#80 – Checkliste nach dem Auswandern 2026
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In Folge 80 des Auswandern Thailand Podcast setzen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer die Checkliste aus der Vorfolge fort und widmen sich der Zeit nach der Ankunft. Viele Auswanderer kümmern sich zuerst um die sichtbaren Dinge wie eine Wohnung oder einen Roller und merken erst viel später, dass ganz andere Themen wichtiger gewesen wären. Stefan und Wolfgang gehen daher Punkt für Punkt durch, was Sie in den ersten Tagen und Wochen wirklich erledigen müssen. Die Liste beginnt dabei nicht in Ihrer neuen Stadt, sondern bereits am Flughafen.
[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="HI0LNA9KKCw" caption="Checkliste nach dem Auswandern 2026"]Der Stempel im Pass und die TM30-Meldung
Kontrollieren Sie noch vor dem Gepäckband, ob der richtige Stempel in Ihrem Pass steht und ob Aufenthaltsdauer und Einreisedatum stimmen. Wolfgang Payer berichtet von Schülern seiner Sprachschule, die mit einem Touristenstempel einreisten, obwohl sie ein Education Visum besaßen, und dadurch die 90 Tage nicht eingetragen bekamen. Ein solcher Fehler lässt sich ausschließlich bei der Immigration des Grenzübergangs korrigieren, an dem Sie eingereist sind, was im Zweifel eine Rückfahrt nach Bangkok bedeutet. Direkt danach folgt die TM30-Meldung Ihrer Adresse, die innerhalb von 24 Stunden erfolgen muss und in der Zuständigkeit des Vermieters oder des Hotels liegt.
Steuernummer und steuerliche Zuständigkeit
Klären Sie früh, ob Sie in Thailand oder weiterhin in der Heimat steuerpflichtig sind, und suchen Sie dafür das hiesige Finanzamt auf. Eine Steuernummer bedeutet nicht automatisch, dass Steuern anfallen, sondern zunächst nur, dass Sie überhaupt registriert sind. Manche Finanzämter stellen die Nummer allerdings erst aus, wenn Sie sich tatsächlich länger als 180 Tage im Kalenderjahr im Land aufhalten. Da es zudem ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt und bereits gezahlte Steuern gegengerechnet werden können, empfehlen die beiden ausdrücklich einen qualifizierten und lizenzierten Steuerberater.
Versicherungen vor Ort abschließen
Wer ohne vernünftige Krankenversicherung angereist ist, kann diese auch in Thailand noch abschließen, unter anderem über deutschsprachige Vertreter oder den Versicherungsexperten aus der Facebook-Gruppe. Denken Sie dabei nicht nur an die Gesundheit, denn auch eine Hausrat-, Haftpflicht- oder Kfz-Versicherung kann sinnvoll sein. Grundsätzlich gilt, dass existenziell bedrohliche Risiken abgesichert gehören, beim Fahrzeug aber auch die eigenen Schäden und nicht nur die Rechnungen anderer. Erfreulicherweise sind viele dieser Policen in Thailand erstaunlich preiswert.
Bankkonto und thailändische Telefonnummer
Das Bankkonto kann Ihnen einige Kopfschmerzen bereiten, denn die Bank prüft zuerst, mit welchem Visum Sie eingereist sind, und bei manchen Visumarten ist ein Konto schlicht nicht möglich. Jede Filiale handhabt die Anforderungen zudem unterschiedlich und verlangt mal einen Führerschein, mal eine Steuernummer und mal die zwölfmonatige Extension of Stay. Prüfen Sie parallel, ob Ihr Konto in der Heimat weiterhin online funktioniert, ob Ihre Karten für das Ausland freigeschaltet sind und wie der Empfang der Bestätigungscodes geregelt ist. Für das Online-Banking und die OTP-Codes brauchen Sie ohnehin eine thailändische Telefonnummer, wobei hier fast ausschließlich Internet-Tarife gewählt werden und die Anbieter sich preislich wie netztechnisch kaum unterscheiden.
Die richtige Wohnung und ihre Lage
Ein Hotel eignet sich weder preislich noch praktisch für einen Daueraufenthalt, weshalb Sie sich zeitnah um eine dauerhafte Unterkunft kümmern sollten, häufig ein Kondominium mit Sauna, Fitnessstudio und Pool. Mieten Sie zuerst und schauen Sie in Ruhe, wie es sich in der Gegend tatsächlich lebt, denn selbst das schönste Objekt nützt wenig bei schwierigen Nachbarn oder nächtlichem Lärm. Achten Sie außerdem auf die Verkehrsanbindung und darauf, ob Ihr Wunschort in einer Hochwassergegend liegt. Wolfgang Payer wählte anfangs bewusst eine Wohnung an der Hauptroute der Baht-Busse, weil er so rund um die Uhr günstig überall hinkam.
Internet, Führerschein und Behördenwege
Ein eigener Internetanschluss neben dem Handy lohnt sich, denn Glasfaser ist in Touristenhochburgen und Provinzen weit verbreitet und die Geschwindigkeiten sind Europa nach Einschätzung der beiden meilenweit voraus. Haben Sie Ihren nationalen und internationalen Führerschein dabei, lässt sich dieser ohne Prüfung umschreiben. Andernfalls holen Sie den thailändischen Führerschein über eine Fahrschule oder direkt beim Amt nach, was eher einem Wochenendkurs als einer deutschen Ausbildung gleicht. Praktisch ist außerdem eine Kopie des Green Book im Helmfach, denn bei Kontrollen wird gelegentlich ein Eigentumsnachweis verlangt, obwohl Sie gar nicht Eigentümer sein müssen.
Notfallplan, Testament und digitale Dokumente
Erstellen Sie einen Notfallplan für den Fall, dass etwas anders läuft als geplant, sei es ein Unfall, ein Krankenhausaufenthalt oder ein verlorener Reisepass. Dazu gehören eine Patientenverfügung für die Zeit vor dem Tod und ein Testament für die Zeit danach, wobei thailändischer Besitz ein thailändisches Testament verlangt und deutscher Besitz ein deutsches. Hinterlegen Sie eine Kontaktperson als Notfallkontakt und speichern Sie die hiesigen Nummern von Rettung, Polizei und Feuerwehr, denn im Ernstfall sind solche Dinge selten abrufbar. Digitalisieren Sie zudem alle wichtigen Papiere wie Chanote, Hausbuch, Kaufvertrag, Mietvertrag und die Visaseiten im Reisepass, was Ihnen viel Lauferei erspart.
Immigration-Routinen und Overstay-Regeln
Verstehen Sie die Abläufe der Immigration, denn Beamte haben in Thailand großen Interpretationsspielraum und offizielle Fristen werden vor Ort teils anders ausgelegt. Auf sein Recht zu pochen ist selten hilfreich, da sich die meisten Dinge ohne Gesichtsverlust regeln lassen. Die 90-Tages-Meldung gehört mit Alarm in den Kalender, weil sie erfahrungsgemäß gerne vergessen wird. Besonders ernst sind die Overstay-Regeln, denn wer sich selbst bei der Ausreise stellt, zahlt bis zu 20.000 Baht, wer dagegen von einem Kontrollorgan erwischt wird, riskiert ab dem ersten Tag Einreisesperre und Abschiebehaft.
Alltag, Familie und die lange Perspektive
Planen Sie langfristig statt in Zeiträumen von 30 oder 90 Tagen, bauen Sie sich eine Routine auf und pflegen Sie soziale Kontakte, gerne über Hobbys wie Golf, Motorradtouren oder Badminton und mit dem Erlernen der Sprache. Wer mit Familie kommt, trägt deutlich mehr Verantwortung, denn soziale Auffangnetze gibt es hier nicht und die Schulwahl zwischen staatlicher, privater und internationaler Schule will finanziell geplant sein, da ein Kind an einer internationalen Schule rund eine Million Baht und damit etwa 27.000 Euro im Jahr kosten kann. Denken Sie außerdem an die Altersvorsorge und daran, wie es weitergeht, wenn Sie einmal Hilfe im Alltag benötigen, wobei die Pflegemöglichkeiten in Thailand deutlich günstiger sind als in Europa. Halten Sie schließlich einen Plan B für eine Rückkehr bereit, denn manchmal zwingen Gesundheit oder Finanzen zu einem Schritt, den man nie geplant hatte.
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