
"Cool, rechtsextrem zu sein" - Löst Sachsen mit einem Aktionsplan für Schulen das Problem?
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„Auf TikTok und in anderen Sozialen Medien ist es cool, rechtsextrem zu sein. Das nehmen wir wahr und wollen dem auch absolut entgegentreten.“ Mit diesen deutlichen Worten beschreibt Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung eine Entwicklung, die zunehmend auch an Schulen im Freistaat sichtbar wird: politisch motivierte Straftaten nehmen zu.
Sachsen will diesem Trend begegnen. Am Dienstag wurde dafür der „Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen“ vorgestellt. Doch wie groß ist das Problem tatsächlich? Warum bleiben viele Vorfälle unentdeckt oder werden gar nicht erst gemeldet? Woher kommen extremistische Einstellungen schon bei Kindern im Grundschulalter? Und kann ein Aktionsplan für Schulen überhaupt an die Wurzel eines Problems gehen, das häufig außerhalb des Klassenzimmers entsteht?
Im Podcast gehen Valentin Dreher, Investigativreporter von LVZ und SZ, und Host Fabian Deicke auf die Suche nach Antworten.
Die offiziellen Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg bei politisch motivierten Straftaten an sächsischen Schulen. Im Jahr 2020 waren es noch 100, im Jahr 2025 weist die Kriminalstatistik 335 Fälle aus. Innenminister Armin Schuster (CDU), der auch im Podcast zu hören ist, warnt dennoch vor Alarmismus: „Schule ist kein Hauptschwerpunkt von politisch motivierter Kriminalität.“ Trotzdem könne es angesichts der Entwicklung keine Entwarnung geben.
Beim genauen Blick in die Statistik fällt zudem etwas Entscheidendes auf: „Das zunehmende und auch das größte Problem an den sächsischen Schulen ist gerade der Rechtsextremismus“, ordnet Reporter Dreher die Lage ein. Anschließend berichtet er von Recherchen, die nahelegen, dass die Dunkelziffer deutlich größer sein könnte, als es die offiziellen Statistiken erkennen lassen.
Bemerkenswert bei der Betrachtung der Gesamtlage ist auch das Alter der Kinder, die bei gemeldeten Fällen erfasst werden. Dreher berichtet von Grundschülern, die sich gegenseitig als „Juden“ beschimpfen, Hakenkreuze malen oder bei einem Museumsbesuch neben einem Pappaufsteller eines Jungen in Hitlerjugend-Uniform den Hitlergruß zeigen. Gerade bei sehr jungen Kindern stellt sich deshalb die Frage: Wann wird ein Vorfall ein Fall für Polizei und Justiz? Wo verläuft die Grenze zwischen Meldung machen oder pädagogisch reagieren?
Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU), die auch im Podcast zu hören ist, betont dabei den besonderen Status des Klassenraums: „Der geschützte Raum ist das Klassenzimmer.“ Was dort passiere, könne in der Regel auch dort geklärt werden – mit pädagogisch sinnvollen Maßnahmen. Darauf setzt auch der neue Aktionsplan: Lehrer sollen schneller Unterstützung bekommen, politische Bildung soll gestärkt und etwa mit einer neuen Klassenstunde Demokratie stärker erlebbar werden.
Ob das reicht, um zunehmendem Extremismus an Schulen entgegenzuwirken, dessen Ursachen oft außerhalb der Schule liegen, ist eine der zentralen Fragen der neuen Folge von „Thema in Sachsen“.
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- Download: Aktionsplan gegen Extremismus an Schulenpolitische.bildung.sachsen.de





