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Artwork for Dazwischen mit Simi Will
Dazwischen mit Simi Will · April 5 · 1 hr 34 min

Dazwischen mit Guildo Horn

Okay, ich gebe zu. Ich war aufgeregt. Wirklich aufgeregt. Weil ich Angst hatte, dass wir Plattitüden austauschen. Haben wir nicht. Nicht eine. Horst – so heißt er nämlich wirklich – ist in Trier-Nord aufgewachsen, hat früh seinen Vater verloren, hat Schlagzeug gelernt, hat ein Abi mit 3,6 hingelegt und ist dann in die Lebenshilfe gegangen. Und da ist dann Guildo Horn passiert. Nicht durch Kalkül, nicht durch Strategie. Durch Zufall, durch Freude und durch Menschen, die einfach drauflosmachen – ohne sich selbst zu reflektieren. Das wollte er haben. Und das hat er sich genommen. Wir reden über: Warum Erfolg nicht erzwingbar ist – und warum er das Lustprinzip für das einzig sinnvolle hält Seine Talksendung beim SWR mit geistig behinderten Erwachsenen – nicht über Behinderung, sondern über Gott, die Welt, Fußball und Pflanztipps. Von Mensch zu Mensch. Zweimal für den Grimme-Preis nominiert. Den Moment, in dem der Marketingchef der EMI sagte: danach kannst du nie wieder auf die Straße gehen. Er hat gelacht. Und dann kam der Grand Prix. Warum er zweite Liga, oberes Drittel will. Und warum das klüger ist, als es klingt. Handys bei Konzerten – und seine These, warum die Leute filmen. Nicht weil sie cool wirken wollen. Sondern weil sie das Gefühl haben, in unserer Gesellschaft nicht mehr beachtet zu werden. Die Diskothek im WDR, seine Radiosendung, in der er gerade im Jahr 1976 moderiert. Queen? Newcomer aus England. Keine Ahnung, ob die was werden. Und Trier. Die Mosel. Den Geruch von Hochwasser. Und warum diese Stadt einfach in ihm drinsteckt. Einer unter vielen sein. Im Freibad liegen, ohne abgeknipst zu werden. Das ist für ihn Luxus. Und das sagt jemand, der wirklich weiß, wie sich das andere anfühlt. Coverfoto: © dsa gmbh | m. claushallmann

0:00-1:34:11

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show notes

Okay, ich gebe zu. Ich war aufgeregt. Wirklich aufgeregt. Weil ich Angst hatte, dass wir Plattitüden austauschen. Haben wir nicht. Nicht eine. Horst – so heißt er nämlich wirklich – ist in Trier-Nord aufgewachsen, hat früh seinen Vater verloren, hat Schlagzeug gelernt, hat ein Abi mit 3,6 hingelegt und ist dann in die Lebenshilfe gegangen. Und da ist dann Guildo Horn passiert. Nicht durch Kalkül, nicht durch Strategie. Durch Zufall, durch Freude und durch Menschen, die einfach drauflosmachen – ohne sich selbst zu reflektieren. Das wollte er haben. Und das hat er sich genommen. Wir reden über:

  • Warum Erfolg nicht erzwingbar ist – und warum er das Lustprinzip für das einzig sinnvolle hält
  • Seine Talksendung beim SWR mit geistig behinderten Erwachsenen – nicht über Behinderung, sondern über Gott, die Welt, Fußball und Pflanztipps. Von Mensch zu Mensch. Zweimal für den Grimme-Preis nominiert.
  • Den Moment, in dem der Marketingchef der EMI sagte: danach kannst du nie wieder auf die Straße gehen. Er hat gelacht. Und dann kam der Grand Prix.
  • Warum er zweite Liga, oberes Drittel will. Und warum das klüger ist, als es klingt.
  • Handys bei Konzerten – und seine These, warum die Leute filmen. Nicht weil sie cool wirken wollen. Sondern weil sie das Gefühl haben, in unserer Gesellschaft nicht mehr beachtet zu werden.
  • Die Diskothek im WDR, seine Radiosendung, in der er gerade im Jahr 1976 moderiert. Queen? Newcomer aus England. Keine Ahnung, ob die was werden.
  • Und Trier. Die Mosel. Den Geruch von Hochwasser. Und warum diese Stadt einfach in ihm drinsteckt. Einer unter vielen sein. Im Freibad liegen, ohne abgeknipst zu werden. Das ist für ihn Luxus. Und das sagt jemand, der wirklich weiß, wie sich das andere anfühlt.

Coverfoto: © dsa gmbh | m. claushallmann