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Bündner Herz - ehrlich unterwegs

Denise Meiler

In meinem Podcast nehme ich dich mit in die Themen, die mich im Alltag begleiten und bewegen – ehrlich, persönlich und mitten aus dem Leben. Ich erzähle, wie ich mit Herausforderungen umgehe und welche Methoden mich unterstützen, daran zu wachsen. Für alle, die neugierig sind und sich gerne weiterentwickeln.

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  • 22 episodes
  • weekly
  • Avg 12 min
  • German
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  • Today · 7 min

    Noch nicht!

    Heute ist etwas anders. Eigentlich wollte ich dir heute eine ganz andere Folge erzählen. Ich hatte Lust auf eine neue Idee. Noch eine und noch eine. Ein Gedanke, gab der Nächste. Und irgendwann wurden aus der einen Idee ungefähr sieben Gedanken, drei Richtungen und ziemlich viel Hin und Her. Je länger ich gesucht habe, desto mehr habe ich gemerkt: Hm. Irgendwie ist da noch kein richtiges Ja. Mein Kopf sagt: „Morgen ist Veröffentlichungstag. Wir brauchen eine Folge.“ Mein Körper sagt eher: „Ja, schon. Aber vielleicht nicht diese.“ Und genau deshalb sitze ich heute vor meinem Mikrofon und erzähle dir davon. Denn ich merke gerade etwas, das eigentlich sehr gut zu meinem Podcast passt: Ich möchte etwas Neues. Ich habe Lust auf eine Abwechslung. Mehr Lebendigkeit. Mehr Überraschung. Mehr Humor. Mehr von diesem Gefühl: „Wie spannend ist das eigentlich?“ Und gleichzeitig weiss ich noch gar nicht genau, wie dieses Neue aussehen soll. Ich kann es auch noch nicht klar benennen. Es ist mehr ein Gefühl. Vielleicht darf etwas zuerst einmal entstehen. Vielleicht darf eine Idee ein bisschen herumliegen. Vielleicht darf sie noch keine Form haben. Und vielleicht muss ich heute gar nicht auf Biegen und Brechen eine perfekte neue Folge finden. Deshalb sage ich heute einfach: Noch nicht. Noch weiss ich es nicht. Noch fühlt es sich nicht ganz richtig an. Das fühlt sich sehr okay an. Dieses Ja, zur Situation, zum Gefühl ist für mich gerade eine wichtige Erkenntnis, die entspannt. Ich spreche in meinem Podcast oft darüber, auf mich zu hören. Auf meine Gedanken. Auf meine Gefühle. Auf meinen Körper. Und jetzt darf ich das auch einmal tun. Nicht nur dann, wenn ich etwas Grosses entscheiden muss. Sondern auch bei etwas so scheinbar Kleinem wie: Möchte ich diese Folge wirklich so machen? Und wenn mein Körper noch kein klares Ja sagt, dann möchte ich ihm nicht erklären, warum er doch Ja sagen sollte. Vielleicht kennt ihr das: Der Kopf hat längst einen wunderbaren Plan. Und der Rest von uns hat leider noch nicht unterschrieben. Ich glaube, wir dürfen uns selbst manchmal etwas mehr Zeit geben und nicht krampfhaft danach suchen. Denn worüber ich immer wieder staune ist, dass Themen kommen Sie begegnen mir: In einem Gespräch. Bei einem Spaziergang. Auf dem Fahrrad. Beim Kochen. Unter der Dusche. Oder in einem völlig unspektakulären Moment. Und plötzlich ist da dieser Gedanke: „Ah. Das ist es.“ Mir ist wichtig, dass ich nicht einfach einen perfekten Podcast bauen möchte, sondern das, was ich mit dir teile, auch für mich lebendig bleibt. Ich möchte nicht immer wieder dasselbe in neue Worte packen. Ich möchte mich überraschen lassen. Vielleicht gibt es gerade etwas in deinem Leben, bei dem du denkst: „Ich weiss noch nicht.“ Dann muss das vielleicht gar kein Problem sein. Vielleicht ist es einfach ein Noch nicht. Und vielleicht ist ein „Noch nicht“ etwas ganz anderes als ein „Nein“. Das gefällt mir. Es lässt die Tür offen, lässt Raum für Ideen, Begegnungen und Überraschungen. Ich wollte dir heute eigentlich etwas anderes erzählen. Aber vielleicht war genau das heute die richtige Geschichte. Oder vielleicht hast du ja ein Thema, das du schon lange einmal von mir hören möchtest. Schreib mir gerne – vielleicht ist genau das die nächste Folge. Bis dahin: Bleib neugierig auf das, was noch kommt. Von Herzen alles Liebe.

  • August 25 · 13 min

    Einfach von A nach B

    Letzte Woche war ich auf einer ziemlich langen Velotour. Wir haben ihr den Namen: „Einfach von A nach B.“ Während dieser Velotour kam mir der Gedanke: Das Leben ist eigentlich genau so. Es gibt den Start. Es gibt leichte Strecken. Es gibt Abschnitte, die machen richtig Freude. Dann wird es vielleicht anstrengender. Wir werden müde. Wir werden ungeduldig. Wir fragen uns vielleicht kurz, warum wir eigentlich auf die Idee gekommen sind, so weit zu fahren. Und irgendwann wird es wieder leichter. Wir kommen am Ziel an. Und wenn wir zurückblicken, sagen wir: Was für ein schöner Tag. Obwohl längst nicht jeder Kilometer schön war. Und genau davon möchte ich dir heute erzählen. Ich hatte mir für diese Tour etwas vorgenommen: Ich möchte einfach wahrnehmen, was da ist, ohne es sofort zu bewerten. Nicht: Das muss jetzt schön sein. Oder: Ich sollte mehr Energie haben. Oder: Warum bin ich jetzt müde? Sondern einfach: Was ist gerade da? Mir gefiel dieser Gedanke und es schärfte noch mehr meinen Blick und meine Aufmerksamkeit. Als wir losgefahren sind, habe ich mich richtig gut gefühlt. Ich war voller Vorfreude. In meinem Kopf fühlte es sich frei an. Mein Körper fühlte sich gut an. Ich war offen, aufmerksam und neugierig. Die Temperatur war angenehm, sogar ein bisschen frisch. Alles fühlte sich leicht an. Ich habe die Gegend wahrgenommen. Die Aussicht. Die Umgebung. Die Menschen. Das gemeinsame Fahren. Die ersten ungefähr 80 Kilometer fühlten sich tatsächlich leicht an. Die Kilometer kamen fast von allein. Ich schaute auf den Tacho und dachte: Ach, schon wieder zehn Kilometer. Und plötzlich sind es zwanzig. Dann dreissig. Dann vierzig. Und irgendwann dachte ich: Das läuft ja richtig gut! Ich war neugierig auf die Umgebung. Was kommt als Nächstes? Wie sieht die Landschaft aus? Wie lange werde ich diese Energie haben? Wie fühlt sich der nächste Abschnitt an? Mein Partner hat mich irgendwann nach meinem Energielevel gefragt. Und ich fand diese Frage richtig gut. Nicht im Sinne von: Was ist denn los mit dir? Sondern einfach: „Wie ist dein Energielevel gerade?“ Ich habe kurz innehalten und gespürt: Wo bin ich eigentlich gerade? Nicht nur körperlich. Auch innerlich. Wie viel Energie habe ich? Wie viel Geduld? Wie viel Offenheit? Wie viel Freude? Wie viel Lust? Vielleicht ist das eine ganz einfache Frage, die wir uns im Alltag viel öfter stellen könnten. Nicht um uns zu bewerten. Sondern um wahrzunehmen: Wo bin ich gerade? Dann gönnten wir uns eine Mittagspause, mmmhhh…feine Spaghetti. Eine Pause und etwas Gutes zu essen. Nur ... Der Wiedereinstieg war nicht ganz so beschwingt wie der Start. Ich musste wieder in den Rhythmus kommen. Es war und fühlte sich plötzlich viel heisser. Die Landschaft war nicht mehr ganz so spannend. Der Körper wurde müder. Und nahm war, wie sich in meinem Kopf etwas veränderte. Die Leichtigkeit war nicht mehr dieselbe. Ich wurde ungeduldiger. Die Kilometer fühlten sich länger an. Und der Körper musste deutlich mehr arbeiten. Und da fand ich es besonders spannend, mich selbst zu beobachten. Denn es war da nicht mehr diese offene: „Oh, mal schauen, was noch kommt!“ Stattdessen eher: „Wie lange geht das jetzt noch?“ Und dann kam auch noch der Wind. Gegenwind natürlich. Weil es offenbar noch ein kleines Extra brauchte. Bei voller Energie denkt man: Ach, ein bisschen Wind. Bei weniger Energie denkt ich: Muss das jetzt auch noch sein? Da fiel mir auf, dass: Meine Wahrnehmung sich verändert hatte. Die Umgebung war nicht plötzlich grundsätzlich anders, aber ich nahm sie anders wahr. Weil ich weniger Energie hatte. Spannend. Hör gerne rein, wie es weitergeht...

  • August 18 · 17 min

    Ach, da bist du ja wieder

    Begegnungen können neue Gedanken in uns hineinbringen, die wir selbst vielleicht noch gar nicht hatten. Ich bemerke etwas. Ich erkenne mein altes Programm. Ich merke, dass Erkennen allein noch nicht reicht. Und dann beginne ich, mich für neue Möglichkeiten zu öffnen – durch meine eigenen Gedanken, durch Bilder, Gefühle und durch/mit andere Menschen. Diese Woche hat sich bei mir ein Thema ziemlich deutlich gezeigt. Ich habe mich wieder einmal dabei ertappt, wie ich in einem alten Gedankenmuster unterwegs war. Und irgendwann dachte ich: Ach, da bist du ja wieder. Vielleicht kennst du das. Da gibt es Gedanken, Gefühle oder Reaktionen, die wir schon ziemlich lange kennen. Eine bestimmte Situation passiert – und irgendwie läuft in uns etwas automatisch ab. Ein Gedanke. Ein Gefühl. Eine Reaktion. Manchmal geht das so schnell, dass wir gar nicht erst überlegen. Es passiert einfach. Danach kommt vielleicht der Gedanke: Warum habe ich jetzt eigentlich wieder so reagiert? Oder: Warum beschäftigt mich das schon wieder so sehr? Oder ganz schlicht: Ach nein. Nicht schon wieder. Wir Menschen mit unseren inneren Programmen. Nicht im Sinne von etwas Unveränderlichem. Sondern eher wie Denk- und Verhaltensweisen, die wir irgendwann gelernt haben.

  • August 11 · 11 min

    Heimkommen

    Wonach suchen wir Menschen eigentlich? Wenn ich ehrlich bin, suche ich immer wieder was. Der zweite Socken der in der Wäsche verloren ging Meine Brille (auf dem Kopf) Oder Dinge, die nicht wieder an den richtigen Ort zurückgefunden haben Aber wir suchen natürlich auch ganz andere Dinge. Liebe. Sicherheit. Anerkennung. Den richtigen Weg. Die richtige Entscheidung. Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Eine Aufgabe, die uns erfüllt. Ein Zuhause. Und manchmal suche ich einfach nach diesem Gefühl: Jetzt ist es gut. Vielleicht kennst du das auch. Ich habe in meinem Leben immer wieder gedacht: Wenn ich dieses eine gefunden habe, dann wird es leichter. Dann weiss ich, wo ich hingehöre. Dann bin ich zufrieden. Dann habe ich es verstanden. Wenn dich das neugierig macht: Hör gerne in die ganze Folge rein.

  • August 4 · 11 min

    Ich habe eine Frage?

    In den letzten Wochen begleitet mich folgender Gedanke: Ich sitze mit Menschen zusammen, wir unterhalten uns, erzählen voneinander und irgendwann gehe ich nach Hause und denke: Irgendwie spannend ... Manchmal habe ich unglaublich viel über den anderen erfahren. Und gleichzeitig fast nichts von mir erzählt. Nicht, weil ich nichts zu erzählen gehabt hätte. Sondern weil kaum Fragen kamen. Dieser Gedanke beschäftigt mich. Ich habe mich gefragt. Nachgedacht: Warum fragen die Menschen nicht? Das fühlt sich irgendwie eng an. Wie unterschiedlich zeigen Menschen eigentlich Interesse? Das macht sofort auf. Da entsteht Neugier. Da entsteht sogar Freude. Alle diese Menschen wollen wahrscheinlich Verbindung. Sie sprechen sie einfach unterschiedlich. Der eine fragt. Der andere erzählt. Der dritte hilft. Der vierte schweigt. Der fünfte hört zu. Der sechste merkt sich alles. Der siebte bringt dich zum Lachen. Ich gehöre zu den Fragestellern. Weil mich Menschen interessieren. Ich möchte wissen, was sie bewegt. Was sie begeistert. Was sie beschäftigt. Und manchmal wünsche ich mir, dass andere genauso neugierig auf mich sind. Vielleicht gehe ich künftig gar nicht mehr mit der Erwartung in ein Gespräch: "Fragt mich jemand?" Sondern mit der Neugier: "Ich bin gespannt, wie dieser Mensch Verbindung lebt." Allein dieser Perspektivwechsel macht das Leben leichter und gibt mehr Raum. Menschen zeigen vielleicht viel öfter Interesse, als wir auf den ersten Blick glauben. … und ein bisschen von all diesen Rollen stecken wahrscheinlich auch in mir. Und das ist der Anfang für eine neue Sichtweise. Was denkst du darüber?

  • July 28 · 10 min

    Leichter mit mir

    Beim Vorbereiten dieser Folge ist mir bewusst geworden, dass es heute gar nicht um Leichtigkeit geht. Eigentlich geht es um etwas anderes. Um Selbstmitgefühl. Um die Frage, wie freundlich ich mit mir bin, wenn ich gerade nicht voller Energie bin. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Heute nehme ich dich mit in einen Gedanken, der mich in den letzten Tagen begleitet. Eigentlich wollte ich über Leichtigkeit sprechen. Über Freude. Über Freiheit. Über das Leben geniessen. Über dieses Gefühl, einfach loszugehen, ohne alles zu hinterfragen. Doch während ich mich auf diese Folge vorbereitet habe, habe ich gemerkt: Genau das fühle ich im Moment gar nicht. Und vielleicht ist genau das die ehrlichere Folge. Ich wünsche mir Leichtigkeit. Ich wünsche mir Energie. Ich wünsche mir dieses beschwingte Gefühl, morgens aufzustehen und voller Ideen zu sein. Doch mein Körper erzählt mir im Moment etwas anderes. An manchen Tagen fühle ich mich kraftlos. Nicht traurig. Nicht verzweifelt. Einfach müde. So, als würde mein Körper sagen: Heute nicht. Und ich merke, wie schnell dann eine Stimme in mir auftaucht. Sie fragt: Warum bist du nicht motivierter? Warum fühlst du dich nicht leichter? Was musst du ändern? Ich habe begonnen, nach Antworten zu suchen. Ich analysiere. Überlege. Nach einer Lösung gesucht. Denn genau das mache ich eigentlich gerne. Mich interessieren Zusammenhänge. Ich liebe Fragen. Ich liebe Entwicklung. Ich liebe es, Menschen und auch mich selbst besser zu verstehen. Doch diesmal ist etwas anders. Ich habe gemerkt: Vielleicht brauche ich gerade gar keine neue Erkenntnis. Vielleicht brauche ich einfach Ruhe. Vielleicht muss ich gar nichts lösen. Vielleicht muss ich mich gerade nicht motivieren. Vielleicht muss ich mich auch nicht antreiben. Vielleicht darf ich mich einfach einmal ausruhen lassen. Dieser Gedanke gefällt mir. Nicht einfach ausruhen. Sondern mich ausruhen lassen. Fast so, als dürfte ich mich anlehnen. An das Leben. An das Vertrauen. An die Gewissheit, dass nicht jeder Tag gleich sein muss. Ich glaube, wir leben in einer Zeit, in der wir unglaublich viel über Entwicklung sprechen. Über Ziele. Über Wachstum. Über Möglichkeiten. Doch ich frage mich: Darf Entwicklung nicht auch einmal Pause machen? Darf sie nicht auch still sein? Vielleicht besteht Entwicklung manchmal gar nicht darin, den nächsten Schritt zu machen. Vielleicht besteht sie darin, stehen zu bleiben. Tief durchzuatmen. Und dem Leben zu vertrauen. Es gibt Jahreszeiten, in denen alles blüht. Und es gibt Jahreszeiten, in denen scheinbar nichts passiert. Doch unter der Oberfläche geschieht unglaublich viel. Niemand würde einen Baum im Winter anschieben und sagen: Jetzt wachse endlich. Wir vertrauen darauf, dass seine Zeit wieder kommt. Warum fällt uns das bei uns selbst oft so schwer? Warum glauben wir, immer voller Energie sein zu müssen? Immer kreativ. Immer motiviert. Immer bereit. Sondern auch mal Müde zu sein. Still zu sein. Ideenlos zu sein. Nicht, weil etwas mit uns nicht stimmt. Sondern weil unser Körper und unsere Seele gerade etwas anderes brauchen. Und während ich darüber nachgedacht habe, ist mir noch etwas bewusst geworden. Vielleicht suche ich gar nicht nach Leichtigkeit. Wahrscheinlich suche ich nach der Erlaubnis. Nach der Erlaubnis, nicht ständig funktionieren zu müssen. Nicht immer etwas aus sich machen zu müssen. Sondern sich selbst gerade einfach sein zu lassen. Ich merke, wie gut mir dieser Gedanke tut. Denn ich weiss: Die Freude ist nicht weg. Die Neugier ist nicht weg. Die Ideen sind nicht weg. Und das ist in Ordnung so. Ich weiss nicht, wie es dir gerade geht. Vielleicht fühlst du dich voller Energie. Dann freue ich mich von Herzen für dich. Oder fühlst du dich auch ein bisschen oder eher so wie ich. Ein wenig müde. Ein wenig kraftlos. Mit dem Wunsch, dass sich wieder mehr Leichtigkeit zeigen darf. Ich glaube, wir tragen das Leben manchmal. Und manchmal trägt das Leben uns. Beides gehört dazu. Und vielleicht liegt genau darin eine ganz stille Form von Leichtigkeit.

  • July 21 · 12 min

    Wir sehen nur einen Ausschnitt

    Heute spreche ich über das, was wir sehen – und das, was wirklich dahinter steckt Wie schnell wir Menschen einordnen. Wie schnell wir Verhalten interpretieren. Und wie selten wir wirklich wissen, was dahintersteckt. Kennst du das? Jemand erzählt dir etwas und dein Gegenüber reagiert ganz anders, als du erwartet hast. Du freust dich über etwas – und der andere bleibt ganz ruhig. Du erzählst voller Begeisterung von einer Idee – und bekommst kaum eine Reaktion. Du begegnest einem Menschen, der eher still ist, wenig fragt oder sich zurückzieht. Und fast automatisch beginnt unser Kopf, Geschichten zu erzählen und eine Meinung zu bilden. Der interessiert sich wohl nicht. Sie freut sich gar nicht. Er ist verschlossen. Sie ist kühl. Dabei wissen wir das gar nicht. Wir sehen Verhalten. Aber wir glauben, Gefühle zu sehen. Nicht jeder zeigt Freude gleich. Nicht jeder zeigt Trauer gleich. Nicht jeder zeigt Liebe gleich. Nicht jeder zeigt Interesse gleich. Und trotzdem kann hinter all diesen unterschiedlichen Arten genau dasselbe Gefühl stehen. Vielleicht sprechen Gefühle verschiedene Sprachen. Und wir verstehen oft nur unsere eigene. Ich beobachte das auch bei mir. Und auch wenn ich die Erfahrung bereits einige male gemacht habe, passiert es mir immer wieder, dass ich denke zu wissen, was der andere fühlt. Hinter jedem Verhalten steht eine Geschichte. Eine Geschichte, die wir meistens nicht kennen. Eine Geschichte aus Erfahrungen. Aus Begegnungen. Aus Freude. Aus Enttäuschungen. Aus Vertrauen. Aus Verletzungen. Aus Familie. Aus Liebe. Aus all den kleinen und grossen Momenten, die einen Menschen geprägt haben. Wenn wir einem Menschen begegnen, sehen wir oft nur einen einzigen Moment. Aber dieser Moment ist Teil einer viel grösseren Geschichte. Manchmal begegnen wir einem Menschen mitten in einem Kapitel seines Lebens. Und glauben, wir würden das ganze Buch kennen. Dabei kennen wir oft nicht einmal das Inhaltsverzeichnis. Und ehrlich gesagt… Ich glaube, das gilt auch für uns selbst. Auch ich kenne meine eigene Geschichte nicht vollständig. Natürlich kenne ich mein Leben. Ich erinnere mich an vieles. Und doch gibt es Zusammenhänge, die mir gar nicht bewusst sind oder ich nicht verstehe. Auf meinem eigenen Weg habe ich begonnen, Menschen mit anderen Augen zu sehen. Die systemische Aufstellungsarbeit hat diesen Blick noch einmal vertieft. Sie zeigt mir immer wieder, wie viel mehr hinter einem Verhalten steckt, als wir im Alltag erkennen können. In einer Aufstellung zeigt sich häufig, dass ein Verhalten gar nicht dort entstanden ist, wo wir es vermutet hätten. Dass Gefühle Zusammenhänge haben. Dass Geschichten weiterwirken. Manchmal sogar über Generationen hinweg. Genau deshalb berührt sie mich so sehr. Jedes Mal erinnert mich das daran, wie vorsichtig ich mit meinen Urteilen sein darf. Denn wir sehen immer nur einen kleinen Ausschnitt. Nie das ganze Bild. Heute frage ich mich viel öfter: Was könnte hinter diesem Verhalten stehen? Anstelle von: Jetzt weiss ich, warum dieser Mensch so ist. Ich glaube, echtes Interesse beginnt genau dort, wo Kontakt, wo Kommunikation entsteht. Wirklich zuzuhören. Nachzufragen. Nicht, um Recht zu haben. Sondern um zu verstehen. Denn oft sind es gerade Gespräche, die uns einen ganz neuen Blick schenken. Ein Mensch erzählt uns seine Geschichte. Seine Beweggründe. Seine Erfahrungen. Und plötzlich merken wir: «Ach so... ich habe das völlig anders interpretiert». Kommunikation kann Brücken bauen. Sie kann Missverständnisse auflösen. Sie kann Türen öffnen. Und manchmal genügt schon eine einzige ehrliche Frage, damit wir einen Menschen mit ganz anderen Augen sehen. Vielleicht ist Kommunikation gar nicht dazu da, den anderen von uns zu überzeugen. Vielleicht ist sie dazu da, den anderen besser zu verstehen. Vielleicht dürfen wir deshalb etwas sanfter miteinander werden. Etwas langsamer mit unseren Bewertungen. Und etwas grosszügiger in unseren Gedanken. Denn wir alle tragen Geschichten in uns. Sichtbare. Und unsichtbare. Wenn dich dieses Thema berührt hat. Wenn du dich selbst besser verstehen möchtest. Wenn du neugierig bist auf die Geschichten, die hinter deinem eigenen Verhalten stehen oder wenn du spürst, dass es Zusammenhänge gibt, die du gerne besser verstehen möchtest… Dann ist vielleicht genau das der Moment. Ich möchte dir zwei Möglichkeiten mitgeben. Am 4. September leite ich gemeinsam mit meiner Freundin Michèle einen Abend mit systemischen Aufstellungen in der Gruppe. Vielleicht möchtest du diese besondere Art der Arbeit einmal kennenlernen und erleben. Und wenn du spürst, dass du dir einen persönlichen Rahmen wünschst, begleite ich dich auch sehr gerne in einer 1:1-Aufstellung – ganz in deinem Tempo und mit deinem Anliegen. E-Mail: ja@buendner-herz.ch

  • July 14 · 15 min

    Die Antworten hinter den Fragen

    Heute nehme ich dich mit auf einen Weg, den ich schon viele Jahre gehe. Es ist ein Weg, den man von aussen kaum sieht. Und er hat er mein Leben bereichert, verändert und lebendiger gemacht. Mich interessiert schon lange nicht nur, was in meinem Leben passiert. Mich interessiert vor allem das Warum dahinter. Warum fühle ich mich in einer Situation wohl und in einer anderen nicht? Warum reagieren zwei Menschen auf dieselbe Situation völlig unterschiedlich? Warum fällt mir manches leicht und anderes schwer? Warum berührt mich ein Satz tief – während ein anderer einfach an mir vorbeizieht? Ich merke immer wieder: Mich interessieren die Zusammenhänge hinter dem, was wir erleben. Mich interessiert, was hinter unseren Gedanken, unseren Gefühlen und unseren Reaktionen steckt. Und das nicht nur bei mir, sondern auch im Kontakt mit anderen Menschen, weil ich verstehen möchte. Mich. Die Anderen. Das Leben. Denn je besser ich mich verstehe, desto leichter wird mein Leben. Es geht für mich nicht darum, jemand anderes zu werden. Es geht darum, bewusster zu werden. Bewusster für meine Gedanken. Für meine Gefühle. Für meine Reaktionen. Für meine Herkunft. Für das, was mich geprägt hat. Und für das, was wirklich zu mir gehört. Ich möchte mich nicht verändern, weil ich nicht genüge. Ich möchte mich kennenlernen, weil ich mich verstehen möchte. Wenn ich heute zurückblicke, merke ich, dass ich auf dieser Suche viele verschiedene Wege gegangen bin. Ich habe Bücher gelesen. Ausbildungen gemacht. Seminare besucht. Spannende Menschen kennengelernt und mich ausgetauscht – Gedanken geteilt. Ich habe mich mit Coaching, Energiearbeit und systemischen Aufstellungen beschäftigt. Und immer wieder dachte ich: Vielleicht finde ich hier die Antwort. Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt. Ich glaube, es gibt viele Wege. Und jeder Mensch findet seinen eigenen Zugang. Dies schenkt mir die Freiheit zu entscheiden zu können, wie ich meinem Leben begegnen möchte. Je bewusster ich werde, desto milder werde ich mit mir. Ich beginne Zusammenhänge zu erkennen. Ich verstehe plötzlich, warum mich gewisse Situationen herausfordern. Warum mich manche Menschen berühren. Warum ich manchmal so reagiere, wie ich reagiere. Dies schafft einen liebevolleren Umgang mit mir selbst. Ich glaube, wir verbringen unglaublich viel Zeit damit, Antworten zu suchen. Vielleicht wäre es manchmal spannender, andere Fragen zu stellen. Nicht: Was stimmt nicht mit mir? Sondern: Was möchte ich verstehen? Was möchte mir dieses Gefühl zeigen? Je länger ich diesen Weg gehe, desto mehr stelle ich fest: Zurück geht nicht mehr. Nicht mehr zu Fragen ist nicht meine Option. Weil ich die Welt heute mit anderen Augen sehe. Ich nehme mehr wahr. Ich erkenne Muster. Ich beobachte mich selbst. Dieser Weg hat mir einiges geschenkt. Mehr Verständnis. Mehr Ruhe. Mehr Gelassenheit. Mehr Mitgefühl. Mehr mit mir und mit anderen Menschen. Ich liebe es Fragen zu stellen. Fragen, die Türen öffnen. Fragen, die neugierig machen. Fragen, die uns näher zu uns selbst führen. Und vielleicht erkennst du dich in einem meiner Gedanken wieder. Vielleicht löst eine Frage etwas in dir aus. Vielleicht siehst du manches ganz anders. Auch das interessiert mich. Denn genau daraus entstehen Begegnungen. Deshalb möchte ich dich heute ganz bewusst einladen: Wenn dich eine Folge berührt. Wenn sie etwas in dir auslöst. Wenn sie dich zum Nachdenken bringt. Oder wenn du deine eigenen Gedanken mit mir teilen möchtest. Dann schreib mir. Ich würde mich von Herzen freuen. Meine E-Mail-Adresse findest du am Schluss dieser Folge. Denn auch wenn ich hier alleine in mein Mikrofon spreche, wünsche ich mir, dass daraus ein Miteinander entsteht. Ein Austausch. Neue Perspektiven. Neue Fragen. Vielleicht magst du dich nach dieser Folge einmal fragen: Welche Frage begleitet mich im Moment? Nicht die Frage, auf die du sofort eine Antwort hast. Sondern die, die dich neugierig macht. Die dich einlädt, dich selbst ein Stück besser kennenzulernen. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe. Danke, dass du mich auf meinem Weg begleitest. Und wenn du magst, erzähl mir von deinen Gedanken. Bis zum nächsten Mal bei Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. E-Mail: ja@buendner-herz.ch

  • July 7 · 13 min

    Gefühle, die noch keine Worte haben

    Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Heute spreche ich mit dir über etwas, das ich immer wieder beobachte. Ich spüre etwas in mir. Eine neue Situation. Eine Stimmung. Ein Gefühl. Einen Eindruck. Eine Ahnung. Eine Veränderung. Etwas bewegt sich. Ich merke ganz klar: Da ist etwas. Wenn mich jemand fragt: «Wie geht es dir?» oder «Was beschäftigt dich gerade?», «Wie gefällt es dir?» dann fällt mir auf, dass mir die Worte fehlen. Nicht, weil nichts da ist. Sondern weil sich das, was da ist, noch nicht beschreiben lässt. Ich nehme unglaublich schnell viel wahr. Stimmungen. Atmosphären. Energien. Kleine Veränderungen. Manchmal sind sie ganz fein. Manchmal sehr deutlich. Einige berühren mich sofort. Andere nehme ich einfach wahr, ohne dass sie viel auslösen. automatisch beginnt in mir etwas. Ich suche nach Worten. Ich möchte verstehen. Ich möchte benennen. Ich möchte beschreiben können, was ich gerade fühle. Nicht für eine Schublade. Nicht, damit alles erklärt ist. Weil Worte für mich etwas Schönes sind – es mein Ausdruck ist, mein Element. Sie helfen mir, meine innere Welt sichtbar zu machen. Sie schaffen Verbindung. Sie ermöglichen Begegnung. Und immer wieder merke ich: Die richtigen Worte sind noch gar nicht da. Ich könnte zwar etwas sagen. Aber es fühlt sich noch nicht ganz richtig an. Nicht treffend. Nicht vollständig. Ich beginne ich zu suchen. Ich erkläre. Ich formuliere um. Ich suche ein anderes Wort. Noch einen Satz. Noch ein Bild. Und dabei merke ich, dass ich immer mehr Worte brauche, obwohl ich eigentlich nur ein Gefühl beschreiben möchte. Steckt dahinter vielleicht auch die liebe Ungeduld. Wenn ich etwas fühle, möchte ich es am liebsten sofort ausdrücken können. Ich möchte, dass mein Gegenüber genau versteht, was ich meine. Ich wünsche mir, dass keine Missverständnisse entstehen. Dass meine Worte möglichst genau das widerspiegeln, was ich in mir wahrnehme. Ist das überhaupt möglich? Ich denke nicht ganz. Denn Worte sind keine Kopien unserer Gefühle. Sie sind Übersetzungen. Übersetzungen unserer inneren Welt. Und wie jede Übersetzung können sie etwas sehr gut treffen. Aber vermutlich nie alles. Denn jeder Mensch hört unsere Worte durch seine eigene Geschichte. Durch seine Erfahrungen. Durch seine Bilder. Vielleicht ist es deshalb gar nicht unsere Aufgabe, vollkommen verstanden zu werden. Vielleicht genügt es, ehrlich zu beschreiben, was wir gerade wahrnehmen. Ein weiterer Gedanke der mir durch den Kopf geht: Vielleicht fehlen mir gar nicht die richtigen Worte. Vielleicht braucht das Gefühl einfach noch Zeit. Vielleicht muss es erst reifen. So wie eine Blüte nicht an dem Tag aufgeht, an dem die Knospe entsteht. Sie wächst. langsam. Fast unbemerkt. Und irgendwann öffnet sie sich. Ich glaube, mit unseren Gefühlen ist es oft ähnlich. Wir möchten sie sofort benennen. Doch vielleicht möchten sie zuerst einfach da sein. Vielleicht möchten sie erlebt werden. Vielleicht möchten sie sich in uns entfalten. Plötzlich sind die Worte da, ohne grosses Suchen, ohne Druck. Weil das Gefühl bereit war, sich zeigen zu lassen. Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, dann erkenne ich das wieder. Der Podcast war lange einfach ein Gefühl. Ein "Irgendwann möchte ich einmal..." Noch ohne Plan. Noch ohne Namen. Noch ohne klaren Inhalt Noch ohne Mikrofon. und plötzlich ist er da und es macht so Freude – du hörst bereits die 40igste Folge – Hurra! Der BLÜHEN-Prozess war zuerst nicht einfach eine Idee. Es war etwas, das sich langsam gezeigt hat. Die Natur hat mir Bilder geschenkt. Erst später kamen die Worte. Und genau deshalb denke ich heute, dass ich viel geduldiger und mehr im Vertrauen sein darf. Nicht jedes Gefühl braucht sofort einen Namen. Nicht jede Veränderung muss sofort erklärt werden. Nicht jede Antwort ist bereits da. Manchmal genügt es, wahrzunehmen. Zu beobachten. Zu fühlen. Und dem Leben ein wenig Zeit zu schenken. Ich nenne es Prozess: das Warten. Das Aushalten, dass etwas noch keinen Namen hat. Dass wir es noch nicht erklären können. Dass wir noch nicht sagen können: «Genau das ist es.» Ich merke, dass gerade darin meine grösste Übung liegt. Vielleicht sind die Gefühle einfach noch dabei, ihre Sprache zu finden. Je mehr ich dem Gefühl Zeit gebe, desto klarer wird es. Ich darf ihm zuhören, neugierig bleiben. Vertrauen in mich und das Leben haben. Und irgendwann kommen die Worte fast von selbst. Und vielleicht magst du dich nach dieser Folge einmal fragen: Gibt es gerade etwas in deinem Leben, das du bereits fühlst, aber noch nicht beschreiben kannst? Vielleicht genügt es, diesem Gefühl einfach einen Platz zu geben. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe. Danke für deine Treue und dass du mich auf meinem Weg begleitest. Bis zum nächsten Mal bei Bündner-Herz – ehrlich unterwegs.

  • June 30 · 12 min

    Einfach mal Danke sagen

    Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Heute sage ich einfach mal Danke - ohne besonderen Anlass. Ohne Geburtstag. Ohne Jubiläum. Einfach, weil ich in letzter Zeit immer wieder spüre, wie viel Dankbarkeit in mir ist. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass Dankbarkeit für mich nicht bedeutet, dass alles perfekt ist. Dankbarkeit bedeutet für mich vielmehr, das Geschenk im Ganzen zu erkennen. Das Leben als Ganzes. Mit allem, was dazugehört. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, dann erfüllt mich als Erstes eine grosse Dankbarkeit dafür, wo ich geboren wurde und aufwachsen durfte. Für ein Zuhause, in dem ich Liebe erfahren habe. Für Eltern, die mir so vieles mitgegeben haben. Für meine Schwester, die mich begleitet. Für Werte. Für Vertrauen. Für Geborgenheit. Für all die Dinge, die oft selbstverständlich erscheinen und es doch nicht sind. Für all die gemeinsame Geschichte. Für all die Erinnerungen, die verbinden. Ich bin dankbar für die Menschen, die mich durch mein Leben begleiten. Manche schon seit vielen Jahren. Andere nur für einen Abschnitt. Sie alle haben Spuren hinterlassen. Ich denke, dass uns das Leben von Begegnung zu Begegnung trägt. Von Erfahrung zu Erfahrung. Von Kapitel zu Kapitel. Und jede dieser Begegnungen hinterlässt etwas in uns. Manchmal nur einen kleinen Gedanken. Manchmal eine Freundschaft fürs Leben. Je älter ich werde, desto mehr wird mir bewusst, wie sehr mich Menschen geprägt haben. Nicht nur die, die lange geblieben sind. Auch jene, die nur für kurze Zeit Teil meines Weges waren. Ein Gespräch. Eine Begegnung. Ein gemeinsamer Wegabschnitt. Und manchmal reicht genau das aus, um etwas in Bewegung zu bringen. Ich bin dankbar für die treuen Freundschaften. Für das gemeinsame Lachen. Für die tiefen und nährenden Gespräche. Für das Gefühl, verstanden zu werden. Und auch für die Menschen, die mir ehrlich den Spiegel vorgehalten haben. Nicht immer angenehm. Aber sehr oft wertvoll. Ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen durfte. Für die schönen. Und auch für jene, die ich mir nicht ausgesucht hätte. Natürlich hätte ich auf die eine oder andere Lektionen gerne verzichtet oder eben auch nicht, denn ich sehe heute, dass sie Teil meines Weges waren. Dass sie mich geformt haben. Dass sie mich näher zu mir selbst gebracht haben. Eine Dankbarkeit empfinde ich auch für die Freiheit, die vielen Reisen, die ich erleben durfte. Für all die Orte. Die Kulturen. Die Menschen. Die Geschichten. Reisen haben meinen Blick auf die Welt ebenfalls geprägt und beeinflusst. Und ganz bestimmt den Blick auf mich selbst bereichert. Sie haben mir gezeigt, wie vielfältig Leben sein kann. Wie unterschiedlich Menschen leben. Und wie viel wir voneinander lernen können. Ich bin dankbar für meine Gesundheit. Für meinen Körper, der mich durch dieses Leben trägt. Für die Sicherheit, in der ich leben darf. Für all die Dinge, die oft erst sichtbar werden, wenn sie fehlen. Ich bin dankbar für mein Zuhause. Für den Ort, an dem ich lebe. Für die Natur, die mich umgibt. Für die Schönheit, die mich jeden Tag begleitet. Ich bin auch dankbar für die Freiheit, mein Leben gestalten zu dürfen. Entscheidungen treffen zu können. Neue Wege auszuprobieren. Meine Meinung sagen zu dürfen. Mich umentscheiden zu dürfen. Ja sagen zu können aber auch Nein. Diese Freiheit fühlt sich manchmal als so selbstverständlich, dass ich sie manchmal fast übersehe. Und sie ist ein so grosses Geschenk. Ich bin besonders dankbar für die Liebe, für den Menschen, der seit mehr als vierzehn Jahren an meiner Seite ist. Für das gemeinsame Wachsen. Für die Verbundenheit. Für all die kleinen und grossen Momente, die wir miteinander teilen dürfen. In den letzten Jahren ist noch eine weitere Form von Dankbarkeit dazugekommen. Die Dankbarkeit für die Begegnung mit mir selbst. Das klingt vielleicht etwas ungewohnt, doch genau so fühlt es sich an. Ich bin dankbar für all die Prozesse. Für die Fragen. Für die Entwicklung. Für die Momente, in denen ich mich selbst besser kennenlernen durfte. Für die Erkenntnis, dass wir nie fertig sind. Und dass genau darin etwas Wunderschönes liegt. Ich bin dankbar für das Vertrauen ins Leben. Für die Erfahrung, dass sich nicht immer alles planen lässt und sich vieles erst unterwegs zeigt. Manchmal dachte ich, ich müsste die Antworten bereits kennen. Heute weiss ich: Oft genügt der nächste Schritt. Und das Leben zeigt den Rest. Wenn ich auf die letzten Jahre schaue, dann sehe ich viele Dinge, die ich niemals hätte planen können. Den Podcast. Neue Wege. Neue Begegnungen. Ideen, die entstanden sind. Türen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Und genau dafür bin ich dankbar. Für das Unerwartete. Für die Überraschungen. Für all das, was das Leben grösser macht als meine eigenen Vorstellungen. Und ich bin dankbar, dass ich mir etwas bewahren konnte: Die Fähigkeit zu staunen. Mich zu freuen. Neugierig zu bleiben. Neue Wege zu entdecken. Fragen zu stellen. Denn ich glaube, genau diese Neugier hält uns lebendig. Und zum Schluss möchte ich noch jemandem Danke sagen. Mir selbst. Für die Schritte, die ich gegangen bin. Für den Mut, Neues auszuprobieren. Für das Wiederaufstehen. Für die Geduld. Für das Vertrauen. Für das Dranbleiben. Nicht weil alles immer leicht war. Sondern weil ich immer weitergegangen bin. Wenn ich heute auf mein Leben schaue, dann sehe ich kein perfektes Leben, ich sehe ein reiches Leben. Reich an Begegnungen. Reich an Erfahrungen. Reich an Erinnerungen. Reich an Liebe. Für all das und alles was ich jetzt noch vergessen haben sollte, bin ich unendlich dankbar! Vielleicht magst du nach dieser Folge selbst einen kleinen Moment innehalten und dich fragen: Wofür bin ich gerade jetzt dankbar? Ich danke dir von Herzen, dass du mich auf meinem Weg begleitet. Und bis zum nächsten Mal bei Bündner-Herz – ehrlich unterwegs.

  • June 23 · 10 min

    Genug gesagt?

    Ich denke über ein Thema immer wieder nach: Die Worte. Oder vielleicht noch genauer: Unsere Gespräche. Denn ich frage mich manchmal, ob wir eigentlich zu viele Worte brauchen. Um etwas zu erklären. Um unsere Gedanken mitzuteilen. Um andere zu begeistern. Um verstanden zu werden. Und gleichzeitig frage ich mich: Können wir uns überhaupt so viele Worte merken? Wenn ich an Gespräche zurückdenke, erinnere ich mich selten an alles, was gesagt wurde. Was bleibt, sind meistens einzelne Sätze. Ein Gefühl. Eine Geschichte. Oder die Art, wie mir jemand begegnet ist. Und genau deshalb beschäftigt mich dieses Thema. Worte sind etwas Besonderes. Sie können verbinden. Sie können berühren. Sie können inspirieren. Sie können trösten. Sie können aber auch ermüden. Und ich glaube, wir alle kennen solche Gespräche. Gespräche, nach denen wir uns genährt fühlen. Und andere, nach denen wir müde sind. Ich kenne beides. Ich liebe Kommunikation. Ich spreche gerne. Ich höre gerne zu. Ich interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten. Und wenn mich etwas begeistert, dann könnte ich manchmal reden und reden und reden. Dann möchte ich alles erzählen. Jeden Gedanken teilen. Andere mitnehmen in meine Freude. Vielleicht kennt ihr das auch. Wenn etwas in euch lebendig ist und ihr es kaum erwarten könnt, davon zu erzählen. Ich finde Begeisterung wunderschön. Und trotzdem beobachte ich bei mir immer öfter die Frage: Wann ist es genug? Wann habe ich das Wesentliche gesagt? Wann darf ein Gedanke einfach stehen bleiben? Ohne weitere Erklärung. Ohne noch ein Beispiel. Ohne noch einen Nachsatz. Dann gibt es da aber auch Gespräche, in denen ich das Gefühl habe, ich müsse jedes Wort aus der Nase ziehen. Ich stelle eine Frage. Dann noch eine. Und noch eine. Und irgendwie kommt kein richtiger Fluss zustande. Das kann auch sehr anstrengend sein. Manchmal sogar anstrengender als jemand, der begeistert erzählt. Also für mich zumindest. Mir fällt es schwer, diese Person zu spüren, zu lesen. Denn Kommunikation lebt für mich von Bewegung. Von einem Geben und Nehmen. Von Interesse auf beiden Seiten. Von Neugier. Von Begegnung. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss: Es geht wahrscheinlich gar nicht um viele oder wenige Worte. Es geht um etwas anderes. Nämlich um das Gefühl: Von Verbindung. Von Präsenz. Von Echtheit. Denn ich habe Menschen erlebt, die sehr wenig sprechen oder sehr auf ihre Worte achten und mich das tief berühren kann. Und ich habe Menschen erlebt, die lange erzählen und denen ich stundenlang zuhören könnte. Weil ich spüre: Da ist etwas Echtes. Da spricht jemand aus Erfahrung. Da möchte jemand nicht beeindrucken. Sondern teilen. Vielleicht liegt genau darin etwas Wesentliches. Nicht jedes Gespräch muss perfekt sein. Nicht jede Pause muss gefüllt werden. Nicht jeder Gedanke muss ausgesprochen werden. Manchmal liegt die Kraft sogar in der Stille. In einem Moment des Nachspürens. In einem Blick. In einem kurzen Satz oder in einem einzigen Wort. Ich glaube, wir erinnern uns viel weniger an die Menge der Worte. Wir erinnern uns daran, wie wir uns in einem Gespräch gefühlt haben. Gesehen. Gehört. Verstanden. Oder eben nicht. Wenn Worte wie Brücken sind, die uns helfen einander zu begegnen. Doch die eigentliche Begegnung findet nicht in den Worten statt. Sondern auch und zwischen ihnen. Dort, wo echtes Interesse entsteht. Wo jemand wirklich zuhört. Wo jemand wirklich da ist. Und so bleibt für mich am Ende dieser Folge keine Antwort. Sondern eher eine Frage. Wie ist das bei dir? Welche Gespräche nähren dich? Welche Menschen hörst du gerne sprechen? Und woran merkst du, dass ein Gespräch beginnt zu fliessen? Danke, dass du mir zugehört hast. Und bis zum nächsten Mal bei Bündner-Herz – ehrlich unterwegs.

  • June 16 · 12 min

    Weniger Rollen – mehr Ich

    In letzter Zeit habe ich etwas spannendes beobachtet. Wenn ich Menschen begegne – ganz egal, ob wir uns schon kennen oder gerade erst kennenlernen – spreche ich viel selbstverständlicher über meinen Podcast. Von meiner Selbständigkeit. Von den Ideen und Projekten, die gerade in meinem Leben entstehen. Und jedes Mal denke ich: Wie schön ist das eigentlich? Weil ich merke, dass ich mich nicht mehr verstecken möchte. Lange Zeit habe ich gewisse Träume, Ideen oder Wünsche eher für mich behalten. Vielleicht aus Vorsicht. Heute fühlt es sich anders an. Heute erzähle ich von dem, was mich bewegt, weil es zu mir gehört. Weil es ein Teil meines Weges ist. Und weil ich Freude daran habe. Je offener ich damit umgehe, desto häufiger begegne ich Menschen, die Ähnliches erzählen. "Früher hätte ich mich das nicht getraut." "Früher habe ich viel mehr darüber nachgedacht, was andere denken." "Früher wollte ich gefallen." Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. Menschen, die mutiger geworden sind. Menschen, die irgendwann beschlossen haben, sich nicht länger kleiner zu machen als sie sind. Genau daraus ist diese Folge entstanden: Was verändert sich eigentlich, wenn wir beginnen, uns zu zeigen? Woran liegt das eigentlich? Warum fällt es uns manchmal leichter, einfach wir selbst zu sein? Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, ob das mit dem gereiften Altern zu tun hat. Ja, bestimmt auch aber das Alter ist für mich auch einfach eine Zahl. Sie beschreibt einen Abschnitt meines Lebens. Sie sagt noch nicht alles über mich, wer ich wirklich bin. Viel spannender finde ich die Erfahrungen, die wir machen. Die Wege, die wir gehen. Die Herausforderungen, die wir meistern. Die Erkenntnisse, die wir sammeln. Liegt es darin, dass wir uns selbst immer besser kennenlernen. Dass wir beginnen zu erkennen, welche Rollen wirklich zu uns gehören und welche wir irgendwann übernommen haben. Es gibt einige die wir tragen: Die Rolle der Starken. Die Rolle der Angepassten. Die Rolle der Vernünftigen. Die Rolle der Helfenden. Und viele dieser Rollen haben uns gute Dienste geleistet. Doch irgendwann habe ich begonnen zu bemerken, dass manche davon unglaublich viel Energie kosten und mir nicht mehr ganz entspreche. Ich wusste das vielleicht schon lange. Aber bewusst geworden ist es mir erst mit der Zeit. Zwischen Wissen und Bewusstsein liegt manchmal eine kleine Welt. Heute interessiert mich bei Menschen etwas ganz anderes als früher. Wenn ich jemanden kennenlerne, interessiert mich seine Geschichte. Was hat diesen Menschen geprägt? Welche Wege ist er gegangen? Woran ist er gewachsen? Was hat ihn berührt? Denn Geschichten verbinden uns. Viel mehr als Zahlen. Viel mehr als Titel. Viel mehr als Rollen. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ich heute so gerne von meinen Geschichten erzähle. Weil sie meine Geschichte ist. Sie gehört zu mir. So wie meine Erfahrungen zu mir gehören. So wie meine Träume zu mir gehören. So wie meine Umwege zu mir gehören. Ich habe aufgehört, sie zu verstecken. Auch in meiner Arbeit und in der Begleitung von Menschen begegnet mir dieser Gedanke immer wieder. Viele Menschen glauben, sie müssten noch mehr werden. Noch besser werden. Noch weiter kommen. Doch oft entsteht die grösste Veränderung dort, wo wir aufhören, etwas darstellen zu müssen. Vielleicht bedeutet Blühen gar nicht, mehr zu werden. Vielleicht bedeutet Blühen, immer weniger von dem sein zu müssen, was wir gar nicht sind. Vieles in unserem Leben braucht Energie. Doch besonders viel Energie braucht oft das, was nicht ganz zu uns gehört. Entsteht genau deshalb so viel Leichtigkeit, wenn wir beginnen, uns selbst näherzukommen. Wenn wir erkennen, was wirklich unseres ist. Was uns entspricht. Was uns lebendig macht. Was bleiben darf. Für mich ist das keine einmalige Erkenntnis. Sondern ein Weg. Ein Weg, auf dem ich immer wieder neu entdecke, wer ich bin und was wirklich zu mir gehört. Und vielleicht möchtest du dir nach dieser Folge einfach eine Frage stellen: Welche Rollen in meinem Leben gehören wirklich zu mir? Und welche darf ich vielleicht langsam loslassen? Von Herzen alles Liebe und bis zum nächsten Mal.

  • June 9 · 16 min

    Unerwartete Geschenke im Übergang

    Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Heute nehme ich dich mit auf einen Weg, der mich selbst immer wieder staunen lässt. Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, sehe ich Dinge, die ich niemals hätte planen können. Du hast vielleicht meine Zeit der Stellensuche mitverfolgt. Und ja, natürlich war da die Frage nach einer neuen beruflichen Aufgabe. Doch wenn ich heute zurückschaue, war diese Zeit für mich viel mehr als die Suche nach einer Stelle. Es war eine Zeit, der Reise zu mir. Es war eine Zeit des Entdeckens. Eine Zeit des Öffnens. Eine Zeit, in der ich begonnen habe, den Impulsen zu folgen, die immer wieder an meine Tür geklopft haben. Darüber spreche ich heute. Über die Türen, von denen wir noch gar nicht wissen, dass sie existieren. Über die Wege, die sich erst zeigen, wenn wir losgehen. Und über das Vertrauen, das manchmal entsteht, wenn wir aufhören, alles wissen zu wollen. Wenn ich ehrlich bin, begleiten mich manche Wünsche schon seit Jahren. Zum Beispiel der Wunsch, einen Podcast zu machen. Immer wieder tauchte dieser Gedanke auf. Irgendwann möchte ich einen Podcast haben. Irgendwann möchte ich Geschichten teilen. Irgendwann möchte ich Menschen auf diese Weise begegnen. Doch jedes Mal, wenn ich darüber nachdachte, fühlte es sich kompliziert an. Wie macht man das überhaupt? Worüber spreche ich? Wie soll er heissen? Wer hört überhaupt zu? Vielleicht kennst du das auch. Da ist etwas in dir. Eine Idee. Ein Wunsch. Eine Sehnsucht. Aber je mehr du darüber nachdenkst, desto grösser scheint die Hürde zu werden. So blieb der Gedanke viele Jahre einfach ein Gedanke. Bis plötzlich der Moment kam, in dem ich nicht mehr versucht habe, alles zu verstehen. Ich habe einfach angefangen. Daraus entstand Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Nicht als perfektes Konzept. Nicht als Businessplan. Sondern als ein nächster Schritt. Als ein Impuls, dem ich gefolgt bin. Und rückblickend merke ich, dass genau das ein grosses Thema der letzten Monate war. Ich habe begonnen, die Fenster zu öffnen. Ich habe begonnen, den Dingen zuzuhören, die sich zeigen wollten. Nicht mit einem fertigen Ziel und einem exakten Plan. Sondern mit Neugier und Offenheit. Und mit dem Vertrauen, dass sich der nächste Schritt zeigen wird. Interessanterweise war der Podcast nicht das Einzige. Der Wunsch nach einer Selbständigkeit begleitet mich auch schon länger. Ich wusste immer, dass da etwas in mir lebt. Etwas, das mit Menschen zu tun hat. Mit Begegnung. Mit Entwicklung. Mit Begleitung. Doch ich wusste nie genau, wie das aussehen soll. Mit welchem Angebot? Mit welchem Namen? Mit welcher Form? Je mehr ich versucht habe, die Antwort mit dem Kopf zu finden, desto weniger klar wurde sie. Vielleicht ist das manchmal genau das Problem. Wir möchten wissen, wohin der Weg führt, bevor wir den ersten Schritt machen. Wir möchten Sicherheit. Wir möchten Klarheit. Wir möchten den fertigen Plan. Doch das Leben funktioniert oft anders. Zumindest bei mir. Ich glaube heute, dass ich gar nicht nach einem fertigen Konzept gesucht habe. Ich glaube, ich war auf der Suche nach einer Tür. Einer Tür, von der ich noch gar nicht wusste, wie sie aussieht. Und während ich unterwegs war, begann sie sich langsam zu zeigen. Zuerst der Podcast. Dann die Gespräche. Dann Begegnungen. Dann neue Erkenntnisse. Und irgendwann die Frage: Wie möchte ich Menschen begleiten? Was entspricht wirklich mir? Was fühlt sich echt an? Was möchte durch mich in die Welt kommen? Und genau dort begann etwas Neues zu entstehen. Etwas, das heute den Namen BLÜHEN trägt. Bündner-Herz – ehrlich unterwegs zu dir. Als dieser Name auftauchte, war da sofort etwas in mir, das Ja sagte. Ein tiefes, klares und lautes Ja. Ein Ja, das Freudensprünge machte. Nicht weil ich ihn lange analysiert hatte. Nicht weil er besonders clever klang. Sondern weil er sich wahr angefühlt hat. Weil er genau das beschreibt, was ich immer wieder beobachte. Bei anderen Menschen. Und auch bei mir selbst. Die Natur wurde dabei zu meiner Inspiration. Sie hat mir Bilder geschenkt für das, was Entwicklung eigentlich bedeutet. «Nicht jede Knospe öffnet sich im Frühling. Kein Mensch wird reifer, wenn man ihn drängt.» Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr erkenne ich, wie oft wir Menschen glauben, schneller sein zu müssen. Weiter sein zu müssen. Bereits wissen zu müssen, wie alles ausgeht. Doch die Natur macht uns etwas anderes vor. Ein Samen wächst in seinem Tempo. Eine Blüte öffnet sich in ihrem Tempo. Ein Baum entwickelt sich in seinem Tempo. Und keiner von ihnen entschuldigt sich dafür. Keiner vergleicht sich. Keiner fragt sich, ob er schon genügend weit ist. Alles entfaltet sich dann, wenn die Zeit dafür reif ist. Genau diese Qualität berührt mich auch immer wieder in der systemischen Aufstellungsarbeit. Dort erlebe ich etwas ganz Ähnliches. Es zeigt sich nur das, was bereit ist, sichtbar zu werden. Nicht mehr. Manchmal wünschen wir uns sofort Antworten. Manchmal möchten wir sofort verstehen. Manchmal möchten wir alles auf einmal sehen. Doch oft zeigt sich nur der nächste Schritt. Darin liegt für mich etwas unglaublich Beruhigendes. Es erinnert mich daran, dass Entwicklung nichts ist, was wir erzwingen müssen. Sie geschieht. Wenn wir bereit sind hinzuschauen. Wenn wir bereit sind zuzuhören. Wenn wir bereit sind, dem Leben zu begegnen. Das bedeutet nicht, dass ich immer gelassen bin. Ganz und gar nicht. Auch ich kenne die Ungeduld. Auch ich kenne die Zweifel. Auch ich kenne die Stimme im Kopf, die fragt, ob ich nicht längst weiter sein müsste. Doch immer wieder erinnern mich die Natur und die Aufstellungsarbeit an dieselbe Wahrheit: Es zeigt sich, was bereit ist, sich zu zeigen und das ist genug. Vielleicht ist das sogar Weisheit. Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, dann sehe ich, dass vieles von dem entstanden ist, weil ich begonnen habe, den Impulsen zu vertrauen. Genau daraus ist BLÜHEN entstanden. Ein Raum für Menschen, die sich selbst wieder begegnen möchten. Ein Raum für Menschen, die sich in einem Übergang befinden. Ein Raum für Menschen, die spüren, dass etwas in ihnen wachsen möchte. Wenn du diese Folge gerade hörst und merkst, dass etwas davon in dir anklingt. Vielleicht stehst auch du vor einer Tür, die du noch nicht ganz erkennen kannst. Vielleicht spürst du, dass etwas Neues entstehen möchte. Dann möchte ich dir Mut machen, diesem Gefühl zuzuhören. Und wenn du das Gefühl hast, dass du auf diesem Weg Begleitung möchtest, dann freue ich mich sehr, von dir zu hören. Mein 1:1-Prozess BLÜHEN – Bündner-Herz, ehrlich unterwegs zu dir ist genau aus dieser Erfahrung heraus entstanden. Nicht, um zu optimieren. Nicht, um schneller zu werden. Sondern um sich selbst wieder zu begegnen. Im eigenen Tempo. Im eigenen Rhythmus. Und wenn du die systemische Aufstellungsarbeit gerne einmal in einer Gruppe erleben möchtest, hast du dazu am Freitag, dem 4. September, von 17.30 bis 20.30 Uhr die Möglichkeit. Ich leite gemeinsam mit meiner Freundin Michele einen Aufstellungsabend in Aeugst am Albis. Wenn dich das anspricht, freue ich mich über deine Nachricht. Für heute sage ich euch einfach Danke. Danke, dass du mich auf meinem Weg begleitest. Danke, dass du Teil dieser Reise bist. Vielleicht ist Blühen am Ende nichts, das wir machen müssen. Vielleicht geschieht es, wenn wir aufhören, gegen unseren eigenen Rhythmus zu kämpfen. Wenn wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen. Wenn wir beginnen, dem Leben zuzuhören. Und wenn wir den Mut finden, der nächsten Tür zu folgen – auch dann, wenn wir noch nicht wissen, was dahinter auf uns wartet. Von Herzen alles Liebe und bis zur nächsten Folge.

  • June 2 · 13 min

    Lebendig bleiben – Veränderung willkommen

    Heute geht’s um ein Thema, das Menschen entweder lieben … oder am liebsten grossräumig umgehen. Die Veränderung. Ich persönlich finde Veränderung spannend. Ich spüre dabei so viel Freude, Neugier und auch eine gewisse Ungeduld in mir. Wie so oft im Leben löst auch dieses Thema bei jedem Menschen etwas anderes aus. Die einen suchen Veränderung regelrecht. Sie sehnen sich danach. Und die anderen bekommen schon leicht erhöhten Puls, wenn im Supermarkt die Pasta plötzlich nicht mehr im gewohnten Regal steht. Oder wenn Netflix das Menü umgestaltet und man drei Tage lang denkt: „Wo ist mein Zeug hin?“ Für manche ist das schon eine mittlere Lebenskrise. Dann gibt es die Menschen, die sagen: „Ich brauch mal wieder etwas Neues.“ Ich suche die Veränderung. Ich mag keine Langeweile und Routine schon gar nicht. Andere haben seit X Jahren denselben Ferienort, denselben Liegestuhl und wahrscheinlich sogar denselben Kellner namens Enrico. Enrico weiss längst, was sie trinken, wann sie zum Frühstück erscheinen und dass sie sich jedes Jahr vornehmen, diesmal etwas Neues auszuprobieren. Was dann meistens daran scheitert, dass Enrico den gewohnten Aperol schon auf den Tisch gestellt hat. Ich fühle beides! Weil auch ich solche Anteile in mir habe. Wenn ich ehrlich bin, liebe ich die Veränderung. Ich spüre relativ schnell, wenn es für meinen Geschmack gleich bleibt. Immer derselbe Ablauf. Dieselbe Routine. Dieselben Gespräche. Dasselbe Denken. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Und irgendwann fühlt sich mein Gehirn an wie: „Okay … leben wir noch oder wiederholen wir einfach nur?“ Ich frage mich dann schon, ob da noch etwas anderes auf dem Menü steht. Für manche bedeutet Veränderung: Freiheit. Neugier. Entwicklung. Lebendigkeit. Und für andere bedeutet Veränderung: Unsicherheit. Kontrollverlust. Überforderung. Und das ist total verständlich. Denn Veränderung bedeutet fast immer: Man weiss noch nicht genau, was kommt. Ich bin überzeugt: Wenn ich all die Dinge, die ich in meinem Leben ausprobiert habe, nicht gemacht hätte, wäre ich heute nicht die Person, die ich bin. Ich hätte Graubünden nicht verlassen. Ich wäre vielleicht nie nach Zürich gekommen. Nicht, dass das andere Leben schlechter gewesen wäre. Das kann ich gar nicht beurteilen. Ich empfinde mein Leben als ein Geschenk auch mit denen, die mir nicht so gefallen haben. Da kommt mir immer wieder der Film Sliding Doors in den Sinn. Ja, ich weiss … 1998. Für alle, die ihn kennen: Es geht um einen einzigen kleinen Moment, der zwei völlig unterschiedliche Lebenswege entstehen lässt. Genau darüber denke ich manchmal nach. Was wäre gewesen, wenn ich nicht nach Zürich gezogen wäre? Welche Menschen hätte ich nie kennengelernt? Welche Erfahrungen hätte ich nie gemacht? Welche Türen hätten sich nie geöffnet? Welche Version von mir würde heute hier sitzen? Wir werden es nie wissen. Und genau das macht das Leben irgendwie faszinierend. Unser Kopf liebt: Antworten. Pläne. Sicherheit. Kontrolle. Das Leben hingegen liebt Überraschungen. Und wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann sind viele meiner schönsten Erinnerungen nicht nach Plan entstanden. Sie begannen meistens mit einem: „Ach komm, schauen wir einfach mal.“ Und plötzlich entstanden Begegnungen, Möglichkeiten oder Erfahrungen, an die ich nie gedacht hätte. Ich glaube, Veränderung konfrontiert uns immer auch mit uns selbst. Bin ich bereit loszulassen? Wer bin ich ohne das Alte? Was, wenn das Neue besser wird? Was, wenn nicht? Treffe ich die richtige Entscheidung? Was, wenn es die falsche ist? Und gleichzeitig merke ich bei mir: Stillstand macht mir viel mehr Angst als Veränderung. Die Vorstellung, jahrelang einfach nur zu funktionieren. Immer gleich. Ohne neue Eindrücke. Ohne Entwicklung. Ohne Überraschungen. Das fühlt sich für mich viel enger an als das Unbekannte. Ich empfinde Veränderung als etwas Lebendiges. Sie öffnet mir den Blick. Für neue Orte. Neue Menschen. Neue Gedanken. Neue Perspektiven. Neue Ideen. Neue Erfahrungen. Genau dieses Gefühl liebe ich. Wenn etwas in mir wieder wach wird. Wenn ich inspiriert werde. Wenn ich etwas Neues über die Welt entdecke. Über mich selbst. Oder über andere Menschen. Es braucht dafür gar nichts Riesiges. Nicht jeder muss gleich seinen Job kündigen und Keramik auf einer Alp herstellen. Manchmal reicht schon: Ein neues Gespräch. Ein anderer Weg nach Hause. Ein spontanes Ja. Eine neue Erfahrung. Ein Konzertbesuch. z. Bsp. von Helene Fischer Einfach die Entscheidung, etwas anders zu machen als sonst. Vielleicht fühlt sich Veränderung genau deshalb so kraftvoll an. Weil sie uns bewegt. Innerlich wie äusserlich. Gedanklich und auch emotional. Ich glaube ehrlich gesagt: Viele Menschen wünschen sich Veränderung. Aber bitte mit Rückgaberecht und Geld-zurück-Garantie. Doch Veränderung funktioniert nicht so. Ein bisschen Mut und Vertrauen gehört dazu. Es geht gar nicht darum, ständig alles umzuschmeissen. Sondern darum, lebendig zu bleiben. Neugierig zu bleiben. Sich selbst immer wieder neu zu begegnen. Denn was heute passt, muss nicht für immer passen. Und genau das finde ich etwas unglaublich Schönes. Dass wir das Privileg und die Freiheit haben uns verändern zu dürfen. Ist das nicht Wachstum? Es fragt selten: „Wären Sie jetzt bereit für die nächste Veränderung?“ Nein, es drückt einfach auf „Aktualisieren“. Und wie oft aus einem kleinen Schritt ins Unbekannte etwas entstanden ist, das wir heute nicht mehr missen möchten.

  • May 26 · 12 min

    Alles zu seiner Zeit

    In den letzten Tagen war ich viel draussen unterwegs. Beim Spazieren oder ganz neugierig im Garten. Und immer wieder entdecke ich etwas Neues. Eine Blüte, die plötzlich da ist. Eine Pflanze, die vor kurzem noch ganz unscheinbar war. Oder etwas, das langsam vergeht und kaum mehr sichtbar ist. Denn die Natur erinnert mich an etwas, das «Alles hat seine Zeit.“ Jede Pflanze hat ihren eigenen Rhythmus. Ihre Zeit zu wachsen. Zu blühen. Sich zurückzuziehen. Und wieder neu zu entstehen. Und nichts davon wirkt angestrengt. Die Natur kämpft nicht gegen sich selbst. Sie vergleicht sich nicht. Sie versucht nicht, schon weiter zu sein, als sie gerade ist. Das berührt mich deshalb so tief, weil ich in der Natur oft Erkenntnisse bekomme, die sich viel klarer anfühlen als alles, was ich mit dem Kopf verstehen möchte. Es fühlt sich an nach Klarheit, ganz ruhig und ganz echt. Dadurch merke ich immer mehr: Das Leben will vielleicht gar nicht immer nur verstanden werden. Ich selbst versuche vieles mit dem Kopf zu greifen. Zu verstehen. Einzuordnen. Kontrollieren zu können. Dieses ständige Denken. Dieses Gefühl, etwas antreiben zu müssen. Schneller eine Antwort zu brauchen. Das «ich will es jetzt». Schneller Klarheit finden zu wollen. Gleichzeitig lernt es mich immer mehr, auf das zu hören, was ich fühle. Oder vielleicht besser gesagt: es überhaupt erst wahrzunehmen.“ Nein, das ist nicht immer einfach und ich bin mir auch nicht immer bewusst darüber. Fühlen bedeutet oft auch, langsamer zu werden. Still zu werden. In Verbindung mit sich zu sein. Ich glaube, genau dort liegt etwas ganz Wesentliches. Alles, was in uns wirklich reif ist, wird irgendwann sichtbar. Nicht dann, wann wir denken, sondern vielleicht so wie in der Natur. Eine Blüte öffnet sich nicht früher, nur weil wir daran ziehen. Je mehr ich die Natur beobachte, desto mehr erkenne ich diesen Rhythmus auch in meinem eigenen Leben. Zum Beispiel in Beziehungen. Manche Menschen begleiten uns nur für eine bestimmte Zeit. Oft wollen wir festhalten. Verstehen, warum sich etwas verändert. Warum jemand geht. Oder warum etwas nicht so bleibt, wie wir es uns wünschen. Doch vielleicht hatte auch diese Begegnung einfach ihre Zeit. Vielleicht war sie nicht dafür da, für immer zu bleiben — sondern dafür, uns etwas zu zeigen. Uns wachsen zu lassen. Uns zu berühren. Wir wollen bestimmte Gefühle festhalten und andere möglichst schnell loswerden. Aber vielleicht dürfen auch Emotionen einfach durch uns hindurchfliessen, ohne dass wir sie sofort verändern müssen. Heilung liegt manchmal nicht im Wegdrücken — sondern im Zulassen. Ich kenne dieses endlose Nachdenken so gut. Dieses Suchen nach der perfekten Antwort. Den gleichen Gedanken, tausendmal gedacht. Wirklich wichtige Entscheidungen in meinem Leben wurden nicht klarer, je mehr ich analysiert habe, sondern dann, wenn ich still wurde. So, wie eine Blüte, die irgendwann ganz von selbst sichtbar wird. Vielleicht müssen wir nicht ständig alles forcieren. Nicht jede Antwort sofort kennen. Nicht immer schon weiter sein. Vielleicht dürfen wir lernen, unserem eigenen Rhythmus wieder mehr zu vertrauen. Dem inneren Werden. Dem Reifen. Dem Fühlen. Die Natur erinnert mich immer wieder daran, wie friedlich Leben sein kann, wenn nichts gedrängt wird. Vielleicht beginnt Ruhe genau dort: Wenn wir aufhören, permanent alles verstehen zu müssen … und beginnen, uns selbst wieder zu spüren.“ Eben „Alles zu seiner Zeit.“

  • May 19 · 11 min

    Vielleicht sind wir alle irgendwie spirituell

    In einem Gespräch letzte Woche fiel irgendwann dieser Satz: „Esoterik ist nichts für mich.“ Ich musste innerlich ein bisschen schmunzeln, weil dieser Satz für mich immer so endgültig klingt. Fast so wie: „Nein danke, ich esse keine Oliven.“ Und gleichzeitig fand ich den Satz spannend. Weil Worte wie Esoterik oder Spiritualität bei vielen Menschen sofort etwas auslösen. Jeder hat direkt ein Bild im Kopf. Räucherstäbchen. Kristalle. Vollmondrituale. Oder Menschen, die plötzlich nur noch in Energien sprechen und nie mehr in ganzen Sätzen. Ich verstehe das sogar. Es gibt in diesen Bereichen — wie überall — Menschen, bei denen man selbst kurz denkt: Okay… wir verlieren langsam den Kontakt zur Erde. Aber darum geht’s mir eigentlich gar nicht. Mich interessiert vielmehr: Warum reagieren wir so stark auf gewisse Begriffe? Denn wenn man ehrlich ist, erleben wir Dinge, die man vielleicht spirituell nennen könnte, ständig. Wir betreten einen Raum und spüren sofort die Stimmung. Wir merken bei manchen Menschen direkt: Hier fühle ich mich wohl. Oder eben: Hier möchte ich nach sieben Minuten wieder gehen. Wir sagen: „Das fühlt sich richtig an.“ „Irgendwas stimmt nicht.“ „Diese Person zieht mir Energie.“ Und niemand verlangt in diesen Momenten plötzlich eine PowerPoint-Präsentation mit wissenschaftlicher Auswertung. Wir fühlen Dinge. Permanent. Genau deshalb frage ich mich manchmal: Spielt es wirklich so eine grosse Rolle, wie wir es nennen? Ob jemand Spiritualität sagt. Intuition. Bauchgefühl. Energie. Wahrnehmung. Vielleicht geht es am Ende viel weniger um den Begriff — und viel mehr darum, ob wir uns selbst überhaupt noch spüren. Denn ich habe den Eindruck, dass genau das vielen Menschen langsam verloren geht. Wir sind permanent im Kopf. Analysieren. Vergleichen. Optimieren. Googeln. Schauen noch schnell ein Video: „5 Wege zu mehr innerer Ruhe“ — von jemandem, der selbst aussieht, als hätte er seit Jahren nicht tief durchgeatmet. Und gleichzeitig entfernen wir uns immer mehr von dieser leisen inneren Stimme, die eigentlich die ganze Zeit da wäre. Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher subtil. Dieses kleine Gefühl von: Das tut mir gut. Das fühlt sich eng an. Hier stimmt etwas nicht. Hier zieht sich etwas zusammen. Oder: Hier werde ich ruhig. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass viele Menschen nicht Angst vor Spiritualität haben. Sondern davor, sich selbst wirklich zu begegnen. Denn das klingt zwar schön — „mehr mit sich selbst verbunden sein“ — aber wenn man ehrlich ist, bedeutet das auch: sich selbst wahrnehmen. Das ist nicht immer bequem oder fühlt sich auf jeden Fall nicht immer so an. Zu merken: Ich bin eigentlich müde. Ich bin überfordert. Ich verstelle mich. Ich sage ständig Ja, obwohl alles in mir Nein schreit. Das spürt man oft zuerst im Gefühl — lange bevor der Kopf bereit ist, es zuzugeben. Verunsichert uns genau das? Unser Körper ist oft ehrlicher ist als unsere Gedanken. Wir fühlen Dinge, bevor wir sie erklären können. Ich habe das Gefühl, wir haben gelernt, unserer Wahrnehmung weniger zu vertrauen als allem im Aussen. Einer Meinung. Einem Trend. Einem Experten. Irgendjemandem mit Mikrofon und sagt wie: „Werde die höchste Version deiner selbst in drei Schritten.“ Aber wie oft hatten wir selbst eigentlich schon recht? Wie oft hatten wir bei Menschen ein Gefühl… und wollten es uns ausreden? Wie oft wussten wir innerlich längst, dass etwas nicht stimmt — und haben trotzdem versucht, es logisch schönzureden? Ich glaube, genau dort beginnt für mich Spiritualität. Nicht in grossen Aussagen. Nicht im Abheben. Nicht darin, allem blind zu glauben. Sondern vielleicht einfach darin, wieder mehr Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. In die eigene Wahrnehmung. In das eigene Gefühl. In dieses leise innere Wissen, das oft komplett untergeht im ganzen Lärm. Und vielleicht müssen wir dafür gar nicht erst entscheiden, ob wir spirituell sind oder nicht. Ohne sofort Angst zu haben, komisch zu wirken. Ohne alles beweisen zu müssen. Ohne für jedes Gefühl eine logische Erklärung zu brauchen. Manche Dinge verstehen wir nicht zuerst im Kopf, sondern nachdem man sie schon längst gefühlt hat. Ich finde wir sind alle irgendwie spirituell, nur nennen wir es einfach unterschiedlich. Falls euch diese Folge heute zu spirituell war — dann trinkt ein Glas Wasser, atmet drei tief ein und aus und sagt einfach: Die Vibes waren trotzdem stabil.

  • May 12 · 10 min

    Man müsste mal…

    Man müsste mal wieder mehr Sport machen. Aber nicht einfach irgendeinen Sport. Krafttraining wäre wichtig. Und Stretching. Und Beweglichkeit. Und die Faszien. Die dürfen wir nicht vergessen. Wobei Regeneration ja auch wichtig ist. Und Schlaf. Aber guter Schlaf. Erholsamer Schlaf. Tiefschlaf möglichst. Eine gute Schlafhygiene. Dann nicht zu vergessen die Ernährung. Ehrlich gesagt habe ich inzwischen das Gefühl, man braucht ein Vollzeitstudium, um zu wissen, was man überhaupt noch essen darf. Zucker schlecht. Gluten schwierig. Milch vielleicht entzündend. Hafermilch okay – aber nicht jede. Protein wichtig. Intervallfasten auch. Darmgesundheit sowieso. Und trinken nicht vergessen. Wasser. Mit Elektrolyten wahrscheinlich und am besten vor dem Essen. Und währenddessen sollte man natürlich auch innerlich komplett im Reinen mit sich sein. Reflektiert. Emotional verfügbar. Verständnisvoll. Aber bitte auch Grenzen setzen. Für sich einstehen. Locker bleiben. Aber ambitioniert. Sich selbst lieben. Aber bitte nicht zu egoistisch wirken. Und ganz ehrlich… manchmal frage ich mich wirklich: Wann genau wurde Leben eigentlich zu einem Gruppenprojekt aus Selbstoptimierung und schlechtem Gewissen? Weil man ja nicht nur gesund sein soll. Man soll auch organisiert sein. vorausschauend denken. Ideenreich und kreativ sein. Informiert. Nachhaltig. Humorvoll. Interessiert. Entspannt. Effizient handeln. Und natürlich sollte man auch tolle Ferien machen. Nicht einfach irgendwo hinfahren. Nein. Es sollte besonders sein. Authentisch. Einzigartig. Vielleicht irgendwo, wo noch nicht „alle“ waren. Hauptsache erholt zurückkommen. Auch wenn man drei Wochen gebraucht hat, um die Reise zu planen, Unterkünfte zu vergleichen, Restaurants rauszusuchen und noch schnell Geheimtipps speichern. Und am Ende braucht man fast Ferien von den Ferien. Ich bin der Meinung, dass viele dieser Dinge ja gut sind. Sich bewegen. Sich gesund ernähren. Reflektiert sein. Irgendwann wird aus einem: „Das tut mir gut“ schnell ein: „Ich sollte eigentlich…“ Ich sollte mich mal wieder melden. Ich sollte produktiver sein. Ich sollte dankbarer sein. Ich sollte weniger am Handy sein. Ich sollte mehr lesen. sollte früher schlafen. Ich sollte entspannter sein. Wobei… selbst Entspannung inzwischen ja auch Leistung geworden ist. Man meditiert. Trackt seinen Schlaf. Optimiert die Morgenroutine. Macht Breathwork. Hört Podcasts beim Spazieren, damit wenigstens der Spaziergang noch produktiv ist. Nicht mal das Nichtstun darf einfach nur Nichtstun sein. Und wo bleibt da der Raum und Platz für das eigene Gefühl. Irgendwo erklärt jemand, wie man besser lebt. Gesünder. Effektiver. Bewusster. Erfolgreicher. Etwas, das man optimieren, analysieren und möglichst effizient gestalten soll. Aber Leben fühlt sich nicht immer effizient an. Ja, manchmal ist es chaotisch. Langsam. Unklar. Laut. Emotional. Ungeplant. Genau da kommt für mich dieses Wort ins Spiel: Sein. Und nein – damit meine ich nicht, barfuß im Leinenoutfit auf einem Berg sitzen und komplett erleuchtet Kräutertee trinken. Obwohl… klingt ehrlich gesagt manchmal auch nicht schlecht. Aber Sein heißt für mich etwas anderes. Sein heißt für mich: selbst entscheiden. Was mir wichtig ist. Was mir guttut. Was mir Energie gibt. Was mich begeistert. Was mich glücklich macht. Was mich inspiriert. Was ich in meinem Leben lassen möchte – und was nicht. Nicht alles, was möglich ist, muss ich auch ausschöpfen. Und nicht alles, was andere für richtig halten, muss automatisch auch zu mir passen. Wie sich Sein für mich anfühlt? Einen Kaffee trinken, ohne ihn sofort „to go“ mitzunehmen. Einen Spaziergang machen, ohne Schritte zählen zu müssen oder auf die Uhr zu schauen. Ein Gespräch führen, ohne gedanklich schon bei der nächsten Aufgabe zu sein. Mal irgendwo sitzen, ohne sofort das Bedürfnis zu haben, die Zeit sinnvoller zu nutzen. Und ja — auch einfach mal einen Sonntag zu haben, der absolut nichts Besonderes ist. Kein Selbstoptimierungs-Sonntag. Kein „Ich nutze den Tag jetzt bewusst“. Kein Journaling mit Zimtkerze. Einfach nur ein Sonntag. Ich mache nicht alles perfekt und bin auch noch längst nicht da. Und ganz ehrlich: Ich will mich bewegen. Ich will essen. Und ich will mein Leben erleben — alles, weil es mir guttut. Ich glaube nämlich, dass ich und wahrscheinlich noch viele Menschen mehr, ständig das Gefühl haben, noch mehr sein zu müssen. Noch gesünder. Noch bewusster. Noch erfolgreicher. Noch ausgeglichener. Vielleicht geht es viel mehr darum, wieder näher bei sich selbst anzukommen. Oder zu sagen, das hier reicht mir. Das fühlt sich gut an. So möchte ich leben. Ich glaube, wir könnten alle ein bisschen weniger müssen — und ein bisschen mehr sein.

  • May 5 · 15 min

    Zu viele Interessen, kein Hobby

    Ich wurde früher so oft gefragt: „Was ist eigentlich dein Hobby?“ Und ich fand diese Frage immer… überraschend schwer. Nicht, weil ich nichts gerne mache – ganz im Gegenteil. Ich mache ziemlich viele Dinge gern. Aber irgendwie hatte ich nie dieses eine Ding, wo ich sagen konnte: Das ist es. Das ist mein Hobby. Und ganz ehrlich? Ich hatte oft das Gefühl… alle anderen haben eins. Nur ich nicht. Und dann kommt ja schnell so eine Frage hoch: Stimmt irgendwas nicht mit mir? Bin ich zu sprunghaft? Zu ungeduldig? Oder einfach… nicht leidenschaftlich genug? Ich merke nämlich bei mir: Ich bin total schnell begeistert. Ich glaube manchmal, ich bin so eine Art Hobbyschwamm. Ich sauge alles auf – Ideen, Inspiration, Interessen und Möglichkeiten. Und genau deshalb spreche ich heute mal über dieses ganze Thema Hobby. Was ist das eigentlich? Warum war das schon als Kind so eine wichtige Frage? Und wer hat eigentlich entschieden, dass man ein Hobby haben sollte… und nicht zehn halbe? Wenn ich so zurückdenke, hatte diese Frage früher irgendwie etwas sehr Klares. Da gab es: Fußball, Klavier, Turnen, Malen… man hatte so eine Kategorie. Etwas, das man benennen konnte. Und heute? Heute ist alles viel offener. Viel mehr. Und gleichzeitig… irgendwie auch verwirrender. Weil ich glaube, was sich eingeschlichen hat, ist so ein Druck: Ich sollte doch eigentlich ein Hobby haben… oder? Ich glaube, Social Media verstärkt das total. Man sieht Menschen, die malen, töpfern, klettern, reisen, fotografieren… Und alles wirkt so… rund. So, als hätten sie „ihr Ding“ gefunden. Aber was man nicht sieht: wie oft sie Dinge angefangen und wieder gelassen haben. Vielleicht haben gar nicht alle ein Hobby, sondern einfach nur einen gut kuratierten Ausschnitt. Und dann gibt es ja noch diesen Mythos: Dass ein Hobby etwas sein muss, in dem man gut ist. Mit Leidenschaft. Mit Tiefe. Mit Fortschritt. Fast wie ein kleiner Nebenberuf – nur mit mehr Spaß. Aber was, wenn das gar nicht stimmt? Was, wenn ein Hobby einfach leicht sein darf? Unverbindlich. Mal da, mal weg, mal wieder da. Ohne Ziel, ohne Druck. Vielleicht ist ein Hobby nicht das, worin du gut bist… sondern das, was dir gut tut. Dieser Podcast hier. Dieses Nachdenken, Reflektieren, Sprechen, Teilen… Das ist für mich zu einem Raum geworden, in dem ich genau das tun kann. Ohne perfekt zu sein. Ohne festgelegt zu sein. Einfach, weil ich es gerne mache. Und vielleicht ist genau das die neue Perspektive: Dass ein Hobby nichts ist, das dich definieren muss. Sondern etwas, das dich lebendig fühlen lässt. Wenn es dir so wie mir geht, dann brauchst du vielleicht gar kein Hobby, das du auf die Frage sofort parat hast. Vielleicht reicht es, dass du Dinge hast, die dich interessieren. Dinge, die dich kurz begeistern. Oder länger begleiten. Und vielleicht darf das auch chaotisch sein. Unperfekt. Unfertig. Vielleicht bist du nicht „hobbylos“, sondern einfach jemand, der sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Was tut dir gut? Was macht dir Freude – ganz ohne Ziel dahinter? Dann ist vielleicht genau das dein Hobby. Oder einfach ein Anfang. Ich freue mich, wenn du deine Gedanken dazu mit mir teilst. Und wenn dich diese Folge erreicht hat, dann schick sie gerne an jemanden, der sich vielleicht auch schon mal gefragt hat: Habe ich eigentlich ein Hobby?

  • April 28 · 17 min

    Ich dachte, ich weiß es – bis ich gefragt habe

    Kennst du das? Jemand erzählt dir etwas oder du bist Zuhörer eines Gesprächs ……. und während die Person noch spricht, hast du innerlich schon längst deine Meinung/Ansicht gebildet. Du nickst vielleicht noch – aber eigentlich hast du dir deine Gedanken bereits gebildet. Mir passiert das. Immer wieder. Und das passiert sehr schnell. Und ich hab mich gefragt: Warum machen wir das eigentlich? Warum glauben wir so schnell, dass wir wissen, wie etwas ist? Und was würde passieren… wenn wir es für einen Moment einfach nicht wissen müssten? Genau darum geht’s heute. Um dieses automatische Urteilen – und um die ziemlich kraftvolle Alternative: echtes Verstehen. Unser Autopilot - Unser Gehirn ist unglaublich effizient. Es liebt Abkürzungen. Wir sehen etwas – und zack: Schublade auf, Bewertung rein. „Unzuverlässig.“ „Übertrieben.“ „Komisch.“ Das passiert schnell. Automatisch. Doch das kostet uns oft: Tiefe. Verbindung. echtes Verstehen. Ich finde es spannend, drei Dinge klar auseinanderzuhalten: Toleranz. Akzeptanz. Verständnis. Toleranz fühlt sich oft an wie: „Okay… ich halte es halt aus.“ Akzeptanz geht einen Schritt weiter: „Es darf so sein.“ Und Verständnis? „Ich will wirklich begreifen, warum es für dich so ist.“ Das ist eine ganz andere Qualität. Und hier wird’s wichtig: Du kannst jemanden verstehen… ohne ihm recht zu geben. Ich denke, das wird oft verwechselt. „Wenn ich dich verstehe, muss ich zustimmen.“ Nein. Du kannst sagen: „Ich verstehe, warum du so fühlst“ und gleichzeitig: „Ich sehe es anders.“ Ich bin der Meinung, dass genau da echte Begegnung beginnt. Der Moment, der alles verändert Es gibt diesen einen Moment im Gespräch…einen Punkt, an dem sich entscheidet, wie tief es wird oder werden kann. Die Entscheidung für diese Möglichkeiten liegen bei jedem selbst: Du bleibst in deiner eigenen Welt – mit deiner schnellen Interpretation. Oder… du gehst einen Schritt weiter. Und dieser Schritt ist oft nur eine Frage entfernt. „Wie meinst du das genau?“ „Wie hat sich das für dich angefühlt?“ „Was war in dem Moment wichtig für dich?“ Und ganz ehrlich: Vielleicht urteilen wir nicht, weil wir oberflächlich sind – sondern weil es einfacher ist, als wirklich hinzuschauen. Das darf man ruhig mal so stehen lassen. Etwas möchte ich hier ergänzen: Nicht jedes Gespräch wird tief. Nicht jede Person ist offen. Und das ist okay. Und auch das ist Akzeptanz Neugier ist ein Angebot, kein Zwang. Denn du kannst nur deinen Teil steuern. Kleine Dinge, die viel verändern Vielleicht geht es gar nicht darum, perfekt zuzuhören. Sondern um kleine Dinge. Eine 3-Sekunden-Pause, bevor du antwortest. Einen Gedanken spiegeln: „Meinst du, dass…?“ Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, weniger zu urteilen. Sondern darum, den Moment zu bemerken, in dem wir es tun. Und dann eine kleine Entscheidung zu treffen: Bleibe ich bei meiner schnellen Antwort… oder werde ich neugierig? Ich mag es in Gesprächen mitzuentscheiden für: Mehr Verbindung. Mehr Leichtigkeit. Mehr echtes Verstehen. Dabei lerne ich nicht nur den anderen besser kennen – sondern auch ein Stück von mir selbst. Welches Thema interessiert dich? Lass es mich gerne wissen.

  • April 20 · 7 min

    Es wird größer, wenn ich teile

    Manchmal passiert etwas ganz Kleines. Ich sehe ein Licht, eine Stimmung, einen Moment, mache ein Foto… Und noch bevor ich darüber nachdenke, ist da dieser Gedanke: „Oh… das würde dir gefallen.“ Und zack – möchte ich es sofort teilen. Oder ich höre ein Lied… und anstatt es einfach nur zu hören, denke ich: „Mit dir würde ich jetzt gerade dazu tanzen.“ In diesem Moment passiert etwas. Der Moment bleibt nicht nur bei mir. Er will weiter. Er will ein kleines bisschen größer werden und macht mich dabei glücklich. Ich habe mich gefragt, weshalb ich solche Momente/Augenblicke so gerne teile. Ich glaube, es ist gar nicht dieses „ich will etwas loswerden“. Sondern eher ein leises: „Hier… ich möchte dich daran teilhaben lassen.“ Weil das, was mich berührt und so dankbar macht, nicht eng bleiben will. Es möchte sich bewegen. Weiterfließen und … auch dich berühren. Diesen kurzen Augenblick, in dem ich spüre: Ich bin gerade nicht nur für mich. Da ist jemand in meinem Erleben mit drin, auch wenn er gar nicht wirklich da ist. Ist genau das Teilen? So fühlt es sich für mich auch beim Schenken an. Die Freude ist einfach so gross. Ich denke, es geht nicht nur um Weitergeben, sondern eher um ein Verbinden. Ein „Ich denke gerade an dich“. Ein „Du bist gerade irgendwie dabei“. Ich denke, darin steckt noch mehr. Für mich fühlt es sich an wie, dass teilen auch Fülle ist. Nicht im Sinne von „ich habe so viel, dass ich abgebe“ – sondern eher: Es fließt einfach. Ein Moment kommt, berührt mich…und möchte weiter geteilt werden und das fühlt sich ganz leicht an. Mir wird gerade noch klarer und bewusster, dass genau daraus auch dieser Podcast entstanden ist. Nicht, weil ich dir etwas erklären will. Sondern weil ich gerne mit dir teile. Gedanken. Gefühle. Diese kleinen, alltäglichen und unscheinbaren Momente. Und wenn davon etwas bei dir ankommt – etwas Leichtes, etwas Warmes, etwas, das dich ein bisschen weiter macht – dann macht mich das einfach glücklich. Wann hast du den Impuls, etwas zu teilen? Und was passiert in dir in diesem Moment? Wie fühlt es sich an? Was entsteht bei dir / in dir? Für mich entsteht etwas, das größer ist als wir.

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