

#97 - Warum die meisten Trainings scheitern und was gute Ausbildung ausmacht
Für Führungskräfte, die Trainings bezahlen und sich fragen, warum danach nichts anders ist. Stell dir vor, jemand würde Tennis lernen, indem er ein Wochenende lang Vorträge über die perfekte Rückhand hört. Kein Schläger, kein Ball, kein Trainer, der zuschaut und korrigiert. Absurd, oder? Und doch ist das genau die Form, in der wir Erwachsenen das Entscheiden beibringen wollen. Das ist der dritte und letzte Teil der Serie über das Lernen von Entscheidungen. Ich beginne mit einer steilen Behauptung: Die meisten Trainings sind wirkungslos. Die Inhalte sind meistens gut, die Menschen darin motiviert und klug. Es ist die Form, die dafür sorgt, dass am Ende wenig hängen bleibt. Du kennst das vom Sprachkurs. Vokabeln gelernt, Grammatik gepaukt, Test bestanden. Und dann stehst du im Urlaub am Marktstand, willst zwei Kilo Orangen kaufen, und es kommt kein ganzer Satz heraus. Das Wissen ist irgendwo im Kopf. Es kommt nur nicht heraus, wenn du es brauchst. Die Zahlen dazu sind ernüchternd. Eine verbreitete Schätzung sagt, dass von allem, was in Trainings investiert wird, nur etwa 10 Prozent im Arbeitsalltag ankommen. Der Weiterbildungsforscher Axel Koch kommt für den deutschsprachigen Raum auf etwa ein Fünftel der Teilnehmer, die Impulse nachhaltig umsetzen. Ich gehe die Bruchstellen einzeln durch: träges Wissen statt echter Fälle, wie es Alfred North Whitehead schon vor 100 Jahren beschrieben hat. Werkzeug statt Haltung, du erinnerst dich an Teil 2. Kein Feedback und keine Reflexion, die Lücke zwischen Wissen und Tun, die Jeffrey Pfeffer und Robert Sutton beschrieben haben. Und die hartnäckigste von allen: das Umfeld, in das man nach dem Kurs zurückkehrt. Wer gelernt hat, Fehler offen anzusprechen, und dann in ein Team zurückkommt, das genau das bestraft, verliert das Gelernte wieder. Amy Edmondson nennt die Voraussetzung dafür psychologische Sicherheit. 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Wer weiss, woran es scheitert, weiss auch, was gute Ausbildung ausmacht. Sie ist ein Prozess und kein Event. Sie arbeitet mit echten Fällen, übt die Haltung, die die Werkzeuge führt, baut Feedback und Reflexion fest ein und schafft einen geschützten Raum, in dem man auch über die missglückten Entscheidungen sprechen kann. Und sie verspricht nicht das Blaue vom Himmel. Sie macht dich wacher und gibt dir Routinen, auf die du auch dann zurückgreifst, wenn es schwierig wird. Der rote Faden der drei Folgen: Entscheiden ist lernbar, wie ein Handwerk. Die Werkzeuge helfen, aber nur mit der richtigen Haltung. Und wirksam wird das alles erst in einem Prozess, in dem aus Wissen verändertes Verhalten wird. Eine Sprache lernt man, indem man sie spricht. Entscheiden lernt man, indem man entscheidet, zurückschaut und wieder entscheidet. 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Tennis lernen ohne Schläger 00:41 Die meisten Trainings sind wirkungslos 00:55 Der Sprachkurs und die zwei Kilo Orangen 01:46 Nur 10 Prozent kommen im Alltag an 02:44 Kein Vorwurf, ein Formproblem 03:08 Bruchstelle: Theorie statt echter Fall 03:37 Bruchstelle: Werkzeug statt Haltung 03:57 Bruchstelle: kein Feedback, keine Reflexion 04:58 Bruchstelle: das Umfeld danach und die psychologische Sicherheit 06:48 Was gute Ausbildung ausmacht 07:40 Kein Versprechen vom perfekten Entscheider 09:53 Der rote Faden: Sprache lernt man, indem man spricht ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/
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