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Religion & Spirituality

vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen

NDR Info

Der Podcast greift spannende Glaubens- und Gewissensfragen aus Religion und Gesellschaft auf. Unsere Reporter*innen liefern Analysen, bieten Orientierung und erhellen Hintergründe. Was macht gute Pflege aus? Ist Religion für junge Menschen unattraktiv? Muss ich jemandem verzeihen, wenn er seine Schuld eingesteht? Unsere Reporter*innen spüren wöchentlich spannenden Glaubens- und Gewissensfragen nach: erhellend, überraschend, lebensnah. Themen auf den Grund gehen, den Horizont erweitern: "vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen" ist der Religions-Podcast von NDR Info. Anregungen, Hinweise und Kritik gern an: vertikalhorizontal@ndr.de

  • 20 episodes
  • Updated Sunday

Episodes20

  • Sunday · 24 min

    Heilige Orte: Bad Wilsnack - Wunder und Wellness

    Schon als Bad Wilsnack zum ersten Mal in mittelalterlichen Urkunden auftaucht, geht es um ein Wunder. 1383 war das brandenburgische Städtchen in der Nähe der Elbe niedergebrannt worden. In den Trümmern der Kirche fanden sich drei Hostien. Darauf: rote Tropfen - Blut, davon war man im Mittelalter fest überzeugt. Als Ort, an dem Leib und Blut Jesu Christi greifbar sind, wurde Bad Wilsnack mit seiner neu aufgebauten Wunderblutkirche zum Wallfahrtszentrum. Inbrünstiger Glaube verband sich mit handfestem Tourismus - das ist bis heute geblieben. Wobei der Glaube an das Blutwunder inzwischen deutlich abgeklungen ist. Aber noch immer ist die Wunderblutkirche ein heiliger Ort, der auf seine Umgebung ausstrahlt: beim Kirchenrave genauso wie bei der Suche nach Heilung im Kurbad.

  • July 26 · 24 min

    Heilige Orte: Wo Kamadchi wohnt - Der Hindu-Tempel von Hamm

    Es ist der zweitgrößte Hindu-Tempel Europas: Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel – und er steht in einem Gewerbegebiet im westfälischen Hamm-Uentrop. Nah am Wasser durch den Datteln-Hamm-Kanal - wie es die Rituale erfordern. Die Geschichte dieses Ortes beginnt Ende der 80er Jahre: Der junge Tamile Arumugam Paskaran flieht vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka und landet in Hamm. Dort richtet er zunächst einen kleinen Andachtsraum ein für die vor allem in Südindien verehrte Göttin Kamakshi. Inzwischen ist der Tempel in Hamm-Uentrop nicht nur spirituelles Zentrum für tausende Hindus in ganz Deutschland, sondern auch ein Ort des Dialogs zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen. Das jährliche Tempelfest zieht regelmäßig über 20.000 Menschen an.

  • July 19 · 25 min

    Heilige Orte: Lebendige Urzeit - Der Nationalpark Kellerwald

    Die besonderen Buchenwälder im Nationalpark Kellerwald sind seit 2011 UNESCO Welterbe und seit jeher ein Kraftort für viele. Jahrhunderte alte Knorreichen bieten Lebensraum für Urwald-Reliktarten - seltene Käfer und Insekten, deren Vorfahren noch die Dinosaurier kannten. Seit Urzeiten gilt der Wald als heiliger Ort. Er war der ursprüngliche Lebensraum unserer Vorfahren. Natur-Therapeutin Jessica Schmitz erlebt diese tiefe Verbindung beim Waldyoga. Bei einer Wildniswanderung lenkt Rangerin Renée Prochnow den Blick der Besucher wieder ganz bewusst auf unsere Grundbedürfnisse. Durchatmen und Staunen! Gott suchen und nah sein in der Natur – dazu drängte es die Menschen schon immer. Auf der Quernst, einer bewaldeten Anhöhe mit Weitblick auf den Kellerwald, beteten angeblich schon die alten Germanen. Diese Tradition haben die Menschen vor Ort wieder aufleben lassen und eine kleine Kapelle mitten im Nationalpark gebaut. Das ist einzigartig in Deutschland. Ein heiliger Ort inmitten urzeitlicher Wildnis.

  • July 12 · 29 min

    Heilige Orte: Zwischen Kiez und Kult - Das Hamburger Heiligengeistfeld

    Auf dem Heiligengeistfeld ist der Teufel los. Dreimal im Jahr findet hier „der Dom“ statt – eines der größten Volksfeste in Deutschland. „Der Dom“ heißt so, weil früher, als hier noch die Kathedrale stand, die Gaukler und Marketender bei Hamburger Schietwetter im Gotteshaus ihre Dienste anboten. Neben dem „Dom“ überragt das Heiligengeistfeld ein eher unheiliger Ort: ein Flak-Bunker aus dem 2. Weltkrieg, der heute mit Fassadenbegrünung Hotelgäste und Clubbesuchende anzieht. Von dem Hochbunker schaut man direkt aufs „Millerntor“: jenem legendären Stadion des FC St. Pauli, das für viele Fans durchaus ein heiliger Ort ist. Aber wem ist schon bewusst, dass das ganze Viertel mit dem Rotlichtmilieu mittendrin den Namen eines Heiligen trägt: des Apostel Paulus? Gut, der katholische Kiezpfarrer weiß das natürlich. Schließlich ist seine Kirche – wie er gern betont – „der älteste Club auf St. Pauli“.

  • July 5 · 24 min

    Heilige Orte: Altötting - Das heimliche Herz Bayerns

    Auf dem riesigen Gelände des Altöttinger Kapellplatzes können Tausende unterkommen. In der Mitte des Platzes steht die Gnadenkapelle, im Kern aus dem 8. Jahrhundert. Darin, im Halbdunkel der Kerzen, wartet die berühmte schwarze Madonna auf die vielen zehntausend Pilger, die immer noch jedes Jahr kommen, allein, in Gruppen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus. Altötting ist eine Marke. Außen an der Gnadenkapelle zeugen unzählige Votivtafeln davon, dass die Mutter Gottes wirklich geholfen hat: in der Not, Krankheit und Gefahr. Geronnener Wunderglaube aus Jahrhunderten. Altötting wirbt damit, das „Herz Bayerns“ zu sein: auf jeden Fall ist es das Herz des bayerischen Katholizismus. Apropos Herz: makaberer Fakt, die Wittelsbacher Könige und Kurfürsten haben dort über Jahrhunderte in Altötting ihre Herzen bestatten lassen, ganz nah an der rätselhaft schwarzen Madonna. Wer heute Altötting besucht, lernt viel über die bayerische Geschichte und Lebensart, über die ganz spezielle Beziehung zu Maria, der „Patrona Bavariae“, zu Reliquienverehrung und Devotionalienhandel. Die Bedeutung als europäischer Wallfahrtsort ist dabei nicht zu unterschätzen. Drei Päpste waren hier. Die Pilger sind international.

  • June 26 · 34 min

    vertikal horizontal: Religion und Politik

    Nur noch knapp die Hälfte der Bevölkerung gehört einer der großen Kirchen an. In einer zunehmend säkularen Gesellschaft ist die Verschränkung von Religion und Politik eine Gratwanderung.

  • June 21 · 36 min

    Warum faszinieren nordische Schöpfungsmythen? Zwischen Ur-Leere, Feuer und Eis

    Während Judentum, Christentum und Islam von einem Schöpfergott erzählen, beginnt die nordische Mythologie mit einer gewaltigen Ur-Leere zwischen Eis und Feuer. Aus diesem Spannungsfeld entstehen Riesen, Götter und schließlich die Welt der Menschen. Was erzählen diese Mythen über den Ursprung der Welt? Wie unterscheiden sie sich von anderen Schöpfungs-Vorstellungen? Und warum sind die Helden des Nordens, Thor, Odin, Loki heute in der Popkultur so beliebt?

  • June 14 · 24 min

    Mehr Vertrauen wagen? Kirchen und junges Ehrenamt

    Ohne ehrenamtlich Engagierte würde in den christlichen Kirchen nicht viel laufen. Das ist unstrittig. Je mehr den Kirchen aber die Mitglieder abhandenkommen, desto wichtiger ist es, Jugendliche und junge Erwachsener fürs Ehrenamt zu motivieren. Denn sie sind die Zukunft. Wie müssen die Rahmenbindungen sein, damit die nachwachsenden Generationen zum Engagement bereit sind? Wir stellen Beispiele vor, wie es den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden gelingen kann, auf Jugendliche und junge Erwachsene zuzugehen.

  • June 7 · 37 min

    Glaube, Ursprung, Sinn - Was erzählen uns die Schöpfungsmythen Südamerikas?

    Rätselhafte Steine, Mischwesen aus Mensch und Tier, ein vormaliges Volk und die immer wiederkehrende Geschichte einer großen Flut. Die Schöpfungserzählungen aus Südamerika sind so vielfältig wie die Natur dieses Kontinents. Und doch gibt es auch Gemeinsamkeiten. In der neuen Folge von Vertikal Horizontal fragen wir: Was erzählen uns die Schöpfungsmythen Südamerikas über den Ursprung der Welt? Wie verstehen sie das Verhältnis zwischen Mensch und Natur? Und warum wirken diese uralten Erzählungen heute noch so überraschend aktuell?

  • May 31 · 27 min

    Was ist eigentlich Seelsorge? Kirchlicher Kernauftrag im Wandel

    Die Hannoversche Landeskirche macht in diesem Jahr Seelsorge zum Top-Thema. Zwar ist Seelsorge ein Kernauftrag von Kirche. Aber auch dieser Arbeitsbereich verändert sich. So betreuen immer weniger Hauptamtliche immer größere Gemeindebezirke. Auch technische Entwicklungen beeinflussen die Seelsorge, vor allem die Digitalisierung. Wie funktioniert unter diesen veränderten Bedingungen Sorge um die Seele? Wir stellen die Stadtteilarbeit einer Kirchengemeinde vor, die Online-Seelsorge der Landeskirche und Krankenhausseelsorge, die mit dem Indikationenset arbeitet.

  • May 24 · 34 min

    Pfingsten, Aufbruch, Tradition - Gewinnt die Taufe wieder an Bedeutung?

    Das Pfingstfest gilt als "Geburtsstunde der Kirche" und ist eng mit der Taufe verbunden. Sie gehört zu den ältesten Ritualen im Christentum und steht für Reinigung und Neubeginn. Durch die Taufe wird ein Mensch Teil der christlichen Gemeinschaft und geht, so verstehen es viele Christinnen und Christen, einen Bund mit Gott ein. Doch wie wird heute getauft – und warum entscheiden sich wieder mehr Menschen bewusst für diesen Schritt? Was hat es auf sich mit den Rekord-Taufen in Frankreich, wo sich mehr als 20.000 junge Erwachsene in der Osternacht katholisch taufen ließen?

  • May 17 · 25 min

    Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg - Aufstehen, aufbrechen, aber wohin?

    Am Mittwoch begann am Main das hierzulande größte Christentreffen in diesem Jahr. Die Veranstalter des Deutschen Katholikentags rechnen in den kommenden Tagen mit rund 30.000 Gläubigen, die in Gottesdiensten, Workshops, Podiumsdiskussionen das Motto des Treffens mit Sinn und Leben füllen wollen: „Hab Mut, Steh auf!“ Aber wofür, wie und mit wem? Der Katholikentag in Würzburg möchte Demokratie-Forum und Zukunftswerkstatt sein. Gelingt der Aufbruch Main auch hin zu neuen Ufern? Wir dokumentieren eine zentrale Veranstaltung des Katholikentags in Würzburg.

  • May 10 · 29 min

    Vor dem Katholikentag in Würzburg - Zum Zustand der katholischen Kirche in Deutschland

    Ein Jahr ist Papst Leo XIV. im Amt. Das Christentreffen in Würzburg ist das erste große Glaubensevent seit Leos Wahl. Der Papst reist nicht an den Main, schickt aber eine traditionelle Grußbotschaft. Wie steht es um die Gegenwart und Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland, welche Themen beschäftigen die Katholikinnen und Katholiken hierzulande. Die ARD-Gemeinschaftsredaktion Religion schaut vor dem Katholikentag auf aktuelle Themen innerhalb der Kirche: Wie hält man‘s mit der Politik? Frieden schaffen – aber wie? Wie geht es mit dem Synodalen Weg weiter, dem innerkirchlichen Reformprozess?

  • May 1 · 25 min

    Ein Jahr Papst Leo XIV

    Leo XIV. beginnt sein Pontifikat mit einem Friedensgruß: „Der Friede sei mit euch allen!“ Wie sich zeigt: Mehr als eine fromme Formel – es ist ein Leitmotiv.

  • April 24 · 39 min

    Die Evangelische Kirche in der DDR und Aufarbeitung

    Kein Rückblick auf das Ende der DDR kommt ohne eine Würdigung aus, die die besondere Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution hervorhebt. Gilt das Bild von kritischen Christinnen und Christen gegenüber dem SED-Staat uneingeschränkt?

  • April 19 · 30 min

    Schöpfungsmythen in Nordamerika - Spinnenfrauen, Kojote und Schildkrötenrücken

    Wenn die Rede von "Turtle Island", von der "Spinnenfrau" oder "Kojote" ist, dann sind wir mitten in den Schöpfungsmythen der Nordamerikanischen Ureinwohner. Hier mischen sich mystische Wesen mit einer - vom Westen bewunderten - Naturnähe. Warum aber wurden die Indigenen Völker des amerikanischen Kontinents fast ausgerottet, während man ihnen gleichzeitig eine romantisch überhöhte Naturverbundenheit andichtete? Wieso sind viele der Figuren in diesen Schöpfungsgeschichten ambivalent, tragen positive und negative Züge? Und welchen Stellenwert haben diese Mythen heute noch?

  • April 12 · 25 min

    Vielschichtig, tiefgründig, aufbrausend - Warum fasziniert uns Mutter Erde?

    Das Element Erde spielt seit Menschengedenken eine zentrale Rolle – in den Religionen, im Leben, in Erzählungen und in der Mystik. Die Erde trägt und nährt. Doch sie ist weit mehr als Boden unter den Füßen. In vielen Religionen steht sie für Schöpfung, Demut und göttliche Nähe. In der Bibel heißt es: „Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück.“ Im Koran fast identisch: „Aus Erde haben Wir euch erschaffen, in sie kehren wir zurück.“ Und auch im Judentum gilt sie als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen – als Geschenk und Verantwortung zugleich. Welche spirituelle, symbolische und vielleicht auch existentielle Bedeutung hat dieses Element in den unterschiedlichen Religionen?

  • April 5 · 33 min

    Franziskanische Lebensschule und Ostern - Bruch und Neuanfang

    Die Natur ist erwacht. Rund um die Osterfeiertage blüht es, zwitschert es, grünt es. Neben dieser Feier des Lebens in der Natur, findet auch die Feier des Lebens im Christentum ihren Platz. Was bedeuten Karfreitag, Karsamstag und Ostermorgen für einen Theologen, der Natur, Wildnis, mit christlichem Erleben zusammenbringt? Martina Kothe spricht mit Jan Frerichs, dem Gründer und Leiter der Franziskanischen Lebensschule „barfuß und wild“. Wie bereitet man sich auf Übergänge vor? Was sagt die Bibel zum Wandel? Darum geht’s in der Oster-Ausgabe von Vertikal Horizontal, dem Podcast aus der Redaktion Religion und Gesellschaft.

  • April 3 · 31 min

    Schmerz und Stillstand am Karfreitag - Perspektiven aus Medizin, Psychologie und Theologie

    Karfreitag und Karsamstag sind herausragende Feiertage für Christinnen und Christen. Herausragend, da hier nicht im üblichen Sinn gefeiert wird, es wird vielmehr dazu eingeladen das Gegenteil zu tun. Die Stille, die Leere, den Schmerz auszuhalten. Inwieweit etwas "auszuhalten", keine schnelle Lösung zu haben, sich auch der Trauer hinzugeben, zu unserem Leben dazugehört, und wie man mit Schmerzen umgehen lernen kann, darum geht es in der Ausgabe von Vertikal Horizontal am Karfreitag.

  • March 29 · 39 min

    Das zweifelhafte Erbe der Mission - Wie umgehen mit spirituellen Kultobjekten?

    Mehrere Tausende Gegenstände, die Missionare vor mehr als 100 Jahren aus Missionsgebieten in Asien, Afrika und Südamerika nach Deutschland gebracht haben, lagern heute in Depots von Missionsgesellschaften oder in Museen. Die Sicht auf diese Gegenstände hat sich radikal verändert: Wurden die religiösen Amulette oder Masken einst als Beweise für die vermeintliche Überlegenheit des christlichen Glaubens gegenüber der Religion der Indigenen präsentiert, blickt man heute anders, sensibler darauf: Viele Gegenstände werden gewissermaßen mit den Augen der indigenen Priester als geheimnisvolle, heilige Subjekte betrachtet, denen man mit Respekt begegnen sollte.