S2 · E3February 8 · 56 min
In der neuen Folge betrachten petra und Sarah Maria eine der spannendsten Frauenfiguren des frühmittelalterlichen China:
Wu Zetian (武则天) war die einzige offiziell anerkannte Kaiserin in der langen Geschichte Chinas. Sie lebte von 624 bis 705 n. Chr. und regierte während der Tang-Dynastie, später sogar als Gründerin der kurzen Zhou-Dynastie (690–705). Ursprünglich war sie eine Konkubine des Kaisers Taizong der Tang-Dynastie. Nach dessen Tod wurde sie Nonne, kehrte aber später zurück und wurde Kaiserin des Kaisers Gaozong, Taizongs Sohn. Nach dessen Tod übernahm sie de facto die Macht als Regentin für ihre Söhne, bevor sie sich selbst zur Kaiserin krönte. Wu Zetian war bekannt für ihre politische Kompetenz, aber auch für ihre Härte gegenüber Gegnern. Sie stärkte die Zentralregierung, reformierte das Beamtenprüfungssystem und förderte talentierte Beamte, unabhängig von ihrer Herkunft. Ihre Herrschaft war geprägt von Intrigen und Machtkämpfen. Manche Quellen schildern sie als grausam und machthungrig, andere betonen ihre Verdienste um die Stabilität und den Fortschritt Chinas. Wu Zetian brach mit der patriarchalen Tradition, indem sie als Frau die höchste Machtposition innehatte und gilt als eine der außergewöhnlichsten Herrscherinnen der chinesischen Geschichte.
Ihr Leben und Wirken sind bis heute Themen in Geschichte, Literatur und Popkultur.
Literatur:
Döringer, Heide-Renate: Wu Zetian: Der einzige weibliche Kaiser auf dem DrachenthronDegwitz, Jochen: Die Kaiserin Zetian und ihre Richtlinien für Beamte
Mühlhahn, Klaus: Geschichte des modernen China: Von der Qing-Dynastie bis zur GegenwartNürnberger, Marc: Sanfte und mächtige Frauen aus China: Kaiserinnen, Künstlerinnen, KonkubinenVogelsang, Kai: Geschichte Chinas
Links:
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