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Auswandern Thailand Podcast · August 1 · 29 min

#82 – Thailand: Insel oder Festland - wo lebt man besser?

Auf einer Insel in Thailand zu leben gehört zu den häufigsten Träumen von Auswanderern überhaupt. In der neuen Folge des Auswandern Thailand Podcast stellen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer diesem Traum die Alltagsrealität gegenüber. Beide sind bekennende Inselfans und verbringen ihren Urlaub regelmäßig auf thailändischen Inseln. Dauerhaft dort zu leben ist nach ihrer Einschätzung jedoch etwas völlig anderes, als eine Woche mit dem Roller über die Insel zu fahren. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="ej-nMwrYMv0" caption="Thailand: Insel oder Festland - wo lebt man besser?"] Warum das Robinson-Crusoe-Gefühl so stark wirkt Der Gedanke, das Leben auf einer kleinen Insel noch einmal ganz von vorne zu beginnen, hat eine enorme emotionale Kraft. Unberührte Natur, kaum Tourismus, ein alter Motorroller und ein einfacher Tante-Emma-Laden erzeugen genau das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Verstärkt wird dieser Eindruck durch Bilder, die jeder Thailandreisende kennt, etwa das große Foto mit dem Holzsteg im Flughafen von Bangkok, das auf Koh Mak entstanden ist. Solche Motive lösen Emotionen aus, sie zeigen aber ausschließlich die Urlaubsperspektive. Im Urlaub gelten völlig andere Maßstäbe Als Tourist gilt die Regel, je abgelegener und einfacher, desto besser. Je weniger Hotels, je kleiner der Laden und je einheimischer die Insel wirkt, desto intensiver ist das Erlebnis. Wer dauerhaft bleibt, stellt allerdings sehr schnell ganz andere Ansprüche an seinen Wohnort. Genau an diesem Punkt beginnt die Auseinandersetzung mit Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Behörden. Die drei Kategorien thailändischer Inseln Sinnvoll ist eine Einteilung in drei Gruppen. Große Inseln wie Phuket oder Koh Samui sind zwar formal Inseln, funktionieren im Alltag aber wie eigene Ökosysteme mit Flughafen, Einkaufszentren und vollständiger Versorgung. Mittelgroße Inseln wie Koh Chang bieten eine gute, aber begrenzte Infrastruktur. Kleine Inseln wie Koh Kut, Koh Mak oder Koh Surin scheiden für eine Auswanderung praktisch aus, teilweise ist dort nicht einmal eine Übernachtung möglich. Koh Chang als praktikabler Kompromiss Koh Chang gilt als eierlegende Wollmilchsau unter den thailändischen Inseln. Es gibt ein Krankenhaus, große Supermärkte wie Makro und Big C sowie ein eigenes Immigration Office, was für Ausländer ein erheblicher Vorteil ist. Die Fähre zum Festland benötigt lediglich rund fünfundvierzig Minuten, sodass die Verbindung zur Zivilisation jederzeit gegeben ist. Manche Bewohner bedauern zwar, dass der ursprüngliche Inselflair verloren gegangen ist, im Alltag überwiegen die Vorteile dieser Entwicklung jedoch deutlich. Behördengänge werden zur Strapaze Auf kleineren Inseln existiert häufig nur ein District Office, danach ist die behördliche Versorgung bereits erschöpft. Für Angelegenheiten der Immigration oder für den Führerschein steht jedes Mal die Fahrt nach Koh Chang oder auf das Festland nach Trat an. Ein Firmenkunde von Stefan Fabbro lebt inzwischen auf Koh Samui und unterhält sein Büro weiterhin auf Koh Phangan, wo es weder ein Social Security Office noch ein Finanzamt oder DBD Office gibt. Wer noch im Arbeitsleben steht, verliert dadurch regelmäßig ganze Tage, während in Pattaya sämtliche Ämter im Umkreis von zehn Minuten erreichbar sind. Medizinische Versorgung als entscheidender Faktor Auf den kleinen Inseln stehen ausschließlich staatliche Dorfkrankenhäuser zur Verfügung. Für Auswanderer Anfang dreißig spielt dieser Punkt erfahrungsgemäß eine untergeordnete Rolle, im höheren Alter verändert sich die Bewertung jedoch grundlegend. Sinnvoll ist ein ordentliches Krankenhaus in einer Reichweite von zehn bis fünfzehn Minuten, insbesondere bei chronischen Erkrankungen und regelmäßigen Gesundheitschecks. Wer erst von einer Insel zur nächsten und anschließend noch auf das Festland übersetzen muss, verliert im Ernstfall wertvolle Zeit. Familien stoßen an klare Grenzen Für Familien mit Kindern verschärft sich die Lage zusätzlich, denn die Schulsituation ist auf Inseln durchweg dünn. Bereits außerhalb der Ballungszentren wird es schwierig, eine moderne Schulbildung mit kompetenten Lehrkräften zu finden. Wer sein Kind nicht auf eine staatliche Thai-Schule schicken möchte, muss die Kinder täglich mit der Fähre auf das Festland und abends wieder zurück bringen. In etwa neunzig Prozent der Fälle sollte die Insel für Familien daher nach reiflicher Überlegung vom Tisch sein. Soziale Kontakte und der Anschluss vor Ort Wer gerne allein lebt, kommt auf einer Insel ebenso zurecht wie in Bangkok oder im Isan. Für alle anderen ist der begrenzte Kreis möglicher Kontakte ein ernstzunehmender Punkt, denn nach einer Woche kennt man die halbe Insel. Hinzu kommt, dass Zugezogene in den kleinen Dorfgemeinschaften oft nur schwer Anschluss finden. Häufig muss man in die gewachsenen Strukturen hineingeboren sein, um wirklich dazuzugehören. Sandflöhe und andere unerwartete Probleme Ein Erlebnis aus dem Podcast zeigt, wie schnell aus der Trauminsel ein Albtraum werden kann. Nach fünf Tagen auf einer kleinen Insel kehrte Wolfgang Payer vollständig zerstochen zurück, verursacht nicht durch Mücken, sondern durch Sandflöhe. Die Wunden entzünden sich von innen und die Narben begleiten die Betroffenen anschließend über Monate. Sobald die Gesundheit betroffen ist, endet der Spaß am Inselleben unmittelbar. Höhere Preise und knapper Wohnraum Viele Waren sind auf Inseln deutlich teurer als auf dem Festland, weil sie erst dorthin transportiert werden müssen. Auch für Thailänder ist ein Leben auf der Insel häufig nicht mehr bezahlbar, was sich an den einfachen Wohnverhältnissen vieler Einheimischer ablesen lässt. Schöne Wohnanlagen existieren zwar, sind aber so teuer, dass sie weder für Normalverdiener noch für viele Expats infrage kommen. Der Grund ist einfach nachvollziehbar, denn eine Insel kann sich nicht ausdehnen, während Pattaya immer weiter nach hinten wächst und dadurch bezahlbarer Wohnraum erhalten bleibt. Das Wetter unterscheidet sich deutlich vom Festland Ein Punkt, der in der Planung fast immer übersehen wird, ist das Wetter auf den Inseln. Bei bestem Wetter in Pattaya gestartet, folgten auf Koh Chang mehrere Tage Dauerregen mit grauen Wolken, während Freunde auf dem Festland weiterhin Sonnenschein meldeten. Ähnliche Berichte gibt es aus dem Süden von Koh Samui und Phuket. Wer dort lebt, muss sich mit dieser Eigenheit arrangieren können. Die perfekte Mischung aus beiden Welten Ein junges Paar, das Stefan kennt, hat für sich eine praktikable Lösung gefunden. Es lebt auf der Insel und genießt dort alles, was das Inselleben ausmacht, fährt aber alle paar Wochen für vier bis sieben Tage auf das Festland. Restaurants, Shopping und Abwechslung werden dort nachgeholt, bevor es zurück auf die Insel geht. Jeder Mensch sucht früher oder später den Ausgleich zu seinem Alltag, weshalb sich eine Insel in erreichbarer Nähe zur Zivilisation als beste Variante anbietet. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

0:00-29:25

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Auf einer Insel in Thailand zu leben gehört zu den häufigsten Träumen von Auswanderern überhaupt. In der neuen Folge des Auswandern Thailand Podcast stellen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer diesem Traum die Alltagsrealität gegenüber. Beide sind bekennende Inselfans und verbringen ihren Urlaub regelmäßig auf thailändischen Inseln. Dauerhaft dort zu leben ist nach ihrer Einschätzung jedoch etwas völlig anderes, als eine Woche mit dem Roller über die Insel zu fahren.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="ej-nMwrYMv0" caption="Thailand: Insel oder Festland - wo lebt man besser?"]

Warum das Robinson-Crusoe-Gefühl so stark wirkt

Der Gedanke, das Leben auf einer kleinen Insel noch einmal ganz von vorne zu beginnen, hat eine enorme emotionale Kraft. Unberührte Natur, kaum Tourismus, ein alter Motorroller und ein einfacher Tante-Emma-Laden erzeugen genau das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Verstärkt wird dieser Eindruck durch Bilder, die jeder Thailandreisende kennt, etwa das große Foto mit dem Holzsteg im Flughafen von Bangkok, das auf Koh Mak entstanden ist. Solche Motive lösen Emotionen aus, sie zeigen aber ausschließlich die Urlaubsperspektive.

Im Urlaub gelten völlig andere Maßstäbe

Als Tourist gilt die Regel, je abgelegener und einfacher, desto besser. Je weniger Hotels, je kleiner der Laden und je einheimischer die Insel wirkt, desto intensiver ist das Erlebnis. Wer dauerhaft bleibt, stellt allerdings sehr schnell ganz andere Ansprüche an seinen Wohnort. Genau an diesem Punkt beginnt die Auseinandersetzung mit Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Behörden.

Die drei Kategorien thailändischer Inseln

Sinnvoll ist eine Einteilung in drei Gruppen. Große Inseln wie Phuket oder Koh Samui sind zwar formal Inseln, funktionieren im Alltag aber wie eigene Ökosysteme mit Flughafen, Einkaufszentren und vollständiger Versorgung. Mittelgroße Inseln wie Koh Chang bieten eine gute, aber begrenzte Infrastruktur. Kleine Inseln wie Koh Kut, Koh Mak oder Koh Surin scheiden für eine Auswanderung praktisch aus, teilweise ist dort nicht einmal eine Übernachtung möglich.

Koh Chang als praktikabler Kompromiss

Koh Chang gilt als eierlegende Wollmilchsau unter den thailändischen Inseln. Es gibt ein Krankenhaus, große Supermärkte wie Makro und Big C sowie ein eigenes Immigration Office, was für Ausländer ein erheblicher Vorteil ist. Die Fähre zum Festland benötigt lediglich rund fünfundvierzig Minuten, sodass die Verbindung zur Zivilisation jederzeit gegeben ist. Manche Bewohner bedauern zwar, dass der ursprüngliche Inselflair verloren gegangen ist, im Alltag überwiegen die Vorteile dieser Entwicklung jedoch deutlich.

Behördengänge werden zur Strapaze

Auf kleineren Inseln existiert häufig nur ein District Office, danach ist die behördliche Versorgung bereits erschöpft. Für Angelegenheiten der Immigration oder für den Führerschein steht jedes Mal die Fahrt nach Koh Chang oder auf das Festland nach Trat an. Ein Firmenkunde von Stefan Fabbro lebt inzwischen auf Koh Samui und unterhält sein Büro weiterhin auf Koh Phangan, wo es weder ein Social Security Office noch ein Finanzamt oder DBD Office gibt. Wer noch im Arbeitsleben steht, verliert dadurch regelmäßig ganze Tage, während in Pattaya sämtliche Ämter im Umkreis von zehn Minuten erreichbar sind.

Medizinische Versorgung als entscheidender Faktor

Auf den kleinen Inseln stehen ausschließlich staatliche Dorfkrankenhäuser zur Verfügung. Für Auswanderer Anfang dreißig spielt dieser Punkt erfahrungsgemäß eine untergeordnete Rolle, im höheren Alter verändert sich die Bewertung jedoch grundlegend. Sinnvoll ist ein ordentliches Krankenhaus in einer Reichweite von zehn bis fünfzehn Minuten, insbesondere bei chronischen Erkrankungen und regelmäßigen Gesundheitschecks. Wer erst von einer Insel zur nächsten und anschließend noch auf das Festland übersetzen muss, verliert im Ernstfall wertvolle Zeit.

Familien stoßen an klare Grenzen

Für Familien mit Kindern verschärft sich die Lage zusätzlich, denn die Schulsituation ist auf Inseln durchweg dünn. Bereits außerhalb der Ballungszentren wird es schwierig, eine moderne Schulbildung mit kompetenten Lehrkräften zu finden. Wer sein Kind nicht auf eine staatliche Thai-Schule schicken möchte, muss die Kinder täglich mit der Fähre auf das Festland und abends wieder zurück bringen. In etwa neunzig Prozent der Fälle sollte die Insel für Familien daher nach reiflicher Überlegung vom Tisch sein.

Soziale Kontakte und der Anschluss vor Ort

Wer gerne allein lebt, kommt auf einer Insel ebenso zurecht wie in Bangkok oder im Isan. Für alle anderen ist der begrenzte Kreis möglicher Kontakte ein ernstzunehmender Punkt, denn nach einer Woche kennt man die halbe Insel. Hinzu kommt, dass Zugezogene in den kleinen Dorfgemeinschaften oft nur schwer Anschluss finden. Häufig muss man in die gewachsenen Strukturen hineingeboren sein, um wirklich dazuzugehören.

Sandflöhe und andere unerwartete Probleme

Ein Erlebnis aus dem Podcast zeigt, wie schnell aus der Trauminsel ein Albtraum werden kann. Nach fünf Tagen auf einer kleinen Insel kehrte Wolfgang Payer vollständig zerstochen zurück, verursacht nicht durch Mücken, sondern durch Sandflöhe. Die Wunden entzünden sich von innen und die Narben begleiten die Betroffenen anschließend über Monate. Sobald die Gesundheit betroffen ist, endet der Spaß am Inselleben unmittelbar.

Höhere Preise und knapper Wohnraum

Viele Waren sind auf Inseln deutlich teurer als auf dem Festland, weil sie erst dorthin transportiert werden müssen. Auch für Thailänder ist ein Leben auf der Insel häufig nicht mehr bezahlbar, was sich an den einfachen Wohnverhältnissen vieler Einheimischer ablesen lässt. Schöne Wohnanlagen existieren zwar, sind aber so teuer, dass sie weder für Normalverdiener noch für viele Expats infrage kommen. Der Grund ist einfach nachvollziehbar, denn eine Insel kann sich nicht ausdehnen, während Pattaya immer weiter nach hinten wächst und dadurch bezahlbarer Wohnraum erhalten bleibt.

Das Wetter unterscheidet sich deutlich vom Festland

Ein Punkt, der in der Planung fast immer übersehen wird, ist das Wetter auf den Inseln. Bei bestem Wetter in Pattaya gestartet, folgten auf Koh Chang mehrere Tage Dauerregen mit grauen Wolken, während Freunde auf dem Festland weiterhin Sonnenschein meldeten. Ähnliche Berichte gibt es aus dem Süden von Koh Samui und Phuket. Wer dort lebt, muss sich mit dieser Eigenheit arrangieren können.

Die perfekte Mischung aus beiden Welten

Ein junges Paar, das Stefan kennt, hat für sich eine praktikable Lösung gefunden. Es lebt auf der Insel und genießt dort alles, was das Inselleben ausmacht, fährt aber alle paar Wochen für vier bis sieben Tage auf das Festland. Restaurants, Shopping und Abwechslung werden dort nachgeholt, bevor es zurück auf die Insel geht. Jeder Mensch sucht früher oder später den Ausgleich zu seinem Alltag, weshalb sich eine Insel in erreichbarer Nähe zur Zivilisation als beste Variante anbietet.

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