
Folge 11: Julia Röder: Was Depression wirklich bedeutet | S2E5
Was unterscheidet eine Depression von einer erschöpften, schlechten Phase? Julia Röder, Psychotherapeutin, Mediatorin und langjährige People-and-Culture-Executive aus Wien, ordnet ein: Die Hauptmerkmale sind Antriebslosigkeit, anhaltende Niedergeschlagenheit und das Gefühl, dass alles sinnlos ist, über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Gespräch geht es um den Unterschied zwischen Depression und Erschöpfung, um das sogenannte Morgenpessimum als typisches Warnsignal, und um die Frage, warum High-Functioning-Menschen ihre depressive Symptomatik oft besonders lange verstecken können. Julia erklärt das biopsychosoziale Modell anhand eines vierbeinigen Käfers, spricht über hormonelle Faktoren bei Frauen, über den Umgang mit Medikamenten und Therapie, und darüber, warum Sätze wie "Reiß dich zusammen" bei einer echten Depression schlicht nicht funktionieren. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Arbeitskontext: Wie sollten Führungskräfte reagieren, wenn jemand ausfällt? Was hilft beim Wiedereinstieg nach einem Langzeitkrankenstand? Und warum ist Vulnerabilität am Arbeitsplatz oft so schambehaftet, obwohl sie alle Menschen betrifft? Themen dieser Folge: Depression erkennen, biopsychosoziales Modell, Depression vs. Burnout, Umgang mit Medikamenten, Führung und psychische Gesundheit, Wiedereinstieg nach Krankenstand. Wenn es dir selbst gerade nicht gut geht: Telefonseelsorge 142 (kostenlos, anonym, rund um die Uhr) und Rat auf Draht 147.
