, sechs Tage die Woche, neun Jahre lang. Im ersten Jahr hat er jedes Mal geweint, wenn er mit seinen Eltern telefoniert hat. Sein Vater war der Mann für Ski, Fischen und Verträge. Auf die Frage nach dem Papa, mit dem man kuschelt, sagt Manuel nur: Wenn du mit zehn weg bist, gibt es das nicht. Deshalb sitzt ihm die Frage quer, was er heute bei seinen eigenen Kindern anders macht. Seine Antwort darauf ist der unbequemste Moment der Folge, und er lässt sie stehen, ohne sie schönzureden. Wir reden über seine Tochter, die ihn monatelang nicht getröstet haben wollte. Über seine Frau, die daheim denselben Job macht und trotzdem keine Auszeit findet. Und über zwei Welten, weil daheim der Halligalli-Papa steht und im Auto der Skifahrer sitzt. Diese Folge ist für dich, wenn dein Job dich regelmäßig von deiner Familie wegholt und du dir schon mal gedacht hast, dass Wegschauen leichter ist als Vermissen. Diese Folge ist Teil unserer Reihe über Abwesenheit, Bindung und Väter, die viel arbeiten. Kapitel (00:00) – Intro (06:22) – Mit zehn ins Internat: der Papa, mit dem man nicht kuschelt (14:37) – "Was machst du anders als dein Papa?" "Fast gar nichts" (17:25) – Drei Wochen weg: warum er aufgehört hat anzurufen (22:26) – Wenn dich dein eigenes Kind nicht trösten lässt (37:48) – Der eine Rat, den er sich vor der Geburt gewünscht hätte Was du mitnimmst Warum sich Distanz zu den eigenen Kindern wie Schutz anfühlt und was sie dich kostet. Wie ein Vater damit umgeht, wenn sein Kind monatelang nur die Mama will. Was der Alltag daheim mit deiner Partnerin macht, während du unterwegs bist. Warum wir über einen Bandscheibenvorfall reden dürfen und über Überlastung nicht. Über Manuel Feller Manuel Feller ist Vater von Lio und Leila und seit Mai 2025 mit Selina verheiratet. Als Skirennläufer gewann er 2026 den Slalom in Kitzbühel, dazu Olympia-Silber in der Teamkombination von Milano Cortina und 2024 die Slalom-Weltcupwertung. Über das Vatersein spricht er hier zum ersten Mal so ausführlich. Links Papa Mia!? Podcast Alle Links zu Papa Mia!? Bernhard Vosicky Manuel Feller auf Instagram Über Papa Mia!? Papa Mia!? ist der Podcast über moderne Vaterschaft, ehrlich erzählt. Bernhard Vosicky spricht mit Vätern über das, worüber Männer sonst schweigen: Überforderung, Zweifel, Stolz und die Frage, was für ein Papa man eigentlich sein will. 👉 Abonniere „Papa Mia!?" und bewerte den Podcast, wenn dir die Folge gefallen hat.

