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Auswandern Thailand Podcast · Yesterday · 31 min

#83 – Freundin Unterstützen

Muss ein Ausländer seine thailändische Freundin oder Ehefrau finanziell unterstützen, und wenn ja, in welcher Höhe? In Folge 83 des Auswandern Thailand Podcast greifen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer eine Frage auf, die seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird. Anlass sind zahlreiche Zuschriften von Hörern, die im Alltag spürbar verunsichert sind. Die eine Seite hält jede Zahlung für selbstverständlich, die andere spricht davon, für eine Frau zu bezahlen. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="nBYnKNVPEW4" caption="Zwischen 0 und 100.000 Baht: was Männer in Thailand wirklich zahlen"] Wie es in Deutschland und Österreich läuft Ein Blick auf die Ausgangslage in den Herkunftsländern macht den Unterschied deutlich. Dort arbeiten in einer Partnerschaft in aller Regel beide Seiten, weil ein einzelnes Gehalt den gewünschten Lebensstandard längst nicht mehr hergibt. Beide Partner verdienen eigenes Geld, beide steuern zum Haushaltsbudget bei, und die gemeinsamen Kosten werden anschließend aufgeteilt. Eine Unterstützung der Eltern ist dabei nicht vorgesehen, weil die ältere Generation über das Sozialsystem versorgt ist oder eigenes Vermögen aufgebaut hat. Das thailändische Sozialsystem verschiebt die Verantwortung In Thailand liegt genau diese Aufgabe bei den Kindern. Wer überhaupt in der Sozialversicherung war, erhält eine Rente, die zum Überleben nicht ausreicht, und ab einem gewissen Alter ist körperliche Arbeit schlicht nicht mehr möglich. Der häufigste Fall in der Praxis sind Eltern aus dem Isan, die als Reisbauern arbeiten, was sich mit siebzig oder achtzig Jahren nicht mehr durchhalten lässt. Wer in Thailand also ein gutes Gehalt von 35.000 bis 40.000 Baht verdient, gibt davon traditionell einen Teil an die Familie ab. Brautgeld und die Frage der Gesichtswahrung Auch bei der Hochzeit laufen die Erwartungen in beiden Kulturen genau entgegengesetzt. In Europa geben die älteren Generationen dem jungen Paar etwas mit, damit dieses sich eine Zukunft aufbauen kann. In Thailand ist traditionell ein Brautgeld an die Eltern üblich, das anschließend jedoch sehr häufig wieder zurückgegeben wird. Wolfgang Payer schildert einen Fall, in dem die wohlhabende Familie selbst eine Million Baht bereitstellte, die er bei der Zeremonie vor allen Gästen an die Brautmutter übergab und die das Paar danach als Hochzeitsgeschenk zurückerhielt. Der entscheidende Unterschied zwischen finanzieren und unterstützen Unterstützen bedeutet, dass eine Familie den ganzen Tag ihre Farm bewirtschaftet, zur Saison Reis anbaut und das Einkommen dennoch nicht ausreicht. Finanzieren bedeutet, dass niemand mehr arbeitet und schlicht darauf gewartet wird, dass das Geld aus dem Ausland eintrifft. Um diesen Unterschied überhaupt beurteilen zu können, empfehlen beide, die Familie persönlich kennenzulernen und sich ein eigenes Bild zu machen. Warum es keine feste Summe geben kann Eine allgemeingültige Zahl existiert nicht, und der Versuch, eine solche festzulegen, führt regelmäßig in die Irre. Die Summe lässt sich weder pauschal am Alter noch an der Kinderzahl noch an der Ausbildung festmachen, denn eine Staffelung nach Schulabschluss wäre weder fair noch praktikabel. Entscheidend ist die konkrete Lebenssituation, also ob überhaupt Familie vorhanden ist, ob Erwartungen bestehen und ob Geschwister ebenfalls zum Unterhalt beitragen. Genau deshalb steht am Anfang immer das offene Gespräch mit der Partnerin. Das Nachtmilieu verändert die Ausgangslage Besonders schwierig wird die Situation, wenn die Partnerin aus dem Nachtgewerbe stammt, was in Pattaya häufig vorkommt. Dort werden nicht selten 50.000 bis 70.000 Baht im Monat verdient, wovon oft bereits die Hälfte nach Hause geschickt wird. Ein Angebot von 100 oder 200 Euro monatlich wirkt vor diesem Hintergrund nicht wie Unterstützung, sondern wie ein Bruchteil des Tagesverdienstes. Hinzu kommt, dass nicht nur die Frau, sondern auch ihre Familie mit einem bestimmten monatlichen Betrag rechnet. Das eigene Budget wird am häufigsten übersehen Bei aller Diskussion über angemessene Beträge gerät der wichtigste Faktor regelmäßig aus dem Blick, nämlich die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit. Die Fragen lauten schlicht, ob man das überhaupt schafft und ob man es überhaupt will. Wer eine Partnerin aus Ersparnissen finanziert, weil die monatlichen Einnahmen nicht reichen, steht zwangsläufig irgendwann vor einem leeren Konto. Die klare Warnung aus dem Podcast lautet, sich unter keinen Umständen selbst in Schwierigkeiten zu bringen, denn ohne Geld ist die gemeinsame Zukunft ohnehin beendet. Warum das Gespräch früh geführt werden muss Je länger eine Beziehung dauert, desto stärker wird die emotionale Abhängigkeit und desto schwieriger wird der nüchterne Blick auf die Zahlen. Wer bei 70.000 Baht Rente monatlich 30.000 Baht abgeben soll, tut sich am Anfang deutlich leichter mit einer Absage als nach mehreren Jahren. Hinzu kommt, dass sich eine einmal etablierte Zahlung praktisch nicht mehr senken lässt, denn nach unten geht es erfahrungsgemäß sehr schwer. Die eigene Rente oder das Gehalt muss dabei niemand offenlegen, wohl aber die eigenen Möglichkeiten und Verpflichtungen. Die Summe ist nicht das gemeinsame Haushaltsbudget Ein verbreiteter Denkfehler besteht darin, die Unterstützung wie ein europäisches Haushaltsbudget zu behandeln. Wer 30.000 Baht gibt, hat diesen Betrag abgegeben, danach kommen Strom, Wasser, Essen im Restaurant und der gemeinsame Urlaub obendrauf. Auch wenn die Partnerin selbst arbeitet und 15.000 oder 30.000 Baht verdient, wird sie dieses Geld in aller Regel nicht in eine gemeinsame Kasse einzahlen. In Europa wird in Haushaltsbudgets gerechnet, in aber Thailand nicht. Zwei Beispiele aus der Praxis Im ersten Fall arbeitet die thailändische Freundin nicht, kümmert sich dafür vollständig um den Haushalt, und die Familie erhält 10.000 Baht im Monat. Diese Regelung läuft seit Jahren stabil und wird von beiden Seiten als fairer Ausgleich empfunden, zumal ein Job für 12.000 oder 13.000 Baht kaum einen Mehrwert gebracht hätte. Im zweiten Fall kündigte eine Frau ihre Bürostelle, weil ein Ausländer ihr 60.000 Baht monatlich zahlt. Beträge von 100.000 Baht kommen ebenfalls vor, allerdings ausschließlich bei Männern, für die diese Summe finanziell keine Rolle spielt. Schulden der Familie sind eine besondere Falle Ist die Familie verschuldet, entsteht schnell eine emotionale Verpflichtung, hier helfen zu müssen. Genau daraus wird jedoch häufig eine handfeste Gefahr für die eigene Existenz. Wer selbst zur Bank geht und einen Kredit aufnimmt, um die Familie der Partnerin schuldenfrei zu bekommen, verlagert das Problem lediglich auf die eigene Person. Auch die andere Seite hat berechtigte Interessen Fairerweise gehört zum Thema auch die Perspektive der Partnerin, die über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre an der Seite bleibt. Was geschieht, wenn der Partner krank wird oder verstirbt, und ist sie in diesem Fall abgesichert? Wer erwartet, dass sich jemand kümmert und pflegt, kann diese Person am Ende nicht mit leeren Händen zurücklassen. Für viele Thailänder ist die Heirat dabei nicht nur eine rechtliche Absicherung, sondern auch ein sozialer Status gegenüber der eigenen Familie. Klarheit statt Schweigen Wer von vornherein sagt, dass er nicht heiraten, die Familie nicht unterstützen und kein Testament aufsetzen wird, darf im Umkehrschluss auch nichts erwarten. Diese Haltung ist legitim, sie muss nur klar kommuniziert werden, und für den Fall ohne Heirat gibt es anderweitige rechtliche Möglichkeiten der Absicherung. Umgekehrt gilt ebenso, dass die Partnerin keine Verbindlichkeiten hat und ihrerseits jederzeit gehen kann. Wie in Europa beruht am Ende alles auf Kommunikation und Ehrlichkeit. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

0:00-31:17

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Muss ein Ausländer seine thailändische Freundin oder Ehefrau finanziell unterstützen, und wenn ja, in welcher Höhe? In Folge 83 des Auswandern Thailand Podcast greifen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer eine Frage auf, die seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird. Anlass sind zahlreiche Zuschriften von Hörern, die im Alltag spürbar verunsichert sind. Die eine Seite hält jede Zahlung für selbstverständlich, die andere spricht davon, für eine Frau zu bezahlen.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="nBYnKNVPEW4" caption="Zwischen 0 und 100.000 Baht: was Männer in Thailand wirklich zahlen"]

Wie es in Deutschland und Österreich läuft

Ein Blick auf die Ausgangslage in den Herkunftsländern macht den Unterschied deutlich. Dort arbeiten in einer Partnerschaft in aller Regel beide Seiten, weil ein einzelnes Gehalt den gewünschten Lebensstandard längst nicht mehr hergibt. Beide Partner verdienen eigenes Geld, beide steuern zum Haushaltsbudget bei, und die gemeinsamen Kosten werden anschließend aufgeteilt. Eine Unterstützung der Eltern ist dabei nicht vorgesehen, weil die ältere Generation über das Sozialsystem versorgt ist oder eigenes Vermögen aufgebaut hat.

Das thailändische Sozialsystem verschiebt die Verantwortung

In Thailand liegt genau diese Aufgabe bei den Kindern. Wer überhaupt in der Sozialversicherung war, erhält eine Rente, die zum Überleben nicht ausreicht, und ab einem gewissen Alter ist körperliche Arbeit schlicht nicht mehr möglich. Der häufigste Fall in der Praxis sind Eltern aus dem Isan, die als Reisbauern arbeiten, was sich mit siebzig oder achtzig Jahren nicht mehr durchhalten lässt. Wer in Thailand also ein gutes Gehalt von 35.000 bis 40.000 Baht verdient, gibt davon traditionell einen Teil an die Familie ab.

Brautgeld und die Frage der Gesichtswahrung

Auch bei der Hochzeit laufen die Erwartungen in beiden Kulturen genau entgegengesetzt. In Europa geben die älteren Generationen dem jungen Paar etwas mit, damit dieses sich eine Zukunft aufbauen kann. In Thailand ist traditionell ein Brautgeld an die Eltern üblich, das anschließend jedoch sehr häufig wieder zurückgegeben wird. Wolfgang Payer schildert einen Fall, in dem die wohlhabende Familie selbst eine Million Baht bereitstellte, die er bei der Zeremonie vor allen Gästen an die Brautmutter übergab und die das Paar danach als Hochzeitsgeschenk zurückerhielt.

Der entscheidende Unterschied zwischen finanzieren und unterstützen

Unterstützen bedeutet, dass eine Familie den ganzen Tag ihre Farm bewirtschaftet, zur Saison Reis anbaut und das Einkommen dennoch nicht ausreicht. Finanzieren bedeutet, dass niemand mehr arbeitet und schlicht darauf gewartet wird, dass das Geld aus dem Ausland eintrifft. Um diesen Unterschied überhaupt beurteilen zu können, empfehlen beide, die Familie persönlich kennenzulernen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Warum es keine feste Summe geben kann

Eine allgemeingültige Zahl existiert nicht, und der Versuch, eine solche festzulegen, führt regelmäßig in die Irre. Die Summe lässt sich weder pauschal am Alter noch an der Kinderzahl noch an der Ausbildung festmachen, denn eine Staffelung nach Schulabschluss wäre weder fair noch praktikabel. Entscheidend ist die konkrete Lebenssituation, also ob überhaupt Familie vorhanden ist, ob Erwartungen bestehen und ob Geschwister ebenfalls zum Unterhalt beitragen. Genau deshalb steht am Anfang immer das offene Gespräch mit der Partnerin.

Das Nachtmilieu verändert die Ausgangslage

Besonders schwierig wird die Situation, wenn die Partnerin aus dem Nachtgewerbe stammt, was in Pattaya häufig vorkommt. Dort werden nicht selten 50.000 bis 70.000 Baht im Monat verdient, wovon oft bereits die Hälfte nach Hause geschickt wird. Ein Angebot von 100 oder 200 Euro monatlich wirkt vor diesem Hintergrund nicht wie Unterstützung, sondern wie ein Bruchteil des Tagesverdienstes. Hinzu kommt, dass nicht nur die Frau, sondern auch ihre Familie mit einem bestimmten monatlichen Betrag rechnet.

Das eigene Budget wird am häufigsten übersehen

Bei aller Diskussion über angemessene Beträge gerät der wichtigste Faktor regelmäßig aus dem Blick, nämlich die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit. Die Fragen lauten schlicht, ob man das überhaupt schafft und ob man es überhaupt will. Wer eine Partnerin aus Ersparnissen finanziert, weil die monatlichen Einnahmen nicht reichen, steht zwangsläufig irgendwann vor einem leeren Konto. Die klare Warnung aus dem Podcast lautet, sich unter keinen Umständen selbst in Schwierigkeiten zu bringen, denn ohne Geld ist die gemeinsame Zukunft ohnehin beendet.

Warum das Gespräch früh geführt werden muss

Je länger eine Beziehung dauert, desto stärker wird die emotionale Abhängigkeit und desto schwieriger wird der nüchterne Blick auf die Zahlen. Wer bei 70.000 Baht Rente monatlich 30.000 Baht abgeben soll, tut sich am Anfang deutlich leichter mit einer Absage als nach mehreren Jahren. Hinzu kommt, dass sich eine einmal etablierte Zahlung praktisch nicht mehr senken lässt, denn nach unten geht es erfahrungsgemäß sehr schwer. Die eigene Rente oder das Gehalt muss dabei niemand offenlegen, wohl aber die eigenen Möglichkeiten und Verpflichtungen.

Die Summe ist nicht das gemeinsame Haushaltsbudget

Ein verbreiteter Denkfehler besteht darin, die Unterstützung wie ein europäisches Haushaltsbudget zu behandeln. Wer 30.000 Baht gibt, hat diesen Betrag abgegeben, danach kommen Strom, Wasser, Essen im Restaurant und der gemeinsame Urlaub obendrauf. Auch wenn die Partnerin selbst arbeitet und 15.000 oder 30.000 Baht verdient, wird sie dieses Geld in aller Regel nicht in eine gemeinsame Kasse einzahlen. In Europa wird in Haushaltsbudgets gerechnet, in aber Thailand nicht.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Im ersten Fall arbeitet die thailändische Freundin nicht, kümmert sich dafür vollständig um den Haushalt, und die Familie erhält 10.000 Baht im Monat. Diese Regelung läuft seit Jahren stabil und wird von beiden Seiten als fairer Ausgleich empfunden, zumal ein Job für 12.000 oder 13.000 Baht kaum einen Mehrwert gebracht hätte. Im zweiten Fall kündigte eine Frau ihre Bürostelle, weil ein Ausländer ihr 60.000 Baht monatlich zahlt. Beträge von 100.000 Baht kommen ebenfalls vor, allerdings ausschließlich bei Männern, für die diese Summe finanziell keine Rolle spielt.

Schulden der Familie sind eine besondere Falle

Ist die Familie verschuldet, entsteht schnell eine emotionale Verpflichtung, hier helfen zu müssen. Genau daraus wird jedoch häufig eine handfeste Gefahr für die eigene Existenz. Wer selbst zur Bank geht und einen Kredit aufnimmt, um die Familie der Partnerin schuldenfrei zu bekommen, verlagert das Problem lediglich auf die eigene Person.

Auch die andere Seite hat berechtigte Interessen

Fairerweise gehört zum Thema auch die Perspektive der Partnerin, die über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre an der Seite bleibt. Was geschieht, wenn der Partner krank wird oder verstirbt, und ist sie in diesem Fall abgesichert? Wer erwartet, dass sich jemand kümmert und pflegt, kann diese Person am Ende nicht mit leeren Händen zurücklassen. Für viele Thailänder ist die Heirat dabei nicht nur eine rechtliche Absicherung, sondern auch ein sozialer Status gegenüber der eigenen Familie.

Klarheit statt Schweigen

Wer von vornherein sagt, dass er nicht heiraten, die Familie nicht unterstützen und kein Testament aufsetzen wird, darf im Umkehrschluss auch nichts erwarten. Diese Haltung ist legitim, sie muss nur klar kommuniziert werden, und für den Fall ohne Heirat gibt es anderweitige rechtliche Möglichkeiten der Absicherung. Umgekehrt gilt ebenso, dass die Partnerin keine Verbindlichkeiten hat und ihrerseits jederzeit gehen kann. Wie in Europa beruht am Ende alles auf Kommunikation und Ehrlichkeit.

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