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100 Songs - Geschichte wird gemacht

ORF

Stefan Niederwieser und Co-Host Robert Stadlober beleuchten hundert ikonische Songs und ihr Eigenleben: ein Abschiedslied aus Chile wird zur Hymne von Protestbewegungen rund um den Globus; ein Protestlied wird zur Hymne von Sportfans; oder ein Lied übers Tanzen wird zu einer feministischen Hymne, selbst über den eigenen Körper zu bestimmen. Expertinnen und Experten erzählen die Geschichte von Revolutionen, Riots und Reformen, von Unruhen und Umbrüchen, von Kämpfen, Krisen und Konflikten, vom Wandel, Wenden und Zeitenwenden. Weitere Infos: https://oe1.orf.at/100songs

  • 87 episodes
  • Updated June 17

Episodes87

  • May 5, 2025 · 19 min

    "What's Going On" - Marvin Gaye (USA, 1971)

    Motown Records aus der Autostadt Detroit, Michigan, wurde in den 1960er Jahren zum Inbegriff des sozialen Aufstiegsversprechens für die schwarze Bevölkerung in den USA. Das Label fertigte hochwertige Musik en masse an. Als der Motown-Star Marvin Gaye ein Konzeptalbum mit überlangen Songs aus Sicht eines Vietnamkriegsveteranen schreiben wollte, soll Labelchef Berry Gordy gesagt haben, es wäre das Schlimmste, was er je gehört hat. Marvin Gaye konnte sich letztlich durchsetzen. Auf dem Album "What's Going On" war die politische Paranoia der konservativen Nixon-Jahre deutlich zu spüren, während die Slogans von Liebe durch urbane Gewalt, verarmte Innenstädte, sauren Regen und Rassismus immer deutlicher in Frage gestellt wurden. Diese Episode wurde in Ö1 am 6.05. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • May 5, 2025 · 18 min

    "I'm 16" - Ros Serey Sothea (Kambodscha, 1972)

    Der König von Kambodscha wollte seinem Land die Moderne und Wohlstand bringen - in Äquidistanz zu den beiden großen Machtblöcken in der Welt. Er versuchte sein Land in die Neutralität zu führen und verlor dabei zusehends die Unterstützung linker und rechter Kräfte in Kambodscha. Dabei ließ er auch westliche Kultur fördern. Eine besonders dramatische Stimme gehörte Ros Serey Sothea. Sie wurde zum Aushängeschild einer neuen Zeit. Doch Kambodscha wurde zusehends in den Kampf von Ost gegen West hineingezogen. 1970 wurde der König gestürzt, 1975 übernahmen die Roten Khmer nach einen blutigem Bürgerkrieg die Macht, in dessen Wirren auch Ros Serey Sothea getötet wurde. Diese Episode wurde in Ö1 am 7.05. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • May 5, 2025 · 20 min

    "Smells Like Teen Spirit" - Nirvana (USA, 1991)

    1991 ist das Ende der Geschichte angebrochen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben den Kalten Krieg gewonnen und Kapitalismus war mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens neuerdings die einzige Ideologie, die die Welt formen konnte. "Here we are now, entertain us", singen Nirvana aus dem kalten Nordosten Amerikas, aus Aberdeen. Wenige Songs ließen die Popmusikgeschichte in ein Vorher und ein Nachher zerfallen. Wenn sich die ironisch-zynische Generation X auf einen Song reduzieren lassen würde, es wäre dieser. Nirvana wurden zur Stimme einer neuen Zeit hochstilisiert - einem Ruf, dem sich insbesondere Sänger Kurt Cobain vergeblich zu entziehen versuchte. Diese Episode wurde in Ö1 am 8.05. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Apr 7, 2025 · 19 min

    "Surfin' USA" - Beach Boys (USA, 1963)

    Die Bevölkerung von Kalifornien wuchs in zwei Jahrzehnten auf das Doppelte an. Und im Sommer 1961 veranstaltete Dick Dale erstmals in einem großen Ballsaal an einem Strand nahe Los Angeles sogenannte Stomps. Sie wurden zur Keimzelle von Surf-Musik wie auch dem filmischen Genre der Beach Partys. Die Beach Boys verdankten dieser Freizeitkultur ihre ersten Hits. Die Beach Boys galten in der instrumentalen Surfszene zunächst als Außenseiter. Ihre Hits aber - zunächst Surfin, dann Surfin Safari und 1963 dann Surfin USA - katapultieren die Subkultur ins nationale Rampenlicht. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 von 07. 04.-10.04. 2025. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Apr 7, 2025 · 19 min

    "Sailing" - Christopher Cross (USA, 1980)

    1980 waren Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Deng Xiaoping frisch an der Macht. Die zweite Ölpreiskrise - eine Folge der islamistischen Revolution im Iran - hatte kurz zuvor Schockwellen durch die Weltwirtschaft geschickt. In den USA waren Arbeitslosigkeit und Inflation hoch. Und der Texaner Christopher Cross sang, dass das Paradies nicht mehr weit wäre. Auf "Sailing" tragen Wind und Segel das lyrische Ich ins Nimmerland. Bald wird es frei sein, hieß es. Christopher Cross gewann auf Anhieb fünf Grammys, darunter die großen drei für den Song, das Album und die Aufnahme des Jahres. Diese Episode wurde in Ö1 am 4.04. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Apr 7, 2025 · 19 min

    "Waka Waka" - Shakira (Kolumbien, 2010)

    Südafrika war 2010 Schauplatz der Fußball-Weltmeisterschaft. Für den offiziellen Song der Weltmeisterschaft griff ein US-amerikanischer Produzent für die kolumbianische Sängerin Shakira auf eine südafrikanische Band und einen Song aus Kamerun zurück. "Waka Waka" beruhte auf "Zangaléwa", einem Song, der vor allem bei Soldaten, der Polizei und bei Paraden in Kamerun beliebt war. Die Urheber wurden erst verständigt, nachdem viele Menschen online auf seine Ursprünge hingewiesen hatten. In Südafrika selbst hielt man Shakira nicht unbedingt für die beste Überbringerin einer panafrikanischen Botschaft. Bald schon wurde "Waka Waka" aber mit seinem globalisierten Pop-Sound und seinem fast naiven Optimismus zum erfolgreichsten Song eines Fußball-Turniers. Diese Episode wurde in Ö1 am 7.04. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Apr 7, 2025 · 17 min

    "Oblivion" - Grimes (Kanada, 2012)

    2012 trieb die kanadische Sängerin Grimes mit ihrem Song "Oblivion" die Geister aus, die sie seit einem sexuellen Übergriff verfolgten. Das Video wurde in zwei großen Sportstadien von Montreal gedreht. Footballspieler und Motocrossfahrer marschierten dort in ihren leichten Rüstungen auf, um ihr Können miteinander zu messen. Währenddessen tänzelte Grimes mit pinken Haaren durch die modernen Arenen und später in einer Umkleidekabine zwischen nackten Männer-Oberkörpern. Diese Episode wurde in Ö1 am 5.04. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Mar 13, 2025 · 18 min

    "Essence" - Wizkid, Tems (Nigeria, 2020)

    Afrobeats ist wie ein Schwamm für unterschiedlichste Einflüsse. Einer der vielen Posterboys von Afrobeats heißt Wizkid. Kein anderer Musiker aus Nigeria wurde 2020 öfter gestreamt, vor allem sein Song "Essence". Wizkid sang ihn gemeinsam mit der nigerianischen Alté-Musikerin Tems ein - teils auf Englisch, teils auf Pidgin, teils auf Yoruba. Während der Corona-Lockdowns fing "Essence" das Gefühl unendlicher Erschöpfung und den Drang ein, nah bei anderen sein zu wollen. Im Sommer 2023 füllte Wizkid dann das Stadium von Tottenham in London. Seine Duett-Partnerin Tems hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Grammy gewonnen. Ein neues Zeitalter afrikanischer Kultur schien angebrochen. Gleichzeitig begann ein neuer Wettlauf um Afrika; westliche Musikkonzerne hatten Büros in Nigeria eröffnet, um Geld zu verdienen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 von 10.-13. 03. 2025. Die Playlist und Literaturliste zum Podcast: 100 Songs - Shownotes

  • Mar 12, 2025 · 19 min

    "Royals" - Lorde (Neuseeland, 2012)

    Lorde schrieb"Royals", als sie 15 Jahre alt war. Die neuseeländische Sängerin hatte sich über die abstrusen Reichtümer gewundert, die im US-Pop der beginnenden 2010er Jahre angepriesen wurden, die nichts mit ihrer eigenen Realität zu tun hatten - teure Autos, teurer Alkohol oder Tiger, die an goldenen Leinen gehalten werden. "Wir werden niemals adelig sein", singt Lorde mit einem Hauch von Renitenz. "Royals" war gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen Kulturimperialismus. Allen voran mit Hip-Hop der Charts. Lorde brachte das auch Rassismus-Vorwürfe ein. Dass Lorde gleichzeitig ein Fan von Hip Hop war, wurde ausgeklammert. Diese Episode wurde in Ö1 am 10.03. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Mar 11, 2025 · 19 min

    "Amor Prohibido" - Selena (USA, 1994)

    Als Selena Quintanilla - Künstlername Selena - im März 1995 von der Präsidentin ihres Fanclubs ermordet wurde, war sie der größte Popstar der Tejanos. Mit ihr begann die Latin Wave, die wenig später Stars wie Ricky Martin, Jennifer Lopez und Marc Anthony hervorbringen sollte. Tejanos heißen die Bewohner von Texas mit lateinamerikanischen Wurzeln. Selena brachte diese Musik, die mitunter an populäre Schlager erinnern konnte, erstmals in viele amerikanische Haushalte. Gleichzeitig experimentierte sie mit neueren Stilen wie R'n'B, Reggae, Tecnocumbia und elektronischer Musik. Der Song "Amor Prohibido" handelte dabei von einer verbotenen Liebe über soziale Gräben hinweg. Damit konnten Klassenunterschiede gemeint sein, politische Lager oder auch als queere Liebe. Diese Episode wurde in Ö1 am 11.03. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Mar 10, 2025 · 19 min

    "My Sweet Lord" - George Harrison (UK, 1970)

    Für einen Moment sah es so aus, als könnte George Harrison - der bei den Beatles im Schatten von Paul McCartney und John Lennon stand - der erfolgreichste Solo-Beatle werden. Ende 1970 veröffentlichte er das treffsicher betitelte Dreifach-Album "All Things Must Pass". Die 1970er Jahre begannen für viele mit einer Hinwendung nach innen in die Sphäre des persönlichen und spirituellen Wachstums. Die Nummer-Eins-Single "My Sweet Lord" wurde zum Wegbereiter von New Age und Weltmusik. Er stellte sich allerdings als Plagiat heraus. Nach einem langen Prozess musste Harrison 1.599.987 US-Dollar an die Chiffons zahlen, an deren Song "He's so fin" er erinnerte. Damit wurde der Song auch wegweisend für den manchmal verworrenen Schutz geistigen Eigentums im Bereich musikalischer Ideen. Diese Episode wurde in Ö1 am 12.03. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Jan 31, 2025 · 19 min

    "The Sound Of Music" - Julie Andrews (USA, 1965)

    "The Sound Of Music" feiert das 60. Jubiläum. Das gleichnamige Musical hat das Bild, das sich die Vereinigten Staaten von Amerika über Österreich gemacht haben, tief geprägt. Ursprünglich ein Musical, wurde "The Sound Of Music" ab Frühjahr 1965 zum US-Kino-Hit. Die Rollen sind klar verteilt: hier das kleine singende Österreich der Zwischenkriegszeit, dort das übermächtige Nazideutschland. Als der Film Mitte der 1960er Jahre in die Kinos kam, erlebten die USA eine Reihe von tödlichen Attentaten - auf Präsident John F. Kennedy oder den Bürgerrechtler Malcolm X - wie auch aufkeimende Proteste gegen den Vietnamkrieg. "The Sound Of Music" bot ein klares Weltbild, Dramatik und Unterhaltung für die ganze Familie. Diese Episode wurde in Ö1 am 29.01.2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Jan 31, 2025 · 19 min

    "The Good The Bad and The Ugly" - Ennio Moricone (Italien, 1966)

    Diese Welt ist gesetzlos. Die drei Hauptfiguren im Italo-Western "The Good, The Bad and The Ugly" sind brutal und unmoralisch. Mitten in der aschgrauen Einöde von Texas hintergehen sie einander. Und das Einzige, was für sie zählt, ist die Akkumulation von Kapital - selbst dann noch, als sie in die Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs verwickelt werden. Der Kinofilm von Sergio Leone wurde zunächst verrissen. Seine Handlung war vielen zu nihilistisch. Die Titelmelodie des römischen Komponisten Ennio Morricone lässt einen Kojoten mehrfach aufheulen. Damit bringt er mit wenigen Tönen die gesellschaftlichen Verwerfungen der 1960er Jahre in Italien auf den Punkt. Diese Episode wurde in Ö1 am 31.01.2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Jan 31, 2025 · 17 min

    "Barbie Girl" - Aqua (Dänemark, 1997)

    Die 1990er Jahre waren in Dänemark eine Zeit vorsichtiger Integration mit Europa. Zwei lange Brücken sollten das Land mit Europa verbinden, eine ökologische Steuerreform brachte das Land an die Weltspitze in der Erzeugung von Windenergie, gleichzeitig trat Dänemark der gemeinsamen Währungsunion allerdings nicht bei. Politisch stabile Zeiten führten zu viel Wohlstand. "Barbie Girl" macht den Traum vom guten Leben in einer hübschen Einfamilienhaussiedlung unausweichlich. Aqua überzeichnete die Verhältnisse in der sozialen Marktwirtschaft. Im Jahr 2023 wurde der Song für den Blockbuster "Barbie" neu interpretiert. Diese Episode wurde in Ö1 am 29.01.2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Jan 31, 2025 · 19 min

    "1944" - Jamala (Ukraine, 2016)

    Beim Eurovision Song Contest sind Songs mit politischen Inhalten nicht zugelassen. Im Jahr 2016 flammte eine Diskussion um diesen Punkt des Reglements erneut auf, als der Song "1944" der tatarisch-armenischen Sängerin Jamala die Vorentscheidung des Wettbewerbs gewann. Der Titel "1944" ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Song von der Vertreibung der Krimtataren handelt, die in der Sowjetunion unter Josip Stalin der Kollaboration mit Nazideutschland verdächtigt und zu Tausenden vertrieben wurden. Die Halbinsel Krim wurde Jahre später ein Teil der ukrainischen Sowjetrepublik, 2014 wurde sie von Russland annektiert. 2022 gewinnt die Ukraine ein weiteres Mal den Song Contest. Wenige Wochen zuvor hatte Russland einen offenen Krieg mit der Ukraine begonnen. Diese Episode wurde in Ö1 am 13.03. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Dec 16, 2024 · 18 min

    "Made In China" - Higher Brothers (China, 2017)

    2017 war China auf dem besten Weg, die USA als größte Wirtschaftsmacht der Welt abzulösen. In den Vereinigten Staaten gab es noch keine Strafzölle auf chinesische Waren, Huawei war noch nicht verboten und Tiktok wurde rasch zu einer führenden Musik-App. In der Millionenstadt Chengdu in der westlichen Provinz Sichuan hat sich im Laufe der 2010er Jahre eine lebendige Hip Hop-Szene gebildet, die trotz Bedenken der kommunistischen Partei geduldet wurde. Die Higher Brothers arbeiteten mit westlichen Entertainment-Firmen zusammen, wie auch mit Rappern aus Japan, Indonesien und den USA. In einem ihrer größten Hits versuchen sie ihre US-Kollegen in Sachen Konsum noch zu übertrumpfen. Alles ist "Made in China". Diese Episode wurde in Ö1 am 16.12.2024 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Dec 16, 2024 · 19 min

    "Do They Know It's Christmas?" - Band Aid (Irland, 1984)

    1984 litt Äthiopien unter einer katastrophalen Hungersnot. Ernten waren ausgefallen, dazu waren mehrere Konfliktparteien in einen blutigen Bürgerkrieg verwickelt. Schockiert von den Bildern aus der Region komponierte der irische Songwriter Bob Geldof ein Weihnachtslied, dessen Einnahmen der Hungerhilfe zugutekommen sollten. Die Aufnahme war mit den größten Stars der britischen Musikindustrie gespickt, darunter Phil Collins, David Bowie, Bono, Paul McCartney, George Michael, Sting oder das Pop-Trio Bananarama. Die Single wurde schnell zur zweiterfolgreichsten Single der Achtziger Jahre. Die fünf Millionen Pfund Einspielergebnis wurden von zwei Live-Aid-Konzerten noch weit übertroffen. Ein beträchtlicher Teil der Spenden landete allerdings beim äthiopischen Diktator Mengistu, der das bitterarme Land weiter hochrüstete. Diese Episode wurde in Ö1 am 17.12.2024 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. [https://oe1.orf.at/100songs/shownotes|Playl

  • Dec 16, 2024 · 19 min

    "Strange Fruit" - Billie Holiday (USA, 1939)

    Seltsame Früchte hängen in den Pappeln, sang Billie Holiday im Jahr 1939. Die sogenannte Lynchjustiz - das Wort "Justiz" ist hier beschönigend - verbreitete Jahrzehnte nach dem Ende der Sklaverei weiter Terror in der schwarzen Bevölkerung der Südstaaten der USA. Dort setzte die Zeit der 'Reconstruction' eine Trennung aller Lebensbereiche nach Hautfarben durch. Lynchmorde waren dabei die brutalste Manifestation einer zutiefst rassistischen Gesellschaft. Billie Holiday nahm den Song "Strange Fruit" anfangs zögerlich in ihr Live-Programm auf. Das Time Magazine hielt den Song im Erscheinungsjahr 1939 noch für musikalische Propaganda. Jahrzehne später nahm der US-Kongress den Song schließlich in sein Verzeichnis bedeutender Aufnahmen ("National Registry") auf. Diese Episode wurde in Ö1 am 18.12.2024 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Dec 16, 2024 · 18 min

    "One More Time" - Daft Punk (Frankreich, 2000)

    Daft Punk wurden schnell zu den Aushängeschildern des French Touch - einem Musikstil, der französische Produktionen um die Jahrtausendwende zurück auf die Plattenteller von DJs brachte. Bruchstücke aus Eurodisco, kosmischen Sounds und US-amerikanischer House-Musik wurden zu hypnotischen, tanzbaren Loops arrangiert, während Cut-up und Collage zu zeitgeistigen Kulturtechniken intellektuell überhöht wurden. Währenddessen wurde Airbus zur ernsthaften Konkurrenz für den US-Konkurrenten Boeing, französischer Luxus eroberte die Weltmärkte und das multikulturelle Team der Fußball-Nationalmannschaft gewann Weltmeister- sowie Europameisterschaft. "Einmal noch, wir werden feiern, hört nicht auf zu tanzen", lautet der reduzierte Text von Daft Punks Hit "One More Time" im Jahr 2000. Diese Episode wurde in Ö1 am 17.12.2024 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast

  • Nov 18, 2024 · 19 min

    "Work It" - Missy Elliott (USA, 2002)

    Missy Elliott schreibt Rap-Geschichte - indem sie mit ihrem Song "Work It" Old-School-Rap neu belebt. Im Jahr 2002 hat die US-Rapperin dafür bedeutende Samples verwendet, im dazugehörigen Video waren Graffiti, Breakdance, Boomboxes und alte Trainingsanzüge zu sehen. Aber auch die Sprache des Songs war absichtlich schillernd und hat mit Shout-Outs und Code-Switching an die Anfänge von Hip Hop erinnert. "Heutzutage muss man eigentlich fast immer mit einer kugelsicheren Weste auf die Straße gehen, weil alle irgendein Problem haben und die Stimmung so angespannt ist", meinte die Rapperin im Jahr 2002. "Mit diesem Album wollte ich den Spaß und die Wärme im Hip Hop zurückbringen." Diese Episode wurde in Ö1 am 18.11.2024 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at. Playlist und Literaturliste zum Podcast