
Notenschlüssel - Scarlatti: "Essercizi"
Hat die äußerliche Hässlichkeit der portugiesischen Königstochter Maria Barbara etwas mit den 555 Klavierstücken von Domenico Scarlatti zu tun? Paul Bartholomäi kann sich diesen Zusammenhang vorstellen, aber: Nichts Genaues weiß man nicht. Überhaupt weiß man nicht allzu viel über Domenico Scarlatti, der 1728 aus dem italienischen Musikleben nach Portugal entschwand und den Rest seines Lebens als Privatmusiklehrer der portugiesischen Infantin und nachmaligen Königin von Spanien verbrachte. Nur einmal, 1738, trat er noch ans Licht der Öffentlichkeit und ließ in der modernen Musikmetropole London 30 "Essercizi per gravicembalo“ drucken, die den Grundstein für die bis heute andauernde Scarlatti-Begeisterung legten, namentlich in England und Frankreich. Um die faszinierende Musik des Jahrzehnte aufs Cembalo fixierten Komponisten ranken sich zahllose Rätsel: seine seltsame Biografie, der bunte Stil seiner Klavierstücke, die Verwendung von Folklore in dieser für den Hof gedachten Musik oder das Ambiente, in der seine Sonaten gediehen - Paul Bartholomäi stellt sich diesen Fragen und kommt zu überraschenden Thesen.


















