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1000 Antworten · August 1 · 4 min

Warum verlieben wir uns? Was ist der Unterschied zu Liebe?

Warum wir uns verlieben, ist eine der großen Fragen nicht nur der Wissenschaft, sondern überhaupt des Lebens … Was passiert im Gehirn, wenn wir verliebt sind? Die Hirnforschung hat hierzu in den vergangenen Jahren ein paar Erkenntnisse hervorgebracht. Insbesondere die US-amerikanische Anthropologin Helen Fisher (1945 – 2024) war sehr aktiv. Inzwischen erforschen aber auch viele andere Wissenschaftler die neurologischen Grundlagen des Liebesverhaltens. Unter Drogen: Im Gehirn von Verliebten wird Dopamin ausgeschüttet Oberflächlich betrachtet ähnelt Verliebtsein einem Suchtverhalten. Wenn wir glücklich verliebt sind – wir also unsere "Droge" bekommen – wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet und das Belohnungssystem aktiviert. Wenn sich dagegen der oder die Angebetete rarmacht, bekommen wir so etwas wie Entzugserscheinungen. Es gibt tatsächlich erstaunlich viele Parallelen zur Sucht, allerdings mit einer wesentlichen Einschränkung: Eine Drogensucht hört normalerweise nicht von allein auf. Sich das Rauchen abzugewöhnen, ist schwer. Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe im Gehirn nachweisbar Das erste Verliebtsein dagegen endet fast immer irgendwann – entweder es erlischt oder geht in Liebe über. Helen Fisher hat gezeigt, dass Verliebtsein und Liebe hirnphysiologisch völlig unterschiedliche Prozesse sind. Das Verliebtsein spielt sich mehr in den älteren archaischen Hirnregionen ab. Bei der Liebe dagegen sind mehr Bereiche des Cortex, also der Großhirnrinde, beteiligt. Dort werden auch bewusste Erinnerungen verarbeitet. Bei der Liebe wirken Bindungshormone wie Oxytocin Ein weiterer Unterschied: Beim Verliebtsein ist viel Dopamin im Spiel, bei der dauerhaften Liebe sind es eher die Bindungshormone wie Oxytocin. Diese Unterschiede entsprechen auch der Alltagserfahrung. Grob gesagt: Liebe beruht auf Vertrautheit. Es ist das Gefühl einer starken Verbundenheit zu jemandem, den wir kennen, mit all seinen Eigentümlichkeiten und Schrullen. Liebe ist ein Gefühl der Zugehörigkeit zwischen zwei Menschen. Verliebtheit ist eine Stufe davor. Es ist der dringende Wunsch, jemandem nahe zu sein, näherzukommen, selbst wenn wir ihn oder sie noch nicht so gut kennen. Das ist aber vereinfacht und zugespitzt. Letztlich sind "Liebe" und "Verliebtsein" Begriffskonstrukte, von denen jeder eine bestimmte Vorstellung hat, bei denen es aber sehr viele verschiedene Schattierungen gibt, gerade in Bezug auf den Begriff "Liebe". Verliebtsein überwindet die intuitive Distanz zu anderen Die zweite Ebene, die evolutionäre, gibt Hinweise darauf, warum wie uns überhaupt verlieben. Gerade durch den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein wird das deutlich. Lieben – diese starke Verbundenheit fühlen – setzt eine Vertrautheit, ein Kennen voraus. Dazu müssen wir aber erst mal jemanden gut kennenlernen. Da wir aber in einer sozialen Gemeinschaft leben und nicht jeden so nah an uns heranlassen können und wollen, weil wir nicht wissen, wem wir wie weit vertrauen können, halten wir zu den meisten Menschen intuitiv einen gewissen Abstand. Um aber eine Familie zu gründen und eine Liebesbeziehung einzugehen, müssen wir diesen Abstand überwinden. Dazu dient vermutlich das Verliebtsein: Es erzeugt einen so starken Wunsch nach Nähe zu einer ganz bestimmten Person, dass wir die gewöhnlichen Schranken durchbrechen und zu einem bis dahin noch fremden Menschen eine vertraute und irgendwann intime Beziehung eingehen, die dann in Liebe übergehen kann. Verliebtheit und Liebe – mehr als Sex und Fortpflanzung Wenn es nur darum ginge, sich fortzupflanzen, müssten wir nicht unbedingt verliebt sein – der reine Spaß am Sex würde völlig reichen. Die meisten Tiere pflanzen ich fort, ohne in romantischen Gefühlen zu schmachten. Babys brauchen viel Schutz und Fürsorge Das besondere beim Menschen ist allerdings, dass Babys in einer sehr frühen Phase ihrer Entwicklung auf die Welt kommen. Sie sind daher noch lange auf elterliche Betreuung angewiesen. Für das Überleben ist es von Vorteil, wenn die Mutter, die das Baby zur Welt bringt, einen Partner hat, der sich für das Kind mitverantwortlich fühlt. Das geht über die Liebe. Die Liebe ist der Kitt, der ein Elternpaar zusammenhält. Aber das Vehikel, dass es erst einmal zusammenfindet, scheint das Verliebtsein zu sein.

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Warum wir uns verlieben, ist eine der großen Fragen nicht nur der Wissenschaft, sondern überhaupt des Lebens … Was passiert im Gehirn, wenn wir verliebt sind? Die Hirnforschung hat hierzu in den vergangenen Jahren ein paar Erkenntnisse hervorgebracht. Insbesondere die US-amerikanische Anthropologin Helen Fisher (1945 – 2024) war sehr aktiv. Inzwischen erforschen aber auch viele andere Wissenschaftler die neurologischen Grundlagen des Liebesverhaltens.

Unter Drogen: Im Gehirn von Verliebten wird Dopamin ausgeschüttet

Oberflächlich betrachtet ähnelt Verliebtsein einem Suchtverhalten. Wenn wir glücklich verliebt sind – wir also unsere "Droge" bekommen – wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet und das Belohnungssystem aktiviert. Wenn sich dagegen der oder die Angebetete rarmacht, bekommen wir so etwas wie Entzugserscheinungen. Es gibt tatsächlich erstaunlich viele Parallelen zur Sucht, allerdings mit einer wesentlichen Einschränkung: Eine Drogensucht hört normalerweise nicht von allein auf. Sich das Rauchen abzugewöhnen, ist schwer.

Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe im Gehirn nachweisbar

Das erste Verliebtsein dagegen endet fast immer irgendwann – entweder es erlischt oder geht in Liebe über. Helen Fisher hat gezeigt, dass Verliebtsein und Liebe hirnphysiologisch völlig unterschiedliche Prozesse sind. Das Verliebtsein spielt sich mehr in den älteren archaischen Hirnregionen ab. Bei der Liebe dagegen sind mehr Bereiche des Cortex, also der Großhirnrinde, beteiligt. Dort werden auch bewusste Erinnerungen verarbeitet.

Bei der Liebe wirken Bindungshormone wie Oxytocin

Ein weiterer Unterschied: Beim Verliebtsein ist viel Dopamin im Spiel, bei der dauerhaften Liebe sind es eher die Bindungshormone wie Oxytocin. Diese Unterschiede entsprechen auch der Alltagserfahrung. Grob gesagt: Liebe beruht auf Vertrautheit. Es ist das Gefühl einer starken Verbundenheit zu jemandem, den wir kennen, mit all seinen Eigentümlichkeiten und Schrullen. Liebe ist ein Gefühl der Zugehörigkeit zwischen zwei Menschen. Verliebtheit ist eine Stufe davor. Es ist der dringende Wunsch, jemandem nahe zu sein, näherzukommen, selbst wenn wir ihn oder sie noch nicht so gut kennen. Das ist aber vereinfacht und zugespitzt. Letztlich sind "Liebe" und "Verliebtsein" Begriffskonstrukte, von denen jeder eine bestimmte Vorstellung hat, bei denen es aber sehr viele verschiedene Schattierungen gibt, gerade in Bezug auf den Begriff "Liebe".

Verliebtsein überwindet die intuitive Distanz zu anderen

Die zweite Ebene, die evolutionäre, gibt Hinweise darauf, warum wie uns überhaupt verlieben. Gerade durch den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein wird das deutlich. Lieben – diese starke Verbundenheit fühlen – setzt eine Vertrautheit, ein Kennen voraus. Dazu müssen wir aber erst mal jemanden gut kennenlernen. Da wir aber in einer sozialen Gemeinschaft leben und nicht jeden so nah an uns heranlassen können und wollen, weil wir nicht wissen, wem wir wie weit vertrauen können, halten wir zu den meisten Menschen intuitiv einen gewissen Abstand. Um aber eine Familie zu gründen und eine Liebesbeziehung einzugehen, müssen wir diesen Abstand überwinden. Dazu dient vermutlich das Verliebtsein: Es erzeugt einen so starken Wunsch nach Nähe zu einer ganz bestimmten Person, dass wir die gewöhnlichen Schranken durchbrechen und zu einem bis dahin noch fremden Menschen eine vertraute und irgendwann intime Beziehung eingehen, die dann in Liebe übergehen kann.

Verliebtheit und Liebe – mehr als Sex und Fortpflanzung

Wenn es nur darum ginge, sich fortzupflanzen, müssten wir nicht unbedingt verliebt sein – der reine Spaß am Sex würde völlig reichen. Die meisten Tiere pflanzen ich fort, ohne in romantischen Gefühlen zu schmachten.

Babys brauchen viel Schutz und Fürsorge

Das besondere beim Menschen ist allerdings, dass Babys in einer sehr frühen Phase ihrer Entwicklung auf die Welt kommen. Sie sind daher noch lange auf elterliche Betreuung angewiesen. Für das Überleben ist es von Vorteil, wenn die Mutter, die das Baby zur Welt bringt, einen Partner hat, der sich für das Kind mitverantwortlich fühlt. Das geht über die Liebe. Die Liebe ist der Kitt, der ein Elternpaar zusammenhält. Aber das Vehikel, dass es erst einmal zusammenfindet, scheint das Verliebtsein zu sein.
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