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TV & FilmFilm History

KULTFILME

The St. George Herald

Monty Arnold & Torben Sterner unternehmen einen hilfreichen Streifzug durch die Filmgeschichte, zunächst am Beispiel der Kultfilme – von „Metropolis“ (1927) bis „Pulp Fiction“ (1994). In der laufenden zweiten Staffel halten sie pro Folge einen Kultfilm-Azubi und einem Geheimtipp parat. Parallel zur zweiten gibt es vereinzelt Folgen aus der dritten Staffel "Kultfiguren". Darin werden einzelne Stars, Charaktere oder Popkulturphänomene in den Blick genommen.

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  • 25 episodes
  • Avg 35 min
  • German

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  • #116
    Yesterday · 36 min

    Die Teuflischen / Alles, was wir geben mussten

    Im Internat A) Die Teuflischen / Les diaboliques Französischer Thriller von 1954 Der geizige Privatschullehrer Michel Delasalle quält seine Gattin Christina wie auch seine Geliebte Nicole, eine der Lehrerinnen, mit ausgesuchter Bosheit und genießt den Tratsch im Kollegium. Die gedemütigten Frauen tun sich für ein Mordkomplott zusammen. Sie wollen Michel in der Badewanne ertränken und im Schwimmbecken der Schule versenken, wo ihn nach ein paar Tagen zur allgemeinen Überraschung jemand entdecken wird. Doch der Leichnam lässt sich Zeit damit, an die Oberfläche zu kommen … Jahrzehntelang wurde dieser Film als amoralisches Vergnügen gefeiert. Das später auch für Hitchcocks „Vertigo“ verantwortliche Duo Boileau et Narcejac gratulierte Henri Georges Clouzot zu den Änderungen, die er für seine Verfilmung an ihrer Vorlage vorgenommen hatte. Ein 1996 entstandenes Remake mit Sharon Stone in der Rolle von Simone Signoret schlägt sich erstaunlich gut – weil es sich wiederum genau an die Version von 1954 hält. B) Alles, was wir geben mussten / Never Let Me Go Englische Dystopie von 2010 England Ende der 70er Jahre in einem Parallel-Universum. Drei Freunde erleben trotz der seltsamen Kontrollmechanismen in einem abgeschieden Eliteinternat, in dem besonders streng auf die Gesundheit der Zöglinge geachtet wird, eine glückliche Kindheit. Ruth ist eifersüchtig auf die Zuneigung, die Kathy und Tommy füreinander hegen und drängt sich als Teenager aggressiv zwischen die beiden. Sie wird das später bereuen, doch es bleibt keine Zeit für eine zweite Chance: die Kinder von Hawisham sind todgeweihte Klone. Und man hat ihnen von Anfang an beigebracht, nicht aufzubegehren.Andrew Garfield liefert hier kurz vor dem Aufstieg zum Weltstar seine bis heute imposanteste schauspielerische Leistung. Die notorisch abgründige Charlotte Rampling erhält Gelegenheit zu einer Paraderolle als Internatsdirektorin. Kazuo Ishiguro war in die Adaption seines Romans intensiv eingebunden. Der Literaturnobelpreisträger hatte Jahre zuvor mit „Was vom Tage übrig blieb“ auch in der Popkultur Furore gemacht. __________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

    • Chapters
  • Wednesday · 7 min

    Primetime

    Aktuelle Filmkritik

  • September 17 · 30 min

    Pressure

    Aktuelle Filmkritik

  • #114
    September 10 · 44 min

    Szenen einer Ehe / Der Tod steht ihr gut

    Trennung bitte! A) Szenen einer Ehe / Scener ur ett äktenskap Schwedisches Drama von 1973 Marianne und Johan führen eine scheinbar vorbildliche Ehe. Doch als der Streit eines befreundeten Paares in der Scheidung gipfelt und Johan wenig später mit der 23jährigen Studentin Paula durchbrennt, ist auch ihre Ehe am Ende. In langen Einstellungen begleitet der Film seine Helden auch durch die Phase der Trennung und darüber hinaus.In Schweden war der TV-Fünfteiler ein Straßenfeger. Die 155minütige Kinofassung machte Ingmar Bergman vom geachteten Kunstfilmer zu einem Weltstar des Kinos und veränderte die Art, wie im Film von Beziehungen erzählt wird. Woody Allen, ein Verehrer des Regisseurs, drehte wenige Jahre später mit „Innenleben“ seinen ersten „Bergman-Film“. Bergman selbst verabschiedete sich – wiederum im Fernsehen – 30 Jahre später mit einer Wiederbegegnung von Johann und Marianne in „Sarabande“ von seinem Publikum. B) Der Tod steht ihr gut / Death Becomes Her Satirische US-Horrorkomödie von 1992 Die unscheinbare Helen will ihren neuen Lover Ernest auf die Probe stellen – und fällt damit auf die Nase. Der junge Mediziner verfällt augenblicklich der Schauspielerin Madeleine, die Helen seit Jugendtagen schon viele Männer ausgespannt hat. 17 Jahre später hadert Madeleine mit ihrem Alter, die Ehe ist längst am Ende und Ernest zum Alkoholiker verkümmert. Da taucht Helen auf und will ihren Mann zurück. Sie scheint jünger und schöner denn je. In ihrer Verzweiflung lässt sich Madeleine mit einer Magierin ein, die ihr ein Verjüngungsserum verkauft. Es wirkt, hat aber eine fatale Nebenwirkung … Diese kluge Sozialsatire von Robert Zemeckis kommt als starbesetzte Slapstick-Komödie mit Show-Einlage daher. Bei Meryl Streep sind wir an große Schauspielkunst gewöhnt, doch die Popstars Goldie Hawn und Bruce Willis stehen ihr in nichts nach, und ihre Leistung wirkt völlig unangestrengt. Nächste Woche: Marlene (1983) und Fedora Zu Gast: Karola Oswald ________________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Siehe auch https://www.podcast.de/episode/693843631/jeanne-dielman-dolores Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

    • Chapters
  • #113
    September 3 · 44 min

    Taxi Driver / L.A. Confidential

    In Augias‘ Stall Taxi Driver Amerikanisches Thrillerdrama von 1976 Der Vietnam-Veteran Travis Bickle ist ein New Yorker Taxifahrer. Seine Nachtfahrten führen ihn durch einen hygienischen und moralischen Sumpf, ekeln ihn an und lassen ihn langsam irre werden. Er träumt davon, „ein großer Regen“ möge „den Abschaum von der Straße spülen“. Er beginnt, sich körperlich zu stählen, und bewaffnet sich. Erst will er einen Politiker ermorden, doch dann richtet sich sein Zorn auf einen Zuhälter, der die minderjährige Prostituierte Iris in den Klauen hat … Dieser über weite Strecken mediative Reißer war ein Karriere-Booster für den Drehbuchautor Paul Schrader, die Stars Jodie Foster und Robert De Niro, den Regisseur Martin Scorsese sowie das fortan unzertrennliche Team Scorsese/De Niro. Bernard Herrmann – einst Hauskomponist der Regie-Legenden Orson Welles und Alfred Hitchcock – gab seine stilistisch überraschende Abschiedsvorstellung; er starb wenige Stunden nach dem Ende der Aufnahmesession. L. A. Confidential Amerikanischer Thriller von 1998 Sechs Tote, darunter ein Cop: Anfang der 50er Jahre ist die Polizei von L. A. mit diesem scheinbar sinnlosen Blutbad beschäftigt. Der ehrgeizige junge Beamte Ed Exley löst den Fall und wird befördert. Als er herausfindet, dass er die Falschen eingelocht hat, tut er sich auf eigene Faust mit den Kollegen Jack Vincennes und Bud White zusammen, mit denen ihn wenig verbindet und von denen jeder seine eigenen Interessen verfolgt. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass sie alle den gleichen mächtigen Gegner haben. Starautor James Ellroy verarbeitet in mehreren seiner Romane den gewalttätigen Vater und das Leid, das dieser ihm und seiner Mutter angetan hat. Doch während „Die schwarze Dahlie“ 2006 reißerisch und konventionell verfilmt wurde und zu recht vergessen ist, erlaubt sich die Umsetzung von „L. A. Confidental“ eine gediegene, beinahe freundliche Atmosphäre und erreicht eine Qualität, die viele an den Klassiker „Chinatown“ denken ließ. ______________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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  • #112
    August 27 · 1 hr 23 min

    Im Himmel ist die Hölle los / Vorwiegend heiter

    Nie wieder Fernsehen! Gast: Bürger Lars Dietrich A) Im Himmel ist die Hölle los Satirische Schlagerklamotte von 1983 Deutschland im Jahre 1988. Die pummelige Grundschülerin Mimi ist in heller Aufregung, als ihr Idol Willi Wunder in die Stadt kommt, um seine TV-Show zu moderieren. Als kurz vor der Sendung Willis Assistentin ums Leben kommt, wird die Suche nach einer Nachfolgerin ausgerufen. Unter den Mädchen des Ortes bricht ein erbitterter Kampf aus, an dem sich auch die schüchterne Mimi beteiligt. Klatschreporterin Vanessa Video wittert eine Chance, Willi Wunder endlich zu vernichten – und schreckt auch vor Mord nicht zurück … Was zunächst wie eine echte deutsche Schlagerklamotte wirkt, ist in Wahrheit eine Parodie auf die Zeit, als die Glotze das wichtigste Möbel in deutschen Haushalten war und alle unbedingt „ins Fernsehen“ wollten. Es ist außerdem ein Science-Fiction-Film, der sich ausmalt, was mit der Bevölkerung passiert, wenn tatsächlich – wie damals angekündigt - das Privatfernsehen eingeführt wird. Die schräge ZDF-Koproduktion wurde zum Lieblingsfilm der Subkultur und ihrer Fans, dessen Dialoge auswendig gelernt und zitiert wurden. Das Ensemble besteht aus Veteranen der Factory des verstorbenen Starregisseurs Rainer Werner Fassbinder und künftigen Fernsehstars wie Dirk Bach und Ralph Morgenstern. B) Vorwiegend heiter / It’s Always Fair Weather Amerikanisches Filmmusical von 1956 Die Weltkriegskameraden Ted, Doug und Angie schwören sich, einander auch in Friedenszeiten die Treue zu halten und sich zehn Jahre später in ihrer alten Stammkneipe wiederzutreffen. Als sie das wirklich tun, finden sie einander grauenhaft. Eine Fernsehproduzentin will ihr frustrierendes Treffen in ihrer Live-Show als rührendes Wiedersehen ausschlachten. Das ärgert die Veteranen – hat aber letztlich auch sein Gutes … Der Film zeigt das amerikanische Filmmusical im Stadium der Reife und gilt als eine handwerkliche Glanzleistung des Genres. Doch für das US-Publikum kam er knapp zu spät: so etwas war nicht mehr in Mode. Das lag auch an der Konkurrenz des Fernsehens, das hier persifliert wird. Für das deutsche Publikum kam der Film 30 Jahre zu früh, denn er beschreibt eine Art von Live-Shows mit Normalbürgern, die sich bei uns erst mit dem Privatfernsehen etablieren sollten. Dass Billy Wilder sich in seinem Film „Das Appartement“ auf einen Running Gag dieses Musicals bezieht, ist der kleine Zipfel Ruhm, den „It’s Always Fair Weather“ erhaschen konnte. ________________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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  • #111
    August 20 · 53 min

    Summer Of Kult: Zwei Stühle, sechs Meinungen

    Zum Abschluss der Sommerserie wird sich gründlich entzweit über: Blow Up Britisch-italienischer Mystery-Thriller von 1966 London in den Swinging Sixties. Der hippe, erfolgreiche, aber vom Leben angeödete Modefotograf Thomas fotografiert im Park von weitem ein diskutierendes Liebespaar. Bei der Entwicklung der Bilder fällt ihm ein seltsames Detail auf. Als er dieses immer weiter vergrößert – to blow up -, glaubt er, einen Mord fotografiert zu haben. Es gelingt ihm nicht, einen seiner Freunde für diese aufregende Entdeckung zu begeistern. Die Frau auf den Bildern hat umso größeres Interesse daran. Sie wird bei Thomas vorstellig und fordert die Herausgabe des Negativs. Er trickst sie aus, doch dabei bleibt es nicht … Der italienische Starregisseur Michelangelo Antonioni begann als Assistent von Roberto Rosselini und entwickelte dessen Stilrichtung, den damals tonangebenden Neorealismus, ab 1950 selbstbewusst weiter. Als Antonioni mit „Blow Up“ seinen ersten Film in englischer Sprache vorlegte, war er bereits einer der Größten des europäischen Kinos. Dieser Film bist bis heute sein beliebtester, der meistdiskutierte und am häufigsten wiederaufgeführte. E.T. – Der Außerirdische / E.T. – The Extra-Terrestrial Amerikanisches Science-Fiction-Märchen von 1982 Als ein Raumschiff aus einer fernen Galaxis seinen Erkundungsflug zur Erde Hals über Kopf beendet und abfliegt, bleibt einer der Passagiere in einem Waldgebiet nahe Los Angeles zurück. Der kleine runzlige Kerl versteckt sich in einem Geräteschuppen, wo er vom Sohn der Familie Toomey entdeckt wird. Der zehnjährige Elliott nimmt E.T., den Extra-Terrestrischen, heimlich mit auf sein Zimmer, füttert ihn mit Schokolade und bringt ihm Sprechen bei. Während E. T. ein Funkgerät zusammenbastelt, um seine Artgenossen zu Hilfe zu rufen, macht sich die Regierung auf die Suche nach ihm. Sie hat von seiner Ankunft Wind bekommen und möchte ihn konfiszieren. Es stellt sich heraus, dass E.T. die Anwesenheit auf der Erde gesundheitlich nicht bekommt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt – und der uralte Kampf der unschuldigen Kinderseele gegen die korrupte Welt der Erwachsenen. Über Steven Spielbergs alles überragenden Welterfolg ist kaum etwas Freundliches ungesagt geblieben. Hier kommt ein stellvertretendes Zitat von vielen, die die Begeisterung teilten. Das Filmlexikon des Katholischen Filmdienstes freute sich über ein Werk, das die unbeschwerte Trivialität des Comicstrip, die technische Phantasie des Science-Fiction-Films und familienfreundliche Sentimentalität zur perfekten Kinounterhaltung verarbeitet. The Visit US-Teenie-Horrorfilm von 2015 Die Teenager Tyler und Rebecca haben durchgedrückt, ihre Großeltern besuchen zu dürfen, obwohl sich Mutter Loretta vor langer Zeit restlos mit ihnen überworfen und den Kontakt abgebrochen hat. Während sie eine Kreuzfahrt mit ihrem neuen Lover macht, fahren der extrovertierte Tyler und seine pfiffige große Schwester für eine Woche aufs Land. Rebecca filmt die ganze Reise mit dem Smartphone, um sie zu einer Doku zu verarbeiten. Die Kids werden herzlich empfangen, wundern sich jedoch bald darüber, wie seltsam das Alter die Menschen macht. Nach und nach werden ihnen Oma und Opa immer unheimlicher … Der gesamte Film ist als Found-Footage-Montage gestaltet. Das mag damit zusammenhängen, dass Autorenfilmer M. Night Shyamalan nach seinem Durchbruch mit „The Sixth Sense“ einen Abstieg hinnehmen und kleinere Brötchen backen musste. Doch die kleine Form bekommt dem Ergebnis ausgezeichnet. „The Visit“ ist ein klug aufgebautes, raffiniertes und gut besetztes Kammerspiel, das sämtliche Shyamalan-Unsitten davor und danach vermeidet. Sogar die Synchronfassung ist meisterlich. _____________ Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD als Beitrag zur Serie Kultfilm-Azubis Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folgt uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner --------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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  • #110
    August 13 · 1 hr 4 min

    Summer of Kult: Marlon Brando

    Marlon Brando ist der einzige männliche Kultstar, der es heute noch halbwegs mit der Popularität eines Humphrey Bogart aufnehmen kann, den wir vor zwei Wochen gefeiert haben - auch wenn solche Legenden leider insgesant langsam in Vergessenheit geraten. In der Fachliteratur steht Brando, zeitweise der bestbezahlte Filmstar der Welt, neben Namen wie Bogart oder Marilyn Monroe noch immer ganz oben im Regal. Er hat es zeitlebens verstanden, sich und seine Fans mit einem herben Duft von Haltung und Rebellentum einzustänkern. Wir hören hinein in die Gespräche über drei seiner Filmauftritte: Der letzte Tango in Paris / L’ultimo Tango a Parigi Französisch-Italienisches Drama von 1974 Nach dem Selbstmord seiner Frau trifft der verstörte amerikanische Hotelier Paul bei einer Wohnungsbesichtigung in Paris die 19jährige Jeanne. Der alternde Mann und das in den Tag hineinlebende Mädchen erliegen einer seltsamen Faszination füreinander und lieben sich in der leeren Wohnung. Sie treffen sich nun regelmäßig, um hemmungslos ihre sexuellen Fantasien auszuleben. Sie vereinbaren, sonst nicht nach dem Leben des anderen zu fragen. Das geht nur ein paar Tage lang gut … Bernardo Bertlouccis Körper- und Seelen-Striptease ist der populärste aller Skandalfilme, ein „Casablanca“ des gehobenen Schweinkrams. Marlon Brandos Partnerin Maria Schneider hat später offenbart, sie sei tatsächlich vor der Kamera vergewaltigt worden, was Bertolucci erst 2013 öffentlich zugab – zwei Jahre nach dem Tod der Schauspielerin. In die Skandalgeschichte des Films ließ sich dieses Detail gut integrieren. Gato Barbieris Soundtrack wurde unabhängig von seiner Quelle zum Klassiker. Apocalypse Now Vietnam-Kriegsfilm von 1979 Captain Willard erhält von seiner Stabsstelle den Auftrag, in den Wirren des Vietnamkriegs nach Colonel Kurtz zu suchen, einem Elitekrieger, der eines Tages im Dschungel Kambodschas untertauchte und - offenbar verrückt geworden – ein Terrorregime errichtet hat. Für die US-Army ist er außerdem ein Sicherheitsrisiko. Willards Eintauchen in den Urwald wird zu einem Trip in die eigenen Abgründe und zur sprichwörtlichen Reise ins Herz der Finsternis. Ungeachtet seines Ruhmes, seines Erfolges und dem Prädikat, der wichtigste aller Vietnam-Filme und ein Meisterwerk des Kinos zu sein, wird immer wieder punktuelle Kritik an Apocalypse Now geübt, der sehr freien und doch treffenden Verfilmung einer Erzählung von Joseph Conrad. Auch sein Regisseur Francis Ford Coppola hat die Welt immer wieder irritiert: mit der immensen Kluft zwischen schimmernden Ruhmestaten – wie Der Pate 1 und 2 – und Murks – wie One From The Heart, Megalopolis oder Der Pate III. Spiegelbild im goldenen Auge / Reflections In A Golden Eye Amerikanisches Südstaaten-Drama von 1967 Major Penderton und Lt. Colonel Langdon leben mit ihren Ehefrauen auf einem Militärstützpunkt in Georgia am Rande großer Waldungen. Die kriegsfreie Zeit lässt Neurosen ins Kraut schießen, die allesamt sexueller Art sind. Der impotente Major (Marlon Brando) verzweifelt an seiner lebenslustig-gefühllosen Frau (Elizabeth Taylor), die sich mit Langdon vergnügt, während dessen Frau langsam durchdreht und der verschrobene Stallbursche Williams (Robert Forster in seinem ersten Filmauftritt) sie heimlich stalkt. Dass das nicht gut ausgeht, wird schon zu Beginn des Films verraten: „Dort im Süden steht ein Fort, in dem vor Jahren ein Mord geschah.“ John Hustons Verfilmung einer Erzählung von Carson McCullers zeigt uns eine Garnison in Friedenszeiten als Mikrokosmos verkorkster Beziehungen und Obsessionen. Die Rolle des verklemmt schwulen Major Penderton hätte für Montgomery Clift das Leinwand-Coming-Out werden sollen, doch Clift starb kurz vor Beginn der Dreharbeiten, und der von ihm beeinflusste Marlon Brando übernahm. Brandos Biograf Tony Thomas attestierte diesem „die komplizierteste, rundeste und intelligenteste schauspielerische Leistung“ seiner Karriere. Elizabeth Taylor glänzt einmal mehr als große Komödiantin in einem Drama. Nächste Woche: Monty und Torben streiten unversöhnlich über Blow Up, The Visit und E.T. - Der Außerirdische __________________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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  • #109
    August 6 · 57 min

    Summer Of Kult: Endzeit und Apokalypse

    Die Nacht der lebenden Toten / Night Of The Living Dead Amerikanischer Horrorfilm von 1968 Beim Besuch auf einem ländlichen Friedhof wird ein junges Paar von einem benebelten Wüstling attackiert. Der Junge wird umgebracht, das Mädchen rettet sich in ein einsames Farmhaus. Dort trifft sie auf eine kleine Gruppe Gestrandeter, die sich verbarrikadieren, um nicht von einer Horde Untoter gefressen zu werden. Sie ahnen es nicht, doch sie befinden sich im Zentrum der ersten klassischen Zombie-Apokalypse des Kinos. Mit Mini-Budget, Abfällen aus der Schlachterei und vielen Freunden und Bekannten revolutionierte George A. Romero den Horrorfilm, ein Genre, das von jeher dazu prädestiniert war, für kleines Geld ein großes Publikum zu finden. Das Wort Zombie war bisher auf Angehörige von Naturvölkern angewandt worden, die sich in einen rituellen Trance-Zustand begeben hatten. Romero hat sich an dem popkulturellen Trend, den er da ausgelöst hatte, später selbst beteiligt. Zwischen zwei Welten / Between Two Worlds Phantastisches US-Melodram von 1944 Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Londoner Flüchtlinge ist glücklich, dem deutschen Bombenhagel entkommen zu sein und sich auf einem Dampfer zu befinden, der sie nach Amerika bringen soll. Ihre Erleichterung ist so groß, dass ihnen ein paar Merkwürdigkeiten zunächst nicht auffallen. So ist das einzige Besatzungsmitglied ist ein älterer Steward, der ihren Fragen ausweicht und sie immer wieder ermuntert, es sich bequem zu machen. Einzig ein Paar junger Selbstmörder ahnt, was hier gespielt wird: die Reise führt nicht über den Atlantik, sondern über den Styx – geradewegs ins Totenreich … „Zwischen zwei Welten“ ist wie der Kultfilm und Klassiker „Casablanca“ ein Liebesdrama der Warner Brothers aus der Kriegszeit, das von ihm zwei wichtige Nebendarsteller übernimmt. Das zentrale Liebespaar – Paul Henried und Eleanor Parker – ist etwas blass, umgibt sich jedoch mit einem wahrhaft malerischen Ensemble. „Outward Bound“, das zugrundeliegende Theaterstück von Sutton Vane, stammt von 1923 und profitiert davon, dass es in die Gegenwart der Filmadaption übertragen wird: den zweiten Weltkrieg. Das letzte Ufer / On The Beach Amerikanisches Endzeit-Drama von 1959 Im Jahre 1964 hat ein Nuklearkrieg die Welt entvölkert. Eine radioaktive Wolke bewegt sich unaufhaltsam auf den letzten noch unbehelligten Kontinent Australien zu, wo die Welt augenscheinlich noch in Ordnung ist. Die Menschen genießen das Leben, solange sie noch können, der Originaltitel „On The Beach“ verweist darauf. Unterdessen verteilt die Regierung vergifteten Tee an das Volk, um ihm zu gegebener Zeit ein würdevolles Ende zu ermöglichen. Parallel dazu bricht ein amerikanisches U-Boot auf, um einem mysteriösen Funksignal nachzugehen. Gibt es etwa doch noch menschliches Leben da draußen? Als erste große Kinoproduktion macht dieser Schwarzweißfilm die drohende (hier bereits vorweggenommene) Nuklearkatastrophe zu seinem Plot. Der couragierte Filmemacher Stanley Kramer leitet ein eindrucksvolles Ensemble. Nächste Woche: Kultstar Marlon Brando ________ Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD als Beitrag zur Serie Kultfilm-Azubis Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Mehr zum Thema: https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/das-leben-des-brian-the-omega-man Folgt uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner --------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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  • #106
    July 23 · 1 hr

    Summer Of Kult: Sean Connery

    Von "Dr. No" (1962) bis "Sag niemals nie" (1983) hatte Sean Connery nur den einen Wunsch, nicht als 007 wahrgenommen zu werden, sondern als Charakterschauspieler. Das Ergebnis: ein Repertoire, das unbedingt eine Retrospektive verdient hätte. Zum Beispiel wegen Filmen wie diesen: Die Strohpuppe / Woman Of Straw Britischer Thriller von 1963 Der Millionär Charles Richmond tyrannisiert seine Mitwelt vom Rollstuhl aus: er quält seine schwarzen Bediensteten, die er schlechter behandelt als seine Hunde, und demütigt seinen Neffen Anthony, einen bei ihm angestellten Lebemann, dessen Vater er in den Selbstmord getrieben hat, um sich die Mutter zu angeln. Nun ist auch sie nicht mehr am Leben, und Anthony sinnt auf Rache. Er engagiert die ahnungslose Italienerin Maria, um sie für sein Komplott zu benutzen … Die James-Bond-Produzenten verbaten Sean Connery, pro Jahr mehr als einen weiteren Film zu drehen, was seinen Hass auf die 007-Rolle schürte und ihn von Anfang an zu einer vielseitigen Rollenwahl antrieb. Basil Dearden ließ ihn an der Seite von Gina Lollobrigida und dem Altstar Ralph Richardson seine bis zuletzt fieseste Rolle verkörpern. Sein Leben in meiner Gewalt / The Offence Britisches Drama von 1972 Seit genau zwanzig Jahren dient der ehrgeizige Sergeant Johnson glanzlos im Polizeidienst Ihrer Majestät. Der andauernde Blick auf Dreck und Gewalt bereitet ihm ein Gefühl der Sinnlosigkeit, seine Ehe ist am Ende. Nun treibt ein Kinderschänder sein Unwesen. Als ein Verdächtiger aufgegriffen wird, will Johnson an ihm ein Exempel statuieren. Er vernimmt ihn allein, was gegen die Vorschrift ist. Als der Mann ihn verhöhnt und allzu tief in seine Seele blickt, brennt bei dem frustrierten Beamten die letzte notdürftige Sicherung durch. Er prügelt den Verdächtigen zu Tode und wird nun selbst Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens … 1971 ließ sich Sean Connery noch einmal rumkriegen, die ihm verhasste Rolle des James Bond zu spielen. Zur Belohnung mussten ihm United Artists zwei persönliche Projekte finanzieren, die sich als 007-Gegendarstellung verstanden. „The Offence“, basierend auf dem John-Hopkins-Drama „Diese Geschichte von Ihnen“, brachte in Deutschland nicht einmal die Synchronisations- und Kopierkosten wieder herein, in Frankreich fand er keinen Verleih, und insgesamt war er ein solcher Misserfolg, dass man von Connerys zweitem Entschädigungs-Projekt nie etwas gehört hat. Der Mann, der König sein wollte / The Man Who Would Be King Amerikanische Literaturverfilmung von 1975 Indien 1882: als Beschmutzer der Ehre ihrer Krone sollen die abgemusterten britischen Soldaten Danny Dravot und Peachy Carnehan eigentlich in den Knast. Doch die Fürsprache eines Logenbruders ermöglicht es ihnen, ins ferne Kafiristan zu ziehen, um ihr Glück zu machen. Dort, wo man seit Alexander dem Großen keinen Weißen mehr zu Gesicht bekommen hat, schlummern sagenhafte Reichtümer. Am Ziel einer strapaziösen Reise helfen die fröhlichen Taugenichtse dem Bürgermeister eines Bergdorfes beim Kampf gegen die benachbarte Stadt, und durch einen Zufall gerät Danny dabei in den Ruf der Unsterblichkeit. Man erklärt ihn zum Gott und krönt ihn zum König. Peachy möchte am liebsten so schnell wie möglich die Reichtümer zusammenraffen, die man ihnen nun zu Füßen legt, und in die Heimat zurückreisen. Doch Danny hat längst Gefallen an der Verehrung gefunden, die ihm entgegenschlägt, und träumt davon, ein Großreich zu gründen. Er überredet Peachy, noch zu bleiben, bis er eine schöne Eingeborene geehelicht hat. Ein fataler Fehler … Der Erstling von Regisseur John Huston war der Film-Noir-Klassiker „Die Spur des Falken“ - wir behandelten wir in unserer ersten Staffel „Alle 42 Kultfilme“. Für ein knappes halbes Jahrhundert blieb er eine der respektiertesten und gefeiertesten Persönlichkeiten des US-Kinos und bespielte souverän alle dramatischen Genres. ____________ Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD Bonusfolge: Was ist ein Kultfilm? https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/was-ist-ein-kultfilm Folg uns auf Social Media: www.montyarnold.com www.torben-sterner.de www.instagram.com/torben_sterner--------------------------------------------------------------------- Unterstützt uns gerne auf Steady: https://steadyhq.com/de/alle-42-kultfilme/ und besucht unseren Shop: https://montyarnold.com/shop/

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