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show notes
Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
Manchmal ist man länger am Flughafen als später in der Luft. Und ich mag das eigentlich.Dieses Warten. Dieses Dazwischen.Kinder stehen an den großen Fenstern und beobachten staunend die Flugzeuge beim Starten und Landen. Menschen ziehen mit viel zu großen Rucksäcken vorbei. Irgendwo riecht es nach Kaffee und Fernweh.Mich packt das dann sofort.Dieses Gefühl, dass man einfach wegkönnte.Ein paar Stunden später könnte und wird vielleicht alles anders aussehen. Andere Straßen. Anderes Licht. Vielleicht auch ein anderes Lebensgefühl.Flughäfen sind Sehnsuchtsorte.Vielleicht auch ein bisschen Fluchtorte.Für einen Moment lässt man den Alltag zurück. Die Termine. Die Sorgen. Das, was zu eng geworden ist.Und trotzdem warten manche Dinge nach dem Rückflug wieder zuhause. Spätestens dann, wenn man in Deutschland landet und merkt, dass die Sommerkleidung plötzlich nicht mehr passt.Ich frage mich manchmal, ob Glaube auch so etwas sein kann: eine kurze Flucht aus dem Alltag.Aber vielleicht geht es gar nicht darum, wegzukommen.Vielleicht braucht man manchmal nur Abstand, um wieder klarer sehen zu können. Um sich neu auszurichten.Beten, Rituale, Gemeinschaft — das alles hat für mich nur dann wirklich mit Glauben zu tun, wenn es wieder zurückführt ins Leben. In den Alltag. In Beziehungen. In eine Haltung, die offener und aufmerksamer macht.Dann ist Glauben keine Flucht.Sondern eher wie dieses Staunen am Flughafenfenster:Ein kurzer Moment, der den Blick verändert, bevor es weitergeht.