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Auswandern Thailand Podcast · July 4 · 41 min

#78 – Deutsches Restaurant in Thailand übernehmen: Traum oder teurer Fehler?

Ein deutsches Lokal in Pattaya unter neuer Führung In Folge 78 des Auswandern Thailand Podcast begrüßen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einen Studiogast, der seit Jahresbeginn den Beergarden Bramburi betreibt. Das deutsch-thailändische Restaurant liegt in der Naklua Road im Norden von Pattaya und ist vielen Residenten ein Begriff. Der neue Betreiber Stephan Schaar hat das Lokal von seinem Vorgänger übernommen, der es zuvor rund zwölf Jahre lang geführt hatte. Der Anspruch bleibt derselbe, nämlich ehrliche und gut bürgerliche deutsche Küche zu fairen Preisen, ergänzt um thailändische Gerichte und regelmäßige Veranstaltungen. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="wxv0NccfbxE" caption="Deutsches Restaurant in Thailand übernehmen: Traum oder teurer Fehler?"] Ein bestehendes Restaurant übernehmen statt neu gründen Anders als die meisten Auswanderer, die in Thailand ein Lokal von Grund auf neu aufbauen, ist Stephan Schaar in einen laufenden Betrieb eingestiegen. Damit übernimmt er von Beginn an bestehende Gäste, eingespielte Abläufe und eine fertige Speisekarte, ähnlich wie bei einem Franchise. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass sofort Umsatz vorhanden ist und nicht erst mühsam ein Kundenstamm aufgebaut werden muss. Voraussetzung war allerdings, dass ihn das Konzept vollständig überzeugt hat, denn hinter einer deutschen Küche mit einfachen und ehrlichen Gerichten kann er zu hundert Prozent stehen. Warum das Netzwerk über solche Chancen entscheidet Von der Übernahme erfahren hat Stephan Schaar über einen engen Freund, den er bereits seit dem Kindergarten kennt und der seit vielen Jahren zum Bekanntenkreis des Vorbesitzers gehört. Genau daran zeigt sich, wie wichtig persönliche Kontakte beim Auswandern sind, denn eine solche Gelegenheit wird selten öffentlich ausgeschrieben. Die ersten Gespräche und Verhandlungen liefen fast vollständig mündlich ab, weil man sich auf einer Ebene per Handschlag schnell einig wurde. Erst die eigentliche Übergabe wurde dann sauber schriftlich geregelt und über ordentliche Verträge abgesichert. Geschützte Berufe und die Sprachbarriere im Alltag Als größte Herausforderung mit den thailändischen Mitarbeitern nennt Stephan Schaar eindeutig die Kommunikation, denn selbst auf Englisch dauern einfache Absprachen manchmal überraschend lange. Hinzu kommt die thailändische Rechtslage, die viele Tätigkeiten für Ausländer sperrt. Selbst mit einer Arbeitsgenehmigung darf ein Ausländer weder kassieren noch abservieren oder einen Tisch abwischen, weil dies geschützte Berufe sind, die ausschließlich Thailändern vorbehalten bleiben. Für den Betreiber bedeutet das eine spürbare Umstellung, denn er muss sich abgewöhnen, im Laden einfach selbst mit anzupacken. Klare Aufgabenteilung im Betrieb Um den Betrieb rechtssicher und reibungslos zu führen, sind die Rollen im Bramburi klar verteilt. Stephan Schaar kümmert sich um den Gastraum, geht an jeden Tisch, begrüßt die Gäste und übernimmt im Hintergrund Planung und Einkauf. Seine Frau leitet gemeinsam mit dem Serviceteam den laufenden Betrieb, während die erfahrenen Köche schon seit vielen Jahren im Haus sind und die thailändische Köchin ihre Gerichte weitgehend selbstständig zubereitet. So bleibt jede Tätigkeit in den richtigen Händen, und der Betreiber kann sich auf die Gäste und die Weiterentwicklung des Lokals konzentrieren. Veranstaltungen gegen die Einsamkeit vor Ort Sein eigentliches Alleinstellungsmerkmal sieht Stephan Schaar in der offenen Location und in seiner eigenen Art, den Laden zu führen. Aus seiner Zeit als Schausteller auf der Hamburger Reeperbahn bringt er eine ausgeprägte Nähe zur Musik und zur Unterhaltung mit, die er nun für regelmäßige Tanzabende und Events nutzen möchte. Dabei ist ihm aufgefallen, wie viele Menschen in Pattaya sich allein fühlen, weshalb er gezielt etwas für die Gemeinschaft schaffen will. Wer eine gültige Anmeldung und den Wunsch nach Abwechslung hat, findet in dem großzügigen Lokal genügend Platz für gemeinsame Abende. Behutsame Änderungen am bewährten Konzept Bei der Weiterentwicklung geht Stephan Schaar mit Bedacht vor, denn was gut läuft, bleibt bestehen, damit die Stammkunden sich weiterhin wohlfühlen. Eine erste sichtbare Neuerung betrifft den Freitag, an dem der bisherige Pizzatag durch einen Fischtag ersetzt wurde. Als gebürtiger Hamburger passt der Backfisch deutlich besser zum Profil des Hauses, zumal es in Pattaya bereits sehr viele gute Pizzerien gibt. So gelingt es, das bewährte Grundkonzept zu erhalten und es gleichzeitig behutsam um passende neue Angebote zu erweitern. Warum viele an der Selbstständigkeit scheitern Zum Abschluss richtet Stephan Schaar einen ehrlichen Ratschlag an alle, die in Thailand ein Restaurant oder eine Bar eröffnen wollen. Man müsse für die Sache brennen und sie mit Herz und Leidenschaft betreiben, denn wer die Gastronomie nur aus Mangel an Alternativen wählt, scheitert erfahrungsgemäß häufig. Gerade eine Bar erscheint vielen als einfacher Einstieg, doch ohne klaren Plan wird man schnell zum besten Kunden im eigenen Laden und ist nach wenigen Monaten wieder weg. Hinzu kommt die Realität der Nebensaison, in der weniger Touristen im Land sind und schlaflose Nächte und volle Belastung zum Geschäft dazugehören. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

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Ein deutsches Lokal in Pattaya unter neuer Führung

In Folge 78 des Auswandern Thailand Podcast begrüßen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einen Studiogast, der seit Jahresbeginn den Beergarden Bramburi betreibt. Das deutsch-thailändische Restaurant liegt in der Naklua Road im Norden von Pattaya und ist vielen Residenten ein Begriff. Der neue Betreiber Stephan Schaar hat das Lokal von seinem Vorgänger übernommen, der es zuvor rund zwölf Jahre lang geführt hatte. Der Anspruch bleibt derselbe, nämlich ehrliche und gut bürgerliche deutsche Küche zu fairen Preisen, ergänzt um thailändische Gerichte und regelmäßige Veranstaltungen.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="wxv0NccfbxE" caption="Deutsches Restaurant in Thailand übernehmen: Traum oder teurer Fehler?"]

Ein bestehendes Restaurant übernehmen statt neu gründen

Anders als die meisten Auswanderer, die in Thailand ein Lokal von Grund auf neu aufbauen, ist Stephan Schaar in einen laufenden Betrieb eingestiegen. Damit übernimmt er von Beginn an bestehende Gäste, eingespielte Abläufe und eine fertige Speisekarte, ähnlich wie bei einem Franchise. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass sofort Umsatz vorhanden ist und nicht erst mühsam ein Kundenstamm aufgebaut werden muss. Voraussetzung war allerdings, dass ihn das Konzept vollständig überzeugt hat, denn hinter einer deutschen Küche mit einfachen und ehrlichen Gerichten kann er zu hundert Prozent stehen.

Warum das Netzwerk über solche Chancen entscheidet

Von der Übernahme erfahren hat Stephan Schaar über einen engen Freund, den er bereits seit dem Kindergarten kennt und der seit vielen Jahren zum Bekanntenkreis des Vorbesitzers gehört. Genau daran zeigt sich, wie wichtig persönliche Kontakte beim Auswandern sind, denn eine solche Gelegenheit wird selten öffentlich ausgeschrieben. Die ersten Gespräche und Verhandlungen liefen fast vollständig mündlich ab, weil man sich auf einer Ebene per Handschlag schnell einig wurde. Erst die eigentliche Übergabe wurde dann sauber schriftlich geregelt und über ordentliche Verträge abgesichert.

Geschützte Berufe und die Sprachbarriere im Alltag

Als größte Herausforderung mit den thailändischen Mitarbeitern nennt Stephan Schaar eindeutig die Kommunikation, denn selbst auf Englisch dauern einfache Absprachen manchmal überraschend lange. Hinzu kommt die thailändische Rechtslage, die viele Tätigkeiten für Ausländer sperrt. Selbst mit einer Arbeitsgenehmigung darf ein Ausländer weder kassieren noch abservieren oder einen Tisch abwischen, weil dies geschützte Berufe sind, die ausschließlich Thailändern vorbehalten bleiben. Für den Betreiber bedeutet das eine spürbare Umstellung, denn er muss sich abgewöhnen, im Laden einfach selbst mit anzupacken.

Klare Aufgabenteilung im Betrieb

Um den Betrieb rechtssicher und reibungslos zu führen, sind die Rollen im Bramburi klar verteilt. Stephan Schaar kümmert sich um den Gastraum, geht an jeden Tisch, begrüßt die Gäste und übernimmt im Hintergrund Planung und Einkauf. Seine Frau leitet gemeinsam mit dem Serviceteam den laufenden Betrieb, während die erfahrenen Köche schon seit vielen Jahren im Haus sind und die thailändische Köchin ihre Gerichte weitgehend selbstständig zubereitet. So bleibt jede Tätigkeit in den richtigen Händen, und der Betreiber kann sich auf die Gäste und die Weiterentwicklung des Lokals konzentrieren.

Veranstaltungen gegen die Einsamkeit vor Ort

Sein eigentliches Alleinstellungsmerkmal sieht Stephan Schaar in der offenen Location und in seiner eigenen Art, den Laden zu führen. Aus seiner Zeit als Schausteller auf der Hamburger Reeperbahn bringt er eine ausgeprägte Nähe zur Musik und zur Unterhaltung mit, die er nun für regelmäßige Tanzabende und Events nutzen möchte. Dabei ist ihm aufgefallen, wie viele Menschen in Pattaya sich allein fühlen, weshalb er gezielt etwas für die Gemeinschaft schaffen will. Wer eine gültige Anmeldung und den Wunsch nach Abwechslung hat, findet in dem großzügigen Lokal genügend Platz für gemeinsame Abende.

Behutsame Änderungen am bewährten Konzept

Bei der Weiterentwicklung geht Stephan Schaar mit Bedacht vor, denn was gut läuft, bleibt bestehen, damit die Stammkunden sich weiterhin wohlfühlen. Eine erste sichtbare Neuerung betrifft den Freitag, an dem der bisherige Pizzatag durch einen Fischtag ersetzt wurde. Als gebürtiger Hamburger passt der Backfisch deutlich besser zum Profil des Hauses, zumal es in Pattaya bereits sehr viele gute Pizzerien gibt. So gelingt es, das bewährte Grundkonzept zu erhalten und es gleichzeitig behutsam um passende neue Angebote zu erweitern.

Warum viele an der Selbstständigkeit scheitern

Zum Abschluss richtet Stephan Schaar einen ehrlichen Ratschlag an alle, die in Thailand ein Restaurant oder eine Bar eröffnen wollen. Man müsse für die Sache brennen und sie mit Herz und Leidenschaft betreiben, denn wer die Gastronomie nur aus Mangel an Alternativen wählt, scheitert erfahrungsgemäß häufig. Gerade eine Bar erscheint vielen als einfacher Einstieg, doch ohne klaren Plan wird man schnell zum besten Kunden im eigenen Laden und ist nach wenigen Monaten wieder weg. Hinzu kommt die Realität der Nebensaison, in der weniger Touristen im Land sind und schlaflose Nächte und volle Belastung zum Geschäft dazugehören.

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