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TV & Film

Liebes Kino! Erinnerungen von Adrian Kutter

Adrian Kutter und Michael Scheyer

Die Geschichte des deutschen Kinos ist eng mit Adrian Kutter verbunden. Bereits als Jugendlicher sammelte er Erfahrungen als Kinomacher im väterlichen Kino in Biberach. Schon damals ging es ihm um mehr als das bloße Filmvorführen. "Kino ist mehr als Filmschauen", sagt Adrian Kutter auch heute noch.

Als langjähriger Präsident der Gilde Deutscher Filmkunsttheater beeinflusste er in ganz Deutschland die Art und Weise, wie Filme programmiert werden. Und als Gründer der Biberacher Filmfestspiele schenkte er dem neuen deutschen Film einen eigenen Treffpunkt und eine Plattform, auf der sich Publikum und Filmemacher abseits des Rampenlichts treffen und austauschen konnten.

In diesem Podcast sammelt der Journalist Michael Scheyer im Auftrag der Filmtage Oberschwaben in Ravensburg Adrian Kutters wertvolle Erinnerungen an die deutsche Filmgeschichte.

  • 18 episodes
  • Updated February 20

Episodes18

  • Nov 19, 2025 · 56 min

    Gegen welchen Film protestierten fanatische Menschen vor Deinem Kino? (Folge 12)

    In dieser Episode des Podcasts „Liebes Kino, Erinnerungen von Adrian Kutter“ vertiefen wir uns in die faszinierende und oft kontroverse Geschichte der Filmfreigaben in Deutschland. Moderator Michael Scheyer begleitet Adrian Kutter, einen ausgewiesenen Experten der Kinogeschichte und selbst langjährigen Kinobetreiber, durch einen regen Austausch über die Herausforderungen, die sowohl Finanzierungsproblematiken als auch religiöse Sensibilitäten im Filmgeschäft mit sich bringen. Wir beginnen mit dem Überraschungsmoment der zwölften Episode, in der die beiden Protagonisten sowohl die Höhepunkte der vorherigen Folgen reflektieren als auch auf die heutige Thematik eingehen – den stillen Feiertag. Hierbei wird deutlich, dass bei der Freigabe von Filmen auch die sozialen und religiösen Kontexte eine entscheidende Rolle spielen. Adrian hebt hervor, dass über 700 Filme für die Vorführung an stillen Feiertagen in Deutschland nicht freigegeben werden – eine Zahl, die sowohl historische als auch aktuelle Dimensionen in die Diskussion beihebt. Besonders spannend wird es, als Adrian die Liste der Filme durchgeht, die in der Vergangenheit an Feiertagen für nicht geeignet erklärt wurden. Diese Filme reichen von Horror- bis Actionfilmen, doch auch überraschende Titel finden sich darunter, wie Jacques Tatis „Traffic“. Adrian diskutiert die Veränderungen in den Freigabekriterien über die Jahrzehnte und wie die Wahrnehmung von Kunst und Schaffensfreiheit sich gewandelt hat. Eine weitere zentrale Thematik der Folge sind die gesellschaftlichen Reaktionen auf kontroverse Filme. Anhand von Adrian Kutters eigenen Erfahrungen mit dem Film „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese schildert er die heftigen Reaktionen, die bei der Aufführung des Films in Deutschland, insbesondere in seiner Region, von verschiedenen religiösen Gemeinschaften und Einzelpersonen angestoßen wurden. Diese Erzählungen sind nicht nur informativ, sondern verdeutlichen auch wie Film als Medium sowohl als Kunstform als auch als gesellschaftliches Werkzeug fungiert, das polarisieren und Debatten entfachen kann. Adrian erzählt eindringlich von den Drohungen, den massiven Protesten und den Beschwerden, die er als Kinobetreiber erleben musste, als er entschloss, diesen Film zu zeigen. Dabei wird klar, dass es hierbei nicht nur um den Inhalt des Films geht, sondern auch um die zivilgesellschaftlichen Grundlagen der Meinungsfreiheit und der künstlerischen Freiheit im Allgemeinen. Seine unerschütterliche Entschlossenheit, das Publikum mit hochwertigen Filmen zu unterhalten und zu bilden, zeigt sich auch in der Rückschau auf die Filmfestspiele sowie den kulturellen Einfluss, den er über die Jahre hatte. Die Episode schließt mit einem Aufruf zur Sensibilisierung für süchtig machende Themen in der Film- und Medienwelt, während Adrian und Michael sich auf die nächste Folge freuen, in der weitere spannende Einblicke in die Erinnerungen und die Kinogeschichte von Adrian Kutter gegeben werden. Es ist eine tiefgründige und reflektierte Diskussion, die die Hörer zum Nachdenken anregt und umfassendes Wissen über die Filmfreigabe-Problematik in Deutschland bietet.

  • Nov 18, 2025 · 53 min

    Warum gefielen Werner Herzog die Proteste in Biberach so gut? (Folge 13)

    In dieser Episode von "Liebes Kino" tauchen Adrian Kutter und ich tief in die filmhistorischen Kontroversen der 68er Jahre ein. Wir reflektieren über den Einfluss politischer und religiöser Proteste auf die deutsche Filmszene und blicken zurück auf einschneidende Ereignisse, die das Kino in Biberach prägten. Adrian, der als Betreiber eines Kinos in diese dynamische Zeit involviert war, erzählt von seinen Erlebnissen, insbesondere im Kontext der Aufführung des Films „Die letzte Versuchung Christi“ und den damit verbundenen Protesten. Das Gespräch schreitet weiter zur Frage, ob es auch politische Dimensionen dieser Proteste gab. Adrian beschreibt, wie die Kinos der damaligen Zeit, insbesondere seines, ein wichtiger Ort für den Diskurs über Gesellschaft und Film funktionierten. Besondere Erwähnung finden die Filme von Werner Herzog, die in der Provinz gezeigt wurden, und wie Adrian dafür verantwortlich war, diese für das Publikum zugänglich zu machen – trotz der Gegenwind von Kritikern und der Öffentlichkeit. Im Laufe der Diskussion kommen wir auch auf die Schmierereien an den Wänden seines Kinos zu sprechen, ausgelöst von provokanten Filmvorführungen, die eine breitere Auseinandersetzung mit kulturellen und politischen Themen erzwingen sollten. Adrian bringt einige prägnante Beispiele und Anekdoten, wie etwa die Reaktionen auf Werner Herzogs Filme, die Ansichten von politischen Persönlichkeiten jener Zeit und die Art, wie die Filmförderung damals organisiert war. Ein weiterer zentraler Punkt in diesem Gespräch ist die Veränderung des deutschen Kinos seit den 68ern bis heute. Adrian reflektiert über den Verlust der politischen Power im Film und die Herausforderungen, mit denen Filmemacher konfrontiert sind, wenn sie zeitgenössische Themen angehen wollen. Es zeigt sich, dass trotz der weiterhin produzierten Filme der eklatante Mangel an kontroversen politischen Diskussionen im Kino ebenso ein zentrales Thema ist. Abgerundet wird die Episode durch eine nostalgische Betrachtung von Adrian über seine persönlichen Lieblingsfilme und deren Bedeutung für ihn. Er spricht über „Vom Winde verweht“ und „Dr. Zhivago“, und wie diese Filme seine Sichtweise auf Liebe und menschliche Beziehungen prägten. Diese emotionale Verbindung zu Filmen wird sichtbar – Filme werden nicht nur als Kunstform, sondern auch als gemeinschaftlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Spiegel betrachtet. Wir beschließen das Gespräch mit einem Ausblick auf zukünftige Episoden, in denen wir uns intensiv mit Alfred Hitchcock befassen werden. Dabei sind die Experimente und die Erneuerung der filmischen Sprache sowie die teils provokanten Themen des Regisseurs zentrale Aspekte, die wir weiterhin beleuchten wollen.

  • Nov 16, 2025 · 1 hr 10 min

    Welchen Hitchcock-Film muss jeder mal gesehen haben? (Folge 15)

    In dieser Folge setzen wir unser Alfred Hitchcock-Special fort und tauchen noch tiefer in das faszinierende Schaffen des Meisterregisseurs ein. Zunächst beleuchten wir einige seiner Oscar-Nominierungen, wobei wir feststellen, dass Hitchcock trotz seiner bemerkenswerten Karriere nie einen Oscar gewann. Wir analysieren die Filme, für die er nominiert wurde, darunter „Rebecca“, „Verdacht“, „Das Rettungsboot“ und „Psycho“, und diskutieren die starken Wettbewerber, gegen die er antreten musste. Besonders interessant sind die herausragenden Leistungen der weiblichen Hauptdarstellerinnen in seinen Filmen, die beharrlich im Zentrum der Geschichte stehen. Ein weiterer zentraler Aspekt dieser Episode ist die Charaktertiefe und psychologische Komplexität seiner Figuren. Bei Filmen wie „Rebecca“ und „Verdacht“ wird deutlich, wie Hitchcock oft Frauen in herausfordernden Situationen präsentiert, während sich gleichzeitig die männlichen Protagonisten, wie Cary Grant, mit ihren Schwächen und zweifelhaften Absichten auseinandersetzen. Die Diskussion geht weiter mit einer Betrachtung von Hitchcocks einzigartigen Erzähltechniken, einschließlich seiner berühmten Kameratechniken und Schnitttechniken, die bei Filmen wie „Vertigo“ und „Cocktail für eine Leiche“ zum Tragen kommen. Auch die Herausforderungen, die Hitchcock bei der Produktion seiner Filme hatte, werden thematisiert, wobei besonderes Augenmerk auf sein festes Team und seine innovative Nutzung von Storyboards gelegt wird. Wir werfen einen Blick auf Hitchcocks Leben sowohl hinter als auch vor der Kamera. Er steht im engen Austausch mit seiner Frau Alma, die nicht nur als seine Lebensgefährtin, sondern auch als engste Mitarbeiterin eine zentrale Rolle in seinem Schaffen spielt. Ihr Einfluss auf seine Arbeit wird als unverzichtbar angesehen, auch in Bezug auf die Entwicklung seiner Drehbücher und den Schnittprozess. Im Verlauf der Episode werden die verschiedenen Techniken und Mittel, die Hitchcock einsetzte, um Spannungsmomente zu erzeugen, detailliert erläutert. Dies umfasst sowohl seine Präferenz für Außendrehorte, die eine lebendige Kulisse bieten, als auch seine Fähigkeit, mit Musik und Sounddesign eine fesselnde Atmosphäre zu schaffen. Der Podcast endet mit einer Vorschau auf die nächste Episode, in der wir uns mit einem Filmmuseum im Zusammenhang mit Baden-Württemberg beschäftigen und die bemerkenswerten Protagonisten und deren Beiträge zur Filmgeschichte beleuchten. Diese Entdeckungstour durch die Welt von Hitchcock und darüber hinaus wird nicht nur die Fans des Genres fesseln, sondern auch eine neue Perspektive auf die Kunst des Filmemachens präsentieren.