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ERF Plus - Bibel heute

Vertrauensverlust

Yesterday · 10 min · 10.0 MB
0:00-10:23

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Der Bibeltext Johannes 8,37-45 – ausgelegt von Henning Kämpf.

Zwei Welten prallen aufeinander

Der Dichter Christian Morgenstern beschließt sein Gedicht „Die unmögliche Tatsache“

mit dem Satz: „nicht sein kann, was nicht sein darf.“

So empfindet es auch die führende Geistlichkeit der Juden mit Blick auf Jesus. Sein Reden und Handeln, seine menschennahe, liebevolle Art, passt einfach nicht in ihr Denkmuster. In den engen Vorstellungen vieler Pharisäer und der Botschaft Jesu von Sünde, Vergebung, Wahrheit und Freiheit prallen Welten aufeinander. Es besteht dringender Klärungsbedarf.

Klar, Jesus kennt ihre biographischen Wurzeln. Sie sind bis auf Abraham zurückzuführen. Fest in der jüdischen Tradition verankert, legen seine Kontrahenten darauf größten Wert. Doch genügt diese Abstammung zum Seelenheil?

In eindrücklicher Art und Weise und völlig schonungslos, zeigt ihnen Jesus, wie falsch sie unterwegs sind. Ihr Denken und Handeln entspricht in keiner Weise dem Glaubensleben des Abraham, sonst würden sie anders handeln. Jesus durchschaut ihre Absicht. Er weiß, dass er auf ihrer Abschussliste steht.
 

Jesu Auftrag und die Blindheit seiner Gegner

Deshalb ist jetzt Klartext angesagt. Jesus sagt im Lukasevangelium, Kapitel 11, 23: „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.“

Jesus handelt und predigt im Auftrag seines Vaters. Er gibt das weiter, was er von Gott gehört und gesehen hat. Jesus hat sich nicht selbst beauftragt. Er hat ein göttliches Mandat. Sein Vater, der lebendige Gott hat seinen Sohn selbst in diese Welt gesandt. Eigentlich müssten sie erkennen, wer Jesus ist. Schließlich geschehen Dinge, die lange vorhergesagt wurden.

Matthäusevangelium, Kapitel 11, 5: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt!“

Sie kapieren es einfach nicht. Sie sprechen eine ganz andere Sprache als Jesus. Wäre Gott ihr Vater, gäbe es keine Verständigungsschwierigkeiten. Sie würden Jesus lieben, verstehen und ihn als den Sohn Gottes erkennen. Jesus fragt sie deshalb ganz direkt: „Warum versteht ihr meine Sprache nicht? - Die Antwort kommt prompt hinterher: „Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!“
 

Der Teufel als Meinungsmacher

Die Nachkommen Abrahams sind vollkommen taub für das Evangelium. Andere Nachrichten werden ihnen ins Ohr geflüstert. Teuflische Nachrichten: „… nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Von Anfang an hat der Teufel versucht, Gott zu bekämpfen. Bereits im Paradies hat er durch gezielt platzierte Fake-News, falsche Nachrichten, Menschen beeinflusst, Gottes Wort in Frage zu stellen. Geschickt und listig hat der Teufel in der Weltgeschichte mit seinen Intrigenspielen Unfrieden gestiftet.

Doch nun kommt Jesus in diese Welt. Er ist der Einzige, der dem Teufel gefährlich werden kann. Deshalb mobilisiert er alles Teufel Mögliche gegen Jesus. Selbst die, die es wissen müssten, die mit Gottes Verheißungen vertraut sind, führt der Teufel in die Irre. Er missbraucht sie als Meinungsmacher gegen Jesus.

Die angesprochenen Juden halten sich für klug. Sie meinen, automatisch zu den Auserwählten Gottes zu gehören, nur weil sie als Nachkommen Abrahams geboren wurden. Jesus erkennt, dass sie geistlich weit weg von Abraham und seinem unerschütterlichen Glauben sind. Die Gegner Jesu sind unsagbar in ihren alten Denkmustern gefangen. Jesu Bemühen um sie läuft vollkommen ins Leere. Sie wollen die Wahrheit nicht hören, deshalb lehnen sie Jesus ab. Mit großen Worten und Diskussionen versuchen sie, sich aus der Affäre zu ziehen. Es ist ja Jesus, der nicht in ihr System passt.

Schonungslos präsentiert Jesus seinen Gegenübern die Machenschaften des Teufels. Der von Anfang an Lüge, Schuld, Sünde und Tod in die Welt gebracht hat. „Und auf dessen Seite habt ihr euch begeben, obwohl ihr es besser wissen müssten. Der Teufel ist euer väterliches Vorbild geworden. Ihm eifert ihr nach. Er hat euch fest im Griff. Er macht euch taub für die gute Botschaft. Da nützt auch eure gesamte Abstammung nichts. Der Teufel hat euch fest im Griff. Euer ganzes Leben ist nur noch eine einzige Lüge. Die Wahrheit ist euch vollkommen fremd!“, um es mit eigenen Worten zu sagen.
 

Persönliche Anwendung: Hören wir auf Jesu Stimme?

Der Text lässt mich aufhorchen! Was hindert mich daran, auf Jesu Worte zu hören? Strukturen, Traditionen, Lebenserfahrungen, Wünsche oder die Meinung von Mehrheiten sind für mich entscheidend. Was Andere von mir denken, das zählt.

Ist mir die Bibel, das Wort vom Kreuz und von der Auferstehung noch wichtig? Will ich die Sprache Jesu überhaupt hören und verstehen? Manchmal scheint es mir einfacher, Jesu Worte zu überhören. Jesus sagt die Wahrheit und deshalb wollen Menschen ihm nicht glauben.

Schließlich deckt die Wahrheit auch die Dinge im Leben auf, die ich lieber verschweigen will. Doch Jesu Liebe gilt allen Menschen. Deshalb bietet er mir einen Ausweg aus den selbst gewählten Sackgassen und Irrwegen meines Lebens an. Er ist höchst persönlich für mich da. Wer ihm vertraut, versteht, was es bedeutet, wenn Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14, 6)

Die jüdischen Theologen damals haben aufs falsche Pferd gesetzt. Jesus passt nicht in ihr Denkschema. Sie vertrauen deshalb letztendlich dem Falschen und sind auf den Teufel reingefallen. Der versteht sein Handwerk, Menschen gezielt auf seine Seite zu locken.

Goethe hat es in seinem „Faust“ so formuliert: „Den Teufel spürt das Völkchen nie, Und wenn er sie beim Kragen hätte.“

Die Bibel ermuntert Sie und mich, unser Vertrauen auf Jesus Christus zu setzen. Im Brief an die Hebräer steht: Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

 

Bibellesen unter bibleserver.com

Autor: Henning Kämpf


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