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Pension Alcatraz · Saturday · 1 hr 3 min

#19 Wonnemonat November

In der neunzehnten Sitzung der Pension Alcatraz startet eine neue Reihe: Monatsporträts. Den Anfang macht der November, weil Tina Voß in diesem Monat Geburtstag hat und Dietmar Wischmeyer das für einen hinreichenden Anlass hält. Bis die beiden tatsächlich beim Thema ankommen, vergehen allerdings gut vierzig Minuten, gefüllt mit E-Scootern, Schmetterlingsnudeln, einer Literaturgruppe im Hochsicherheitsknast und erschöpfender Toilettenkunde. Dann aber gibt es den November in voller Breite, vom Nebelung über den Totensonntag bis zu St. Martin, der hier nicht gut wegkommt. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Talsperren und versunkene Dörfer: Oder 42 Prozent, Söse 39, Ecker 59, Grane 43, Innerste 40, die Okertalsperre nur noch 17. Der Mittelwert liegt bei 37 Prozent, normal wären 44. Inzwischen tauchen Dörfer wieder auf, von denen keiner mehr wusste, dass sie da unten liegen. Für die Einheimischen war die Talsperre laut Tina ohnehin eine Art Wertstoffhof. • Der E-Scooter, entwickelt zum Wegwerfen: Tina hat einen hinten im Wohnmobil, Dietmar hält das ganze Gefährt für ein Rätsel und Schüler auf Bürgersteigen für eine Gefahr. Es folgt eine physikalische Abhandlung über Rotationsstabilität, Pendelbewegung und Hebelkraft, und die Erkenntnis, dass man einen 40-Kilo-Hund am Fahrrad besser mit extra breitem Lenker führt. Laut einem pensionierten Polizisten angeblich verboten. • Schmetterlingsnudeln ohne Schmetterlinge: Tina hat einen Kürbis-Möhren-Eintopf mit Risoni gekocht, also Nudeln in Reisform, und ist dabei beim rosenscharfen Paprika etwas ausgerutscht. Dietmar entwickelt daraus die Theorie, dass die halbe Nationalküche nur vorgibt, etwas zu sein, was sie nicht ist, vom Hackbraten bis zum Mettigel. Und Tina erfährt, dass sie in Dietmars Systematik vorerst nur Eingangsberaterin ist. • Live-Termine: Am 16. Dezember im großen Sendesaal des RBB in Berlin, am 6. Januar, dem Dreikönigstag, in der Osnabrückhalle mit der Vorschau auf 2027. Die Shirts kommen mit, der Online-Shop braucht nach einer Sicherheitslücke noch etwas. • Partnergefängnis JVA Dieburg: Tina hat sich selbst als zuständig eingetragen und nichts vorbereitet, also springt Dietmar aus dem Stegreif ein. Er war tatsächlich mehrfach in Dieburg, als Student der Uni Bielefeld, und hat dort mit Kommilitonen eine Literaturgruppe für Schwerverbrecher betreut. Gut besucht, was vor allem an den mitgereisten Studentinnen lag. Ein Teilnehmer machte später als Drehbuchautor Karriere, unter anderem beim Tatort. Und das Schild „Durchgang bei geöffnetem Tor verboten“ hängt ebenfalls dort, es wurde sogar zum Titel eines Lyrikbandes der Insassen. • Hörerpost und der deutsche sanitäre Sonderweg: Ein Hörer empfiehlt Dietmar für den Nacktwanderweg eine auf Intimchirurgie spezialisierte Ärztin, die das Pendelproblem operativ löst. Ein anderer schickt einen Zeit-Artikel über den Flachspüler, inklusive der Toilettentheorie des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek, dessen Namen hier niemand unfallfrei aussprechen kann: Tiefspüler als angelsächsischer Pragmatismus, Hocktoilette als revolutionärer kurzer Prozess, Flachspüler als deutsche Gründlichkeit. Dietmar ergänzt den dänischen Deckel, dessen Form gezielt anregend wirken soll. • Fakten zur Keramik: Früher waren 15 Prozent aller Toiletten Flachspüler, heute ist es noch ein Prozent, ursprünglich wegen Wurmbefall nach Hausschlachtungen. Dazu Studien über Fäkalaerosole, die selbst bei geschlossenem Deckel durch den Raum wabern, die Frage, wo die Zahnbürste stehen sollte, und Tinas erste Begegnung mit der französischen Hocktoilette, bei der sie zunächst dachte, sie sei in der Herrenabteilung gelandet. • Kipphebelfenster und Eupen-Malmedy: Ein Hörer schickt Fotos der Vorgängerversion, bei der man sich erst entscheiden musste, bevor man öffnen durfte. Ein anderer meldet schließfolgegeregelte Doppelflügeltüren aus Ostbelgien, was Dietmar zu einer kurzen Geschichtsstunde über die Abstimmung nach dem Ersten Weltkrieg bringt. • Lebensmittelsicherheit: Dietmar war auf einer Tagung zur Zertifizierung der Fleischproduktion, vom Futtermittel bis zum Supermarktregal. Die gute Nachricht: Supermarktware ist besser als ihr Ruf. Die schlechte: Gastronomie und Lieferdienste machen bei der Zertifizierung nicht mit. So viele Duroc-Schweine und Salzwiesenlämmer, wie auf den Speisekarten stehen, kann es gar nicht geben. Tina steuert bei, dass in China-Restaurants alle Frühlingsrollen exakt 6,3 Zentimeter lang sind. • Ludwig XIV. und Charlize Theron: Als ersten echten Erfolg der modernen Medizin wertet Dietmar die Operation an der Analfistel des Sonnenkönigs. Und Charlize Theron unterhielt sich im Flugzeug mit ihrer Mutter auf Afrikaans über Analbleaching, in der Gewissheit, dass das ohnehin niemand versteht. Der Sitznachbar verstand. Dazu die Geschichte, wie dieses Wort einst zum Running Gag mit dem alten Haussender wurde, und Tinas Bericht von einem auffallend stillen Rotary-Abend, nachdem sie dort von der Rubrik Sex und erzählt hatte. • Warum November neun heißt: Weil der altrömische Kalender nur zehn Monate hatte und Januar und Februar erst nachträglich davorgeklebt wurden. Im alten Deutsch hieß er Nebelung, und Tina liebt ihn, weil man endlich dem Druck des guten Wetters entkommt. Dass sie in Gittelde nie Latein hatte, wird bei der Gelegenheit ebenfalls aktenkundig. • Volkstrauertag, Totensonntag und der 9. November: Am Kriegerdenkmal in Dietmars Dorf teilen sich drei Familien einen Stein und legen reihum den Kranz nieder, und Dietmar weiß nicht genau, ob er dieses Jahr dran ist. Am Totensonntag werden die Verstorbenen von der Kanzel verlesen, und irgendwo im Kirchenschiff muss dann hörbar geschnieft werden. Dazu der Schicksalstag der Deutschen vom Mauerfall bis zur Pogromnacht, und die Frage, ob ein Platz der Bücherverbrennung ehrlicher wäre als ein Platz der Menschenrechte. • Dominosteine, Scheidungen und St. Martin: Weihnachtsgebäck liegt inzwischen seit August im Regal, geschieden wird im November am wenigsten und im Januar am meisten. Tina singt das Martinslied ihrer Kindheit, inklusive der Mortadellascheiben, die der Fleischer in die Bonbontüte legte. Und Dietmar hält Martin von Tours für einen Idioten: Ein halber Mantel ist für keinen was. Zum Schluss Trottelmützen mit sehr eigenen Theorien zum Klimawandel, Sober November und die Rubrik Sex und Friseur. In eigener Sache: Werbung in der Pension Ihr habt ein Unternehmen, vom Handwerksbetrieb bis zum Weltkonzern, und möchtet in der Pension Alcatraz werben? Tina und Dietmar sprechen Euren Spot persönlich. Schreibt uns an podcast@fsr.de. Wischmeyers Schwarze Weihnacht in Bückeburg Der satirische Abend zum Fest: Dietmar Wischmeyer und Bernd Gieseking erzählen ihre schönsten Weihnachtsgeschichten, vom Irrsinn der Weihnachtsfeier bis zur Nordmanntanne. Nebenbei tragen sie das Jahr 2026 zu Grabe. Als Gast dabei ist Christoph Stein-Schneider von Fury in the Slaughterhouse. Sonntag, 20. Dezember 2026 (4. Advent), 18 Uhr, Rathaussaal Bückeburg, Marktplatz 2, 31675 Bückeburg. Karten für 33 und 35 Euro bei ticket-regional.de.

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In der neunzehnten Sitzung der Pension Alcatraz startet eine neue Reihe: Monatsporträts. Den Anfang macht der November, weil Tina Voß in diesem Monat Geburtstag hat und Dietmar Wischmeyer das für einen hinreichenden Anlass hält. Bis die beiden tatsächlich beim Thema ankommen, vergehen allerdings gut vierzig Minuten, gefüllt mit E-Scootern, Schmetterlingsnudeln, einer Literaturgruppe im Hochsicherheitsknast und erschöpfender Toilettenkunde. Dann aber gibt es den November in voller Breite, vom Nebelung über den Totensonntag bis zu St. Martin, der hier nicht gut wegkommt.

Die Themen dieser Episode im Überblick:

• Talsperren und versunkene Dörfer: Oder 42 Prozent, Söse 39, Ecker 59, Grane 43, Innerste 40, die Okertalsperre nur noch 17. Der Mittelwert liegt bei 37 Prozent, normal wären 44. Inzwischen tauchen Dörfer wieder auf, von denen keiner mehr wusste, dass sie da unten liegen. Für die Einheimischen war die Talsperre laut Tina ohnehin eine Art Wertstoffhof.

• Der E-Scooter, entwickelt zum Wegwerfen: Tina hat einen hinten im Wohnmobil, Dietmar hält das ganze Gefährt für ein Rätsel und Schüler auf Bürgersteigen für eine Gefahr. Es folgt eine physikalische Abhandlung über Rotationsstabilität, Pendelbewegung und Hebelkraft, und die Erkenntnis, dass man einen 40-Kilo-Hund am Fahrrad besser mit extra breitem Lenker führt. Laut einem pensionierten Polizisten angeblich verboten.

• Schmetterlingsnudeln ohne Schmetterlinge: Tina hat einen Kürbis-Möhren-Eintopf mit Risoni gekocht, also Nudeln in Reisform, und ist dabei beim rosenscharfen Paprika etwas ausgerutscht. Dietmar entwickelt daraus die Theorie, dass die halbe Nationalküche nur vorgibt, etwas zu sein, was sie nicht ist, vom Hackbraten bis zum Mettigel. Und Tina erfährt, dass sie in Dietmars Systematik vorerst nur Eingangsberaterin ist.

• Live-Termine: Am 16. Dezember im großen Sendesaal des RBB in Berlin, am 6. Januar, dem Dreikönigstag, in der Osnabrückhalle mit der Vorschau auf 2027. Die Shirts kommen mit, der Online-Shop braucht nach einer Sicherheitslücke noch etwas.

• Partnergefängnis JVA Dieburg: Tina hat sich selbst als zuständig eingetragen und nichts vorbereitet, also springt Dietmar aus dem Stegreif ein. Er war tatsächlich mehrfach in Dieburg, als Student der Uni Bielefeld, und hat dort mit Kommilitonen eine Literaturgruppe für Schwerverbrecher betreut. Gut besucht, was vor allem an den mitgereisten Studentinnen lag. Ein Teilnehmer machte später als Drehbuchautor Karriere, unter anderem beim Tatort. Und das Schild „Durchgang bei geöffnetem Tor verboten“ hängt ebenfalls dort, es wurde sogar zum Titel eines Lyrikbandes der Insassen.

• Hörerpost und der deutsche sanitäre Sonderweg: Ein Hörer empfiehlt Dietmar für den Nacktwanderweg eine auf Intimchirurgie spezialisierte Ärztin, die das Pendelproblem operativ löst. Ein anderer schickt einen Zeit-Artikel über den Flachspüler, inklusive der Toilettentheorie des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek, dessen Namen hier niemand unfallfrei aussprechen kann: Tiefspüler als angelsächsischer Pragmatismus, Hocktoilette als revolutionärer kurzer Prozess, Flachspüler als deutsche Gründlichkeit. Dietmar ergänzt den dänischen Deckel, dessen Form gezielt anregend wirken soll.

• Fakten zur Keramik: Früher waren 15 Prozent aller Toiletten Flachspüler, heute ist es noch ein Prozent, ursprünglich wegen Wurmbefall nach Hausschlachtungen. Dazu Studien über Fäkalaerosole, die selbst bei geschlossenem Deckel durch den Raum wabern, die Frage, wo die Zahnbürste stehen sollte, und Tinas erste Begegnung mit der französischen Hocktoilette, bei der sie zunächst dachte, sie sei in der Herrenabteilung gelandet.

• Kipphebelfenster und Eupen-Malmedy: Ein Hörer schickt Fotos der Vorgängerversion, bei der man sich erst entscheiden musste, bevor man öffnen durfte. Ein anderer meldet schließfolgegeregelte Doppelflügeltüren aus Ostbelgien, was Dietmar zu einer kurzen Geschichtsstunde über die Abstimmung nach dem Ersten Weltkrieg bringt.

• Lebensmittelsicherheit: Dietmar war auf einer Tagung zur Zertifizierung der Fleischproduktion, vom Futtermittel bis zum Supermarktregal. Die gute Nachricht: Supermarktware ist besser als ihr Ruf. Die schlechte: Gastronomie und Lieferdienste machen bei der Zertifizierung nicht mit. So viele Duroc-Schweine und Salzwiesenlämmer, wie auf den Speisekarten stehen, kann es gar nicht geben. Tina steuert bei, dass in China-Restaurants alle Frühlingsrollen exakt 6,3 Zentimeter lang sind.

• Ludwig XIV. und Charlize Theron: Als ersten echten Erfolg der modernen Medizin wertet Dietmar die Operation an der Analfistel des Sonnenkönigs. Und Charlize Theron unterhielt sich im Flugzeug mit ihrer Mutter auf Afrikaans über Analbleaching, in der Gewissheit, dass das ohnehin niemand versteht. Der Sitznachbar verstand. Dazu die Geschichte, wie dieses Wort einst zum Running Gag mit dem alten Haussender wurde, und Tinas Bericht von einem auffallend stillen Rotary-Abend, nachdem sie dort von der Rubrik Sex und erzählt hatte.

• Warum November neun heißt: Weil der altrömische Kalender nur zehn Monate hatte und Januar und Februar erst nachträglich davorgeklebt wurden. Im alten Deutsch hieß er Nebelung, und Tina liebt ihn, weil man endlich dem Druck des guten Wetters entkommt. Dass sie in Gittelde nie Latein hatte, wird bei der Gelegenheit ebenfalls aktenkundig.

• Volkstrauertag, Totensonntag und der 9. November: Am Kriegerdenkmal in Dietmars Dorf teilen sich drei Familien einen Stein und legen reihum den Kranz nieder, und Dietmar weiß nicht genau, ob er dieses Jahr dran ist. Am Totensonntag werden die Verstorbenen von der Kanzel verlesen, und irgendwo im Kirchenschiff muss dann hörbar geschnieft werden. Dazu der Schicksalstag der Deutschen vom Mauerfall bis zur Pogromnacht, und die Frage, ob ein Platz der Bücherverbrennung ehrlicher wäre als ein Platz der Menschenrechte.

• Dominosteine, Scheidungen und St. Martin: Weihnachtsgebäck liegt inzwischen seit August im Regal, geschieden wird im November am wenigsten und im Januar am meisten. Tina singt das Martinslied ihrer Kindheit, inklusive der Mortadellascheiben, die der Fleischer in die Bonbontüte legte. Und Dietmar hält Martin von Tours für einen Idioten: Ein halber Mantel ist für keinen was.

Zum Schluss Trottelmützen mit sehr eigenen Theorien zum Klimawandel, Sober November und die Rubrik Sex und Friseur.

In eigener Sache: Werbung in der Pension

Ihr habt ein Unternehmen, vom Handwerksbetrieb bis zum Weltkonzern, und möchtet in der Pension Alcatraz werben? Tina und Dietmar sprechen Euren Spot persönlich. Schreibt uns an podcast@fsr.de.

Wischmeyers Schwarze Weihnacht in Bückeburg

Der satirische Abend zum Fest: Dietmar Wischmeyer und Bernd Gieseking erzählen ihre schönsten Weihnachtsgeschichten, vom Irrsinn der Weihnachtsfeier bis zur Nordmanntanne. Nebenbei tragen sie das Jahr 2026 zu Grabe. Als Gast dabei ist Christoph Stein-Schneider von Fury in the Slaughterhouse.

Sonntag, 20. Dezember 2026 (4. Advent), 18 Uhr, Rathaussaal Bückeburg, Marktplatz 2, 31675 Bückeburg. Karten für 33 und 35 Euro bei ticket-regional.de.

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