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Berliner Ensemble Podcast

Berliner Ensemble

Hintergrundinformationen und Einführungsgespräche zu unseren Theaterproduktionen und Aufzeichnungen spezieller Sonderveranstaltungen: Auf dem Podcastkanal des Berliner Ensembles bieten wir Ihnen zu ausgewählten Produktionen Audio-Einführungen unserer Dramaturg:innen und der Digitalen Redaktion mit Informationen zum Stück und zur Inszenierung, mit Hintergrundinformationen und Fährten für die eigene Interpretation an. So können Sie sich bequem und einfach zuhause auf die Vorstellung einstimmen oder das Gesehene im Nachhinein reflektieren.


Schickt uns Euer Feedback zum Podcast per Mail an podcast@berliner-ensemble.de oder schreibt uns Eure Meinung auf den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #BEpodcast.


Ein Podcast der Berliner Ensemble GmbH

Sprecher:innen & Redaktion: Sibylle Baschung, Amely Joana Haag, Florian Hofmann, Johannes Nölting, Lukas Nowak, Karolin Trachte, Clara Topic-Matutin. Gast: Lucien Strauch.

Produktion: Digitale Redaktion & Tonabteilung


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  • 24 episodes
  • Avg 20 min
  • German
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  • Thursday · 13 min

    Audioeinführung "Schnee von gestern, Schnee von morgen"

    Ein Mensch unterwegs, mitten in der Unübersichtlichkeit der Welt, kein fest umrissener Charakter, sondern einer, der sich durch innere wie äußere Landschaften bewegt. Auf der Suche nach einem Du – "oder auch nicht"? Eine Selbstbefragung vielleicht, eine Abschiedsmelodie möglicherweise. Wie erzählt man von der Welt, ohne über sie zu verfügen? Peter Handke hat die Welt stets neu vermessen – mit Sprache und im Widerstand gegen ihre Abnutzung. Auch in seinem neuen Text bleibt er diesem poetischen Forschen treu – vielleicht radikaler, vielleicht zarter denn je, jedoch nicht ohne jenen Humor, jene Selbstironie, mit der er auch seinen eigenen Ernst nonchalant unterläuft. Alles "Schnee von gestern"? Und wenn? Da tanzt einer mit der Sprache, erlaubt sich Abschweifungen und Albernheiten, verliert sich mit voller Absicht – bis der eine, der da unentwegt spricht, zurücktritt, aufbricht, verschwindet und jemand anderes übernimmt. Peter Handke, 2019 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, hat mit Werken wie "Publikumsbeschimpfung" und "Immer noch Sturm" das Theater revolutioniert. Sein jüngster Text wird im Juli bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt – in der Regie von Jossi Wieler, mit Jens Harzer und Marina Galic. Ein "Lied ohne Kehrvers" über das Sehen, Fragen, Ertragen und den Jubel im Moment des Verschwindens. "Oder auch nicht." Mehr Informationen und Karten erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/schnee-von-gestern-schnee-von-morgen Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • September 14 · 8 min

    Audioeinführung "Glücklich die Glücklichen"

    Hand aufs Herz: Sind Sie wirklich glücklich? Mit ihrer Ehe? Ihren Liebhabern? Den Menschen, mit denen Sie so tagtäglich ihr Leben verbringen? Und wenn nicht: Würden Sie es zugeben? Yasmina Rezas Roman über das Pariser Bürgertum ist ein präzises, bitterkomisches Panorama der Liebes- und Ehegeschichten, der Sehnsüchte und Gehässigkeiten derer, die stets Erwartungen mit Sehnsüchten verwechseln. Denn was heißt das schon, "glücklich sein"? Mehr Informationen und Karten für "Glücklich die Glücklichen" finden Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/gluecklich-die-gluecklichen Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • September 14 · 15 min

    Audiodeskriptive Einführung "Mein Name sei Gantenbein"

    "Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch Regie: Oliver Reese Stellen Sie sich vor, Sie lassen alles hinter sich und fangen noch einmal neu an: andere Stadt, anderer Beruf, andere Liebschaft. Stellen Sie sich vor, es wäre an Ihnen, Ihr Leben zu gestalten; Sie selbst würden bestimmen, wie ihr Leben verläuft… Aber Moment: Tun wir das nicht? Wie würden wir denn leben, wenn wir nur anders könnten? Was würden wir tun, wenn wir nur anders wollten? "Mein Name sei Gantenbein" treibt Max Frischs Lebensfrage danach, wer wir sind und wer wir sein könnten, auf die Spitze und gibt der Zweifelhaftigkeit des modernen Menschen eine Stimme. Regisseur und Intendant Oliver Reese hat eine eigene Bearbeitung des letzten großen Frisch-Romans inszeniert – mit Matthias Brandt, der dafür nach 20 Jahren auf die Bühne zurückgekehrt ist. Die audiodeskriptive Einführung zu "Mein Name sei Gantenbein" entstand in Zusammenarbeit mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription. Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben. Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu Vorstellungen mit Audiodeskription unter https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • September 1 · 8 min

    Audioeinführung "Das Schloss"

    Als der Landvermesser K. im Dorf am Fuße eines Schlosses ankommt, darf er nicht bleiben. Er braucht eine Aufenthaltserlaubnis vom Schloss. Je dringlicher K. versucht, diese Beglaubigung seiner beruflichen wie persönlichen Existenz zu erlangen, desto weiter scheint er sich von seinem Ziel zu entfernen. Was bleibt sind die unnahbaren Dorfbewohner, die Beamten des Schlosses und ein absurdes bürokratisches Regelwerk – ein System, das bestimmt, wer Zugang erhält und wessen Existenz als störend gilt. "Das Schloss oder Wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen" der britischen Autor:in Georgia Bruce verbindet Motive aus Franz Kafkas Romanfragment "Das Schloss" mit Albert Camus’ "Der Mythos des Sisyphos" und seinem Bild vom endlosen Kreislauf des Mühsals – erzählt aus der Perspektive eines trans Mannes auf der Suche nach Akzeptanz. Während weltweit trans- und queerfeindliche Gewalt zunimmt und die bloße Existenz queerer Körper infrage gestellt und kriminalisiert wird, widmet sich Jules Head der Sisyphos-Arbeit, die es bedeutet, trans zu sein und der Absurdität der Welt angesichts des einfachen Wunsches, sein zu dürfen. Camus beschreibt Sisyphos als einen Menschen, der inmitten seiner Mühen einen Moment der Freiheit findet. Was bedeutet es, in einer Welt, die verzweifelt nach Vollendung strebt, für immer unvollendet zu bleiben? Was, wenn es gar nicht darum geht, den Felsblock über den Gipfel zu stoßen, Zutritt zum Schloss zu erlangen und im Dorf anerkannt zu werden? Wenn wir uns Sisyphos glücklich vorstellen können – können wir uns dann auch einen trans Mann in Frieden vorstellen? Mehr Informationen und Karten für "Das Schloss oder Wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-schloss Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • May 27 · 17 min

    Audioeinführung "Sturm auf Berlin"

    Im März 1920 steht die junge Weimarer Republik vor einer ihrer größten Herausforderungen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags weigern sich Teile des Militärs, sich aufzulösen. Das Freikorps Marinebrigade Ehrhardt marschiert auf Berlin, um die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen. Der sogenannte Kapp-Putsch zwingt die Reichstagsabgeordneten zur Flucht – doch ein landesweiter Generalstreik vereitelt den Staatsstreich. Rund 100 Jahre später, im August 2021, führt eine Bundestagsabgeordnete ehemalige Elite-Soldaten durch den Reichstag. Wollte diese Gruppe das Parlament gewaltsam stürmen? Seit 2024 stehen 25 Angeklagte der sogenannten Gruppe Reuß an drei Standorten vor Gericht – darunter Ex-Soldaten, eine frühere Abgeordnete und Richterin, ein Adliger sowie ein Ex-Polizist. Der dokumentarische Theaterabend untersucht, was geschieht, wenn der Staat von innen, aus Parlament, Justiz, Militär und Polizei angegriffen wird: ein Stück über Rechtsextremismus, Verschwörungserzählungen und die Fragilität der Demokratie. Regisseurin Marie Schwesinger arbeitet an der Schnittstelle von Dokumentartheater und Journalismus. Seit 2021 recherchiert sie zu Rechtsextremismus und begleitete zahlreiche Prozesse als Prozessbeobachterin. "Sturm auf Berlin" stützt sich auf über 1200 Seiten Protokollnotizen, die Schwesinger während der laufenden Verhandlung in Frankfurt anfertigte. Mehr Informationen und Karten für "Sturm auf Berlin" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/sturm-auf-berlin Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • May 13 · 14 min

    Audioeinführung "Drei Schwestern"

    In der Welt der drei Schwestern verrinnt die Zeit zwischen Realitätsferne und Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit. Sie träumen von ihrer Kindheit, als ihr Vater, der General, noch lebte und Europa noch in Ordnung zu sein schien. Olga, die Älteste, opfert sich – mit ständigen Kopfschmerzen – für ihren Beruf als Lehrerin auf, Mascha, die verheiratet ist, sehnt sich nach einer leidenschaftlicheren Liebe und stürzt sich in eine Affäre und Irina, die Jüngste, glaubt, dass nur Arbeit der Schlüssel zu einem besseren Leben ist, schläft aber lieber die Hälfte des Tages. Doch die Dekadenz der Mittelstandslangeweile kann schnell von der gesellschaftlichen Wirklichkeit eingeholt werden: Die Regisseurin Mateja Koležnik versetzt Tschechows vorrevolutionäres Szenario mitten in das Militärgelände, welches im Stück nur im Hintergrund eine Rolle spielt. Die drei Töchter des toten Generals leben im Obergeschoss dieses Militärkomplexes, um sie herum werden rege Kriegsstrategien geplant, eine Privatsphäre haben sie nicht mehr und Birkenwälder existieren nur noch auf Fotografien. Als sich die Parallelwelt trotz allen Verdrängungswillens nicht mehr aufrecht halten lässt, wird Moskau zum Ziel der notwendigen Flucht, ein Sehnsuchtsort ist es längst nicht mehr. Mateja Koležnik zählt zu den renommiertesten Regisseurinnen Sloweniens. Sie erzählt mit psychologischer Präzision und atmosphärischer Schärfe von Rissen zwischen dem Außen- und dem Innenleben der Menschen. Sie inszeniert regelmäßig am Burgtheater Wien und am Berliner Ensemble. 2023 war sie mit ihrer Bochumer Inszenierung "Kinder der Sonne" beim Berliner Theatertreffen eingeladen. Mehr Informationen und Karten für "Drei Schwestern" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/drei-schwestern Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • March 19 · 9 min

    Audioeinführung "Das Bildnis des Dorian Gray"

    Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und wer darf ich sein, wenn alle mich sehen? Dorian Gray ist jung, schön und begehrt. Sein Äußeres öffnet ihm Türen, verschafft ihm Anerkennung, schützt ihn. Was dieses Bild stört – Schuld, Begehren, Alter – verschwindet. Es landet in einem Gemälde, das niemand sehen darf. Dort wird sichtbar, was Dorian nicht zeigen will. Außen bleibt er makellos, innen zerfällt er. Oscar Wildes Roman zeigt eine Gesellschaft, die nur duldet, was schön aussieht. Abweichung ist nur erlaubt, solange sie sich dekorativ tarnt, uneindeutig bleibt. Wer dazugehören will, lernt, sich anzupassen, wer anderes begehrt, sich zu verbergen. Dorians Geschichte ist kein fernes, viktorianisches Märchen. Heute verschwinden Widersprüche in Zahlen, Profilen und Marktwert. Wir glätten Biografien, filtern Emotionen, denn: Sichtbar sein heißt bewertet werden, unsichtbar sein heißt verschwinden. Wie lebt man mit dem Abstand zwischen der eigenen Sehnsucht und dem eigenen Bild? Der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen, ehemaliger Teilnehmer des Internationalen Regienachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble, bringt "Das Bildnis des Dorian Gray" als modernes Mythenspiel auf die Bühne. Zwischen Begehren und Kontrolle, zwischen Selbstentwurf und Selbstverlust stellen er und sein Team sich die Frage: Was kostet es, man selbst zu sein? Mehr Informationen und Karten für "Das Bildnis des Dorian Gray" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-bildnis-des-dorian-gray Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • February 20 · 12 min

    Audioeinführung "Kinder der Sonne"

    Maxim Gorki beschreibt 1905 in seinem Stück "Kinder der Sonne" eine Gruppe russischer Intellektueller, die sich vom Volk und vom konkreten Leben entfremdet haben. Während sich die Arbeiterklasse den Sturz des Zarenreichs wünscht, vertiefen sie sich in Bücher, Kunst und Liebesgeschichten. 120 Jahre später scheint die Situation eine andere: Ein großer Teil des intellektuellen Lebens bemüht sich um moralische Missstände und um unsere Zukunft. Forschende zu Klima, Migration und Wirtschaft kämpfen um Gehör, während – von oben nach unten – die Mittel gekürzt werden. Selbst wer zur Bildungsschicht gehört, kann sich Mieten in Innenstädten kaum mehr leisten. Welchen Wert hat Bildung also gegenwärtig in unserer Gesellschaft? Und welche Bedeutung hat sie für politische Prozesse? Oder hat das Akademische seinen Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe im Elfenbeinturm verspielt? Jakob Nolte treibt seine Klassiker-Kernsanierung in Richtung einer Schwarzen Komödie. Seine Figuren ringen sich durch eine Welt, die vom Verschwinden bedroht oder bereits unmerklich verschwunden ist. Mit nicht viel mehr bewaffnet als ihrem Wortschatz und ein wenig Würde. Mehr Informationen und Tickets für "Kinder der Sonne" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/kinder-der-sonne Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • January 23 · 16 min

    Audioeinführung "Antigone"

    Eine Stadt im Ausnahmezustand. Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Ödipus, sollten sich nach dessen Sturz die Herrschaft über Theben teilen. Doch als Eteokles die Macht behalten wollte, zog Polyneikes gegen ihn in den Krieg – ein Bruderkrieg, in welchem sie sich gegenseitig töteten. Nun liegt die Stadt in Trümmern und der neue Herrscher Kreon muss das Chaos ordnen. Um der Unterscheidung nachhaltig Geltung zu verschaffen, die dem politischen Gemeinwesen zu Grunde liegt – der Unterscheidung zwischen denen, die es bewahren, und denen, die es zerstören wollen – erlässt er ein Bestattungsverbot gegen denjenigen Bruder, der die Stadt angriff. Eine Unterscheidung, die Antigone nichts zählt, weil ihr die beiden Brüder gleichviel zählen. Sie begräbt Polyneikes gegen Kreons Gesetz, den eigenen Tod in Kauf nehmend. Sowohl Kreon als auch Antigone berufen sich auf das Recht und seine Legitimierung durch eine höhere Autorität: die Götter. Doch wer oder was bestimmt, was Recht ist, wenn das Recht selbst, das Konflikte und Widersprüche lösen soll, sich widerspricht? Mehr Informationen und Karten für "Antigone" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/antigone Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • January 16 · 23 min

    Audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt"

    "Was ihr wollt" von William Shakespeare aus dem Englischen von Thomas Brasch Regie: Antú Romero Nunes Illyrien erscheint als Rettungsinsel nach dem Drama eines Schiffbruchs, doch dort ereignen sich Täuschungen über Identitäten und daraus folgende Liebeswirren: Die überlebende, gestrandete Viola glaubt ihren geliebten Zwillingsbruder Sebastian ertrunken und verkleidet sich als Cesario, um in den Dienst des Herzogs Orsino eintreten zu können. Orsino ist verrückt nach der trauernden, unzugänglichen Gräfin Olivia und schickt Cesario zu ihr als seinen Liebesboten. Olivia verfällt nun jedoch Cesario, nicht ahnend, dass es sich in Wahrheit um Viola handelt, die sich wiederum in Orsino verliebt hat. Als Violas Zwillingsbruder Sebastian dann noch quicklebendig auftaucht und aufgrund seiner Ähnlichkeit zur als Mann verkleideten Viola für Cesario gehalten wird, ist das Chaos der Illusionen perfekt. "Was ihr wollt" gibt die Bühne frei für das karnevaleske und auch grausame Spiel von Schein oder Sein, Täuschung oder Wahrhaftigkeit, Sucht oder Liebe – voll Wahnwitz, Melancholie und mit jeder Menge Musik. Die audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt" ist in Zusammenarbeit mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription entstanden. Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben. Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu Vorstellungen mit Audiodeskription unter https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Dec 22, 2025 · 11 min

    Audioeinführung "Srebrenica"

    Bosnien und Herzegowina, Juli 1995: Innerhalb von 5 Tagen werden in Srebrenica über 8.000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer ermordet, obwohl die Stadt zu dieser Zeit UN-Schutzzone ist. Über 20 Jahre später begaben sich Fotograf Armin Smailovic und Regisseur Branko Šimić, beide aus Bosnien und Herzegowina, mit ihrem dokumentarischen Theaterprojekt auf Spurensuche. Entstanden ist eine minimalistische Theaterkomposition im Spannungsfeld Opfer – Täter – Zuschauer. Srebrenica – "I counted my remaining life in seconds …" basiert auf den Biografien von drei Männern: Ein Überlebender des Völkermords, einer der Hauptzeugen vor dem Den Haager Tribunal, ein holländischer UN-Soldat, der 1995 in der Stadt stationiert war, und ein Soldat der bosnisch-serbischen Kommandoeinheit, der heute mit komplett neuer Identität lebt. Der Fotograf Armin Smailovic hat die Biografien der Zeugen in tausenden von Fotografien nacherzählt, die die ästhetische Basis des Projekts bilden. Smailovic führte persönliche Interviews; Protokolle der Aussagen in Den Haag komplettieren die Materialsammlung. Srebrenica ist ein Projekt zwischen Berichterstattung, persönlichem Schicksal und politischer Metaebene, das die Dimension des größten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Bühne bringt und seine fatalen Folgen für die politische Welt(un)ordnung der inzwischen letzten 30 Jahre beleuchtet. Mit dem Engagement von Jens Harzer übernimmt das Berliner Ensemble die erfolgreiche Produktion vom Thalia Theater Hamburg ins eigene Repertoire. Mehr Informationen und Karten erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/srebrenica Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Dec 22, 2025 · 14 min

    Audioeinführung "Ein wenig Licht. Und diese Ruhe."

    Sibylle Bergs neues Stück spielt in einer Zukunft, die sich beunruhigend wie unsere Gegenwart anfühlt. Als in Europa ein Krieg zwischen Liechtenstein und Luxemburg ausbricht und mobil gemacht wird, dämmert es auch einem zum Wehrdienst eingezogenen Ingenieur langsam: Vielleicht war die eigene Queerness nie in Einklang mit dem Job in der Rüstungsindustrie zu bringen. Irgendwo im Schutz vor den nächsten Detonationen beginnt er zu forschen: nach der Textur des Denkens, die unsere Welt sein soll. Sibylle Bergs Text ist ein zarter Monolog über die Verzweiflung an unserer Gegenwart – einer Gegenwart, deren Diskurse wie ein Motor im Leerlauf unendlich vor sich hin rotieren – und über die Angst vor den wiederkehrenden Militarisierungstendenzen in unserer Gesellschaft. Inspiriert von der Fotografie "Fieldwork" des kanadischen Künstlers Jeff Wall nimmt Sibylle Berg an der Abbruchkante unserer Epoche Platz. Mit Musik. Und ein bisschen Stille. Mehr Informationen und Karten erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/ein-wenig-licht-und-diese-ruhe Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Dec 17, 2025 · 15 min

    Audioeinführung "Das Archiv der Träume"

    Welche Erzählungen landen im Archiv, welche vergessen wir lieber? Wie umgehen mit den schmerzhaften Kapiteln der eigenen Lebensgeschichte? Mit den Episoden, die du lieber tief unten im Karton lässt, obwohl du ohne sie nicht wärst, wer du heute bist? In ihrem Memoir "Das Archiv der Träume" hat Carmen Maria Machado darauf eine Antwort gefunden: Sie erzählt von der Literaturstudentin Carmen, die sich die Deutungshoheit über ihre von Gewalt und Manipulation geprägte Beziehung zur charismatischen, unberechenbaren 'Frau im Traumhaus' zurückerobert. Spielerisch springt Machado zwischen den Genres, errichtet das Traumhaus ihrer Erinnerung immer wieder neu – als Liebesroman, Beichte, Spionagethriller oder Selbsthilfe-Ratgeber –, um es sogleich wieder einzureißen. Sie räumt auf mit dem Klischee von der lesbischen Liebesgeschichte als heiler Utopie: "Ich trage ins Archiv ein, dass häusliche Gewalt zwischen Partner*innen mit der gleichen Geschlechtsidentität möglich und nicht unüblich ist. Ich werfe den Stein meiner Geschichte in eine gewaltige Schlucht und ermittle das Ausmaß der Leere anhand des leisen Aufschlags." Weitere Informationen und Karten für "Das Archiv der Träume" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-archiv-der-traeume Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Dec 1, 2025 · 7 min

    Audioeinführung "Der letzte Himmel"

    Anfang 2020 zog die deutsch-palästinensische Journalistin Alena Jabarine für drei Jahre nach Ramallah und begab sich auf ihre Suche nach "Palästina". Was bleibt von den sorglosen Erinnerungen ihrer Kindheit, den Sommernächten in Umm Al-Fahem, Haifa und Jaffa? Wie lebt es sich in einem Land, das von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen durchzogen ist, für die Menschen auf der einen Seite und für die auf der anderen? Und was lässt sie, trotz allem, an ihrem Land festhalten? In "Der letzte Himmel" erzählt Alena Jabarine Geschichten von ihrem Alltag an einem Ort, über den viel gesprochen wird, den jedoch die wenigsten kennen. Sie nimmt uns mit durch die kühlen Gassen Jerusalems, in überfüllte Schönheitssalons in Ramallah, auf die Dächer der Flüchtlingscamps in Bethlehem. Sie erzählt von Gewalt und Menschlichkeit, von Verlust und Solidarität, von Geduld und Hoffnung, um eine Realität zu bewahren, die tief in palästinensisches Leben blicken lässt – und deren Vergänglichkeit gerade in diesen Tagen besonders spürbar ist. Weitere Informationen und Karten für "Der letzte Himmel" finden Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/der-letzte-himmel Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Nov 27, 2025 · 15 min

    Audioeinführung "Transit"

    Marseille 1940. Tausende stranden auf der Flucht vor den Nazis in der französischen Hafenstadt. Gefangen in einem aufreibenden Wartezustand und der permanenten Angst vor Razzien geht es weder vor noch zurück. Auf den Konsulaten der Stadt beginnt ein Wettlauf um Papiere: Visa, Transit, Passierschein… nur wenn alles vollständig ist, besteht Hoffnung auf eine Schiffspassage raus aus Europa. In den Wirren der Flucht fallen dem jungen Seidler die Papiere eines Toten in die Hände. Aus Seidler wird Weidel – zumindest auf dem Papier. Als Seidler auf Marie trifft, die zusammen mit einem deutschen Arzt geflüchtet ist, verliebt er sich – ohne zunächst zu ahnen, dass Marie noch immer auf der Suche nach ihrem verschollenen Mann ist. Anna Seghers hat mit dem stark autobiografisch beeinflussten Roman "Transit", der 2018 prominent von Christian Petzold verfilmt wurde, nicht nur eines der wichtigsten Werke der deutschen Exilliteratur geschrieben, sondern auch eine Liebesgeschichte unter liebesfeindlichen Umständen. Karten und weitere Informationen zu "Transit" finden Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/transit Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Nov 13, 2025 · 9 min

    Audioeinführung "Herkunft"

    Stellen Sie sich vor, Ihre Vergangenheit passt in einen Koffer. Oder auf ein Blatt Papier. Oder in einen Theaterabend. Stellen Sie sich vor, Sie müssten erzählen, woher Sie kommen, wer Sie sind – und Sie wüssten: Die Wahrheit hat viele Versionen. Saša Stanišić schreibt in seinem preisgekrönten Roman "Herkunft" gegen allzu leichte Wahrheiten und gegen das Vergessen an – mit Witz, Wut, Wärme und einem Blick für die Absurditäten des Erinnerns. Zwischen Višegrad, Heidelberg und dem Labyrinth der eigenen Biografie entsteht so ein vielstimmiges Spiel rund um Identität, Flucht, Familie – und die Kraft des Erzählens sowie den Drang, sich immer wieder selbst zu erfinden. Stanišić selbst, 1978 im damaligen Jugoslawien geboren und 1992 als Jugendlicher nach Deutschland gekommen, macht seine eigene Geschichte zum Ausgangspunkt einer literarischen Erkundung: Was bleibt von einem Menschen, wenn er seine Heimat verliert? Wie viel Herkunft steckt in dem, was wir Zukunft nennen? Und lässt sich Heimat vielleicht gerade dort finden, wo Geschichten geteilt werden und Erinnerungen eine gemeinsame Sprache finden? Daran knüpft der ukrainische Regisseur Stas Zhyrkov an, der seit der russischen Invasion im deutschen Exil lebt. Auch er trägt die Erfahrung des plötzlichen Aufbruchs, der Entwurzelung, in seiner Arbeit. Gemeinsam mit seinem Team und dem Ensemble inszeniert er "Herkunft" nicht als bloße Adaption, sondern als Dialog verschiedener Biografien, der die Fragen nach Identität und Heimat in die Gegenwart holt. Weitere Informationen und Karten für "Herkunft" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/herkunft Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Nov 11, 2025 · 12 min

    Audiodeskriptive Einführung zu "Warten auf Godot"

    "Warten auf Godot" von Samuel Beckett Regie: Luk Perceval Zwei Heimatlose in einer unbestimmbaren Landschaft und einer ungewissen Zeit. Sie sprechen erwartungsvoll über den zukünftigen Tag und suchen verzweifelt nach gemeinsamen Erinnerungen aus vergangener Zeit, ihre Gegenwart besteht aus nichts als Warten. Um die Marter des Wartens und Nicht-gehen-könnens zu ertragen, widmen sie sich dem Spiel. Wenn Beckett gewusst hätte, worauf dieses Paar wartet, hätte er das Stück nicht geschrieben, antwortete er einst. Worauf warten wir? Und welche Spiele erfinden wir, um die Zeit zu vertreiben und ohne Bewusstsein in unserer Gegenwart zu existieren? Womöglich hat kein Bühnenwerk so viele Interpretationen provoziert wie dieses, obwohl es sich jeglichen Thesen und Antithesen entzieht. Luk Perceval interessiert daran die Komik sowie die Grausamkeit dieser universellen Menschheitskomödie. Die audiodeskriptive Einführung zu "Warten auf Godot" ist in Zusammenarbeit mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription enstanden. Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben. Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu Vorstellungen mit Audiodeskription unter https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Oct 28, 2025 · 11 min

    Audioeinführung "Was ihr wollt"

    Illyrien erscheint als Rettungsinsel nach dem Drama eines Schiffbruchs, doch dort ereignen sich Täuschungen über Identitäten und daraus folgende Liebeswirren: Die überlebende, gestrandete Viola glaubt ihren geliebten Zwillingsbruder Sebastian ertrunken und verkleidet sich als Cesario, um in den Dienst des Herzogs Orsino eintreten zu können. Orsino ist verrückt nach der trauernden, unzugänglichen Gräfin Olivia und schickt Cesario zu ihr als seinen Liebesboten. Olivia verfällt nun jedoch Cesario, nicht ahnend, dass es sich in Wahrheit um Viola handelt, die sich wiederum in Orsino verliebt hat. Als Violas Zwillingsbruder Sebastian dann noch quicklebendig auftaucht und aufgrund seiner Ähnlichkeit zur als Mann verkleideten Viola für Cesario gehalten wird, ist das Chaos der Illusionen perfekt. "Was ihr wollt" gibt die Bühne frei für das karnevaleske und auch grausame Spiel von Schein oder Sein, Täuschung oder Wahrhaftigkeit, Sucht oder Liebe – voll Wahnwitz, Melancholie und mit jeder Menge Musik. Weitere Informationen und Karten für "Was ihr wollt" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/was-ihr-wollt Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Oct 13, 2025 · 44 min

    Aus Ruinen und ZEIT-Recherchen: Hendrik Bolz, Caterina Lobenstein und Johannes Nölting

    Seit der Spielzeit 2025/26 hat das Berliner Ensemble zwei neue diskursive Gesprächsformate. Für die ZEIT-Recherchen lädt Caterina Lobenstein Expert:innen und Reporter:innen ein, um über spannende Recherchen zu sprechen, die sich an die Themen der BE-Inszenierungen anlehnen. Hendrik Bolz thematisiert mit seiner Reihe "Aus Ruinen" den Osten. Mal im Berliner Ensemble, mal auswärts trifft er Menschen, die sich engagieren. Kuratiert werden beide Reihen von Johannes Nölting, Dramaturg am BE. Im gemeinsamen Gespräch tauschen sie sich über Anekdoten, Perspektiven und Erfahrungen aus. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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