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Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Jan Schulte-Kellinghaus

Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.

  • 20 episodes
  • Updated Wednesday

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  • Wednesday · 1 hr 4 min

    #68 Friedrich der Große und Maria Theresia

    Mit Barbara Stollberg-Rilinger: Maria Theresia und Friedrich der Große pflegten eine besonders prominente Feindschaft in der deutschen Geschichte. Maria Theresia war Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen. Friedrich II. („genannt der Große“) Markgraf von Brandenburg und König in Preußen. Beide kamen im selben Jahr auf ihren Thron, nämlich 1740. Den europaweiten Streit um Maria Theresias Regierungsantritt nutzte Friedrich aus. Während verschiedene Fürstenhäuser eine Frau an der Spitze des Habsburgerreiches nicht akzeptierten und Anspruch auf Maria Theresias Erbe erhoben, überfiel und besetzte Friedrich Schlesien. Schlesien war eine wirtschaftlich blühende Provinz im Reich von Maria Theresia. Die Okkupation Schlesiens stand am Anfang eines Konflikts, der 23 Jahre dauerte, Europa in Atem hielt und beide Monarchen an den Rand ihrer Existenz brachte. Barbara Stollberg-Rilinger hat eine lesenswerte Biografie über Maria Theresia geschrieben. Ich spreche mit der Professorin für die Frühe Neuzeit und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin über die Anfänge und den Charakter der beiden Kontrahenten. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • July 22 · 1 hr 24 min

    #67 Wie stark war August der Starke?

    Mit Andreas Rutz August der Starke gründete die erste Porzellanmanufaktur Europas, ließ den Zwinger in Dresden bauen, füllte das Grüne Gewölbe mit seinen Kostbarkeiten, er gründete die Dresdener Gemäldesammlung, eröffnete als erster Monarch Europas öffentliche Museen und feierte jährlich mindestens 60 überbordende Feste. Dazu ließ er sich zum König von Polen krönen, wofür er mal eben katholisch wurde. Und das ausgerechnet in Sachsen, das Martin Luther geschützt und immer ein Vorkämpfer des protestantischen Glaubens war. Als polnischer König griff August Riga an und löste den Großen Nordischen Krieg aus. 21 Jahre lang kämpften Russland, Schweden, Dänemark, Polen, und Sachsen um die Vorherrschaft an der Ostsee. Warum wollte der Kurfürst von Sachsen auch König von Polen werden? Was musste er dafür tun? Was hat ihm die Krone gebracht? Und wie finanzierte er seine ganzen Projekte eigentlich? Darüber spreche ich mit Andres Rutz, Professor Professor für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden und Direktor des Institutes für Sächsische Geschichte und Volkskunde. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • July 15 · 1 hr 5 min

    #66 Die Türken vor Wien - Wer war der Türkenlouis?

    Mit Dr. Schoole Mostafawy: Am 14. Juli 1683 floh der Kaiser entsetzt aus seiner Wiener Hofburg. Sein schlimmster Albtraum wurde Realität: Die Osmanen standen vor Wien. An diesem Morgen tauchte eine Armee von 120.000 Mann vor den Toren der Stadt auf. Zuvor hatte Sultan Mehmed IV. dem Kaiser schriftlich befohlen, die osmanischen Truppen in seiner Residenzstadt zu erwarten: “damit wir Dich köpfen können“. Der Kaiser weinte mit den Wienern, erlaubte den Ratsherren noch, seine Hand zu küssen und floh dann Hals über Kopf. Seit der Eroberung von Konstantinopel im Jahr 1453 griffen die Osmanen in vielen Kriegszügen immer wieder nach Europa aus. In diesen rund 200 Jahren zwischen der Eroberung von Konstantinopel und der Belagerung von Wien waren große Gebiete auf dem Balkan und in Ungarn unter osmanischer Kontrolle. Die "Türkenkriege" waren für die europäischen Mächte erst 1791 endgültig vorbei. Die Phase von Besetzung, Krieg und Frieden mit osmanischen Herrschern in Europa dauerte insgesamt über 300 Jahre. Die Geschichtsschreibung fokussiert häufig die Kriege. Dr. Schoole Mostafawy hat der Großen Landesausstellung "Sultan und Kaiser" im Badischen Landesmuseum 2019 den Untertitel gegeben: "Nachbarn in Europa“. Ich spreche mit ihr darüber, wie sehr sich die Kulturen gegenseitig beeinflusst haben. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • July 8 · 1 hr 8 min

    # 65 Der Große Kurfürst - Preußens Anfänge

    Mit Jürgen Luh: Der große Kurfürst regierte Brandenburg nach dem 30jährigen Krieg. Berlin war ausgeplündert und in weiten Teilen niedergebrannt. Es herrschten Hunger und Epidemien. Das Stadtschloss auf der Spreeinsel war unbewohnbar. Friedrich Wilhelm musste das zerstörte Land aufbauen und seine verstreuten Territorien zusammenhalten. Ohne Bodenschätze und ohne Infrastruktur. Das ist ihm nicht nur gelungen, sondern er hat den Grundstein für den Aufstieg Preußens gelegt. Für diese Lebensleistung erhielt er den Beinamen: „der Große“ Kurfürst. Jürgen Luh ist Direktor des Researchcenter Sanssouci und schreibt in seinem Buch über den Kurfürsten: Das war alles nur Glück. Der große Kurfürst hatte keinen Plan, wechselte ständig die Seiten und rettete sein Erbe praktisch durch Zufall. War es Glück oder doch Ideenreichtum und Durchhaltewille, die Friedrich Wilhelm zum Initiator des Preußischen Aufstiegs machten? Darüber spreche ich mit Jürgen Luh in dieser Folge. Sein Buch heißt: "Der Große Kurfürst - Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Sein Leben neu betrachtet" und ist 2020 im Siedler Verlag erschienen. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • July 1 · 1 hr 1 min

    #64 Der Sonnenkönig zerstört die Pfalz

    Mit Sven Externbrink: Wer einmal in Heidelberg gewesen ist, wird sich die Frage gestellt haben, wer denn dieses schöne Schloss zerstört hat. Und prompt sind wir bei Ludwig XIV. Was mich besonders fasziniert: Obwohl er nicht nur Heidelberg, sondern die ganze Pfalz verwüsten ließ, blieb er das Non-plus-Ultra für den deutschen Adel. In der Mode, im Baustil und in der Sprache. Jeder, der etwas auf sich hielt, sprach französisch. Viele deutsche Schlossbauten ahmten Versailles nach und so mancher deutscher Fürst träumte wahrscheinlich auch vom Grand Lever. Der Meisterinszenierung des Sonnenkönigs: Sein Aufwachen im Schlafgemach machte er zum Hofzeremoniell, an dem nur die ranghöchsten Untertanen teilhaben durften. Aber der Sonnenkönig imponierte nicht nur, er betrieb auch eine kriegerisch aggressive Außenpolitik. Wie seine Vorfahren fühlte sich der französische König durch die Habsburger Familie im Kaiserreich, Spanien und den südlichen Niederlanden, dem heutigen Belgien, bedrängt. Ludwig wollte die Nord- und Ostgrenze Frankreichs so weit ausdehnen, dass Paris für immer sicher sei. 1681 annektierte Ludwig XIV. Straßburg und 1688 ließ er die Rheinpfalz verwüsten. Mannheim, Speyer, Worms und schließlich das Heidelberger Schloss. Für seine Schwägerin Lieselotte von der Pfalz reklamierte er Erbschaftsansprüche, die sie selber strikt ablehnte. Gegen seine Offensive bildete sich eine große europäische Allianz. Um den anrückenden Truppen der kaiserlichen Koalition keine Deckung, Unterkünfte oder Rastmöglichkeiten zu lassen, brannten die französischen Soldaten weiträumig die ganze Region nieder. Die Ruinen des Heidelberger und des Hambacher Schlosses erinnern noch daran. Auch der Bischofshof in Worms, wo Martin Luther auf dem Reichstag seine berühmte Verteidigungsrede gehalten hat, wurde dem Erdboden gleich gemacht. Mit Sven Externbrink bespreche ich die Motive des Sonnenkönigs und warum so viele deutsche Fürsten seinem Vorbild nacheiferten. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • June 24 · 55 min

    #63 Der Westfälische Frieden

    Mit Herfried Münkler: Bis es zum Westfälischen Frieden 1648 kam, erlitten die Menschen die verheerendste Phase des Dreißigjährigen Krieges. Der Krieg tobte bereits seit 16 Jahren. Viele Regionen in Deutschland waren so zerstört, dass keine größeren Truppen zusammengezogen werden konnten. Die niedergebrannte Landwirtschaft konnte keine großen Einheiten ernähren. Viele Landstriche waren verwüstet, und die Menschen hungerten. Die Kleinkrigesführung dominierte den zweiten Teil den Dreißigjährigen Kriegs. Marodierende Söldner durchstreiften das Land. Frauen wurde vergewaltigt, Bauernhöfe geplündert und Felder angezündet. Der Krieg hatte sich verselbstständigt. Zu einer vorsichtigen Annäherung der Kriegsparteien kam es erst nach über zwanzig Jahren. Im Hamburger Präliminarfrieden von 1641 einigten sich die Kriegsparteien auf einen auf einen Friedensprozess. Friedenskongresse in Osnabrück und Münster sollten sowohl den Krieg in Deutschland als auch den Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden beenden. Also eine europäische Friedensinitiative. Allerdings gab es zwei Haken: Die Friedensverhandlungen dauerten neun Jahre und in dieser Zeit wurde weitergekämpft. Für einen Waffenstillstand reichte das Vertrauen nicht. Man wollte zwar Frieden, kämpfte aber jahrelang weiter. Wie es schließlich gelang, eine Formel für den Frieden zu finden, und wer am Ende die Gewinner und die Verlierer waren, darüber spreche ich in dieser Episode mit dem Politologen Herfried Münkler. Herfried Münkler ist Autor des Buches: "Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648 Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • June 17 · 1 hr 2 min

    # 62 Wallenstein und der Dreißigjährige Krieg

    Mit Herfried Münkler: Die zweite Pase des Dreißigjährigen Krieges dominierten zwei Feldherren: Der schwedische König Gustav Adolf und Wallenstein: Ein Söldnerführer, der direkt für den Kaiser kämpfte und einen genialen Plan hatte. Wonach Startups von heute so sehr streben, hat er schon 1625 perfektioniert: das Hochskalieren. Er blähte sein Heer auf eine damals ungekannte Größe auf. 50.000 Mann. Abschreckung war seine beste Waffe. Gegen so eine Armee wollte gar keiner mehr antreten. Zu der Gründungund dem Einsatz des Riesenheeres gehörte eine unglaubliche Logistik. Wallenstein war mehr Manager als Feldherr. Er wich Entscheidungsschlachten aus. Stattdessen schnitt er die gegenerischen Heere von ihren überlebenswichtigen Nachschubwegen ab. Nachdem er den schwedischen König geschlagen hatte, wurde er zu mächtig. Der Kaiser, sein Auftraggeber, ließ ihn umbringen. Mit Herfried Münkler spreche ich in dieser Folge über Wallenstein, Tilly und Gustav Adolf und die Frage, warum der Krieg nicht früher zu beenden war. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • June 10 · 52 min

    #61 Der Prager Fenstersturz

    Mit Herfried Münkler: Der versuchte Mordanschlag war der Auftakt des Dreißigjährigen Krieges. Zwei Statthalter des böhmischen Königs und ein Sekretär wurden von einer aufgebrachten Menschenmenge aus dem Fenster der Prager Burg in den Burggraben geworfen. Der Misthaufen im Burggraben rettete ihnen das Leben. Wie es zum Fenstersturz kam und warum der missglückte Mordversuch an den Statthaltern des böhmischen Königs das Potential hatte, das gesamte Heilige Römische Reich und halb Europa in einen verheerenden 30 Jahre dauernden Krieg zu stürzen, darüber reden wir heute. Herfried Münkler, der prominenteste Politologe unseres Landes, hat ein packendes Buch über den Dreißigjährigen Krieg geschrieben. Seine Grundbotschaft: Er war viel mehr als ein Religionskrieg. Es ging um die Verfassung des Reiches, die Rangfolge der Fürsten, Macht über Territorien und die europäische Hegemonialpolitik. In dieser Folge spreche ich mit ihm über den Anfang des Konfliktes. Den Verlauf des Krieges und die Friedensschluss nach 30 Jahren, besprechen wir in den beiden nächsten Folgen. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • June 3 · 59 min

    #60 Kunst, Gewalt und Theologie - Die Gegenreformation

    Mit Klaus Unterburger: „Gegenreformation“ klingt danach, als wollte jemand die Uhr zurückdrehen. Neudeutsch würde man „Backlash“ dazu sagen. Nachdem sich die Reformation in Deutschland in der Mitte des 16. Jahrhunderts behauptet hatte, versuchten die katholischen Kräfte europaweit durch Politik, Kunst, Theologie und Gewalt die Entwicklung umzudrehen. Der Barock sollte die Sinne überwältigen, die Jesuiten appellierten an die Vernunft der Gläubigen und der spanische König setzte auf sein Militär. Martin Luthers Ideen hatten die Machtverhältnisse in Europa nachhaltig erschüttert. Mit der anglikanischen Kirche nabelte sich der englische König Heinrich VIII. vom Papst ab und machte sich selbst zum Oberhaupt der Kirche Englands. In den Niederlanden, die eigentlich zum katholischen Spanien gehörten, gewannen die Calvinisten die Oberhand. Auch in Frankreich wuchs der Anteil der Calvinisten in der Bevölkerung stetig. Allerdings wurden sie durch den französischen König in mehreren Glaubenskriegen gnadenlos verfolgt. Der Tiefpunkt war die Bartholomäusnacht: Am 23.August 1572 wurden in Paris 3000 französische Protestanten ermordet. Und in Spanien regierte der erzkonservative Sohn von Karl V.: Philipp II. Er wollte alles besser machen als sein Vater und gab den Protestanten nicht eine Hand breit nach. Er griff vor allem in seinen Niederlanden durch. Der Krieg zwischen den reformatorischen Niederlanden und dem katholischen Herrscherhaus in Spanien sollte 80 Jahre dauern. Dagegen waren die Verhältnisse in Deutschland in dieser Zeit fast friedlich. Die protestantischen Landesfürsten hatten mit den katholischen Herrschern den Augsburger Religionsfrieden geschlossen. 1555 war das. Danach konnte jeder Landesherr selbst entscheiden, welcher Glaube in seinem Territorium praktiziert werden soll. Aber auch in Deutschland hielt der Friede nicht ewig. Was führt in den 63 Jahren vom Kompromiss zum Krieg? Wie sich die Glaubensgegensätze in Deutschland langsam hochschaukelten und schließlich im 30jährigen Krieg mündeten, darüber spreche ich mit Klaus Unterburger, Professor für Kirchengeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • May 27 · 1 hr 4 min

    #59 Buhlschaft und Streckbank - Die Hexenverfolgungen

    Mit Gisela Muschiol: Das ist einer der populären Irrtümer in der deutschen Geschichte: Die Hexenverfolgungen haben nicht im Mittelalter stattgefunden, sie waren ein Phänomen der Neuzeit. 40.000 - 60.000 Menschen wurden in Europa wegen angeblicher Hexerei hingerichtet. Die Europäer hatten bereits begonnen, Amerika zu kartographieren, auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig traf sich die intellektuelle Elite und Johannes Kepler war schon davon überzeugt, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Doch selbst der Begründer der modernen Naturwissenschaften -Johannes Kepler - war vom Hexenglauben betroffen: Seiner Mutter Katharina wurde der Prozess gemacht: wegen Anmischung eines „Hexentranks“ und „Schadenzaubers“. Dabei war ihr Sohn zur Zeit der Anklage der Hofastronom des Kaisers. Aber sein VIP-Status schützte seine Mutter nicht vor der Hexenverfolgung. Eine Nachbarin hatte seine Mutter beschuldigt, ihr einen Zaubertrank verabreicht zu haben. Zusätzlich verspürte ein 8-jähriges Mädchen einen heftigen Schlag, als Katharina Kepler sie im Vorbeigehen berührte. Solche Nebensächlichkeiten reichten, um einen Prozess mit Todesstrafe anzustrengen. Hexen wurde die „Buhlschaft“, also der Beischlaf mit dem Teufel, unterstellt. Männern auch: Eine tatsächliche sexuelle Beziehung mit dem Teufel. Diese Beziehung, so glaubte man, verleihe ihnen übernatürliche Kräfte. Hexen könnten in der Nacht fliegen, einerseits um nach Kindern zu suchen, denen sie das Blut aussaugen können und andererseits um sich mit anderen Hexen zum Hexensabbat zu treffen. Heute hört sich das nach einer nicht ganz jugendfreien Form von Bibi Blocksberg an. Vor 500 Jahren waren aber viele Menschen davon überzeugt. Auch davon, dass Hexen mit dem sogenannten „Schadenzauber“ jedes Elend über ihre Mitmenschen bringen können. Mit Gisela Muschiol, Professorin für Kirchengeschichte an der Uni Bonn, spreche ich über den Wahn, den man damals für völlig logisch hielt und die Frage, warum es 80 Jahre dauerte, bis kritische Gedanken gegen die Hexenprozesse Gehör fanden.

  • May 20 · 1 hr 11 min

    #58 Hexenhammer und Eulenspiegel - Die Bestseller des frühen Buchdrucks

    Mit den Epochentrottern: Was waren die Bestseller des beginnenden Buchdrucks? Welche Geschichten haben die Menschen vor 500 Jahren am liebsten gelesen? Und wie kamen die ersten gedruckten Bücher ohne Buchhandlungen oder Versandhandel an ihre Leserinnen und Leser? Nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern hatten sich Druckereien in ganz Europa rasend schnell verbreitet. Sie bedienten viele unterschiedliche Genres und vertrieben Millionen von Druckwerken. Wie konnten sich die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig europaweit durchsetzen? Was ist überhaupt eine Messe und warum rollten die die Bücher in Holzfässern heran? Diese Fragen kläre ich in dieser Episode mit den Epochentrottern. Katharina ist Literaturwissenschaftlerin und Marvin Historiker. Zusammen blicken sie ihrem Geschichtspodcast hinter die Geschichtsbilder in Popkultur und Medien. Du willst mehr von ihnen hören? Hier gehts zu ihrem Podcast Epochentrotter: https://open.spotify.com/show/29ReW0Vr16BJOLtVOirutA?si=65177e49e2844814 Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet meine Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist meine Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • May 13 · 51 min

    #57 Karl V. - Das Ende eines Weltenherrschers

    Mit Heinz Schilling: Diese Episode beginnt am Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg. Kaiser Karl V. hatte im Schmalkaldischen Krieg die protestantischen Fürsten krachend geschlagen. Nun stand Karl V. am Grab von Martin Luther, der ein Jahr zuvor gestorben war. Auf dem Höhepunkt seiner Macht blickte er auf das Grab seines Kontrahenten. Im Moment des Triumphes schlugen seine Ratgeber vor, Luthers Überreste auszugraben und auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Aber der Kaiser soll abgelehnt haben. Karl V. und Luther waren sich zuletzt vor 26 Jahren begegnet auf dem legendären Reichstag in Worms. Damals hatte der junge Kaiser die Reichsacht über den Theologieprofessor verhängt und seine Schriften und seine Lehre verboten. Nur konsequent durchgesetzt hat er dieses Verbot nie. Karls Reich erstreckte sich über acht Zeitzonen. Er war nicht nur römisch-deutscher König und Kaiser, er herrschte auch über Spanien und die Übersee-Kolonien, er war König von Neapel und Sizilien. Als Habsburger herrschte er zusätzlich über Österreich, Burgund, Lothringen und Brabant. Er führte über 70 europäische Adelstitel. Als gekrönter römischer Kaiser sah er es als seine Aufgabe an, gemeinsam mit dem Papst ein europäisches Universalreich anzuführen, um umfassenden christlichen Frieden zu schaffen. Doch der König von Frankreich, die Osmanen in Südeuropa und die Protestanten in Deutschland hinderten ihn daran. Über einen Kaiser, der sich zu viel vorgenommen hatte, die "deutsche Freiheit" und einen untätigen Papst spreche ich mit Heinz Schilling. Der emiritierte Professor lehrte die Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität in Berlin und ist als Autor vieler Sachbücher und Publizist tätig. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • May 6 · 52 min

    #56 Bigamie und Apokalypse - Das Täuferreich Münster

    Mit Hiram Kümper: Am 22. Januar 1536 wurden den drei Anführern „alles Fleisch mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen“ danach „Gurgel und Herz mit glühenden Eisen durchstoßen“. So steht es in ihrem Todesurteil. Die schaurige Hinrichtung auf dem Prinzipalmarkt von Münster dauerte mehrere Stunden. Ihre Überreste ließ der Bischof hoch aufhängen. Weit sichtbar. Zur Abschreckung. Jedem Touristen in Münster werden die Käfige gezeigt. Oben am Südturm der Lambertikirche baumeln drei mannshohe Metallkästen. In Ihnen wurden die Leichen der drei Anführer des Täuferreiches ausgestellt: Bernd Krechting, Bernd Knipperdolling und der "König von Münster": Jan van Leiden. Obwohl das Täuferreich in Münster nicht lange währte, zeigt es - wie unter einem Brennglas - das chaotische Ringen um den rechten Glauben. Die Ideen Martin Luthers waren noch nicht 10 Jahre alt. Sie hatten die Gläubigen aufgerüttelt, die alten Autoritäten infrage gestellt, aber noch keine feste neue Ordnung geschaffen. Die Menschen waren plötzlich offen für ganz neue Glaubenslehren und Lebensarten. Jan van Leiden, der selbsternannte "König von Münster", hinterließ zum Beispiel 15 Ehefrauen nachdem er seine Frau Elisabeth hatte hinrichten lassen. Mit Hiram Kümper, Professor für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Uni Mannheim, spreche ich über die Motive der Täufer, ihr Charisma und ob es tatsächlich in Münster 1534 einen "Frauenüberschuss" gab. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • April 29 · 1 hr 13 min

    #55 Wie hält man Martin Luther aus? Ringen um die Reformation

    Mit Volker Leppin: Im zweiten Teil seines Lebens war Luther eingesperrt, 25 Jahre lang. Der Kaiser hatte die Reichsacht über ihn erlassen. Luther war eine rechtlose Person und jedermann war aufgefordert, ihn auszuliefern. Allerdings stand er unter dem Schutz seines Landesherren, dem Kurfürsten von Sachsen. Das heißt, bis zu seinem Tod drohte Martin Luther fast überall im Reich Lebensgefahr, nur nicht in Wittenberg und den dazugehörigen Territorien. Luthers Beschützer, Friedrich der Weise, rettete Martin nach dem Reichstag von Worms 1521. Er ließ Martin zum Schein entführen und versteckte ihn auf der Wartburg bei Eisenach. Unter dem Decknamen „Junker Jörg“ verbrachte Luther 10 Monate auf der Wartburg. Eine äußerst produktive Zeit. Er übersetzte die Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche. In der „Luther-Bibel“ finden sich Wortkombinationen, die wir heute noch gebrauchen: die „Herzenslust“, die „Höllenangst“, der „Geizhals“, der „Denkzettel“ oder der „Feuereifer“. Alles Erfindungen von Martin Luther. Durch seine packende Sprache hat er nicht nur Lust auf die Bibellektüre gemacht. Sein Bibeltext war auch ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung des Hochdeutschen. Nach einiger Zeit entließ Luther sich selbst aus der Schutzhaft und zog nach Wittenberg, um den Verlauf der Reformation zu steuern. Doch wie geht das, von der Seitenlinie aus? Darüber spreche ich mit Volker Leppin. Der Theologe lehrt Kirchengeschichte an der Yale University. Die Reisetipps und mehr Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • April 22 · 1 hr 18 min

    #54 Bauernkrieg und Ritteraufstände - Die Verlierer der Neuzeit

    Mit Hiram Kümper: Zum ersten großen Bauernaufstand kam es 1476 im Taubertal. Der Prediger Hans Böhm scharrte 40.000 Menschen um sich. 17 Jahre später gründete sich im Elsass die „Bundschuhbewegung“. Die Verschwörer wählten ihren einfachen Schnürschuh zum Symbol des Aufstandes. 1514 begehrte in Württemberg der „arme Konrad“ auf. Die Wut über den Landesherren, Herzog Ulrich, war grenzenlos. Der Herzog hatte seine Hochzeit mit einem luxuriösen Fest gefeiert: 7000 Gäste schlemmten, tanzten und vergnügten sich 14 Tage lang in Stuttgart. Und weil sein Lebensstil so teuer war, trieb er neues Geld ein. Er ließ die offiziellen Marktgewichte reduzieren und trieb die Preise und seine Einnahmen in die Höhe. Bis dahin ungekannte Proteste der einfachen Stadtbevölkerung waren die Folge. Alle diese Aufstände wurden vom Adel brutal niedergeschlagen, die Rädelsführer gevierteilt und an den Landstraßen aufgehängt. Im Sommer 1524 kommt es zu ersten großen Bauernerhebungen im Süden Württembergs, in der Nähe von Nürnberg und in Mühlhausen in Thüringen. Im Jahr darauf formen sich bewaffnete Bauernhaufen von jeweils mehreren tausend Kämpfern. Im April 1525 dann der Höhepunkt. Ausgerechnet am Ostermontag, dem Hochfest der Auferstehung Christi, ließ der Bauernführer Jäcklein Rohrbach den Grafen Ludwig von Helfenstein und seine Mitstreiter so lange Spießrutenlaufen, bis sie erstochen und erschlagen niedersanken. Die Brutalität der „Weinsberger Bluttat“ schockierte viele Menschen bis ins Mark. Martin Luther wurde danach zum Bauernfeind. In der Flugschrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ rief er die Landesherren auf: „man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss“. Die Phalanx des Adels stand. In der größten Schlacht des Bauernkrieges im thüringischen Frankenhausen metzelte ein Fürstenheer aus Hessen, Sachsen und Braunschweig 6000 Bauern nieder. Im Südwesten bekämpfte Georg Truchsess von Waldburg-Zeil mit 9000 Fußsoldaten und 1500 gepanzerten Reitern die Bauern. Schätzungsweise kamen insgesamt 75.000 Bauern ums Leben. Nicht nur die Bauern kämpften in dieser Zeit gegen die Obrigkeit, auch die Ritter versuchten ihren Platz in der Gesellschaft mit Gewalt zu verteidigen. Götz von Berlichingen verbündete sich mit den Bauern und wurde im Odenwald ihr Hauptmann. Franz von Sickingen führte einen der größten Ritteraufstände an und überfiel mit 23.000 Kriegern die Reichsstadt Metz. Er überzog Worms und Frankfurt am Main mit Fehden und erpresste den Landgrafen von Hessen um 35.000 Goldgulden. Auch er starb, als der Hochadel zum gemeinsamen Gegenschlag ansetzte. Was trieb die Bauern und Ritter an? Warum wurden sie zu den Verlieren der Neuzeit? Und wieso hatte Martin Luther kein Mitleid? Diese Fragen bespreche ich mit Hiram Kümper, Professor für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Uni Mannheim. Die Reisetipps und mehr Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • April 15 · 1 hr 9 min

    Martin Luther - Wie wird man Reformator?

    Mit Volker Leppin: Martin Luther war ein Studienabbrecher. Als der Jurastudent seinen Eltern beichtete, dass er nicht Jurist sondern Mönch werden wolle, wechselte sein Vater vom respektvollen "Sie" wieder zum herablassenden "Du" der Kindertage. Als Novize im Augsutinerkloster in Erfurt war Martin theologisch noch weitgehend unauffällig. Über seinen Beichtvater kam er mit der mittelalterlichen Mystik in Kontakt, die eine Gotteserfahrung nicht von äußeren Taten abhängig machte, sondern innere Versenkung predigte. Nach seinem Studum stieg Martin Luther schnell im Orden auf und ging als Professor der Theologie an die neugegründete Uni Wittenberg. 1517 machte er dort plötzlich mobil. Er nahm Anstoß an einer Ablasstour. Der Dominikaner Johannes Tetzel tourte durch benachbarte Territorien und sammelte Geld für den Bau des Petersdoms in Rom. Tetzel versprach, dass jede Geldspende die Tage im Fegefeuer verkürze. Sein Slogan :“ Wenn die Münz in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Hinter dieser Drückerkolonne verbarg sich ein finanzieller Deal von drei mächtigen Beteiligten. Der Erzbischof von Mainz und Magdeburg schuldete dem Papst 20.000 Goldgulden. Jakob Fugger, der Bänker aus Augsburg, hatte dem Erzbischof das Geld vorgestreckt. Die Ablasstour sollte die Summe wieder einspielen. Papst und Erzbischof hatten vereinbart, die Einnahmen brüderlich teilen. Luther kannte die Hintergründe nicht und schrieb empört an den Erzbischof, ob er überhaupt wisse, welches Unwesen da getrieben würde. Der Professor hatte in ein Wespennest gestochen. Sein Protest ging viral. Die Drucker schmissen ihre Pressen an und bald war Luther mit seinen 95 Thesen gegen den Ablass eine deutschlandweite Berühmtheit. Wie sich aus der spontanen Empörung eine bahnbrechende neue Religion entwickelte, darüber spreche ich mit Volker Leppin, Professor für Kirchengeschichte an der Yale University. Die Reisetipps und mehr Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Zur Anmeldung für den Abend mit Prof. Knut Görich und mir in Würzburg am 22.4.2026 um 18.00 geht es hier lang: https://eveeno.com/542701555 Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • April 8 · 1 hr 11 min

    #52 Welthandel aus Oberschwaben- Wer waren die Fugger?

    Mit Mechthild Isenmann: Jakob und Anton Fugger waren die Geldgeber der Kaiser und Päpste. Sie gehörten zu den reichsten Menschen der frühen Neuzeit. Aus einem florierenden Augsburger Tuchhandel formte Jakob Fugger ein global agierendes Unternehmen: Montanbergbau, Handelshaus, Bank und Transportunternehmen, alles in einer Hand. Den Habsburger Königen und Kaisern lieh Jakob Geld und forderte im Gegenzug Bergwerksrechte. Der Montanbergbau gehörte zu den neuen profitabelsten Geschäftsfeldern der frühen Neuzeut. Kupfer wurde weltweit gebraucht, um Kanonen zu giessen, und Quecksilber war für die Silberproduktion unerlässlich. Bald dominierten die Fugger diese Metallmärkte. Mit genialem Management bauten sie Wertschöpfungsketten vom Bergbau in Spanien, Ungarn und Tirol bis zur Auslieferung der Metalle nach Westafrika, Indien und Amerika auf. Aus den sprudelnden Gewinnen liehen Sie den Habsburgern erneut Geld, die ihnen dafür weitere Schürfrechte zugestanden. Selbst der Papst war ihr Schuldner. Jakob Fugger finanzierte die Bodyguards des Heiligen Vaters, die Schweizer Garde, und sorgte 1519 mit 860.000 Goldgulden dafür, dass Karl V. zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Wie die Fugger den Aufstieg vom Textilunternehmen zu Kreditgebern von Königen, Kaisern und Päpsten gemanagt haben, darüber spreche ich mit Mechthild Isenmann, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Uni Leipzig. Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa

  • April 2 · 1 hr 51 min

    Hinter der Geschichte: Sissi, Otto und der Rosenmontag...

    Ein Talk unter Geschichtspodcastern: Kathi von Stories of Austria, Jonas von Deutschland 33/45 und Jan von Wer wir sind und warum das nicht klappte, plaudern über Shitstorms, veraltete Meistererzählungen und ihre Leidenschaft fürs Podcasten. Warum darf man den Tiroler Volkshelden Andreas Hofer noch heute nicht vom Sockel stürzen? Eignet sich Martin Luther zum "Schrumpfgermanen"? Und warum wird das Grauen der Nazi-Zeit erträglicher, wenn man sich detailliert mit den Tätern befasst? Verpasst keine Folge von "Hinter der Geschichte" und abonniert den Podcast direkt. Beteiligte Podcasts: Stories of Austria: https://www.im-auftrag-ihrer-majestaet.at/ Deutschland 33/45:https://deutschland3345.podcaster.de/ Wer wir sind und warum das nicht klappte: www.99xgeschichte.de

  • April 1 · 56 min

    #51 Jesus - Dürer - Superstar

    Mit Daniel Hess: Albrecht Dürer war 28 Jahre alt, als er sich als Jesus Christus portraitierte. Sein Messias war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das Ölgemälde diente wahrscheinlich als Probestück für solvente Kunden. Denn schon in jungen Jahren war Albrecht Dürer ein Superstar. Der Druck seiner Holzschnitte und Kupferstiche hatte ihn rasch reich und berühmt gemacht. Die Apokalypse aus der „Offenbarung des Johannes“ war sein erstes erfolgreiches Druckprojekt mit hoher Auflage. Die Folge von 16 Blättern, basierend auf Holzschnitten, hatte einen enormen Eindruck auf die Menschen damals. Schauerliche dramatische Szenen mit den vier apokalyptischen Reitern, der Hure Babylon und dem heiligen Michael, der verzweifelt mit dem siebenköpfigen Drachen kämpft. Alles bedrohlich realistisch. Viele seine heute berühmtesten Bilder hat Dürer zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht. Nicht nur sein Selbstportrait als Jesus, auch Zeichnungen und Aquarelle, die er zu Studienzwecken anfertigte, sind heute populärer als viele andere seiner damals offiziellen Werke. Fast jede Hörerin und jeder Hörer wird schon mal den Hasen gesehen haben, den Albrecht Dürer nur für sich, als Fingerübung gezeichnet hat. Dieser hockende Feldhase ist das berühmteste Tier der Kunstgeschichte. Nie zuvor hat ein Künstler ein Tier so naturgetreu abgebildet. Mit einem Fell, dass man sofort streicheln möchte. Sein populärstes Bild wurde erst in seinem Nachlass gefunden. Dürers Lebensleistung ist die Entwicklung vom geschätzten mittelalterlichen Kunsthandwerker zum selbstbestimmten Malerstar der Renaissance, der seine Genialität mit wenigen Federstrichen beweist. Über den Wegbereiter der deutschen Malerei spreche ich mit Prof. Dr. Daniel Hess dem Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa