
Meilensteine – Alben, die Geschichte machten · Monday · 1 hr 10 min
Madonna – "True Blue"
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show notes
Mit "True Blue" übernimmt Madonna die Kontrolle
Das Besondere an "True Blue" ist, dass Madonna erstmals als Co-Autorin und Co-Produzentin an einem ihrer Alben beteiligt war und damit mehr Einfluss auf ihre Musik nahm als zuvor. Das Ergebnis ist eine Platte, die sich nicht nur mit Liebe, Romantik und Ehe beschäftigt, sondern auch mit ernsteren Themen wie den Traumata ihrer Kindheit und der Kritik an patriarchalen und konservativen Strukturen. Mit "True Blue" entwickelte sich Madonna so zu einer ernstzunehmenden Künstlerin und erreichte gleichzeitig ein breiteres und reiferes Publikum.Madonna wird auf dem Album von der Pop-Prinzessin zur Pop-Königin.Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über "True Blue"
Madonnas rebelliert gegen Autoritäten
Madonna wurde am 16. August 1958 in Bay City im US-Bundesstaat Michigan geboren und wuchs in einem streng katholischen und konservativen Elternhaus auf. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihr Vater vertrat konservative und patriarchale Ansichten und war nicht begeistert von Madonnas späterem Lebensstil und ihrer Karriere. Diese Erfahrungen und Konflikte finden sich auch auf "True Blue" wieder. Der Album-Opener und Welthit "Papa Don’t Preach" handelt vom Widerstand gegen männliche Autoritäten, die sich sowohl im Vater als auch in der katholischen Kirche zeigen. Im Song erzählt Madonna aus der Perspektive einer schwangeren Jugendlichen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sie ihr Kind bekommen soll."Live To Tell" zeigt Madonnas ernste Seite
Auch "Live To Tell" schlägt ernstere Töne an. Der Song handelt von Betrug, Misstrauen und Trauma sowie von einem Geheimnis, das die Erzählerin nicht länger für sich behalten kann. Immer wieder wurde "Live To Tell" autobiografisch gelesen und mit Madonnas eigenen Kindheitserfahrungen in Verbindung gebracht. Auch musikalisch hebt sich die Ballade durch ihre komplexe Komposition und die zurückhaltende, düstere Atmosphäre hervor. Von Kritikern wurde sie als eine von Madonnas stärksten Balladen gelobt. Jahre später sorgte "Live To Tell" auch abseits des Albums für Aufsehen. Während ihrer "Confessions Tour" sang Madonna 2006 den Song mit einer Dornenkrone auf dem Kopf und an einem verspiegelten Kreuz hängend. Im Hintergrund erschienen Zahlen zu Kindern in Afrika, die von AIDS betroffen waren. Die Inszenierung löste heftige Kritik von Kirchenvertretern aus und beschäftigte in Deutschland sogar die Staatsanwaltschaft. Madonna verteidigte den Auftritt und erklärte, sie habe damit auf das Schicksal von Kindern in Afrika aufmerksam machen wollen, die an AIDS leiden.Provokation als Teil von Madonnas Karriere
Die Kontroverse um "Live to Tell" ist nur ein Beispiel für die Provokationen, die Madonnas Karriere bis heute begleiten. Immer wieder überschreitet sie bewusst gesellschaftliche und religiöse Grenzen und muss sich dafür rechtfertigen. Auffällig ist dabei, dass ihre Provokationen häufig anders bewertet werden als vergleichbare Grenzüberschreitungen männlicher Künstler. Als Frau musste Madonna immer wieder stärker um ihre künstlerische Freiheit und darum kämpfen, selbst zu bestimmen, wie sie ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Kunst inszeniert.Für mich war Madonna immer eine sehr selbstbestimmte Frau, die einfach auch mal sagt: 'Hallo, so kann's auch gehen'.Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über Madonna
"True Blue" ist eine Liebeserklärung
Romantik und Liebe kommen auf "True Blue" aber auch nicht zu kurz. Der gleichnamige Titelsong ist Madonnas damaligem Ehemann, dem Schauspieler Sean Penn, gewidmet. Der unbeschwerte, fröhliche Popsong greift Elemente der Girlgroup-Musik der 1950er- und 1960er-Jahre auf und erinnert an Gruppen wie die Ronettes oder an den Sound von "Grease". Mit "True Blue" ließ Madonna den Bubblegum-Pop ihrer Anfangsjahre hinter sich und zeigte mehr Selbstbewusstsein als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Das Album machte deutlich, dass Madonna längst mehr war als nur ein Popstar. Sie inszenierte sich als selbstbestimmte Künstlerin, die selbst festlegt, wie sie klingen, aussehen und wahrgenommen werden will. "True Blue" zeigt damit das Gesamtkunstwerk Madonna, wie wir es bis heute kennen.Über diese Songs vom Album "True Blue" sprechen wir im Podcast
- (14:12) – "Papa Don’t Preach"
- (27:08) – "Open Your Heart"
- (37:50) – "Live To Tell"
- (56:25) – "True Blue"
- (01:02:20) – "La Isla Bonita"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
- (18:43) – "Die vier Jahreszeiten – Der Winter" von Antonio Vivaldi
- (19:00) – "Concerto Grosso Op.6 Nr. 1 G-Dur" von Georg Friedrich Händel
- (19:27) – "God Only Knows" von den Beach Boys
- (19:46) – "Eleanor Rigby" von den Beatles
- (19:54) – "Cloudbusting" von Kate Bush
- (28:41) – "Girls Just Want to Have Fun" von Cyndi Lauper
- (29:35) – "I Feel Love" von Donna Summer
- (59:10) – "Beauty School Dropout" von Frankie Avalon aus Grease
- (01:00:50) – "Be My Baby" von den Ronettes
- (01:01:45) – "Chapel Of Love" von den Dixie Cups
- (01:06:05) – "Who's That Girl" von Madonna
- (01:06:32) – "Alejandro" von Lady Gaga
Shownotes
- Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover Artworks
- Website von der Firma SMOG, in der die Grafikerin Jeri Heiden arbeitet, die für die Gestaltung des Artworks zuständig war
- Interview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006
- "Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Video
- "Open Your Heart" im Video
- "Papa Don’t Preach" im Video
- ARD-Podcast-Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
links7
- Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover Artworksherbritts.com
- Website von der Firma SMOG, in der die Grafikerin Jeri Heiden arbeitet, die für die Gestaltung des Artworks zuständig warsmogdesign.com
- Interview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006welt.de
- "Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Videoyoutube.com






