

Malaria in Schwanheim, Rafael in Osnabrück, Poschardts Heraklit, das Weiße Haus auf Instagram, Nathusius' BrNeue Episode
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Zum Schluss die CDU-Content-Creatorin Clara von Nathusius — politische Kommunikation, die aus Erklärvideos besteht. 0:00:00 Vorgespräch Vor dem Saal, bei Pizza: Wolfgang kündigt seinen Block über Osnabrück an, wo künftig keine Autos mehr gebaut werden, sondern Waffen für ein israelisches Unternehmen, und stellt in Aussicht, dass er bei Ulf Poschardt enden wird. Stefan nimmt sich die Accounts vor, auf denen das Weiße Haus und die CDU ihre Öffentlichkeit herstellen. Dazu der Ausblick auf den Oktober-Salon: Isabella Webers Buch zur antifaschistischen Wirtschaftspolitik und Richard David Prechts Essay „Auserzählt". Weil viel vom Abend aus Bildmaterial besteht, gibt es ihn für Mitglieder auch als Video. 0:07:24 Willkommen in Frankfurt Stefan klärt, dass zwei Stunden und zwölf Minuten Rohmaterial bereitliegen, gut zwanzig davon von Wolfgang; das Intro läuft ausdrücklich in einfacher Geschwindigkeit. Als Ortsbestimmung dient ein tagesschau-Beitrag über den an Malaria gestorbenen Menschen aus Frankfurt-Schwanheim und die Satellitenkarte mit dem Sieben-Kilometer-Radius um den Flughafen. Stefan wohnt im selben Stadtteil und beschreibt, wie über drei Sendungen hinweg dieselbe Frage gestellt wurde: ob die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragbar sei. 0:12:53 Wer dient wem? Wolfgang beginnt seinen Block mit drei Ausschnitten. Felix Banaszak antwortet bei Tilo Jung auf die Frage, was Soldaten unter einem AfD-Verteidigungsminister tun sollten, sie könnten immer noch desertieren. Ulrich Siegmund erklärt, man verteufele die Produktion von Rüstungsgütern nicht pauschal, weil man bei späteren Remigrationsoffensiven entsprechende Hilfsmittel brauche. Der dritte Clip stammt von einem Influencer, der bei einer Juso-Veranstaltung berichtet, er habe bei einem Termin mit Selenskyj seinen Bankpin auf eine Kampfdrohne geschrieben. Dazu Ursula von der Leyens Rede zur Lage der Union: knapp eine Milliarde Euro Aufbauhilfe für Gaza, Europa halte die Flamme der Zweistaatenlösung am Leben — Wolfgang stellt dem geschätzte 75 Milliarden Euro Wiederaufbaukosten gegenüber. 0:22:31 Wismar, Brüssel, Washington Die tagesschau zeigt die Werfthalle in Wismar, in der künftig U-Boote gebaut werden: Dreharbeiten nur eingeschränkt möglich, die Belegschaft zur Verschwiegenheit verpflichtet, die Mitarbeiterzahl soll von 500 auf 1.500 steigen. Vor der Kamera spricht nur der Vertreter der IG Metall: Im Kern stünden die Leute dahinter. Es folgt das Treffen von Boris Pistorius und Pete Hegseth samt gemeinsamer Rüstungserklärung; Stefan liest die Begrüßungsgeste — wer wem auf der Treppe entgegenkommt — und verweist auf den zweiten Konferenztag mit deutlich anderem Ton. 0:30:46 Osnabrück Das Kernstück des Abends, entlang einer Deutschlandfunk-Nova-Strecke. Das VW-Werk Osnabrück geht an das Land Niedersachsen und den Finanzinvestor Aurelius, produzieren soll dort der israelische Staatskonzern Rafael. Der Automobilexperte Frank Schwope erklärt, es gebe bislang nur eine Absichtserklärung; rund 1.400 der noch 1.800 Beschäftigten bekämen voraussichtlich einen Anschlussjob. Dass Aurelius zwischengeschaltet wird, führt er auf das Emirat Katar im VW-Aufsichtsrat und dessen Verhältnis zum Staat Israel zurück. Der Osnabrücker IG-Metall-Chef nennt drei verfolgte Optionen — ein weiteres Auto, eine andere Tätigkeit im Konzern, der Ausstieg — und fasst das Ergebnis als „friss oder stirb" zusammen: entweder Defense oder 1.800 Menschen verlieren ihre Arbeit. Auf die Frage nach Alternativen nennt er Landmaschinen, Maschinenbau und Busse; eine Straßenbahn wäre super, aber der Markt dafür sei nicht groß. Daraus entsteht Stefans Vorschlag für einen Satz, den man bei jeder Meldung aus dem Nahen Osten sagen könne: Straßenbahn wäre besser gewesen. Die Zusicherungen im Beitrag stehen unter Vorbehalt — keine Munition am Standort, keine Waffen für Israel, und ob man aussteigen würde, wenn sich das ändert: „Aus heutiger Sicht ja." 0:52:01 Was Rafael baut Wolfgang trägt zusammen, was über die Produkte des Konzerns öffentlich zu finden ist. Ein Erklärvideo stellt das Lenkungssystem SPICE vor, das ohne GPS auskommt: Ein Bild des Ziels wird einprogrammiert, die Bordkamera gleicht das Gelände im Flug damit ab, angegebene Trefferabweichung drei Meter. Ein Werbefilm greift Michelangelos David auf, dessen Stein sich in eine SPICE-Rakete verwandelt: forged by our ancestors, refined by us. Ein indisches Verteidigungsmagazin führt den Einschlag im Libanon als Lehrbuchbeispiel vor; Declassified UK zeigt, dass die Londoner Tochter ganz dem israelischen Staatskonzern gehört. 1:04:14 Der Vater aller Dinge Der Block endet bei einem Podcast von Daniel Stelter und Ulf Poschardt. Stelter sagt, Rüstungsgüter seien auch Exportgüter, deutsche Ausfuhrgenehmigungen dauerten zu lang; Wolfgang hält dagegen, Deutschland stehe in der Weltrangliste der Waffenexporteure auf Platz drei. Poschardt zeigt sich beeindruckt von der deutschen Defence-Tech-Szene, in der die alten Kategorien von Dichtern, Denkern und Tüftlern wieder funktionierten — bei 30 bis 45 Prozent der Deutschen seien die Sekundärtugenden noch intakt. Er zitiert Heraklit mit dem Satz, der Krieg sei der Vater aller Dinge, und nennt die deutschen Rechenmaschinen zur Steuerung der V2. Wolfgang entgegnet, der Staat könne Innovation auch ohne Zerstörung anstoßen, er wolle es nur nicht. Am Ende sagt Poschardt, irgendwann werde man in Europa die Kirchen verteidigen müssen. Wolfgangs Fazit: Jeder sucht sich seinen Kriegsgrund, die einen nennen es Kirche, die anderen liberale Demokratie, am Ende sitzen alle im selben Graben. 1:21:50 Truth Social Ab hier übernimmt Stefan, ausgehend von einer Zusammenstellung, die The Atlantic über den KI-Schrott auf Trumps Netzwerk veröffentlicht hat: Trump und Washington zu Pferde als Ölgemälde, Trump zwischen Kriegsgenerälen, Trump als Hulk Hogan, ein Eishockey-Cartoon Richtung Kanada, ein Kommandopult im Orbit vor brennender Erde und die Umbenennung des Lake Ontario in Lake America — samt bewaffneter Kanadagänse mit Trump-Frisur. 1:26:22 Das Weiße Haus auf Instagram Stefan beschränkt sich auf die letzten zehn Tage des Accounts. Ein Röhrenfernseher wird eingeschaltet, Trump läuft durch eine Zelda-Landschaft, aus dem Sega-Logo wird Maga, unter einer laufenden Rede läuft ein Arcade-Spiel als zweiter Bildschirm mit. Das meistgesehene Video, neun Millionen Aufrufe, ist das Intro von Rick and Morty mit dem Weißen Haus; ein anderes überträgt den Vorspann von Game of Thrones auf Washington und stellt den eisernen Thron ins Oval Office. Wolfgang ordnet das ein: Jede Präsidentschaft habe eine eigene Ästhetik hervorgebracht, die Trump-Ära drehe Vorhandenes nur noch einmal durch die Maschine. Bei einem Transformers-Video, in dem die Einwanderungsbehörde als Optimus Prime auftritt und Megatron die Freilassung namentlich genannter Migranten fordert, hält er fest, hier diene Fiktion als Gebrauchsanweisung. Dazu ein Labor-Day-Video aus einer vollautomatisierten Stiftfabrik ohne einen einzigen Arbeiter, ein Gebet im Hangar, Pete Hegseth über europäische Strände, die von gefährlichen Ideologien gestürmt würden, und der Sommer-Lesewettbewerb der Second Lady über zwölf Bücher. Stefan stellt eine inszenierte D-Day-Rede gegen eine Aufnahme, in der Trump bei der Verleihung der Medal of Honor ein Bein nachzieht. Zum Schluss liest Trump vor, die Preise verschreibungspflichtiger Medikamente würden um 300, 400 und 500 Prozent sinken — gesendet wird es ungeschnitten. 1:51:37 Clara von Nathusius Stefans Einstieg ist ihr erfolgreichstes Video, in dem sie nacherklärt, was sie am Abend zuvor im Bericht aus Berlin über die Brandmauer gesagt hat, und ankündigt, man müsse zuvor Kohärenz herstellen. Am Beispiel des Freibads vor der Volksbühne, das an einem Tag nur schwarzen Menschen offenstand, beschreibt Wolfgang das Muster: ein Erklärvideo mit historischem Kontext, hier ein Gerichtsurteil aus Baltimore von 1954 — die Art Kontext, die sich heute in Minuten erzeugen lasse. Stefan hält ihr entgegen, dass sie Politikern rate, weniger über ihre Arbeit und mehr über ihre Meinung zu sprechen, während er wissen wolle, was jemand im Bundestag getan hat. Über die aus dem Pentagon abgezogenen Journalisten sagt sie, sie seien nicht hinausgeworfen worden, sondern selbst gegangen. Es folgen ihre Wahlabend-Videos aus Sachsen-Anhalt, wo sie die Reihe „Kunst braucht Freiheit" mit Dieter Hallervorden moderiert hat, ihre Ablehnung eines AfD-Verbotsverfahrens und Andreas Rödder, der die Brandmauer als das genialste Machtinstrument bezeichnet, das die politische Linke je in der Hand hatte. In zwei Wohnungsvideos steht dieselbe Konstruktion zweimal: Enteignung sei, als kaufe man eine Buslinie und finanziere den Kredit über den Ticketverkauf, der Mietendeckel, als werfe man einen Toaster in die Badewanne und kaufe beim nächsten Mal einen größeren. 2:14:20 Merz muss bleiben Zum Abschluss die Frage, ob Friedrich Merz im Amt bleibt. Wolfgang wünscht es sich, weil die Mobilisierung gegen ihn etwas hervorbringen könne, ein einigender Kandidat den Unmut dagegen auflöse. Stefan gesteht, sich im Fernsehpodcast zu dem Satz hinreißen lassen zu haben, er würde Hendrik Wüst akzeptieren — und schließt sich Wolfgang genau deshalb an. Wolfgang erinnert an eine Talkshow, in der Howard Carpendale einen Kanzlerkandidaten damit begründete, der habe ihm gut gefallen. Der Abend endet mit Applaus als Solidarität mit dem Kanzler.
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