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Religion & Spirituality

NDR Kultur - Glaubenssachen

NDR Kultur

In Essays, Features und Erzählungen stellt die Reihe religiöse und ethische Grenzfragen der Gegenwart zur Diskussion.

  • 20 episodes
  • Updated Sunday

Episodes20

  • Sunday · 20 min

    Mensch und Krise - Mit der Welt verbunden

    Man möchte die Krisen und Kriege manchmal einfach aussperren. Ihnen den Zutritt verweigern in Kopf, Herz und Seele. Manchmal gelingt das: Augen zu, Schotten dicht, die Welt bleibt draußen. Aber nur kurz: Unsere Existenz ist mit der ganzen Erde verwoben, vom Kaffee aus Guatemala über den Treibstoff aus Saudi Arabien bis zu den Erdbeeren vom benachbarten Feld. Mehr noch als körperlich sind wir geistig von der Welt abhängig, von den Denkerinnen und Denkern der Jahrtausende, von den Worten der Religionen. Zudem: Krisen können manchmal wertvolle Gedanken hervorbringen, die uns weiterhelfen.

  • July 26 · 20 min

    Zwischen Emoji und Ekstase - Das Herz als menschliches und religiöses Ursymbol

    Herzen leuchten auf Smartphone-Displays oder im Video-Chat, stehen für Zustimmung in sozialen Medien und sind allgegenwärtig in der Popkultur. Doch schon lange bevor es zum Emoji wird, ist das Herz ein zentrales Symbol religiöser Erfahrung. Die biblische Tradition spricht vom Herzen als innerstem Zentrum des Menschen. Die katholische Frömmigkeit sieht im Herzen Jesu eine Ikone göttlicher Liebe. Es lohnt sich, der Symbolkraft dieses Bildes nachzugehen und auch zu fragen, was das alte Zeichen Menschen heute noch sagen kann.

  • July 19 · 20 min

    Teufelsgefühle - Der Neid als Sünde und Sozialverfehlung

    Der Neid wird zu den sieben Todsünden gezählt und gilt in allen Kulturen als sozialschädliches Gefühl. Zugleich ist er durch und durch gesellschaftlich und nährt sich vom Vergleich. Wie sollte der Mensch ohne Mitmenschen zum Neider werden? Deshalb kann Neid auch ein Warnmelder bei tatsächlichen Ungerechtigkeiten sein. Umgekehrt ruft Kritik an sozialen Missständen reflexartig Neidvorwürfe hervor. Was unterscheidet den Neid von der Missgunst oder der Eifersucht? Wie lassen sich Neidimpulse, die auch das Leben der Neidenden vergiften, gesellschaftlich beherrschen und persönlich verkraften?

  • July 12 · 20 min

    Zu Tisch! Wie gemeinsame Mahlzeiten Kultur und Gastfreundschaft bilden

    Die Tischgemeinschaft ist von alters her Ausdruck humaner Kultur. Gemeinsam das Brot zu brechen, die Speisen miteinander zu teilen, fördert den Zusammenhalt. Die kleinste Zelle, in der das geschieht, ist die Familie; sie pflanzt sich fort in alle Gemeinschaften von Freunden oder Gruppierungen bis hin zu jenen politischen Ritualen der Gastfreundschaft, die dem Abbau feindseliger Absichten und dem Ausgleich der Interessen gelten. Zahllose Beispiele aus Kultur- und Religionsgeschichte erzählen davon und lassen uns fragen, wie weit die alten Tisch-Rituale und Sitten auch heute noch gültig sind.

  • July 5 · 19 min

    Damit die Bibel kein Wortmuseum wird - 20 Jahre Bibel in gerechter Sprache

    Die Bibel ist wichtig, aber nur etwa 4-5% der Bevölkerung lesen täglich in der Bibel und über 50 % tun das nie. Haben die Jahrtausende alten Schriften noch Relevanz in der Welt des 21. Jahrhunderts? Viele biblische Texte sind im Kontext politischer Konflikte und existentieller Krisen entstanden. Bibellesen kann Hoffnung stärken und Menschen resilienter machen. Die Bibel in gerechter Sprache ist 2006 erschienen – als ein Versuch, die Aktualität der biblischen Texte durch eine moderne und zugleich wissenschaftlich verantwortete Übersetzung neu zum Sprechen zu bringen.

  • June 28 · 19 min

    250 Jahre USA - God's own country?

    1776 wurden die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet. Der damals in Europa vielerorts vorherrschenden religiösen Bevormundung sollte eine freie Gesellschaft entgegengesetzt werden, in der es Platz für Anhänger aller Religionen gab sowie für Menschen ohne religiöse Überzeugungen. Trotz zahlreicher Säkularisierungsschübe scheinen in den USA jedoch religiöse Überzeugungen immer wichtiger zu werden, sowohl in evangelikalen Kreisen als auch unter konservativen Katholiken. Wie steht es um das Verhältnis von Staat und Religion in den USA?

  • June 21 · 19 min

    Brennender Dornbusch, Göttergabe und Johannisfeuer - Über die paradoxe Kraft des Feuers

    Ob im Mythos, in der Bibel, in Relikten heidnischer Bräuche oder der Realität: Feuer, von Prometheus einst den Göttern geraubt und den Menschen zugleich mit Künsten und Kultur geschenkt, wird noch immer von Dichtern oder im Popsong beschworen und besungen und zieht uns alle in den Bann. Mächtige Gegenwart Gottes, auch des göttlichen Gerichts, reinigende Kraft, tröstliche Licht- und Wärmequelle: Wir nähern uns mit Furcht und Ehrfurcht – und einem Funken Humor.

  • June 14 · 19 min

    Vom Göttlichen ergriffen - Über Fußball und Religion

    Zu den meistbeschworenen und rätselhaftesten Akteuren im Stadion gehört der „Fußballgott“: die Instanz, die der Fan anbetet und verflucht, der er abschwört und doch stets wieder aufs Neue seine Treue versichert, fast wie im „richtigen“ Leben. Kein Zweifel: Fußball ist ein Tummelplatz quasireligiöser Emotionen, was sich ja schon am Begriff „Fan“ zeigt: „Fanaticus“ bedeutet im Ursprung „vom Göttlichen ergriffen“. Zum Beginn der von ganz weltlichen Kräften ausgerichteten WM fragen wir uns: Was macht Fußball für viele Menschen zu einer Religion?

  • June 7 · 19 min

    Der 'Architekt Gottes' - Antoni Gaudí und sein Meisterwerk: die Sagrada Família

    Der 100. Todestag Antoni Gaudís jährt sich am 10.6.2026. Der katalanische Architekt übernahm vor über 140 Jahren die Bauleitung eines der beeindruckendsten Sakralbauten: Der ‚Sagrada Família‘ in Barcelona. Gaudí wurde durch sein Schaffen zum gläubigen Katholiken, dies prägte seine Architektur. Er wollte den Glauben bildhaft darstellen und verbreiten, wobei er seine Inspirationen aus der Natur bezog, indem er ihre floralen und fließenden Formen übernahm. Diese einzigartige Sehenswürdigkeit zieht jährlich Millionen von Besuchern an.

  • May 31 · 19 min

    "... als das Wünschen noch geholfen hat" - Vom Sinn des Betens

    Mit dem Glauben an einen personalen Gott ist auch das Beten in die Krise geraten, das Danken und mehr noch das Bitten. Ist es bestenfalls doch nur ein Selbstgespräch auf höherem Niveau, ohne wirkliches Gegenüber und besondere Adresse? Können Bitten von Gott erhört werden, und wie zeigt sich das? „Alles ins Gebet nehmen“, ist die Musik christlichen Glaubens. Wie ist das intellektuell und spirituell redlich zu sagen – und zu leben? Jedenfalls lässt der der nüchterne Blick in Biografie und Alltag, in die aktuellen Verhältnisse viele Wünsche offen: wohin damit?

  • May 24 · 23 min

    "Kann uns doch kein Tod nicht töten" - Vor 350 Jahren starb der Liederdichter Paul Gerhardt

    In Paul Gerhardts 152 Liedern und Hymnen stehen zeitlos frische Bilder neben sentimentalen Ohrwürmern. Aber nicht nur Dietrich Bonhoeffer in seiner Todeszelle entdeckte in diesen Texten eine rebellische Energie und ein stürmisches Gottvertrauen. Geschrieben wurden sie vor dem Hintergrund des verheerenden Dreißigjährigen Krieges und einer tragischen Familiengeschichte. Was hat uns Paul Gerhardt heute noch zu sagen?

  • May 17 · 19 min

    Zwischen Zeitansage und Zukunftssorgen - Der Katholikentag in Würzburg

    Es ist ein Christentreffen in herausfordernden Zeiten: Kriege, Krisen und Konflikte kennzeichnen die Gegenwart. Christinnen und Christen können davor nicht die Augen verschließen, aber eben auch nicht einfach beim bloßen Beklagen der schwierigen Lage stehenbleiben. Welche Hoffnungssignale können von dem Katholikentag in diesem Jahr ausgehen? Innerkirchliche Reformthemen spielen sicher eine Rolle, die Synodalität, der Glaube als Kraftquelle, der Wunsch nach Zuversicht trotz Zukunftssorgen. Das Leitwort des Katholikentags lautet: „Hab Mut, steh auf“! Gelingt der Aufbruch?

  • May 10 · 22 min

    Mit Harfe, Laute und Posaune: das Himmelsorchester - Über die Instrumente in der Bibel

    So stellen wir uns den Himmel vor: Um den Thron der Heiligen Dreifaltigkeit herum die Heerschar der Engel, die vielgeflügelten Cherubim und Seraphim mit ihren Harfen, Lauten und Posaunen, sowie die Schar der Erlösten – den unendlichen Himmelsraum erfüllend mit ewigem Halleluja. Ein Himmelsorchester, dessen vielzählige Instrumente an vielen Stellen in der Bibel erklingen: im Buch Mose, in den Psalmen, in der Offenbarung. Meist zum Lobe des Herrn, aber auch zu Mahnung und Aufbruch und Krieg. Folgen wir diesen Ton- und Bildspuren. Was erzählen sie uns? Wo und wie erklingen sie noch heute?

  • April 19 · 22 min

    Wie politisch soll oder darf eine Predigt sein? Über eine uralte Streitfrage

    Über Gottesdienste wird öffentlich nicht gesprochen. Es sein denn, eine Predigt war besonders politisch. Oder sie wurde als politisch wahrgenommen. Dann geht es hoch her. Aber was ist mit „politische Predigt eigentlich gemeint? Dazu findet man in der langen Geschichte des Christentums viele, widersprüchliche Antworten. Deshalb kann angesichts aktueller Erregungen eine historische und theologische Orientierung nicht schaden.

  • April 12 · 20 min

    Gott? Die ewige Gretchenfrage - Über Erkennen, Glauben und Beten in aufgeklärten Zeiten

    Christliche Theologen und Geistliche können ins Stammeln geraten bei der Frage „Gibt es Gott?“ Manche retten sich in Umschreibungen, etwa vom „Allmächtigen“ und „Allgütigen“ bis zu Abstraktionen: Gott sei „das Ganze“ oder „die Wahrheit“ oder „die Natur“. Aber bei aller Aufgeklärtheit schleicht sich in unser Leben immer wieder die verlorene Gestalt eines personalen Gottes. Aber wen oder was können wir meinen, wenn wir uns wieder einmal bei einem „Oh Gott“-Ausruf ertappen? Ist er mehr und anderes als die Verinnerlichung schützender und strafender Väter? Oder: ist die Frage falsch gestellt?

  • April 5 · 22 min

    Wenn Ostern passiert - Annäherungen an ein Mysterium

    Ex oriente lux. Aus dem Orient, aus dem Osten kommt das Licht. Die meisten Kirchen sind geostet, damit sich durch die Altarfenster die Morgensonne bricht. Mehr noch: jeder Sonntags-Gottesdienst will an den Tag des HERRN erinnern, an die Auferstehung Christi. Ostern statt Western. Glaubt das noch jemand? Ja, manchmal stehen wir auf – zur Auferstehung, mitten am Tage, wie es bei der Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz heißt. Doch ist Auferstehung nicht viel mehr? Wie das heute bezeugen? Was sprengt die Fesseln des Todes und unsere Todesangst? Da muss man wohl tief ins Grab schauen.

  • April 3 · 20 min

    Unter dem Kreuz - Maria Magdalena: eine Figur am Rand der Erlösung

    Kaum eine biblische Gestalt ist so gegensätzlich gedeutet worden wie Maria Magdalena: als Sünderin und Heilige, als Vertraute, ja Geliebte Jesu und als erste Zeugin des Ostermorgens. Der Essay richtet den Blick auf einen früheren Moment. In den Erzählungen vom Karfreitag erscheint Maria Magdalena als eine Frau ohne Stimme, an einem Ort, an dem alle Hoffnung zerbricht. Es lohnt sich, von hier aus die späteren Deutungen dieser Frau zu verfolgen. Und zu fragen, was ihre Präsenz unter dem Kreuz für heute bedeuten könnte. Für eine Zeit, die das Schweigen schwer aushält.