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Morgenimpuls · Today · 4 min

Im Traum hörst du Gott

Morgenimpuls mit Schwester Katharina Herzlich willkommen zum gemeinsamen Beten.Bei unserem Konzertabend mit dem Orchester der Franziskusschule wurden auch bearbeitete Texte aus dem Musical "Traum oder Wirklichkeit" von Helmut Schlegel gelesen. Ein Text ist vielen Gästen besonders hängen geblieben, weil er von einem Traum erzählt, den Vita Vitoria vorgelesen hat. Und ich lese einige Ausschnitte daraus vor, weil sie, glaube ich, sehr ins Nachdenken bringen. Es heißt im Text: "Ich träumte von einer Kirche, zu der Menschen aller Rassen und Nationen gehören,viele Farben und Sprachen, einfache Leute und Gebildete.Sie lebten miteinander. Sie kannten keine Eifersucht und keine Machtkämpfe.Sie sprachen über ihren Glauben und ihre Hoffnungen,sie sprachen davon, was sie trägt und wem sie vertrauen. Ich träumte von einer Kirche, da schlugen sie nicht auf die Tische,sondern sie schlugen sich an die Brust. Sie wuschen sich nicht die Köpfe,sondern die Füße. Sie probierten Salz für die Erde zu sein, wie es das Evangelium sagt.Man sah ihnen an, dass ihr Leben Geschmack hat, den Geschmack von Freiheit und Lebensfreude. Es war nicht langweilig in ihren Kirchen. Die Kinder fühlten sich wohlund die alten Menschen lebten auf.Es machte Freude, Gottesdienst zu feiern, und ein heiliger Ernst war auf ihren Gesichtern. Ich träumte von einer Kirche, die einem Schiff glich, das sich mutig dem Meer anvertraute.Sie alle waren wie eine Mannschaft, einer verließ sich auf den anderen.Sie überließen die Sorge für die Welt nicht den Experten,sie trauten ihren eigenen Gaben, sie hörten auf ihren Gott und aufeinander.Und so waren sie eine lebendige Einladung für die vielen, die suchennach Sinn und Gerechtigkeit. Ich träumte von einer Kirche, in der sie genauso gut beten konntenwie Politik machen oder zupacken. Sie legten Hand an, wo es nötig warund kein Dienst war ihnen zu gering.Sie waren Freunde der armen und kleinen Leute und keiner brauchte sich bei ihnen zu schämen. Sie setzten sich ein für gerechte Arbeitslöhne und für das Recht auf Asyl. Ich erwachte aus meinem Traum und ich war verzweifelt,weil es nicht so ist, wie ich geträumt hatte. Ich dachte: Es ist nur ein Traum,der wieder verschwindet. Dann aber erinnerte ich mich an die alten Erzählungen der Bibel. Im Traum, sagt die Bibel, hörst du deine innerste Stimme, im Traum hörst du Gott.Ich las: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Mk 1,15) Und ich wusste, dass es wahr ist, was ich geträumt hatte,dass es wahr werden wird. Ich wusste, dass ich selbst der Anfang meines Traumes sein kann."

0:00-4:29

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show notes

Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Herzlich willkommen zum gemeinsamen Beten.Bei unserem Konzertabend mit dem Orchester der Franziskusschule wurden auch bearbeitete Texte aus dem Musical "Traum oder Wirklichkeit" von Helmut Schlegel gelesen. Ein Text ist vielen Gästen besonders hängen geblieben, weil er von einem Traum erzählt, den Vita Vitoria vorgelesen hat. Und ich lese einige Ausschnitte daraus vor, weil sie, glaube ich, sehr ins Nachdenken bringen. Es heißt im Text: "Ich träumte von einer Kirche, zu der Menschen aller Rassen und Nationen gehören,viele Farben und Sprachen, einfache Leute und Gebildete.Sie lebten miteinander. Sie kannten keine Eifersucht und keine Machtkämpfe.Sie sprachen über ihren Glauben und ihre Hoffnungen,sie sprachen davon, was sie trägt und wem sie vertrauen. Ich träumte von einer Kirche, da schlugen sie nicht auf die Tische,sondern sie schlugen sich an die Brust. Sie wuschen sich nicht die Köpfe,sondern die Füße. Sie probierten Salz für die Erde zu sein, wie es das Evangelium sagt.Man sah ihnen an, dass ihr Leben Geschmack hat, den Geschmack von Freiheit und Lebensfreude. Es war nicht langweilig in ihren Kirchen. Die Kinder fühlten sich wohlund die alten Menschen lebten auf.Es machte Freude, Gottesdienst zu feiern, und ein heiliger Ernst war auf ihren Gesichtern. Ich träumte von einer Kirche, die einem Schiff glich, das sich mutig dem Meer anvertraute.Sie alle waren wie eine Mannschaft, einer verließ sich auf den anderen.Sie überließen die Sorge für die Welt nicht den Experten,sie trauten ihren eigenen Gaben, sie hörten auf ihren Gott und aufeinander.Und so waren sie eine lebendige Einladung für die vielen, die suchennach Sinn und Gerechtigkeit. Ich träumte von einer Kirche, in der sie genauso gut beten konntenwie Politik machen oder zupacken. Sie legten Hand an, wo es nötig warund kein Dienst war ihnen zu gering.Sie waren Freunde der armen und kleinen Leute und keiner brauchte sich bei ihnen zu schämen. Sie setzten sich ein für gerechte Arbeitslöhne und für das Recht auf Asyl. Ich erwachte aus meinem Traum und ich war verzweifelt,weil es nicht so ist, wie ich geträumt hatte. Ich dachte: Es ist nur ein Traum,der wieder verschwindet. Dann aber erinnerte ich mich an die alten Erzählungen der Bibel. Im Traum, sagt die Bibel, hörst du deine innerste Stimme, im Traum hörst du Gott.Ich las: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Mk 1,15) Und ich wusste, dass es wahr ist, was ich geträumt hatte,dass es wahr werden wird. Ich wusste, dass ich selbst der Anfang meines Traumes sein kann."

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