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Dachdecker-Podcast

Michael Zimmermann, Karl-Heinz Krawczyk

Der Podcast für selbständige Handwerker und Unternehmer. 14 täglich News, Infos und Interviews zu den Themen Technik, Organisation und Digitalisierung.

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  • 20 episodes
  • fortnightly
  • Avg 55 min
  • German
  • #133
    Dec 1, 2025 · 48 min

    Neue Flachdachrichtlinie & DIN 18531 – Teil 2: Barrierefreie Anschlüsse

    In dieser Episode setzen Karl-Heinz und Michael ihren Deep Dive in die neuen Regelwerke fort. Nachdem in Teil 1 die allgemeinen Änderungen besprochen wurden, zoomt Teil 2 auf ein entscheidendes Detail: barrierefreie Anschlüsse an Balkonen und Terrassen. Diese sind nun nicht mehr nur eine Komfortoption, sondern eine anerkannte Regel der Technik. Die Themen dieser Folge im Überblick: Vom "Stand der Technik" zur "anerkannten Regel der Technik" (a.R.d.T.) Die Experten erklären das Drei-Stufen-Modell: Wissenschaft, Stand der Technik (theoretisch richtig) und anerkannte Regel der Technik (theoretisch richtig, bekannt und in der Praxis bewährt). Barrierefreie Anschlüsse haben sich über ZVDH-Planungshilfen in der Praxis bewährt und sind mit der Aufnahme in die Flachdachrichtlinie nun a.R.d.T. – und damit der einzuhaltende Mindestqualitätsstandard. Das Zusammenspiel der Regelwerke: DIN vs. Richtlinie Während die Flachdachrichtlinie die tägliche Praxis abbildet, ist die DIN 18531 stärker in der Planerwelt verankert. Das "Highlander-Prinzip": Bei Widersprüchen in Verträgen (wenn beide Regelwerke vereinbart sind) orientieren sich Gutachter im Zweifel an der höherwertigen/strengeren Ausführung. Die DIN 18531 spart das Thema barrierefreie Anschlüsse weitgehend aus; die Flachdachrichtlinie füllt diese Lücke mit klaren Details. Technische Umsetzung: Das magische Dreieck Ein funktionierender barrierefreier Anschluss ist immer ein Zusammenspiel aus drei Bereichen: Bauteil Fenster: Muss an sich schlagregendicht sein, mit Entwässerungsschlitzen, die sichtbar nach außen entwässern. Abdichtung: Fachregelkonformer Anschluss (oft Flüssigkunststoff) an das Element. Entwässerung: Rinnen, Haupt- und Notentwässerung müssen das Wasser sicher abführen. Die 5-10-15-Regel (Die Eselsbrücke für die Praxis) 5: Mindestens 5 cm Haftfläche für Flüssigkunststoff am Rahmen; Notüberlauf muss mindestens 5 cm tiefer liegen als die Oberkante des Anschlusses. 10: 10 cm Anschlusshöhe im barrierefreien Bereich; maximale Entfernung zur Entwässerung beträgt 10 Meter. 15: Außerhalb des barrierefreien Bereichs bleiben die klassischen 15 cm Anschlusshöhe bestehen. Harte Fakten zu Entwässerung und Gefälle Rinnen: Direkt vor der Tür, mind. 150 mm breit, mind. 50% Öffnungsanteil. Ab Schneelastzone 3 müssen Rinnen beheizt sein. Sicherheitsbeiwerte: Die Hauptentwässerung wird mit Faktor 1,0 (Jahrhundertregen), die Notentwässerung mit Faktor 2,0 (doppelter Jahrhundertregen) berechnet. Die maximale Anstauhöhe beträgt 35 mm. Keine Gefällelosigkeit: Auch barrierefreie Bereiche benötigen Gefälle (i.d.R. ≥ 1% zur Entwässerung), unterstützt durch Drainagematten oder Stelzlager. Schwellen aus Holz sind zu vermeiden. Hinweis zu den Abbildungen: Die neuen, farbigen und teils perspektivischen Abbildungen in der Richtlinie enthalten extrem viele wichtige Informationen (Höhen, Schichtaufbauten) und sollten dringend beachtet werden, auch wenn der Text maßgeblich bleibt. Mit dem Dachdecker-Podcast bist du immer einen Schritt voraus. Wir liefern dir aktuelle Informationen, die dich fit für die Zukunft machen. Über 30.000 sind schon dabei – werde auch du Teil der Community! Apple: https://podcasts.apple.com/de/podcast/dachdecker-podcast/id1512629163 Spotify: https://open.spotify.com/show/1n1aHgtUSgzs6xqpc3Gk7a Besuche doch auch mal unsere Social-Media-Kanäle, like und teile uns. Wir würden uns sehr darüber freuen. http://www.dachdecker-podcast.de https://www.youtube.com/@dachdeckerpodcast https://www.facebook.com/dachdeckerpodcast https://www.instagram.com/dachdeckerpodcast https://www.tiktok.com/@dachdecker_podcast Wenn du Fragen oder Anregungen hast, schreib gerne eine E-Mail an info@dachdecker-podcast.de. Mehr Informationen über uns: Michael Zimmermann Vizepräsident Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), Dachdeckermeister, Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk & Teilgebiet Schimmelpilzschäden, Gebäudeenergieberater, Geschäftsführer von Zimmermann Bedachungen. https://www.mz-sv.de/ueber-mich.html Karl-Heinz Krawczyk Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg, Dachdeckermeister, Gebäudeenergieberater HWK, Fachkraft für Solartechnik HWK, Pilot, Coach, Digital-Nerd. https://erfolgreich-handwerker.de

  • #132
    Nov 22, 2025 · 46 min

    Neue Flachdachrichtlinie & DIN 18531 – Teil 1: Was ändert sich wirklich?

    In dieser Episode tauchen Karl-Heinz und Michael tief in die Welt der Regelwerke ein. Anlass sind die neu veröffentlichte DIN 18531 (Teile 1-5) und die kurz vor der Veröffentlichung stehende überarbeitete Flachdachrichtlinie des ZVDH. Die beiden Experten klären, wo sich Norm und Fachregel angenähert haben und was das konkret für die Planung und Ausführung auf dem Flachdach bedeutet. Die Themen dieser Folge im Überblick: Status Quo der Regelwerke Die neue DIN 18531 ist bereits im August 2025 erschienen. Die neue Flachdachrichtlinie wird noch in diesem Jahr veröffentlicht und gilt offiziell ab 2026. Die Verzögerung der Richtlinie entstand unter anderem, um die Dachdeckerbetriebe nach einer Vielzahl neuer Regelwerke im Jahr 2024 nicht zu überlasten. Harmonisierung und neue Darstellung Ein zentraler Punkt ist das Ende von K1/K2: Die neue DIN 18531 hat sich der Flachdachrichtlinie angepasst. Eigenschaftsklassen, Beanspruchungsklassen und die Qualitätsstufen K1/K2 wurden gestrichen, und die Abdichtungsqualität wurde generell auf das ehemalige K2-Niveau angehoben. Neu sind auch die Abbildungen: Der Grundregelausschuss legte fest, dass Abbildungen in den Regelwerken nun farbig sind, Schichten klar erkennbar darstellen und als erklärende Ergänzungen dem Text untergeordnet bleiben. Praxiswissen: Gefälle, Wasser und Material Beim Thema Gefälle sollen Flachdächer in der Regel mit einem planerischen Gefälle von 2 % geplant werden. In begründeten Ausnahmefällen (z. B. Terrassen mit bestimmten Belägen, Intensivbegrünung oder baulichen Zwängen) darf davon abgewichen werden. Bezüglich stehendem Wasser ist bei Dachflächen mit einem ausgeführten Gefälle von ≤ 5 % zeitweise stehendes Wasser (Pfützenbildung) aufgrund von Toleranzen zulässig und beeinträchtigt die Funktion der Abdichtung nicht. Im Umgang mit Materialschrumpfung reagiert die Flachdachrichtlinie auf die Neigung bestimmter Polymerbitumenbahnen mit Polyestervlieseinlage zum Schrumpfen. Empfohlen werden eine erhöhte Überdeckung im Querstoss (12 cm bei Verlegung) sowie ein Schrägschnitt am T-Stoß zur Spannungsreduzierung. Photovoltaik auf dem Flachdach Für PV auf Mineralfaser übernimmt die neue DIN 18531 das Schutzniveau der Flachdachrichtlinie: Mineralfaserdämmung ist als Untergrund für PV-Anlagen zulässig, wenn sie mindestens 70 kPa Druckspannung (bei 10% Stauchung) aufweist und eine lastverteilende Unterlage während der Montage verwendet wird. Zur Befestigung von Solaranlagen gilt, dass die Abdichtung nicht zur lastabtragenden Befestigung von Solaranlagen genutzt werden darf, etwa durch Kleben oder Schweißen. Der Grundsatz lautet: Die Abdichtung dichtet, sie trägt nichts. Randausbildung und Oberflächenschutz Bei der horizontalen Randfixierung fordern sowohl DIN als auch Richtlinie bei linearer Randfixierung mit Einzelbefestigern nun mindestens vier Befestiger pro laufendem Meter. Die Flachdachrichtlinie legt zusätzlich fest, dass diese Befestiger nur waagerecht auf der Dachfläche angeordnet werden dürfen, nicht senkrecht an der Wand. Hinsichtlich der Priorisierung von Gründächern stuft die neue Flachdachrichtlinie die Dachbegrünung als "besonders geeignet" für den schweren Oberflächenschutz ein und empfiehlt sie planerisch vorrangig, insbesondere bei gefällearmen Flächen. Wartung & Inspektion: Pflicht statt Kür Es wird klar zwischen Inspektion und Wartung unterschieden: Inspektion ist die Feststellung des Ist-Zustandes (Sichtkontrolle), während Wartung die Erhaltung des Soll-Zustandes (z.B. Reinigen, kleine Reparaturen) ist. Beide Regelwerke fordern mindestens einmal jährlich eine Inspektion und eine Wartung, wobei die Flachdachrichtlinie sogar zwei Inspektionen pro Jahr empfiehlt. Der Klartext für Kunden: Das Dach ist kein wartungsfreies Bauteil. Ausblick auf Teil 2: Im nächsten Teil des Podcasts widmen sich Michael und Karl-Heinz ausführlich dem großen Thema der barrierefreien Anschlüsse, die nun anerkannte Regel der Technik sind. ——————————- Mit dem Dachdecker-Podcast bist du immer einen Schritt voraus. Wir liefern dir aktuelle Informationen, die dich fit für die Zukunft machen. Über 30.000 sind schon dabei – werde auch du Teil der Community! Apple: https://podcasts.apple.com/de/podcast/dachdecker-podcast/id1512629163 Spotify: https://open.spotify.com/show/1n1aHgtUSgzs6xqpc3Gk7a Besuche doch auch mal unsere Social-Media-Kanäle, like und teile uns. Wir würden uns sehr darüber freuen. http://www.dachdecker-podcast.de https://www.youtube.com/@dachdeckerpodcast https://www.facebook.com/dachdeckerpodcast https://www.instagram.com/dachdeckerpodcast https://www.tiktok.com/@dachdecker_podcast Wenn du Fragen oder Anregungen hast, schreib gerne eine E-Mail an info@dachdecker-podcast.de. Mehr Informationen über uns: Michael Zimmermann Vizepräsident Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), Dachdeckermeister, Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk & Teilgebiet Schimmelpilzschäden, Gebäudeenergieberater, Geschäftsführer von Zimmermann Bedachungen. https://www.mz-sv.de/ueber-mich.html Karl-Heinz Krawczyk Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg, Dachdeckermeister, Gebäudeenergieberater HWK, Fachkraft für Solartechnik HWK, Pilot, Coach, Digital-Nerd. https://erfolgreich-handwerker.de

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