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Niere2go

Nephrologisches Zentrum Villingen-Schwenningen

Wir präsentieren in diesem ersten deutschsprachigen PodCast für Nephrologie spannende Themen und Einblicke rund um das Gebiet der Nephrologie.

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  • 20 episodes
  • Avg 48 min
  • German
  • May 27 · 38 min

    Posttransplantationsdiabetes (PTDM): Das unterschätzte Risiko nach der Nierentransplantation

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Martina Guthoff, Villingen-Schwenningen Eine Nierentransplantation ist für viele PatientInnen ein Neustart, der jedoch häufig von einem neu aufgetretenen Posttransplantationsdiabetes (PTDM) begleitet wird. In dieser Folge von Niere2Go sprechen Bernd und Daniela mit der Nephrologin Prof. Martina Guthoff über dieses oft zu spät erkannte Versorgungsthema. Häufig liegt schon vor der Transplantation ein unentdeckter, gestörter Glukosestoffwechsel vor. Angesichts einer Prävalenz von bis zu 50 % allein beim Prädiabetes gefährdet der PTDM die Transplantatfunktion und das Gesamtüberleben massiv. Neben klassischen Faktoren wie Alter oder Adipositas treibt vor allem die Immunsuppression das Diabetesrisiko voran: Glukokortikoide verursachen eine Insulinresistenz, während Calcineurin-Inhibitoren (CNI) wie Tacrolimus die Insulinsekretion hemmen. Das klinische Screening ist tückisch, da Nüchternzucker und HbA1c in der frühen Phase oft unauffällig sind. Hier empfiehlt die Expertin als pragmatische Alternative eine strukturierte Blutzuckermessung nachmittags gegen 16 Uhr. In der frühen Posttransplantationsphase bleibt Basalinsulin der Goldstandard, um die körpereigenen Betazellen vor Glukotoxizität zu schützen. In stabilen Phasen nach der Entlassung eröffnen moderne Antidiabetika neue Wege: SGLT2-Inhibitoren und inkretinbasierte Therapien (wie GLP-1-RA) zeigen in retrospektiven Daten vielversprechende kardiovaskuläre und renale Vorteile. Wichtig für die Praxis: Aufgrund der verzögerten Magenentleerung unter Inkretika sollten die CNI-Spiegel nach ein bis zwei Wochen kontrolliert werden. Als zentralen Tipp rät Prof. Guthoff, das Screening mittels OGTT und die Konditionierung der PatientInnen bereits auf die Warteliste vorzuverlegen.

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  • April 1 · 41 min

    Nephrologin und werdende Mutter: (K)ein Grund für ein Beschäftigungsverbot?

    Ein Gespräch mit Dr. Nina Görlich, Charité, Berlin In dieser Episode von Niere2go begrüßen wir Dr. Nina Görlich, Ärztin in Weiterbildung an der Charité Berlin, die sich derzeit im neunten Monat ihrer Schwangerschaft befindet. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie einen klinikinternen Leitfaden entwickelt, um das Arbeiten während der Schwangerschaft in der Nephrologie aktiv zu gestalten, statt automatisch in ein betriebliches Beschäftigungsverbot zu gehen. Wir sprechen darüber, warum der Erhalt von Expertise in der Abteilung so wichtig ist und wie individuelle Lösungen – etwa der Fokus auf den doppelt besetzten Frühdienst oder die Rotation in die Sonografie – den klinischen Alltag und die Facharztausbildung sichern können. Ein zentraler Bestandteil des Gesprächs ist die Erstellung einer sogenannten „Positivliste“, die konkret aufzeigt, welche Tätigkeiten in der Nephrologie, der Dialyse und sogar auf der Intensivstation unter Einhaltung des Mutterschutzgesetzes weiterhin möglich sind. Nina räumt dabei mit Vorurteilen auf: Unter Berücksichtigung von Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen sind Aufgaben wie Shuntpunktionen oder Katheteranlagen oft unbedenklicher, als viele denken. Zudem diskutieren wir das Modell des Teilzeitbeschäftigungsverbots, bei dem Kosten zwischen Arbeitgeber und Krankenkasse geteilt werden, um eine flexible Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Abschließend werfen wir einen Blick auf die strukturellen Herausforderungen und die Zukunft der Nephrologie. Nina betont, wie entscheidend eine ausreichende Personaldecke und sichtbare Vorbilder in Führungspositionen sind, um Schwangerschaft nicht als Belastung für das Team, sondern als normalen Teil der beruflichen Biografie zu etablieren. Die Folge ist ein Plädoyer für mehr Flexibilität und eine offene Kommunikation zwischen werdenden Müttern und Vorgesetzten, um die Vereinbarkeit von Klinikalltag, Forschung und Familie nachhaltig zu verbessern

  • March 19 · 56 min

    CKD im Alter

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Elke Schäffer, Charité, Berlin Ab wann ist eine sinkende Nierenleistung im Alter eigentlich krankhaft? In dieser Folge von Niere2go begrüßen die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Schmiedecke die renommierte Expertin Prof. Dr. Elke Schäffner (Charité Berlin), um über den schmalen Grat zwischen normalem Altern und chronischer Nierenerkrankung (CKD) zu sprechen. Die Episode beleuchtet folgende Schwerpunkte: • Physiologisches vs. pathologisches Altern: Erfahren Sie, warum ein GFR-Verlust von ca. bis ml/min pro Jahr ab dem 40. Lebensjahr oft normal ist, während Proteinurie immer als Warnsignal gilt. • Präzisere Diagnostik: Prof. Schäffner erklärt die Schwächen gängiger Schätzformeln und stellt die neuen EKFC-Gleichungen vor, die durch den innovativen Q-Faktor eine genauere Beurteilung über die gesamte Lebensspanne ermöglichen. • Ganzheitliches Management: Warum wir im hohen Alter keine „Werte“, sondern Menschen behandeln sollten. Die Diskussion umfasst den Einfluss von Geschlechterunterschieden, den Zusammenhang zwischen Niere und Kognition sowie den Einsatz von Assessment-Tools wie der „Surprise Question“. • Individuelle Therapieziele: Ein Plädoyer für den Perspektivwechsel – insbesondere bei der Entscheidung zwischen Dialyse und einem konservativen, palliativ begleiteten Weg zur Erhaltung der Lebensqualität. Ein Muss für alle Nephrolog:innen, die die Versorgung ihrer älteren PatientInnen datengestützt und empathisch optimieren wollen.

  • February 1 · 48 min

    Vaskulitis 2.0

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Kronbichler, Medizinische Klinik IV, Universität Innsbruck In dieser Podcastfolge von Niere2go begrüßen die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Schmiedecke den Experten Prof. Andreas Kronbichler, Klinikdirektor in Innsbruck, um ein Update zur Behandlung der ANCA-assoziierten Vaskulitis zu geben. Kronbichler teilt dabei nicht nur fachliche Einblicke, sondern auch persönliche Erfahrungen seines "nomadischen" Werdegangs, der ihn über Jena und Cambridge zurück nach Österreich führte. Er thematisiert die Herausforderungen seiner Rolle als Klinikchef, in der er trotz zunehmender Bürokratie die Spezialisierung und die Förderung des weiblichen Nachwuchses vorantreiben möchte, während er privat den Ausgleich beim Wandern in den Tiroler Bergen sucht. Ein Schwerpunkt des Gesprächs sind die Neuerungen in der KDIGO-Leitlinie und aktuelle Therapiemöglichkeiten. Kronbichler hebt hervor, dass Avacopan als steroidsparende Substanz ein "Gamechanger" für die Nierenfunktion im ersten Jahr sein kann, während der Einsatz des Plasmaaustauschs nach der PEXIVAS-Studie kontrovers bleibt und nur noch bei schweren Verläufen (z. B. Lungenblutungen) individuell erwogen wird. Kritisch sieht er die verbleibende Rolle von Azathioprin und Cyclophosphamid in den Leitlinien, da Rituximab mittlerweile nicht nur effektiver, sondern durch Biosimilars auch gesundheitsökonomisch vorteilhafter sei. Mit Blick auf die Zukunft diskutieren die Experten innovative Ansätze wie die CAR-T-Zell-Therapie und bispezifische Antikörper. Da die Vaskulitis jedoch eine akute Erkrankung ist, stellt die lange Produktionszeit der CAR-T-Zellen derzeit noch eine Hürde dar, weshalb sie primär für refraktäre Fälle relevant bleiben könnten. Abschließend betont Kronbichler die enorme Bedeutung der Infektionsprophylaxe; er plädiert für konsequente Impfstrategien (u. a. gegen Herpes Zoster und RSV) und eine standardisierte Aufklärung der Patienten, um die durch die Immunsuppression bedingten Komplikationen zu minimieren.

  • January 1 · 53 min

    Digitalisierung und KI in der Nephrologie: Ein Ausblick ins Jahr 2026

    In dieser Folge von Niere2go wagen wir ein längst fälliges Experiment: Wir bringen ChatGPT ins Live-Gespräch mit unserem Moderator Bernd Hohenstein. Das Sprachmodell ChatGPT 5.2 wurde in einem Prompt gebeten ein Live Interview zum Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Versorgungsalltag der Nephrologie zu führen und einen Ausblick in das Jahr 2026 zu geben. Mittels Text-to-Speech wurden die Fragen von ChatGPT - bewusst mit einer erkennbar synthetischen Stimme - 1:1 realisiert, die Antworten wurden 1:1 mittels Speech-to-Text an ChatGPT übergeben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo KI realistischen Nutzen entfalten kann – und wo klare Grenzen gezogen werden müssen. Prof. Hohenstein beschreibt die Spannungsfelder zwischen Klinik-IT, Digitalisierung in der ambulanten Versorgung, wachsendem Innovationsdruck und der Gefahr einer unregulierten „Schatten-KI“ im medizinischen Alltag. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der KI-gestützten Dokumentation als wahrscheinlich erstem Bereich mit spürbarem Alltagsnutzen. Diskutiert werden automatisierte Gesprächstranskription, strukturierte Zusammenfassungen und die Entlastung von Ärzt:innen und Pflegekräften von bürokratischen Aufgaben. Gleichzeitig macht Prof. Hohenstein deutlich, dass KI-basierte Interpretation und Therapieempfehlungen als Hochrisikoanwendungen zu bewerten sind und zwingend klare Governance, Transparenz und ärztliche Verantwortung erfordern. Abschließend richtet sich der Blick auf Patient:innen mit chronischer Nierenkrankheiten, den zunehmenden Personalmangel und die Frage, wie digitale Werkzeuge helfen können, Versorgung effizienter und gerechter zu gestalten. Prof. Hohenstein betont die Bedeutung von Anwenderqualifikation, Datenqualität und realistischen Business Cases. Sein Fazit: Der Erfolg von Digitalisierung und KI wird sich 2026 nicht an Visionen messen lassen, sondern daran, ob sie spürbar Zeit zurückgibt, Versorgung verbessert und Freude an der täglichen Arbeit ermöglicht.

  • Dec 1, 2025 · 52 min

    AKI and Sex

    Ein Gespräch mit Dr. Wulf Tonnus, Medizinische Klinik 3 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden. In dieser Folge von Niere2go haben Daniela und Bernd den Kollegen Dr. Wulf Tonnus, ein Clinician Scientist aus Dresden, eingeladen. Er beschreibt seinen Weg in die Nephrologie, seine Verbindung zu Forschungsgruppen um Andreas Linkermann sowie die Herausforderungen und Chancen, klinische Tätigkeit und Grundlagenforschung zu vereinen. Zudem spricht er über Karrierewege, Motivation für wissenschaftliches Arbeiten und die Bedeutung von Förderung und flexiblen Arbeitsstrukturen für klinisch Forschende. Im Zentrum steht eine aktuelle Publikation im Fachmagazin Nature (Nature. 2025 Sep;645(8082):1011-1019), das Geschlechterunterschiede bei akutem Nierenversagen (AKI) untersucht. Epidemiologisch zeigen Frauen – besonders im gebärfähigen Alter – geringere AKI-Raten. Das Team konnte experimentell nachweisen, dass weibliche Tubuluszellen durch östrogene Stoffwechselprodukte deutlich resistenter gegenüber ferroptotischem Zelltod sind. Bestimmte hydroxylierten Östrogenmetabolite wirken dabei als lipophile Radikalfänger und unterdrücken ferroptosebedingte Membranschäden. Weibliche Tubuli enthalten diese Metabolite in hoher Konzentration, männliche profitieren dagegen erst unter experimenteller Zugabe davon. Die Ergebnisse zeigen, dass der Östrogenrezeptor zahlreiche ferroptosemodulierende Systeme steuert und damit einen breiten Schutzmechanismus erzeugt. Gleichzeitig betonen die Gesprächspartner, dass therapeutische Konsequenzen – etwa Estrogen- oder Ferroptosemodulatoren-Einsatz – sorgfältig geprüft werden müssen, da ferroptotische Prozesse auch physiologische Funktionen haben können. Die Diskussion streift zudem Implikationen für Transplantationsmedizin, Unterschiede zwischen prä- und postmenopausalen Frauen und die Bedeutung global verfügbarer, kostengünstiger Therapien gegen AKI. Die Episode endet mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen und einem positiven persönlichen Fazit zu Dresden als Forschungsstandort.

  • Nov 1, 2025 · 44 min

    Künstliche Intelligenz

    zu Gast: Prof. Dr. Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler und Psychiater, Psychiatrische Universitätsklinik Ulm Für diese Folge trafen die Moderatoren Daniela Schmiedeke und Bernd Hohenstein den renommierten Neurowissenschaflter Prof. Dr. Manfred Spitzer aus Ulm während der 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Berlin. In dieser Folge ergeben sich spannende Einblicke in die Bedeutung der KI für das ärztliche Handeln, Erfolge, Risiken und die speziellen Konsequenzen dieser Technologie für Ärztinnen und Ärzte der aus psychiatrischen und philosophischen Sicht von Prof. Spitzer. Wir danken unserem Berufsverband, dem Verband Deutsche Nierenzentren, für die Möglichkeit die Aufnahme am Ausstellungsstand durchzuführen.

  • Oct 1, 2025 · 50 min

    Paraproteinämie und Niere

    zu Gast: Prof. Dr. Harald Rupprecht, Klinik für Nephrologie, Angiologie und Rheumatologie, Klinikum Bayreuth In dieser Folge von Niere2go sprechen die Hosts mit Prof. Harald Rupprecht über Paraproteinämien und ihre Bedeutung für die Nieren. Zunächst wird erklärt, warum Paraproteine, auch ohne eine hämatologische Therapieindikation, eine Nierenschädigung verursachen können. Prof. Rupprecht gibt einen Einblick in die Klassifikation der verschiedenen Krankheitsbilder, die daraus entstehen können, und erläutert, welche klinischen Kriterien zur Unterscheidung entscheidend sind. Ein Schwerpunkt der Episode liegt auf den unterschiedlichen Formen der monoklonalen Gammopathie renaler Signifikanz (MGRS). Dabei wird dargestellt, wie sich Paraproteine je nach Struktur in der Niere ablagern können – als Fibrillen, Tubuli, Kristalle oder unorganisierte Ablagerungen – und welche Krankheitsbilder daraus entstehen. Auch seltene Konstellationen ohne nachweisbares Paraprotein oder ohne Albuminurie werden besprochen. Zudem wird die Rolle der Nierenbiopsie für die exakte Diagnose betont. Abschließend geht es um die Therapieoptionen: von klassischer Chemotherapie über Stammzelltransplantation bis hin zu modernen Ansätzen wie CAR-T-Zelltherapien. Prof. Rupprecht gibt praxisnahe Take-Home-Messages mit, u. a. dass die CAST-Nephropathie immer therapiebedürftig ist, die MGRS ein Paradebeispiel für die Komplexität der Nephrologie darstellt und dass bei älteren Patienten mit C3-Glomerulopathie fast immer ein zugrundeliegendes Paraprotein gesucht werden sollte.

  • Sep 1, 2025 · 55 min

    35 Jahre mit Nierenkrankheit, Dialyse und Transplantation: Eine bewegende Geschichte von und mit Heinrich Haag

    zu Gast: Heinrich Haag, Patient und Vorstandsmitglied des Bundesverband Niere e.V. Herr Haag berichtet in dieser besonderen Folge von Niere2go über seine 35-jährige Erfahrung mit Nierenersatzverfahren. Bereits am Alter von 33 Jahren musste er sich recht schnell der Dialysebehandlung unterziehen. Dank eines verständnisvollen beruflichen Umfelds konnte er seine Arbeit weiterhin ausüben und obwohl die Diagnose und der Beginn der Dialyse eine große Umstellung bedeuteten, entwickelte er früh eine pragmatische Haltung: Er akzeptierte seine Situation, versuchte, ein normales Leben zu führen, und strebte von Beginn an eine Transplantation an. Herr Haag berichtet über seine drei Transplantationen mit stark unterschiedlichen Verläufen: Nach einer fulminanten Abstoßung der ersten Niere lebte er mit einer zweiten Niere etwa zwölf Jahre lang, bevor eine schleichende Verschlechterung erneut zur Dialyse führte. Er entschied sich zu diesem Zeitpunkt für eine Nachtdialyse, die es ihm ermöglichte, Beruf und Behandlung besser zu vereinen. Die dritte Transplantation im Winter 2022 war ebenfalls erfolgreich. Ihr folgten aber ein Bandscheibenvorfall und Komplikationen am Bein. Trotz zahlreicher Rückschläge im Laufe der Zeit bewahrte er stets seine Ruhe und Zuversicht. Bereits nach seiner ersten Transplantation begann Haag sich im Bundesverband Niere e.V. zu engagieren, motiviert durch eigene Erfahrungen mit mangelnder Aufklärung. Heute ist er Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg. Er betont die Nachwuchsprobleme in der Patientenvertretung, hebt aber zugleich hervor, wie wichtig persönliche Gespräche für die Krankheitsbewältigung sind.

  • Jul 1, 2025 · 51 min

    Einzelzellen im Fokus: Wie Fibrose entschlüsselt wird

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Rafael Kramann, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen, RWTH Aachen. Im Gespräch mit Prof. Rafael Kramann geht es um den Mechanismus der Fibrose in der Niere und die Fortschritte, die durch Einzelzell-RNA-Sequenzierung erzielt wurden. Er erklärt, dass diese Methode es erstmals erlaubt, einzelne Zelltypen im Nierengewebe präzise zu analysieren, ihre Genexpression zu messen und zu verstehen, welche Zellen an der Fibrose beteiligt sind. Im Gegensatz zu früheren „Bulk“-Analysen, die nur einen Durchschnitt über alle Zellen gaben, können jetzt spezifische krankheitsrelevante Zelltypen wie Fibroblasten und Perizyten identifiziert und ihre Rolle in der extrazellulären Matrixbildung aufgeklärt werden. Kramann betont, dass gerade diese Fibroblasten bei der Nierenfibrose den Großteil der pathologischen Matrix produzieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist, wie diese Erkenntnisse die Entwicklung neuer Therapien beeinflussen können. Die Analysen ermöglichen es, krankheitsspezifische Mechanismen und potenzielle Zielstrukturen für Medikamente zu identifizieren. Ziel ist es, die Progression der Fibrose zu verlangsamen und den Funktionsverlust der Niere hinauszuzögern. Dabei betont Kramann, dass es bei Nierenerkrankungen eher darum geht, den Fortschritt zu stoppen als bestehende Fibrose rückgängig zu machen, da verlorene Nephrone nicht regeneriert werden können. Ansätze wie Kombinationstherapien könnten zukünftig helfen, den Krankheitsverlauf noch stärker zu beeinflussen. Darüber hinaus gibt Kramann Einblicke in den Alltag eines Klinikdirektors und Forschers, der Klinikleitung, Forschung und Familie miteinander vereinbart. Er beschreibt, wie moderne Forschungsansätze und Kooperationen weltweit genutzt werden, um große Datensätze zu analysieren und präklinische Experimente effizienter zu planen – zum Beispiel durch KI-gestützte Modellierungen. Abschließend zeigt die Episode, dass sich das Feld rasant weiterentwickelt und mit neuen Technologien wie räumlicher Genexpressionsanalyse das Verständnis von Fibroseprozessen auf ein neues Niveau gehoben werden könnte, was langfristig verbesserte Therapien verspricht.

  • May 1, 2025 · 1 hr 3 min

    Schwangerschaft und Niere

    Ein Gespräch mit Dr. Dominik Tacuri-Strasser, Nierenzentrum Offenburg In dieser Folge von Niere2gowidmen sich Bernd und Daniela einem Thema, das viele Zuhörer:innen lange gewünscht haben: Schwangerschaft bei Nierenerkrankung. Historisch wurden Frauen mit Nierenerkrankungen oft pauschal von Schwangerschaften abgeraten. Heute jedoch steht der individuelle Kinderwunsch im Mittelpunkt – gemeinsam mit einem differenzierten, risikoangepassten Vorgehen. Dr. Dominik Tacuri-Strasser, Nephrologe und ärztlicher Leiter in Offenburg, teilt seine Erfahrungen zur Versorgung nierenkranker Schwangerer. Er erklärt die physiologischen Veränderungen der Nieren während der Schwangerschaft, den Umgang mit Patientinnen unter Dialyse oder nach Transplantation und gibt praxisnahe Einblicke in Diagnostik und Prävention. Im Mittelpunkt steht dabei die individuelle Betreuung – von der Blutdrucküberwachung bis zum Einsatz von Biomarkern wie sFLT1 und PLGF zur Früherkennung von Komplikationen. Zum Abschluß wird betont, dass die verbesserte Betreuung nierenkranker Schwangerer nicht nur kurzfristige Erfolge für Mutter und Kind bringt, sondern auch langfristig zur besseren Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen beiträgt. Damit öffnet die Schwangerschaft eine wichtige Tür zu einer nachhaltigeren Frauengesundheit – ein Thema, das weit über die Nephrologie hinaus Bedeutung hat. Viel Freude beim Hören dieser inspirierenden Folge!

  • Apr 1, 2025 · 42 min

    Der DN e.V. - Berufsverband der Nephrologinnen und Nephrologen

    Ein Gespräch mit Dr. Michael Daschner, Saarbrücken In dieser Folge von Niere2go begrüßen Daniela und Bernd heute Dr. Michael Daschner. Er ist niedergelassener Nephrologe aus Saarbrücken, seit 15 Jahren Vorstandsvorsitzender des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) und gibt einen persönlichen Einblick in seine berufliche Laufbahn. Seit der Gründung seiner Praxis 1997 kombiniert er Nephrologie und Diabetologie, zwei Fachbereiche, die sich inhaltlich gut ergänzen. Er spricht über die enge Patientenbindung, die über viele Jahre hinweg aufgebaut wird – im Gegensatz zur oft anonymen Versorgung früherer Klinikzeiten. Besonders wichtig ist ihm die vertrauensvolle Beziehung zu den Patienten, die oftmals schon lange vor einer möglichen Dialysebehandlung beginnt. Ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit ist das Engagement im DN, das als Interessenvertretung der ambulant tätigen Nephrolog:innen fungiert. Der Verband wurde 1980 gegründet, um für bessere Strukturen und eine angemessene Vergütung in der Dialyseversorgung zu kämpfen – Themen, die auch heute noch aktuell sind. Dabei ist der Zeitaufwand für seine ehrenamtliche Arbeit im Vorstand schwer zu beziffern – er bezeichnet es eher eine Haltung als einen "Job". Der Verband hat sich über die Jahre professionalisiert, bietet Fortbildungen und Beratungsangebote und ist mittlerweile ein etablierter Gesprächspartner bei der KBV und den Krankenkassen. Für die Zukunft sieht Daschner große Herausforderungen in der Nachwuchsgewinnung und der Anpassung des Systems an neue berufliche Realitäten, etwa mehr Teilzeitwunsch, feminisierte Medizin und ein wachsendes Interesse an Angestelltenverhältnissen. Auch strukturelle Veränderungen wie sinkende Dialysezahlen und steigende Anforderungen in der Sprechstundenversorgung erfordern eine Weiterentwicklung der Honorarsysteme. Initiativen wie die „Masterclasses“ sollen junge Kolleg:innen praxisnah auf eine mögliche Niederlassung vorbereiten. Letztlich sieht Daschner die Nephrologie als faszinierendes Fach mit großer menschlicher Tiefe, das langfristige Beziehungen mit Patient:innen ermöglicht – ein Aspekt, den es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt.

  • Mar 1, 2025 · 48 min

    Immunsystem trifft Niere

    Ein Gespräch mit Frau Prof. Dr. Kathrin Eller, Medizinische Universität Graz. Diese Folge von Niere2go begrüßt Prof. Kathrin Eller, die ihre Karriere und Forschungsarbeit in der Nephrologie vorstellt. Sie berichtet von ihrem Werdegang, der durch Zufälle geprägt war, und ihrer frühen Faszination für experimentelle Forschung. Ihre Arbeit an der Universitätsklinik Graz verbindet klinische Tätigkeit mit translationaler Forschung, bei der sie Erkenntnisse aus der Klinik in Laboruntersuchungen überführt und umgekehrt. Besonders hebt sie hervor, dass die Stärke dieser Herangehensweise darin liegt, klinische Probleme besser zu verstehen und experimentell weiterzuentwickeln. Die Folge dreht sich um immunologische Prozesse bei Nierenerkrankungen. Prof. Eller beschreibt, wie bestimmte Immunreaktionen und Entzündungsprozesse bei verschiedenen Nierenerkrankungen eine Rolle spielen und wie sich diese Mechanismen teilweise ähneln. Sie geht auch auf die neuen Therapiemöglichkeiten ein, darunter GLP-1-Analoga, die nicht nur metabolische Effekte haben, sondern auch eine starke anti-inflammatorische Wirkung zeigen. Zudem betont sie die Bedeutung von Stoffwechselveränderungen durch Medikamente wie SGLT2-Hemmer und die mögliche Rolle der Ernährung bei der Regulation immunologischer Prozesse. Abschließend diskutiert sie Herausforderungen für Frauen in der Medizin, insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Sie spricht über die Notwendigkeit, Frauen in der Wissenschaft und Klinik stärker zu unterstützen, um mehr weibliche Führungskräfte zu etablieren. Der Podcast endet mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der nephrologischen Forschung, insbesondere auf personalisierte Antikörpertherapien und innovative Therapieansätze, die möglicherweise einen individuell zugeschnittenen Behandlungsansatz für Patienten ermöglichen könnten.

  • Feb 1, 2025 · 1 hr 19 min

    Thrombotische Mikroangiopathie

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jan Menne, Klinik für Nephrologie, Angiologie, Hypertensiologie und Rheumatologie, KRH Klinikum Siloah, Hannover Diese Episode von Niere2go befasst sich intensiv mit der thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) und den unterschiedlichen Krankheitsbildern, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Schmiedeke begrüßen als Gast Professor Jan Menne, einen Experten auf dem Gebiet der TMA. Er erklärt, dass TMA nicht nur die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) umfasst, sondern ein weites Spektrum von Erkrankungen, die durch Endothelschäden und Mikrothrombenbildung gekennzeichnet sind. Besonders wird auf die Unterscheidung zwischen atypischem hämolytisch-urämischem Syndrom (aHUS) und anderen TMA-Formen eingegangen, wobei die genetische Diagnostik eine immer wichtigere Rolle spielt. Zudem schildert Menne, wie er zur Nephrologie gekommen ist und welche Herausforderungen der Klinikalltag mit sich bringt. Im weiteren Verlauf wird die praktische Diagnostik und Therapie von TMA-Patienten besprochen. Professor Menne hebt hervor, dass das Haptoglobin ein zuverlässiger Marker zur Diagnosestellung ist, während andere Parameter wie LDH oder Thrombozytenzahlen variabler ausfallen. Besonders spannend ist die Diskussion über die Komplementblockade mit Medikamenten wie Eculizumab und Ravulizumab, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten können. Während in Deutschland oft noch eine längere Therapie durchgeführt wird, setzen andere Länder zunehmend auf kürzere Behandlungszeiträume mit frühzeitigen Auslassversuchen. Auch die Bedeutung einer differenzierten genetischen Analyse wird betont, um individuell angepasste Therapieentscheidungen treffen zu können. Ein besonderes Highlight der Episode ist die Rückschau auf die EHEC-Epidemie 2011, die Professor Menne hautnah miterlebt hat. Er berichtet von der dramatischen Situation in den Kliniken, der hohen Anzahl von schwer erkrankten Patienten und der Rolle der Nephrologie in der Versorgung. Interessanterweise wird auch darauf eingegangen, dass Frauen häufiger von TMA betroffen sind als Männer – ein Phänomen, für das es noch keine eindeutige Erklärung gibt. Zum Abschluss gibt Menne praxisnahe Tipps für junge Ärztinnen und Ärzte, darunter die Bedeutung einer systematischen Diagnostik sowie die Notwendigkeit, auch bei Patienten ohne Durchfall an ein Shigatoxin-assoziiertes HUS zu denken. Die Episode bietet damit eine tiefgehende, praxisorientierte und spannende Auseinandersetzung mit einem hochkomplexen Krankheitsbild.

  • Jan 1, 2025 · 1 hr

    Säure-Basen-Haushalt in a nutshell

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Hoyer, Universitätsklinikum der Philipps Universität Marburg In dieser Folge von Niere2go tauchen wir tief in das faszinierende und manchmal komplexe Thema des Säure-Basen-Haushalts ein. Unser Gast, Prof. Joachim Hoyer, ein erfahrener Nephrologe mit jahrzehntelanger klinischer Praxis und einer Leidenschaft für komplexe Zusammenhänge, nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch Diagnosen, klinische Fälle und pragmatische Lösungsansätze. Mit seinem einzigartigen Humor und seiner Fähigkeit, selbst komplizierte Sachverhalte anschaulich zu erklären, bietet diese Folge eine perfekte Mischung aus Praxiswissen und Unterhaltung. Professor Hoyer teilt mit uns wertvolle Einblicke, etwa zur Interpretation von Blutgasanalysen, den häufigsten Fehlern bei der Beurteilung von Säure-Basen-Störungen und warum das Chlorid als unterschätzter Parameter eine wichtige Rolle spielt. Ob es um die Bestimmung der Anionenlücke, die Diskussion um Bicarbonat-Substitution oder um praktische Tipps für den Klinikalltag geht – diese Folge liefert eine Fülle an Wissen, das sowohl junge Mediziner als auch erfahrene Fachkräfte bereichert. Zudem veranschaulichen konkrete Fallbeispiele, wie wichtig es ist, die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen, bevor man therapeutisch eingreift. Abgerundet wird die Folge durch persönliche Anekdoten, motivierende Worte für angehende Nephrologen und die charmante Ermutigung, sich der Welt der Nephrologie zu öffnen. Prof. Hoyer betont, dass Denken und Knobeln nicht nur Spaß machen, sondern der Schlüssel zu einer besseren Patientenversorgung sind. Wer seine Leidenschaft für Medizin und sein breites Wissen erleben möchte, sollte diese Folge nicht verpassen!

  • Dec 2, 2024 · 40 min

    HISTORY: Professor Dr. Ulrich Julius

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Julius, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden. In dieser Folge schildert Professor Julius seinen beeindruckenden Werdegang in der Medizin, beginnend mit seinem Studium in Dresden und Berlin in den 1960er Jahren. Er war Pionier in der Forschung und Behandlung von Stoffwechselkrankheiten, insbesondere Lipidstoffwechselstörungen. In der DDR waren die medizinischen Möglichkeiten begrenzt, z. B. durch fehlende Medikamente und Techniken wie Dialyse. Dennoch konnte Julius innovative Ansätze entwickeln, etwa in der Lipoprotein-Apherese. Nach der Wiedervereinigung trug er wesentlich zur Weiterentwicklung der medizinischen Fakultät in Dresden bei und etablierte das Zentrum für Apherese als weltführend. Besonders wichtig war für ihn die patientenorientierte Zusammenarbeit, die seiner Meinung nach in der DDR stärker ausgeprägt war. Die politische Lage der DDR prägte seine Karriere. Die Wiedervereinigung ermöglichte ihm internationale Kooperationen und neue Perspektiven in der Forschung. Er beschreibt, wie der wissenschaftliche Austausch mit westlichen Kollegen zunächst limitiert war, sich aber nach 1990 intensivierte. Die Veränderungen der Stadt Dresden von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs über den Wiederaufbau bis zur heutigen Blüte hat Julius aktiv miterlebt und mitgestaltet. Neben seiner Forschung hat ihn auch die enge Bindung zum kulturellen Leben der Stadt geprägt. Julius betont den Fortschritt in der Medizin, insbesondere in der Behandlung des metabolischen Syndroms und der Fettstoffwechselstörungen, mit neuen Therapien wie GLP-1-Agonisten und Anti-Sense-Molekülen gegen Lipoprotein(a). Er hebt die Bedeutung der Prävention hervor und sieht die Zukunft in frühzeitigen Eingriffen wie Statintherapien. Trotz seines Alters ist er weiterhin aktiv, um sowohl Patienten als auch die wissenschaftliche Gemeinschaft zu unterstützen. Die Balance zwischen persönlicher Gesundheit und beruflicher Hingabe zieht sich durch sein Lebenswerk.

  • Nov 1, 2024 · 56 min

    Zukunftsperspektive Physician Assistant in der Nephrologie

    In dieser Folge von Niere2go sprechen Daniela und Bernd mit 3 Physician Assistants in unterschiedlichem Ausbildungsstand über ihren Weg in die Nephrologie, ihr Berufsbild und den Weg des Studiums zur PA. Denise Hentschel, Hanna Reiner und Yanina Knecht berichten, wie sie ihr Studium und ihre Tätigkeit an der Seite von Ärztinnen und Ärzten empfinden, wo Herausforderungen im Alltag zu sehen sind und welche Entwicklungen sie sich für ihr Berufsbild wünschen.

  • Oct 27, 2024 · 16 min

    Live von der Kidney Week 2024: Der Kidney Week Talk am Tag 3

    Am Ende des letzten langen Kongresstag in San Diego trafen sich Jörg Latus aus Stuttgart, Andreas Kronbichler aus Innsbruck und Moderator Bernd Hohenstein nochmals auf der Sonnenterrasse des San Diego Convention Center, um im Sonnenuntergang über die Themen des Tages zu sprechen. Darunter neue Studien zu Glomerulonephritiden und Transplantation.

  • Oct 26, 2024 · 23 min

    Live von der KidneyWeek 2024: Der Kidney Week Talk am Tag 2

    Im heutigen Kideny Week Talk treffen sich Leonie Kraft aus Stuttgart, Paul Brinkkötter aus Köln, Jan Kielstein aus Braunschweig und Moderator Bernd Hohenstein um Eindrücke zusammenzutragen, die heißesten Themen des Tages zu besprechen und gemeinsam zu diskutieren. Geprägt war der Tag von der ersten High-Impact Clinical Trials Sitzung und Late-Breaking Science Sitzungen, begleitet von mehreren hochrangigen Publikationen.

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