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Artwork for IMPERIUM ROMANUM - Römische Geschichte

IMPERIUM ROMANUM - Römische Geschichte

JANEZ ERAT

Ein Versuch, die römische Geschichte in Ihrer Gesamtheit vorzustellen, sowohl mit eigenen Worten, eigenen Gedanken, auch mal abschweifend mit gewisser Spontaneität, aber dazu um den ganzen eine Linie zu bieten werde ich das Originalwerk Leopold von Rankes, ein zeitloses Meisterwerk, über die römische Geschichte lesen. Dazu bemühe ich mich, detailliert den Inhalt zu kommentieren bzw. darüber auch frei und auch unterhaltsam zu sprechen.
Neben Ranke sollen in späterer Folge auch andere originale Quellen gelesen werden, wie z.B. Caesar oder Suetonius.
Auch besondere Zusatzfolgen soll es geben.

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  • 21 episodes
  • fortnightly
  • Avg 54 min
  • German
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  • August 31 · 1 hr 16 min

    #45 --264 v. Chr.: Zweifrontenschlacht bei Messana und die geopolitische Lage im Mittelmeer

    Im Jahr 264 v. Chr., dem Wendepunkt, an dem der Ausbruch des Ersten Punischen Krieges die Mächteverhältnisse des antiken Mittelmeerraums für immer verändern sollte, war die maritime Welt in zwei völlig unterschiedliche Einflusssphären gespalten. Während das westliche Mittelmeer von der unangefochtenen Hegemonie Karthagos beherrscht wurde, stellte das ptolemäische Ägypten im östlichen Becken die quantitativ wie technisch eindrucksvollste Seemacht dar. Die verbliebenen griechischen Mutterländer und Reiche versuchten derweil, ihre regionalen Interessen zwischen diesen Giganten zu behaupten, während die aufstrebende Landmacht Rom auf See noch völlig bedeutungslos war.

  • August 11 · 53 min

    #44 Griechen, Etrusker, Perser – Karthago und der Kampf um den Westen

    Der syrakusanische Tyrann Agathokles wagte 310–307 v. Chr. das Undenkbare: Eingeschlossen im belagerten Syrakus, durchbrach er die karthagische Blockade und trug den Krieg erstmals auf afrikanischen Boden. Er landete mit seinem Heer bei Kap Bon, **verbrannte seine eigenen Schiffe** – es gab kein Zurück mehr – und stand bald vor den Toren Karthagos. --- Ich habe ein Buch publiziert über die Geschichte des Kanaltals - über die Region Kärnten, Friaul und Slowenien von der Antike bis heute - ein Buchtipp sozusagen - Der Link zum Buch

  • July 20 · 1 hr 2 min

    #43 – Karthago: Verfassung und gab es Kinderopfer?

    Karthago war in den Jahrhunderten seit der Gründung von der Kolonie zur eigenständigen Großmacht gewachsen – aber zu einer Großmacht ganz eigener Art. Anders als die ewig kriegerischen Stadtstaaten der Griechen, anders auch als die Bauernrepublik am Tiber war Karthago im Kern eine Handels- und Seemacht, regiert von einer wohlhabenden Kaufmannsaristokratie. Und diese Kaufleute hatten – so Aristoteles – etwas zustande gebracht, woran die meisten Griechenstädte scheiterten: eine stabile Mischverfassung aus monarchischen, aristokratischen und demokratischen Elementen, die seit Menschengedenken weder einen Tyrannen noch einen nennenswerten Volksaufstand hervorgebracht hatte.

  • July 3 · 56 min

    #42 Die Gründung Karthagos: Elissa, Pygmalion und die Stierhaut

    Elissa stammte aus dem Königshaus von Tyros. Ihr Vater war Mattan I., und sie sollte sich die Macht eigentlich mit ihrem Bruder Pumiyaton (Pygmalion) teilen. Pygmalion riss die Herrschaft jedoch allein an sich und ermordete Elissas Ehemann Acerbas (Sychaeus), den wohlhabenden Hohepriester des Melqart. Daraufhin floh Elissa mit einer Gruppe tyrischer Aristokraten. An der Küste des heutigen Tunesien gründete sie die Qart-Hadašt (phönizisch für „Neue Stadt“, woraus im Lateinischen Carthago wurde). Da sie die unbestrittene Anführerin dieser Expedition war, wurde sie zur ersten Königin erhoben.

  • June 16 · 55 min

    #41 Die Purpurstadt Tyros: Aufstieg und Macht der Phönizier

    Als sich Rom 272 v. Chr. nach dem Fall Tarents (siehe Folge #40) zur Herrin der italischen Halbinsel aufschwang, stand am westlichen Horizont bereits jene Macht, mit der es das Schicksal des gesamten westlichen Mittelmeers ausfechten sollte: Karthago. Doch während Rom in diesem Augenblick eine knapp fünfhundert Jahre alte, junge Bauernrepublik war, blickte Karthago bereits auf eine über fünfhundertjährige Geschichte zurück – und hinter Karthago lag wiederum eine noch ältere Welt: die der Phönizier, jener Seefahrer aus dem Gebiet des heutigen Libanon, die das Alphabet, den Purpur und das Fernhandelsimperium erfanden, lange bevor in Latium die ersten Hütten auf dem Palatin standen. Diese Folge erzählt deshalb keine Schlacht, sondern eine Vorgeschichte. Sie fragt: Wer waren die Phönizier? Warum verließen sie den Osten und zogen nach Westen? Wie wurde aus einer tyrischen Kolonie an einem afrikanischen Naturhafen die größte Seemacht des Abendlandes? Und vor allem – und das ist der rote Faden dieser Folge – in welcher Korrelation mit den anderen Großmächten der Zeit vollzog sich dieser Aufstieg? Denn Karthago entstand nicht im luftleeren Raum. Sein Werden ist untrennbar verflochten mit den Assyrern und Babyloniern, mit den Persern, den Griechen Siziliens, den Etruskern, mit Alexander dem Großen und den hellenistischen Königen – und am Ende mit Rom.

  • May 19 · 1 hr 1 min

    #40 Das Ende eines Traums: Pyrrhus’ letzter Akt bei Beneventum.

    Bemerkenswert ist hier die erste römische Erbeutung von Kriegselefanten. Die zurückgelassenen Tiere waren wahrscheinlich erschöpft oder durch das schwierige Gelände lahmgegangen. Vier (nach Zonaras: acht) dieser Elefanten wurden später nach Rom überführt und dort im Triumphzug des Curius mitgeführt – die ersten Elefanten, die Rom je gesehen hatte. Plinius der Ältere bezeugt dies ausdrücklich.

  • April 25 · 57 min

    #39 Die Seeschlacht von Messina und die Rückkehr des Pyrrhos

    Der Entschluss des Pyrrhos von Epirus, Sizilien gegen Ende des Sommers oder im frühen Herbst 276 v. Chr. zu verlassen, war keineswegs ein spontaner Strategiewechsel, sondern das Ergebnis einer sich zuspitzenden Mehrfachkrise – militärisch, politisch und persönlich. Die genaue Datierung bleibt in der Forschung umstritten, doch die Ursachen seines Abzugs lassen sich aus den antiken Quellen vergleichsweise klar rekonstruieren. Zunächst war die militärische Lage ins Stocken geraten. Der anfängliche Triumphzug des Pyrrhos auf Sizilien hatte ihm binnen kurzer Zeit fast die gesamte Insel eingebracht. Doch der entscheidende Erfolg – die Einnahme der stark befestigten karthagischen Basis bei Lilybaion – blieb aus. Die Stadt widerstand allen Belagerungsversuchen. Damit war der Krieg in eine Phase übergegangen, die nicht mehr von schnellen Siegen, sondern von langwieriger Abnutzung geprägt war. Für einen Feldherrn wie Pyrrhos, der auf Bewegung, Initiative und Entscheidungsschlachten setzte, bedeutete dies eine strategische Sackgasse.

  • April 8 · 45 min

    #38 Pyrrhus in Sizilien gegen Karthago

    Im Jahr 278 v. Chr., setzte Pyrrhos nach Sizilien über. Zu diesem Zeitpunkt war die Lage bereits komplexer: Neben den Mamertinern stellte vor allem Karthago die Hauptbedrohung für die griechischen Städte dar. Pyrrhos wurde dennoch als Befreier empfangen und griff militärisch sowohl gegen karthagische Positionen als auch indirekt gegen die Machtbasis der Mamertiner im Nordosten ein. Seine Feldzüge führten zeitweise zur Zurückdrängung dieser Kräfte und zur teilweisen Stabilisierung der Lage zugunsten der griechischen Städte, einschließlich Syrakus.

  • March 22 · 45 min

    #37 Der Chefdiplomat Kineas und die Schlacht bei Asculum

    In Pyrrhus’ Umfeld wirkte er häufig als mäßigende Stimme und riet zu vorsichtigem und diplomatischem Vorgehen statt zu riskanten militärischen Unternehmungen. Laut Plutarch erreichte er durch seine Redekunst mehr Erfolge als manche Feldzüge. Vor dem Krieg gegen Rom versuchte Kineas, Pyrrhus von diesem Unternehmen abzubringen. In einem berühmten Gespräch zeigte er dem König durch kluge Fragen die Sinnlosigkeit endloser Eroberungen auf: Wenn am Ende Frieden und Genuss das Ziel seien, könne man dies auch ohne Krieg erreichen. Pyrrhus ignorierte jedoch diesen Rat.

  • March 8 · 45 min

    #36 Pyrrhus gegen Rom: Die Schlacht von Herakleia

    Als Pyrrhus dies bemerkte, geriet er in große Unruhe. Er befahl seinen Infanterieoffizieren, sofort Schlachtordnung zu bilden und die Männer unter Waffen bereitzuhalten. Selbst ritt er mit dreitausend Reitern aus, in der Hoffnung, die Römer noch während des Übergangs zu überraschen und sie in Unordnung zu treffen. Doch als er am Flussufer die dicht gereihten Schilde im Sonnenlicht glänzen sah und die römische Kavallerie in geschlossener Ordnung vorrücken erkannte, ließ er seine Reiter enger formieren und griff an.

  • February 23 · 53 min

    #35 Der Adler landet: Pyrrhos von Epirus und der Funke zum Krieg

    Pyrrhos von Epirus wurde bereits als Kind zum Spielball der Großen: Im Jahr 307 v. Chr. war es der illyrische König Glaukias, der den gerade einmal elfjährigen Pyrrhos mit Waffengewalt zurück auf den Thron der Molosser in Epirus setzte. Während Vormünder in seinem Namen die Regierungsgeschäfte führten, sog der junge König die Traditionen des hellenistischen Königtums auf. Doch die Stabilität war trügerisch. Als Pyrrhos mit siebzehn Jahren nach Illyrien reiste, um der Hochzeit eines Sohnes seines Gönners Glaukias beizuwohnen, nutzten seine Gegner in der Heimat die Gunst der Stunde. Die Molosser erhoben sich, vertrieben seine Getreuen und setzten seinen Rivalen Neoptolemos erneut auf den Thron.

  • February 9 · 46 min

    #34 Der Pyrrhische Krieg 1: Luxus und Stolz im antiken Tarent

    Tarent entwickelte sich rasch zur bedeutendsten griechischen Stadt Süditaliens und blieb die einzige Apoikie Spartas. Seine wirtschaftliche Stärke beruhte auf intensiver Landwirtschaft (insbesondere Oliven- und Weinanbau), Fischerei, Purpurgewinnung sowie weitreichenden Handelsnetzen im Adriaraum und im östlichen Mittelmeer. Archäologische Befunde belegen erheblichen Reichtum, insbesondere im Bereich der Keramik-, Textil- und Metallproduktion. Politisch errang Tarent früh die Hegemonie über die benachbarten italischen Völker der Japyger und Messapier, häufig durch militärischen Druck, teilweise aber auch durch Bündnisse und Klientelverhältnisse. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde ein zweiter Mauerring errichtet, was auf starkes Bevölkerungswachstum und erhöhte Sicherheitsbedürfnisse hinweist.

  • January 26 · 1 hr 17 min

    #33 Rom gegen alle: Der Dritte Samnitenkrieg

    Die Spannungen zwischen Rom und seinen Nachbarn in Mittelitalien hatten sich Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. zunehmend verschärft, wobei die Hauptrolle weiter die Samniten spielten, aber auch die Etrusker und verschiedene Küstenstämme. Schauen wir uns die geopolitische Gesamtsituation an, um zu sehen wo Rom steht im Jahr 300 v Chr und den darauffolgenden Jahren. Um 300–290 v. Chr. befindet sich die antike Welt in einer Phase tiefgreifender Neuordnung. Der Tod Alexanders des Großen liegt nur wenige Jahrzehnte zurück, doch sein Reich ist bereits in konkurrierende Monarchien zerfallen. Gleichzeitig entstehen neue Machtzentren, während ältere politische Strukturen an Einfluss verlieren. Diese Epoche ist geprägt von Instabilität, Konkurrenz und Übergang – eine Welt, in der noch niemand ahnt, welche Macht langfristig dominieren wird.

  • January 9 · 1 hr 6 min

    #32 Der Zweite Samnitische Krieg (326–304 v. Chr.): List, Joch und General Cursor

    Ein zentraler Schritt war die Rückeroberung von Luceria, einer Schlüsselstadt in Apulien. Luceria war nicht nur militärisch bedeutsam, sondern auch symbolisch: Sie galt als Stützpunkt samnitischer Macht und als Zeichen römischer Schwäche nach Caudium. 320 v. Chr. zogen die Konsuln der plebejer Quintus Publilius Philo und Lucius Papirius Cursor mit getrennten Heeren nach Apulien. Interessant ist das Quintus Publilius einen griechischen Beinamen führt “Philo”. Lucius Papirius Cursor galt als der Stargeneral der Römer, so lässt Livius ausrichten, wenn in dieser Zeit Alexander der Große der nur einige Jahre zuvor bei 333 v Chr die Perser schlug, danach sein Heer gegen Rom gewandt hätte, würde er bei Cursor auf einen unbesiegbaren Gegner stoßen. Sein Beiname Cursor bedeutet „Der Läufer“ - wie der Cursor beim Computer -, da er in der Lage war, täglich über 50 römische Meilen in voller Marschordnung zurückzulegen und dasselbe von seinen Soldaten verlangte.

  • Dec 22, 2025 · 45 min

    #31 Der Erste Samnitenkrieg “Capua unter Schutz”

    Der unmittelbare Auslöser des Krieges war der Hilferuf der kampanischen Metropole Capua, die sich 343 v. Chr. an Rom wandte, nachdem sie sich militärisch nicht länger gegen samnitische Übergriffe behaupten konnte. Capua ungefähr 190 km etwa 2 Autostunden in Richtung Süden an der Küste zum Tyrrhenischen Meer, heute praktisch eine nördliche Vorstadt von Neapel. Capua war in der späten Republik eine der reichsten Städte Italiens und berühmt für ihre Gladiatorenschulen. Die Stadt beherbergte das Größte und Härteste dieser Trainingslager: die Ludus Magnus bzw. Ludus Lentulus Batiatus, wo Hunderte Gladiatoren – meist Kriegsgefangene oder Sklaven – für den Kampf ausgebildet wurden.

  • Dec 8, 2025 · 45 min

    #30 Roms Erneuerung, Corvus und der erste Karthagovertrag

    Die bekannteste Episode der frühen Karriere des Valerius wird von Livius (VII, 26–27) in epischer Breite erzählt: Vor Beginn einer Schlacht soll ein außergewöhnlich großer gallischer Krieger aus der gegnerischen Front hervorgetreten sein und die römischen Linien zu einem Zweikampf Mann gegen Mann herausgefordert haben. Valerius – jung, ehrgeizig, aus vornehmer Familie – habe daraufhin beim Konsul um Erlaubnis gebeten, die Herausforderung anzunehmen. Als der Zweikampf begann, habe sich ein Rabe (corvus) auf dem Helm des Valerius niedergelassen und den Gallier durch wiederholte Sturzflüge und Kratzbewegungen am Gesicht irritiert. In diesem Moment der Ablenkung gelang Valerius ein tödlicher Hieb. Er tötete den Gallier, was der römischen Armee moralischen Auftrieb verlieh und unmittelbar zur Flucht der gallischen Streitkräfte führte.

  • Nov 24, 2025 · 50 min

    #29 „Brennus ante portas“ – Die Kelten

    Die Gallier (Senonen) drangen aus Norditalien über die Alpen vor und besiegten das römische Heer an der Allia (nördlich von Rom) im Jahr 390 v. Chr. (nach römischer Zeitrechnung, wahrscheinlich 387).Rom wurde geplündert und niedergebrannt – der berühmte „Galliersturm“ oder clades Gallica.Nur die Burg des Kapitols hielt stand; der Legende nach wurden die Römer dort von heiligen Gänsen vor einem nächtlichen Angriff gewarnt.Schließlich einigte sich Rom mit Brennus auf ein Lösegeld in Gold. Der Anführer soll beim Abwiegen der Beute den legendären Satz gesagt haben: „Vae victis!“ – „Wehe den Besiegten!“

  • Nov 10, 2025 · 46 min

    #28 Brutus und die Anfänge der Römischen Republik

    Das Volk stimmte schließlich für die Absetzung des Königs und die Verbannung der gesamten königlichen Familie. Die Anführer des Aufstands standen in engem Verwandtschaftsverhältnis zum Herrscherhaus: Brutus war der Neffe des Königs, Lucius Tarquinius Collatinus dessen Vetter. Tarquinius Superbus selbst befand sich zu jener Zeit im Kriegslager bei Ardea. Als ihn die Nachricht vom Staatsstreich erreichte, eilte er sofort nach Rom zurück – doch die Tore der Stadt blieben ihm verschlossen. Währenddessen hatten die Verschwörer auch das Heer auf ihre Seite gezogen und die Söhne des Königs aus der Stadt vertrieben. So blieb Tarquinius Superbus nichts anderes übrig, als mit seiner Familie ins Exil zu fliehen – und mit ihm endete die römische Monarchie.

  • Oct 27, 2025 · 45 min

    #27 “Superbia ante ruinam” – Der Hochmut des Tarquinius Superbus – der letzte König

    Nach der Überlieferung regierte er von etwa 535 bis 510 oder 509 v. Chr., bevor mit seinem Sturz die Römische Republik begann. Er war, wie sein Vorgänger Tarquinius Priscus, etruskischer Herkunft und soll durch die Ermordung seines Vorgängers Servius Tullius an die Macht gelangt sein. Die römischen Historiker zeichnen ihn natürlich in der Retrospektive zurückschauend vor allem als unpopulären, herrschsüchtigen Monarchen: Gesetze, die ihm nicht passten, ließ er aufheben, hohe Ämter vergab er an Freunde und Gefolgsleute statt an verdiente Bürger. Tarquinius wurde nachträglich zur negativen Projektionsfigur stilisiert – ähnlich wie Nebukadnezar oder Herodes in der Bibel. Wenn man aber die Fakten hinter dem moralischen Urteil betrachtet, zeigen sich auch stabilisierende, staatsbildende und kulturell produktive Aspekte seiner Herrschaft.

  • Oct 20, 2025 · 48 min

    #26 Servius Tullius – 6. König Roms: Sklavekönig oder General Mastarna?

    Aber es gibt noch eine völlig andere Abstammungstheorie, die etruskische: Kaiser Claudius der um 50 n.Chr, also eine Generation nach Livius, lebte und regierte, war ein Kenner der Etrusker, es soll ja familiäre Bande zu den Etruskern gegeben haben, ja er solle selber etruskischer Herkunft sein, gehört zu den Spekulationen. Er beherrschte auch ihre Sprache und schrieb ein ausführliches Werk. Seiner Theorie nach, war Servius Tullius ein Etrusker, der ursprünglich Mastarna, Maxtarna hieß. Kaiser Claudius erwähnte sie in einer Rede vor dem Senat und sprach von den „Abenteuern“ des Caelius Vibenna und seines Gefährten Mastarna – den Claudius mit Servius Tullius, dem späteren römischen König, gleichsetzte. Nach Claudius’ Darstellung verließ Mastarna Etrurien mit den verbliebenen Truppen des Caelius und ließ sich auf einem der Hügel Roms nieder – dem später sogenannten Caelius-Hügel, der seinen Namen zu Ehren Vibenna erhielt. Man bezeichnete ihn auch als magister populi eine Art oberster Herrführer, der den König vertritt. Servius, aber auch sein Vorgänger, beide Etrusker wären solche gewesen. Sein Name wird auch in erster Linie mit der Modernisierung der Legion in Zusammenhang gebracht, was gut passen würde zur Theorie, dass er selber ein Mann des Militär war.

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