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show notes
Inhaltshinweis: In dieser Episode geht es um psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt sowie um Femizide.
Gewalt beginnt nicht erst bei sichtbaren Verletzungen. Auch Kontrolle, Isolation und finanzielle Abhängigkeit können Teil von Gewalt sein. Alexandra Keller spricht mit Anna Aglan, klinischer und Gesundheitspsychologin sowie Verhaltenstherapeutin im Team der Gewaltambulanz an der Innsbrucker Klinik, über Warnzeichen, die Hürden der Hilfesuche und Unterstützung für Betroffene.
Im Mittelpunkt steht eine Haltung: Betroffenen glauben, sie ernst nehmen und nicht urteilen. Anna erklärt, warum Schuld und Scham das Sprechen über Gewalt erschweren können und weshalb die Frage, warum jemand nicht einfach geht, der Situation nicht gerecht wird.
Darüber sprechen wir:
- Gewalt erkennen: Psychische, körperliche, sexuelle und finanzielle Gewalt sowie Kontrolle in Beziehungen.
- Warnzeichen ernst nehmen: Angst vor dem Partner oder der Partnerin, eingeschränkte Selbstbestimmung und das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Auch die besondere Gefährdung bei einer bevorstehenden Trennung und nach Gewalt gegen den Hals wird angesprochen.
- Schuld und Scham verstehen: Wie Selbstvorwürfe, die Angst, dass einem nicht geglaubt wird, und Reaktionen des Umfelds die Hilfesuche erschweren können.
- Gewaltkreisläufe einordnen: Warum auf Eskalation Reue und Hoffnung folgen können und weshalb das Verlassen einer gewaltvollen Beziehung so komplex ist.
- Unterstützung in der Gewaltambulanz: Ein sicherer Rahmen, Entscheidungen im eigenen Tempo, Risikoeinschätzung, Sicherheitsplanung und die Vernetzung mit weiteren Hilfseinrichtungen.
- Als außenstehende Person reagieren: Das internationale Hilfezeichen erkennen, die eigene Sicherheit und die der betroffenen Person beachten und bei Gefahr die Polizei verständigen.
- Prävention stärken: Die Bedeutung von Sensibilisierung, geschultem Gesundheitspersonal und einem aufmerksamen Blick auf besonders verletzliche Gruppen, darunter ältere Frauen.
Hilfe suchen, auch wenn du noch unsicher bist
Du musst nicht warten, bis körperliche Gewalt passiert. Im Gespräch nennt Anna die Gewaltambulanz, Gewaltschutzzentren, Frauenhäuser, Beratungsstellen und die Polizei als Anlaufstellen. Auch wenn du erst klären möchtest, ob das Erlebte Gewalt ist, kannst du dich an die Gewaltambulanz wenden. Ihr Angebot richtet sich an Betroffene aller Geschlechter.
Für Angehörige und Freund:innen gilt: ernst nehmen, nicht beschuldigen und die Komplexität der Situation anerkennen. Bei einer akuten Gefahr stehen die eigene Sicherheit und die Sicherheit der betroffenen Person im Vordergrund. Bring dich nicht durch unüberlegtes Eingreifen selbst in Gefahr.





