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CIW190 - Frei in den Ferien

Wednesday · 46 min · 55.5 MB
0:00-46:15

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CIW - Folge 190 - 05.08.2026 - Frei in den Ferien

  • Wir begrüssen alle Urlauberinnen und Urlauber zur Folge 190 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 4. August von Ephraim Pauli und Ralf Hersel. In dieser Folge sprechen wir über fast alles, was euch in den Ferien befreit.

Hausmitteilungen

  • Lioh krank. Thema wird in Folge 192 nachgeholt.
  • Ausfall Anoxinon
  • FrOSCon

Thema: Frei in den Ferien

  • Welche Hardware mitnehmen?
    • Ralf: Ich nehme kein Notebook mit in den Urlaub, weil mich das zum Arbeiten verleiten würde. Ausserdem bin ich ohnehin nicht der Mobile, wenn es um Notebooks geht. Ich bevorzuge stationäre und dicke 17-Zoll-Notebooks, die man als Ersatz für einen Desktop-Rechner verwenden kann. Im Urlaub habe ich nur mein Fairphone 5 und ein Ladegerät dabei. Eine Powerbank brauche ich nicht, weil ich den Akku unter Kontrolle habe. Grundsätzlich versuche ich, auf Geräte zu verzichten, weil mir das richtige Leben in den Ferien wichtiger ist.
    • Ephraim: Ich nehme mein Notebook für gewöhnlich mit in den Urlaub, um dort auch ein „richtiges“ Gerät zu haben. Finde ich deutlich angenehmer, als nur das Handy zu benutzen.
  • Karten
    • Ralf: Seit ewigen Zeiten verwende ich OsmAnd als Karten- und Navigations-App auf dem Handy. Selbstverständlich nutze ich nicht alle Funktionen der App, aber es gibt ein paar Features, die andere Karten-Apps nicht bieten. Etwa die Overlay-Karten. Damit kann man eine topografische Karte über die OSM-Standardkarte einblenden. Oder die Luftstreckenmessung, um schnell herauszufinden, wie weit es vom Hotel bis zum Ätna ist. OsmAnd ist mächtig und deshalb nicht einfach zu bedienen. Wenn man daran gewöhnt ist, möchte man nichts anderes haben. Für Normalsterbliche ist CoMaps der ideale Begleiter für Karten und Navigation.
    • Ephraim: Normalerweise nutze ich CoMaps, da die App einfach funktioniert und mir die Philosophie dahinter gefällt. Zum Planen von längeren Strecken, nehme ich dann aber doch „andere Dienste“, da CoMaps etwa nur eine einzelne Strecke anbietet, die oft nicht optimal ist. So kann man dann abgleichen und die Route in CoMaps per Hand optimieren. OsmAnd war mir immer zu unübersichtlich, ich sollte mich aber vielleicht mal damit beschäftigen.
  • Übersetzung
    • Ralf: “No hablo español”. Zu diesem Thema habe ich am Montag einen Artikel geschrieben. Lange Zeit habe ich LEO genutzt, danach ebenfalls lange Dict.cc und bin jetzt auf einen DeepL-Wrapper umgestiegen. In den Kommentaren zum Artikel wurde mehrfach die App Offline Translator empfohlen. Ich habe sie noch nicht ausprobiert, doch sie macht auf dem Papier (F-Droid) einen guten Eindruck. Wer möchte, kann das zu übersetzende Wort auch in den KI-Chat seiner Wahl brüllen, was nicht in unserem Sinne ist.
    • Ephraim: Zum Übersetzen nutze ich auch schon, soweit ich mich erinnern kann, DeepL. Allerdings nutze ich bisher immer die normale App aus dem Play Store, da diese besser integriert ist (würde auch ohne gehen) und es die Option für alternative Übersetzungen gibt.
  • Verkehr
    • Ralf: Ob man in OsmAnd Informationen über die öffentlichen Verkehrsmittel findet, hängt vom Land oder Ort ab. Bei CoMaps findet man eher weniger. Wer z. B. in Barcelona Tickets buchen möchte, kommt mit den freien Karten-Apps nicht weiter. Ich rufe in diesen Fällen die Webseite des lokalen Verkehrsunternehmens auf. Auch dort ist der Ticketkauf ein Problem, weil das in der Regel nur über die App des Anbieters geht. Doch wer möchte eine Zahlungsverbindung mit jeder Öffi-App in jeder Urlaubsstadt herstellen? Je länger, desto weniger, ist es möglich, die Tickets am Kiosk, am Automaten oder direkt im Bus zu kaufen. Hier schlägt die Enshitification erbarmungslos zu. Obwohl es von der EU angekündigt wurde, gibt es bisher keine Möglichkeit, Zugtickets europaweit über eine App zu kaufen. Lasst es uns wissen, wenn sich das mittlerweile gebessert hat.
    • Ephraim: Leider ein Gemisch aus Google Maps und der offiziellen DB-App, also die Kombi aus der Hölle.;)
  • Fotos
    • Ralf: Ja, ich schiesse im Urlaub Fotos. Dabei beschränke ich mich auf das Notwendige, weil ich meine Ferien nicht durch die Linse, sondern in Wirklichkeit erleben möchte. Die Bildqualität meines Fairphones genügt mir. Auch die Anwendung Open Camera bietet genügend Funktionen, um die Linsen zu wechseln, die Aufnahme einzustellen und die Bilder ein wenig nachzubearbeiten. Ich weise darauf hin, dass eOS einen Fork von Open Camera verwendet, damit die Linsen des Fairphones korrekt angesteuert werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Nextcloud-Client auf einem Android-Phone die Synchronisation des Foto-Ordners mit der eigenen Nextcloud einschalten. Dann gehen garantiert keine Bilder verloren. Da ich keine Verlustängste habe, synce ich nicht, sondern verschiebe die Fotos nach dem Urlaub auf meinen Hauptrechner und schreibe einen Artikel zu den Ferienerlebnissen auf meine Homepage mit Bildergalerie. Das ist old-school, aber ich erlaube mir das.
    • Ephraim: Da ich ein Pixel habe, bin ich mehr oder weniger an die offizielle Kamera-App gebunden, da die Bildqualität aufgrund der fehlenden Softwareoptimierung sonst deutlich nachlässt. Als Gallerie-App nutze ich primär ReFra, da diese funktional ziemlich gut aufgestellt ist und ansprechend aussieht. Komplett zufrieden bin ich zwar nicht, aber aktuell passt es. Zum Sichern steht die Nextcloud bereit, wobei ein Backup-Plan aktuell fehlt…
    • Ralf: Wenn es um Urlaubsfotos geht, wäre noch die Nextcloud-App Journeys zu erwähnen. Das ist ein Fototagebuch für Reisen. Die Bilder erscheinen in einem Journal (Kalender) und können mit Texten beschrieben werden.
  • Bezahlen
    • Ralf: Schon 2019 war es auf meiner Skandinavien-Rundreise problemlos möglich, alle Zahlungen während 3 Wochen ausschliesslich mit meiner Swatch-Pay zu begleichen. Leider laufen die Zahlungen über die Kreditkarte (MasterCard, Visa, usw.), womit alle Urlaubszahlungen direkt auf dem Schreibtisch von Donald Trump landen. Ist man nur in der Schweiz unterwegs, kann man den Orangen durch Twint-Zahlungen umgehen. Doch bei Twint handelt es sich um ein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Unternehmen. Gleiches gilt für den europäischen Bezahldienst Wero. Zum einen steckt dahinter auch eine belgische Firma und die Verfügbarkeit und Akzeptanz in Europa liegt noch Jahre hinter Twint zurück. Der Digitale Euro ist eine Idee, aber kein Produkt. Bargeld ist ein feuchter Traum des letzten Jahrtausends. Welcher Laden nimmt noch Bargeld? Taler: eine schöne Utopie.
    • Ephraim: Innerhalb Deutschlands ganz banal über die Girocard. Außerhalb entweder mit der Visa-Karte (die, glaube ich, aktuell sogar gesperrt ist, da ich sie zu selten nutze, um mir den Code zu merken) oder tatsächlich Bargeld. Bin aber nicht so oft im Ausland, deshalb passt das so. Wero wäre wohl auch eine Option, aber meine Bank unterstützt das bisher nicht (Thema Verfügbarkeit und Akzeptanz) und datenschutztechnisch ist das ja auch weit von optimal.
  • Sonstiges:
    • Ralf: Ich mache alle Notizen mit dem Desktop-Wiki Zim. Für den Urlaub ist das nicht so praktisch, weil es keine Handy-App gibt. Zwar kann man mit dem Nextcloud-Client auf dem Handy auf die Zim-Textdateien zugreifen und diese mit einem Editor bearbeiten, aber optimal ist das nicht. Deshalb nehme ich für einfache Notizen seit Neuestem auf dem Smartphone die Nextcloud-Notes-App. Ein Ersatz für Zim ist das nicht, weil ich meine strukturierten Notizen zu 99 % auf dem Desktop nutze und es für NC-Notes keine Desktop-Anwendung gibt.
      Als Wetter-App verwende ich Breezy, weil sie übersichtlich gestaltet ist und viele Informationen bietet. Leider hat sie kein Regenradar.
    • Ephraim: Packlisten und sonstige Notizen werden per Joplin geschrieben und über die Nextcloud auf die anderen Geräte gesynct. Als Wetter-App nutze ich Weawow, das ist zwar keine freie Software, aber zumindest laut Exodus Trackerfrei und ein kleines Solo-Projekt, welches auch über die Webseite (also ohne App) funktioniert. Als freie Software gibt es zum Beispiel die App Breezy Weather.

Outro

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Quellen

  • stehen im Text