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Bock auf Biken, Pokal oder Spital & Shredtalk

  • 21 episodes
  • Updated Thursday

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  • July 23 · 1 hr 11 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: Hinter den Kulissen bei Bike-Hersteller Orbea

    Krisen durchstehen – darin ist Orbea inzwischen richtig gut. Und das hat einen Grund und für diesen Grund müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen – genauer gesagt ins Jahr 1969, als das Familienunternehmen schließen sollte, aber die Belegschaft es zu einer Genossenschaft umgewandelt hat. Statt sozialistischem Fahrradbau mit Hammer und Sichel hat sich Orbea zu einem der populärsten Hersteller gewandelt – dank starker Innovationsstrategie sieht auch die Zukunft zuversichtlich aus. Wie passt das zusammen – wo entstehen Chancen, welche Risiken gibt es? Wir haben nachgefragt, bei Orbeas Marken- und Kommunikationsdirektor – Ander: Ist das Orbea Rallon RS undemokratisch? Aber Moment mal: Erstmal müssen wir euch was beichten, denn diese Podcast-Folge ist ausnahmsweise auf Englisch. Das liegt daran, dass Ander Spanier ist, ich kein Spanisch spreche und der Podcast auf Spanisch wahrscheinlich für den Großteil unserer Leser- und Hörerschaft auch noch schwieriger zu verstehen wäre. Wir haben deshalb aus dem Podcast auch ein Interview erzeugt: Ander Olariaga im Interview: Ein Blick hinter die Kulissen von Orbea. Jetzt aber zurück zum Thema: Was bedeutet es eigentlich, eine Genossenschaft zu sein – wie kann eine Genossenschaft mit dem Wettbewerb mithalten? Lähmt der demokratische Prozess nicht den Fortschritt? All diese Themen streifen wir im Gespräch mit Ander Olariaga, der inzwischen seit 2008 einer der vielen Besitzer von Orbea ist. Ander nimmt uns mit hinter die Fassade der hochwertigen Carbon-Bikes, gibt uns Einblicke in die Vergangenheit, Entscheidungsprozesse und wie Orbea wirtschaftet. Bisher hatte ich nur an der Oberfläche dieser Geschichte gekratzt – nach dem Launch des Wild LT und diesem transparenten Einblick hat sich zumindest meine Perspektive auf die Firma und die Marke verändert. Genau darum geht es heute: Beleuchten, was Orbea anders, vielleicht sogar besonders macht. Viel Spaß! Anmerkung: Wenn wir von Xabi sprechen, ist Xabier Narbaiza, Orbea Product Director gemeint. Was ist euch wichtiger: Marke oder Produkt?

  • July 17 · 49 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: Tobi, welches Mountainbike braucht mein Kind?

    Dass auch Kinder das MTB-Fahren lieben, wissen wir nicht erst seit Jackson Goldstones Kindergarten-Video – aber welches ist im riesigen Portfolio der Hersteller das richtige Bike für den Nachwuchs? Verschiedene Laufradgrößen, Gewicht und Preise spielen bei der Entscheidung keine unwesentliche Rolle. Auch unser Redakteur Tobi stand vor einiger Zeit vor dieser Wahl und nutzte diese als Wahl als Idee, einen Vergleichstest von 6 Kinder-Mountainbikes durchzuführen – mit allem, was dazu gehört. Tobi war daher bei uns zu Gast und erzählt nicht nur, worauf es bei Kinder-Mountainbikes ankommt, sondern auch, wo man am ehesten Fehler macht und dass es nicht immer das bestausgestattetste Bike sein muss. Und wer aufmerksam zuhört, kriegt hier auch schon vor dem Testfazit in der kommenden Woche schon die eine oder andere Empfehlung zu hören… Den großen Startartikel lest ihr hier: Vergleichstest Kinder-Mountainbikes: 6x 20″ von KUbikes bis Woom Einen großen Dank von Tobi geht außerdem an markus–koeln für die tolle Marktübersicht im Forum. Lest mal rein: Marktübersicht – Kids Fullys 20″ und 24″ Was ist euch an einem Kinder-MTB besonders wichtig?

  • June 23 · 1 hr 13 min

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Die geilsten Scrubs – Lenzerheide-Nachbesprechung

    Lenzerheide liefert immer ein extrem enges Rennen – diesmal auch mit gleichbleibenden und fairen Bedingungen für alle. Neben den knappen Ergebnissen, mit dem ersten World Cup-Sieg für Anna Newkirk und dem zweiten in Folge für Finn Iles, begeisterte auch der Trick-Sprung im Training und Rennen. Wer wusste schon, dass man auf dem MTB so gut scrubben kann? Das und viel mehr besprechen Markus und Gregor im Podcast. Nachdem unser Podcast-Trio in Leogang vereint vor Ort war, gab’s diesmal Eindrücke aus der Ferne: Markus, Gregor und auch Moritz, der sich für den Podcast aus der Ferne hat zuschalten lassen, haben das ganze Wochenende lang gespannt auf die Mattscheibe gestarrt, um ja keine Infos vom World Cup in der Lenzerheide zu verpassen. Einfach macht das die Besprechung nicht – in Lenzerheide entscheiden oft Nuancen, die optisch kaum erkennbar sind. Trotzdem gibt’s wie immer viel gemeinsam zu besprechen: Braucht jede DH-Strecke einen Scrub-Sprung? Ist Vali Höll doch schlagbar? Und warum ist die Live-Übertragung so viel besser geworden? Das und viel, viel mehr gibt’s im Podcast – hört rein! Wer von euch war in Lenzerheide vor Ort? Wie waren deine Eindrücke?

  • June 16 · 1 hr 13 min

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Historische Momente – Leogang-Nachbesprechung

    Erstmals gingen in Leogang die Elite Frauen als letzte Klasse an den Start – und das kann man getrost als vollen Erfolg bezeichnen. Außerdem waren erstmals unsere drei Podcaster Markus, Moritz und Gregor live zusammen vor Ort und berichten wie gewohnt von ihren Eindrücken. Und wie immer, wenn drei alternde Männer sich unterhalten, geht’s auch diesmal ums Wetter – das hat nämlich eine große Rolle gespielt. Alles zum Rennen in Leogang und eine kleine Vorausschau auf das kommende Rennen in der Lenzerheide gibt’s im Podcast Pokal oder Spital! Alles wie immer und doch ganz anders – so lässt sich das Rennen in Leogang beschreiben. Die Strecke wurde leicht im Vergleich zum Vorjahr angepasst, was allerdings teilweise recht große Auswirkungen hatte. Der größte Unterschied war allerdings der Zeitplan – erst die Männer, dann die Frauen. Und zwar auch im Training, bei der Quali und natürlich im Finale. Das Konzept ist voll aufgegangen und trotz sehr wechselhafter Bedingungen während der Woche und am Rennmorgen kamen unzählige Fans nach Leogang und haben bis zur letzten Fahrerin Lärm, Stimmung und auch bunten Rauch gemacht. Wir rekapitulieren die für uns aufgrund der Wetterverhältnisse recht anstrengende Woche und sprechen das in wenigen Tagen startende Rennen in der Lenzerheide an. Wer von euch war in Leogang vor Ort? Wie waren eure Eindrücke?

  • June 11 · 1 hr 9 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: Warum du diese 9 Teile für den Sommer brauchst (wirklich)

    Juhu, Mitch ist zurück! In der aktuellen Folge Bock auf Biken haben wir uns gedacht: Was haben wir eigentlich für Tipps, Tricks und Produkte für den Sommer, die vielleicht noch nicht alle kennen? Dabei greifen wir auf unsere langjährige Hitze-, Defekte- und Sturzerfahrung zurück und hoffen, euch mit dem einen oder anderen Tipp sinnvoll weiterhelfen zu können. On top gibt’s noch ein paar ungeplant ausführliche Ausflüge in unsere Schienbein-Historie. Viel Spaß! Genannte Produkte im Podcast: OneUp EDC Pumpe mit Tool (EDC Tool im Test) POC Thermal Vest Craft Active Extreme X Windstopper (Craft Active Extreme X Test) 7iDP Sam Hill Knieschoner (7iDP Sam Hill Knieschoner im Test) Fox Union Boa MTB-Schuhe (Fox Union Boa in den Geilen Teilen) Evoc Hydro Pro 1.5-Trinkrucksack (Evoc Hydro Pro 1.5 in Geile Teile) Rapha Mens Trail Shorts + Pants: Beste wo gibt (Rapha Mens Trail Shorts + Pants in Geile Teile) Monserat MTB Tech Hoodie (Monserat MTB Tech Hoodie Test) Aertime Dekade Pedale (Aertime Dekade Pedale Test)

  • June 2

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Staub, Steine, Drama – Loudenvielle-Nachbesprechung

    Was für ein aufregendes Rennen in Loudenvielle – viel härter hätten die Bedingungen für den ersten DH World Cup auf europäischem Boden kaum sein können. Markus Pekoll und Gregor Sinn besprechen die Schlüsselszenen des vergangenen Rennens in Frankreich und werfen einen Blick voraus auf den kommenden World Cup in Leogang. Da Moritz aktuell verhindert ist – er flitzt auf dünnen Reifen durch den Taunus – besprechen Gregor und Markus als dynamisches Duo den vergangenen Downhill World Cup in Loudenvielle. Doch ganz müssen wir auf unseren Mitpodcaster nicht verzichten, denn Moritz hat uns vom Gravelbike ein paar spannende Sprachnachrichten zur Analyse geschickt. Es geht primär um das vergangene Rennen in Loudenvielle, doch wir werfen natürlich auch einen Blick nach vorn, geben wichtige Infos zum kommenden Rennen in Leogang und empfehlen einen Besuch vor Ort wärmstens. Doch was war nun los in Frankreich, warum so viele Stürze? Wurden schon mal über 80 km/h in einem World Cup erreicht, braucht’s nach 4 Jahren eine neue Strecke und müssen wir uns an solche Trockenheitsperioden gewöhnen? Und wie wird eigentlich das Wetter in Leogang? Alles dazu und noch viel mehr wie immer im World Cup-Podcast von MTB-News, Pokal oder Spital! Was waren eure Highlights des Rennens?

  • May 26 · 1 hr

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Jetzt geht's richtig los! – Loudenvielle-Vorbesprechung

    Nach einem denkwürdigen Saison-Auftakt in Südkorea startet am Wochenende die europäische Downhill World Cup-Saison in Loudenvielle, Frankreich. Die Strecke mit den zwei Gesichtern – oben flach und schnell, unten extrem steil – ist inzwischen wohlbekannt und sorgt regelmäßig für spannende Rennen. Spannend werden auch die vielen neuen Team-Trucks, die bereits auf den Zufahrtsstraßen in Richtung der Pyrenäen gesehen wurden. Alles Weitere zum bevorstehenden Rennen, den Favoritencheck und interessante Neuentwicklungen gibt’s im Podcast mit Markus Pekoll, Moritz Zimmermann und Gregor Sinn. Fängt die Downhill World Cup-Saison jetzt erst richtig an? Loudenvielle ist eine klassische Newschool-DH-Strecke, die nun das vierte Jahr in Folge Teil der World Cup-Serie ist und im Winter und Frühjahr von vielen Profi-Teams zur Saisonvorbereitung genutzt wird. Im Podcast diskutieren Markus, Gregor und Moritz, was die beste Taktik für die oben sehr flache und unten sehr steile Strecke ist, wie ernst man die Ergebnisse aus Korea nehmen kann und wer in Loudenvielle zum Favoritenkreis gehört. Viel Spaß mit dem Podcast!

  • May 20 · 1 hr 16 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: NRW-Trailverbot droht! Mit Sonja Schreiter/DIMB

    Ein brandheißes Thema bespricht man am besten mit Menschen, die sich am besten damit auskennen – und das ist in diesem Fall das Team des DIMB (Deutscher Interessenverband Mountainbike e.V.). Unser heutiger Gast: Sonja Schreiter vom DIMB. Vergangene Woche wurde ein Gesetzesentwurf zum Landesforstgesetz in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht, der es in sich hat: Das Restriktionspotential für Mountainbikende ist gigantisch – klar ist: Wird dieser Entwurf unverändert zum Gesetz, kann das weitreichende Konsequenzen für uns haben. In einer Sonderfolge haben wir uns Sonja Schreiter vom Deutschen Interessenverband Mountainbike e.V. (kurz DIMB) ans Mikrofon geholt – eine Expertin für alles rund um Trails, Legalisierungsprozesse und auch für Formulierungsnuancen, die harmlos scheinen, aber ordentlich Zündstoff mitbringen. Etwas mehr als eine Stunde sprechen wir über den Gesetzesentwurf, mögliche Konsequenzen, die Initiative der DIMB und erste Erkenntnisse aus den ersten intensiven Tagen Arbeit an diesem Thema. Wir wollen von Sonja wissen: was können wir tun, was muss die Industrie tun und wie können wir als Medien diesem Thema mehr Gewicht verleihen? Die Antworten dazu findet ihr in diesem Podcast, den man auch als Video sehen kann Johannes Herden: Herzlich willkommen bei „Bock auf Biken“! Wir sind jetzt mit einer kleinen Sonderaufnahme hier mit am Start und auch die Teilnehmenden in diesem Gespräch sind etwas andere Personen als die, die ihr sonst kennt. Denn wir haben zum ersten Mal den Chris mit dabei. Den kennt ihr aus dem „Shred Talk“-Format bzw. von eMTB-News. Hi Chris! Hallo zusammen. Und als Gast haben wir die Sonja von der DIMB. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass wir jetzt „von der DIMB“ und nicht mehr „von der Dadim“ sagen – von der DIMB. Sonja kennt sich unfassbar gut aus mit allem, was irgendwie legale Trails, Trail-Umwandlung und alles Mögliche angeht. Was genau sie dort macht, das wird sie jetzt erzählen. Ich sage erst mal Hallo und herzlich willkommen, Sonja! Sonja Schreiter: Hallo Hannes, hallo Chris, ich freue mich wahnsinnig, heute bei euch zu Gast zu sein. Danke. Johannes Herden: Wir freuen uns auch. Und wir hoffen, dass du zusammen mit uns ein bisschen Licht in diese aktuelle Thematik bringst – und darum soll es nämlich heute gehen: die ganze NRW-Geschichte. Wir haben einen Entwurf erhalten zu einem möglichen neuen Gesetz, was das Biken und Mountainbiken im Besonderen in NRW angeht. Und bevor wir darüber reden, Sonja, stell dich kurz vor: Was machst du bei der DIMB? Wie lange bist du schon da? Was sind so deine speziellen Gebiete, die du dort hast? Sonja Schreiter: Ja, also erst mal finde ich es ganz cool, dass du fleißig geübt hast und schon „von der DIMB“ sagen kannst. Ich muss mich da auch noch ein bisschen dran gewöhnen, dass wir seit Kurzem ein Verband sind – und zwar der Deutsche Interessenverband Mountainbike e. V., immer noch DIMB. Ich bin bei der DIMB jetzt seit knapp pfünf Jahren festangestellt in der Fachberatung. Der Bereich wurde jetzt auch umbenannt in „Advocacy and Infrastructure“, weil er genau das abbildet, was wir nämlich tun. Ich bin ursprünglich eingestellt worden für das Thema Bayern und geeignete Wege. Ich bin auf Bundesebene sehr aktiv für das Betretungsrecht, für das Thema Interessenvertretung der Mountainbiker und Mountainbikerinnen in ganz Deutschland. Ich bediene da auch ein bisschen die neuen Bundesländer. Und ich bin im Trailbau sehr aktiv dabei, berate jeden, der beraten werden möchte, zum Thema Trailbau, Trail-Legalisierung, Verkehrssicherungspflicht, Haftung und bin eben auch ganz tief drin in diesem Thema Gesetzgebungsverfahren. Ja, und über das reden wir heute speziell in NRW. Johannes Herden: Wunderbar, vielen Dank erst mal dafür! Und bevor wir loslegen, gibt es das Intro. Los geht’s! Johannes Herden: So, und dann starten wir direkt rein ins Thema, denn wir wollen da so ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Wir haben mittlerweile schon zwei große Artikel zur ganzen Thematik gemacht. Wir haben uns am letzten Wochenende und auch gestern daran gesetzt. Chris hat sich gestern im Speziellen noch mal gesondert mit der Thematik auseinandergesetzt. Ich habe mich auch hier vor Ort mit meinem Kollegen beraten, der tief im Thema Trailbau und den legalen Trail-Geschichten steckt, die wir hier in Lemgo vorletztes Jahr eröffnet haben. Mit dem habe ich mich im Vorfeld ausführlich beraten. Und natürlich habt ihr euch auch extrem damit auseinandergesetzt, denke ich. In den letzten Tagen habt ihr sehr, sehr viel Lektüre durchgeforstet und wahrscheinlich sehr viele Leute kontaktiert. Kannst du noch mal ganz kurz ausdifferenzieren und einen groben Überblick geben: Worum geht es jetzt eigentlich und warum ist dieses Thema Trails in NRW gerade so brisant? Sonja Schreiter: Ja, also „durchgeforstet“ trifft es ganz gut. Es geht um das neue Landesforstgesetz in Nordrhein-Westfalen. Am Mittwochabend macht es bei mir im Messenger „Bing“ und dann heißt es auf einmal: „Leute, es gibt Arbeit!“ Wir haben die offizielle Einladung vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus NRW bekommen, dass die Verbändebeteiligung zum Entwurf des neuen Landesforstgesetzes offiziell gestartet wurde. Wir haben bis zum 8. Juni Zeit, hier eine Stellungnahme einzureichen. Auf gut Deutsch sind wir erst mal rückwärts vom Stuhl gefallen, weil wir wirklich überhaupt gar nicht damit gerechnet haben – und schon gar nicht in dieser Schärfe und in dieser Form. Ja, dann sind natürlich gleich alle Chats und alle Telefone heiß gelaufen, die Arbeit ging los. Meine Kollegen Heiko und Flo haben gleich Vollgas angefangen, auch über das Wochenende den Gesetzentwurf zu durchforsten, um zu sehen, was sich da alles für uns Mountainbiker verschlechtert. Und da sind wir leider auf sehr viele Dinge gestoßen, die wirklich massive Einschränkungen bedeuten würden. Johannes Herden: Was sind das für Einschränkungen? Oder Chris, du hattest gerade schon was? Chris Spath: Ja, ich glaube, das zentrale Thema ist die Umformulierung von „festen Wegen“ hin zu diesen Wirtschaftswegen. Das fühlt sich jetzt an wie eine Art Forstautobahnpflicht. Es gibt eine Umformulierung, dass nur noch Wege zugelassen werden sollen, die einfach auch mit einem potenziell normalen Kfz fahrbar sind – also nicht mal zwingend ein Allradfahrzeug. Ich würde mal sagen, man kann eigentlich von einem Singletrail-Verbot sprechen. Thomas hatte bei uns den ersten Artikel geschrieben und nannte es ein „Singletrail-Verbot durch die Hintertür“. Vielleicht ist es ein bisschen ein verschleiertes Verbot, weil es erst mal nicht so restriktiv klingt – zumindest für den Otto Normalverbraucher. Aber für alle, die Mountainbike fahren und das gerne von der Haustüre aus oder im nahegelegenen Naherholungsgebiet tun, ist es schon ein ziemlich drastischer Einschnitt, muss man echt sagen. Sonja Schreiter: Ja, das ist definitiv so. Und ich habe da ein Bild im Kopf: Mein Kollege Heiko hat gestern ein Foto in unseren Chat geschickt, auf dem er sein Mountainbike einfach mal quer über einen zweispurigen Forstweg gelegt hat. Wenn man weiß, wie breit so ein Mountainbike ist, und dann ist rechts und links immer noch ein kleines bisschen Platz plus das Bankett, dann würde das wirklich bedeuten, dass man nur noch auf doppelspurigen, richtig breiten Forstwegen fahren kann. Wir haben hier auch – vielleicht ein bisschen provokativ – gesagt, es ist eine 3,5-Meter-Regel durch die Hintertür. Das ergibt sich daraus, dass es hier einen Erlass über den forstlichen Wegebau im Wald gibt, in dem eine Regelfahrbahnbreite von 3,5 Metern für forstwirtschaftliche Wege aufgeführt wird. Da kann man dann schon davon ausgehen, dass von Wegen gesprochen wird, die mindestens drei bis sogar eher vielleicht vier Meter breit sind. Sonja Schreiter: Es geht also um eine Wegbreitenregelung, die es so bisher nicht gab. Wir beobachten diese Gesetzesänderungen oder Novellierungen schon sehr, sehr lange. Die DIMB gibt es ja jetzt seit 35 Jahren. Die letzte größere Änderung im Landeswaldgesetz in NRW war im Jahr 2000. Man sieht in vielen Protokollen der damaligen Sitzungen, dass eigentlich nur verhindert werden sollte, dass Radfahrer oder explizit Mountainbiker auf klassischen Trampelpfaden fahren – also dort, wo vielleicht mal ein paar Leute durchgelaufen sind, ein bisschen was runtergetrampelt ist oder wo ein Weg zu einem Hochsitz führt, wo sich einfach eine Spur ausgetreten hat. Natürlich gab es damals von anderen Interessengruppen ganz klar den Wunsch nach einer 2- bzw. 3-Meter-Regel, um das Radfahren in irgendeiner Form einzuschränken. Das hat der Gesetzgeber damals explizit abgelehnt, das kann man nachlesen. Er sagte, der Begriff „feste Wege“, wenn wir den einführen, würde ausreichen, weil damit schon vermieden wird, dass auf diesen sogenannten Trampelpfaden gefahren wird. So ist dieser Begriff damals in das Gesetz gekommen, der sich jetzt seit 26 Jahren bewährt hat. Dass man jetzt wieder mit einer Breitenregelung – zwar durch die Hintertür und anders verklausuliert – ums Eck kommt, ist auf gut Deutsch eine Klatsche. Johannes Herden: Die Frage, die ich mir gestellt habe, ist: Warum? Woher kommt jetzt dieser Antrieb? Ist in Düsseldorf, in der Landeshauptstadt, irgendwie angekommen, dass man etwas gegen Mountainbiker hat? Denken sie, wir müssen das jetzt mehr einschränken? Ist das eine Geschichte von Lobbys, die sich intensiv dafür eingesetzt haben, weil ihnen Mountainbiker wirklich ein absoluter Dorn im Auge sind und sie überall weg sollen? Ist das ein Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit von anderen Verbänden oder was ist eure Einschätzung? Sonja Schreiter: Mit so einer richtigen Schuldzuweisung muss man immer ein bisschen vorsichtig sein, weil das alles nur Spekulationen sind. Genaues wissen wir nicht. Aber wenn man sich allein die Konstellation anschaut, wie der Waldbesitz in Nordrhein-Westfalen verteilt ist: NRW ist das Bundesland mit dem mit Abstand größten Privatwaldbesitzanteil, nämlich 64 oder 65 Prozent. Nur ungefähr 14 bis 15 Prozent sind Landesforsten, also staatliche Wälder. Da kann man schon dem Gedanken folgen, dass es mit Sicherheit eine große Lobby der privaten Waldbesitzervereinigungen gibt. Vielleicht auch aus dem Bereich Jagd oder aus dem Bereich Naturschutz. Wir haben natürlich ganz präsent das Thema Klimawandel, womit auch NRW konfrontiert ist. Im Zuge dieser Überarbeitungen, die immer mal wieder angestoßen werden – sei es bei Landeswaldgesetzen oder wenn neue Regierungen im Bundesland sind –, versuchen natürlich alle Interessengruppen ihre Interessen unterzubringen, wenn sie wissen, dass das Gesetz angefasst wird. Und man kann, denke ich, schon sagen: Die Mountainbike-Lobby war bisher nicht die stärkste. Chris Spath: Aber das soll sich ja jetzt auf jeden Fall ändern. Sprich, dieses Thema kann quasi im Turnus von Landtagswahlen auch immer wieder neu aufpoppen. Deswegen ist es gerade so wichtig, euch an dieser Stelle zu unterstützen, euch den Rücken zu stärken, um ein Gegengewicht zu diesen anderen Lobbyverbänden einzubringen und unsere Interessen stärker aufzuzeigen. Verstehe ich das richtig? Sonja Schreiter: Ja, das ist richtig. Und wenn man das mal ins Verhältnis setzt: NRW ist eines der bevölkerungsreichsten Bundesländer. Wenn wir sagen, es gibt zwölf Millionen Menschen in Deutschland, die sich als Mountainbiker bezeichnen – wenn das Allensbach-Institut danach fragt – und ungefähr 4 Millionen davon wirklich regelmäßig fahren, dann kann man wahrscheinlich knapp eine Million davon nach NRW verorten. Wir wissen alle, dass es mehr aktive Mountainbiker als Fußballspielende gibt. Aber das haben viele Politiker und Politikerinnen einfach gar nicht auf dem Schirm. Die Mountainbiker sind traditionell organisationsscheu, sagen wir es mal so. Es ist eine Individualsportart, man hat diesen Freiheitsgedanken. Man muss nicht in einem Verein organisiert sein, wenn man einfach auf dem bestehenden Wegenetz Mountainbike fahren möchte. Aber die anderen Lobbyvereinigungen zeigen uns: Wenn man sich traditionell schon seit vielen Jahren in Interessenvertretungen organisiert, dann schlägt das natürlich durch, weil man stärker wahrgenommen wird, lauter auftritt und mehr Menschen hinter sich vereinigt – obwohl es mit Sicherheit gar nicht mehr Waldbesitzer als Mountainbiker gibt. Chris Spath: Absolut. Es ist interessant, dass wir immer erst diese Krisen brauchen, um zu lernen, und so etwas nicht aus einer positiven Phase heraus entwickeln können. Schade eigentlich. Aber ein Appell an alle Zuhörer: Wenn ihr noch nicht in der DIMB seid, dann unterstützt sie mit einer Mitgliedschaft oder einer Spende. Es dürfte in der aktuellen Situation hier bei uns in NRW helfen, aber vielleicht auch in Zukunft mal bei euch. Johannes Herden: Vielleicht auch dazu noch eine Frage, Sonja: Man kann, so habe ich das zumindest verstanden, nicht nur als Einzelperson Mitglied werden, sondern auch als ganze Mountainbike-Abteilung oder als Mountainbike-Verein. Man kann sich quasi als ganzer Verein bei euch integrieren. So haben wir das mittlerweile hier in Lemgo gemacht. Unsere ganze Mountainbike-Abteilung ist jetzt DIMB-Mitglied. Das geht ja auch, oder? Sonja Schreiter: Ja, es ist beides möglich, es gibt mehrere Optionen. Natürlich ist die Durchschlagskraft eines Einzelmitglieds am höchsten. Wenn ich jetzt einfach mal das Beispiel nenne: Eine normale Basismitenschaft kostet bei uns 45 Euro im Jahr. Da ist die Haftpflicht- und Unfallversicherung bezogen aufs Radfahren schon dabei. Ebenso die ganzen Vorteile, die ihr mit Sicherheit von diversen Herstellern, Shops oder Magazinen kennt. Letztendlich muss man sich überlegen: Diese 45 Euro sind weniger als ein Reifen. Aber was kann ich mit diesen 45 Euro bewirken? Wir sind aktuell für ganz Deutschland drei festangestellte Personen, die alle 16 Bundesländer bedienen. Eine Gesetzesänderung in NRW beschäftigt uns drei mehr als acht Stunden am Tag und mehr als fünf Tage die Woche, wenn es so richtig akut ist. Da kommen aber die anderen Sachen, die wir ganz klassisch machen, noch dazu: die Beratung von Vereinen zu Trailbau oder zu Gestattungsverträgen, die Beratung von Tourismus oder die Aufarbeitung von anderen Themen wie Verkehrssicherungspflicht, Webinare etc. Sonja Schreiter: Mit diesen 45 Euro, die im Prinzip eine Art Unterstützungsbeitrag sind, sorgt ihr dafür, dass es drei Personen in ganz Deutschland gibt, die das Betretungsrecht schützen und Vereine beraten, wenn es um das Thema legalen Trailbau oder offizielle Angebote geht. Wir machen diese ganze unschöne Arbeit, auf die man eigentlich gar nicht so Bock hat, weil man eigentlich Mountainbiken gehen will. Das machen wir für euch. Wir müssen dafür aber natürlich auch irgendwie bezahlt werden. Wir sind ein komplett mitgliedergetragener Verband. Klar kriegen wir auch die eine oder andere Spende aus der Industrie oder von Privatpersonen, aber letztendlich werden wir fast ausschließlich zum größten Teil durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Je mehr Einzelmitglieder wir haben, desto besser können wir diese Arbeit einfach machen. Johannes Herden: Das ist auf jeden Fall eine wichtige Info. Es ist super einfach, sich anzumelden. Geht einfach auf dimb.de und dort findet ihr direkt die Anmeldung. Wer noch kein Mitglied ist, darf das gerne machen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Wenn man mal ein Problem hat, gerade was Trails angeht, seid ihr wahnsinnig schnell erreichbar und meldet euch extrem schnell zurück. Da haben wir mit euch super positive Erfahrungen gemacht hier in Lemgo, als wir Fragen hatten, wie wir das genau mit der Legalisierung machen. Also von daher: Es bringt euch viel. Wenn ihr Projekte vor Ort verwirklichen wollt und Fragen dazu habt, wendet euch auf jeden Fall an die DIMB. Ihr seid wirklich wahnsinnig schnell und sehr kompetent mit dabei, muss man einfach mal so sagen. Sonja Schreiter: Vielen Dank. Ja, da muss keiner das Rad neu erfinden. Bei mir sind es erst fünf Jahre, bei Heiko zehn, aber in den 35 Jahren, in denen wir Wissen und Erfahrung angesammelt haben, gibt es eigentlich nichts, was wir nicht schon mal hatten. Heute muss kein Trailbauer und kein Verein da draußen das Rad neu erfinden. Lieber einmal zu viel gemeldet als einmal zu wenig. Johannes Herden: Okay, sehr gut. Lass uns noch mal ein bisschen zurückgehen zu dieser ganzen Problematik und welche krassen Auswirkungen das im Endeffekt haben kann. Kannst du grob skizzieren, wenn diese Regelung im schlimmsten Fall kommen sollte – sprich, wir haben diese Breite an Wegen, die nur noch befahren werden darf –, über wie viele genutzte Wege und Trails sprechen wir da in NRW, die wegfallen könnten? Gibt es da einen groben Anhaltspunkt oder kann man das gar nicht sagen, weil es einfach zu viel ist? Sonja Schreiter: Grundsätzlich ist es in NRW so, dass man sich auf dem bestehenden Wegenetz erst mal auf allen festen Wegen im Wald bewegen darf – es sei denn, eine Naturschutzgebietsverordnung sieht Einschränkungen vor. Das sind aktuell grundsätzlich alle Wege, die sich für den Nutzer da draußen als Weg darstellen, wenn wir diesen klassischen Trampelpfad mal ausblenden. Von daher gehe ich davon aus, dass sehr, sehr viel wegfallen würde. Eine genaue Anzahl kann ich nicht sagen. Ich glaube, das könnte nicht mal Flo sagen, der in NRW wohnt. Aber letztendlich ist es so, dass wir in NRW leider immer noch nicht so wahnsinnig viele legal entstandene, offizielle Angebote haben, weil es einfach wahnsinnig schwierig ist. Die Hürden vom Naturschutz und die Genehmigungsverfahren sind sehr hoch. Hannes, du hast die Erfahrung gemacht: Das kann teilweise Jahre dauern, bis man zu einem genehmigten, offiziellen Angebot kommt und überhaupt mal die Schaufel in den Boden stecken darf. Da kann man sich vorstellen, dass viele Vereine entweder gar nicht die Kapazität, also die Manpower, oder dann auch einfach irgendwann die Geduld und Motivation verlieren und es gar nicht zur Umsetzung kommt. Sonja Schreiter: Wenn es jetzt so wäre, dass man nur noch auf diesen breiten Forstwegen oder auf extra ausgeschilderten Trails fahren darf – das ist eine Einschränkung, die kann man sich gar nicht vorstellen, das ist Wahnsinn. Ganz ehrlich, das macht doch überhaupt gar keinen Spaß mehr. Die paar wenigen Angebote, die ich noch habe, sind dann vielleicht nicht mal vor meiner Haustür, sodass ich mich ins Auto setzen muss, um dorthin zu fahren. Und dann darf ich nur noch auf so breiten, doppelspurigen Forstwegen fahren. Dann kann ich auch Trekkingrad oder Gravel fahren. Chris Spath: Wobei die theoretisch ja auch nicht mehr auf schmalen Wegen fahren dürften. Johannes Herden: Ich wollte gerade sagen: Das betrifft ja nicht nur die Mountainbiker, das betrifft ja auch tatsächlich einfach die Wochenendradler, die gerne mal einen schmalen Weg fahren. E-Trekkingbikes sind da auch sofort mit drin. Das hatte irgendwer im Forum geschrieben, glaube ich. Es hieß: „Leute, denkt bitte nicht nur an die Mountainbiker, sondern das betrifft wahnsinnig viele Fahrradfahrer im Wald.“ Du hast es angesprochen: Gravelbiker. Wir fahren auch gerne Gravel, ich bin sehr viel auf dem Gravelbike unterwegs. Natürlich fährt man da viel Forstweg, aber man will natürlich auch leichte, entspannte Trails fahren – zwischendurch mal einen kleinen Pfad, einen Wanderweg oder wie auch immer, das ist immer mit dabei. Und dadurch wird das Ganze noch viel größer. Du hast vorhin von zwölf Millionen Mountainbikern in Deutschland gesprochen. Wenn man das hochskaliert auf alle Fahrradfahrenden, dann sind es noch viel mehr. Deswegen hat das, finde ich, noch viel krassere Auswirkungen, wenn man sich das mal vorstellt. Sonja Schreiter: Und ich glaube, diese Vorstellungskraft und dieses Wissen fehlen den Entscheidungsträgern komplett. Unseres Erachtens sind sie hier nicht transparent informiert darüber, was diese neuen Formulierungen bedeuten. Das möchte ich an einem Beispiel festmachen, über das ich jetzt ganz offiziell reden darf: Mein Kollege Heiko hat gestern ein Telefonat mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Gregor Kaiser geführt, dem forstpolitischen Sprecher der Grünen. Der war total überrascht, dass das für uns eine komplett neue Einschränkung bedeuten würde. Er war tatsächlich davon ausgegangen, dass das Radfahren im Wald aktuell ohnehin nur auf entsprechend breiten, befestigten Wegen erlaubt sei und alles andere bis dato gar nicht vom Gesetz gedeckt gewesen wäre. Sonja Schreiter: Da fragt man sich natürlich: Wie kommt der zu dieser Auffassung? Ich denke, da könnte ein bestimmtes Urteil aus Köln eine Rolle spielen, das vielleicht bekannt ist. Da wurde ein Mountainbiker aufgehalten, der auf einem Maschinenweg gefahren ist. In dem Urteil stand dann, der Weg sei ausreichend fest und ausreichend breit gewesen, weshalb die Klage abgelehnt wurde. Aus diesem „ausreichend breit“ wird aus Richtung des Forstes heute immer noch eine Breitenregelung abgeleitet. Deswegen trifft man oft auf Förster oder Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, die sagen: „Eigentlich gibt es doch eine Breitenregelung, quasi eine Zwei-Meter-Regel, und da dürft ihr heute schon gar nicht fahren.“ Das scheint so an die Entscheidungsträger herangetragen worden zu sein. Die kennen unsere Auffassung vom Betretungsrecht gar nicht, sondern sehen das nur durch die Forstbrille. Chris Spath: Das ist eine Erfahrung, die ich auch gemacht habe. Wir sind hier mit dem Forst eigentlich sehr gut aufgestellt, wir kommunizieren miteinander. Hier soll jetzt ein Pilotprojekt starten, es war angedacht. Dazu habe ich mich mal in eine Gemeinderatssitzung gesetzt und es ist wirklich unglaublich, wie groß das Unverständnis gegenüber diesem Sport ist – also wie wir ihn nutzen und welche Wege wir benutzen. Aber natürlich auch, was für eine Community dahintersteht. Hier ist die komplette Wegepflege über einen Verein organisiert, aber es funktioniert trotzdem. Das finde ich super spannend. Chris Spath: Was ich dich an dieser Stelle gerne noch fragen möchte, was in eine leicht andere Richtung geht, aber zum Themenfeld passt: Ich fand das Framing ganz interessant, das von dem Sprecher der CDU verwendet wurde. Wir wurden dort bewusst als „Chaoten“ geframed. Das zeigt einerseits vielleicht diese Unwissenheit, andererseits finde ich es schon ein sehr bewusstes Wording, um uns in der öffentlichen Wahrnehmung schlecht darzustellen. Sonja Schreiter: Ich denke, es kann einmal darauf zurückgeführt werden, dass eine andere Auffassung bezüglich fester Wege besteht. Wenn diese Person der Auffassung ist, dass nur befestigte Wege befahren werden dürfen, dann wäre natürlich alles darüber hinaus eine Ordnungswidrigkeit und „chaotisch“ gewesen. Aber ich denke, es kommt auch daher, dass für viele Entscheidungsträger oder auch für die öffentliche Hand, für Förster und Jäger der Mountainbiker immer noch die Person ist, die unorganisiert, schnell und nicht greifbar durch den Wald fährt. Wenn tatsächlich irgendwo Redebedarf da wäre, wissen sie gar nicht, an wen sie herantreten sollen. Mit „chaotisch“ ist dann dieses schwer Greifbare gemeint, nicht gut organisiert oder gar nicht organisiert. Diese einzelne Person, die da vor mir durch den Wald fährt oder wegfährt, ist für mich in dem Moment nicht greifbar. Wie soll ich mich dann mit meinem Problem, das meines Erachtens auch gesehen und anerkannt werden muss, an jemanden wenden? Sonja Schreiter: Deswegen ist das Organisieren so wahnsinnig wichtig. Die Mountainbiker müssen verstehen, dass es mehrere berechtigte Belange im Wald gibt. Es gibt nicht nur die Erholung, wozu auch der naturverträgliche Sport gehört, sondern es gibt auch die Waldbewirtschaftung – der Wald gehört jemandem –, und die Jagd gehört dazu. Und es gibt natürlich den Bereich Naturschutz, auch da gibt es wichtige, berechtigte Belange. Die stehen alle drei gleichberechtigt nebeneinander. Da muss man schauen, dass man einen Interessenausgleich hinbekommt. Ich bin der festen Überzeugung, das ist möglich, wenn wir miteinander reden. Aber dafür müssen wir uns organisieren, als Ansprechpartner da und greifbar sein. Da hilft nur die Organisation in einem Verein, in einer DIMB-Interessengemeinschaft oder was auch immer, und offen zu sein für Austausch und Perspektivwechsel. Johannes Herden: Ja, absolut, bin ich ganz bei euch. Ich wollte noch mal kurz das Thema feste Wege bzw. befestigte Wege aufgreifen. Das ist ja eines der Hauptargumente, das sie für diese neue Regelung anführen. Ich meine, darauf können wir uns einigen: Der Begriff ist juristisch immer noch nicht ganz fest geklärt. Feste, befestigte Wege – wo darf man offiziell fahren? Ich glaube, es gibt immer noch keinen Fall, auf den man sich beziehen kann, wo es juristisch absolut geklärt ist, was fest und was befestigt ist. Und so habe ich das in dem neuen Gesetzentwurf verstanden: Durch den Begriff „Fahrwege“ soll jetzt endlich eine feste Definition da sein, auf die man sich einigen kann, und deswegen steht es so im Gesetz. Habe ich das richtig wiedergegeben oder kannst du das noch näher erläutern? Sonja Schreiter: Ich habe dieses Urteil aus Köln ja schon mal angesprochen, das sich mit dem Begriff „feste Wege“ beschäftigt hat. Da wurde gesagt, dass „fest“ auch „naturfest“ sein kann. Klar könnte man daraus jetzt ableiten: Wenn das ein sandiger Weg ist, der nicht fest ist, dann dürfte man da nicht drauf fahren. Aber es ist natürlich schwierig, das in der Praxis irgendwie zu kontrollieren. Ich glaube, was damit rübergebracht werden sollte, ist, dass man keine tiefen Spuren hinterlässt, die langwierige Verschlechterungen im Untergrund mit sich führen oder einen krassen Eingriff darstellen – dass man einfach keine irreparablen Schäden hinterlässt. Das ist damit eher gemeint. Es ist schon eher ein sogenannter unbestimmter Rechtsbegriff, so wie in Bayern das Wort „geeignet“. Da muss man natürlich immer ein bisschen mit jonglieren. Aber das bedeutet auch, dass die Rechtsprechung immer im Einzelfall prüfen und eine Entscheidung treffen muss. Das heißt, es gibt der Rechtsprechung einen gewissen Handlungsspielraum für Einzelfallentscheidungen, und das macht das Recht in Deutschland aus. Das würde ich nicht per se als schlecht beurteilen. Sonja Schreiter: Jetzt haben wir im Entwurf die Definition: „Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege.“ Das ist natürlich clever: Man bringt keine Breite rein, man hat das Wort „fest“ draußen, was ein unbestimmter Rechtsbegriff ist, und schreibt „befestigt“ rein, wie man es sich eh schon immer interpretiert hat. Das „naturfest“ bringt man mit rein, weil das in Urteilen so gesagt wurde, aber durch den Begriff „Waldwirtschaftswege“ ist ganz klar festgelegt: Dieser Weg ist nicht für die Erholung angelegt worden, sondern zum Zweck der Waldbewirtschaftung. Das ist dieser Trick durch die Hintertür, mit dem diese Rechtsauffassung hineingemogelt wird. Johannes Herden: Das ist ja auch in den Kommentaren aufgetaucht bzw. haben wir das damit auch noch mal aufgegriffen: dass für die Definition eines Waldwirtschaftswegs dann sehr wohl eine Regelfahrbahnbreite angenommen wird, nämlich circa 3,50 Meter. Das ist diese Hintertürregelung, richtig? Was wir aber wirklich seltsam finden als Formulierung, ist, dass dort direkt dahinter steht: Eine konkrete Breite ist im Gesetzentwurf ausdrücklich nicht festgelegt. Was ja de facto gan nicht der Fall ist, da eine Breite festgelegt ist, sobald man sich auf den Begriff „Waldwirtschaftsweg“ beschränkt. Das macht es für mich wirklich sehr kurios. Sonja Schreiter: Ja, man muss sich wirklich sehr intensiv damit befassen und weitere Literatur dazu lesen, damit man zu dieser Schlussfolgerung kommt. Ein normaler Bürger wird sich vermutlich eher nicht damit befassen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns ausführlich damit auseinandersetzen und ableiten, was sich daraus ergeben kann. Wenn man in ein Gespräch oder in eine Entscheidung kommt, muss man schauen, woher man die Argumentation zieht. Und da wird dann eine Argumentation kommen wie: „Da gibt es den Erlass über den forstlichen Wegebau und der Weg war nicht ausreichend breit.“ Genau so. Chris Spath: Spannend auf jeden Fall. Sprich, ihr seziert aktuell diesen Text wirklich sehr im Detail, bereitet im nächsten Schritt aber die weiteren Schritte vor. Ihr hattet schon angeteasert, dass es natürlich ein Statement geben wird. Ich weiß nicht, ob ihr erst zur Frist damit rauskommen werdet oder schon ein bisschen früher. Und ihr wollt euch natürlich auch mit anderen Verbänden austauschen. Kannst du uns einen kleinen Überblick geben, welche Verbände das sind? Sprecht ihr mit dem ADFC oder auch mit Verbänden, die uns vielleicht nicht unbedingt positiv gesinnt sind? Wie läuft das ab? Sonja Schreiter: Wir werden mit einer schriftlichen Stellungnahme definitiv erst zum Ende der Frist, also am 8. Juni, rausgehen. Die wird dann auch auf unserer Homepage veröffentlicht, sodass man sie sich anschauen kann. Wir machen uns natürlich strategisch sehr genaue Gedanken, welche Anregungen oder Kritik wir in dieser Stellungnahme bringen. Nicht immer macht alles Sinn, das muss man sich sehr genau überlegen. Wir sprechen natürlich mit anderen Verbänden. Wir sind auf Landesebene im sogenannten KKT MTB NRW organisiert – dem Koordinations- und Kompetenzteam Mountainbiken in NRW. Da sind wir gemeinsam mit dem DAV-Landesverband, dem Radsportverband, dem Mountainbike Forum Deutschland und auch mit dem ADFC in Kontakt. Da hatten wir erst Mitte März ein Fachgespräch in Hagen – vielleicht habt ihr davon mitbekommen –, bei dem ein sehr guter Dialog stattgefunden hat, auch mit Amtsträgern der Landesforsten. Da war das alles leider überhaupt kein Thema, weshalb wir unter anderem auch so überrascht sind. Sonja Schreiter: Da sind wir im Austausch, und dann sind wir natürlich auch auf Bundesebene im Austausch. Als Mitglied im „Bike Nature Movement“ unter dem Dach des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband), gemeinsam mit dem Mountainbike Forum Deutschland, sind wir auf Bundesebene aktiv und im Austausch darüber, wie man vonseiten der Bundespolitik hier noch Einfluss nehmen kann. Dann sind wir im sogenannten Kuratorium Sport und Natur. Das ist unser Dachverband, der auf Bundesebene die Interessen des Natursports vertritt. Auch hier werden wir uns abstimmen. Es finden ganz viele Abstimmungen und Gespräche statt, die alle in unsere Stellungnahme einfließen werden. Wir werden aber auch gemeinsame Stellungnahmen machen. Wichtig ist, dass die Kernpunkte von allen Verbänden an den Gesetzgeber herangetragen werden, damit wir da einfach eine ordentliche Penetrierung der wichtigsten Themen haben. Johannes Herden: Du hast es ja schon kurz angesprochen, dass viele der Fachpolitiker selbst gar keinen wirklichen Plan haben, welche Auswirkungen allein diese Änderung der Formulierung haben wird. Das ist uns auch aufgefallen. Hier in Lemgo sind sehr viele aus der Politik aktive Radsportler. Wir haben diverse Mountainbiker, selbst unser Bürgermeister ist schon den Trail runtergefahren. Der legale Trail hier kommt wahnsinnig gut an. Wir haben mittlerweile so viele Abfahrten und das ist ein Aushängeschild für die Stadt geworden, wenn es um Jugendsportangebote geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass all die Leute, die gerne Mountainbike oder Gravel fahren, sagen: „Ja, wir sind auf jeden Fall für diesen Gesetzentwurf.“ Ich denke, es ist super wichtig – und das werdet ihr selbstverständlich machen –, dass da extrem viel Aufklärungsarbeit auf landespolitischer Ebene passiert, damit die Abgeordneten wissen, was auf dem Spiel steht. Wenn sie das nächste Mal mit der Familie auf schmalen Waldwegen mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind sie im blödesten Fall dran, wenn dieses Gesetz durchgeht. Sonja Schreiter: Ja, und das ist das, was wir auch aus diesem Telefonat mit Herrn Dr. Gregor Kaiser mitgenommen haben: dass es vielen Entscheidungsträgern gar nicht bewusst ist, dass es tatsächlich eine Umformulierung, eine Neuerung und eine Änderung ist. Viele gehen davon aus, es sei nur eine Klarstellung. Nein, es ist keine Klarstellung, es ist ein massiver Einschnitt. Und da müssen wir zusammenstehen und uns nicht auseinanderdividieren lassen in Mountainbiker, die gerne Trails fahren, und solche, die gerne Forstwege fahren, oder in Gravelbiker, Bio-Biker und E-Mountainbiker. Es kann tatsächlich einen riesengroßen Einschnitt nicht nur für Freizeit, Sport und Erholung, sondern eben auch für die Alltagsmobilität bedeuten. Das müssen wir der Politik klar machen. Dieses Telefonat hat gezeigt, dass die Tragweite nicht bewusst ist. Da müssen wir weiter in die Tiefe gehen, mehr Leute und mehr politische Entscheidungsträger erreichen. Sonja Schreiter: Da ist jeder Einzelne gefragt. Jeder hat doch vielleicht einen Bekannten oder selbst direkten Kontakt zu einem Gemeinderatsmitglied, einem Kommunalpolitiker oder einem Landtagsabgeordneten. Bringt dieses Thema in die Öffentlichkeit, weil die Auswirkungen einfach nicht klar sind. Da sehe ich eine ganz große Chance drin. Chris Spath: Grundsätzlich kann man ja jedes Landtagsmitglied oder auch Bundestagsmitglied aus seinem Wahlkreis oder aus entsprechenden Ausschüssen anschreiben. Ihr habt da aber auch sehr bewusst gesagt: Zurückhaltung, sprecht euch mit uns ab. Wie genau würde das aussehen? Wenn ich jetzt sage, ich kenne den Bürgermeister, der fährt auch Mountainbike und ist vielleicht kein großer Fan von diesem Gesetzentwurf – wie genau trete ich an ihn heran? Kannst du diese Handlungsempfehlung konkretisieren? Gibt es Formulierungshilfen von euch? Sonja Schreiter: Wir haben natürlich erkannt, dass da draußen in der Community ein ganz ordentlicher Drive da ist, selbst etwas tun zu können. Man soll sich in so einer Situation nicht einfach zu Hause auf der Couch zurücklehnen, man fühlt sich persönlich bedroht und möchte selbst aktiv werden. Was wir gerne koordinieren würden, ist das Thema Demonstrationen und Petitionen. Sowas kann dieses zarte Pflänzchen, das man jetzt an Gesprächen mit Entscheidungsträgern aufgebaut hat, ganz schnell nach hinten losgehen lassen, wenn es heißt, wir würden aggressiv werden. Das ist ganz wichtig: Da bitte ein bisschen zurückhalten. Sonja Schreiter: Aber was ihr machen könnt: Wir haben auf unserer Homepage FAQs zum Gesetzentwurf veröffentlicht, wo die wichtigsten Fragen aufbereitet sind, die man an seine Ansprechpartner im politischen Kontext adressieren kann. Das kann man ganz leicht in eine E-Mail oder in ein Anschreiben formulieren oder im Gespräch verwenden, um seine eigene Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Das kann und soll jeder machen. Teilt diese Sachen auf Social Media, verlinkt die DIMB, euren eigenen Mountainbike-Verein und, falls vorhanden, den Account des politischen Entscheidungsträgers auf Instagram, damit das Wissen gestreut wird. Wir müssen Reichweite generieren. Werdet Mitglied, weil wir dann einfach die politische Schlagkraft in Zahlen noch mal erhöhen. Wir halten euch auf den sozialen Medien und auf unserer Webseite laufend auf dem Laufenden. Bitte drückt eure private Betroffenheit aus, aber verfallt jetzt nicht in blinden Aktionismus. Man muss immer darüber nachdenken, was das für Auswirkungen hat. Chris Spath: Sprich, dann vielleicht auch lieber mal eine Frage an den Abgeordneten stellen, anstatt voll konfrontativ mit Vorwürfen reinzugehen. Oder Ich-Botschaften verwenden. Das können ja schon sehr basic Tipps sein, die helfen, das Ergebnis zu verbessern. Sonja Schreiter: Richtig. Klar ist es für uns eine enorme Klatsche und ein Schock, aber jetzt läuft erst mal der ganz normale demokratische Beteiligungsprozess bis zum 8. Juni. Danach läuft der parlamentarische Prozess und das Gesetz soll, wenn überhaupt, erst zum Januar 2027 in Kraft treten. Es besteht unserer Einschätzung nach also gar nicht die Not, in totalen Aktionismus zu verfallen. Ich kann das total nachvollziehen, dass man auf heißen Kohlen sitzt, mir würde es genauso gehen. Von daher: Lieber über die persönliche Betroffenheit gehen, teilen, Mitglied werden und uns gerne den Kontakt geben, wenn ihr jemanden habt, euch das aber selbst nicht zutraut. Ansonsten ist immer wichtig: Freundlich bleiben, respektvoll, sachlich und objektiv bleiben, über die eigene Betroffenheit gehen und versuchen, die emotionale Schiene und die Tragweite klarzumachen. Johannes Herden: Ich habe noch mal eine Frage zu der Timeline, die du gerade angesprochen hast: Wie genau läuft dieser Prozess jetzt ab? Du hast gesagt, der 8. Juni ist die Deadline für die Einreichungen. Wie geht es dann weiter? Du hast gesagt, es tritt im Januar 2027 in Kraft, wenn es in Kraft tritt. Was sind die nächsten Schritte? Wir sind ganz am Anfang, wir hatten auch schon Mailkontakt mit externen Abgeordneten, die ebenfalls sagen, wir sind ganz am Anfang. Noch ist das alles theoretisch verhinderbar oder ein bisschen steuerbar, hoffentlich. Wie ist die genaue Zeitabfolge? Sonja Schreiter: Am 13. Mai ist die offizielle Verbändebeteiligung gestartet, die dauert vier Wochen. Da können alle Verbände, die angeschrieben worden sind – dazu gehören ja nicht nur die Erholungs- und Freizeitsportverbände, sondern auch Waldbauern, Familienbetriebe, NABU, BUND etc., also alle, die irgendwie von diesem Gesetz betroffen sein könnten –, ihre schriftliche Stellungnahme bis zum 8. Juni einreichen. Dann wird das Ganze erst mal gesichtet. Danach gibt es eine Ressortabstimmung und einen zweiten Kabinettsbeschluss, also eine erneute Abstimmung unter den Ministerien und einen beschluss des gegebenenfalls überarbeiteten Entwurfs, in den die Änderungsvorschläge aufgenommen wurden. Aus Kreisen der Ministerien heißt es, das soll voraussichtlich im Juli laufen. Sonja Schreiter: Dann wird das Ganze an den Landtag weitergeleitet, wo es in die erste Lesung geht. Dem Landtag wird der Gesetzentwurf der Landesregierung überreicht und das parlamentarische Verfahren beginnt. Es gibt eine Lesung im Landtag, bei der im Plenum diskutiert wird – das soll voraussichtlich auch noch im Juli stattfinden. Danach gibt es Expertenanhörungen im Landtag, bei denen noch mal Stellungnahmen angehört und Fragen gestellt werden können; dort passiert noch mal ein Meinungsbildungsprozess. Dann folgt eine Sitzung, in der der zuständige Ausschuss diese Anhörungen auswertet und gegebenenfalls noch mal einen Beschluss trifft, ob etwas am Gesetzentwurf geändert werden soll. Es gibt eine zweite und gegebenenfalls dritte Lesung mit weiteren Debatten, bei denen Änderungsanträge gestellt werden können. Erst dann geht es langsam Richtung Verabschiedung des finalen Gesetzentwurfs, was vermutlich im November sein wird. Die Veröffentlichung des Gesetzes und das Inkrafttreten sind für Januar 2027 geplant. Johannes Herden: Was ich positiv an der Sache finde – auch wenn es sehr langwierig klingt – ist zu hören, dass so wichtige Entscheidungen oder Änderungen an der Gesetzgebung so viele Prüfungen erfahren und so viele Leute daran beteiligt sind, sodass versucht wird, erst mal alle Seiten anzuhören. Darin liegt, wie es sich anhört, auf jeden Fall eine Chance unsererseits, dass man die Bedenken gegenüber diesen Änderungen auf jeden Fall sinnvoll vortragen kann und da vielleicht auch Überzeugungsarbeit leisten kann. Sonja Schreiter: Definitiv. Wir legen ganz viel Hoffnung in den Austausch mit den Landtagsmitgliedern, der gestern angestoßen wurde. Es wurde uns direkt eine Weiterführung des Dialogs in Aussicht gestellt. Ich denke, da könnten wir eine Sensibilisierung angestoßen haben, die jetzt Einzug in Debatten und den weiteren Austausch mit anderen Landtagsmitgliedern findet, sodass überhaupt erst mal die Sensibilität dafür da ist, dass wir zwei völlig unterschiedliche Auffassungen haben. Vielleicht kannte man bisher nur die eine Seite der Medaille und lernt jetzt die zweite kennen. Ich glaube, mit der Aufklärungsarbeit bei den Entscheidungsträgern haben wir einen nicht zu unterschätzenden Hebel. Johannes Herden: Das klingt doch schon mal hervorragend. Ich möchte noch mal kurz auf die Konflikte eingehen, denn da ist mir noch eine Sache aufgefallen: In dem offiziellen Text bzw. in der Pressemitteilung vom Land gibt es die Formulierung „illegaler Renntrail“. Das ist eine Formulierung, die ich noch nie gehört habe. Ich gehe mal davon aus, damit soll verdeutlicht werden: Da heizen die Chaoten mit einem Strava-Segment oder einer Stoppuhr runter – das sind auf jeden Fall die Rowdys. Für mich ist diese Formulierung einzig und allein dafür gedacht, zu positionieren: Das sind übrigens die Rowdys, wegen denen wir das Ganze machen. Dabei sind damit ganz normale Trails gemeint. Johannes Herden: Ich war ein paar Mal in Graubünden in der Schweiz fahren, und dort ist es wunderbar gelöst: Es sind Shared Trails, überall steht, dass man auf die Wanderer und die Mountainbiker aufpassen soll. Alle bremsen, man grüßt sich, fährt aneinander vorbei und alles ist gut. Ich habe festgestellt, dass das funktioniert, wenn man es denn will. Natürlich gibt es immer irgendwo Konflikte und schwarze Schafe auf beiden Seiten, aber grundsätzlich funktioniert es. Ich verstehe nicht, warum man solche Formulierungen in einem offiziellen Text verwenden muss. Sonja Schreiter: Ich denke, es bildet die gefühlte Realität mancher Personen ab. Da hat vielleicht jemand die Erfahrung gemacht, dass ein Mountainbiker einen Trail sehr schnell und vielleicht rücksichtslos runtergefahren ist, und schert nun alle Mountainbiker über einen Kamm: Das seien nur Rowdys, die die Natur nicht genießen, für die die Natur nur eine Kulisse ist und die keine Rücksicht nehmen. Wir wissen alle: Ja, diese Menschen auf Mountainbikes gibt es vereinzelt. Aber diese Menschen sind vielleicht auch auf der Skipiste oder im Straßenverkehr mit dem Rad rücksichtslos. Das ist einfach dieser kleine, einstellige Prozentsatz an Idioten, den es in jedem Lebensbereich gibt – das hat nichts mit dem Mountainbiken zu tun, das ist eine Charaktereigenschaft. Sonja Schreiter: Grundsätzlich müssen wir uns alle bewusst sein: Der Wald gehört jemandem, wir sind dort nicht alleine unterwegs. Was damit denke ich auch adressiert wird, ist das Thema illegaler Trailbau bzw. das Entstehenlassen von Trails durch Einfahren. Wir wissen alle, wie es ist: Ich fahre da einmal runter, erstelle ein Strava-Segment, und zwei Wochen später habe ich einen Trail. Da muss einem klar sein – und das wird oft vermischt –: Das Thema illegaler Trailbau, das unabgestimmte Anlegen von Wegen, ist ein Eingriff in fremdes Eigentum und heute schon strafbar. Auch das Querfeldeinfahren ist heute schon nicht vom Gesetz gedeckt. Man kann sich da draußen nicht einfach uneingeschränkt selbst verwirklichen, das muss man ganz klar sagen. Das wird dann leider der breiten Community, die sich regelkonform, sensibel und rücksichtsvoll verhält, zum Verhängnis, weil so etwas schnell als Stimmungsmache und Begründung hergenommen wird, um Einschränkungen zu rechtfertigen. Dessen muss man sich bewusst sein. Chris Spath: Ja, ich nehme es auch ein bisschen als Symptom dieser zum Teil doch sehr trägen oder schwierigen Legalisierungsprozesse wahr. Sonja Schreiter: Ein bisschen wie Rebellenverhalten, ja. Chris Spath: Genau, dieser Sport kommt ja aus einer sehr anarchistischen Richtung. Aber wir sind an dem Punkt, an dem wir das vielleicht nicht mehr so ausleben müssen, sondern andere Wege einschlagen, den Konsens und die Kommunikation suchen müssen, anstatt uns das einfach herauszunehmen. Das ist nicht einfach, aber es sollte der Weg nach vorne sein. Johannes Herden: Das wäre auch mein ferner Wunsch. Wir haben für den „Zwei-Hansen-Trail“ hier in Lemgo, unseren ersten legalen Trail, vier Jahre lang mit mehreren Personen gekämpft. Ich weiß nicht, in wie vielen Sport- und anderen Ausschüssen wir waren, mit wie vielen Parteien vor Ort, mit Kommunalpolitikern und mit „Wald und Holz“ wir gesprochen haben. Es waren wirklich wahnsinnig schwierige Wege, bis wir dort hinkamen: Waldumwandlung, Umwandlung in eine Sportstätte, Ausgleichsflächen, neue Bäume, Verkehrssicherheit auf 20 Metern zu beiden Seiten. Das sind so wahnsinnig viele Hürden, die einem in den Weg gelegt werden. Wir haben extrem dafür gekämpft und nicht nur einmal gesagt, dass wir keinen Bock mehr haben, weil es einem wahnsinnig schwer gemacht wird. Man fragt sich die ganze Zeit, warum man sich diesen Stress eigentlich antut. Johannes Herden: Glücklicherweise trägt es Früchte: Der Trail wird wahnsinnig gut angenommen, viel befahren und regelmäßig von unseren Vereinsmitgliedern wieder in Form gebracht. Die meisten Leute halten sich daran, vernünftig runterzufahren und keine Abkürzungen zu nehmen; das funktioniert alles. Aber ich denke, grundsätzlich muss es mittel- bis langfristig die Möglichkeit geben, sowas einfacher zu machen. Es hat ja eine Lenkungsfunktion: Du zentralisierst die Biker an einem Ort, und keiner muss mehr illegale Trails fahren, wenn du legale Alternativen hast. Das ist natürlich situationsabhängig und definitiv nicht immer leicht, aber es war wirklich ein ganz schön dickes Brett zu bohren, bis wir an diesem Punkt waren. Diese Organisation muss mittelfristig einfach verschlankt werden, glaube ich. Sonja Schreiter: Dazu würde ich gerne zwei Sachen sagen: Erst mal Respekt, dass ihr das durchgehalten habt, das schaffen nicht viele. Schön, dass auch die Hilfe von Heiko dabei war und euch weitergebracht hat. Das eine ist – und das möchte ich ganz ausdrücklich sagen –: Mountainbiken ist nicht per se illegal. Wenn die Gesetzeslage in NRW hoffentlich so bleibt, wie sie ist, dann können wir alle festen Wege im Wald weiterhin befahren. Das ist eine ganze Menge, was ich am bestehenden Wegenetz – inklusive dem, was wir als Trails bezeichnen – nutzen kann. Was natürlich immer einer Erlaubnis oder eines organisierten Prozesses bedarf, ist das Thema Bauen. Wenn ich eine Veränderung herbeiführen, einen Weg speziell zum Mountainbiken modellieren, Anlieger oder Sprünge bauen will, bedarf das einer Erlaubnis. Sonja Schreiter: Und ja, es braucht mehr solche speziellen Mountainbike-Trails, weil sie gerade in Ballungsräumen ein extrem wichtiges Zusatzangebot zum bestehenden Wegenetz sind. Was im Umkehrschluss oft daraus gemacht wird, ist: „Wenn ihr diesen Trail bauen dürft, dann dürft ihr auf der anderen Seite das und das nicht mehr fahren.“ Was absolut Sinn macht, ist, wenn zum Beispiel ein Trail unabgestimmt in einem Naturschutzgebiet entstanden ist, wie im Rhein-Erft-Kreis. Das ging aus naturschutz- und artenschutzrechtlichen Gründen einfach nicht, dort offiziell etwas zu machen, weil es wirklich nachhaltig etwas kaputt gemacht hat. Aber dann hat man geguckt, wohin man es legen kann. Dann fällt es an dieser Stelle weg, kommt dafür an einer anderen Stelle hin, aber dort darf dann auch ein entsprechend attraktives Angebot gebaut werden, wo eine echte Lenkungswirkung da ist – nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Buddeln, wo die Leute mitgestalten und die Schaufel selbst in die Hand nehmen können. Das macht doch den Spirit des Mountainbikens aus: Ich will meine eigenen Trails irgendwie mitgestalten, die ich dann auch fahren kann. Aber das darf nicht vermischt werden: Es gibt das bestehende Wegenetz und es gibt das Zusatzangebot. Sonja Schreiter: Und das Zweite ist: Wir als DIMB haben seit vielen Jahren einen Trailbau-Leitfaden, mit dem wir jedem Verein und jeder Privatperson helfen, wenn es darum geht, offizielle Angebote einzurichten. Wir bilden aus, wir haben einen Trailbau-Lehrgang, den wir zweimal im Jahr durchführen, bei dem man auch etwas zur Theorie lernt – zum Naturschutzrecht, Forstrecht, Baurecht, was man kontrollieren muss –, aber wo man auch Trailbau-Techniken lernt. Wir kommen auch zu euch vor Ort, schauen uns die Situation an und helfen euch, eine Linie ins Gelände zu legen, die das Maximale heraushält, oder den bestehenden Trail, der legalisiert werden soll, ordentlich nachzubessern oder zu modifizieren. Wir bieten da so wahnsinnig viel. Von daher finde ich es super, dass du das ansprichst: Es ist unser Ziel, dass mehr Zusatzangebote da draußen entstehen. Wir sagen immer: „More Trails close to home“ – am besten direkt vor der Haustür, damit ich nicht ins Auto steigen muss. Das wird einfach benötigt. Aber das bestehende Wegenetz und das freie Betretungsrecht müssen gesichert sein und bilden die Basis. Alles andere ist on top, und da helfen wir euch gerne. Johannes Herden: Das klingt doch super. Wir haben jetzt knapp eine Stunde gequatscht. Chris, du wolltest noch was? Chris Spath: Ich hätte auch noch eine Frage: Wir haben über unsere privaten Rollen hier gesprochen, das Thema Industrie kurz angerissen, aber das Thema Medien ehrlich gesagt noch nicht. Das interessiert mich: Was müssen wir als Medien vielleicht anders oder zusätzlich machen, um euch zu unterstützen, aber vielleicht auch, um diese Wissenslücken bei Entscheidungsträgern zu schließen? Ist das durch uns machbar, haben wir das richtige Publikum oder ist es vielleicht eine Vernetzungsaufgabe mit den breiten Medien, die wir angehen müssen? Da würde mich deine Perspektive interessieren. Sonja Schreiter: Ich finde den Netzwerkgedanken sehr spannend, weil ihr mit Sicherheit gute Kontakte zu anderen Medien, zur Politik oder zu Entscheidungsträgern aus der Industrie habt. Da gilt es, Kontakte zu knüpfen, herzustellen, weiterzugeben und für bestimmte Themen zu sensibilisieren. Das finde ich ganz wichtig. Das Zweite ist – und ich weiß, das ist unglaublich schwierig –: Man sieht im medialen Bereich, gerade bei Print und Video, immer noch sehr viel nicht naturverträgliches Fahren. Da ist es wichtig, dass klar erkennbar ist: Sind das bestehende Wege im Wald, die ich mir mit allen anderen teile, oder sind es spezielle Mountainbike-Trails, die gepflegt und unterhalten werden, wo es nicht ganz so schlimm ist, wenn ich mal das Hinterrad stehen lasse und der Dreck spritzt? Das ist oft nicht klar, weil es natürlich einfach geil aussieht. Eine gewisse Sensibilität in der Darstellung wäre cool, auch wenn es schwierig ist. Johannes Herden: Absolut, ja. Wir stehen öfter vor redaktionellen Entscheidungen; wir bringen manches Video beispielsweise nicht, wenn man sehr sieht, wie das Moos spritzt, frischer Lehm da ist und einer einfach durch den Wald heizt und viel kaputt fräst. Da überlegen wir, ob wir dieses Video bringen oder es lassen, auch wenn es super anzuschauen ist, weil jemand toll Fahrrad fahren kann. Wir haben das im Hinterkopf, und das spiegeln die Kommentare aus der Vergangenheit oft wider, wenn wir sowas gebracht haben. Sonja Schreiter: Oder man nutzt dieses kleine, berühmte Sternchen: „Dieses Bild ist auf dem offiziellen Mountainbike-Trail XY entstanden“. Man muss sich bewusst sein, dass man Spuren hinterlässt, auch auf einem offiziellen Trail, den jemand pflegen und instand halten muss. Wenn man so fährt – was absolut legitim ist –, muss man sich bewusst sein, dass danach jemand kommt, der das wieder sauber macht. Wenn man nicht selbst im Trailbau aktiv ist, sollte man wenigstens eine Spende für die Vereine dalassen, die sich engagieren. Das fände ich richtig klasse. Johannes Herden: Da bin ich ganz deiner Meinung. Wir haben unseren Trail auch gebaut und schon den einen oder anderen Externen ermahnt, der dort runterschrotet und das Hinterrad in den Anliegern stehen lässt. Da sagen wir: „Ey, wir müssen diese Kurve danach wieder reparieren, das ist echt anstrengend.“ Natürlich macht das Bock, man kennt das aus Videos, wie die das wunderbar in jedem Anlieger stehen lassen, aber es tut weh, wenn man sieht, wie die Kurven danach aussehen. Deswegen bin ich ganz deiner Meinung. Johannes Herden: Ich wollte noch kurz an das anschließen, was Chris gesagt hatte bezüglich dessen, was wir übernehmen können: Wir wissen, dass viele Leute aus der Industrie, aus Tourismusregionen und von Firmen hier in NRW zuhören. Gibt es Handlungsempfehlungen, was Leute aus der Fahrradindustrie machen können? Können sie Informationsarbeit betreiben? Und weiterführend: Habt ihr schon mal mit Plattformen wie Komoot oder Strava besprochen, was konkret die Industrie tun kann? Sonja Schreiter: Von der Industrie wäre es sehr wünschenswert – da sie meistens gute Kontakte zu wirtschafts- und tourismuspolitischen Sprechern haben –, das Thema dort zu adressieren und diese Kontakte zu sensibilisieren. Dann gibt es das Thema der finanziellen Förderung von Lobbyarbeit, sei es, indem man bestimmte Vereine vor Ort mit einem Sponsoring unterstützt. Ich weiß, aktuell sieht es in der Bike-Branche nicht ganz so rosig aus, aber vielleicht lässt sich das eine oder andere Projekt mit Material unterstützen; da gibt es viele Möglichkeiten. Aber das Wichtigste in Bezug auf diesen Entwurf ist aktuell tatsächlich, an die Entscheidungsträger heranzugehen und gerne auch die eigene Belegschaft darüber abzuholen, was sie selbst tun können. Chris Spath: Das Thema Anfänger abholen: Ist das etwas, wo wir als Medien oder auch die Hersteller und die Industrie stärker in die Pflicht genommen werden sollten? Von wem, sei mal dahingestellt – vielleicht von euch? Sonja Schreiter: Grundsätzlich kann man mit dem Verbreiten von Trail Rules schon sehr viel erreichen. Auch mit der Sensibilisierung dafür, dass das da draußen kein rechtsfreier Raum ist, sondern dass es eine gesetzliche Grundlage im Landeswaldgesetz, im Landes- oder Bundesnaturschutzgesetz und entsprechende Regelungen in Naturschutzgebietsverordnungen gibt. Man kann sich auch auf Plattformen wie Komoot darüber informieren. Bitte nicht einfach wegklicken; Komoot macht das mittlerweile schon sehr vorbildlich und stellt diese Informationen zur Verfügung, das funktioniert sehr gut. Sonja Schreiter: Es ist natürlich schwierig, weil der Händler letztendlich ein Rad verkaufen möchte. Wenn der Kunde sich durch solche Infos genervt fühlt und die Gefahr besteht, dass das Rad nicht verkauft wird, ist es schwierig. Aber wir sind im „Bike Nature Movement“ an dem Thema dran, wie wir Personen erreichen, die eben nicht über viele Jahre mit dem Mountainbiken sozialisiert wurden, sondern jetzt erst einsteigen und sich ein neues Rad kaufen. Da ist das Thema Informationsmedien ganz weit vorne, die Leute lesen und recherchieren ja sehr viel. Klar kann die Industrie Unterstützung leisten, sei es mit einem QR-Code auf dem Rad, der auf eine entsprechende Seite mit Hilfestellungen führt, oder mit einer persönlichen Beratung, wenn die Zeit dafür da ist. Es muss halt auch praktikabel sein. Chris Spath: Klar, definitiv. Es ist schwierig, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, aber der Konsens sollte sein, dass es passieren sollte. Von Trailsperrungen haben die Firmen der Industrie langfristig natürlich auch nichts, wir hängen da alle mit drin. Für uns alle drei sichert das im Prinzip unser Einkommen – sprich, wenn das nicht mehr geht, ist das nicht gut und wir müssen uns etwas anderes suchen. Sonja Schreiter: Gerade was das Mountainbiken betrifft, finde ich den Spruch „No Trails, No Sales“ eigentlich relativ knackig und passend. Chris Spath: Trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Die Stunde haben wir, glaube ich, vollgemacht. Ich bedanke mich sehr bei dir, Sonja, für diesen vielen Input. Ich denke, für die Leute, die das hören, wurde ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht, was überhaupt die Problematik ist, was diese Krise bedeuten kann, wie man dagegen vorgehen kann, was ihr macht und was wir machen. Johannes Herden: Mir bleibt nur noch mal Danke zu sagen, dass du da warst. Wenn ihr, liebe Zuhörer, noch Anschlussfragen habt, haut die gerne unter den Artikel zum Podcast auf MTB-News und auf eMTB-News, da wird das auch erscheinen. Fragt einfach, wenn euch irgendwas nicht klar ist. Chris Spath: Wir haben das ja auch auf Video aufgezeichnet, das ist bei YouTube zu sehen. Auch ihr auf YouTube dürft natürlich gerne einen Kommentar hinterlassen. Johannes Herden: Genau, da betreuen wir das natürlich auch und leiten eure Fragen gerne weiter. Sonja Schreiter: Ich freue mich auf die Fragen, feuerfrei! Falls irgendetwas noch nicht beantwortet ist, bleibt auf jeden Fall dran. Ich denke, da wird sich in den nächsten Tagen noch einiges Neues tun. Ich kann nur sagen: Meine beiden Kollegen und ich, die DIMB im Allgemeinen, wir geben Vollgas für euch, damit wir diesen Entwurf, so wie er jetzt da ist, verhindern und wenn möglich bei der alten Regelung bleiben. Die hat sich unseres Erachtens bewährt und damit kann man ganz gut arbeiten. Johannes Herden: Wir hoffen sehr darauf und halten euch natürlich auf dem Laufenden. Wir bleiben am Thema dran. In diesem Sinne machen wir für heute den Sack zu und schauen, was die nächsten Tage bringen. Sonja Schreiter: Wunderbar, dann bedanke ich mich ganz herzlich bei euch. Hat Spaß gemacht. Speaker 5: Danke, dass du da warst, und bis bald. Ciao, ciao! Tschö! Ciao! Mehr zum Thema Landesforstgesetz NRW 2026 findest du hier: Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: NRW-Trailverbot droht! Mit Sonja Schreiter/DIMB

  • May 14 · 1 hr 3 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: 32"-Trailbike getestet – wie fährt es wirklich?

    Viele reden drüber – aber nur wenige sind bisher gefahren: Mountainbikes mit 32 Zoll-Laufrädern. Und was noch viel seltener ist: Trail-Bikes mit 32″. Aber genau so eins ist Arne, Testleiter bei MTB-News, bereits umfangreich gefahren. Hannes und Arne sprechen daher in dieser Folge nicht nur über den 32″-Hype an sich, die Probleme, die große Laufräder mit sich bringen, und den Druck, den sich manche Hersteller damit auferlegen (müssen) – sondern auch darüber, wie sehr man eine vorgefestigte Meinung korrigieren kann, wenn man ein Bike mal richtig gefahren ist … Macht euch bereit über eine Stunde geballte 32″-Erfahrung mit umfangreichen Testeindrücken auf Trail-Bikes mit den Riesenrädern – viel Spaß bei der Folge mit Arne und Hannes. # Im direkten Vergleich mit einem 29er-Laufrad sehen die neuen 32er riesig aus – Arne erzählt von seinen Testeindrücken. Der große Test kommt in Kürze! Transcript der Episode Johannes Herden: So, wir sind online und wir sind heute zu zweit. Wir haben einen anderen beziehungsweise neuen Gast hier: Arne, du warst, glaube ich, im neuen Format noch gar nicht am Start. Ihr habt es im Intro schon gehört: Arne ist dabei. Arne ist bei MTB-News für Tests jeglicher Art zuständig, fährt sehr gut Fahrrad, fährt viel schneller Fahrrad als ich, kann sehr viele gute Sachen testen — und das tut er auch regelmäßig. Darüber reden wir heute unter anderem. Hallo Arne, wie geht es dir? Arne Koop: Ach, so weit, so gut. Ich war jetzt am Wochenende leider nicht Radfahren, weil ich in gesellschaftliche Pflichten eingebunden war, und das hat mir ein bisschen wehgetan, weil das Wetter doch sehr schön war. Als ich dann am Montag zurück war und wieder Radfahren konnte, hat es den ganzen Tag geregnet. Und mein Fahrrad knarzt ein bisschen — da muss ich heute noch ran. Das ist natürlich auch immer ein Bummer, aber abgesehen davon geht es mir gut. Johannes: Sehr gut, das freut mich. Bevor wir verraten, um was es heute geht — wahrscheinlich habt ihr es eh schon im Intro gelesen — kommt jetzt kurz das Intro. Bock auf Biken, der MTB-News-Podcast. So, Arne hat nämlich eine Besonderheit, die er vielen Leuten in Deutschland aktuell voraus hat: Er ist schon ein 32-Zoll-Rad gefahren, und das nicht zu knapp. Du bist schon eine Weile damit unterwegs, oder? Arne: Ja, das ist immer im Auge des Betrachters. Ehrlicherweise konnte ich es nicht super ausführlich fahren — ich würde sagen, ich hatte so zwei Wochen, in denen ich es realistisch testen konnte. Wir waren ja auf dem Sea Otter, was ihr glaube ich im Podcast schon besprochen habt. Und 32-Zoll-Bikes, die man sinnvoll fahren kann — und gerade die, die eher im Trail-Segment liegen — davon gibt es einfach nicht super viele. Eine Handvoll insgesamt. Klar, dass man so ein Bike dann nicht zwei Monate hat. Es musste auch noch zum Bike-Festival Freiburg, wo es ausgestellt wurde. Und ich war zwischendrin ein bisschen krank. Ich konnte aber schon ordentlich damit fahren und habe einen guten Eindruck von der Laufradgröße bekommen. Ein bisschen mehr Zeit wäre nicht schlimm gewesen, aber wie bei Testsachen meistens — du kennst das. Woher kommt der 32-Zoll-Trend? Johannes: Klingt vielversprechend. Bevor wir zu deinem Testeindruck kommen, rollen wir das Thema vielleicht nochmal ganz kurz auf. Wir haben vor zwei, drei Podcasts mit Thomas schon mal drüber gesprochen, dass aktuell viel um 32 Zoll geht — aber für alle, die noch nicht so bewandert sind, dröseln wir es nochmal kurz auf. Wer keinen Bock mehr hat, kann ein bisschen vorspulen. Vielleicht zum Anfang: Wie ging das eigentlich los mit 32 Zoll? In meiner Erinnerung war das auf der Eurobike, vor ein, zwei Jahren, wo Maxxis einen Reifen auf einem 32-Zoll-Prototypen vorgestellt hat. Auf einmal dachten alle: Wow, Maxxis stellt einen Reifen in 32 Zoll vor — das heißt, die meinen es ernst. Und wenn ein großer Hersteller wie Maxxis das ernst meint, wird das sicher auch von anderen aufgegriffen. Wo hast du es zuerst mitgekriegt? Arne: Ich glaube, irgendwann hat tatsächlich in einer Freundes-WhatsApp-Gruppe, in der auch ein paar Leute aus der Industrie drin sind, jemand reingeschrieben: „32 Zoll!“ oder so was. Die Gerüchte gingen ja schon ein bisschen früher rum, lange vor der Eurobike — dass da was im Busch ist, dass da was kommen könnte. Das hat sich immer mehr verdichtet. Am Anfang dachte ich: Ja, okay. Es gab ja die ganze Zeit schon diese Dirty-Sixer-Sachen und so weiter. Da kam es mir nicht so richtig realistisch vor, weil 32 Zoll doch recht groß ist. Aber wie du sagst, es ist immer mehr geworden. Maxxis hat dann tatsächlich einen fertigen Reifen, den Aspen, auf der Eurobike ausgestellt — und das war so der Startschuss. In meiner persönlichen 32-Zoll-Reise wurde es dann auf den Craft Bike Days sehr viel konkreter, wo wirklich ein ganzer Haufen 32-Zoll-Bikes ausgestellt wurde: Bike Ahead, Actofive, Dead Rabbit, Alutech mit dem Mullet. Da hat man gemerkt: Okay, die Kleineren, die schnell reagieren können, haben jetzt schon was. Und man hat auch gemerkt, dass DT Swiss das Thema pusht, weil sie natürlich die 32-Zoll-Laufräder dabei hatten. Da wurde es konkreter — es ist nicht mehr irgendein Spinner in seiner Garage, der eine Kleinserie probiert, sondern es wird marktbreit. Johannes: Was uns immer ein bisschen vorgeworfen wird, wenn wir über 32 Zoll berichten, ist, dass die Industrie uns da einspannt und wir das selbst hypen — und dass das Ganze halt nur ein neuer Vorstoß der Industrie sei, um wieder was Neues zu verkaufen. Klar, jeder will irgendwie was verkaufen. Aber wie ist dein Eindruck? Du bist es jetzt länger gefahren. Ohne dass wir dein Fazit vorwegnehmen: Siehst du das auch so, dass die Industrie das massiv pusht — oder ist das eher eine organische Geschichte, wo Leute jetzt draufspringen und alle mal gucken, ob das was Cooles ist? Arne: Manche Vorwürfe sind ja wirklich an den Haaren herbeigezogen — etwa, dass wir so krass mit der Industrie unter einer Decke stecken, uns abends ein Pils reinziehen und uns einen ablachen, und dann sagt einer: „Hey, schreib doch mal, dass das ultra geil ist.“ Das ist absoluter Quatsch. Wir sind zwar deutlich näher dran als jemand, der Mountainbiken nur als Hobby hat — aber auch nicht so nah dran. Deswegen frage ich mich selber, wo das Thema ein bisschen herkommt. Was mir zugetragen wurde: Es kommt tatsächlich von ein paar XC-Racern, also von den Athleten, die gesagt haben, sie würden das gerne ausprobieren. Nino Schurter zum Beispiel soll ein großer 32-Zoll-Fan sein — aber alles Hörensagen. Meine erste Reaktion war: Wie dumm ist das? Wir haben die Laufradsache ja schon einmal durch — von 26 auf 29 mit der Zwischengröße. Wenn man sagt, ich will jetzt den geilsten, neuesten Scheiß verkaufen — warum packe ich einfach nochmal drei drauf? Nach dem Motto: Hat ja damals auch geklappt. Wenn ich es geschickt anstellen würde, würde ich sagen: „Digga, ich hab das hier 50, 60 Mal ausgerechnet und die optimale Laufradgröße ist 28,752.“ Weißt du, es wirkt ein bisschen random. Und die Zwischengröße wird kommen. Johannes: Ja, klar — irgendwann 30,5. Arne: Genau. Und das ist schon wieder so ein bisschen — ich kann jeden verstehen, der sagt, er fühlt sich an der Nase rumgeführt. Warum sollen genau drei Zoll nach oben die richtige Laufradgröße sein? Warum nicht irgendwas dazwischen? Da würde ich mir mehr Erklärung wünschen. Andererseits muss man auch sagen: Aus Industriesicht, in der Position, in der die Industrie gerade ist — ich weiß nicht, ob das so klug ist. Du musst alles nochmal auf Lager legen: Speichen, Felgen, Reifen. Für einen Fahrradhändler ist das total zum Kotzen. Plus: Was wird aktuell viel verkauft? Gravelbikes — da könnte 32 Zoll sogar Sinn ergeben, das wird auch schon getestet. Aber bei normalen Mountainbikes — die kauft leider Gottes kaum noch jemand. Viel verkauft wird das E-Bike, und am E-Bike macht 32 Zoll zumindest jetzt nicht so viel Sinn. Man muss vorsichtig sein mit dem, was man sagt — zu 26-Zoll-Zeiten, als ich diese Transition als Hobbyfahrer mitgemacht habe, da konnte man sich auch schnell verrennen und sagen: „29 Zoll ist riesig, das kann man niemals fahren.“ Johannes: War man so, ja. Arne: Eben. Johannes: Diese ersten Gary-Fisher-Bikes und so — die waren ja mehr oder weniger unfahrbar. Sorry, ich wollte dich nicht unterbrechen, aber ich glaube, wir stehen jetzt wieder genau an diesem Punkt, wo alle sagen: „Was ist das für ein Quatsch? Wie soll das funktionieren? Die Bikes sehen komisch aus.“ Sahen die ersten 29er damals auch. Und wohin geht’s? Was ich noch ergänzen würde: Du brauchst ja noch viel mehr als nur neue Laufräder und Reifen. Sämtliche Rahmen, Rahmendesigns, Geometrien müssen komplett neu angefasst werden. Wir haben auf dem Sea Otter festgestellt: Alle bauen so ein bisschen drumherum, aber meiner Meinung nach muss ein Rahmen eigentlich komplett neu designt werden — kleiner, kompakter, damit diese Räder organisch da reinpassen. Du brauchst neue Gabeln, alle großen Gabelhersteller müssen im besten Fall mitziehen. Da gibt es sehr viele Themen, die industrieseitig angefasst werden müssen. Arne: Ja, genau — und zwar jetzt. Klar, wenn jeder sich ein neues 32-Zoll-Bike kaufen müsste, würden sich vielleicht ein paar Leute ein neues Bike kaufen. Aber aus Industriesicht: Ob man damit wirklich Money macht, weiß ich nicht. Da stecke ich auch nicht tief genug drin. Wir hatten ja schon Trends wie diese Plus-Size-Reifen, die glücklicherweise wieder verschwunden sind. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass einfach ein paar Leute Bock hatten, es auszuprobieren. Johannes: Das ist ein guter Punkt. Dieses „immer die Industrie“ — viele verkennen, dass die Leute in der Industrie fast alle Rad fahren. Entwickler, Ingenieure, PR-Teams, Marketing — die fahren alle Rad, und viele verdammt gut. Die wissen genau, was sie wollen, haben eigene Ziele und Ideen und denken: „Ich bin doch an der Quelle, ich probiere jetzt einfach mal rum.“ Wenn dann noch Athleten sagen: „Hey, wir würden das gerne ausprobieren“, dann sind die ersten, die einen Prototypen bauen und gucken, wie es funktioniert. Auf Hausbesuchen merkt man das immer: Die sind genauso Nerds wie wir. Ich könnte mir vorstellen, dass ein großer Antrieb ist: Wie kriegen wir es noch geiler hin? Ein praktisches Beispiel: Ich fahre ein schnelles Cross-Country-Rad und mich nervt es mit 29 — ich habe keine Lust auf mehr Federweg, will aber die Dinger noch besser überrollen lassen, noch mehr Laufruhe haben. Warum nicht einfach mit noch größeren Laufrädern probieren? Cross-Country-Bikes haben sich in den letzten Jahren so krass geändert, was die Geometrie angeht — die Lenkwinkel sind richtig flach geworden. Mein ION 15 von Nicolai, mein 29-Zoll-Enduro von 2015, hatte glaube ich 66,5 Grad Lenkwinkel. Und jetzt haben Cross-Country-Bikes 66 Grad Lenkwinkel. Der Reach ist wahrscheinlich auch vergleichbar oder sogar länger als damals beim Enduro. Du hast kurze Vorbauten, keiner fährt mehr mit 120-mm-Vorbauten rum. Die Entwicklung geht überall dahin, dass du gleichzeitig schnell und abfahrtslastig unterwegs sein sollst, weil die Strecken immer krasser werden. Da liegt es vielleicht nahe zu fragen: Wie kriegen wir die Laufruhe und die Geschwindigkeit noch besser? Spannendes Thema. Wir könnten selber nochmal in die Industrie reinfragen, wo das genau herkam — vielleicht will eine anonyme Quelle das sagen. Arne: Ja, wäre interessant herauszufinden, wer das verbrochen hat. Johannes: Absolut. Wie gesagt: Mein erster Eindruck war tatsächlich auch erst Eurobike mit dem Aspen, und dann hat sich das immer weiter hochgezogen. Wir haben jetzt geklärt: Woher kommt 32 Zoll? Viel Mutmaßung, viel Hörensagen. Auf den Craft Bike Days gab es, glaube ich, vier Räder, die mindestens ein 32-Zoll-Rad hatten. Da war auch schon das Bike dabei, das du jetzt fährst, beziehungsweise die Firma, die das gemacht hat. Ich bin’s nur ganz kurz Probe gerollt — wirklich nur in der Halle, die Bremsen waren glaube ich nicht entlüftet, deswegen kann ich dazu keinen Fahreindruck abgeben. Aber sag nochmal: Welches Bike bist du in den letzten Wochen gefahren? Das Testbike: Actofive von Simon Metzner Arne: Genau. Ich bin nicht unbedingt der XC-Racer, ich fahre gerne Enduro, gerne Trail, gerne Abfahrt. Wenn man überlegt, welche 32-Zoll-Bikes es gibt, die in eine Trailrichtung gehen, ist man super schnell beim Actofive von Simon, das auch auf den Craft Bike Days ausgestellt wurde — ein brutal schönes Projekt. Simon hat das in Kooperation mit DT Swiss gefertigt, weil DT Swiss gesagt hat: „Wir brauchen Testbikes, um unsere neuen 32-Zoll-Laufräder zu testen.“ Da ist DT auf Simon zugegangen, weil — viele unserer User werden es kennen — die Actofive-Bikes gefräst sind: zwei Rahmenhälften aus, ich glaube, 7075er Aluminium werden gefräst und zusammengeklebt. Brutal schön. Durch diese Fertigungstechnologie bist du auch flexibel: Du musst keine Mold machen und bist dann darauf festgelegt, sondern Simon kann relativ schnell reagieren und Prototypen fertigen. Deswegen ist DT zu ihm gekommen und hat gesagt: „Du machst geile Bikes, du machst schöne Bikes, du machst gut einstellbare Bikes“ — das ist auch ein Faktor, der sehr wichtig ist. Auf den Craft Bike Days hatte er einen fahrfertigen Prototyp, den er selber noch nicht gefahren ist. Mittlerweile gibt es einen ganzen Schwung, sieben, acht Bikes oder so — und man kann sie sogar kaufen. Als Privatmensch, wenn ich zu viel Geld habe — das Ding kostet eine richtige Stange, was weiß ich, 6.000 Euro der Rahmen oder so. Ich habe relativ schnell gesagt: Okay, 32 Zoll, das müssen wir testen. Tobi hat es schon mal an einem XC-Bike getestet, an einem Stoll. XC ist nicht mein Steckenpferd — interessiert mich, aber nicht so sehr. Deshalb ging es mir im Test nicht darum, ob das Bike zwei Sekunden schneller auf dem Loop ist, sondern ich wollte das Ding auf dem Trail testen und mit richtigen Reifen. Ich habe Simon gefragt: „Wie sieht es aus, kannst du uns ein Testbike zur Verfügung stellen? So trailnah wie möglich, gerne mit Maxxis-Dissector-Reifen.“ Die gab es damals schon, waren aber noch nicht released. Mittlerweile sind sie released. Maxxis hat inzwischen vier Reifen, Schwalbe auch einen ganzen Schwung — da gibt es schon eine Menge Material. Simon hat gesagt: „Ich baue gerade eins auf, ich kann es euch für zwei, drei Wochen zur Verfügung stellen.“ Dann habe ich gesagt: Klar, schick’s her. Ich war super happy, dass das geht. Irgendwann stand dann ein großes Paket bei mir vor der Tür. Das ist auch ein Punkt: Normale Bikes gibt es im Karton, fast komplett aufgebaut. Das Actofive hat aufgebaut natürlich nicht in einen Karton gepasst. Kartons müssen auch neue Standards bekommen, Heckträger, alles. Arne: Warum ist das Actofive ein super Testbike für den Zweck? Erstens: Du kannst es extrem variabel einstellen — 120 bis 140 mm Federweg, vorne und hinten. Natürlich 32-Zoll-Laufräder. Lenkwinkel verstellbar, Tretlager höher verstellbar. Du kannst die Geometrie ändern. Du kannst auf Mullet umbauen — und zwar so, dass sich die Geometrie fast nicht verändert. Die Kettenstreben werden ein bisschen kürzer, aber sonst passt es. Für so einen Test natürlich super cool. Johannes: Hast du das auch auf 29 Zoll hinten gebaut, also Mullet? Arne: Ja, ja. Aber standardmäßig habe ich es mit vielleicht 130 mm vorne und 120 mm hinten empfangen. Johannes: Das ist, glaube ich, auch das Standard-Setup. Arne: Ich hätte auch nichts gegen 140 mm gehabt, aber Verfügbarkeit und so weiter — man nimmt, was man kriegt, und ist damit zufrieden. Es hat auch super gepasst. Der Spec war echt cool, durch die Bank weg cooles Zeug: Intend-Fahrwerk mit der Intend Samurai XC-Federgabel, einer Upside-Down-Gabel, DT-Swiss-Laufräder, Maxxis-Dissector-Reifen, dann der Vorbau mit negativem Rise. Das haben viele von den 32-Zoll-Bikes, um die Lenkerhöhe wieder ein bisschen runterzubekommen, weil sie durch das große Vorderrad ein bisschen nach oben gewandert ist. Das war das Auslieferungssetup, mit dem ich erstmal losgefahren bin. Johannes: Klingt nach einem super spannenden Rad. Vielleicht nochmal ein kleiner Schritt zurück: Du hast gut erklärt, wie die Actofive-Rahmen gefräst werden — ich war die ganze Zeit auf Bike Ahead, das ist natürlich völliger Blödsinn, die werden aus einem ganz anderen Material hergestellt. Kannst du nochmal kurz sagen, wie die Actofive-Rahmen entstehen? Du hast gesagt, sie werden geklebt, gefräst — das ist eine Portalfräse, auf der das stattfindet, richtig? Arne: Ich bin da auch nicht der absolute Experte. Simon hat ein paar CNC-Fräsen bei sich in der Firma stehen und macht auch viel Auftragsarbeiten für andere Firmen. Er nimmt im Endeffekt einen Block Aluminium und fräst daraus eine Rahmenhälfte. Dann werden die zwei Rahmenhälften mit Kleber zusammengeklebt. Dadurch kann er 7075er Aluminium nehmen — das kann man wohl nicht schweißen oder nicht gut schweißen, hat aber sonst richtig gute Eigenschaften. Das ist das Versprechen dahinter. Dann werden die Dinger zusammengeklebt und sind mehr oder weniger ein normales Fahrrad mit extrem pornöser Optik, mit diesem Frässpuren-Look. So kennt man das auch von Pole damals. Pole gibt es ja mittlerweile nicht mehr — beziehungsweise wieder, aber sie waren mal weg. Ich weiß noch: Unser Kollege Mitch hatte damals ein Pole, noch bevor er bei MTB-News war. Irgendwann hat sich die Verklebung gelöst — natürlich war es noch zusammen wegen der Schrauben, war nicht irgendwo lose, aber das hatte ein sehr interessantes Fahrverhalten, weil es sich sehr weich gefahren hat. Von Actofive habe ich nie was Vergleichbares gehört. Actofive hat auch keine Schrauben im Rahmen. Bei Pole sind mit den Iterationen damals immer mehr Schrauben reingekommen. Komponenten: Federgabeln für 32 Zoll Johannes: Wir wollen nicht zu viel über den Rahmen sprechen, aber kurz noch zu den Produkten. Du hast gesagt, eine Intend-Gabel ist drin. Das Gabel-Thema ist ja auch eins, das jetzt gelöst werden muss. Kannst du einen kurzen Ausblick geben, von wem wir aktuell wissen, dass da was kommt? Wir haben was von Fox auf dem Sea Otter gesehen. Gibt es da sonst noch jemanden außer Upside-Down, von dem du weißt, dass er was in Petto hat? Arne: Ich glaube, ehrlich gesagt hat ziemlich jeder was in Petto. Die Gabeln, die am Anfang gefahren wurden, sind natürlich die Intend, eine Upside-Down-Federgabel. Ich habe gesehen, dass Nicolò Molelli eine getravelte Fox Podium gefahren ist — die Upside-Down-Gabeln haben das Problem mit der Brücke nicht. Vojo Mag aus Frankreich hat sich in Kooperation mit einem Laufradbauer im Haus ein eigenes 32-Zoll-Bike gebaut — ein richtig geiles Projekt. Wer Französisch kann, dem kann ich empfehlen, da mal reinzuschauen. Die haben eine Lefty verbaut, auch eine getravelte Lefty, weil das Ding da reinpasst. Von Manitou habe ich Prototypen-Gabeln gesehen — Casting durchgesägt, Hülse drauf, wieder zusammengeklebt, also Prototypen, aber das zeigt: Manitou ist dran. Und von Fox haben wir auf dem Sea Otter die Fox 32 gesehen. Johannes: Da haben wir auch über das Thema gesprochen: 34, 32 — wie macht man das demnächst mit den Namen? Arne: Genau. Die sah von außen sehr ready aus, bis auf die Decals — wie meistens bei sogenannten Prototypen-Gabeln auf Messen. Sie hatte sogar einen kleinen QR-Code hinten an der Krone, den habe ich mal gescannt — Model Year 2028. Also kommt sie wahrscheinlich nächstes Jahr offiziell raus. Eine RockShox-Gabel habe ich noch nicht gesehen, aber es würde mich sehr wundern, wenn die nichts in der Mache hätten. Ich glaube, alle Großen sind dran. Erster Fahreindruck: Vom Parkplatz auf den Trail Johannes: Ja, das denke ich auch. Jetzt zum Thema Fahreindruck. Du hast die Setup-Sachen schon angedeutet — 130/120. Wie war dein allererster Eindruck vom Rad, außer dass es groß ist? Arne: Vom Rad an sich: Man schwingt sich drauf, es ist mehr oder weniger ein normales Fahrrad. Man hat erst mal das Gefühl, ein bisschen höher zu sitzen. Die Laufräder beziehungsweise Reifen sind deutlich näher, einfach weil sie so viel größer sind — das ist gut merkbar. Ansonsten: Ich baue das Rad zusammen, setze mich drauf, mache Setup und hüpfe ein bisschen auf dem Parkplatz oder auf der Straße rum, um zu schauen, wie es sich verhält. Es fährt sich ein bisschen anders als ein 29er. Was mir aufgefallen ist: Das Lenkverhalten ist ein klein bisschen anders. Es will erst mal gar nicht einlenken — nicht zack, sondern du hast eine gewisse Trägheit in der Lenkung. Und wenn die überwunden ist, kippt es so ein bisschen weg. Fühlt sich für mich ein bisschen an wie der Wavelock bei Downhill-Bikes. Erst mal ungewohnt — für mich jetzt nicht super ungewohnt, aber im direkten Vergleich mit einem 29er spürbar, gerade langsam. Wenn man schneller fährt, merkt man das nicht mehr so. Da muss ich allerdings sagen: Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man hier nicht nur die 32-Zoll-Laufräder testet, sondern ein komplettes System. Das kann auch an der Intend-Gabel liegen, weil die relativ speziell ist: Das Gabel-Offset ist nicht gemacht wie gewöhnlich — die Standrohre haben einen Winkel in der Krone. Bei einer normalen Federgabel haben die Standrohre exakt denselben Winkel wie der Lenkwinkel. Bei der Intend Samurai sind sie ein bisschen angeschrägt; dadurch spart man Gewicht, weil man vorne nicht diesen Block mit der Achse hat, sondern die direkt vorne dran ist. Das wirkt sich natürlich auf die Lenkgeometrie aus. Kann gut sein, dass das von der Gabel mit ausgelöst wird. Johannes: Wie bei der Rudy von RockShox im Gravel-Bereich, oder? Die hat fast kein Offset unten, sondern die Achse sitzt fast genau in der Mitte vom Casting. Arne: Bin ich nicht gefahren, aber ich dachte tatsächlich, die Intend wäre die einzige Federgabel, die das so macht. Anscheinend nicht. Man kann es da nicht so richtig trennen. Es fährt sich einfach so — man gewöhnt sich super schnell daran, aber es ist erst mal spürbar. Ich habe das kurz gemacht, auf der Straße meine Klickschuhe angezogen, umgezogen und bin direkt in den Wald gefahren. Fährt sich wie ein normales Fahrrad. Man sitzt ein bisschen anders, klar, aber grundsätzlich fährt sich das. Kein „Oh Gott, das ist komplett anders“ auf dem Forstweg oder auf der Asphaltstraße. Ich habe auch ehrlich gesagt nicht gemerkt, dass es richtig träge im Antritt ist. Johannes: Okay. Arne: Das Bike wiegt 14 Kilo — nicht besonders schwer, leichter Aufbau, aber auch nicht super leicht. Die Dissector-Reifen rollen wirklich gut. Klar, ein gleiches 29er mit gleichen Komponenten wäre spritziger im Antritt. Aber der Antritt war jetzt nicht so träge, dass ich gesagt hätte: Oh, das muss man deutlich mehr in Bewegung bringen. Hatte ich definitiv nicht. Vielleicht in einem Racing-Hintergrund, wenn du viele schnelle Antritte hast — dann kann es vielleicht stören. Mich hat es überhaupt nicht gestört. Johannes: Hätte ich nicht erwartet. Arne: Auf Schotter und Straße war alles ganz normal. Der erste krasse Augenöffner war ehrlich gesagt ein Uphill-Trail — wurzelig, ein paar Steine drin, steil. Und da merkt man die Vorteile von 32 Zoll gegenüber 29 Zoll richtig deutlich: Das Überrollverhalten, mehr Grip. Wenn ich so einen Uphill fahre, hängst du gar nicht mehr so auf — viel, viel weniger als mit einem 29er und noch viel weniger als damals mit 26 Zoll. Du rollst über die Wurzeln einfach drüber, hast super viel Grip. Das war schon ehrlich gesagt der Punkt, an dem ich gesagt habe: Okay, ich verstehe, dass die XC-Racer heiß drauf sind. Wenn du flowig deine Pace behalten kannst, egal wo du durchfährst, und deutlich mehr Grip hinten hast, dann ist das ein echter Vorteil. Ob der Rollwiderstand jetzt durch die höhere Auflagefläche ein Thema ist — das sind technische Sachen, mit denen ich mich beschäftigt habe, aber nicht mit Labortest. Im wirklichen XC-Race-Einsatz, schätze ich, macht es einen krassen Vorteil, wenn du überall so drüberrollst. Das ist der Punkt, an dem ich sage: Wenn ich mir jetzt nicht direkt ein neues Bike kaufen würde, würde ich mir echt überlegen, ob ich mir noch ein 29er kaufen würde. In der Hinsicht war es krass. Johannes: Das glaube ich. Mein Problem, gerade bei Uphill-Trails: Es gibt da auch oft einen krassen Unterschied zwischen Uphills in Deutschland und welchen in Squamish, in Kanada oder generell Nordamerika — die haben weitaus technischere Uphills. Du fährst Serpentinen hoch, hast enge Spitzkehren, vor allem mehrere Wurzeln hintereinander, die rausschauen. Das kostet wahnsinnig Körner — du musst wissen, ob du jetzt drüber trittst oder drüber lupfst, das verzögert dich und kostet Kraft. Das meinst du wahrscheinlich auch: Mit 32 Zoll kannst du da einfach weiterfahren, oder? Arne: Ja, du wallst da im Endeffekt alles platt. Klingt vielleicht negativ konnotiert, ist aber tatsächlich ein geiles Gefühl, weil du das Moos drüber trittst. Im Gegensatz zum 29er ein krasser Vorteil. Johannes: Okay. Du bist also hochgefahren, oben angekommen — wie ist das Ding in der Ebene, im Trail? Im Trail: Setup-Anpassung und Aha-Moment Arne: Ich habe natürlich nicht langsam angefangen. Bin hochgefahren und habe mir nicht erstmal einen gemächlichen Trail rausgesucht, sondern bin direkt Vollgas gegangen — manche würden sagen, eher Enduro-Trail: ein paar Sprünge, größere Sprünge, Wurzeln, Steine, ein paar Anlieger. Das Erste, was ich gemacht habe, war ein Linksanlieger. Ich bin reingefahren, wollte ganz normal um die Kurve — und dann war es: Alles, alles doof. Es fährt nicht um die Kurve, man kann es nicht gut legen, es ist stelzig, die Laufräder sind zu groß, es ist zu träge, es ist doof. So war mein erster Impuls. Ich hatte kurz vorher zufällig einen Kumpel getroffen, der vor mir reingefahren ist — der meinte hinterher, er hätte mich in der ersten Kurve nur schreien hören. Da war ich einerseits enttäuscht, andererseits ein bisschen zufrieden, weil ich übelst Bock hatte, das zu testen, aber davon ausgegangen bin, dass es für mich nichts ist. Ich weiß gar nicht warum. War nicht wirklich voreingenommen, dachte: Okay, ich teste das. Aber am Ende kommt raus, dass 29 Zoll viel geiler ist und 32 Zoll nichts für meinen Fahrstil ist, für das, was ich gerne mache. Johannes: Aber auch ein bisschen enttäuscht. Arne: Einerseits ja so, andererseits enttäuscht, weil ich mir viel davon versprochen hatte. Plot Twist: Natürlich ist es das nicht gewesen. Ich wusste auch schon — du bist ja auch super viele Bikes gefahren, du weißt relativ schnell, was dich an einem Fahrrad stört. Das ist ja unser Job. Ich wusste relativ schnell, was mich gestört hat. Bin den Trail noch fertig gefahren — habe mich nicht ultra sicher gefühlt, aber bergab merkt man die Laufruhe und dass man kontinuierlich schnell fahren kann, das ist kein Thema. Dann bin ich nach Hause gefahren, habe das Bike in die Werkstatt und erst mal umgebaut. Wie gesagt: Man kann das Tretlager höher anpassen. Der Flipchip war im höchsten Setting — es gibt drei: hoch, mittel, tief. Ich habe es direkt ins tiefste gepackt, weil ein tiefes Tretlager immer gut ist und gerade bei 32-Zoll-Bikes meiner Meinung nach gut ist. Das Bike hatte sich stelzig angefühlt; ich hatte Probleme, es zu legen — das ist meistens so, wenn ich ein zu hohes Tretlager habe. Gleichzeitig habe ich mich nicht so super ins Bike integriert gefühlt. Also habe ich das Auslieferungssetup komplett auf links gedreht: Flipchip nach unten, also die Füße nach unten. Den Vorbau mit dem negativen Rise runtergeschmissen und einen normalen Forward draufgemacht — den Lenker nach oben. Dann hatte ich mehr eine Trailbike- oder Enduro-Geometrie. Klar ist das Bike dadurch kompakter geworden, aber das hat mich nicht gestört. Dann war ich ein bisschen mehr „angekommen“. Das merkst du direkt — wenn du von einem XC-Bike zu einem Trailbike wechselst, ist dieser Unterschied direkt spürbar: das Nervöse, Höhere gegenüber dem „mehr im Bike drinstehen“. Und in den 32-Zoll-Laufrädern steht man natürlich auch gut drin. Johannes: Ja. Arne: Ich bin dann nicht direkt wieder losgefahren, sondern erst am nächsten Tag. Es war eine andere Welt. Johannes: Ganz kurz, bevor du zum Trail-Eindruck kommst: Hat sich auch im Uphill was verändert? Arne: Im Uphill hat sich auch was verändert, weil du durch das tiefe Tretlager nicht mehr so viel Bodenfreiheit hast. Ehrlicherweise nur ganz minimal — wenn ich super viel technisch klettern will, würde ich es nicht ins tiefste Setting packen. Aber für mich hat sich nicht viel verändert. Und durch die höhere Front auch nicht viel, weil die Kettenstreben eh relativ lang sind — die Front ist mir nicht besonders hoch gekommen. Die Sitzposition war eine Spur aufrechter, weil es einfach kompakter geworden ist. Die positiven Sachen, die das XC-Setup im Uphill gemacht hat, hatte meine Trail-Interpretation auch noch. Johannes: Okay. Arne: Natürlich nicht für die XC-Rennstrecke, aber für das, was ich machen wollte, war es perfekt. Am Anfang fühlte es sich stelzig an, ich habe mich nicht richtig integriert gefühlt — danach war es direkt anders. Bin die erste Kurve gefahren, bei der ich vorher nicht glücklich war. Der Linksanlieger danach hat einen kleinen Hüpfer, über den man drüberspringen kann — das hat direkt richtig gut geklappt. Man ist super schnell unterwegs, ich war richtig gut in die Laufräder integriert. Da sind ein paar größere Sprünge, die ich mit dem XC-Setup auch gemacht habe — aber mit zusammengekniffenen Arschbacken. Mit meinem Trail-Setup war die Confidence richtig hoch. Ich konnte den Trail so fahren, wie ich ihn sonst mit einem abfahrtslastigeren Trailbike oder Enduro-Bike fahren würde. Musste mich nicht so zurückhalten. Da habe ich gemerkt: Die Komponenten sind natürlich keine Enduro-Komponenten — die Intend-Federgabel ist eine XC-Upside-Down-Gabel, nicht für Enduro gemacht. Reicht der Dissector? Wenn es trocken ist, klar — vorne geht da noch was. Du kannst es auch mit Aspens fahren, kein großes Problem. Den Dissector kannte ich vorher, wusste also, was zu erwarten ist. Das Ding ließ sich gut ans Limit fahren — und das Limit war deutlich weiter weg, als ich dachte. Bergauf das Überrollverhalten ist krass, aber auch bergab, gerade auf Wurzelpassagen. Es gibt da eine Sektion mit einem Haufen Wurzeln vor einer Kurve, sehr flach. Das ist kein langsames Segment, aber flach — und genau in solchen Sektionen geht das richtig krass. Am Feldberg gibt es ein paar sehr flache Trails, die mittlerweile sehr rough sind, weil sich die Wurzeln rausgefahren haben. Da rollt man extrem krass drüber. Mit den 32-Zoll-Laufrädern ersetzt das ein bisschen Federweg — das war ja ein 130/120-mm-Bike, das hätte man sonst nicht so gefühlt. Johannes: Okay, krass. Arne: Auch bei Sprüngen. Es gab ein paar Absprünge, die richtig kicky waren — meiner Meinung nach auch ein bisschen schlecht gebaut, da war es kacker. Sonst fliegt das Ding stabil. Johannes: Ja, okay, krass. Arne: Da muss man sich nicht so viele Gedanken machen. Es fährt sich insgesamt stabil und man kann es wirklich gut handlen. Es ist nicht der Langholzlaster, den man vielleicht erwartet. Das Bike wiegt auch nicht super viel, hat nicht super viel Federweg — dadurch ist es relativ direkt. Hat echt Bock gemacht. Hätte ich nicht unbedingt erwartet. Man muss allerdings dazusagen: Ich habe sehr viele positive Sachen gesagt. Es ist natürlich immer noch ein bisschen schwerer, das Bike in die Kurve zu legen. Aber nicht so ein krasser Unterschied, dass ich sage, es geht nicht — wie es im XC-Setup war. Die Bike-Geometrie macht einen viel größeren Unterschied als die Laufradgröße in diesem Fall. Es spielt alles miteinander, aber es ist nicht so krass, wie ich erwartet hätte. Ein 29er ist immer noch agiler, besser im Handling. Wie jeder weiß, der vom 26-Zoll-Bike umsteigt — der Unterschied ist nochmal krasser. Man muss da den Mittelweg finden, der passt. Johannes: Ich merke das immer, wenn ich auf dem Pumptrack-Bike mit 26 Zoll unterwegs bin: Du gehst in einen Manual rein und fliegst fast nach hinten, weil das Ding so kurz ist und alles so schnell funktioniert. Auch im Pumptrack — du kannst ganz enge Dinger einfach so fahren. Ich habe kein 26-Zoll-Mountainbike mehr, aber der Unterschied ist gerade zu dem Rad richtig krass: Wie hoch du im Bunny-Hop gehen kannst, wie schnell das alles geht. Wie war dein Fazit, als du nach der zweiten Tour unten rausgekommen bist und dich wirklich eingefahren hattest? Stärken und Grenzen Arne: Mein Fazit war: Ich habe noch ein paar andere Sachen probiert. Das war jetzt der eine Trail — dann habe ich überlegt: Okay, hier geht es schon ganz gut. Bunny Hops gehen auch super gut, ich konnte wirklich mit dem Trail spielen. Was nicht so gut ging: Wheelies. Ich bin auch nicht Mister Wheelie, aber man merkt schon, dass es ein bisschen schwieriger ist. Und ein paar echt steile, enge, technische Trails — wo ich dachte: Okay, da kommt es an seine Grenzen. Vielleicht hat man mit dem Hinterrad Probleme, weil es zu steil ist, außenrum zu kommen — steil, du stehst auf der Bremse, dann ist ein 90-Grad-Knick und du musst alles durchdrücken. Vorher noch ein schöner Sprung. Da muss ich sagen: Ich war super überrascht. Im ganzen Test hatte ich nur zweimal Kontakt mit Hinterrad und Arsch. Johannes: Okay. Arne: Ist bei mir auch ein Sonderfall: Ich bin 1,84 m, habe lange Beine. Sobald du kleiner bist und kürzere Beine hast, kann das 32-Zoll-Laufrad eventuell wirklich ein Problem werden. Dazu kommen wir sicher später nochmal, das ist einer der größten Knackpunkte. Aber bei mir ging es gut. Das Einzige, wo ich gar keinen Bock drauf hatte, war ein kleiner Rut-Trail. Ich weiß nicht, ob jeder weiß, was das ist — guckt euch mal Joe-Barnes-Videos an. So ein bisschen gebaut beziehungsweise reingefahren, kleine Mini-Anlieger, in die man sich schon reindrücken kann, aber natürlich keine fetten Anlieger. Immer mit sehr schnellen Kurvenwechseln. Johannes: Wie ein Pingpong-Ball hin und her. Arne: Genau, du drückst einmal rein und bist schon in der nächsten. Auf dem 29er geht mir der Trail ganz gut, das ist auch genau das Terrain — der ist so gebaut, dass es für ein 29er eng ist. Ich bin damit durchgekommen, aber Bock hat es keinen gemacht. Auf dem Großteil der Trails kam ich gut zurecht. Superschnelle Richtungswechsel sind nicht das Steckenpferd von so einem 32-Zoll-Bike. In Summe: Auf vielen Trails ist es echt eine coole Sache. Dann habe ich überlegt: Was mache ich als Nächstes? Ich probiere mal das Mullet-Setup. Ich hatte leider nur eine kleine Kassette, eine 10–45er oder 11–45er. Die habe ich auf mein 29-Zoll-Laufrad gepackt — hatte Gott sei Dank auch einen Dissector-Reifen rumliegen, gleicher Spec. So konnte ich Back-to-Back wechseln, das ging im Montageständer auf dem Parkplatz auch ganz gut. Beim Actofive musst du den Horst-Link wechseln — Discon. Ich bin eine Fahrt 32 Zoll gefahren, dann auf Mullet geswitcht, sodass ich den direkten Vergleich hatte. Mir hat Mullet wieder einen Tick besser gefallen — wie wenn du von einem Full 29er auf einen Mullet umsteigst, lässt es sich einen Tick leichter ablegen, ist verspielter, direkter. Du hast aber auch die Vorteile vom 32-Zoll-Bike nicht im selben Maße — du merkst, dass das Hinterrad kleiner ist. Das ist natürlich eine Frage. Arne: Das große 32-Zoll-Problem, das es zu lösen gibt, ist meiner Meinung nach ein größeres als „Boah, es ist schwer, damit um die Kurven zu fahren“ — das geht alles, und die Lenkgeometrie wird ja noch angepasst. Es wird nicht für alle Trails und alle Einsatzbereiche gehen, aber für einen ganzen Schwung Einsatzbereiche kann es eine coole Idee sein. Das größere Problem: Was mache ich mit diesem großen Hinterrad, gerade wenn ich mehr Federweg haben will? Das Actofive ist mit 140 mm schon viel. Du brauchst Platz für deinen Arsch. So einfach ist es. Jemand, der einen S-Rahmen fährt — das sehe ich ehrlich gesagt nicht. Wo soll das hin? Dann hängst du vorne auf der Front, weil du nicht nach hinten kannst. Kann sein, dass irgendeine Geometrie XY das löst, aber meiner Meinung nach ist auch nicht die Lösung, was du vorhin gesagt hast, dass der Rahmen kleiner werden muss, damit 32 Zoll reinpasst — dann hängst du als kleine Person zwischen den Laufrädern und kannst dich nicht mehr bewegen. Das ist schon interessant — der große Knackpunkt. Und das geht weiter: Ich hatte zum Beispiel Probleme mit der Sattelstützen-Einstecktiefe. Wenn man sich die ganzen 32-Zoll-Bikes anguckt, machen die alle einen schönen Knick im Sitzrohr. Das Bike wird mit einer 160er-Stütze ausgeliefert. Die hat mir von der Schrittlänge aber nicht gepasst, selbst bei vollem Auszug — und 160 mm ist heutzutage auch blöd. Also habe ich mir eine Funkstütze reingebaut, eine 200er Fox Transfer. Die konnte ich aber nicht so weit reinschieben, wie ich es gerne gehabt hätte. Da konnte ich mit einer 170er oder 160er Stütze fahren, man gewöhnt sich relativ schnell daran, und beim Hochfahren muss ich sie ein bisschen wieder reinfahren. Aber das zeigt, wo meiner Meinung nach die großen Probleme von 32 Zoll mit ansteigendem Federweg liegen. Auch bei wenig Federweg liegen sie, aber vor allem mit ansteigendem Federweg. Das ist für mich ein klarer Indikator: Richtung Gravity — wir fahren Downhillbikes alle mit Mullet-Setup, da wird niemand plötzlich ein 32-Zoll-Hinterrad reinmachen, weil das mit 200 mm Federweg schlichtweg nicht geht. Da ist kein Platz. Genauso beim E-Bike — auch alles Mullet, weil der Motor Platz braucht. Deswegen denke ich, dass 32 Zoll da eine Limitierung hat. Arne: Nach meinem Test würde ich sagen: XC sehe ich voll. Wenn ich mir jetzt ein XC-Bike kaufen würde, würde ich es gerne in 32 Zoll kaufen. Da kamen jetzt zwar nochmal ein ganzer Schwung neuer 29er — Specialized, und von der baskischen Marke kommt eventuell bald was. Da wird es jetzt nicht dieses Jahr neue 32-Zoll-Bikes geben, aber ich könnte mir vorstellen, dass wir Ende nächsten Jahres beziehungsweise nächstes Jahr 32-Zoll-Prototypen im World Cup sehen werden. Johannes: Davon gehe ich auch aus. Arne: Beim XC-Bike macht es für mich absolut Sinn. Und wie ich getestet habe: Man kann damit Spaß haben, es macht am Trailbike mit ein bisschen Federweg auch Sinn. Absolut. Bei kurzhubigen Trailbikes kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir bald Optionen mit 32 Zoll haben — diese Down-Country-Nische und vielleicht auch Mullet-Lösungen mit 32-Zoll-Vorderrad und 29-Zoll-Hinterrad. Das kann ich mir super vorstellen. Was ich mir nicht vorstellen kann und worum sich, glaube ich, keiner Gedanken machen muss: Dass 32 Zoll 29 Zoll komplett ersetzt. Johannes: Ja, das glaube ich auch nicht. Arne: Solche Aussagen können super schlecht altern — dann sind wir in fünf Jahren und jeder fährt 32 Zoll. Aber das kann ich mir aktuell nicht vorstellen. Dafür sind die Knackpunkte zu hoch, gerade was das Platzthema angeht. Industrie, Standards und Newmen Johannes: Im Gravel-Bereich bin ich auch gespannt. Ich bin selbst noch kein 32-Zoll-Gravel-Rad gefahren — da müsste eher Jan was zu sagen, beziehungsweise könnt ihr seinen Test auf Rennrad-News lesen. Ich glaube, das kann gut funktionieren. Im Prinzip die gleichen Vorteile: besseres Überrollverhalten. Du hast eher selten technische Sprints oder schnelle Antritte, du bist eher auf der Langstrecke, das Rad rollt, du brauchst Grip. Grip ist gerade beim Gravelbike absolut wichtig — du musst durch schnelle Schotterkurven, da brauchst du alles, was du an Grip kriegen kannst. Gleichzeitig willst du wenig Rollwiderstand. Klingt absolut sinnvoll. Und vielleicht kommt da noch ein Thema dazu, das wir noch gar nicht besprochen haben — nämlich Newmen. Die haben letztens etwas ausprobiert; es gibt ein großes Dokument, neun Seiten glaube ich, das auch bei uns auf MTB-News zu finden ist. Da geht es um Themen wie Seitensteifigkeit von Laufrädern, ob man Superboost braucht, generelle Stabilität. Ich wiege ein bisschen mehr als du — 100 Kilo. Wenn ich mit 100 Kilo in einen Anlieger reinpresse, wirken nochmal andere Kräfte. Wie beurteilst du das? Hast du Steifigkeit negativ mitgekriegt? Wenn man so steif bleiben will wie vorher, muss man ein schwereres Laufrad bauen. Was passiert da noch? Arne: Ja, ist ein Thema, und Newmen hat super viele richtige Sachen angesprochen. Ich wiege irgendwie 75 Kilo, vielleicht 80 fahrfertig. In dem Setup ist die Steifigkeit auch spürbar gewesen. Das soll keine Kritik an der Intend-Gabel sein, aber wenn ich die zwischen die Beine nehme und am Lenker ziehe, kann ich ein gutes Stück verwinden, ohne wirklich einzulenken. Das merkt man auch im Anlieger. Es ist halt eine XC-Upside-Down-Federgabel, daher keine Kritik — aber ein Punkt. Die Laufräder sind auch nicht so steif wie 29-Zoll-Laufräder. Du musst schwerer bauen, wenn du mit denselben Standards arbeiten willst. Da wird jeder Ausschlag bekommen. Wenn man 32 Zoll richtig machen will, macht es absolut Sinn, auch neue Standards einzuführen. Johannes: Ja. Arne: Man muss grundsätzlich eh alles neu bauen für die Dinger. Johannes: Klar, dann kannst du auch eine 32-Zoll-Gabel. Arne: Ob man die alten Naben behält, ist dann auch egal. Auch das ist ein Albtraum — noch mehr Standards, man findet sich noch weniger zurecht. Ich bin froh, dass wir den letzten Switch auf Boost vollständig überstanden haben — du hast halt noch Pivot mit Superboost. Ganz ehrlich, dass sich jeder wieder das Richtige raussuchen muss, ist nervig, aber aus Ingenieurssicht macht es keinen Sinn, mit den alten Standards rumzubasteln. Johannes: Du hast ein weißes Blatt Papier — du kannst komplett neu starten. Arne: Rein theoretisch hast du ein weißes Blatt Papier, ja. Aber da wagt sich auch niemand so richtig ran. Niemand will der absolute Boomer sein, und du willst auch nicht bei etwas, das du erst mal nur ausprobieren willst, schon mit neuen Standards und Naben anfangen. Das ist ja schon ein krasser Invest. Johannes: 650B war auf einer kleineren Ebene ja ähnlich. Ich weiß noch, wie das damals so krass gepusht wurde — alle wollten unbedingt 650B nach 26 Zoll. Dann war das kurz Hype und wurde buchstäblich von 29 Zoll überrollt, weil alle festgestellt haben: Eigentlich brauchen wir 650B nicht — außer in kleinen Anwendungsfällen wie Mullet-Setup. Da funktioniert es, ist auch weiterhin da. Für XS-Größen hast du es manchmal noch, sonst ist alles 29. Arne: Der absolute Traum wäre größenspezifische Laufradgrößen. Im Endeffekt ist alles ein fauler Kompromiss. Wir sind mittlerweile froh, dass es mitwachsende Kettenstreben gibt — yo, geil. Aber rein theoretisch wäre es doch optimal, wenn ein XXS-Rahmen auf 26 Zoll oder 24 Zoll läuft, dann gehst du hoch über 26, 27. Ein M-Rahmen hätte dann 29 Zoll, L weiß ich nicht genau, und ein XL hätte 32 Zoll. Wenn du körpergrößenproportional gehst, macht es absolut Sinn, dass jemand mit zwei Metern ein größeres Laufrad fährt als jemand mit 1,60. Johannes: Ja. Arne: Für eine Industrie, die Sachen verkaufen muss, und für Räder, die schon schweineteuer sind und nicht noch teurer werden sollen, ist das klar schwierig abzubilden. Johannes: Das ist ein logistischer Albtraum. Arne: Ja. Aber im Prinzip ziehst du in Paint einfach dein Fahrrad größer — das würde am meisten Sinn machen. Das wäre der Traum. Gerade für große Leute kann das eine coole Sache sein. Johannes: Denke ich auch. Bin sehr gespannt. Arne: In spezifischen Einsatzbereichen. Johannes: Voll. Definitiv. Eine Sache noch: Nicht umsonst gibt es ja den Dirty Sixer und die ganzen 36-Zöller. Auf den Craft Bike Days hatten wir vor — ich glaube drei Jahren — dieses von Huhn gebaute Bike, was auch richtig krass war, für eine sehr große Person, die dort dabei war. Der ist über zwei Meter groß, und für ihn hat das proportional absolut Sinn ergeben. Du guckst ihn an und denkst: Ja, passt. Ich war auch nach dem Epic-Test, den ich gefahren bin, super happy, dass ich auf einmal lange Kettenstreben hatte. Vorher bist du immer auf den gleichen Kettenstreben rumgefahren — 432 mm war es bisher glaube ich. Jetzt fährst du auf 445. Der Unterschied ist immens, du musst dich schon umgewöhnen — das habe ich auch im Test geschrieben. Es ist noch gewöhnungsbedürftig, weil es über Jahre angelernt war: Wenn du einen langsamen Drop oder eine Kante runterrollst, willst du das Vorderrad anziehen — du musst mehr Zeit in der Luft einkalkulieren. Du rollst irgendwo runter und denkst: Alles klar, da ist die Kettenstrebe, das reicht. Und merkst dann: Oh, mein Vorderrad kippt aber schon ab, ich bin noch gar nicht drüber. Aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür ausgewogener im Fahrrad stehe. Klingt super spannend. Fazit und Ausblick Johannes: Wir haben fast die Stunde durch. Wir wollen nicht alles aus deinem Test vorwegnehmen, der in Kürze kommt — aber was ist dein Zwischenfazit zu 32 Zoll im Trailbereich? Arne: Dass es super interessant ist. Ich kann es mir gerade für kurzhubige Bikes gut vorstellen, auch das Mullet-Setup mit ein bisschen mehr Federweg. Ich fand es echt überraschend spaßig. Ich persönlich hatte mein 29-Zoll-Bike danach trotzdem lieber, einfach weil es meinem Fahrstil mehr entspricht. Aber ich kann mir super gut vorstellen, dass es gerade im mittleren Federwegssegment, im mittleren Trailbike-Segment, eine echte Bereicherung sein kann. Ich glaube nicht, dass es 29 Zoll ersetzt, sondern eine Ergänzung sein wird. Wir stehen da gerade erst am Anfang der Entwicklung. Johannes: Absolut, total. Arne: Die ersten 29-Zoll-Bikes waren auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Deswegen will ich kein finales Urteil abgeben — das fliegt einem um die Ohren, was man jetzt denkt und wie sich die Sachen entwickeln. Ich fand es super interessant. Das Actofive ist ein richtig geiles Bike, vielen Dank an Simon, dass er es uns zur Verfügung gestellt hat. 32 Zoll — ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ohne das jetzt zu sehr zu hypen oder in die Tonne zu treten. Johannes: Wann können wir mit dem Test rechnen? Wann geht der ungefähr online? Arne: Das ist immer eine Videosache, kann ich dir nicht sagen. Es ist viel zu tun, gerade in unserer Videoschnittredaktion. Der Test ist so weit fertig geschrieben — auf das Video muss ich noch warten. Ich hoffe, dass es in den nächsten zwei Wochen online geht. Johannes: Es wird wie am Fließband geschnitten — das liegt auch schlichtweg daran, dass wir aktuell wahnsinnig viele Videos produzieren. Aber da könnt ihr euch auf jeden Fall drauf freuen. Wir verweisen im Test natürlich auch auf den Podcast. Ich denke, das ist eine super Ergänzung — für alles, was du im Text vielleicht nicht ganz so ausdrücken kannst, ist es ganz praktisch, sich das anzuhören. Arne: Ob das Gelaber on point war oder nicht — keine Ahnung. Johannes: Ich fand das ganz gut strukturiert. Schreibt gerne in die Kommentare. Ich fand, wir sind eigentlich mehr oder weniger wie im Testbericht durchgegangen, von vorne bis hinten. Arne: Ich denke immer, wenn ich so rede, dass es sein kann, dass man irgendein Thema vergessen hat. Wenn ihr Fragen habt, schreibt sie direkt unter den Podcast. Ich weiß nicht, wann er online geht — vor einem langen Wochenende. Da gucke ich glaube ich nicht in meine E-Mails, da fahre ich Rad. Johannes: Heute ist der 14. Mai. Es dürfte genau vor Fronleichnam online gehen. Arne: Ihr könnt ja kommentieren am Ende. Johannes: Christi Himmelfahrt ist natürlich am 14. — da bist du natürlich mit dem Bollerwagen am Start, Arne. Ich seh dich da schon. Arne: Ich habe einen Fahrradtrip geplant, aber das Wetter ist nicht so wie letztes Wochenende. Mal schauen. Johannes: Ich bedanke mich sehr, sehr herzlich, dass du hier Rede und Antwort gestanden hast und so viele coole Insights gegeben hast. Eine ganz kurze Frage, nicht 32-Zoll-spezifisch, an alle Leserinnen, Leser, Hörerinnen und Hörer: Ich habe mir vor ein, zwei Wochen einen 3D-Drucker gekauft und wäre sehr dankbar, wenn ihr eure besten Highlights, die ihr im Fahrradbereich gedruckt habt, in die Kommentare packt. Fände ich sehr interessant, da ein bisschen rumzudrucken. Ich habe schon viel Probegedruckt — wenn ihr was habt, von dem ihr sagt, im Fahrradbereich ist das super hilfreich, dann haut das gerne rein. In diesem Sinne: Wir haben die Stunde rum. Herzlichen Dank an Arne. Haut eure Fragen und Kommentare rein. Macht’s gut. Nächste Woche geht es mit Shred Talk mit Rico und Thomas weiter, hört da auch gerne rein. Am Donnerstag geht es dann weiter mit dem Podcast. Arne: Viel Spaß beim Hören. Kommentiert nicht zu viel, sondern geht über Christi Himmelfahrt Radfahren. Johannes: Absolut. In diesem Sinne: Macht’s gut. Ciao, ciao. Bock auf Biken ist ein Podcast von MTB-News und erscheint donnerstags. Wenn ihr noch mehr hören wollt, hört auch in unseren Partner-Podcast Shredtalk rein. Den gibt es dienstags hier im gleichen Feed. Viel Spaß beim Hören.

  • May 5 · 1 hr 1 min

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Packender Südkorea-Auftakt – die Nachbesprechung

    Erstmals hat ein Downhill World Cup in Südkorea stattgefunden – und das auch noch als erstes Rennen der Saison 2026. Moritz und Gregor waren vor Ort und berichten von ihren Eindrücken aus dem Mona YongPyong-Resort, wo 2018 bereits die olympischen Abfahrtswettbewerbe stattgefunden haben. Was war das für ein Saison-Auftakt: Ein extrem knappes Rennen bei den Frauen, wobei fast noch die 100.000 € Belted Purse von Gates fällig geworden wäre. Dazu direkt der erste Sieg im ersten Elite-Rennen für den US-Überflieger Asa Vermette und Amaury Pierron mit Sturz aufs Podium. Dazu perfekte Wetterbedingungen und eine denkwürdige, extrem herausfordernde Strecke sowie gut gelaunte Fans in Südkorea. Moritz und Gregor haben sich auf dem Rückweg in der koreanischen Hauptstadt Seoul zusammengesetzt, um von ihren Eindrücken zu berichten. Und Ex-Profi und Eurosport-Kommentator Markus Pekoll gibt aus der Ferne auch noch seinen Senf dazu. Hört rein in unsere World Cup-Nachbesprechung zu Südkorea!

  • April 30 · 54 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: Wie man Thomas (zweimal) abwürgt

    Willkommen zur dritten Folge von „Bock auf Biken“ – diesmal mit Hannes und Thomas, der den frisch Vater gewordenen Mitch in dieser Folge vertritt. Und das ergibt absolut Sinn, denn Hannes und Thomas waren vor anderthalb Wochen zusammen in Kalifornien, um vom Sea Otter Classic-Festival zu berichten – und daher gibt es in dieser Episode ein buntes Potpourri an Anekdoten, Highlights und auch dem einen oder anderen Lowlight. Hannes & Thomas auf dem Sea Otter Festival 2026 – Fails, Highlights und jede Menge Sonne Außerdem gibt es Antworten auf folgende Fragen: Warum wurde Thomas abends bei der Chili-Kette Chipotle auf einmal sehr rot? Wie genau hat sich Hannes täglich die perfekte Auszeit während der harten Sea Otter-Messetage genommen? Warum setzt Specialized auf 29″ statt auf 32″ (und warum kam das Thema 32″ eigentlich schon wieder auf)? Welches Produkt von der Messe war Reel-technisch mit Abstand am erfolgreichsten? Wie viel kosten 7 Äpfel in einem amerikanischen Supermarkt? Und die Frage aller Fragen an alle Fliegerei-Interessierten: Warum ist es auf Langstreckenflügen teilweise so unglaublich kalt im Flugzeug? Die Antworten auf diese Fragen und jede Menge mehr Anekdoten inklusive Informationen zum neuen Specialized Epic 9, das Hannes vor dem Festival in Santa Cruz probegefahren ist, erfahrt ihr in diesem Podcast – viel Spaß beim Hören! Und noch ein paar Bezugnahmen aus dem Podcast: Das neue Epic 9 bleibt dem Vorgänger Epic 8 in einigen Dingen zu 100 % treu – und ist trotzdem ein komplett anderes Bike. Der offizielle Nachfolger des Specialized Epic World Cup ist es außerdem. Was kann das Epic 9 besser? Wir sind das neue Epic kurz vor dem Sea Otter Classic-Festival bereits in Santa Cruz gefahren – hier ist der erste Test: Neues Specialized S-Works Epic 9 im Test Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder an die Ziellinie beim großen Sea Otter Gravel-Rennen über 30, 60 und 90 Meilen gestellt und die Fahrerinnen und Fahrer, die uns vor die Linse sprangen, fotografiert – und dabei sind von Klassensiegern bis zum Hobbyfahrer richtig viele Leute vertreten: 32 Racer und ihre Bikes Im vergangenen Jahr hatten wir euch die Hover Air vorgestellt – eine selbstfliegende, extrem kleine Selfie-Drohne. Seitdem hat unter anderem DJI mit der Neo in einem ähnlichen Segment nachgezogen. In diesem Jahr allerdings gibt es wieder eine Neuerung von Hover: Mit der Hover Air Aqua hat der Hersteller einen Copter vorgestellt, der nicht nur auf dem Wasser schwimmen kann und wasserdicht ist, sondern auch auf dem Wasser starten und landen kann – perfekt für Wassersportler: Hover-Drohne Aqua

  • April 21 · 1 hr 10 min

    Pokal oder Spital – der World Cup-Podcast: Lange Offseason & krasser World Cup-Auftakt

    Nach rund 7 Monaten Winterzeit steht endlich der World Cup-Auftakt 2026 an – und es wird äußerst spannend. Nicht nur gab es einige interessante Team-Wechsel und -Aufgaben, über die unsere drei World Cup-Podcast-Hosts Markus Pekoll, Moritz Zimmermann und Gregor Sinn im Rückblick diskutieren – es geht erstmals in der MTB World Cup-Geschichte in Südkorea los. Unsere drei Experten hatten ihre Augen und Ohren überall und tragen die spärlichen Informationen über den ersten asiatischen Downhill World Cup seit Jahrzehnten zusammen – also hört rein und bleibt dran! So lang und gleichzeitig so kurz hat sich eine Offseason selten angefühlt – da sind sich unsere drei Podcast-Hosts Moritz, Markus und Gregor einig. Der World Cup-Auftakt in Südkorea steht unmittelbar bevor, doch bevor die drei ihre gesammelten Informationen über das komplett neue und faszinierende Rennen auf dem asiatischen Kontinent preisgeben, diskutieren sie die Ereignisse des Winters: Wer ist gut in Form, welche Rollen spielen Offseason-Rennen und welcher Team-Wechsel ist ein gutes Match? Doch natürlich geht’s dann auch um das kommende Rennen: Wo liegt die Strecke, wer hatte beim Bau seine Hände im Spiel und welcher Charakter erwartet uns?

  • April 16 · 41 min

    Shredtalk – der eMTB-News Podcast: DJI Avinox M2S im Test – 150 Nm & 1500 Watt?!

    In dieser Premiere des neuen Shredtalk-Formats mit Thomas und Rico geht es natürlich um die Neuheit der letzten Tage der E-MTB-Welt: Das neue DJI Avinox M2S-System ist da und verspricht mit 150 Nm Drehmoment und 1.500 Watt Peak-Leistung nichts weniger als eine Revolution. Rico berichtet von seinen Testwochen auf den Prototypen und erklärt, warum das System den Markt für Full-Power-Motoren im Sturm erobert. Wir nehmen die spannendsten Bike-Neuheiten unter die Lupe: Amflow M-Flow: Die ultra-schlanke Benchmark für Systemintegration. YT Decoy X: Preis-Leistungs-Kracher mit Aluminium-Rahmen und High-End-Spec. Pivot Shuttle AM: Warum das Carbon-Layup und der DW-Link den Unterschied machen. Mondraker Zendit & Raymon Tarok: Wie die Marken das neue Kraftpaket nutzen. Außerdem diskutieren wir: Kann Bosch mit dem Performance Line CX kontern? Was bedeutet das für Shimano und Yamaha? Und warum ist Uphill 2.0 jetzt Realität? Jetzt reinhören und alles über die nächste Generation der E-Mountainbikes erfahren! Auf eMTB-News gibt es die Tests und News zum Avinox Motor.

  • April 9 · 1 hr 2 min

    Bock auf Biken – der MTB-News Podcast: Flashy Waldgefühl

    Erste reguläre Folge unseres neuen Podcasts „Bock auf Biken“ mit Mitch und Hannes: Worum geht es, über was reden wir und was machen wir hier überhaupt? Die Antworten gibt’s in Episode 1. Pressecamp, neue Reifen und die Frage, warum wir eigentlich Fahrrad fahren In Episode 1 von „Bock auf Biken“ geht es ganz gediegen los. Mitch verrät, von welcher Firma es demnächst spannende neue Reifen gibt, die er schon testen durfte und schwärmt vom neuen DT Swiss-Freilauf mit Anti-Pedalrückschlag. Außerdem gehen wir näher auf den neuen Schuhtest ein: Mitch hat insgesamt 16 Modelle unter die Lupe genommen und berichtet ausführlich von seinen Eindrücken aus der Praxis – den Artikel dazu findet ihr hier: Im weiteren Verlauf sprechen Hannes und Mitch über Hausbesuche und die Einblicke, die man dabei in die Branche bekommt – unter anderem auch bei Focus Bikes. Dabei geht es nicht nur um Produkte, sondern auch um Entwicklungsprozesse und die Menschen dahinter. Ergänzt wird das durch Gedanken zur Fahrradkultur und dem Teamgedanken innerhalb der Szene. Auch der Berufsalltag im Fahrradjournalismus wird thematisiert, inklusive der Balance zwischen Leidenschaft und Arbeit. Gegen Ende wird es etwas grundsätzlicher: Was verbindet Mountainbiker eigentlich, was macht die Faszination aus und welche Rolle spielen Naturerlebnis, Technik und persönliche Herausforderungen? Dabei beziehen wir uns auf den Artikel unseres Kollegen Lukas: Von XC bis DH: Was eint den Mountainbike-Sport? Den Abschluss bildet ein kurzer Ausblick darauf, was in kommenden Folgen noch zu erwarten ist. Wir freuen uns, wenn ihr mit am Start seid! Auf welche Themen würdet ihr euch freuen?