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Soilcast · Yesterday · 52 min

SC207 SoilTalk: Eau de Soil

Wie Geosmin, MIB und Anisöl den Boden duften lassen Warum riecht Vogelsand süßlich – und warum kann ein Sandweg ähnlich duften? Christoph spricht mit Laura über Anisöl, technische Geruchstricks und die Chemie des Bodengeruchs: Geosmin, MIB, Petrichor und flüchtige Stoffe aus gestörten Böden, Porenluft und Mikroben. www.soilcast.de E-Mail: info@soilcast.de Den Soilcast unterstützen Soilcast in den sozialen Medien Hausmeisterei Auf Bluesky ist mittlerweile ein Bot zu finden, der euh automatisch über neue Folgen informiert: https://bsky.app/profile/soilcast.sueden.social.ap.brid.gy Thema: Eau de Soil Warum riecht Vogelsand manchmal süßlich – und warum kann eine wassergebundene Wegedecke ähnlich nach Erde, Regen oder Kindheit duften? In dieser Folge sprechen Christoph und Laura über Geruchstricks, Bodengeruch und die Frage, was unsere Nase eigentlich wahrnimmt. Beim Vogelsand ist die Spur ziemlich konkret: Viele Produkte enthalten ausdrücklich Duftzusätze wie Anisöl. Keine Werbung, nur Produktbeispiele: Dein Bestes Vogelsand mit Muschelgrit & Anisöl und ZooRoyal Vogelsand mit Muschelgrit & Anisöl zeigen schon in Name bzw. Zusammensetzung, dass hier nicht nur Sand im Spiel ist. Technisch kann man Gerüche aber nicht nur überdecken, sondern auch binden oder abbauen. Dazu passen etwa Zeolithe als Geruchs- und Ammoniakbinder in Tierstreu und anderen Anwendungen, beschrieben in Mumpton (1999): La roca magica, sowie Studien zur Entfernung von Geosmin und MIB durch Sandfilter/Bioreaktoren oder Aktivkohle-Filter. Das Hauptpaper der Folge ist Busby et al. (2023): Characterising earth scent. Die Studie schaut sich zwei zentrale flüchtige organische Verbindungen des Bodengeruchs an: Geosmin und 2-Methylisoborneol, kurz MIB – und fragt, wann Böden besonders viel davon freisetzen. Dabei geht es unter anderem um Bodenstörung, Bodentextur, Bodenbedeckung und Regen. Spannend für unsere Hörerinnenfrage: Die Studie untersucht nicht nur „Boden riecht“, sondern was passiert, wenn Boden bewegt, befeuchtet oder durch unterschiedliche Substrate geprägt wird. Als Hintergrund nutzen wir Insam & Seewald (2010): Volatile organic compounds (VOCs) in soils. Das Review ordnet ein, warum Böden Quellen und Senken flüchtiger organischer Verbindungen sein können – und warum Bodengeruch auch etwas über Mikroben, Feuchte, Poren und organische Substanz verraten kann. Außerdem verweisen wir auf Garbeva et al. (2023): Volatile sensation. Dort geht es um Geosmin als erdigen Geruchsstoff – aber auch darum, dass solche Gerüche für andere Organismen Signale sein können: Lockstoff, Warnsignal oder Hinweis auf Wasser, Nahrung und Mikroben.

0:00-52:10

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Wie Geosmin, MIB und Anisöl den Boden duften lassen

Warum riecht Vogelsand süßlich – und warum kann ein Sandweg ähnlich duften? Christoph spricht mit Laura über Anisöl, technische Geruchstricks und die Chemie des Bodengeruchs: Geosmin, MIB, Petrichor und flüchtige Stoffe aus gestörten Böden, Porenluft und Mikroben.

Hausmeisterei

Auf Bluesky ist mittlerweile ein Bot zu finden, der euh automatisch über neue Folgen informiert: https://bsky.app/profile/soilcast.sueden.social.ap.brid.gy

Thema: Eau de Soil

Warum riecht Vogelsand manchmal süßlich – und warum kann eine wassergebundene Wegedecke ähnlich nach Erde, Regen oder Kindheit duften? In dieser Folge sprechen Christoph und Laura über Geruchstricks, Bodengeruch und die Frage, was unsere Nase eigentlich wahrnimmt.

Beim Vogelsand ist die Spur ziemlich konkret: Viele Produkte enthalten ausdrücklich Duftzusätze wie Anisöl. Keine Werbung, nur Produktbeispiele: Dein Bestes Vogelsand mit Muschelgrit & Anisöl und ZooRoyal Vogelsand mit Muschelgrit & Anisöl zeigen schon in Name bzw. Zusammensetzung, dass hier nicht nur Sand im Spiel ist.

Technisch kann man Gerüche aber nicht nur überdecken, sondern auch binden oder abbauen. Dazu passen etwa Zeolithe als Geruchs- und Ammoniakbinder in Tierstreu und anderen Anwendungen, beschrieben in Mumpton (1999): La roca magica, sowie Studien zur Entfernung von Geosmin und MIB durch Sandfilter/Bioreaktoren oder Aktivkohle-Filter.

Das Hauptpaper der Folge ist Busby et al. (2023): Characterising earth scent. Die Studie schaut sich zwei zentrale flüchtige organische Verbindungen des Bodengeruchs an: Geosmin und 2-Methylisoborneol, kurz MIB – und fragt, wann Böden besonders viel davon freisetzen.

Dabei geht es unter anderem um Bodenstörung, Bodentextur, Bodenbedeckung und Regen. Spannend für unsere Hörerinnenfrage: Die Studie untersucht nicht nur „Boden riecht“, sondern was passiert, wenn Boden bewegt, befeuchtet oder durch unterschiedliche Substrate geprägt wird.

Als Hintergrund nutzen wir Insam & Seewald (2010): Volatile organic compounds (VOCs) in soils. Das Review ordnet ein, warum Böden Quellen und Senken flüchtiger organischer Verbindungen sein können – und warum Bodengeruch auch etwas über Mikroben, Feuchte, Poren und organische Substanz verraten kann.

Außerdem verweisen wir auf Garbeva et al. (2023): Volatile sensation. Dort geht es um Geosmin als erdigen Geruchsstoff – aber auch darum, dass solche Gerüche für andere Organismen Signale sein können: Lockstoff, Warnsignal oder Hinweis auf Wasser, Nahrung und Mikroben.

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