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Morgenimpuls · August 18 · 3 min

Wirklichkeit durch Versprechen

Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac Heute ist unser Hochzeitstag. Aber nur der "kleine" Hochzeitstag. Ich habe vor einigen Jahren ganz bewusst in den Sommerferien standesamtlich geheiratet. Ich dachte damals: Dann ist das mit dem Namenswechsel für alle einfacher. Und ehrlich gesagt, hatte ich davor schon ein bisschen Angst. Nicht vor der Ehe. Aber davor, plötzlich anders zu heißen. Nicht mehr wie meine Schwester. Nicht mehr wie meine Mutter. Und dann auch noch mit einem Nachnamen, den ständig jemand falsch ausspricht.Ein Name ist eben Identität. Und ich glaube, ich hatte wirklich Sorge, mich plötzlich irgendwie anders zu fühlen. Diese große Identitätskrise blieb allerdings aus.Die standesamtliche Trauung selbst war wunderschön. Es wurde viel gelacht. Freunde standen plötzlich mit Blumen vor der Tür und überraschten uns. Abends wollten wir noch gemeinsam feiern.Und trotzdem saßen mein Mann und ich danach irgendwann alleine im Auto und sagten beide fast gleichzeitig: "Wow … war das jetzt alles?" Nicht enttäuscht. Aber irgendwie überrascht davon, wie normal sich alles anfühlte. Ich war immer noch ich. Und er war immer noch er. Und dann hatte ich plötzlich zwei Wochen Zeit, mich komplett hineinzusteigern, dass die kirchliche Hochzeit jetzt bestimmt DAS große, alles verändernde Ereignis werden müsste. Und ja … irgendwie wurde sie das auch. Bis heute feiern wir beide Hochzeitstage. Einen im August und einen im September. Aber das eigentliche Versprechen, das uns verbindet, das gab es nur einmal.Und vielleicht ist genau das das Besondere an Versprechen. Sie verändern nicht plötzlich den ganzen Menschen. Aber sie schaffen etwas Neues zwischen Menschen. Eine Verbindung. Eine Wirklichkeit, die vorher noch nicht da war. Vielleicht spürt man das gerade deshalb bei einer kirchlichen Trauung so stark. Weil dort nicht nur zwei Menschen nebeneinander stehen und etwas unterschreiben. Sondern weil aus Worten plötzlich etwas Wirkliches wird.Ein "Ich bleibe." Ein "Ich gehe mit." Ein "Ich liebe dich."Und ich glaube, genau dort ist Gott. In diesem Sakrament. In der Wirklichkeit, die die Eheleute sich gegenseitig schenken.

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show notes

Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
Heute ist unser Hochzeitstag. Aber nur der "kleine" Hochzeitstag. Ich habe vor einigen Jahren ganz bewusst in den Sommerferien standesamtlich geheiratet. Ich dachte damals: Dann ist das mit dem Namenswechsel für alle einfacher. Und ehrlich gesagt, hatte ich davor schon ein bisschen Angst. Nicht vor der Ehe. Aber davor, plötzlich anders zu heißen. Nicht mehr wie meine Schwester. Nicht mehr wie meine Mutter. Und dann auch noch mit einem Nachnamen, den ständig jemand falsch ausspricht.Ein Name ist eben Identität. Und ich glaube, ich hatte wirklich Sorge, mich plötzlich irgendwie anders zu fühlen. Diese große Identitätskrise blieb allerdings aus.Die standesamtliche Trauung selbst war wunderschön. Es wurde viel gelacht. Freunde standen plötzlich mit Blumen vor der Tür und überraschten uns. Abends wollten wir noch gemeinsam feiern.Und trotzdem saßen mein Mann und ich danach irgendwann alleine im Auto und sagten beide fast gleichzeitig: "Wow … war das jetzt alles?" Nicht enttäuscht. Aber irgendwie überrascht davon, wie normal sich alles anfühlte. Ich war immer noch ich. Und er war immer noch er. Und dann hatte ich plötzlich zwei Wochen Zeit, mich komplett hineinzusteigern, dass die kirchliche Hochzeit jetzt bestimmt DAS große, alles verändernde Ereignis werden müsste. Und ja … irgendwie wurde sie das auch. Bis heute feiern wir beide Hochzeitstage. Einen im August und einen im September. Aber das eigentliche Versprechen, das uns verbindet, das gab es nur einmal.Und vielleicht ist genau das das Besondere an Versprechen. Sie verändern nicht plötzlich den ganzen Menschen. Aber sie schaffen etwas Neues zwischen Menschen. Eine Verbindung. Eine Wirklichkeit, die vorher noch nicht da war. Vielleicht spürt man das gerade deshalb bei einer kirchlichen Trauung so stark. Weil dort nicht nur zwei Menschen nebeneinander stehen und etwas unterschreiben. Sondern weil aus Worten plötzlich etwas Wirkliches wird.Ein "Ich bleibe." Ein "Ich gehe mit." Ein "Ich liebe dich."Und ich glaube, genau dort ist Gott. In diesem Sakrament. In der Wirklichkeit, die die Eheleute sich gegenseitig schenken.