Skip to content
Artwork for Schöner glauben
Schöner glauben · Tuesday · 1 hr 8 min

#interview | Marcus Bastek – Braucht es eine schwache Kirche?

Schwache Kirche mit Marcus Bastek In dieser Folge spricht Jason mit Marcus Bastek über dessen Buch Schwache Kirche und die Frage, wie Kirche aussehen kann, wenn sie nicht auf Stärke, Leistung und Macht setzt. Im Zentrum stehen die konstantinische Wende, die Verbindung von Christentum und Imperium sowie die Idee einer Theologie der Schwäche als Gegenentwurf zu kapitalistischen und herrschaftsförmigen Logiken.Marcus Bastek ist Pastor im Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden und Autor von Schwache Kirche sowie Der Angst entkommen. Die Folge ist ein theologisches Gespräch mit vielen historischen, politischen und praktischen Bezügen, das deutlich macht, warum das Thema nicht nur für Kircheninsider relevant ist. Themen der Folge Marcus Bastek erzählt, warum Schwache Kirche aus seiner langjährigen Beschäftigung mit menschlicher Schwäche, Gemeinde und Gottes Kraft entstanden ist. Er erläutert seine Grundthese: Gottes Kraft wird dort sichtbar, wo Menschen ihre Unfähigkeit, Abhängigkeit und Verletzlichkeit nicht verstecken. Jason und Marcus diskutieren, was in diesem Zusammenhang überhaupt als Stärke und Schwäche gilt – und warum vermeintliche Unabhängigkeit oft eine Illusion ist. Ein großer Teil des Gesprächs widmet sich der konstantinischen Wende und der Frage, wie das Christentum vom widerständigen Glauben zur staatsnahen Machtreligion wurde. Marcus beschreibt Konstantin als Machtpolitiker, der das Christentum nicht aus Nächstenliebe, sondern aus strategischem Eigennutz förderte. Die Folge verknüpft diese Entwicklung mit Themen wie Rassismus, Klassismus, Imperialismus und der Durchkapitalisierung von Kirche. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Idee einer Theologie der Schwäche als Zukunftshoffnung – nicht als nostalgischer Rückblick. Mit dem Bild vom „Menschenpark“ zeigt Marcus, wie ein Umfeld aus Sinn, Gemeinschaft und erfüllten Grundbedürfnissen Menschen stärken kann. Jason und Marcus überlegen, wie Kirche ein Ort kooperativer Fürsorge sein kann, statt Selbstoptimierung und Selbstausbeutung zu fördern. Gegen Ende geht es um die Frage, wie Kirche kapitalismuskritisch denken kann, ohne die eigenen Annehmlichkeiten auszublenden. Zeitmarken 00:00 – Einstieg und Vorstellung von Schwache Kirche 03:53 – Warum Marcus das Buch geschrieben hat 07:59 – Was Schwäche und Stärke theologisch bedeuten 11:00 – Ist die schwache Kirche auch ein Ort für starke Menschen? 18:36 – Warum die konstantinische Wende so wichtig ist 24:50 – Das frühe Christentum und seine Attraktivität 27:16 – Konstantin als Machtmensch und Wendepunkt 31:20 – Wie aus dem Christentum eine angepasste Religion wurde 33:29 – Der „Zaubertrank“ des Evangeliums und die Verlockung der Macht 36:33 – Asterix, die Trabantenstadt und der Verlust von Widerstandskraft 41:36 – Warum eine Theologie der Schwäche nötig ist 46:03 – Prozesstheologie, politisches Denken und der schwache Gott 53:15 – Warum der Verzicht auf Macht etwas Schönes haben kann 57:59 – Das Bild vom Menschenpark 65:34 – Kapitalismus, Wohlstand und die Schattenseiten des Angebots 71:52 – Warum das Buch keine Rezepte, sondern Zutaten liefern will

0:00-1:08:08

transcript

No transcript — this publisher did not publish one.

show notes

Schwache Kirche mit Marcus Bastek

In dieser Folge spricht Jason mit Marcus Bastek über dessen Buch Schwache Kirche und die Frage, wie Kirche aussehen kann, wenn sie nicht auf Stärke, Leistung und Macht setzt. Im Zentrum stehen die konstantinische Wende, die Verbindung von Christentum und Imperium sowie die Idee einer Theologie der Schwäche als Gegenentwurf zu kapitalistischen und herrschaftsförmigen Logiken.Marcus Bastek ist Pastor im Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden und Autor von Schwache Kirche sowie Der Angst entkommen. Die Folge ist ein theologisches Gespräch mit vielen historischen, politischen und praktischen Bezügen, das deutlich macht, warum das Thema nicht nur für Kircheninsider relevant ist.

Themen der Folge
  • Marcus Bastek erzählt, warum Schwache Kirche aus seiner langjährigen Beschäftigung mit menschlicher Schwäche, Gemeinde und Gottes Kraft entstanden ist.
  • Er erläutert seine Grundthese: Gottes Kraft wird dort sichtbar, wo Menschen ihre Unfähigkeit, Abhängigkeit und Verletzlichkeit nicht verstecken.
  • Jason und Marcus diskutieren, was in diesem Zusammenhang überhaupt als Stärke und Schwäche gilt – und warum vermeintliche Unabhängigkeit oft eine Illusion ist.
  • Ein großer Teil des Gesprächs widmet sich der konstantinischen Wende und der Frage, wie das Christentum vom widerständigen Glauben zur staatsnahen Machtreligion wurde.
  • Marcus beschreibt Konstantin als Machtpolitiker, der das Christentum nicht aus Nächstenliebe, sondern aus strategischem Eigennutz förderte.
  • Die Folge verknüpft diese Entwicklung mit Themen wie Rassismus, Klassismus, Imperialismus und der Durchkapitalisierung von Kirche.
  • Ein weiterer Schwerpunkt ist die Idee einer Theologie der Schwäche als Zukunftshoffnung – nicht als nostalgischer Rückblick.
  • Mit dem Bild vom „Menschenpark“ zeigt Marcus, wie ein Umfeld aus Sinn, Gemeinschaft und erfüllten Grundbedürfnissen Menschen stärken kann.
  • Jason und Marcus überlegen, wie Kirche ein Ort kooperativer Fürsorge sein kann, statt Selbstoptimierung und Selbstausbeutung zu fördern.
  • Gegen Ende geht es um die Frage, wie Kirche kapitalismuskritisch denken kann, ohne die eigenen Annehmlichkeiten auszublenden.
Zeitmarken

00:00 – Einstieg und Vorstellung von Schwache Kirche

03:53 – Warum Marcus das Buch geschrieben hat

07:59 – Was Schwäche und Stärke theologisch bedeuten

11:00 – Ist die schwache Kirche auch ein Ort für starke Menschen?

18:36 – Warum die konstantinische Wende so wichtig ist

24:50 – Das frühe Christentum und seine Attraktivität

27:16 – Konstantin als Machtmensch und Wendepunkt

31:20 – Wie aus dem Christentum eine angepasste Religion wurde

33:29 – Der „Zaubertrank“ des Evangeliums und die Verlockung der Macht

36:33 – Asterix, die Trabantenstadt und der Verlust von Widerstandskraft

41:36 – Warum eine Theologie der Schwäche nötig ist

46:03 – Prozesstheologie, politisches Denken und der schwache Gott

53:15 – Warum der Verzicht auf Macht etwas Schönes haben kann

57:59 – Das Bild vom Menschenpark

65:34 – Kapitalismus, Wohlstand und die Schattenseiten des Angebots

71:52 – Warum das Buch keine Rezepte, sondern Zutaten liefern will