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Society & CulturePersonal Journals

Bodenhaftung

Kai Knudsen

Pragmatische Psychologie für Leute, die schon zu viele Selbsthilfebücher gelesen haben und vielleicht enttäuscht sind.

Bodenhaftung ist der Podcast von Kai über Selbstführung, KI als Sparring und die Mechanik dahinter, warum Führungskräfte tagsüber funktionieren und abends merken, dass irgendwas nicht stimmt. Keine Tipps oder Frameworks in Hochglanz. Stattdessen: konkrete Szenen, ehrliche Beobachtung und ab und zu eine These, die wehtut. Drei Säulen ziehen sich durch: Kopf, also Psychologie und Selbst-Mechanik. System, heißt AI-Tools im Alltag, (hoffentlich) jenseits vom Hype. Körper, weil das Innenleben ohne das Außen nicht funktioniert.

Für wen das gemacht ist: Menschen die das Coaching-Sprech leid sind, sich aber trotzdem ernsthaft mit dem eigenen Innenleben beschäftigen wollen. Wenn dir „Game Changer" und „Lass das mal sacken" beim Lesen schon den Kiefer anspannen, bist du hier richtig.

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  • 18 episodes
  • weekly
  • Avg 10 min
  • German
  • Thursday · 13 min

    Warum du nach einem schweren Tag Geld ausgibst

    Das Geld war gerade noch da. Jetzt ist es weg, ohne dass ein einzelner absurder Kauf die Sache erklärt. Kai verfolgt die Spur rückwärts und landet bei einem schweren Moment einige Tage zuvor. Über Geldskripte, zwei Arten von Sicherheit und den „Ruhekauf“: eine Ausgabe, die keinen Gegenstand, sondern kurz Ruhe kauft.

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  • August 20 · 11 min

    Um Hilfe bitten kostet mehr, als die Hilfe wert ist

    Die Bitte ist geschrieben, aber du schickst sie nicht ab. Vielleicht fürchtest du nicht das Nein, sondern das Ja – und die unsichtbare Rechnung, die später folgen könnte. Kai spricht über „Nachschuld“, Hilfe als mögliche Einzahlung und den Preis einer Selbstständigkeit, die andere zwar schützt, aber auch auf Abstand hält.

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  • August 13 · 13 min

    Warum du im Meeting nickst, obwohl du nichts verstehst

    Die letzte Folie ist kaum weg, da geht die erste Hand hoch. Es geht um Skalierbarkeit, Abhängigkeiten und Flughöhe. Nur nach der Abkürzung, die du seit zwölf Minuten nicht verstehst, fragt niemand. Fragen können Wissenslücken schließen. Sie können aber auch Kompetenz aufführen: zeigen, dass wir vorbereitet sind, das große Ganze sehen und schon ungefähr wissen, wie die Antwort lautet. Das ist nicht bloß Fassade. Ratsuche kann uns tatsächlich kompetenter wirken lassen. Nur verschwindet die eigene Lücke dadurch nicht. Diese Folge handelt von geübter Inkompetenz, dem Spotlight-Effekt und der Frage, warum ein lebhaftes Meeting nach Lernen klingen kann, obwohl niemand beim Lernen gesehen werden will.

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  • August 6 · 17 min

    „Lief richtig gut.“ Warum muss das jemand sehen?

    Etwas ist richtig gut gelaufen. Zwei Sekunden später liegt das Handy in deiner Hand, damit ein anderer Mensch den Moment bestätigt. Wann wird aus Teilen eine Nachbeglaubigung? Kai schaut auf Anerkennung von außen, Selbstwert als sozialen Messfühler und die höflichen Begründungen, mit denen wir verbergen, dass Leistung manchmal unseren Platz sichern soll. Auftakt der Staffel „Die unsichtbare Rechnung“.

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  • July 23 · 10 min

    Denk du mal für mich – macht uns KI dumm?

    Alle sagen, KI macht alles leichter. Für mich war das eine Lüge: Sie hat mir nicht die Arbeit abgenommen, sondern das Denken. Ich erzähle, wie ich gemerkt habe, dass ich den roten Faden freiwillig aus der Hand gegeben habe – wochenlang, ohne es zu bemerken. Vom Macher zum Richter, der nur noch prüft, was er selbst nicht mehr baut. Kein Anti-KI-Rant (ich baue selbst damit), sondern die unbequeme Frage, was es mit uns macht, wenn die Maschine das Denken übernimmt. Studien in der Folge: – Microsoft × Carnegie Mellon (2024): Je mehr wir der KI vertrauen, desto weniger denken wir kritisch mit. – MIT Media Lab: „Kognitive Schuld" – die ChatGPT-Gruppe erinnerte sich am Ende nicht mal an die eigenen Sätze.

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  • July 16 · 8 min

    Warum du dich nicht veränderst, obwohl du dir alles dafür kaufst

    Neue Bohrmaschine, neue Laufschuhe, neues Notizbuch und trotzdem bleibt alles beim Alten. Warum? Weil wir mit dem Kauf schon die Verwandlung mitgekauft zu haben glauben. In dieser Folge geht es um den großen Knall, auf den wir alle warten: den Moment, ab dem wir endlich der andere sind. Den gibt es nicht. Es gibt nur die kleine, unspektakuläre Wiederholung und die zählt als Stimme für den Menschen, der du werden willst. Bodenhaftung — Psychologie ohne Bullshit. Neue Folge jeden Donnerstag.

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  • July 9 · 9 min

    An dir ist nichts kaputt. Du richtest deine ganze Kraft nur aufs Falsche.

    Halb zwei nachts, du baust an einem Werkzeug rum, statt das Eigentliche anzugehen. Und alle Erklärungen — Vermeidung, kaputtes Selbstwertgefühl, alte Wunden — klingen klug. Aber sie sind Ausreden. Weil die Wahrheit unbequemer ist: An dir ist nichts kaputt. Dein Motor läuft. Du hängst ihn nur ans Falsche. Und ab dem Moment, wo du das weißt, fällt jede Ausrede weg. Eine Folge über die Feigheit, die sich als Produktivität verkleidet. Bodenhaftung — Psychologie ohne Bullshit. Neue Folge jeden Donnerstag.

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  • July 2 · 8 min

    Du gibst weiter, was dich selbst verletzt hat — ohne es zu merken

    Du gehst dazwischen, korrigierst, übernimmst und fühlst dich dabei komplett im Recht. Das miese Gefühl kommt erst abends, wenn's ruhig ist. Diese Folge handelt von einem Muster, das sich nicht wie ein Muster anfühlt. Sondern wie die Wahrheit. Ein unsichtbarer Richter in deinem Kopf, geerbt von Leuten, die ihn selbst geerbt hatten und die Frage, ob die Kette bei dir reissen kann. Bodenhaftung — Psychologie ohne Bullshit. Neue Folge jeden Donnerstag.

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  • June 25 · 9 min

    Du triffst deine wichtigsten Entscheidungen nicht selbst

    Du weißt eigentlich, was richtig wäre. Und machst es trotzdem nicht. Diese Folge dreht sich um die eine Frage, die ich mir in solchen Momenten inzwischen stelle: Wer hat das gerade eigentlich entschieden? In uns sitzt nicht ein einziges Ich, das am Steuer ist. Über die Jahre sind für mich drei Bilder daraus geworden. Der Affe, der schnelle Erleichterung will, laut ist und nie müde wird. Der Fels, der die Linie hält, aber allein zur kalten Mauer werden kann. Und der Leuchtturm, der leise weiß, worum es im Kern geht, wenn der Lärm mal kurz aufhört. Es geht nicht darum, einen Teil von dir abzustellen oder zu bekämpfen. Das ist nur der Fels gegen den Affen, und das macht auf Dauer müde. Es geht ums Zuhören und ums Bemerken. Keine fünf Tricks, keine Übung. Nur eine Frage, auf die du diese Woche mal achten kannst. Und ich bin ehrlich neugierig: Welcher der drei fährt bei dir am häufigsten?

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  • June 18 · 9 min

    Mögen sie dich oder deine Erreichbarkeit?

    Dein Kalender war schon voll, das wusstest du. Trotzdem kam das Ja, fast bevor die Frage zu Ende war. Jetzt sitzt du im Auto und spürst diesen dumpfen Groll, nicht gegen den, der gefragt hat, sondern gegen das Ja, das du selbst gesagt hast. In dieser Folge geht es nicht darum, wie du das Nein besser formulierst. Es geht um die Schicht darunter: Das automatische Ja ist keine Freundlichkeit, es ist Angst in höflicher Verpackung. Mit Naomi Eisenbergers Forschung zu sozialem Schmerz schaue ich darauf, warum Ablehnung im Körper dieselben Schmerzbahnen aktiviert wie ein physischer Schlag und warum dein System bei einem kurz irritierten Blick Alarm schlägt, als ginge es ums Überleben. Harriet Braikers „Disease to Please" beschreibt den Preis: das stille Versickern, bei dem du ständig etwas gibst, das du nie geben wolltest, bis der Tank leer ist und du nicht mal weißt, warum. Am Ende wird es unbequem: Wer Ja sagt, um gemocht zu werden, baut Beziehungen auf seiner Verfügbarkeit, nicht auf sich selbst. Irgendwann weißt du nicht mehr, ob die Leute dich mögen oder deine Erreichbarkeit. Die eigentliche Übung ist deshalb keine Formulierung sondern die Frage: Kannst du kurz aushalten, wer du bist, auch wenn du gerade nicht lieferst? Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.

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  • June 11 · 11 min

    Dranbleiben lernt man nicht durch Zähne zusammenbeißen

    Es gibt diesen einen Gedanken, kurz bevor man aufhört: Ich könnte jetzt einfach zumachen, und keiner würde es merken. Diese Folge handelt davon, was du tust, wenn er kommt. Die meisten glauben, Dranbleiben sei eine Frage von Motivation und Disziplin, von Zähne zusammenbeißen. Ist es nicht. Motivation trägt nie durch, sie kommt und geht. Was trägt, ist Identität und eine simple Sache: noch im Raum zu sein, wenn es passiert. Den Durchbruch kannst du nicht erzwingen. Du kannst nur dafür sorgen, dass du noch da bist, wenn er kommt. Und dann die unbequeme Drehung: Es gibt zwei Arten, dabei zu sein. Körper da, Kopf längst woanders ist die gefährliche. Das halbe Dabeisein ist fast schlimmer als sauber aufzuhören, weil du dir die ganze Zeit erzählst, du seist ja noch dran. Ohne Heilsversprechen, ohne 21-Tage-Mythos. Nur eine ehrliche Frage am Ende, die du dir selbst beantwortest.

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  • June 4 · 10 min

    Remote Work Konflikte: Warum Slack uns aggressiv mach

    Ein nüchterner Slack-Satz am Montagmorgen. Vier Tage später läuft die Kommunikation nur noch über Dritte. Niemand wollte den Konflikt und trotzdem ist er da. Die übliche Erklärung lautet: zu wenig Kontakt im Remote-Team. Die ist falsch. Das Problem ist nicht die Quantität, es ist die Resonanz. Mit Martin Bubers Unterscheidung von Ich-Du und Ich-Es schaue ich darauf, warum eine Slack-Nachricht nur eine Position überträgt, fertig formuliert, ohne Zögern, ohne den Menschen dahinter. Warum der Kaffeeautomat nie um den Kaffee ging, sondern um Kalibrierung. Und warum Hartmut Rosas Begriff der Entfremdung genau das beschreibt, was viele nach Jahren im Homeoffice fühlen. Am Ende wird es unbequem: Derselbe Kontaktverlust, der Teams eskalieren lässt, passiert auch nach innen, wenn du dich selbst nur noch wie einen Kanal behandelst, der funktionieren muss. Bodenhaftung: Psychologie ohne Wellness-Kitsch.

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  • May 28 · 9 min

    Metakognition: Wie du aus deinen Gedanken aussteigst

    Deine eigenen Gedanken beobachten können ist der Teil von Selbstführung, über den kaum jemand redet. Metakognition, Denken über das Denken, ist der Moment wo du aus dem Autopiloten trittst, bevor er für dich entscheidet.

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