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Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
Heute Abend ist es soweit: Die größte partielle Sonnenfinsternis hier in Europa seit 1999. Solche Tage bringen auch immer mit sich, dass die Menschen auf das Leben an sich schauen. Viele Menschen stellen sich die Frage: Willst du ewig leben? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Was bedeutet ewiges Leben überhaupt? Eine unendliche Verlängerung dessen, was wir jetzt leben mit all seinen Sorgen Brüchen und offenen Wunden?In dieser Sommerzeit denken wir auch an Maria von Magdala. Sie ist ein eindrückliches Beispiel für diese Frage. Sie kommt früh am Morgen an einen Ort, an dem alles endgültig scheint. Sie sucht jemanden, von dem sie dachte, dass alles vorbei sei. Wer wälzt mir den Stein vom Grab weg, fragt sie. Der Stein steht für das, was unüberwindbar scheint: Verlust, Scheitern und Tod. Maria hat viel erlebt. Sie hat Heilung erfahren. Ihr Leben wurde neu ausgerichtet. Und dennoch: Vor ihr liegt wieder ein Abgrund. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen, das Wort, dass sie hört, öffnet ihr Herz. "Er ist nicht hier." Sie erkennt ihn zunächst nicht, hält ihn für den Gärtner. Ein starkes Bild. Der Schöpfer am Werk. Eine neue Schöpfung beginnt. Mitten im Garten, mitten im Leben.Ewiges Leben ist kein Versprechen, sondern beginnt dort, wo ein Mensch sich berühren lässt, wo Angst sich verwandelt in Vertrauen, wo Trauer nicht das letzte Wort behält. Maria von Magdala wird zur Zeugin, nicht, weil sie alles versteht, sondern weil sie sich senden lässt. Ewiges Leben heißt nicht, alles bleibt, wie es war, ewiges Leben heißt, ich darf anders leben aus der Liebe mit Hoffnung in Beziehung und so stellt sich dann auch an uns immer wieder diese Frage: Willst du ewig leben?