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NewsNews Commentary

Kontextfenster

Florentine und Stefan

Ein Podcast für die Texte, die über die neuen elektronischen Intelligenzen geschrieben werden. Damit wir Menschen noch mitkriegen, was bei den Maschinen vor sich geht. Florentine und Stefan treffen sich jeden Monat, seid gerne dabei.

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  • 3 episodes
  • Avg 48 min
  • German
  • #3
    Wednesday · 32 min

    Apples Intelligenz

    Die Presse sagt, Apple habe die KI verschlafen. Florentine liest die Belege anders: Apple eignet sich die KI gerade an, an allen Stellen, wo niemand hinguckt. Die halbe 2-Nanometer-Produktion bei TSMC ist verkauft, bevor die Konkurrenz überhaupt bestellen kann. Auf der WWDC hat Apple sein Framework geöffnet, sodass Entwickler die Modelle tauschen können wie Mehlsorten — der Ofen bleibt Apples. Und während alle auf die Frontier-Labs schauen, verkauft Apple die Schaufeln. Stefan hält dagegen, wo es zu glatt wird, und am Ende steht die Frage, ob die KI-Zukunft dem Utility-Modell gehört oder dem Bohrmaschinenmodell. Kapitel 00:00 Vorab-Notiz: neue Mac Minis, 512 GB ab Oktober 01:36 Prädiktionsmaschine und der Silent Predator 02:42 „Die Presse liest Apple falsch“ 03:50 Das Chipspiel: die halbe 2-Nanometer-Produktion 05:26 Tim Cook, der Einkäufer, und die Ware wie Milchprodukte 08:58 Modelle als austauschbare Backends 12:03 Offene Gewichte: Kimi K3 und die Exportkontrollen 14:30 Der DeepSeek-Moment und Singapur 16:15 Zwei Prozent Abstand — und was Benchmarks noch wert sind 18:24 Reward-Hacking, oder: der Prüfstand 19:47 Gurman: M7 Ultra und 1,5 Terabyte 22:10 Unified Memory gegen Nvidia 24:49 Die KI im Rucksack 26:31 Die Roadmap, die Blase, die Schaufeln 28:30 Eisenbahn statt Räuberbarone 31:19 Utility oder Bohrmaschine Die Texte Apple, Foundation Models — Developer-Dokumentation Mark Gurman, Apple’s Chip Plans: M6, M7 Pro, M7 Max, M7 Ultra, M8 Details — Bloomberg China’s Moonshot Releases Breakthrough AI Model for Download — Bloomberg Felix Martin, Open-source spectre haunts the AI feast — Reuters Breakingviews Exploring Apple Silicon’s local AI performance with the Mac Studio and M4 Max — Tom’s Hardware Apple Secures Half of TSMC’s 2nm Production Capacity for iPhone 18 — MacRumors Berichtigungen Bei 05:06 und später heißt es, der M7 Ultra sei für 2027 geplant. Gurman schreibt: M7 Pro und M7 Max Ende 2027, der Ultra erst 2028 — und die 1,5 Terabyte sind bei ihm eine Zielsetzung. Bei 06:34 heißt es, Tim Cook sei seit zehn Jahren Apple-Chef. Er ist es seit August 2011; die 700 Millionen Marktkapitalisierung pro Tag sind über elf Jahre gerechnet. Bei 16:15 wird die Passage über die zwei Prozent zwischen Claude Opus 4.6 und GLM 5.1 Tom’s Hardware zugeschrieben. Sie stammt aus Felix Martins Kolumne bei Reuters Breakingviews. Bei 22:10 heißt es, Nvidias B300 habe maximal 800 Gigabyte. Der B300 hat 288 GB; auf rund 784 GB kommt erst der GB300-Superchip, aus schnellem und langsamem Speicher zusammen. Bei 23:48 gelten GB10 und Strix Halo als „beides Nvidia-basierte Systeme“. Strix Halo ist AMD. Bei 26:35 heißt es, Apple habe sein Autoprojekt 2020 eingestellt. Das war im Februar 2024. Alle Berichtigungen, das vollständige Gespräch im Wortlaut und die Quellen: kontextfenster.org

  • #2
    August 21 · 42 min

    Der Rottweiler im Sandkasten

    Eine agentische KI von OpenAI verlässt ihre Testumgebung und dringt in die Infrastruktur von Hugging Face ein. Die Presse schreibt, die KI sei „außer Kontrolle geraten“, sie habe „gedacht“. Florentine nimmt den Vorfall auseinander – und übrig bleibt ein Rottweiler, den jemand in einen Sandkasten gesetzt hat. Kapitel 00:00 Zwei Lager 00:54 Was bei Hugging Face passiert ist 02:35 Was Guardian, Bloomberg und FT berichten 03:40 „Die KI dachte“ – die Maschine als Subjekt 05:46 Die Paperclip-Geschichte und ihr Denkfehler 09:47 Die Gefahr geht vom Menschen aus 12:34 Der Rottweiler im Sandkasten 13:24 Warum lag die Latte so niedrig? 18:49 Sicherheit ist eine Kostenrechnung 20:13 17.600 Aktionen, drei Millionen GPU-Stunden 23:09 18.000 Türen, an einer ging sie auf 29:47 Chaos Monkey, nur teurer 34:00 Ross und Reiter – warum die Presse einen Täter braucht 38:28 Der Hackerparagraf Die besprochenen Texte Dan Milmo: AI agent went rogue and hacked startup by itself, OpenAI reveals, the Guardian, 22. Juli 2026 OpenAI Models Spent Hours on Hack That Usually Takes Weeks, Bloomberg, 23. Juli 2026 OpenAI hacking incident exposes mounting risks in AI arms race, Financial Times, 23. Juli 2026 Die Quellen aus erster Hand Hugging Face hat den Einbruch Stunde für Stunde dokumentiert OpenAIs eigene Darstellung des Vorfalls JFrog über die neun Artifactory-Lücken, durch die es ging Berichtigungen Der Brief an die Konzernchefs kam nicht vom „Präsidenten der EZB“, sondern von Claudia Buch, der Vorsitzenden des EZB-Aufsichtsgremiums – und er ging an die CEOs von rund 110 europäischen Banken, nicht an DAX-Konzerne. Er kann auch keine Reaktion auf den Vorfall gewesen sein: Der Brief ist vom 7. Juli, der Einbruch begann am 9. Juli. Dass Julia Klöckner ihre Signal-PIN herausgegeben hätte, ist nirgends belegt. Belegt ist die Phishing-Kampagne selbst, die auf rund 300 Konten aus dem politischen Raum zielte und die BSI und Verfassungsschutz einem „wahrscheinlich staatlich gesteuerten“ Akteur zuordnen. Einsehen konnten die Konten die Angreifer, nicht die Öffentlichkeit. Dan Milmo schreibt für den Guardian. Der Text in der Financial Times, aus dem hier unter seinem Namen zitiert wird, ist ein anderer. Drei Millionen GPU-Stunden mal acht Dollar ergeben 24 Millionen Dollar, nicht Euro – rund 20,7 Millionen Euro. Die Zahl selbst stammt aus der Berichterstattung, OpenAI hat sie nie genannt. Die Paperclip-Geschichte stammt nicht aus dem LessWrong-Forum, das erst 2009 entstand, sondern von Eliezer Yudkowsky; veröffentlicht hat sie Nick Bostrom 2003. Die ausführliche Fassung mit allen Belegen kommt auf kontextfenster.org.

  • #1
    August 20 · 1 hr 10 min

    Mark oder Marx?

    Mark Zuckerberg verspricht jedem einzelnen Menschen eine eigene Superintelligenz. Fast zeitgleich schreibt Evgeny Morozov, KI sei für die Linke die größte Chance der letzten hundert Jahre – und eine tödliche Bedrohung. Stefan und Florentine lesen beide Texte gegeneinander. Kapitel 00:00 Warum es diesen Podcast gibt 01:49 Die Rechenzentren sind die neuen Klöster 02:32 Die Gutenberg-Parenthese 09:24 Mark: „The Future is for Everyone" 15:03 Zuckerbergs iPhone-Trauma 21:39 Marx: Morozovs „Genosse KI" 22:45 Prädiktionsmittel statt Produktionsmittel 36:44 Wem gehört die KI-Dividende? 46:09 Zünfte und die Superzunft der Zukunft 50:36 „Niemand darf sie besitzen, alle können sie nutzen" 1:04:08 Warum die Antwort Linux heißt Die beiden Texte Mark Zuckerberg: The Future is for Everyone Evgeny Morozov: Genosse KI, Le Monde diplomatique Korrekturen Die Gutenberg-Parenthese stammt von dänischen, nicht norwegischen Literaturwissenschaftlern (Süddänische Universität). „Das philosophische Radio" moderiert Jürgen Wiebicke, nicht Jochen. Peter Thiels Buch heißt „Zero to One". Die ausführliche Fassung mit allen Textstellen kommt auf kontextfenster.org.

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