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Gegen den Strom

Patrik Baab

GEGEN DEN STROM ist das Interview- und Analyseformat von Patrik Baab. Im Fokus: geopolitische Machtverschiebungen, Medienkritik, transatlantische Strukturen, Eurasien sowie Krieg und Frieden – mit historischem Tiefgang und politischer Brisanz.

Zu Gast sind Militärs, Diplomaten, Wissenschaftler, Journalisten und Künstler mit einer anderen Perspektive, als sie in den etablierten Medien zu hören ist.

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  • 47 episodes
  • Avg 1 hr
  • German
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  • S1 · E111
    Sunday · 1 hr 21 min

    Andrej Fursow: Das Ende des Kapitalismus – Was kommt danach?

    Was kommt nach dem Kapitalismus? Und könnte die neue Weltordnung noch unfreier werden als die alte? Der russische Historiker Andrej Fursow ist überzeugt: Wir erleben nicht einfach eine weitere Wirtschaftskrise, sondern das Ende einer historischen Epoche. Die bisherige Weltordnung zerfällt. An ihre Stelle könnte ein System treten, in dem nicht mehr die Kontrolle über Kapital und Produktion entscheidend ist, sondern die Macht über Informationen, Bildung und menschliches Verhalten. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt Fursow, warum er den Kapitalismus für erschöpft hält und weshalb er erwartet, dass der Übergang in eine neue Ordnung von Kriegen begleitet wird. Seine Prognosen sind düster: Die westliche Mittelschicht könnte weitgehend verschwinden, demokratische Institutionen an Bedeutung verlieren und digitale Plattformen zunehmend bestimmen, was Menschen denken, kaufen und benötigen. Für diese mögliche Entwicklung verwendet Fursow den Begriff „Bio-Öko-Digitalfaschismus“. Damit beschreibt er metaphorisch eine Gesellschaft umfassender Kontrolle und extremer sozialer Ungleichheit. Zugleich betont er, dass es keine einheitliche Weltregierung gebe, sondern konkurrierende Machtgruppen mit unterschiedlichen Interessen. Welche Rolle spielen dabei Finanzkapital, Geheimdienste und internationale Konzerne? Warum betrachtet Fursow die Bildungskrise als eine der größten Gefahren unserer Zeit? Und was geschieht mit einer Gesellschaft, in der Menschen zwar Antworten abrufen, aber immer seltener selbstständig Fragen stellen? Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die geopolitische Zukunft. Fursow warnt vor einer neuen Ära langwieriger Kriege, analysiert das Machtverhältnis zwischen den USA, Russland und China und kritisiert die politische Führung Westeuropas. Zum Schluss geht es um Deutschland: Wie souverän ist die Bundesrepublik? Können sich die deutsch-russischen Beziehungen noch erholen? Ein kontroverses Gespräch über den Zerfall alter Machtstrukturen, die Zukunft der Demokratie und die Frage, ob die Menschheit den kommenden Systemwechsel selbst mitgestalten kann. Kapitel: 00:00 – Intro 01:00 – Andrej Fursow über das Ende des Kapitalismus 02:00 – Der Zerfall der Nachkriegsordnung 04:30 – Russland, China und die neue Ordnung 05:40 – Warum Weltordnungen durch Kriege entstehen 08:45 – Finanzkapitalismus und Krieg 11:10 – Ist die Demokratie in Gefahr? 14:10 – Digitale Kontrolle über den Menschen 16:40 – Gibt es eine geheime Weltregierung? 17:20 – Vier Zukunftsszenarien 22:20 – Was ist Bio-Öko-Digitalfaschismus? 24:05 – Das Ende der Mittelschicht? 27:55 – Warum Imperien zerfallen 29:30 – Deep State und Geheimdienste 33:00 – Ist Demokratie ein Auslaufmodell? 34:30 – Angst als Herrschaftsinstrument 37:15 – Konkurrierende Machtgruppen 40:15 – Entindustrialisierung und gesellschaftlicher Umbau 41:30 – Bildungskrise, KI und selbstständiges Denken 45:50 – Machtverlust der Nationalstaaten 49:55 – Digitale Plattformen und Verhaltenssteuerung 53:00 – Eine Zukunft schlimmer als Orwells „1984“? 56:05 – Widerstand und Kriegsgefahr 01:03:10 – Hitler, Canaris und historische Fehleinschätzungen 01:05:40 – Ein neues Jahrhundert der Kriege? 01:08:45 – Kritik an den europäischen Eliten 01:11:35 – Russland, China und der geopolitische Machtkampf 01:16:30 – Deutschlands Souveränität und deutsch-russische Beziehungen Hinweis: Die im Interview vertretenen historischen Deutungen, politischen Bewertungen und Zukunftsszenarien sind Positionen des Gesprächspartners. Insbesondere Aussagen über geheime Machtstrukturen und politische Absichten sind nicht als gesicherte Tatsachen zu verstehen. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E110
    Thursday · 1 hr 21 min

    Justus Frantz: „Wir müssen widersprechen!“ – Über Merz, Russland und die Macht der Musik

    „Wir wollen ja widersprechen und wir müssen widersprechen, denn sonst würde ja die Politik vollkommen verrückt werden.“ Justus Frantz nimmt kein Blatt vor den Mund. Auf seiner Finca auf Gran Canaria spricht der weltbekannte Dirigent und Pianist mit Patrik Baab über die politische Entwicklung Deutschlands, den Verlust kultureller Werte und die wachsende Konfrontation mit Russland. Seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius und Außenminister Johann Wadephul fällt scharf aus. Frantz wirft der politischen Führung vor, den Frieden aus den Augen verloren zu haben. Er fordert mehr demokratische Toleranz, Respekt vor dem Wählerwillen und eine Politik, die sich wieder am Wohl der Bevölkerung orientiert. Doch dieses Gespräch ist weit mehr als eine politische Abrechnung. Frantz erzählt von seiner Freundschaft mit Helmut Schmidt, der auf seiner Finca Bücher schrieb, Schach spielte und am Klavier Trost in der Musik Johann Sebastian Bachs fand. Er erinnert sich an Leonard Bernstein und die Gründung des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das für ihn von Anfang an ein Friedensprojekt war. Mitten im Kalten Krieg gelang es Frantz, Künstler aus der DDR und der Sowjetunion nach Deutschland zu holen. Musik sollte Menschen verbinden, die politisch voneinander getrennt waren. Besonders persönlich wird das Gespräch, als Frantz von seiner Freundschaft mit dem russischen Dirigenten Valery Gergiev erzählt. Warum hielt er zu ihm, als andere auf Distanz gingen? Welche Folgen hatte diese Loyalität für ihn selbst? Und was sagt dieser Konflikt über den heutigen Umgang mit russischer Kultur aus? Frantz erinnert sich auch an ein außergewöhnliches Geschenk zu seinem 80. Geburtstag: Gergievs Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“. Am Ende richtet sich der Blick auf die Zukunft. Frantz beklagt den Verlust von Bildung, kulturellem Bewusstsein und geistigen Idealen. Zugleich erklärt er, warum Musik für ihn bis heute Trost spendet – und weshalb selbst in schweren Zeiten Hoffnung bleibt. Ein Gespräch über Politik und Krieg, Freundschaft und Loyalität, große Musiker und die Frage, was von Europas kulturellen Werten geblieben ist. Kapitel: 00:00 – Intro 01:48 – Zu Gast bei Justus Frantz auf Gran Canaria 02:48 – Kritik an Friedrich Merz und der deutschen Politik 05:39 – Demokratie, Toleranz und Grundgesetz 08:36 – Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt 12:18 – Die heutige CDU-Führung 18:09 – Johann Wadephul und der Kulturverlust 20:20 – Politiker und der Wille des Volkes 22:22 – Persönliche Erinnerungen an Helmut Schmidt 25:10 – Sicherheitspolitik 27:00 – Brandmauer und Musikfestival als Friedensprojekt 31:52 – Junge Talente und Valery Gergiev 37:54 – Gergievs Ausladung: Freundschaft und Loyalität 42:07 – Beethovens „Missa solemnis“ 44:11 – Der Blick auf Russland heute 50:37 – Meinungsfreiheit, Zensur und Kritik 53:37 – „Extremismus der Mitte“ und Alternativen 55:40 – Kulturverfall, Bildung und Hedonismus 57:38 – Musik als Trost und Hoffnung 01:01:54 – Musikalischer Ausklang Die Aussagen und Bewertungen des Gesprächspartners geben dessen persönliche Einschätzungen wieder. Das Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E109
    October 18 · 48 min

    Michael von der Schulenburg: „Die EU wird in dieser Form nicht überleben“

    „Die Europäische Union wird in der heutigen Form nicht überleben.“ Mit dieser Prognose warnt der ehemalige UN-Diplomat und heutige Europaabgeordnete Michael von der Schulenburg vor den Folgen der europäischen Ukrainepolitik. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt er, warum er bei Europas politischer Führung einen gefährlichen Realitätsverlust beobachtet. Während sich die globalen Machtverhältnisse zugunsten Chinas und der BRICS-Staaten verschieben, halte die EU an überholten Vorstellungen ihrer eigenen Stärke fest. Statt diplomatische Lösungen zu entwickeln, setze sie auf Sanktionen, militärische Unterstützung und moralische Verurteilungen. Besonders scharf kritisiert von der Schulenburg den Umgang des Europäischen Parlaments mit dem Ukrainekrieg. Aus eigener Erfahrung schildert er, wie über weitere Waffenlieferungen und militärische Eskalation abgestimmt wird, während diplomatische Initiativen seiner Ansicht nach kaum eine Rolle spielen. Der frühere UN-Diplomat hält den Krieg für die Ukraine militärisch verloren und warnt vor einer weiteren Zerstörung des Landes. Seine Befürchtung: Ohne Verhandlungen könnte die Ukraine langfristig zu einem nicht mehr funktionsfähigen Staat werden. Doch warum wird nicht verhandelt? Von der Schulenburg sieht ein zentrales Hindernis darin, dass europäische Politiker die russischen Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigen. Er fordert direkte Gespräche mit Moskau und schlägt eine neutrale Ukraine außerhalb von NATO und EU vor. Zugleich erläutert er anhand seiner Erfahrungen als internationaler Vermittler, wie Friedensverhandlungen überhaupt wieder in Gang kommen könnten. Auch Deutschlands Rolle steht zur Debatte: Sollte Berlin eine militärische Führungsrolle in Europa anstreben – oder stattdessen zum wichtigsten Vermittler für einen europäischen Frieden werden? Am Ende steht eine grundsätzliche Frage: Kann Europa seinen politischen Kurs noch rechtzeitig ändern, bevor der Ukrainekrieg die Zukunft der Europäischen Union dauerhaft verändert? Themen dieser Folge: – Krise des traditionellen Parteiensystems – Europas politischer Realitätsverlust – BRICS und die neue globale Machtverteilung – Ukrainekrieg und militärische Eskalation – Fehlende Diplomatie im EU-Parlament – Warum Friedensverhandlungen scheitern – Russlands Sicherheitsinteressen und die NATO – Eine neutrale Ukraine als Friedensmodell? – Wirtschaftlicher Niedergang und Europas Isolation – Deutschlands Verhältnis zu Russland und den USA – Die Rolle Ursula von der Leyens – Das Risiko eines ukrainischen Staatszerfalls – Deutschlands mögliche Rolle als Friedensvermittler Michael von der Schulenburg: „Der Weg ist einfach, dass wir mit Russland reden müssen. Wir müssen uns hinsetzen.“ Kapitel: 00:00 – Intro 01:33 – Vorstellung: Michael von der Schulenburg 02:07 – Krise des Parteiensystems 05:37 – Europas politischer Realitätsverlust 09:24 – Globale Machtverschiebung & BRICS 12:00 – Ukrainekrieg & Eskalationsrisiken 16:13 – Fehlende Diplomatie im EU-Parlament 18:27 – Warum Verhandlungen blockiert sind 20:54 – Sicherheitsinteressen & Kriegsursachen 24:05 – Russische Positionen & gescheiterte Strategien 27:00 – Wirtschaftliche Folgen & Isolation Europas 31:32 – Europäische Eliten & die USA 35:56 – Deutschlands Interessen & Militärstrategie 39:19 – Europas gescheiterte Großmacht-Vision? 43:29 – Drohender Kollaps der Ukraine 45:18 – Gibt es einen Weg zum Frieden? Die Aussagen und Prognosen des Gesprächspartners geben dessen persönliche politische Einschätzungen wieder. Das Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E107
    October 17 · 42 min

    (DEUTSCH) Jeffrey Sachs: 180 Jahre Konfrontation mit Russland – Europas verpasste Friedenschancen

    Hat Europa über Jahrzehnte die Chance auf Frieden mit Russland verspielt? Der amerikanische Ökonom und Columbia-Professor Jeffrey Sachs ist überzeugt, dass Europas heutige Russlandpolitik Teil eines historischen Fehlers ist, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Im Gespräch mit Patrik Baab erläutert Sachs die zentralen Thesen seines neuen Buches „Europas strategischer Fehler“. Er zeichnet eine Linie von der britischen Russlandpolitik der 1840er-Jahre über den Krimkrieg, Bismarcks Bündnispolitik und die beiden Weltkriege bis zur NATO-Osterweiterung und zum heutigen Ukrainekrieg. Dabei stellt Sachs eine weitreichende Frage: Hätte die europäische Geschichte anders verlaufen können? Besonders ausführlich beschäftigt er sich mit Deutschland. Nach seiner Interpretation hätte die Stalin-Note von 1952 eine frühere Wiedervereinigung ermöglichen können. Österreichs Neutralität von 1955 betrachtet er als Beispiel für eine alternative Sicherheitsordnung. Beide historischen Deutungen sind Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen. Auch die Zeit nach 1989 spielt eine entscheidende Rolle. Sachs war damals selbst als Wirtschaftsberater in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion tätig. Er berichtet von seinen Begegnungen mit Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher – und erklärt, warum er die damaligen Hoffnungen auf eine gemeinsame europäische Friedensordnung für gescheitert hält. Im Zentrum steht seine Kritik an der NATO-Osterweiterung. Sachs interpretiert den Ukrainekrieg als vermeidbare Eskalation einer westlichen Machtpolitik, die russische Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Verantwortung für Russlands großangelegte Invasion 2022 und die Frage nach der souveränen Entscheidung der Ukraine bleiben dabei wesentliche Streitpunkte. Doch Sachs bleibt nicht bei der historischen Analyse stehen. Er fordert direkte Gespräche zwischen Deutschland und Russland, eine Rückkehr zur Diplomatie und eine europäische Sicherheitsordnung, die nicht ausschließlich auf militärischen Bündnissen beruht. Welche Rolle könnte die OSZE dabei spielen? Was müsste Bundeskanzler Friedrich Merz ändern? Und wie kann Europa seine Beziehungen zu Russland, China und den USA neu gestalten? Themen dieser Folge: – Europas Russlandpolitik und ihre historischen Wurzeln– Das britische Empire, das Great Game und der Krimkrieg– Bismarcks Bündnispolitik und der Erste Weltkrieg– Kalter Krieg und deutsche Neutralität– Die Stalin-Note von 1952 und Adenauers Entscheidung– Österreich 1955 als alternatives Sicherheitsmodell– Sachs’ persönliche Erfahrungen während der Wendezeit– Gorbatschow, Kohl, Genscher und die NATO-Osterweiterung– Der Ukrainekrieg und Sachs’ Neutralitätsvorschlag– Die geopolitische Rolle der USA, Chinas und Russlands– Friedrich Merz und die deutsche Außenpolitik– Direkte Diplomatie statt weiterer Eskalation– Die OSZE und eine neue europäische Sicherheitsordnung Jeffrey Sachs:„Europa spricht derzeit nur die Sprache der Eskalation.“(Übersetzung aus dem Englischen) Buch:Jeffrey Sachs – „Europas strategischer Fehler“ Kapitel:[Finale Kapitel werden ergänzt] Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus:https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr:Website: https://www.patrikbaab.deTelegram: https://t.me/patrik_baabX: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E108
    October 15 · 59 min

    Wolfgang Hummel: Nord Stream vor Gericht – Wer steckt hinter dem Anschlag?

    Wer steckt hinter der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines? Und wird der Strafprozess tatsächlich aufklären, wer den Anschlag geplant und befohlen hat? Im Gespräch mit Patrik Baab analysiert der Wirtschaftsanwalt Wolfgang Hummel den Nord-Stream-Prozess, die juristischen Streitfragen und die wirtschaftlichen Folgen der Pipeline-Sprengung vom 26. September 2022. Im Mittelpunkt steht ein ukrainischer Angeklagter, dem eine Beteiligung an dem Anschlag vorgeworfen wird. Hummel erläutert die möglichen Verteidigungsstrategien: Ist die Identität zweifelsfrei geklärt? War Nord Stream zivile Infrastruktur oder ein militärisches Ziel? Welche Verantwortung trägt ein Soldat, der auf Befehl handelt? Und welches Gericht ist zuständig? Besonders kritisch betrachtet Hummel die Grenzen des Strafverfahrens. Er bezweifelt, dass der Prozess sämtliche Hintergründe des Anschlags aufklären wird. Auch den Ausschluss geschädigter Unternehmen von der Nebenklage diskutiert er mit Blick auf Beweisrechte und mögliche Schadenersatzforderungen. Eine gezielte Vertuschung durch das Gericht behauptet er ausdrücklich nicht. Im zweiten Teil geht es um die politischen und wirtschaftlichen Interessen. Hummel erinnert an Joe Bidens Äußerungen zu Nord Stream vor Beginn des Ukrainekriegs und untersucht die langjährige amerikanische Opposition gegen das Pipelineprojekt. Seiner Auffassung nach spielen dabei drei wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle: der Absatz von amerikanischem Flüssiggas, die Konkurrenz zur deutschen Chemieindustrie und die Interessen internationaler Finanzunternehmen. Aus diesen Interessen allein lässt sich allerdings keine Verantwortung für den Anschlag ableiten. Das Gespräch führt weiter zur Energiepolitik der USA, zu Venezuela, Iran und China sowie zur Frage, ob amerikanische Investoren künftig bei Nord Stream einsteigen könnten. Welche Folgen haben steigende Energiekosten für den deutschen Industriestandort? Welche Interessen verfolgen Polen und die Ukraine? Und warum wurde die Pipeline TurkStream im Schwarzen Meer nicht angegriffen? Themen dieser Folge: – Der Nord-Stream-Prozess und der ukrainische Angeklagte – Identität, Befehlsnotstand und Völkerrecht – Die Segeljacht „Andromeda“ und die Anklage – Ausschluss der Nebenkläger und Schadenersatz – Versicherungsstreit in London – Bidens Nord-Stream-Aussage und die Bundesregierung – US-Energieinteressen und amerikanisches LNG – Mögliche Hintermänner und offene Ermittlungsfragen – Nord Stream als geopolitischer Konflikt – US-Investoren und die Zukunft der Pipelines – Folgen für Deutschlands Chemieindustrie – Polen, Ukraine und die Transitgebühren – Warum TurkStream verschont blieb Wolfgang Hummel: „Energie ist der Hebel. Das ist ein politischer Hebel.“ Kapitel: 00:00 – Intro 01:15 – Begrüßung: Prozessauftakt vor dem Hanseatischen OLG 02:23 – Wer sitzt auf der Anklagebank? 04:11 – Geklärte Identität? Mehrere Pässe 06:06 – Völkerrecht: Zivile vs. militärische Infrastruktur 09:47 – Befehlsnotstand & gerichtliche Zuständigkeit 12:35 – Die Anklageschrift & die „Andromeda“ 15:26 – Ausschluss der Nebenkläger 20:35 – Vertuschung oder Prozessökonomie? 24:02 – Lloyd’s Versicherung & Kriegsklausel 26:02 – Bidens Ankündigung & Bundesregierung 28:56 – US-Strategie gegen Nord Stream 30:06 – LNG, Chemieindustrie & Banken 32:32 – Was wusste die Bundesregierung? 34:28 – Ex-BND-Chef & angebliche Spuren 38:22 – Doppelte Standards bei Ermittlungen 40:30 – Energiekrieg: Venezuela & Naher Osten 47:00 – US-Investoren bei Nord Stream? 50:38 – Folgen für den Industriestandort 52:30 – Polen, Ukraine & Transitgebühren 56:08 – Warum TurkStream verschont blieb Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E107
    October 14 · 44 min

    Jeffrey Sachs: 180 Jahre Konfrontation mit Russland – Europas verpasste Friedenschancen

    Hat Europa über Jahrzehnte die Chance auf Frieden mit Russland verspielt? Der amerikanische Ökonom und Columbia-Professor Jeffrey Sachs ist überzeugt, dass Europas heutige Russlandpolitik Teil eines historischen Fehlers ist, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Im Gespräch mit Patrik Baab erläutert Sachs die zentralen Thesen seines neuen Buches „Europas strategischer Fehler“. Er zeichnet eine Linie von der britischen Russlandpolitik der 1840er-Jahre über den Krimkrieg, Bismarcks Bündnispolitik und die beiden Weltkriege bis zur NATO-Osterweiterung und zum heutigen Ukrainekrieg. Dabei stellt Sachs eine weitreichende Frage: Hätte die europäische Geschichte anders verlaufen können? Besonders ausführlich beschäftigt er sich mit Deutschland. Nach seiner Interpretation hätte die Stalin-Note von 1952 eine frühere Wiedervereinigung ermöglichen können. Österreichs Neutralität von 1955 betrachtet er als Beispiel für eine alternative Sicherheitsordnung. Beide historischen Deutungen sind Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen. Auch die Zeit nach 1989 spielt eine entscheidende Rolle. Sachs war damals selbst als Wirtschaftsberater in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion tätig. Er berichtet von seinen Begegnungen mit Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher – und erklärt, warum er die damaligen Hoffnungen auf eine gemeinsame europäische Friedensordnung für gescheitert hält. Im Zentrum steht seine Kritik an der NATO-Osterweiterung. Sachs interpretiert den Ukrainekrieg als vermeidbare Eskalation einer westlichen Machtpolitik, die russische Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Verantwortung für Russlands großangelegte Invasion 2022 und die Frage nach der souveränen Entscheidung der Ukraine bleiben dabei wesentliche Streitpunkte. Doch Sachs bleibt nicht bei der historischen Analyse stehen. Er fordert direkte Gespräche zwischen Deutschland und Russland, eine Rückkehr zur Diplomatie und eine europäische Sicherheitsordnung, die nicht ausschließlich auf militärischen Bündnissen beruht. Welche Rolle könnte die OSZE dabei spielen? Was müsste Bundeskanzler Friedrich Merz ändern? Und wie kann Europa seine Beziehungen zu Russland, China und den USA neu gestalten? Themen dieser Folge: – Europas Russlandpolitik und ihre historischen Wurzeln – Das britische Empire, das Great Game und der Krimkrieg – Bismarcks Bündnispolitik und der Erste Weltkrieg – Kalter Krieg und deutsche Neutralität – Die Stalin-Note von 1952 und Adenauers Entscheidung – Österreich 1955 als alternatives Sicherheitsmodell – Sachs’ persönliche Erfahrungen während der Wendezeit – Gorbatschow, Kohl, Genscher und die NATO-Osterweiterung – Der Ukrainekrieg und Sachs’ Neutralitätsvorschlag – Die geopolitische Rolle der USA, Chinas und Russlands – Friedrich Merz und die deutsche Außenpolitik – Direkte Diplomatie statt weiterer Eskalation – Die OSZE und eine neue europäische Sicherheitsordnung Jeffrey Sachs: „Europa spricht derzeit nur die Sprache der Eskalation.“ (Übersetzung aus dem Englischen) Buch: Jeffrey Sachs – „Europas strategischer Fehler“ Kapitel: [Finale Kapitel werden ergänzt] Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E106
    October 11 · 1 hr 11 min

    Peter Hänseler: Der Dritte Weltkrieg hat bereits begonnen – Russland, der Westen und der globale Machtkampf

    Peter Hänseler ist überzeugt: Der Dritte Weltkrieg hat bereits begonnen. Nicht als direkte Konfrontation zwischen den USA, Russland und China, sondern als globaler Machtkampf, der sich in regionalen Kriegen, Wirtschaftssanktionen und der Neuordnung internationaler Machtverhältnisse zeigt. Im Gespräch mit Patrik Baab entwickelt der Herausgeber von „Forum Geopolitica“ eine weitreichende Prognose: Russland werde den Krieg in der Ukraine gewinnen – und der Westen stehe vor dem Verlust seiner globalen Vorherrschaft. Hänseler verweist auf die veränderte Kriegsführung durch Drohnen, Russlands Rüstungsproduktion, Energie- und Rohstoffreserven, Staatsfinanzen und die aus seiner Sicht größere gesellschaftliche Bereitschaft, einen langen Krieg durchzuhalten. Doch Patrik Baab hält dagegen: Auch Russland zahlt einen hohen Preis. Investitionen werden zurückgestellt, Sanktionen verteuern Importe und Arbeitskräfte haben das Land verlassen. Hänseler stimmt zu: Krieg und Sanktionen schwächen Russland. Gleichzeitig vertritt er die These, dass dieser Druck Russland zu größerer wirtschaftlicher Eigenständigkeit zwingt. Damit verschiebt sich der Blick auf Deutschland. Was bedeuten hohe Energiepreise, Sanktionen und geopolitische Abhängigkeiten für den Industriestandort? Welche Interessen verfolgen die USA in Europa? Von dort führt das Gespräch zum größeren globalen Konflikt: Iran, China, Russland und die BRICS-Staaten auf der einen Seite, der „kollektive Westen“ auf der anderen. Hänselers zentrale These: Wir erleben einen historischen Machtwechsel. Der Westen verliere seine hegemoniale Stellung, während der globale Süden an Gewicht gewinnt. Hänseler erwartet, dass dieser Übergang von regionalen und stellvertretenden Kriegen begleitet wird. Am Ende steht die gefährlichste Frage: Was geschieht, wenn in diesem Machtkampf die nukleare Hemmschwelle fällt? Themen dieser Folge: – Warum Hänseler mit einem russischen Sieg rechnet – Drohnen und die veränderte Kriegsführung – Rüstungsproduktion, Energie und Rohstoffe – Schwächt der Krieg Russland trotz militärischer Vorteile? – Sanktionen und wirtschaftliche Eigenständigkeit – Mariupol und die Nachkriegsordnung – Deutschlands Energiekrise und industrielle Zukunft – Deutschland und die USA – Iran, China und Russland – BRICS und der globale Süden – Hänselers These vom Niedergang westlicher Hegemonie – Der „Dritte Weltkrieg“ als Kette regionaler Konflikte – Die Gefahr einer nuklearen Eskalation Peter Hänseler: „Der Erste, der eine solche Waffe einsetzt, der nimmt eine Hemmschwelle weg, die wir jetzt seit August 1945 haben.“ Mehr über Peter Hänseler und Forum Geopolitica: https://forumgeopolitica.com/de/ https://forumgeopolitica.com/de/ueber/autor/peter-hanseler-3 Kapitel: 00:00 – Intro 01:20 – Hat der Dritte Weltkrieg bereits begonnen? 03:00 – Moderne Kriegsführung in der Ukraine 06:20 – Russlands Rüstungsproduktion 08:35 – Autarkie & Rohstoffe 11:00 – Schuldenkrise im Westen 15:30 – Inflation & Leitzinsen 18:25 – Wehrbereitschaft: Russland vs. Westen 22:23 – Sanktionen, Investitionen & Arbeitsmarkt 31:47 – Wiederaufbau von Mariupol 36:38 – Rohstoffe & Investitionen im Donbass 40:12 – Eingefrorene russische Vermögen 43:48 – Energiekrise & deutsche Industrie 47:17 – USA, RAND & Europa 52:33 – US-Interessen im Nahen Osten 57:58 – Moskau, Peking & Teheran 01:02:45 – BRICS & globaler Süden 01:05:36 – Hegemoniewechsel & nukleare Eskalation Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E103
    October 10 · 2 hr 17 min

    (DEUTSCH) Scott Ritter: Der Krieg der Drohnen – Wiesbaden, CIA und die Gefahr einer nuklearen Eskalation

    Scott Ritter war US-Marineoffizier und UN-Waffeninspekteur. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet er von seiner Reise in den Donbass und erklärt, wie Drohnen, Satellitendaten und digitale Zielerfassung den Krieg verändert haben. Ausgangspunkt ist Starobilsk. Ritter besuchte dort ein College, das im Mai 2026 von Drohnen getroffen wurde, und schildert Gespräche mit Augenzeugen sowie seine Fahrt durch ein Gebiet unter Drohnengefahr. Er ist überzeugt, dass das College gezielt als ziviles Objekt angegriffen wurde. Von dort führt das Gespräch zur technischen Infrastruktur des Krieges: Starlink, Palantir, Satellitenaufklärung und die sogenannte „Kill Chain“. Ritter beschreibt, wie Daten verarbeitet und in Zielkoordinaten und Waffenwirkung übersetzt werden. Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem US-Stützpunkt Wiesbaden und der Zusammenarbeit zwischen den USA, der NATO und der Ukraine zu. Weitere Themen sind westliche Geheimdienststrukturen in der Ukraine seit 2014, Stay-Behind-Netzwerke sowie die Entstehung der Gruppe Wagner. Ritter schildert seine Sicht auf Wagner, Bachmut, Prigoschins Meuterei und dessen Tod. Besonders anschaulich wird das Gespräch beim modernen Drohnenkrieg: Ritter beschreibt Glasfaserkabel über Feldern und Wäldern, FPV-Drohnen, elektronische Kriegsführung und kleine Angriffstrupps. Nach seiner Analyse bestimmen Drohnen inzwischen Aufklärung, Kommunikation, Feuerleitung und Bewegung auf dem Gefechtsfeld. Im letzten Teil geht es um Angriffe auf das russische Hinterland, Odessa, Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau und die Frage: Wie kann aus konventioneller Eskalation durch Fehlwahrnehmung und Fehlkalkulation eine nukleare Krise entstehen? Themen dieser Folge: – Ritters Reise in den Donbass und nach Starobilsk– Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändert haben– Starlink, Palantir und die „Kill Chain“– Die Rolle des US-Stützpunkts Wiesbaden– CIA-Kooperation und Stay-behind-Strukturen seit 2014– Die Entstehung der Gruppe Wagner– Bachmut, Prigoschins Meuterei und sein Tod– Glasfaser- und FPV-Drohnen an der Front– Angriffe auf russische Energieinfrastruktur– Odessa und die wirtschaftliche Dimension– Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau– Nukleardoktrin und die Gefahr einer Fehlkalkulation– Ritters Einschätzung zur Zukunft der Ukraine und Europas Scott Ritter:„The drones are what drives the war.“ Kapitel: 00:00:00 – Intro00:02:18 – Begrüßung und Vorstellung von Scott Ritter00:03:46 – Reise in den Donbass & Der Drohnenangriff in Starobilsk00:14:19 – Westliche Technologie im Einsatz: Starlink & Palantir00:25:22 – US-Stützpunkt Wiesbaden & Die Rolle der NATO00:31:48 – CIA-Präsenz und Spezialausbildung in der Ukraine seit 201400:35:00 – Nationalistische Bataillone & Ausländische Söldner00:38:04 – „Stay-Behind“-Netzwerke und Sabotage hinter den Linien00:46:50 – Die Ursprünge der Gruppe Wagner im Donbass (2014)00:54:51 – Wagner in Bachmut, Prigoschins Meuterei & der Flugzeugabsturz01:04:42 – Augenzeugenberichte aus Starobilsk & menschliche Schicksale01:08:18 – Die Revolution des Drohnenkriegs: Glasfaser & FPV-Taktiken01:24:27 – Angriffe auf das russische Hinterland & Energieinfrastruktur01:33:45 – Schließung des Hafens von Odessa & wirtschaftliche Folgen01:40:00 – CIA-Direktor in Moskau: Hintergründe & Geheimdiplomatie01:49:30 – Risiko einer nuklearen Eskalation & Treffen mit Botschafter Antonow02:02:05 – Westliche Nukleardoktrin & die Rolle der europäischen Staaten02:08:22 – Demografie der Ukraine, Kriegsausgang & geopolitische Folgen für Europa Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus:https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr:Website: https://www.patrikbaab.deTelegram: https://t.me/patrik_baabX: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E105
    October 8 · 50 min

    Cara MariAnna: Was ich im Westjordanland gesehen habe

    Warum reist eine amerikanische Journalistin selbst ins Westjordanland? Cara Marianna wollte nicht länger nur aus der Ferne beobachten. Mit ihrem Projekt „Palestinian Voices“ machte sie sich auf den Weg, um Menschen vor Ort zuzuhören – und ihre Geschichten einem westlichen Publikum zugänglich zu machen. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet Marianna von ihren Reisen nach Jerusalem, Bethlehem, Hebron und in ländliche Gemeinden des Westjordanlands. Ihre erste große Begegnung führt sie unmittelbar zurück ins Jahr 1948: Eine über 90-jährige Palästinenserin erzählt ihr, wie sie als 14-jähriges Mädchen unter einem Olivenbaum saß und plötzlich eine lange Kolonne vertriebener Menschen auf sich zukommen sah. Marianna schildert Begegnungen mit Kindern, Bauern, Aktivisten und Bewohnern von Flüchtlingslagern. In Bethlehem erlebt sie neugierige Kinder, die sie auf Englisch ansprechen und wissen wollen: „Palestine or Israel?“ In ländlichen Gebieten trifft sie dagegen auf Kinder, deren Alltag nach ihrer Darstellung von Gewalt, Verhaftungen und der Angst um ihre Familien geprägt ist. Das Gespräch führt weiter zu Beduinengemeinschaften und palästinensischen Dörfern, zu israelischen Siedlungen und Außenposten sowie zu Mariannas Beobachtungen von Verdrängung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Sie beschreibt außerdem, wie Bewohner Angriffe und Übergriffe mit ihren Mobiltelefonen dokumentieren. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Flüchtlingslager. Marianna zeichnet den Weg von den Vertreibungen des Jahres 1948 über provisorische Zeltlager bis zu dicht bebauten Camps nach, in denen heute mehrere Generationen leben. Im letzten Teil wird das Gespräch politischer und kontroverser. Marianna äußert ihre Sicht auf den 7. Oktober, die Hannibal-Direktive, Besatzung und Widerstand, Sanktionen gegen Israel und eine mögliche politische Zukunft für Israelis und Palästinenser. Bei Patrik Baabs Frage nach einer möglichen False-Flag-Operation zieht sie jedoch ausdrücklich eine Grenze: Diese Frage könne sie nicht beurteilen. Themen dieser Folge: – Warum Cara Marianna selbst ins Westjordanland reiste – Das Projekt „Palestinian Voices“ – Eine Zeitzeugin und ihre Erinnerung an 1948 – Begegnungen mit Kindern in Bethlehem und ländlichen Gemeinden – Alltag, Checkpoints und eingeschränkte Bewegungsfreiheit – Beduinengemeinschaften und palästinensische Dörfer – Siedlungen, Außenposten und Siedlergewalt – Wie Palästinenser Übergriffe dokumentieren – Geschichte und Gegenwart der Flüchtlingslager – Mariannas Sicht auf den 7. Oktober und die Hannibal-Direktive – Mandela, Widerstand und internationale Sanktionen – Welche politische Lösung Marianna für möglich hält Cara Marianna: “As an American, I couldn’t sit still anymore.” „Als Amerikanerin konnte ich nicht länger stillsitzen.“ Kapitel: 00:00Beweggründe für die Reise ins Westjordanland06:17 - Recherche vor Ort & erste Kontakte08:26 - Begegnung mit einer Zeitzeugin von 1948 in Ost-Jerusalem12:47 - Einreise über die Allenby-Brücke & die Lage im Westjordanland14:33 - Siedlerkolonialismus & Völkerrecht17:06 - Eindrücke und Begegnungen mit Kindern20:52 - Kontrollpunkte, Überwachung & Repression22:04 - Siedlergewalt und die Rolle der Armee in Kissan25:31 - Arbeit mit „Go Palestine“ in Hebron27:00 - Die Situation der Beduinen & Masafer Yatta32:38 - Westliche Politik & Reaktionen34:01 - Das Leben und der Alltag in den Flüchtlingslagern38:20 - Zerstörung von Kultur und Identität39:19 - Der 7. Oktober & Inhaftierungen im Westjordanland43:20 - Handlungsoptionen: Was kann die internationale Gemeinschaft tun?46:12 - Parallelen zu Südafrika & Nelson Mandela49:01 - Ausblick, Lösungsansätze & Fazit Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E104
    October 4 · 45 min

    Ulrike Sumfleth: Die NGO-Partei – ein Gegenmodell zur Macht der Konzerne?

    Nichtregierungsorganisationen stehen zunehmend in der Kritik: Wer finanziert sie? Wessen Interessen vertreten sie? Und wie unabhängig sind sie tatsächlich? Die Hamburger Publizistin Ulrike Sumfleth stellt eine andere Machtfrage. In ihrem Buch „Macht neu verteilen – Wie eine NGO-Partei den Lobbyismus umkehrt“ argumentiert sie, dass nicht das Etikett NGO entscheidend sei, sondern Abhängigkeit, Finanzierung und die dahinterstehenden Netzwerke. Im Gespräch mit Patrik Baab entwickelt Sumfleth daraus eine ungewöhnliche Idee: eine „NGO-Partei“. Sie soll sich systematisch für konzern- und möglichst staatsunabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen öffnen und deren Expertise stärker in politische Entscheidungen einbringen. Sumfleth selbst will keine solche Partei gründen, sondern versteht ihr Modell als Konzept und Diskussionsangebot. Im Zentrum steht ihre Kritik an der Macht großer Konzerne und vermögender Eigentümer. Sumfleth argumentiert, dass Kapital nicht nur wirtschaftliche Macht schafft, sondern auch Zugang zu Experten, Kommunikationsnetzwerken und politischer Beratung. Deshalb fragt sie: Wer bestimmt eigentlich, wer als Experte gehört wird? Doch könnte eine solche NGO-Partei nicht selbst zum Ziel von Lobbyisten werden? Wie verhindert man Karriereinteressen, Fraktionsmacht und Unterwanderung? Was passiert, sobald Koalitionen geschlossen werden müssen? Patrik Baab konfrontiert Sumfleths Modell mit genau den Problemen, die sie bestehenden Parteien vorwirft. Das Gespräch führt von staatlich finanzierten NGOs und sogenannten GONGOs über Lobbyismus und Transparenz bis zu Brüssel, dem BSW und der Frage nach einer neuen politischen Interessenvertretung. Besonders zugespitzt wird die Debatte, als Sumfleth die heutige gesellschaftliche Ungleichheit mit der Situation vor 1789 vergleicht und von einer „vorrevolutionären Phase“ spricht. Am Ende formuliert sie ein bewusst schmales politisches Fundament: höhere Steuern auf sehr große Vermögen und Konzerne sowie Klima-, Arten- und Umweltschutz. Bei einem anderen zentralen Thema räumt Sumfleth dagegen selbst eine Leerstelle ein: Krieg und Frieden habe sie in ihrem Buch nicht ausreichend behandelt. Themen dieser Folge: – NGOs, GONGOs und die Frage politischer Abhängigkeit – Wer besitzt gesellschaftliche Macht? – Konzernmacht und politische Einflussnetzwerke – Wer bestimmt, welche Experten gehört werden? – Was ist eine „NGO-Partei“? – 51 Prozent konzernunabhängige Politikberatung – Lobbyismus, Transparenz und politische Selbstbindung – Kann sich eine neue Partei vor Korruption schützen? – Zivilgesellschaft als politische Gegenmacht – Sumfleths Vergleich mit 1789 – Links und Rechts oder Gemeinwohl? – Milliardärssteuern und Konzernbesteuerung – Warum Krieg und Frieden im Buch eine Leerstelle bleiben Ulrike Sumfleth: „Ich sehe ehrlich gesagt die Weltgesellschaft in einer vorrevolutionären Phase.“ Kapitel: 00:00 – Begrüßung & Vorstellung von Ulrike Sumfleth 03:30 – Der Einfluss von Konzernmacht auf Wirtschaft & Gesellschaft 11:45 – Lobbyismus in den Schaltzentralen der Politik 19:20 – Wo versagen die etablierten Strukturen? 27:00 – Die Idee einer neuen Partei: Beweggründe & Vision 35:10 – Kernanliegen, Ziele und programmatische Schwerpunkte 41:30 – Wie geht es weiter? Mobilisierung & Ausblick 44:00 – Fazit & Verabschiedung Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E103
    October 1 · 1 hr 51 min

    Scott Ritter: Der Krieg der Drohnen – Wiesbaden, CIA und die Gefahr einer nuklearen Eskalation

    Scott Ritter war US-Marineoffizier und UN-Waffeninspekteur. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet er von seiner Reise in den Donbass und erklärt, wie Drohnen, Satellitendaten und digitale Zielerfassung den Krieg verändert haben. Ausgangspunkt ist Starobilsk. Ritter besuchte dort ein College, das im Mai 2026 von Drohnen getroffen wurde, und schildert Gespräche mit Augenzeugen sowie seine Fahrt durch ein Gebiet unter Drohnengefahr. Er ist überzeugt, dass das College gezielt als ziviles Objekt angegriffen wurde. Von dort führt das Gespräch zur technischen Infrastruktur des Krieges: Starlink, Palantir, Satellitenaufklärung und die sogenannte „Kill Chain“. Ritter beschreibt, wie Daten verarbeitet und in Zielkoordinaten und Waffenwirkung übersetzt werden. Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem US-Stützpunkt Wiesbaden und der Zusammenarbeit zwischen den USA, der NATO und der Ukraine zu. Weitere Themen sind westliche Geheimdienststrukturen in der Ukraine seit 2014, Stay-Behind-Netzwerke sowie die Entstehung der Gruppe Wagner. Ritter schildert seine Sicht auf Wagner, Bachmut, Prigoschins Meuterei und dessen Tod. Besonders anschaulich wird das Gespräch beim modernen Drohnenkrieg: Ritter beschreibt Glasfaserkabel über Feldern und Wäldern, FPV-Drohnen, elektronische Kriegsführung und kleine Angriffstrupps. Nach seiner Analyse bestimmen Drohnen inzwischen Aufklärung, Kommunikation, Feuerleitung und Bewegung auf dem Gefechtsfeld. Im letzten Teil geht es um Angriffe auf das russische Hinterland, Odessa, Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau und die Frage: Wie kann aus konventioneller Eskalation durch Fehlwahrnehmung und Fehlkalkulation eine nukleare Krise entstehen? Themen dieser Folge: – Ritters Reise in den Donbass und nach Starobilsk – Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändert haben – Starlink, Palantir und die „Kill Chain“ – Die Rolle des US-Stützpunkts Wiesbaden – CIA-Kooperation und Stay-behind-Strukturen seit 2014 – Die Entstehung der Gruppe Wagner – Bachmut, Prigoschins Meuterei und sein Tod – Glasfaser- und FPV-Drohnen an der Front – Angriffe auf russische Energieinfrastruktur – Odessa und die wirtschaftliche Dimension – Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau – Nukleardoktrin und die Gefahr einer Fehlkalkulation – Ritters Einschätzung zur Zukunft der Ukraine und Europas Scott Ritter: „The drones are what drives the war.“ Kapitel: 00:00:00 – Intro 00:01:58 – Begrüßung und Vorstellung von Scott Ritter 00:03:15 – Reise in den Donbass & Der Drohnenangriff in Starobilsk 00:11:47 – Westliche Technologie im Einsatz: Starlink & Palantir 00:21:10 – US-Stützpunkt Wiesbaden & Die Rolle der NATO 00:26:24 – CIA-Präsenz und Spezialausbildung in der Ukraine seit 2014 00:29:07 – Nationalistisches Bataillone & Ausländische Söldner 00:31:30 – „Stay-Behind“-Netzwerke und Sabotage hinter den Linien 00:38:41 – Die Ursprünge der Gruppe Wagner im Donbass (2014) 00:45:20 – Wagner in Bachmut, Prigoschins Meuterei & der Absturz 00:54:36 – Augenzeugenberichte aus Starobilsk & menschliche Schicksale 00:58:03 – Die Revolution des Drohnenkriegs: Glasfaser & FPV-Taktiken 01:10:05 – Angriffe auf das russische Hinterland & Energieinfrastruktur 01:17:33 – Schließung des Hafens von Odessa & wirtschaftliche Folgen 01:22:20 – CIA-Direktor in Moskau: Hintergründe & Geheimdiplomatie 01:29:56 – Risiko einer nuklearen Eskalation & Treffen mit Botschafter Antonow 01:39:42 – Westliche Nukleardoktrin & die Rolle der europäischen Staaten 01:44:49 – Demografie der Ukraine, Kriegsausgang & geopolitische Folgen für Europa 01:51:15 – Fazit & Verabschiedung Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E102
    September 27 · 49 min

    Nord Stream: Wer sprengte die Pipelines? Moritz Enders über Andromeda, Hersh und die USA

    Eine Segeljacht, eine kleine Crew, mehrere Sprengsätze – und eine Pipeline in rund 80 Metern Tiefe. Kann der Anschlag auf Nord Stream tatsächlich so abgelaufen sein? Der Filmemacher Moritz Enders hat für seine Dokumentation „Nord Stream – Die Sprengung“ die Hintergründe des Anschlags untersucht. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt er, warum er erhebliche Zweifel an der Andromeda-Rekonstruktion hat. Enders fragt: Wie viele Tauchflaschen wären nötig? Wie funktioniert die Dekompression in dieser Tiefe? Wie hält man eine Segeljacht über der Pipeline in Position? Wie transportiert und befestigt man Unterwassersprengstoff? Daraus entwickelt Enders seine These einer professionell vorbereiteten militärischen Kommandooperation. Das Gespräch behandelt Seymour Hershs umstrittene Rekonstruktion, das NATO-Manöver BALTOPS, Poseidon-Aufklärungsflugzeuge, mögliche Zündmechanismen sowie Spezialtaucher und Tauchboote. Enders hält eine US-amerikanische Beteiligung für wahrscheinlich, macht aber mehrfach deutlich, wo seine Recherche keine abschließenden Antworten liefert. Im zweiten Teil geht es um die geopolitische Bedeutung von Nord Stream. Enders verbindet den Anschlag mit dem Verhältnis zwischen Deutschland, Russland und den USA, mit Energiepolitik, amerikanischem Flüssiggas und der Heartland-Theorie. Sein Film zieht zudem eine historische Parallele zur Bagdadbahn. Schließlich geht es um Joe Bidens Äußerungen zu Nord Stream 2, Olaf Scholz’ Auftritt in Washington, die deutschen Ermittlungen und die wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen für Deutschland. Themen dieser Folge: – Wie plausibel ist die Andromeda-Rekonstruktion? – Tauchen und Sprengstoff in rund 80 Metern Tiefe – Dekompression, Positionierung und Spezialausrüstung – Ungereimtheiten, Spuren und Beweismaterial – Warum Enders eine militärische Operation für plausibler hält – Seymour Hersh, BALTOPS und die Nord-Stream-Sabotage – Poseidon-Aufklärungsflugzeuge und mögliche Zündmechanismen – Enders’ These einer möglichen US-Beteiligung – Deutschland, Russland und die geopolitische Bedeutung von Nord Stream – Fracking-Gas und wirtschaftliche Interessen – Heartland-Theorie und die Parallele zur Bagdadbahn – Biden, Scholz und die Frage nach deutscher Souveränität – Deutsche Behörden und die Aufklärung – Reaktionen auf Enders’ Dokumentarfilm „Was vollkommen deutlich wird, ist ja, dass es eine hochkomplexe Aktion ist. Das ist eine militärisch geplante Kommandoaktion, die Monate vorher geplant werden muss.“ – Moritz Enders Kapitel: 00:00 – Einleitung: Zweifel an der offiziellen Andromeda-These 03:00 – Technische Hürden & Tauchlogistik in 80 m Tiefe 06:24 – Ungereimtheiten der Route & Beweislage 10:20 – Militärische Dimension & Seymour Hershs Recherchen 13:07 – Zündmechanismen & Analyse durch Akustik-Experten 18:15 – Planung in den USA & Spezialeinheiten 22:56 – Flugbewegungen der Poseidon-Aufklärungsflugzeuge 24:28 – US-Strategie gegen Nord Stream im Vorfeld 26:00 – Geopolitische Einordnung & die Heartland-Theorie 30:00 – Wirtschaftliche Interessen: Fracking-Gas & Industriestandort 33:05 – Historischer Vergleich: Die Bagdadbahn im 1. Weltkrieg 37:44 – Der Auftritt von Scholz und Biden in Washington 40:12 – Rolle der deutschen Behörden & des Generalbundesanwalts 43:30 – Transatlantische Bindungen in der Politik 46:30 – Kinoausstrahlung & Reaktionen der Medien Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E101
    September 25 · 1 hr 21 min

    (DEUTSCH) Julija Mendel: Von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin – „Frieden ist pro-ukrainisch“

    Julija Mendel war von 2019 bis 2021 Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen schärfsten Kritikerinnen. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt sie, warum sie mit ihrem früheren Chef gebrochen hat und weshalb sie Frieden, Neutralität und einen grundlegenden Strategiewechsel für die Ukraine fordert. Mendel spricht ungewöhnlich offen über ihre Zeit im Präsidentenbüro. Sie erzählt von Selenskyjs Umgang mit Kritik, seinem Fokus auf öffentliche Wirkung und PR und von jenem Moment im Jahr 2021, in dem sie zu der Überzeugung gelangte, der Dialog mit Russland werde abreißen. Dennoch unterstützte sie Selenskyj nach dem russischen Angriff 2022 zunächst weiter. Heute blickt sie selbstkritisch darauf zurück. Besonders persönlich wird das Gespräch, als Mendel über ihre Heimatregion Cherson spricht. Sie schildert die Folgen des russischen Beschusses, die Angst der Zivilbevölkerung und den demografischen Niedergang der Ukraine. Russland und Putin spricht sie ausdrücklich nicht von der Verantwortung für den Krieg frei. Gleichzeitig wirft sie Selenskyj vor, Chancen auf Verhandlungen ausgeschlagen und den eigenen Machterhalt über die Interessen des Landes gestellt zu haben. Weitere Themen sind Korruption, Mobilisierung, politische Sanktionen gegen Mendel, der Maidan, die NATO-Frage und die Verhandlungen von Istanbul 2022. Mendel plädiert für eine neutrale Ukraine und sagt: „Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“ Am Ende richtet sich der Blick nach vorn: Was kommt nach Selenskyj? Und könnte Julija Mendel selbst noch einmal eine politische Rolle in der Ukraine übernehmen? Themen dieser Folge: – Warum Julija Mendel mit Selenskyj gebrochen hat– Ihre persönlichen Erfahrungen im Präsidentenbüro– Sanktionen, Meinungsfreiheit und politischer Druck– Cherson und die menschlichen Kosten des Krieges– Korruption, Mobilisierung und der Zustand der ukrainischen Demokratie– Warum Mendel 2021 das Präsidentenbüro verließ– Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem noch unterstützte– Maidan und ihre heutige Sicht auf die Ereignisse von 2014– NATO-Mitgliedschaft oder Neutralität?– Istanbul 2022 und Mendels Sicht auf verpasste Friedenschancen– Trump und mögliche Wege zu Verhandlungen– Was kommt nach Selenskyj – und welche Rolle könnte Mendel spielen? Julija Mendel:„Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“ Kapitel: (00:00) Julija Mendel: von der Insiderin zur Kritikerin(02:59) Mirotworez und Angst um ihre Familie(04:39) Warum sie nicht ins Europäische Parlament durfte(08:10) Selenskyjs Sanktionen gegen Mendel(09:51) Ist die Ukraine noch eine Demokratie?(11:56) Cherson: die menschlichen Kosten des Krieges(16:42) Warum Mendel Selenskyj mitverantwortlich macht(17:51) So erlebte sie Selenskyj persönlich(21:35) „Ein fantastischer Schauspieler“(24:43) Oligarchen, Geld und Korruptionsvorwürfe(30:04) Maidan: Mendels Blick zurück(34:26) NATO oder Neutralität?(34:59) Wie Mendel Selenskyjs Sprecherin wurde(36:27) PR statt Strategie? Erfahrungen aus dem Präsidentenbüro(39:23) Warum sie 2021 ging(43:17) Ukraine vor dem russischen Großangriff(47:40) Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem unterstützte(49:51) Waffenlieferungen und Korruption(51:49) Istanbul 2022 und die Friedensverhandlungen(55:18) Welche Rolle spielte Boris Johnson?(56:25) Mendels Weg zum Frieden: Neutralität(1:00:19) Was kostet dieser Krieg die Ukraine?(1:03:26) Trump und die Friedensfrage(1:05:50) Hat Selenskyj noch Rückhalt?(1:07:06) Was kommt nach Selenskyj?(1:07:25) Würde Julija Mendel selbst bereitstehen? Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus:https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr:Website: https://www.patrikbaab.deTelegram: https://t.me/patrik_baabX: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E101
    September 24 · 1 hr 9 min

    Julija Mendel: Von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin – „Frieden ist pro-ukrainisch“

    Julija Mendel war von 2019 bis 2021 Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen schärfsten Kritikerinnen. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt sie, warum sie mit ihrem früheren Chef gebrochen hat und weshalb sie Frieden, Neutralität und einen grundlegenden Strategiewechsel für die Ukraine fordert. Mendel spricht ungewöhnlich offen über ihre Zeit im Präsidentenbüro. Sie erzählt von Selenskyjs Umgang mit Kritik, seinem Fokus auf öffentliche Wirkung und PR und von jenem Moment im Jahr 2021, in dem sie zu der Überzeugung gelangte, der Dialog mit Russland werde abreißen. Dennoch unterstützte sie Selenskyj nach dem russischen Angriff 2022 zunächst weiter. Heute blickt sie selbstkritisch darauf zurück. Besonders persönlich wird das Gespräch, als Mendel über ihre Heimatregion Cherson spricht. Sie schildert die Folgen des russischen Beschusses, die Angst der Zivilbevölkerung und den demografischen Niedergang der Ukraine. Russland und Putin spricht sie ausdrücklich nicht von der Verantwortung für den Krieg frei. Gleichzeitig wirft sie Selenskyj vor, Chancen auf Verhandlungen ausgeschlagen und den eigenen Machterhalt über die Interessen des Landes gestellt zu haben. Weitere Themen sind Korruption, Mobilisierung, politische Sanktionen gegen Mendel, der Maidan, die NATO-Frage und die Verhandlungen von Istanbul 2022. Mendel plädiert für eine neutrale Ukraine und sagt: „Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“ Am Ende richtet sich der Blick nach vorn: Was kommt nach Selenskyj? Und könnte Julija Mendel selbst noch einmal eine politische Rolle in der Ukraine übernehmen? Themen dieser Folge: – Warum Julija Mendel mit Selenskyj gebrochen hat – Ihre persönlichen Erfahrungen im Präsidentenbüro – Sanktionen, Meinungsfreiheit und politischer Druck – Cherson und die menschlichen Kosten des Krieges – Korruption, Mobilisierung und der Zustand der ukrainischen Demokratie– Warum Mendel 2021 das Präsidentenbüro verließ– Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem noch unterstützte– Maidan und ihre heutige Sicht auf die Ereignisse von 2014– NATO-Mitgliedschaft oder Neutralität?– Istanbul 2022 und Mendels Sicht auf verpasste Friedenschancen– Trump und mögliche Wege zu Verhandlungen– Was kommt nach Selenskyj – und welche Rolle könnte Mendel spielen? Julija Mendel: „Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“ Kapitel: (00:00) Julija Mendel: von der Insiderin zur Kritikerin(02:59) Mirotworez und Angst um ihre Familie(04:39) Warum sie nicht ins Europäische Parlament durfte(08:10) Selenskyjs Sanktionen gegen Mendel(09:51) Ist die Ukraine noch eine Demokratie?(11:56) Cherson: die menschlichen Kosten des Krieges(16:42) Warum Mendel Selenskyj mitverantwortlich macht(17:51) So erlebte sie Selenskyj persönlich(21:35) „Ein fantastischer Schauspieler“ (24:43) Oligarchen, Geld und Korruptionsvorwürfe (30:04) Maidan: Mendels Blick zurück(34:26) NATO oder Neutralität?(34:59) Wie Mendel Selenskyjs Sprecherin wurde(36:27) PR statt Strategie? Erfahrungen aus dem Präsidentenbüro(39:23) Warum sie 2021 ging(43:17) Ukraine vor dem russischen Großangriff(47:40) Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem unterstützte(49:51) Waffenlieferungen und Korruption(51:49) Istanbul 2022 und die Friedensverhandlungen(55:18) Welche Rolle spielte Boris Johnson?(56:25) Mendels Weg zum Frieden: Neutralität(1:00:19) Was kostet dieser Krieg die Ukraine?(1:03:26) Trump und die Friedensfrage(1:05:50) Hat Selenskyj noch Rückhalt?(1:07:06) Was kommt nach Selenskyj?(1:07:25) Würde Julija Mendel selbst bereitstehen? Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr:Website: https://www.patrikbaab.deTelegram: https://t.me/patrik_baabX: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E100
    September 23 · 36 min

    Julija Mendel: „Frieden kann nicht prorussisch sein" – Ex-Sprecherin Selenskyjs rechnet mit der Kriegspolitik ab

    Julija Mendel, ehemalige Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hält vor EU-Parlamentariern in Straßburg, am 16. September 2029 eine Rede über die humanitären und gesellschaftlichen Folgen des Krieges. Sie schildert den Zusammenbruch des Alltags in der Ukraine, kollabierende Demografie, zerstörte Infrastruktur, traumatisierte Kinder und fordert einen Kurswechsel hin zu Verhandlungen. Themen dieser Rede:– Die Realität des Krieges: Kinder ohne Bildung und Zukunftsperspektive– Die Lage an der Front und in Regionen wie Cherson– Mendels Kritik an Selenskyjs Maximalforderungen und Vorwürfe von Korruption– Der dramatische Bevölkerungsrückgang und die wirtschaftliche Lage der Ukraine– Meinungsfreiheit unter Druck: Die Kriminalisierung von Friedensforderungen– Das Scheitern von Sanktionen und die Forderung nach Diplomatie „Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden ist der einzige Weg aus der Krise." – Julija Mendel Kapitel: (00:00) Einleitung & Begrüßung(00:17) Julija Mendel über ihre Rolle und den Bruch mit der Kiewer Linie(02:30) Die Realität des Krieges: Kinder ohne Bildung und Zukunft(05:15) Kampf ums Überleben: Die Lage an der Front und in Cherson(08:40) Großmacht-Ideen vs. Rettung der Ukraine(11:30) Gekündigte Vereinbarungen und Selenskyjs Maximalforderungen(14:00) Die bittere Demografie: Der schrumpfende Staat(16:45) Zerstörte Wirtschaft und wachsende Abhängigkeit(19:10) „Frieden kann nicht prorussisch sein": Meinungsfreiheit unter Druck(22:00) Zwangsmobilisierung und Korruption im Führungszirkel(24:45) Aufrüstung, Feindbilder und westliche Illusionen(28:15) Scheitern der Sanktionen und Notwendigkeit von Diplomatie(31:00) Autokratische Tendenzen und Repression gegen Friedensstimmen(33:20) Das finnische Modell vs. Afghanistan-Szenario(34:50) Schlussappell an Europa: Verhandlungen statt Zerstörung(35:40) Danksagung Dieser Beitrag dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: Website: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: https://www.patrikbaab.de | Telegram: https://t.me/patrik_baab | X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E99
    September 22 · 23 min

    Julija Mendel: „Frieden ist nicht pro-russisch“ – Selenskyjs Ex-Sprecherin rechnet mit Europas Ukrainekurs ab

    Julija Mendel war Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen scharfen Kritikerinnen und fordert ein Ende der militärischen Eskalation. In Straßburg will sie ihre Botschaft vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments vortragen – doch sie darf das Parlamentsgebäude nicht betreten. In diesem „Zur Sache“ berichtet Patrik Baab aus dem Hotel Grand-Île, nur wenige Schritte vom Europäischen Parlament entfernt. Während Mendel ihre Rede per Video hält, tagt im Nebenraum eine kanadische Delegation um Premierminister Mark Carney. Für Baab werden die beiden Hotelräume zum Sinnbild zweier politischer Richtungen: hier Mendels Forderung nach Verhandlungen, dort die strategische Annäherung zwischen Kanada und der EU. Mendel spricht über die menschlichen Kosten des Ukrainekriegs, Korruption und die Politik Selenskyjs. Ihre zentrale Botschaft: Frieden zu fordern sei nicht pro-russisch. Russlands Krieg verurteilt sie ausdrücklich, zugleich warnt sie davor, ukrainische Menschenleben einer Strategie dauerhafter militärischer Eskalation unterzuordnen. Doch der Beitrag stellt noch eine zweite Frage: Welche politische Rolle könnte Mendel künftig spielen? Baab zeichnet ihren Weg von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin nach und untersucht ihre politischen Schnittmengen mit Donald Trump, J.D. Vance und Marco Rubio. Als er sie auf die Rolle der USA anspricht, will Mendel die Frage nicht beantworten. Daraus entwickelt Baab seine Hypothese: Könnte Mendel für Washington eine politische Rolle in einer Ukraine nach Selenskyj spielen? Themen dieser Folge: – Warum Julija Mendel nicht ins Europäische Parlament durfte– Von Selenskyjs Sprecherin zu seiner Kritikerin– Mendels Appell für Verhandlungen und ein Ende der Eskalation– „Frieden ist nicht pro-russisch“– Die menschlichen und gesellschaftlichen Kosten des Ukrainekriegs– Mendels Kritik an Selenskyj und europäischen Entscheidungsträgern– Mark Carney und die strategische Annäherung zwischen Kanada und EU– Unterschiedliche Interessen Washingtons und Brüssels– Mendels politische Schnittmengen mit Trump, Vance und Rubio– Die Frage nach einer politischen Neuordnung der Ukraine „Wenn ihr wirklich gegen Russland kämpfen wollt, geht an die Front. Zensiert nicht die Ukrainer, die nach Frieden rufen.“ – Julija Mendel Kapitel: (00:00) Straßburg: der politische „Tatort“(01:45) Zwei Räume, zwei politische Richtungen(03:25) Warum Julija Mendel nicht ins Parlament darf(05:30) Mendels Friedensappell(07:45) Ukrainekrieg: Menschenleben und Kriegsziele(09:15) „Frieden ist nicht pro-russisch“(11:00) Mendel über Selenskyj und die Ukraine(13:20) Wer ist Julija Mendel heute?(15:20) Die Frage nach Washington(17:00) Trump, Rubio und Vance: politische Schnittmengen(19:00) Washington und Brüssel: unterschiedliche Strategien?(21:00) Mendel nach Selenskyj?(22:30) Rückkehr zum „Tatort“ Grand-Île Dieser Beitrag dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E98
    September 20 · 35 min

    Patrik Baab: Tagebuch meines Todes – Warum ich meine Flucht vorbereitet habe

    Was nimmt man mit, wenn man glaubt, sein Land verlassen zu müssen? Wie schützt man seine Kommunikation? Wohin bringt man sein Geld? Und was geschieht mit einem Menschen, der nachts darauf wartet, dass es an seiner Tür klingelt? In „Tagebuch meines Todes“ verbindet Patrik Baab persönliche Erfahrungen und Ängste mit einer fundamentalen Kritik an der politischen Entwicklung Deutschlands und Europas. Ausgangspunkt ist eine Reise nach Malta: eine anonyme SIM-Karte, die Suche nach einem Bankkonto, ein vorbereiteter Fluchtkoffer und die Frage, wie eine Flucht aus der EU aussehen könnte. Baab erinnert an berufliche Konsequenzen und öffentliche Kampagnen nach seinen Reisen in den Donbass, an Konflikte mit Universität und Arbeitgeber sowie an eine Vorladung der Berliner Staatsanwaltschaft. Aus dieser persönlichen Geschichte entwickelt er seine politische These: Sanktionen, Überwachung, Aufrüstung, Informationskontrolle und Ukrainekrieg seien Ausdruck einer Entwicklung, die demokratische und rechtsstaatliche Sicherheiten zunehmend gefährde. Der Vortrag weitet sich schließlich zu einer Analyse von EU, NATO, Finanzindustrie und Kriegsökonomie aus. Baab stellt die These auf, dass Europas Aufrüstung eine politische und wirtschaftliche Eigendynamik entwickelt habe, die den Frieden selbst zum Problem werden lasse. Doch am Ende kehrt die Geschichte dorthin zurück, wo sie begonnen hat: zu einem einzelnen Menschen und seiner Angst. Traum und Wirklichkeit verschwimmen – bis zur Vision des eigenen Todes. Themen dieser Folge: – Warum Patrik Baab eine mögliche Flucht vorbereitet – Berufliche Ausgrenzung und seine Erfahrungen nach den Donbass-Reisen – Mirotworez, Staatsanwaltschaft und die Angst vor Verfolgung – Anonyme SIM-Karte, Kreditkarte und digitale Überwachung – EU-Sanktionen und Baabs Kritik an rechtsstaatlichen Defiziten – Informationskontrolle und kognitive Kriegsführung – Malta, Luxemburg und die Finanzierung der Aufrüstung – Rüstungsindustrie und die These vom ökonomischen Kriegszwang – Ukrainekrieg und europäische Machtpolitik – Schlaflosigkeit, Todesangst und die „Zeit der Monster“ „Was würde man mitnehmen müssen im Augenblick der Flucht, der den Rückweg auf immer verschlöße.“ – Patrik Baab Kapitel: (00:00) Tagebuch meines Todes: Flucht durch Valletta (03:30) Die Liste, auf der sein Name steht (05:30) Ausgrenzung, Kündigung und öffentliche Kampagnen (08:30) Staatsanwaltschaft und Angst vor den Folgen einer Aussage (10:30) Kreditkarte: die verräterische digitale Spur (12:00) Der Fluchtkoffer unter dem Bett (15:00) Sanktionen und die Angst vor staatlicher Verfolgung (18:00) Malta, EU-Eliten und politische Netzwerke (22:00) Finanzsystem und Kriegsökonomie (25:00) Aufrüstung: Wird Frieden zum Problem? (27:00) „Bankrott oder Krieg“ – Baabs These über Europas Sackgasse (30:00) Schlaflosigkeit und Todesangst (33:00) „Es war die Zeit der Monster“ Dieser Vortrag dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus:https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr:Website: https://www.patrikbaab.deTelegram: https://t.me/patrik_baabX: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E97
    September 17 · 1 hr 28 min

    Ralph Bosshard: Der „Schattenkrieg“ – Neutralität Geheimdienste, Spezialkräfte und der Ukrainekrieg

    Ralph Bosshard, früherer Oberstleutnant im Generalstab der Schweizer Armee und geopolitischer Analyst, spricht mit Patrik Baab über die Schweizer Neutralität, Geheimdienstaktivitäten und die Rolle westlicher Spezialkräfte im Ukrainekrieg. Ausgangspunkt ist die Frage, wie neutral die Schweiz heute noch ist. Bosshard beschreibt NATO-Netzwerke und mutmaßliche Aktivitäten ukrainischer Nachrichtendienste und spricht von einem „Schattenkrieg“ auf Schweizer Boden. Dabei unterscheidet er mehrfach zwischen eigener Erfahrung, Schlussfolgerungen und Vermutungen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs sind Bosshards persönliche Erfahrungen bei der OSZE in der Ukraine. Er berichtet von Beobachtungen aus Kiew, Kramatorsk und Mariupol und schildert, warum er davon ausgeht, dass westliche Nachrichtendienste und Sonderoperationskräfte bereits 2014 in der Ukraine tätig waren. Im weiteren Verlauf geht es um Stay-Behind-Strukturen, CIA-Stationen, mögliche britische Operationen, westliches Personal an komplexen Waffensystemen und schließlich um die Frage, wie dieser Krieg überhaupt noch beendet werden könnte. Themen dieser Folge: – Schweizer Neutralität und NATO-Netzwerke – Bosshards These vom „Schattenkrieg“ in der Schweiz – Ukrainische und westliche Nachrichtendienste – Gladio, P26 und mögliche neue Stay-Behind-Strukturen – Maidan 2014 und Bosshards Einschätzung westlicher Einflussnahme – Seine persönlichen Erfahrungen bei der OSZE in der Ukraine – CIA-Stationen und verdeckte Strukturen – Westliche Spezialkräfte in der Ukraine – Britische Kräfte, Odessa und die Kerch-Brücke – Westliches Personal bei Drohnen und Langstreckenwaffen – Eskalation und die Frage nach einem politischen Ausweg Ralph Bosshard: „Es gibt einen Schattenkrieg auf dem Boden der Schweiz. Das ist so.“ Kapitel: (00:00) Schweizer Neutralität unter Druck (04:44) NATO-Netzwerke in der Schweiz (07:15) Geheimdienste und der „Schattenkrieg“ (10:58) CIA, MI6 und Einflussstrukturen (16:30) Gladio, P26 und Stay Behind (20:16) Der Drohnenfall Leipzig (28:31) Maidan und westliche Geheimdienste (35:28) Bosshards OSZE-Erfahrungen (43:28) Wurde die OSZE instrumentalisiert? (47:29) Die CIA-Stationen in der Ukraine (49:28) Aufbau einer Stay-Behind-Organisation? (54:14) Westliche Spezialkräfte in der Ukraine (56:28) Britische Kräfte und verdeckte Operationen (58:44) Die Kerch-Brücke (1:05:33) Bundeswehr-Spezialkräfte in der Ukraine? (1:09:54) Fernwaffen gegen Russland (1:21:24) Wo endet dieser Krieg? (1:24:37) Frieden erst nach einem „Elitentausch“? Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: https://www.patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: Website: https://www.patrikbaab.de Telegram: https://t.me/patrik_baab X: https://x.com/PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E96
    September 15 · 31 min

    Blumen für Piskarewka: Leningrad, deutsche Schuld und die neue Konfrontation mit Russland

    Was bedeutet deutsche Erinnerung an die Blockade von Leningrad in einer Zeit, in der Deutschland und Russland politisch wieder zu Gegnern werden? Die Gesellschaft für deutsch-russische Freundschaft sammelt 4.000 Euro für den Ehrenfriedhof Piskarewka bei St. Petersburg – die größte Begräbnisstätte für Opfer der Blockade von Leningrad. Bei einem Besuch in der russischen Botschaft in Berlin spricht Patrik Baab mit Torsten Rexin von der Gesellschaft für deutsch-russische Freundschaft, dem russischen Botschafter Sergej Netschajew und dem Autor und Professor Michael Schneider. Ausgehend von der Aktion „Blumen für Piskarewka“ führt die Reportage zurück in die Jahre 1941 bis 1944: Hunger, extreme Kälte und der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Rexin und Schneider kritisieren, dass die Blockade von Deutschland nicht als Völkermord anerkannt wird. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Gegenwart. Wie konnte aus der deutsch-russischen Verständigung nach 1945 eine neue politische Konfrontation werden? Welche Rolle spielt Deutschland im Ukrainekrieg? Und wie groß ist die Gefahr einer weiteren Eskalation? Themen dieser Folge: – „Blumen für Piskarewka“: Warum Deutsche für einen russischen Ehrenfriedhof sammeln – Die Blockade von Leningrad und das Gedenken an ihre Opfer – Warum Rexin und Schneider die Blockade als Völkermord bezeichnen – Deutsche Erinnerungskultur und historische Verantwortung – Der Zerfall der deutsch-russischen Beziehungen – Botschafter Netschajew: „Wir wollen keinen Krieg mit Deutschland“ – Warum Netschajew den Ukrainekrieg als „nicht deutschen Krieg“ bezeichnet – „Unsere Geduld ist nicht unendlich“: Russlands Warnung vor weiterer militärischer Unterstützung – Michael Schneiders These von „Schuldumkehr“ und „seelischer Entlastung“ – Die Sorge vor einer weiteren Eskalation bis hin zu einem neuen großen Krieg „Denn so gehen immer Kriege los, dass die diplomatischen Kanäle gekappt werden und dann nur noch die Waffen sprechen.“ – Michael Schneider Kapitel: (00:00) „Wir wollen keinen Krieg mit Deutschland“ (00:59) Blumen für Piskarewka (02:19) Warum die Blockade als Völkermord bezeichnet wird (05:07) Deutsch-russische Verständigung und zerstörte Brücken (08:00) „Russland ist mitnichten unser Feind“ (09:47) Sergej Netschajew über Erinnerung und deutsch-russische Beziehungen (12:45) Warum Leningrad in Russland unvergessen bleibt (15:24) Netschajew über den Drohnenvorfall in Leipzig (17:20) „Dieser Konflikt ist nicht deutscher Krieg“ (17:52) „Unsere Geduld ist nicht unendlich“ (19:15) Netschajews Hoffnung für Deutschland und Russland (20:57) 125 Gramm Brot: die Blockade von Leningrad (23:21) „Dann nur noch die Waffen sprechen“ (24:11) Michael Schneider über Deutschlands Rolle im Ukrainekrieg (25:09) Vernichtungskrieg und historische Schuld (27:44) NATO-Osterweiterung und Ukrainekrieg (28:27) Schneiders These von der „seelischen Entlastung“ (29:50) Die Zukunft der deutsch-russischen Beziehungen (30:26) „Schlafwandel in einen neuen Weltkrieg“ Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: Website: patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: patrikbaab.de Telegram: Patrik Baab X: @PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

  • S1 · E95
    September 13 · 55 min

    Larisa Tropkina: Stalingrad, Ukrainekrieg und die zerstörten deutsch-russischen Beziehungen

    Larisa Tropkinas deutsche Synchronisation wurde mithilfe einer KI-generierten Stimme erstellt. Larisa Tropkina, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Sport, Tourismus und Jugend im Stadtrat von Wolgograd und Schuldirektorin, spricht mit Patrik Baab über die Erinnerung an Stalingrad, das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland und den Krieg in der Ukraine. Sie erzählt, wie Kriegserfahrungen bis heute in Familien und Schulen weitergegeben werden: von ihrer Mutter, die als Kind Hunger und Krieg erlebte, von einem Abschlussjahrgang des Jahres 1941, aus dem niemand zurückkehrte, und von der Frage, wie historische Erinnerung an kommende Generationen weitergegeben werden kann. Im politischen Teil des Gesprächs geht es um die seit 2022 weitgehend eingefrorenen deutsch-russischen Beziehungen, Bürgerdiplomatie und die Auswirkungen des Ukrainekrieges auf Wolgograd. Tropkina vertritt dabei deutlich die russische Sicht auf den Krieg und äußert kontroverse Positionen zur Ukraine, zum Westen und zur Rolle Deutschlands. Zugleich plädiert sie dafür, die persönlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschen und Russen nicht abbrechen zu lassen. Themen dieser Folge: – Stalingrad und Wolgograd: Wie Kriegserinnerung über Generationen weitergegeben wird – Schule und Geschichte: Warum persönliche Familiengeschichten für Tropkina wichtiger sind als abstrakte Erinnerung – Deutschland und Russland: Was seit 2022 von Austausch und Zusammenarbeit geblieben ist – Bürgerdiplomatie: Können Menschen erhalten, was die Politik zerstört? – Ukrainekrieg: Tropkinas Sicht auf Russland, die Ukraine und den Westen – „Rache für Stalingrad?“: Eine kontroverse Deutung heutiger deutscher und westlicher Politik – Drohnenalarm, Verwundete und Geflüchtete: Wie der Krieg Wolgograd erreicht – Wolgograd oder Stalingrad? Die Debatte um den Namen der Stadt – Hoffnung auf eine Wiederannäherung zwischen Deutschen und Russen Kapitel: (00:00) Stalingrad und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg (03:35) Tropkinas Familiengeschichte und die Erfahrungen ihrer Mutter (06:54) Wie Schulen historische Erinnerung weitergeben (08:41) Der Abschlussjahrgang, aus dem niemand zurückkehrte (10:45) Persönliche Geschichten statt abstrakter Geschichte (12:40) Was seit 2022 aus den deutsch-russischen Beziehungen wurde (14:25) Bürgerdiplomatie und persönliche Kontakte (17:36) Tropkinas Sicht auf den Ukrainekrieg (19:00) Informationskrieg und das Bild Russlands im Westen (22:00) Die These von der „Rache für Stalingrad“ (25:08) Was aus der deutsch-russischen Freundschaft wurde (27:39) Drohnenalarm und die Auswirkungen des Krieges auf Wolgograd (31:21) Verwundete, Geflüchtete und gesellschaftliche Unterstützung (35:03) Jugendliche, Mariupol und ukrainische Kinder (38:12) Infrastruktur und Entwicklung Wolgograds (44:33) Wirtschaft, Industrie und Arbeitsplätze (47:10) Soll Wolgograd wieder Stalingrad heißen? (49:21) Kann das Verhältnis zu Deutschland wieder repariert werden? (51:51) Tropkinas Botschaft an deutsche Politiker Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: Website: patrikbaab.de/unterstuetzen Mehr: patrikbaab.de Telegram: Patrik Baab | X: @PatrikBaabOG © 2026 Patrik Baab

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