Artwork for Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley

Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley

SWR1 Rheinland-Pfalz

In der Sommerpause der "Meilensteine" geht es vom 6. Juli bis 3. August 2026 auf eine Zeitreise durch unglaubliche, coole fünf Jahrzehnte voller legendärer Momente auf der Open Air Bühne Loreley.
Hört die Geschichten von Stars wie Genesis-Gitarrist Steve Hackett, Dire Straits-Bassist John Illsley und Wolfgang Niedecken. Erlebt, wie The Police oder U2 ihre Karrieren auf der Open-Air-Bühne gestartet haben. Der Podcast entführt euch in die Anfänge der deutschen Open Air-Kultur, erzählt Geschichten von Freiheit und Größenwahn, von Sonnenaufgängen über dem Rhein und von Musik, die Generationen prägte. Mit Interviews und Originalaufnahmen taucht ihr in die Welt der Loreley ein – ein Ort, an dem Hippies tanzten, Legenden geboren wurden und der Geist der 70er-Jahre noch heute spürbar ist.
Habt ihr Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Ihr erreicht die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.

  • 20 episodes
  • Updated Monday

Episodes20

  • Monday · 44 min

    Loreley Open Air – Neue Stars: Die Zukunft der Loreley | Special (5/5)

    Die Folge erzählt von den Umbrüchen der 1990er- und 2000er-Jahre: vom Kelly-Family-Hype, der Veranstalter und Behörden vor ungeahnte Herausforderungen stellte, von außergewöhnlichen Begegnungen mit Künstlern wie Nina Hagen und Ted Nugent sowie von einer neuen Generation von Konzertbesuchern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle die Loreley künftig spielen kann. Marillion-Gitarrist Steve Rothery und Status Quo-Gründer Francis Rossi sprechen darüber, warum nicht Größe allein über den Erfolg eines Konzertortes entscheidet – und weshalb die besondere Atmosphäre der Loreley auch in Zukunft Menschen anziehen wird. Ein Blick zurück auf bewegte Jahrzehnte und nach vorn auf die Zukunft einer der berühmtesten Freilichtbühnen Europas. Kapitel (03:09) – Fotografensicht auf die Loreley (05:13) – Unordnung, Reggaevibes und Motorradgangs (15:18) – Die Festival-Hochzeit in den 80ern (20:55) – Neustart auf der Loreley? (25:34) – Keine Stars mehr auf dem Rockfelsen? (30:55) – Überlebensperspektive für die Loreley (38:20) – Die Lösung heißt: Vielfalt Shownotes ARD Podcast-Tipp: Interpretationssache

  • July 27 · 49 min

    Loreley Open Air – Flirt mit den Red Hot Chili Peppers | Special (4/5)

    Millionen Zuschauer verfolgten die Live-Konzerte vor den Fernsehbildschirmen, während auf der Bühne internationale Stars auftreten und Musikgeschichte schreiben. Diese Folge blickt zurück auf die großen "Rockpalast"-Jahre: auf frühe Auftritte von U2, auf die Steve Miller Band, auf George Clintons Funkadelic und viele weitere Künstler, die die Loreley zu einer internationalen Bühne machten. Besonders in Erinnerung geblieben ist jedoch ein Auftritt der damals noch weitgehend unbekannten Red Hot Chili Peppers. Nur mit einer Socke bekleidet sorgen sie live im Fernsehen für einen der größten Skandale der Geschichte des "Rockpalast". Außerdem erinnern sich Beteiligte an die Begegnung zwischen Sänger Anthony Kiedis und Moderatorin Evi Seibert, die hinter den Kulissen für Gesprächsstoff sorgte. Eine Folge über Live-Fernsehen, Rockgeschichte und Momente, die bis heute Kultstatus genießen. Kapitel (02:18) – Ein kleines Zwischenresümee (05:25) – Das erste Rockpalast-Open-Air (14:10) – Steve Miller und der Löwenkäfig (19:14) – Die Architektur der Loreley (21:19) – Der Blick hinter die Kulissen mit Evi Seibert (31:52) – Loreley-Proteste 1978 (37:30) – Thomas D erinnert sich an die Loreley Shownotes ARD Podcast-Tipp: Too Many Tabs

  • July 20 · 47 min

    Loreley Open Air – Deutschrock und Heimatgefühle | Special (3/5)

    In dieser Folge steht die deutschsprachige Musik im Mittelpunkt. Künstler wie BAP, Peter Maffay, Udo Lindenberg und Die Fantastischen Vier prägen eine neue Generation von Konzerten auf der Loreley. Für BAP wird ein Auftritt im Sommer 1982 zum Wendepunkt ihrer Karriere – obwohl die Band das Angebot zunächst fast ausgeschlagen hätte. Peter Maffay erinnert sich an besondere Momente in seinem "Wohnzimmer" Loreley, an außergewöhnliche Begegnungen mit Fans und an Abenteuer abseits der Bühne. Außerdem geht es um das politische Engagement der Rockszene: Mit "Rock gegen Atom" wird die Loreley zur Plattform gesellschaftlicher Debatten – inklusive eines Besuchs des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Kapitel • (02:41) – Der Durchbruch von BAP auf der Loreley • (09:50) – Die legendäre Jam-Session mit Rory Gallagher • (16:55) – Peter Maffays zweites Zuhause • (23:04) – Hinter den Kulissen der Loreley • (33:12) – "Rock gegen Atom" 1986 • (35:10) – Udo Lindenberg gibt dem Deutschrock Haltung • (37:40) – Deutsche Festivals im Wandel Shownotes ARD Podcast-Tipp: "Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen"

  • July 10 · 37 min

    Loreley Open Air – Der Fels rockt – Dire Straits | Special (2/5)

    Die Bühne wird größer, die Produktionen spektakulärer und die Liste der auftretenden Bands immer prominenter. Gemeinsam mit Dire Straits-Bassist John Illsley und Wishbone Ash-Gitarrist Andy Powell reisen wir in ein Jahrzehnt voller musikalischer Veränderungen. Härtere Gitarrenklänge, gigantische Open Air-Shows und eine Atmosphäre, die bis heute unvergessen ist. Barclay James Harvest-Sänger John Lees erinnert sich an die Magie eines Publikums, das seine Begeisterung noch mit Feuerzeugen statt Smartphone-Lichtern ausdrückte. Die Folge erzählt, wie aus einem Festival eine Institution wurde – und warum manche Konzerte nicht nur musikalisch, sondern auch hinter den Kulissen für spektakuläre Geschichten sorgten. Kapitel • (01:05) – Auf in die 80er! • (05:11) – Heavy Metal auf der Loreley • (07:45) – Dire Straits werden auf den Rockfelsen eingeladen • (20:46) – Staus und Verkehrschaos beim Festival • (24:53) – Booking für die Loreley • (26:22) – Bootlegs und Konzertmitschnitte • (28:21) – John Lees erinnert sich an die Loreley • (32:20) – Ausblick auf Folge 3 Shownotes ARD-Podcast-Tipp: "Der verbotene Vater" im Podcast "Alles Geschichte – Der History-Podcast"

  • July 6 · 43 min

    Loreley Open Air – Die Geburt eines Mythos: Genesis | Special (1/5)

    Doch wie begann die Erfolgsgeschichte der Loreley als Rockbühne überhaupt? Die erste Folge führt zurück zu den Anfängen des Amphitheaters, das nur wenige Jahre zuvor eher zufällig als Konzertort wiederentdeckt wurde. Zeitzeugen und Musiker erinnern sich an eine Aufbruchsstimmung, die viele später als das "Woodstock Deutschlands" bezeichnen sollten. Genesis-Gitarrist Steve Hackett und weitere Wegbegleiter erzählen von den ersten großen Konzerten, von improvisierten Strukturen, einer einzigartigen Atmosphäre – und davon, warum das legendäre Genesis-Konzert beinahe in Flammen aufgegangen wäre. Kapitel (02:33) – Zeitmaschine an! (05:18) – Die ersten Konzerte auf der Loreley (15:05) – Phil Collins wird zum Genesis-Frontmann (24:03) – Drogen, Polizei und Rock 'n' Roll (32:43) – Freundschaft mit Genesis-Gitarrist Steve Hackett (35:31) – Genesis und der Progressive Rock

  • July 3 · 2 min

    Trailer: Open Air – Rock unter freiem Himmel – 50 Jahre Loreley

    Im Podcast "Open Air – 50 Jahre Loreley" geht es auf eine Zeitreise durch unglaubliche, coole fünf Jahrzehnte voller legendärer Momente. Hört die Geschichten von Stars wie Genesis-Gitarrist Steve Hackett, Dire Straits-Bassist John Illsley, Wolfgang Niedecken und Al Di Meola. Erlebt, wie The Police oder U2 ihre Karrieren auf der Open-Air-Bühne gestartet haben. Von den Anfängen bis heute – erlebt das Lebensgefühl, die Musik und die unvergesslichen Highlights von fünf Jahrzehnten Loreley. Lasst euch dieses "Meilensteine"-Special nicht entgehen – hört jetzt rein in "Open Air – 50 Jahre Loreley"! Ab dem 6. Juli erscheint wöchentlich eine von fünf neuen Folgen.

  • June 29 · 1 hr 24 min

    Foreigner – "4"

    Der Titel "4" passte gleich doppelt. Es war nicht nur das vierte Studioalbum der Band, sondern auch das erste, an dem nur noch vier Musiker beteiligt waren. Die ursprüngliche sechsköpfige Besetzung hatte sich nach internen Konflikten verkleinert. Auf "4" sind nur noch Sänger Lou Gramm, Gitarrist und Mastermind Mick Jones, Bassist Rick Wills und Schlagzeuger Dennis Elliott zu hören. Wie Foreigner mit "4" ihren Sound veränderten Aufgenommen wurde das Album in den Electric Lady Studios in New York, die Jimi Hendrix 1970 gegründet hatte. Für den damals ungewöhnlichen Sound waren neben der Band vor allem Produzent Robert "Mutt" Lange und Toningenieur und Keyboarder Thomas Dolby verantwortlich. Lange trieb Foreigner während der aufwendigen Aufnahmen zu Höchstleistungen und anschließend ergänzte Dolby seine markanten Synthesizer-Klänge. Die waren Anfang der 80er Jahre nicht nur für Rock noch eine echte Neuheit. Insgesamt dauerte die Produktion stolze elf Monate. Aber all die harte Arbeit zahlte sich aus. Mit "Urgent", "Waiting For A Girl Like You" oder "Juke Box Hero" sind auf "4" gleich mehrere Hits, die bis heute zu den Rock-Klassikern gehören. "Urgent": Saxofon, Synthesizer und Rock "Urgent" zählt zu den bekanntesten Songs der Foreigner. Prägend sind seine enorme Energie und das ikonische Saxofon-Solo, das der US-amerikanische Tenorsaxofonist Jr. Walker einspielte. Mick Jones und "Mutt" Lange hatten Walker in einem New Yorker Club entdeckt. Gerade "Urgent" zeigt den musikalischen Wandel der Foreigner besonders gut. Thomas Dolby prägte den Song mit seinen markanten Synthesizer-Klängen, die ihm diesen unverwechselbaren Charakter verleihen. Die Geschichte hinter "Waiting For A Girl Like You" Auch in der Power-Ballade "Waiting For A Girl Like You" zeigt Dolby sein Können. Schon das Intro mit seinen sphärischen Synthesizer-Klängen war für Foreigner und den Hard Rock der damaligen Zeit eher ungewöhnlich. Lou Gramms markante Stimme verleiht dem Song die emotionale Tiefe, die den Text trägt. Der Sänger ist dafür bekannt, den Lyrics mit seinem ausdrucksstarken Gesang besondere Intensität zu verleihen. Inhaltlich erzählt "Waiting For A Girl Like You" von Sehnsucht und Liebe – auch von körperlicher Liebe. Gleichzeitig steckt darin eine sehr persönliche Geschichte von Mick Jones. Als er den Song schrieb, erwarteten er und seine Frau ihr erstes Kind und gingen zunächst davon aus, eine Tochter zu bekommen. Auch wenn sich das später nicht bestätigte, erzählte Jones der Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius einmal in einem Interview, dass ihn der Song bis heute tief berührt. Ich bin ein riesen Fan von Lou Gramm. Für mich ist er vielleicht der beste Rock-Sänger aus der Zeit. Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über Foreigner-Sänger Lou Gramm "Juke Box Hero" und der Traum vom Rockstar-Leben "Juke Box Hero" schlägt im Vergleich zu "Waiting For A Girl Like You" wieder deutlich rockigere Töne an. Der Song lebt von einem Wechsel von eher ruhigeren und kraftvollen Passagen und erzählt die Geschichte eines Fans, der im Regen vor einer ausverkauften Konzerthalle steht und davon träumt, eines Tages selbst ein Rockstar zu werden. Schließlich kauft er sich eine Gitarre, bringt sich das Spielen bei und erfüllt sich diesen Traum. Foreigner spielen live mit voller Energie Mit dem perfekt produzierten Studiosound von "4" bewegten sich Foreigner musikalisch stärker in Richtung Mainstream. Live bewies die Band jedoch, dass sie mit der rohen Rock-'n'-Roll-Energie, die Foreigner auf der Bühne entfalteten, eine echte Rockband war. Foreigner stehen übrigens auch heute noch auf der Bühne. In diesem Jahr feiert die Band ihr 50-jähriges Jubiläum. Aus der Originalbesetzung ist allerdings niemand mehr dabei. Auch Mick Jones hat sich inzwischen aufgrund seiner Alzheimererkrankung komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Man kann dieses Album immer noch auflegen und bekommt einhundert Prozent Rock um die Ohren geblasen. Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "4" Shownotes Singen wie Lou Gramm? Probier es aus! Interview mit Lou Gramm Infos über Foreigner "4" als Deluxe Edition Video "Juke Box Hero" Über diese Songs vom Album "4" sprechen wir im Podcast (18:48) – "Night Life" (30:40) – "Urgent" (49:18) – "Waiting For A Girl Like You" (01:07:00) – "Juke Box Hero" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (06:42) – "Feels Like The First Time" von Foreigner (06:55) – "Cold As Ice" von Foreigner (36:39) – "Shotgun" von Jr. Walker (37:01) – "(I'm A) Road Runner" von Jr. Walker (51:59) – "Dream On" von Aerosmith (52:37) – "Always" von Bon Jovi

  • June 22 · 59 min

    Buena Vista Social Club – "Buena Vista Social Club"

    Die Musik, die wir vom Buena Vista Social Club kennen, die uns an Palmen, Drinks in der Abendsonne und Sommerurlaub erinnert und so leicht klingt, hat einen düsteren Ursprung. Sie ist sehr eng mit der Geschichte des Landes Kuba und der Hauptstadt Havanna verknüpft. Die Geschichte des Nährbodens für den "Buena Vista Social Club" Der für diesen Aspekt prägende Teil von Kubas Geschichte beginnt als spanische Kolonie mit westafrikanischen Sklaven, die dorthin zum Zuckerrohranbau verschleppt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen kubanische Rebellen, mit Unterstützung durch die US-Amerikaner, sich gegen die Kolonialherrschaft Spaniens aufzulehnen. Das verschärfte die Spannungen zwischen den USA und Spanien und prägte die Insel. Die Spannungen gipfelten im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898, aus dem Amerika als Sieger hervorging. Formal unabhängig wurde die Republik Kuba im Jahr 1902. Später, während der Prohibitionszeit in den 1920er- und 1930er-Jahren, wurde Kuba zur Vergnügungsinsel reicher Amerikaner. Die wollten während ihrer Urlaube natürlich unterhalten werden – durch Musik. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren hat für die unglaublich gute Qualität an Musikern und den lateinamerikanischen Vibe auf Kuba gesorgt. Die Clubkultur Kubas bringt den "Buena Vista Social Club" hervor In den 40er- und 50er-Jahren haben sich in den Stadtvierteln Havannas viele "Clubs" gegründet, die aber mehr als Vereine zu sehen sind und weniger als Musikclubs, wie wir sie heute aus unserer Gesellschaft kennen, erklärt Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast. In den Clubs haben sich unterschiedliche soziale Gruppen zusammengefunden, zum Beispiel aus verschiedenen Berufsgruppen. Musik war dabei oft ein elementarer Teil des Zusammenseins. Einer dieser Clubs ist eben der Grundstein für dieses Album geworden, der "Club Social" im Stadtviertel "Buena Vista" in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Und eben in diesem Club sind zu der Zeit neue Rhythmen entstanden und geprägt worden, die wir heute – vor allem auch aus der Tanzschule – kennen. Da entstand dann eben auch diese neue Musik. Da ist der Mambo, die Rumba, der Cha-Cha-Cha – all das ist dort entstanden und von da aus in die Welt gegangen und vor allem auch in die Tanzschulen. Quelle: Musikredakteur Benjamin Brendebach im Meilensteine Podcast Ry Cooder kommt nach Kuba und gründet quasi das Projekt "Buena Vista Social Club" Gitarrist und Produzent Ry Cooder war in den 90ern bei einem kleinen amerikanischen Label unter Vertrag und hatte schon einen Grammy gewonnen, was ihm bei seiner Plattenfirma sozusagen Narrenfreiheit bescherte, erklärt Brendebach. Er ging in den 90ern nach Kuba, um mit kubanischen und afrikanischen Musikern ein neues Album aufzunehmen. Weil einige Musiker aber kein Visum bekommen hatten, scheiterte dieser Plan. Daraufhin hat Ry Cooder sich mit kubanischen Musikern zusammengetan und die Supergroup der Altmeister sozusagen zusammengetrommelt für "Buena Vista Social Club". Der größte Hit auf "Buena Vista Social Club" ist "Chan Chan" Der bekannteste Song auf dem Album "Buena Vista Social Club" ist unbestritten der Song "Chan Chan" – dazu reicht ein Blick auf die Streamingzahlen. Geschrieben hatte den Song der kubanische Musiker Compay Segundo bereits Mitte der 80er-Jahre. In der Zusammenarbeit mit Ry Cooder hat sich der Song nochmal deutlich verändert, aber es ist in den Grundzügen derselbe Song geblieben. Es gibt jedoch eine große Veränderung: Erst mit dem "Buena Vista Social Club" wurde der Song zum Welterfolg für den damals bereits 90-jährigen Musiker. "Chan Chan" ist dabei exemplarisch zu sehen, denn viele Songs auf dem Album waren in ihrer Urform schon Jahre vorher entstanden. Die Aufnahmen zu "Buena Vista Social Club" waren "eine riesen Party" Heutzutage ist es üblich, dass Musiker, wenn sie ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, nicht gemeinsam im Tonstudio stehen, sondern jede Instrumenten- und Gesangsspur einzeln und nacheinander aufzeichnen. So wird unter anderem sichergestellt, dass jede Spur perfekt eingespielt worden ist – perfekt im Rhythmus und ohne störende Nebengeräusche. Beim "Buena Vista Social Club" war das ganz anders, erzählt Benjamin Brendebach. Die Musiker haben sich gemeinsam ins Studio gesetzt und zusammen "gejammed", also teilweise auch improvisiert. Das war im Endeffekt eine riesen Party mit Musikern, die da zusammengekommen sind. Quelle: Benjamin Brendebach über den Aufnahmeprozess von "Buena Vista Social Club" Das musikalische Kollektiv macht "Buena Vista Social Club" aus Das Besondere daran ist auch, dass es eben keine fest bestehende Gruppe war und alles sehr organisiert war, sondern dass es eine Art musikalisches Kollektiv aus dieser Stadt bzw. dem Viertel gewesen ist. Wenn für einen Song noch ein Pianist gebraucht wurde, hat man sich überlegt, wer könnte denn zum Beispiel das Klavier spielen? Dann ist man zu der Wohnung in der Nachbarschaft gegangen und hat diesen Bekannten einfach dazugeholt, so umschreibt es Brendebach und fügt hinzu: "Das macht es eben auch aus". Für mich persönlich ist das [...] mein Sommersoundtrack. Ich muss nur "Chan Chan" hören und schon sitzt man irgendwo an der Strandbar, nippt am Cocktail und freut sich des Lebens. Quelle: Musikredakteur Benjamin Brendebach über seine persönliche Verbindung zum Album Der Film von Wim Wenders befeuert den Hype um "Buena Vista Social Club" 1999 hat der deutsche Filmemacher Wim Wenders einen Dokumentarfilm über den "Buena Vista Social Club" herausgebracht und damit den Hype um das Album und die kubanische Musik neu entfacht. Das Vermächtnis von "Buena Vista Social Club" Für Musikredakteur Benjamin Brendebach signalisiert dieses Album vor allem, dass man als Hörer und Musikfan offen bleiben sollte, was das Musikalische angeht. Und für Musikredakteurin Katharina Heinius zeigt dieses Album, dass wir musikalisch und kulturell verbunden sind. Diese Musik ist wie ein Schmelztigel! […] Dieses Album zeigt einfach, dass Musik verbindet. Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung von "Buena Vista Social Club“ Shownotes Webseite von Filmemacher Wim Wenders Offizielle Seite des "Buena Vista Social Club" Das Buch zum Film "Buena Vista Social Club" Buchtipp zu kubanischer Musik ARD Podcast-Tipp: "Radioreisen" Über diese Songs vom Album "Buena Vista Social Club" sprechen wir im Podcast (28:07) – "Chan Chan" (37:43) – "El Cuarto de Tula" (44:21) – "Pueblo Nuevo" (48:49) – "¿Y Tú Qué Has Hecho? " (53:24) – "Veinte años" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (22:50) – "Shape Of You" von Ed Sheeran (54:19) – "Como Un Milagro" von Omara Portuondo

  • June 15 · 1 hr 11 min

    The Smiths – "The Queen Is Dead"

    "The Queen Is Dead" von The Smiths ist Morrisseys Abrechnung mit dem britischen Königshaus, erklärt Frank König im Meilensteine Podcast. Und es ist gleichzeitig Wegbereiter für den Britpop, der Mitte der 90er die Charts erobern sollte. Das Album "The Queen Is Dead" ist auch der direkte Nachfolger ihres Meilenstein-Albums "Meat Is Murder" aus dem Jahr 1985, von dem wir unter anderem den Hit "How Soon Is Now?" kennen. Das Plattencover zum The Smith Album "The Queen Is Dead" Das Plattencover vom Album "The Queen Is Dead" zeigt uns, dass The-Smiths-Sänger Morrissey ein riesiger Kino- und Buchfan ist. Letzteres hat er wohl von seiner Mutter, erzählt Katharina Heinius im Podcast. Diese hat als Bibliothekarin gearbeitet, und den jungen Morrissey immer mit Literatur versorgt. Seine Leidenschaft spiegelt sich gleich an mehreren Stellen auf dem Album wider – klanglich und optisch. Der Titel des Albums "The Queen Is Dead" ist auch der Titel eines Kapitels in dem Buch "Last Exit To Brooklyn", einem Buch über die Unterschicht im New York der 50er-Jahre, das später auch verfilmt worden ist. Und auf dem Plattencover sehen wir den Schauspieler Alain Delon in einer Szene aus dem Film "Die Hölle von Algier" vom französischen Filmemacher Alain Cavalier. Im Vordergrund von The Smiths‘ Album "The Queen Is Dead" steht Sänger Morrissey Neben der genialen Gitarrenarbeit von Johnny Marr, steht auch bei diesem Album die polarisierende Figur Morrissey im Vordergrund. Zum einen mit seinem besonderen Stil und seinen außergewöhnlichen Gesangsmelodien, vor allem aber auch wegen seiner Texte und seinem öffentlichen Auftreten, das oft von Provokation geprägt ist. Was davon ernst gemeint ist und was nicht, ist oft nur sehr schwer auseinanderzuhalten. Es zieht sich auch durch dieses Album. Auf der einen Seite dieses "Ihr könnt uns alle mal" und auf der anderen, dieses Trotzdem-geliebt-werden-wollen, scheint so immanent zu sein bei ihm. Quelle: Podcast-Host Frank König über die verschiedenen Signale, die Morrissey aussendet Auch abseits der Musik hat Morrissey seine Provokationen nach außen getragen und sich und die Band immer so inszeniert, dass sie zu wenig Unterstützung (zum Beispiel durch die Plattenfirma) bekommen hätten und sie eigentlich viel erfolgreicher sein müssten. Zu der Zeit hat die Management-Aufgaben keine Agentur oder ein offizieller Manager übernommen, sondern Gitarrist Johnny Marr zusätzlich zu seiner musikalischen Arbeit. Zum Mangel an öffentlicher Aufmerksamkeit in den 80ern kann noch angefügt werden, dass die Gruppe sich in den 80ern selbst lange dagegen gewehrt hat, Musikvideos zu drehen, was damals das bestimmende Medium gewesen ist, erklärt Podcast Gast und Morrissey-Experte Klaus Biehler. Das erste Musikvideo gab es dann zu dem Song "The Boy With The Thorn In His Side" vom Album "The Queen Is Dead". Für Meilensteine-Gast und Morrissey-Experten Klaus Biehler wirken Textzeilen wie diese gar nicht so drastisch, erzählt er im Podcast. Ich habe das nie so direkt, sondern immer mehr als Symbol verstanden. Quelle: Klaus Biehler, Podcast-Gast und Morrissey-Experte über die Texte The Smiths und ihr Album "The Queen Is Dead" sind ein Bindeglied Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist "The Queen Is Dead" ein zeitloses Album, weil es eine Art Bindeglied ist. Die Band ist beeinflusst von der Musik der Rolling Stones, der Beatles, vom Soul der 60er genauso wie von Bands wie den New York Dolls. Diese Einflüsse nimmt die Band, besonders auf diesem Album, verarbeitet sie und wird damit zum Vorläufer des Britpop. Shownotes Video von Terra Xplore: "Das Milgram-Experiment: Würdest du gehorchen?" Kritischer Spiegel-Artikel zum "Milgram-Experiment" Website von "Bail", der Band unseres Studiogasts Klaus Biehler Musikvideo zum Song "The Boy With The Thorn In His Side" Buchtipp: "Mozipedia" Buchtipp: "Im Gespräch mit Morrissey" ARD-Podcast-Tipp: "Y-Kollektiv – der Podcast" Das Programm im SWR PopUp Studio in Kaiserslautern Über diese Songs vom Album "The Queen Is Dead" sprechen wir im Podcast (13:24) – "The Queen Is Dead" (25:35) – "I Know It’s Over" (38:30) – "Bigmouth Strikes Again" (49:41) – "The Boy With The Thorn In His Side" (55:51) – "There Is A Light That Never Goes Out" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:05) – "Genius Destroys Everything" von Bail (23:44) – "I Can’t Stand It" von The Velvet Underground (25:03) – "Kick Out The Jams" von MC5 (28:09) – "Halleluja" von Jeff Buckley (31:29) – "Unchained Melody" von The Righteous Brothers (37:52) – "The Drugs Don’t Work" von The Verve (44:16) – "Jumpin’ Jack Flash" von The Rolling Stones (44:55) – "Spellbound" von Siouxsie And The Banshees (59:40) – "Lonely Planet Boy" von New York Dolls (01:00:17) – "Will You Love Me Tomorrow" von The Shirelles (01:01:41) – "Hitch Hike" von Marvin Gaye

  • June 8 · 59 min

    Blink-182 – "Take Off Your Pants And Jacket"

    Nach ihrem internationalen Durchbruch mit dem Album "Enema Of The State" hatten sich die Möglichkeiten für Mark Hoppus, Tom DeLonge und Travis Barker vervielfacht, was die (finanzielle) Umsetzung ihres nächsten Albums betraf. Über die musikalische Ausrichtung war die Band sich jedoch nicht immer ganz einig. "Take Off Your Pants And Jacket" ist das Album nach dem Durchbruch von Blink-182 Sänger und Bassist Mark Hoppus wollte im Grunde genommen nochmal ein zweites "Enema Of The State" schreiben, während Tom DeLonge sich zumindest in Teilen eine musikalische Weiterentwicklung erhoffte. Musikalisch durfte es für DeLonge etwas ernsthafter und düsterer werden. Damit wurden die Spannungen innerhalb der Band größer, aber das Album "Take Off Your Pants and Jacket" auch deutlich vielfältiger. Einige Jahre später führten die Spannungen innerhalb der Band auch zum zwischenzeitlichen Ausstieg von Tom DeLonge und sogar zum kurzzeitigen (inoffiziellen) Ende von Blink-182. Auf Blink-182's "Take Off Your Pants…" finden wir Pipi-Kacka-Humor und Jugendprobleme Inhaltlich beschäftigen sich Blink-182 auf "Take Off Your Pants and Jacket" wie auch schon auf dem Vorgängeralbum hauptsächlich mit pubertärem Humor. Es finden sich aber auch Themen des Erwachsenwerdens auf der Platte. Als Beispiele seien hier Themen wie jugendliche Unsicherheit, Einsamkeit oder eben auch traumatische Erlebnisse genannt, wie die Scheidung der Eltern – zu hören auf einem sehr persönlichen Song von Sänger und Gitarrist Tom DeLonge. Blink-182 definieren den Pop-Punk auch auf "Take Off Your Pants and Jacket" Blink-182 gelten heute oft als die Band, die wie keine zweite das Genre des Pop-Punk definiert hat. Dabei haben sie mit ihren persönlichen Einflüssen aus legendären Punkbands wie NOFX, The Descendents, Bad Religion sowie Bands wie The Cure ihren Sound geschaffen. Dafür haben sie eben die Energie und das Tempo des Punks mit der Melancholie und Eingängigkeit von Popmusik vereint. Es geht beim Pop-Punk schon auch darum zu rebellieren, aber nicht im politischen Sinne! Quelle: SWR1 Musikredakteur Patrick Schütz über die Definition von Pop-Punk Der Blink-182-Baukasten für Erfolg auf "Take Off Your Pants And Jacket" In einer Art Baukasten haben Blink-182 die für sie typischen Elemente aus einfachen, aber melancholisch-eingängigen Gitarrenmelodien, durchlaufenden Basslines, sogenannten Oktavakkorden und dem unglaublich guten Schlagzeugspiel von Travis Barker verbunden. Mit diesem Rezept können sie ihre Songs nach und nach zusammenbauen. Die einzelnen Teile können aber auch immer wieder alleine funktionieren. Neben der instrumentalen Komposition ist auch der Gesang besonders bei Blink-182. Die Stimmen der beiden Sänger Mark Hoppus und Tom DeLonge ergänzen sich sehr gut. Hoppus eher im tiefen, monotonen Bereich, klingt durch die stimmlichen Dopplungen von DeLonges eher höherer nasaler Stimme deutlich vielfältiger. Auch die bewusst eingebauten "Nanana's" und Passagen dieser Art machen die Songs bunter, sorgen für eine Leichtigkeit und laden zum Mitsingen ein – auch für Fans, die alles andere als textsicher sind. Travis Barker macht den Unterschied für Blink-182 Das Rückgrat der Musik – und wenn man so will auch des Erfolgs – von Blink-182 ist das Schlagzeugspiel von Travis Barker. Der begleitet die Band mit seinem Drumming nicht einfach, sondern er spielt so ausgefeilt und kreativ, dass die Drums nicht nur der Pulsschlag der schnellen Songs sind, sondern auch gleichzeitig Leadinstrument. Im Soundgewand von Blink-182 ist das Drumkit daher auch oft weiter vorne zu hören und hat einen ausgefeilteren Sound als bei anderen Bands. Denn, Barker kann man einen großen Teil des Erfolgs des Trios zuschreiben – erst seitdem er Teil der Band ist, sind sie international erfolgreich. "Take Off Your Pants…" und Blink-182 fangen ein Zeitgefühl ein! Das Timing bei "Take Off Your Pants And Jacket" war perfekt für Blink-182. MTV war groß, Skateboards und Highschool-Komödien hatten ihre Hochzeit, und für all das konnten Blink mit ihrer Musik sozusagen den Soundtrack liefern. Damit konnten sie genau diese Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen so stark prägen, denn sie haben mit ihrer Musik ein Lebensgefühl eingefangen. Was ich persönlich mit diesem Album verbinde, ist ein Lebensgefühl. Du hattest einen schlechten Tag, du kommst Heim, machst diese Platte an und du kriegst gute Laune – einfach guter Pop-Punk! Quelle: SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft über das Album "Take Off Your Pants And Jacket" Shownotes Infos zum Albumcover und Booklet von "Take Off..." ARD Podcast-Tipp: "Interpretationssache" Das Musikvideo zu "Stay Together For The Kids" Das Musikvideo zu "First Date" Das Musikvideo zu "The Rock Show" The Punkrock MBA – "The Strange History of Blink-182" Wichtige Fakten für alle Blink-182-Fans "The Genius Of Travis Barker" – Was macht Travis Barker so genial Der Programmplan für das SWR PopUp-Studio in Kaiserslautern Über diese Songs vom Album "Take Off Your Pants And Jacket" sprechen wir im Podcast (11:25) – "Anthem Part Two" (40:03) – "First Date" (42:41) – "The Rock Show" (48:11) – "Stay Together For The Kids" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (06:01) – "Dammit" von Blink-182 (06:29) – "All The Small Things" von Blink-182 (19:24) – "I'm The One" von The Descendents (19:48) – "American Jesus" von Bad Religion (21:07) – "Linoleum" von NOFX (21:45) – "Just Like Heaven" von The Cure (22:47) – "The Adventure" von Angels & Airwaves

  • June 1 · 54 min

    Die Toten Hosen – "Opium fürs Volk"

    Als die Toten Hosen im Frühjahr 2026 ihre Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" ankündigen, ahnen viele Fans schon, dass es sich um einen Abschied handelt. Das gleichnamige Album soll auch das letzte Studioalbum der Band sein. Für die Meilensteine-Redaktion stand fest: Es wird Zeit, die Jungs rund um Leadsänger Campino zu ehren. Nur mit welchem Album? In unserem Online-Voting habt ihr euch für "Opium fürs Volk" entschieden. Es ist im selben Jahr wie "Le Frisur" von Die Ärzte erschienen – und ebenfalls ein Konzeptalbum. Allerdings war das Album der Hosen zuerst da und es geht nicht um Frisuren und Bärte, sondern um Religion und Philosophie. Die Freundschaft zwischen den Donots und den Toten Hosen Einer, der Die Toten Hosen nicht nur kennt, sondern auch gut mit ihnen befreundet ist, ist Ingo Knollmann von den Donots. Als Podcastgast in dieser Folge erzählt er, dass die Hosen sein allererstes Konzert waren und ihn dazu inspiriert haben, eine eigene Band zu gründen. Vier Jahre später gab es die Donots und irgendwann nahm die Freundschaft zwischen den Bands ihren Lauf. So entstand "Opium fürs Volk" 1996 waren Die Toten Hosen auf dem bis dato Höhepunkt ihrer Karriere. Mit dem Album "Kauf mich!" von 1993 erreichten sie Platz eins der deutschen Albumcharts und mussten sich mit der Frage herumschlagen, ob ihre Musik überhaupt noch Punk sei. Sie hatten aber auch ihr eigenes Label gegründet und damit neue Freiheiten gewonnen. Mit "Opium fürs Volk" schlug die Band eine klare Richtung ein: mehr hin zum Stadionrock – und man könnte auch vorsichtig sagen, dass sie dem Mainstream ein Stück näher gekommen sind. Das Konzept fürs Album entwickelte Sänger Campino, nachdem er auf Einladung des Abts Stephan Schröder eine Woche im Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede verbracht hatte. Campino nimmt dort am klösterlichen Leben teil und beschäftigt und sich mit den großen Fragen des Lebens – kein Wunder also, dass der Albumtitel von einem Zitat des Philosophen Karl Marx inspiriert ist. Von Karl Marx zu den Toten Hosen Marx schreibt in seiner Schrift "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie": "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks." Beim Album wird aus der Religion die Band selbst – sie sind das Opium fürs Volk. Klar wird der religiöse Bezug direkt auf dem Opener, "Vaterunser", der das wichtigste Gebet der Christen aufgreift und auch wie ein Gebet klingt. Für viele Punk-Fans war das sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Einstieg. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und tiefer ins Album einsteigt, erkennt, dass zwischen der Religions- und Gesellschaftskritik jede Menge Selbstironie steckt. Das [Album] ist genauso diffus wie das Leben selbst, dann da kommt alles vor. Es geht um Missbrauch einerseits, es geht aber auch um Jugendträume, um Jägermeister und es geht um den Sinn des Lebens. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach über das Konzept von "Opium fürs Volk" Ehrliche Kritik und nicht nur Provokation "Provozieren und dadurch ins Gespräch kommen, das haben die Hosen schon immer ganz gut gekonnt", sagt SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach. Und das ist ihnen mit "Opium fürs Volk" erneut gelungen. Während in "Und so weiter" deutsche Spießer und ihre Faulheit aufs Korn genommen werden, erlebt das Gangsterpaar in "Bonnie & Clyde" ein Abenteuer nach dem anderen – zumindest stellen sie es sich so vor. Man kann den Song als Hymne für Punks und Gangster interpretieren oder eben daraus schließen, dass alles nur eine Fantasie ist. Genau das zeichnet laut Ingo Knollmann die Toten Hosen aus: "Die Hosen sind in ihrer Art auch Punk, aber eben nicht dieses Brutale, dieses Aggressive. [...] Und das macht es dann auch aus, warum sie wirklich für viele so hörbar sind und auch Campino als Mensch so interessant und sympathisch ist." Das macht "Opium fürs Volk" so erfolgreich Neben den verschiedenen Themen und Lebensfragen, die auf dem Album behandelt werden, ist auch die Musik, die zu hören ist, "bemerkenswert vielseitig", findet Host Frank König. Gregorianische Gesänge teilen sich auf dem Album einen Platz mit Dudelsack, Flöten, Streicher, Synthesizer, Punk, Folk, Rock und Reggae. Und diese Mischung, die von einem religiösen roten Faden, durchzogen ist, geht auf. "Opium fürs Volk" gehört zu den meistverkauften Alben in Deutschland, erreichte Platz eins der deutschen Charts und wurde noch im Jahr der Veröffentlichung mit einer Goldenen und einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. "Opium fürs Volk" ist ein Album, wo sich die Band wirklich probiert hat, neu zu ordnen, neu zu finden, sich musikalisch auszuprobieren und gleichwohl auch in ein paar Songs zwischendurch selbstreferenziell Fanservice für die alten Oldschool-Fans gemacht hat. Das kriegt dieses Album besser hin, als jedes andere Hosen-Album. Quelle: Donots-Sänger und Tote Hosen-Freund Ingo Knollmann über "Opium fürs Volk" Shownotes Das Programm im PopUp Studio Kaiserslautern Doku in der ARD Mediathek: "Die toten Hosen - das letzte Album" Die Donots bei Rock am Ring 2022 mit "Hier kommt Alex" auf Youtube Interview mit Campino zum 60. Geburtstag bei SRF 3 ARD Podcast-Tipp: "1LIVE Ikonen - Die Toten Hosen" Über diese Songs vom Album "Opium fürs Volk" sprechen wir im Podcast (15:49) – "Vaterunser" (23:44) – "Und so weiter" (26:51) – "Bonnie & Clyde" (36:18) – "Paradies" (43:04) – "Viva la revolution" (47:35) – "10 kleine Jägermeister" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (27:47) – "21 Guns" von Green Day (28:31) – "Don't Call Me White" von NOFX (29:28) – "Raum der Zeit" von WIZO (39:34) – "Denn sie wissen nicht, was sie tun" von ZK (40:11) – "Opel-Gang "von ZK

  • May 25 · 56 min

    Die Ärzte – "Le Frisur"

    Das Album "Le Frisur" von den Ärzten ist mal wieder ein Beweis dafür, dass die Band sich selbst nicht zu ernst nimmt – als ob der noch nötig gewesen wäre – und der Spaß bei der Band häufig im Vordergrund steht. Podcastgast George Lindt kennt Die Ärzte Dass Die Ärzte offen sind für allerhand verrückte Ideen, kann Podcastgast George Lindt selbst belegen. Er hat mehrfach mit den Ärzten gesprochen und mit ihnen in der Vergangenheit ihre eigenen Songs neu aufgenommen – auf Japanisch und Chinesisch. Auch deshalb war er die perfekte Wahl als Gast für diese Podcastfolge zu "Le Frisur". George Lindt spricht in dieser Meilensteine-Folge nicht nur über das Album, sondern erzählt auch jede Menge Anekdoten aus der Geschichte der Band. Die tiefere Bedeutung vom Ärzte-Album "Le Frisur" Ein Konzeptalbum nur über Haare, Bärte und Co., so etwas Verrücktes fällt wirklich nur den Ärzten ein. Aber wer die Ärzte kennt, weiß, dass es – auch wenn es offenkundig und beim ersten Blick sehr albern und lustig gemeint ist – bei den Ärzten eigentlich immer eine tiefere Bedeutung gibt, auch beim Album "Le Frisur". Es sind die Ärzte und das Ding hat immer einen doppelten und dreifachen Boden! Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über die tiefere Bedeutung auf "Le Frisur" Ein gutes Beispiel dafür ist der Song und das dazugehörige Musikvideo zu "Mein Baby war beim Frisör", in dem die Ärzte "Femizide" thematisieren. Die Musik und das Video sind dabei typisch lustig dargestellt, die Botschaft des Songs hingegen ist eher erschütternd. Neben dem inhaltlichen doppelten Boden spielen Die Ärzte auf dem Album ganz viel mit der Erwartungshaltung des Hörers. Johannes Heuft erklärt: Wenn wir uns an einen Song gewöhnt und reingehört haben, dann passiert oft eben etwas komplett anderes, und das macht das Album auch spannend. Auf "Le Frisur" von den Ärzten hören wir (fast) alles! Auf "Le Frisur" gibt es auch ganz viele Dinge, bei denen wir Verbeugungen vor großen Vorbildern erkennen und auch Inspirationen unterschiedlicher Natur. Auch ganz viele unterschiedliche Genres haben Die Ärzte auf das Album gepackt. Von (natürlich) Punk, über Pop, Metal, Reggae bis zu den Comedian Harmonists und Frank Sinatra ist fast alles dabei. Die Kernessenz von Die Ärzte ist es, immer anders zu sein und immer etwas zu machen, was keiner erwartet! Quelle: George Lindt, Musikjournalist, über Die Ärzte im Podcast Und so bizarr und chaotisch der bunte – teilweise vielleicht sogar fragwürdige – Mix der Ärzte ist, den sie auf diesem Album über Haare zusammenkomponiert und produziert haben, so einleuchtend ist die Platte und alles darauf für Meilensteine-Gast George Lindt. Es scheint sehr grotesk zu sein, aber beim näheren Hinhören merkt man, dass es gar nicht grotesk ist, sondern völlig logisch. Quelle: George Lindt, Musikjournalist und Meilensteine-Gast, über "Le Frisur" Shownotes Webseite von Studiogast George Lindt Das Wiki zu "Rock in Berlin" Albumreview bei "The Circle" Albumreview zum 25-jährigen Jubiläum von "Le Frisur" Plattenkrach bei minutenmusik.de ARD Podcast-Tipp: "Diese eine Liebe" Über diese Songs vom Album "Le Frisur" sprechen wir im Podcast (15:08) – "Erklärung" (24:14) – "Mein Baby war beim Frisör" (28:14) – "Motherfucker 666" (38:24) – "3-Tage-Bart" (44:17) – "No Future (ohne neue Haarfrisur)" (46:27) – "Der Medusa-Man (Serienmörder Ralf)" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (18:53) – "Ich gehöre nicht dazu" von Farin Urlaub (30:49) – "Master Of Puppets" von Metallica (31:05) – "Killing In The Name" von Rage Against The Machine (32:30) – "Blind" von Korn (33:40) – "Dark Star" von Deine Lakaien (34:10) – "Pretty Fly For A White Guy" von The Offspring (34:38) – "War Pigs" von Black Sabbath (32:26) – "Hammer Smashed Face" von Cannibal Corpse (36:00) – "The Girl From Ipanema" von Frank Sinatra (37:01) – "Veronika, der Lenz ist da" von Comedian Harmonists (47:19) – "Where The Wild Roses Are" von Nick Cave und Kylie Minogue

  • May 18 · 1 hr 20 min

    Peter Gabriel – "So"

    Nach seiner Zeit bei Genesis arbeitete Peter Gabriel 1976 an seiner Solo-Karriere. Bereits 1977 erscheint mit "Peter Gabriel" sein erstes Solo-Album. Auch die drei folgenden Alben tragen denselben Titel, was in den Plattenläden immer wieder für Verwirrung sorgte. Erst mit seinem fünften Album "So" veröffentlichte er erstmals ein Album mit einem anderen Namen. Peter Gabriels vielseitige Klangwelt auf "So" Der Titel "So" klingt zunächst eher minimalistisch. Musikalisch verbindet das Album jedoch Artrock, Soul, R’n’B, Pop, Progressive Rock und Weltmusik zu einem vielseitigen Sound. Peter Gabriel setzt dabei auf die damals noch relativ neuen Synthesizer-Klänge und nutzt moderne Studiotechnik. Für die Produktion arbeitet er mit Daniel Lanois, der zusammen mit Toningenieur Kevin Killen das Album entscheidend prägt. Auf dem Album ist es [Peter Gabriel] gelungen anspruchsvollen Artrock oder Artpop mit zugänglicherem Pop zu verschmelzen, allerdings ohne seine künstlersche Seele zu verkaufen. Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über "So" Außerdem wirkten berühmte Musikerinnen und Musiker wie Kate Bush, Jim Kerr von den Simple Minds oder Michael Been von The Call auf dem Album mit. "Sledgehammer": Peter Gabriels größter Hit "Sledgehammer" wurde zum größten Hit von Peter Gabriel und war zugleich sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Im Juli 1986 verdrängte der Song "Invisible Touch" Gabriels früherer Band Genesis von der Spitze der US-Charts. Musikalisch orientiert sich "Sledgehammer" an Soulmusik der 1960er Jahre. Besonders der Einfluss von Otis Redding ist deutlich zu hören, dessen Musik Gabriel auch stark geprägt hat. Bei einem Auftritt von Redding entdeckte er 1966 den Trompeter Wayne Jackson, der später die markanten Bläser auf "Sledgehammer" einspielte. Auch das Musikvideo sorgte für Aufmerksamkeit. Es nutzte die damals noch neue Stop-Motion-Technik und war deshalb besonders aufwendig in der Produktion. Doch der Aufwand lohnte sich: Bei den MTV Video Music Awards 1987 wurde das Video neun Mal ausgezeichnet. Dieser Song auf dem Album "So" hat Leben gerettet "Don’t Give Up" ist das legendäre Duett von Peter Gabriel und Kate Bush. Der Song wurde für viele Menschen zu einer wichtigen Quelle der Hoffnung. Elton John sagte, das Lied habe ihm geholfen, seine Alkoholprobleme zu überwinden. Auch ein bekannter US-Komiker erzählte Gabriel, der Song habe ihm in einer schwierigen Zeit das Leben gerettet. Die Geschichte hinter dem Duett von Peter Gabriel und Kate Bush Inhaltlich beschäftigt sich "Don’t Give Up" mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise in den USA Ende der 1920er Jahre und mit der hohen Arbeitslosigkeit in England während der Regierungszeit von Margaret Thatcher. Der Song ist dabei fast wie eine Filmszene aufgebaut. Zu Beginn singt Peter Gabriel aus der Perspektive eines arbeitslosen Mannes, der jede Hoffnung verloren hat. Die zurückhaltenden Rhythmen unterstreichen die Verzweiflung und Monotonie seines Alltags. Später setzt Kate Bush ein, begleitet von hellen Synthesizer-Klängen, die dem Song eine hoffnungsvollere Stimmung geben. Gegen Ende sorgt das Bassspiel von Tony Levin für einen entschlossenen und optimistischen Abschluss. "So" ist eines der einflussreichsten Alben der 80er ["So"] war eine Blaupause für die Musik, die danach kam. Diverse kleine Pflänzchen sind aus diesem Album herausgewachsen. Es war ein Referenzalbum. Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über das Vermächtnis von "So" Mit "So" hat Peter Gabriel ein Album veröffentlicht, das die Musik der 80er Jahre weit über seine Entstehungszeit hinaus geprägt hat. Obwohl es mit Erscheinen dieser Meilensteine-Episode seinen 40. Geburtstag feiert, klingt es noch erstaunlich modern und aktuell. Das Album verbindet unterschiedlichste Musikrichtungen und zeigt auch immer wieder Gabriels große Begeisterung für Weltmusik. [Peter Gabriel] schafft es, dass das Album so wahnsinnig nach ihm klingt, wie kein anderes Album davor. Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "So" Shownotes Deutscher Genesis Fanclub Album Age – die Bücher von Mark Bell Das Musikvideo von "Sledgehammer" Wie Peter Gabriel mit "So" die Welt eroberte.Ein Artikel von ultimateclassicrock.com Peter Gabriel – DNA: Die Entwicklung der Songs von "So" – Ein Interview mit Dickie Chappell ARTE Blow Up: Peter Gabriel im Film ARD Podcast-Tipp: Podcastfolge von "Das Wissen" zum Thema Musikgeschmack Über diese Songs vom Album "So" sprechen wir im Podcast (04:30) – "Red Rain" (16:47) – "Sledgehammer" (35:56) – "Don't Give Up" (49:58) – "Mercy Street" (58:25) – "We Do What We're Told (Milgram's 37) 01:08:00) – "In Your Eyes" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (07:17) – "The Lamb Lies Down On Broadway" von Genesis (08:15) – "Solsbury Hill" von Peter Gabriel (25:05) – "Vogel der Nacht" von Stephan Remmler (25:40) – "Sierra Madre" von Schützenjäger (26:01) – "Sadness Part 1" von Enigma (27:08) – "Chronic Blues" von John Coltrane (55:23) – "Don't Break This Rhythm" von Peter Gabriel

  • May 11 · 1 hr 10 min

    Udo Lindenberg – "Stärker als die Zeit"

    Udo Lindenberg ist wirklich eine Ikone und eine Konstante der deutschen Musiklandschaft. Mit "Stärker als die Zeit" hat er 2016 sein 36. und bisher letztes Studioalbum veröffentlicht. Musiker Peter Freudenthaler von der Band Fools Garden gehört zum erweiterten musikalischen Kreis von Udo Lindenbergs Panik-Orchester, und er ist (und war schon immer) großer Fan von ihm. Udo ist der größte Rockstar, den Deutschland zu bieten hat – nach wie vor! Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast Für "Stärker als die Zeit" geht Udo Lindenberg nach London Einer der bekanntesten Songs des Albums – und der letzte Song der Platte – ist der Titelsong "Stärker als die Zeit". Aufgenommen wurde der Song in einem der legendärsten Tonstudios der Welt: den Londoner Abbey Road Studios. In denen haben auch schon die Beatles einige Zeit verbracht. Als Erklärung, warum ein Udo Lindenberg als deutscher Künstler in die Abbey Road Studios nach London geht, vermutet Musikredakteurin Ilka Siebert, dass man dort "etwas Episches machen kann". Wenn man sich die Schwere und die Breite im Sound von "Stärker als die Zeit" anhört, dann klingt das, als wäre der Plan von Udo Lindenberg für diesen Song aufgegangen. Bei "Stärker als die Zeit", da fließt alles zusammen – das ganze Leben von ihm und alles, was davor war. Und ich finde, das wird hervorragend auf den Punkt gebracht mit diesen Songs. Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast Das musikalische Vorbild für "Stärker als die Zeit" ist ein Song aus dem Filmklassiker "Der Pate" mit Marlon Brando. Und die Parallele zwischen Udo Lindenberg und dem Paten passt für diesen Song auch Ideal, sagt Peter Freudenthaler. Denn es geht in beiden Fällen um die "Familie" – in Udos Fall eben auch um die "Panik-Familie". Udo Lindenberg hat auch schwere Zeiten erlebt – und er singt darüber "Durch die schweren Zeiten" ist ein Song, sagt Moderatorin Katharina Heinius, den Udo Lindenberg im Alter von 25 Jahren nicht hätte schreiben können, weil es diese schweren Zeiten für ihn damals noch nicht so gegeben hat, wie mit Ende 60 oder Anfang 70. Dabei besingt Udo im Song nicht einfach nur sein Leben, sondern der Text ist, ganz typisch Udo, so geschrieben, dass sich nicht nur Rockstars damit identifizieren können. Ich habe Schlagzeilen von ihm gelesen, da ist mir echt schwindelig geworden. Ich meine, dass er durchweg viel getrunken hat, ist kein Geheimnis – und dass es ihn fast das Leben gekostet hätte. Es berührt mich zutiefst, dass dieser Mann da so steht und schreibt dann nochmal ein Album, wo er genau darauf auch guckt. Quelle: Ilka Siebert, Musikredakteurin über die Musik von Udo Lindenberg Udo Lindenberg entwickelt sich auch im Alter noch weiter und ist ein Netzwerker Während viele Künstler im Alter eher bei dem bleiben, was sie kennen, und wenig Neues ausprobieren, ist Udo Lindenberg hier der positive Gegenentwurf. Er entwickelt sich immer noch weiter, macht Dinge zusammen mit jüngeren Künstlern, auch aus anderen musikalischen Sphären, und hält einfach gerne Kontakt – Udo steht nicht still. Ich glaube, Udo ist für alle unumstritten der Pate – und das war er auch schon immer! Er hat schon immer genetzwerkt und das finde ich auch ganz, ganz toll! Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass wir mit allen im Dialog bleiben müssen. Quelle: Peter Freudenthaler, Musiker über "den Paten" der deutschen Musik Udo Lindenberg Als positiven Beleg dafür kann man zum Beispiel seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Apache 207 sehen, mit dem er vor einiger Zeit den Song "Komet" aufgenommen hat. Vince Bahrdt hat mit Udo Lindenberg zusammengearbeitet, auch auf "Stärker als die Zeit" Pop-Pianist und Songwriter Vince Bahrdt kennen wir als Kopf hinter der Band Orange Blue, die Anfang der 2000er mit "She's Got That Light" einen großen Hit in der deutschen Radiolandschaft hatte. Vince ist aber auch Songwriter und hat mit Udo Lindenberg selbst schon mehrfach zusammengearbeitet – und das immer gerne. Udo nimmt sich nicht zu ernst und nicht zu wichtig. Er ist ein ganz angenehmer, netter Mann – davon hätte ich gerne mehr in der deutschen Musiklandschaft. Quelle: Vince Bahrdt, Songwriter über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg Shownotes Trailer zur Dokumentation "If These Walls Could Sing" Musikvideo zu Udo Lindenberg feat. Clueso – "Cello" "Panik City" in Hamburg Website von "Murdersound Entertainment" Meilensteine Folge zu "Blackstar" von David Bowie Über diese Songs vom Album "Stärker als die Zeit" sprechen wir im Podcast (20:15) – "Stärker als die Zeit" (29:29) – "Durch die schweren Zeiten" (37:56) – "Muss da durch" (49:34) – "Mein Body und ich" (53:16) – "Der einsamste Moment" (01:01:12) – "Eldorado" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (25:56) – "Speak Softly Love" von Freddy Quinn (37:27) – "She's Got That Light" von Orange Blue (40:34) – "Wenn du durchhängst" von Udo Lindenberg (43:05) – "Woddy Woddy Wodka" von Udo Lindenberg (54:00) – "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg und Pascal Kravetz

  • May 4 · 1 hr 15 min

    Red Hot Chili Peppers – "Stadium Arcadium"

    "Stadium Arcadium" war noch größer geplant Eigentlich solle "Stadium Arcadium" sogar noch epischer werden. Geplant war eine Album-Trilogie, deren Einzelteile im Abstand von sechs Monaten erscheinen sollten. Am Ende blieb es bei diesem reichhaltigen Doppelalbum mit 28 Titeln. Trotz vier Grammys und über sieben Millionen verkaufter Exemplare, kam das Werk aber nicht an den Riesenerfolg von "Californication" ran. Das Besondere an "Stadium Arcadium" ist, dass die Chili Peppers quasi ihre komplette Karriere auf dem Album vereint haben, ohne sich zu wiederholen. Ihr kreativer Antrieb ist in jedem Song spürbar und verbindet den vertrauten Klang früherer Werke mit neuen Ideen. Sie blicken zurück auf alles, was sie geschafft haben (...) und feiern das, was sie beeinflusst hat. Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über "Stadium Arcadium" "Dani California" – der ikonische Opener von "Stadium Arcadium" Der Opener "Dani California" zählt zu den größten Erfolgen der Red Hot Chili Peppers und ist ihr dritter und bis dahin letzter Top-10-Hit. Im Mittelpunkt steht eine Frau namens Dani, die vom lyrischen Ich verehrt wird und deren Geschichte auch schon in früheren Songs wie "Californication" und "By The Way" erzählt wird. Dani lebt in Armut und kennt kaum ein anderes Leben. In "Dani California" erreicht sie nach einer langen und harten Reise Kalifornien, wo sie schließlich zerbricht und stirbt. Ihre Geschichte wirkt wie ein Sinnbild für den gescheiterten amerikanischen Traum. Red Hot Chili Peppers und Drogen: Die Geschichte hinter "Snow (Hey Oh)" Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers ist eng mit Phasen extremer Drogenabhängigkeit verbunden. Unter anderem Sänger Anthony Kiedis und Gitarrist John Frusciante kämpften jahrelang mit Sucht und teilweise um ihr Leben. Der Song "Snow (Hey Oh)" greift diese Erfahrungen und den Versuch auf, sich von der Abhängigkeit zu lösen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Das Bild des Schnees kann dabei auch für ein Überdecken alter Spuren stehen und für die Chance auf einen Neuanfang. "Stadium Arcadium": Kreative Teamarbeit als Erfolgsrezept Das Besondere an den Red Hot Chili Peppers, das hört man auch auf "Stadium Arcadium" deutlich, ist ihr außergewöhnliches Zusammenspiel als Band. Die Songs werden gemeinsam geschrieben und entwickelt, wobei jedes Mitglied seinen Raum zum Glänzen bekommt. Unterstützt wurden sie von Produzent Rick Rubin, der bereits mehrere ihrer Alben betreut hatte. Sein Ansatz ist bewusst zurückhaltend. Die Band arbeitet beim Songwriting organisch, oft ausgehend von einer Idee wie einem Riff, einer Strophe oder einem Refrain. Daraus entwickeln sich nach und nach vollständige Songs. Rubin greift erst am Ende ein und konzentriert sich darauf, Überflüssiges zu streichen. [Rick Rubins] Sound ist wahnsinnig reduziert, er ist auch wahnsinnig intim. Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über die Arbeit von Produzent Rick Rubin Die Bandchemie der Red Hot Chili Peppers "Stadium Arcadium" gilt auch als kreativen Höhepunkt von Gitarrist John Frusciante, der die Band nach dem Album erneut für mehrere Jahre verließ. Schon zuvor hatte er eine längere Auszeit genommen. Auf diesem Album zeigt sich deutlich, wie stark sein Spiel von Gitarristen wie Eddie Van Halen, Tony Iommi von Black Sabbath aber ganz besonders von Jimi Hendrix beeinflusst ist. Geichzeitig überzeugt das Album durch das enge Zusammenspiel von Schlagzeuger Chad Smith und Bassist Flea. Besonders im Song "Tell Me Baby" wird deutlich, wie präzise und eingespielt die Rhythmussektion agiert und dabei fast wie eine Einheit wirkt. Shownotes Die Entwürfe für das Cover Art Design Alles über John Frusciante's Gitarrensound The Genius of Chad Smith Buchtipp: "Rick Rubin - Genie im Studio" Video von Dani California ARD Podcast-Tipp: "Herz ohne Filter" Über diese Songs vom Album "Stadium Arcadium" sprechen wir im Podcast (12:39) – "Dani California" (39:32) – "Snow (Hey Oh)" (46:30) – "Stadium Arcadium" (51:22) – "Hump De Bump" (58:50) – "Wet Sand" (01:05:10) – "Tell Me Baby" Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast (14:10) – "Californication" von den Red Hot Chili Peppers (14:48) – "By The Way" von den Red Hot Chili Peppers (24:34) – "Mary Jane's Last Dance" von Tom Petty (27:33) – "Purple Haze" von Jimi Hendrix (28:30) – "People Of The Sun" von Rage Against The Machine (53:33) – "Ghost Dance" von den Red Hot Chili Peppers (57:04) – "Salt Peanuts" von Dizzy Gillespie (01:04:00) – "Golden Brown" von The Stranglers (01:04:29) – "Burning Of The Midnight Lamp" von Jimi Hendrix (01:10:42) – "Suck My Kiss" von den Red Hot Chili Peppers

  • April 27 · 42 min

    Crosby, Stills, Nash & Young – "4 Way Street"

    Dass Crosby, Stills, Nash & Young unbedingt ein Livealbum brauchten, war spätestens seit ihrem viel umjubelten Gig beim Woodstock Festival im August 1969 klar. 1971 war es soweit: "4 Way Street" kam raus – das Live-Doppelalbum der Supergroup. Ein Album voller Gegensätze: rau, weich, akustisch, elektrisch und psychedelisch zugleich. Musik VS. Menschen – Streitigkeiten bei Crosby, Stills, Nash & Young Auf der Bühne und vor dem Publikum hat das Quartett immer gut funktioniert. Die Stimmen passten super zusammen, haben im Satzgesang toll funktioniert und auch instrumental hat die Gruppe für das Publikum das meiste aus sich herausgeholt. Hinter den Kulissen allerdings hat es immer geknirscht, erzählt der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr im Podcast. Da haben sich Crosby, Stills, Nash und Young überhaupt nicht verstanden. Was an vielen verschiedenen Faktoren und internen Konkurrenzkämpfen gelegen hat. Darüber hinaus war vor allem Neil Young oft einer der Streithähne, der zu dieser Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte. Die Songs auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young waren keine Gemeinschaftsarbeit Auch wenn Crosby, Stills, Nash und Young gemeinsam ins Studio und auf die Bühnen gegangen sind, stammen die Songs jeweils eigentlich nur immer von einem der Songwriter der Gruppe. Jeder durfte für die Shows und die Alben Musik beisteuern, aber geschrieben wurden sie immer nur von einem der Bandmitglieder, was bei der eben erwähnten Stimmung untereinander kaum verwunderlich ist. Im Prinzip ist es eine Mixtur aus Solostücken jedes einzelnen Künstlers. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street" Auch wenn wir dem Album den Stempel "Meilenstein" geben, darf man dennoch Kritik an dem Album und an der Produktion äußern, und die ist doch durchaus angebracht, findet Musikredakteur Stephan Fahrig: Wir müssen das Album ein bisschen vom Podest herunterheben, weil ich finde, es ist relativ bescheiden produziert. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street" Und auch wenn bei der Produktion des Livealbums und in der Qualität der Performance noch "Luft nach oben" gewesen wäre, trifft das Album den Zeitgeist, ergänzt Moderator Frank König. Der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr ergänzt das noch, denn auf eine High-End-Produktion und Performance kommt es seiner Meinung nach gar nicht an, bei einem Album wie diesem und Künstlern wie Crosby, Stills, Nash und Young. Es lebt nicht von der Perfektion, sondern es lebt von der Lebendigkeit. Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger Musikredakteur über die Qualität von "4 Way Street" Politische Botschaften auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young Auch wenn die Musik des Quartetts sich oftmals anfühlt wie romantische Lagerfeuermusik, wie zum Beispiel bei "Cowgirl In The Sand", so sind auf dem Album auch viele politische Botschaften enthalten. Es geht um Rassismus in den Südstaaten im Song "Southern Man" oder im Song "Ohio" auch um den Vorfall an der Kent State University, wo bei Studentenprotesten gegen den Vietnamkrieg vier Menschen von der Nationalgarde erschossen worden sind. Über diese Songs vom Album "4 Way Street" sprechen wir im Podcast (03:13) – "Suite: Judy Blue Eyes" (10:06) – "Teach Your Children" (14:50) – "Carry On" (21:02) – "Cowgirl In The Sand" (25:34) – "Southern Man" (34:13) – "Ohio" (39:09) – "Love The One You're With" Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast (16:29) – "Questions" von Buffalo Springfield (27:36) – "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd

  • April 20 · 1 hr 27 min

    Prince – "Purple Rain" (Live beim SWR Podcastfestival 2026)

    "Purple Rain" von Prince gilt als sein großes Meisterwerk, auch wenn er mit anderen Alben wie zum Beispiel "Sign O' The Times" ebenfalls sehr erfolgreich gewesen ist. Für den Auftritt beim SWR Podcastfestival in Mannheim am 12. April 2026 hat sich das Team der Meilensteine dieses legendäre Album ausgesucht, weil sich im April der Todestag von Prince zum 10. Mal jährt. Am 21. April 2016 gegen 19 Uhr abends hat sich die Meldung vom plötzlichen Tod des Megastars wie ein Lauffeuer in der deutschen Medienlandschaft verbreitet. Außerdem haben wir für diese Folge wundervolle Gäste zu uns in die Alte Feuerwache nach Mannheim eingeladen, die eine sehr persönliche (und professionelle) Verbindung zu Prince hatten und haben. Und auch das Publikum hat die Auswahl dieses Albums für unsere Liveaufzeichnung dankend aufgenommen und uns mit einem ausverkauften Saal belohnt! Mit "Purple Rain" verändert sich vieles für Prince Zum einen kann Prince sein Management und das Label überzeugen, dass "Purple Rain" nicht nur ein Album wird, sondern auch ein Film. An der Idee eines Films hatte der Künstler schon länger gearbeitet, erzählt Stephan Fahrig im Podcast. Neben dem Album war auch der Film "Purple Rain" sehr erfolgreich. Er spielte an den Kinokassen das Zehnfache seiner Kosten ein und wurde zusätzlich mit einem Oscar ausgezeichnet – für den besten Filmsong! Aber noch eine wichtige Sache verändert sich: Ab dem Album "Purple Rain" hat Prince eine feste Band an seiner Seite, statt wie vorher verschiedene, einzelne Musiker. Der Name der Band: The Revolution. Und mit der festen Band ändert sich auch die Arbeitsweise von Prince, denn ab sofort sollte es feste Proben geben – teilweise zehn bis 12 Stunden pro Tag. Für "Purple Rain" greift Prince auf bekannte Techniken der Songwriter zurück Auch wenn Prince ein musikalisches und kreatives Mastermind gewesen ist und die Proben mit seiner Band The Revolution quasi komplett mitgeschnitten worden sind, damit keine Idee verloren geht und reproduziert werden kann, hat der Künstler dennoch auf ein paar typische Songwriting-Techniken zurückgegriffen, wie zum Beispiel eine klassische Hit-Formel, erklärt Katharina Heinius im Podcast. Die Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Hit-Formel! Heißt: Zwei Drittel sind alt und ein Drittel ist neu! Das fällt dem Zuhörer gar nicht auf, der fühlt sich ein bisschen daran erinnert und fühlt sich wohl. Quelle: Katharina Heinius über die Hit-Formel von "Let's Go Crazy" Die Musik von Prince klingt energetisch, oft gefühlvoll und an vielen Stellen nach einem Mix aus Rock und Pop. Wenn wir uns die einzelnen Spuren aber genauer anschauen, dann verbirgt sich dahinter noch viel mehr, zum Beispiel echte Heavy-Metal-Gitarren. Und weil so viele unterschiedliche Bausteine – alleine im Song "Let's Go Crazy" sind – nennt Stephan Fahrig diese Musik: Avantgard-LoFi-Heavy-Metal-Synth-Pop-Rock-Classic Quelle: Stephan Fahrig, beschreibt die musikalischen Einflüsse bei "Let's Go Crazy" Jens Ritter aus Deidesheim hat Gitarren für Prince gebaut Zu Gast in der Alten Feuerwache in Mannheim war auch Jens Ritter. Er ist Gitarrenbauer aus Deidesheim und hat gleich mehrere Gitarren für Prince gebaut. Im Interview auf der Bühne erzählte er, wie die Verbindung zu dem Megastar entstanden ist. Er berichtete auch, wie es für ihn war, Prince zu treffen. Für Jens Ritter hat Prince nämlich nicht nur den Stempel "Rock- und Poplegende" sondern auch "Lifecoach". Diese Stunden und dieser Tag haben mein Leben tatsächlich extrem verändert. Quelle: Jens Ritter über seine Gespräche mit Prince Als Prince am 21. April 2016 unerwartet und plötzlich gestorben ist, konnte Jens Ritter es selbst gar nicht glauben und hat die Nachricht damals zuerst als "Fake news" wahrgenommen, bis ihm Freunde aus dem direkten Umfeld von Prince bestätigt haben, dass die schreckliche Nachricht tatsächlich wahr ist. Den Tod von Prince hat der Gitarrenbauer auf seine ganz eigene Art verarbeitet. Die ursprüngliche Idee war, dass wir eine Giarre bauen, die mit (purple) Swarovski-Steinen überzogen ist. [...] Ich habe dann einen der wichtigsten Songs meines Lebens – "Purple Rain" genommen und die Audiospur ins Griffbrett eingelegt, in massivem 24-karätigen Gold. So als Tribute-Guitar to Prince. Quelle: Jens Ritter, darüber wie er mit dem Tod von Prince umgegangen ist "Purple Rain" ist die Dramaturgische Klammer für uns und Prince Der Song "Purple Rain" ist nicht nur der letzte Song auf dem legendären und gleichnamigen Album von Musikikone Prince, sondern es war auch der letzte Song, den er jemals öffentlich performt hat, nur wenige Tage vor seinem Tod am 21. April 2016. Mehr als die Meilensteine – Das SWR Podcastfestival 2026 in Mannheim Neben dem Auftritt bzw. der Liveaufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival 2026 – der Name lässt es vermuten – waren noch ganz viele andere Podcasts vor Ort und haben ihre Fans in Mannheim umgehauen. Einen kleinen Eindruck von dem dreitägigen Event bekommt ihr hier im Aftermovie. Shownotes Webseite von Gitarrenbauer Jens Ritter Das Bild von Purple Rainer als Download Das SWR Podcastfestival 2026 Über diese Songs vom Album "Purple Rain" sprechen wir im Podcast (16:56) – "Let's Go Crazy" (45:28) – "Darling Nikki" (59:12) – "When Doves Cry" (01:06:34) – "Purple Rain" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (20:12) – "Proud Mary" von Tina Turner (20:56) – "Everybody Needs Somebody" von Blues Brothers (47:36) – "Rain" von The Beatles (01:11:49) – "Faithfully" von Journey

  • April 13 · 1 hr 2 min

    Ramones – "Ramones"

    Als die Ramones im April 1976 ihr Debütalbum herausgebracht haben, waren sie sowas wie ein Gegenentwurf zu dem filigranen, durchdachten und aufwendigen Artrock und den Progressive Rockbands der Zeit. Schnell, laut und einfach sollte es sein – Punkrock eben. Die Ramones sind unglaublich einfach in ihrer Greifbarkeit [...] und in ihrer Klarheit. Quelle: Katharina Heinius über die Stärke der Ramones Obwohl der Begriff "Punk" in der Heimat der Ramones, New York, bis dahin noch nicht wirklich bekannt war: Die Ramones waren neu, interessant und begehrt, zumindest was die Liveshows der Band betrifft, erzählt Meilensteine Host Frank König. Die Plattenverkäufe der Band liefen in der Anfangszeit eher weniger gut. CBGB's – Eine Heimat für den Punk: Die Gründung der Ramones in New York Entstanden sind die Ramones im Umfeld des legendären Clubs und Plattenladens "CBGB", im New Yorker Stadtteil Manhattan, einem sehr "musikerfreundlichen Club", wie Katharina Heinius es im Podcast beschreibt. Das bedeutet, die Musiker haben große Teile der Eintrittsgelder erhalten und hatten dort vor allem Auftrittsmöglichkeiten. Wichtige Grundvoraussetzung des Inhabers: Es durften keine Coversongs gespielt werden. In diesem Umfeld hatten die Ramones, die sich 1974 gegründet haben, ihre ersten Auftritte. Harte Zeit für Punk: Die Ramones hatten einen langen Weg zum Debütalbum Auch wenn die Ramones live ein Publikum begeistern konnten – einen Plattenvertrag wollte ihnen anfangs keiner geben. Die Plattenfirma Sire Records bot ihnen zunächst einen Vertrag über eine einzige Single an, was die Band ablehnte. Erst gut ein Jahr später bekamen sie dort dann doch einen Vertrag über ein ganzes Album: ihr Debütalbum. Etwas Unterstützung bekamen sie von der "Godmother of Punk" Patti Smith. Sire Records wollte eigentlich sie unter Vertrag nehmen, aber Smith lehnte ab und empfahl dem Plattenlabel, sich doch die Ramones mal genauer anzuschauen, wie Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt. Als der Plattenvertrag unterzeichnet war, ging dann alles sehr schnell mit dem Album. Die Ramones – typisch Punk – waren keine Fans von Studioarbeit und wollten die Sessions im achten Stock der Radio City Music Hall schnell hinter sich bringen. Sie haben nur fünf Tage gebraucht für das komplette Album! Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit der Ramones Der Punk der Ramones und ihres Debütalbums war schnell – nicht nur musikalisch Auch wenn es auf dem Weg zum ersten Album ein paar Unwägbarkeiten und Steine im Weg gab, ging es, als der Plattenvertrag unterschrieben war, sehr schnell. Dieses Tempo sorgte auch dafür, dass die Ramones sozusagen die ersten ihrer Art waren, die ein Album in diesem Genre veröffentlichten, auch wenn in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Punkszene entstanden ist. Es war auch ein Wettlauf, wer bringt das erste Album raus, das dieses Genre definiert? Und das waren die Ramones! Quelle: Benjamin Brendebach Musikredakteur über die Ramones Auch wenn die Ramones nicht "die ersten ihrer Art waren" – sie waren klar definiert und prägend für die ganze Szene. Und das, obwohl die ursprüngliche Heimat des Punks oft in Großbritannien, genauer gesagt England, gesehen wird. Die amerikanische Band Ramones war im Grunde genommen auch der Startschuss für den Punkboom in Großbritannien, weil sie schon im Juli 1976 in London auftraten und zwei ausverkaufte Shows im Stadtteil Camden spielten, erzählt Katharina Heinius im Podcast. Als die angekündigt wurden, haben die Leute gesagt: Das ist der neueste heiße Scheiß aus New York, da müssen wir hingehen. Quelle: Benjamin Brendebach über die Londoner Konzerte der Ramones 1976 Das macht den Punk und das Debütalbum von den Ramones so besonders Die Ramones sind mit ihrer Musik und vor allem ihrem selbstbetitelten Debütalbum zu Ikonen des Punk geworden und haben echte Pionierarbeit geleistet – schnörkellos und mit erhobenem Mittelfinger. Die Bedeutung ihres Debütalbums beschreibt Musikredakteur Benjamin Brendebach so: Sie haben ihren Stil entwickelt und damit eigentlich auch den Punk entwickelt. Das Album ist roh, es ist schnell, es ist laut! Die Songs sind nicht länger als drei Minuten. Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Debütalbum der Ramones Shownotes Buchtipp: "Please Kill Me – Die unzensierte Geschichte des Punk" Webseite der Cover-Fotografin Roberta Bayley ARD Podcast-Tipp: "Being The Beatles" Über diese Songs vom Album "Ramones" sprechen wir im Podcast (19:46) – "Blitzkrieg Bop" (35:26) – "Judy Is A Punk" (43:05) – "I Don't Wanna Walk Around With You" (46:24) – "I Wanna Be Your Boyfriend" (51:53) – "53rd & 3rd" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:08) – "Boss Hoss" von The Sonics (06:07) – "Raw Power" von Iggy & The Stooges (06:55) – "Personality Crisis" von The New York Dolls (07:57) – "Gloria" von Patti Smith (17:34) – "Kick Out The Jams" von MC5 (28:08) – "Saturday Night" von Bay City Rollers (31:06) – "My Dark Hour" von Steve Miller und Paul Ramone (37:41) – "The Punk And The Godfather" von The Who (47:36) – "I Should Have Known Better" von The Beatles (48:18) – "I Wanna Be Your Man" von The Beatles (48:40) – "I Wanna Be Your Man" von den Rolling Stones

  • April 6 · 52 min

    Pink – "I'm Not Dead"

    2006 hat Pink mit "I'm Not Dead" ihr viertes Studioalbum herausgebracht, bei dem schon direkt der Albumtitel ein Statement ist: Ich bin nicht tot! Ein Album und ein Statement, mit dem Pink klarmacht, dass sie gekommen ist, um (im Popbusiness) zu bleiben. Ihren internationalen Durchbruch hatte Pink mit ihrem zweiten Studioalbum "Missundaztood" im Jahr 2001 geschafft. Darauf waren mit Songs wie "Get The Party Started", "The Pill" und "Family Portrait" auch ihre ersten internationalen Hits – mit allen drei hatte sie es bei uns in die Top 10 geschafft. Bei "I'm Not Dead" erreicht Pink die nächste Stufe Sängerin Pink hat eigentlich seit Beginn ihrer Karriere das Image der selbstbestimmten, starken Frau – womit sie selbst ein tolles Vorbild ist. Nur wie sie das verkörpert und präsentiert hat, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Sie hat erkannt: Sie ist jetzt Erwachsen! Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über Pinks Wandel War sie bei Songs wie "Get The Party Started" eher noch "die freche Göre", die einfach gemacht hat, was sie will, ist sie bei ihren Songs vom Album "I'm Not Dead" erwachsener geworden, hat dabei aber kein bisschen ihrer Stärke verloren. Sie hat gerafft: Kindheit ist vorbei und jetzt wird's richtig ernst, Freunde! Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über den Albumtitel "I'm Not Dead" von Pink Für "I'm Not Dead" holt Pink sich Unterstützung Dass Popstars für das Schreiben ihrer Songs oft auf Songwriter zurückgreifen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Pink hat in ihrer Vergangenheit mit bekannten Songwritern und Songwriterinnen zusammengearbeitet. Für ihren Erfolgssong "Get The Party Started" hat Pink sich Unterstützung von Linda Perry geholt. Linda Perry war in den 90ern die Frontfrau der Gruppe "4 Non Blondes", die vor allem durch ihren Kulthit "What's Up" weltweit bekannt geworden ist. Als Songwriterin hat Linda Perry neben Pink auch schon mit Sängerinnen wie Christina Aguilera, Gwen Stefani, Alicia Keys oder Celine Dion zusammengearbeitet. Das ist immer die Frage, auf die keiner kommt: Wer ist nach Paul McCartney der erfolgreichste Songschreiber? Dann fallen einem einfach 20 große Stars ein, aber die Wahrheit ist: Es ist Max Martin! Quelle: Jochen Stöckle über Songwriter und Produzent Max Martin Für ihr Album "I'm Not Dead" hat sich Pink Support aus Schweden geholt, von Songwriter und Produzent Max Martin. Über 25 Nummer-1-Hits hat er geschaffen und ist damit seit Jahren quasi ein Garant für einen Charterfolg. Er hat zum Beispiel Britney Spears bei ihrem Durchbruch geholfen und an Songs für Boybands wie N*Sync und die Backstreet Boys mitgearbeitet. Bei Pinks Album "I'm Not Dead" war er gleich an mehreren Songs beteiligt. Musikalisch und persönlich hat sie sich da gefunden. Das ist einfach Pink! Und die kann man auch nicht kopieren oder nachahmen. Sie ist einfach ein Unikat! Quelle: Franka Morgano, Sängerin über Pink und das Album "I'm Not Dead" "Stupid Girls" vom Pink-Album "I'm Not Dead" hat eine starke Botschaft Der Albumopener "Stupid Girls" ist einer der erfolgreichsten der Platte und er hat gleichzeitig auch eine starke Botschaft: "Sei kein dummes Mädchen", appelliert Pink in ihrer Vorbildrolle an alle Mädchen, Frauen und Teenager. Erfüllt nicht die Klischees von langen Fingernägeln, kurzen Tops und teuren Handtaschen, um anderen zu gefallen, so heißt es sinngemäß im Songtext und im Musikvideo. Dort persifliert die Sängerin die Popstars und IT-Girls zu der Zeit Anfang der 2000er wie Lindsay Lohan, Paris Hilton oder auch Sängerin Jessica Simpson. Für das Musikvideo hat Pink dann auch noch den MTV Video Music Award in der Kategorie "Bestes Pop Video" bekommen. Der Familienmoment auf "I'm Not Dead" von Pink Die Liebe zur Musik hat Pink von ihrem Vater, sagt sie selbst. Und vor allem ihr Vater war eine sehr wichtige Bezugsperson für sie. Auf dem Album singt Pink gemeinsam mit ihrem Vater einen Song, den er selbst über seine Zeit im Vietnamkrieg geschrieben hat. Für sie war es der erste Song, den sie jemals gelernt hat zu singen. Dieser Song ist der emotionale Höhepunkt der Platte. Das Vermächtnis von "I'm Not Dead" und Pink Für Podcastgast Franka Morgano liegt die Stärke des Albums "I'm Not Dead" wieder darin, dass Pink eindrucksvoll zeigt, dass es sich lohnt, man selbst zu sein und, dass es nichts bringt, sich zu verbiegen, denn das würde das Publikum sowieso merken, sagt die Sängerin aus eigener Erfahrung. Sei du selbst! Egal, was andere sagen! Quelle: Franka Morgano, Sängerin über das Vermächtnis von Pink und ihrem Album "I'm Not Dead" Shownotes Musikvideo zum Song "Stupid Girls" Pinks Rede bei den "MTV Video Music Awards" (2017) ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!" Über diese Songs vom Album "I'm Not Dead" sprechen wir im Podcast (16:22) – "Stupid Girls" (22:07) – "Who Knew" (29:29) – "I Have Seen The Rain" (39:35) – "Dear Mr. President" (47:53) – "I'm Not Dead" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (09:22) – "Key To My Heart" von Pink (10:22) – "Lady Marmalade" von Missy Elliott, Christina Aguilera, Lil' Kim, Mya, Pink (17:14) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini" von Brian Hyland (17:40) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" von Caterina Valente (24:05) – "...Baby One More Time" von Britney Spears (24:21) – "That's The Way It Is" von Celine Dion (24:27) – "It's My Life" von Bon Jovi (24:33) – "Cloud Number Nine" von Bryan Adams (25:09" – "I Want It That Way" von den Backstreet Boys

  • March 30 · 1 hr 20 min

    50 Jahre BAP – "Paar Daach Spääder"

    Diesmal geht es nicht nur um ein einzelnes Album, sondern BAP als Liveband im Spiegel von fünf Jahrzehnten Musikgeschichte. Passend dazu ist am 27. März 2026 die Jubiläumsbox "Paar Daach Spääder" erschienen, mit 50 Live-Aufnahmen aus 50 Jahren BAP. Für dieses Meilensteine-Special kommt einer zu Wort, der diese Geschichte wie kein Zweiter geprägt hat: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Gemeinsam mit Meilensteine-Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach blickt er zurück auf 50 Jahre Bandgeschichte. Zur Aufzeichnung haben sich die drei im legendären Maarwegstudio2 in Köln getroffen, in dem auch einige BAP-Alben entstanden sind. Die Anfänge von BAP – Vom Hühnerstall zum Rockpalast Nach einem Malerei-Studium in den frühen 1970er-Jahren absolvierte Wolfgang Niedecken gerade den Zivildienst und macht immer wieder mit unterschiedlichen Leuten Musik. Die Gruppe, die sich ab 1976 um ihn bildet, trifft sich zunächst in wechselnder Besetzung. An eine Rockstar-Karriere denkt zu diesem Zeitpunkt niemand. Wir hatten keinen Karriere-Plan. Quelle: Wolfgang Niedecken zu den Anfängen von BAP Der entscheidende Impuls kommt dann eher zufällig: Ein Saxophonist aus einer früheren Band meldet sich bei Niedecken. Er habe einen Bauernhof geerbt, erzählt er. Dort gebe es einen Hühnerstall, den man mit etwas Arbeit in einen Probenraum umbauen könne. Kein großer Plan und kein Karrieregedanke – einfach ein Ort, an dem man wieder zusammen Musik machen kann. Seinen ersten kölschen Song schrieb Wolfgang Niedecken damals aus Liebeskummer. Der Song kommt gut an, nach und nach entstehen weitere Songs und schließlich ein ganzes Album. Nach der Veröffentlichung wird die Band allerdings wieder umbesetzt. Viele der Musiker haben andere berufliche Verpflichtungen. Auch in den folgenden Jahren bleibt BAP in Bewegung. Mit Klaus Heuser, genannt "Major", kommt 1980 dann aber ein Gitarrist dazu, der die Band und ihren Sound bis 1999 entscheidend prägt. Das ist das schöne bei uns, es entwickelt sich alles organisch. Quelle: Wolfgang Niedecken über die wechselnde Bandbesetzung Als BAP im August 1982 auf der Loreley spielen, wird langsam klar, dass aus der Musik mehr werden könnte. Der Auftritt findet im Rahmen des Rockpalast statt. Das Konzert wird europaweit live im Fernsehen übertragen und verschafft der Band eine ganz neue Reichweite. Als offiziellen Gründungstag nennt Wolfgang Niedecken übrigens den 19. Juni 1976 – den Tag, an dem ihn der Anruf wegen des Hühnerstalls erreichte. "What the hell is this?" – Als BAP selbst Mick Jagger beeindruckten In 50 Jahren haben BAP einige bemerkenswerte Meilensteine erreicht. Sie schafften es, 13 Nummer-eins-Alben herauszubringen und übertrumpften damit sogar die Beatles. Im Jahr 1982 spielen BAP als Vorband für die Rolling Stones – eine Band, die für sie immer ein wichtiges Vorbild war. Ihr Song "Hück ess sing Band en der Stadt" ist ihnen gewidmet. Und auch an diesem Abend hinterlassen BAP Eindruck: Schon als Vorband reißen sie das Publikum mit – so sehr, dass es selbst den Stones nicht entgeht. Mick Jagger soll die Szene mit einem ungläubigen "What the hell is this?" kommentiert haben. Diese unbändige Spielfreude (von uns), die war natürlich großartig. Wenn wir auf Festivals gespielt haben, hatte die Band, die nach uns gespielt hat, ein Problem. Quelle: Wolfgang Niedecken über die Spielfreude von BAP bei ihren Konzerten Wenn Kölsch plötzlich nicht passt Politik, deutsche Geschichte und gesellschaftliche Haltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von BAP und Wolfgang Niedecken. Immer wieder greifen ihre Songs diese Themen auf – etwa in "Amerika" oder "Kristallnacht". Auch "Absurdistan" gehört in diesen Zusammenhang und zeigt gleichzeitig eine Besonderheit: Der Song beginnt nicht auf Kölsch, sondern auf Hochdeutsch. Wolfgang Niedecken erklärt, dass das keine bewusste Entscheidung war, sondern eher ein Gefühl. Beim Einsingen merkt er, dass sich das Kölsch hier nicht richtig anfühlt. Erst im Refrain kehrt die vertraute Sprache zurück. Für Niedecken selbst war das eine interessante Erfahrung für seinen eigenen Songwritingprozess. Die Musik von BAP als Spiegel deutscher Geschichte Für SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach erzählt "Paar Daach Spääder" mehr als nur die Geschichte von BAP. In der Jubiläumsbox spiegelt sich auch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte wider, und eine Band, die immer dann präsent war, wenn es darauf ankam, Position zu beziehen. Haltung zu zeigen, sagt Wolfgang Niedecken, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er könne gar nicht anders. Dabei gehe es ihm nie darum, zu belehren oder politische Vorgaben zu machen. Vielmehr wolle er Menschen dazu bringen, sich mit den wichtigen Fragen auseinanderzusetzen. Ich will die Leute dazu kriegen, dass sie sich mit den wichtigen Sachen auseinandersetzen. Quelle: Wolfgang Niedecken über seine Intentionen bezüglich seiner Haltung Grenzen von außen habe es dabei kaum gegeben. Weder Plattenfirmen noch andere Akteure hätten ihm vorgeschrieben, was gesagt werden darf oder was nicht. Haltung war bei BAP immer Teil der Musik. Auch mit Blick auf jüngere Bands sieht Wolfgang Niedecken diese Haltung weiterleben. Gruppen wie Kraftklub, Von Wegen Lisbeth oder AnnenMayKantereit stehen für ihn für eine neue Generation von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Gerade in AnnenMayKantereit erkennt Niedecken dabei vieles wieder, was auch BAP geprägt hat. 50 Jahre BAP und 75 Jahre Wolfgang Niedecken 50 Jahre BAP – das sind fünf Jahrzehnte voller prägender Momente mit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands und ihrem Frontmann Wolfgang Niedecken. Anlass genug, um zu gratulieren: zum Bandjubiläum und zu Niedeckens 75. Geburtstag. Eine kleine, persönliche Geste gibt es obendrein: Meilensteine Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach bringen dem Geburtstagskind ein Poster mit einer Collage aus 2CV-Enten mit. Eine Anspielung auf Niedeckens legendäre "Kastenente", die ihn in den Anfangsjahren von BAP oft begleitet hat. Shownotes Die neue CD/LP Box "Paar Daach Spääder" von BAP BAP - Zeitreise 81/82 - Sartory Säle, Köln 2023 in der ARD Mediathek YouTube-Kanal von BAP WDR Rockpalast Doku "Dann kam alles anders - Wolfgang Niedecken wird 70" Maarwegstudio2 – hier haben wir die aktuelle Folge aufgenommen ARD Podcast-Tipp: "Ball you need is love" von Arnd Zeigler Über diese Songs vom Album "Paar Daach Spääder" sprechen wir im Podcast (15:45) – "Hück ess sing Band en der Stadt" (24:51) – "Psycho-Rodeo" (37:15) – "Paar Daach fröher" (41:30) – "Helfe kann dir keiner" (46:30) – "Amerika" (54:26) – "Et Levve ess en Autobahn" (1:00:50) – "Time Is Cash Time Is Money (Bläck Fööss)" (1:04:47) – "Absurdistan"