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Artwork for Lachen und Weinen
Lachen und Weinen · Dec 23, 2024 · 1 hr 16 min

35. Magic Mountain Calling (mit Michael Kerkmann)

In Begleitung eines weiteren Gastes begibt sich Bruno auf eine literarische Exkursion, während Jakob in Elternzeit ist. Gemeinsam erkundet er mit einem Pfadfinder geistiger Hochebenen das mysteriöse Terrain des Zauberbergs, des Jahrhundertromans von Thomas Mann, der just in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Geschichte eines durchschnittlich begabten angehenden Schiffbauingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter im Sanatorium „Berghof“ für wenige Wochen besuchen will, um schließlich ganze sieben Jahre „dort oben“ zu verweilen, ist vieles in einem: ein geistiges Epochenpanorama der klassischen Moderne, ein letzter Blick auf die bürgerliche Welt vor ihrem Untergang, die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs und der intellektuelle wie libidinöse Reifungsprozess eines jungen Mannes. Hans Castorp, so der Name des Protagonisten, ist Verführungen aller Art am Zauberberg ausgesetzt: geistiger, politischer, ästhetischer und schließlich erotischer. Er ist das bürgerliche Individuum unter den Bedingungen der Moderne: ohne Bindung an Tradition und Familie befindet er sich im freien Fall. Die Vernunft und die Ideale und Errungenschaften vermögen ihn nicht mehr zu erden, nachdem er seine Disposition zur Krankheit entdeckt hat. Sie öffnet ihm den Weg der Selbsterkenntnis, auf dem er nicht geradlinig wie aus Platons Höhle herausklettert, sondern auf dem er mehrfach anhält, an Abbiegungen zögert, sich umdreht, nach hinten schaut, kehrtmacht und im Kreis läuft, um schließlich einen Schritt vorwärts zu machen. Inhalt: 00:00:00 Anmoderation und Begrüßung des Gastes 00:04:10 Ist Thomas Mann dem Realismus zuzurechnen? 00:05:02 Einführung in das Thema 00:09:41 Der Protagonist des Romans 00:12:51 Handlungsaufbau des Romans 00:22:58 Die Hermetik des Zauberbergs 00:24:35 Der geistige Antagonismus im Werk Thomas Manns 00:28:56 Hermeneutischer Zirkel und verschiedene Weisen des Verstehens 00:34:22 Die Person Thomas Mann 00:36:30 Verführung und Verwirrung auf dem Zauberberg 00:46:55 Der „Scheitelpunkt“ der Romanhandlung 00:57:30 Der Gegensatz von Künstler und Bürger damals und heute 01:01:35 Gegenwartskunst ohne Antagonismus 01:07:23 Das Ende des Zauberbergs im Ersten Weltkrieg 01:11:20 Wie klassisch ist der Zauberberg und was bleibt von ihm? Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!

0:00 · Anmoderation und Begrüßung des Gastes-1:16:24

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In Begleitung eines weiteren Gastes begibt sich Bruno auf eine literarische Exkursion, während Jakob in Elternzeit ist. Gemeinsam erkundet er mit einem Pfadfinder geistiger Hochebenen das mysteriöse Terrain des Zauberbergs, des Jahrhundertromans von Thomas Mann, der just in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Geschichte eines durchschnittlich begabten angehenden Schiffbauingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter im Sanatorium „Berghof“ für wenige Wochen besuchen will, um schließlich ganze sieben Jahre „dort oben“ zu verweilen, ist vieles in einem: ein geistiges Epochenpanorama der klassischen Moderne, ein letzter Blick auf die bürgerliche Welt vor ihrem Untergang, die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs und der intellektuelle wie libidinöse Reifungsprozess eines jungen Mannes. Hans Castorp, so der Name des Protagonisten, ist Verführungen aller Art am Zauberberg ausgesetzt: geistiger, politischer, ästhetischer und schließlich erotischer. Er ist das bürgerliche Individuum unter den Bedingungen der Moderne: ohne Bindung an Tradition und Familie befindet er sich im freien Fall. Die Vernunft und die Ideale und Errungenschaften vermögen ihn nicht mehr zu erden, nachdem er seine Disposition zur Krankheit entdeckt hat. Sie öffnet ihm den Weg der Selbsterkenntnis, auf dem er nicht geradlinig wie aus Platons Höhle herausklettert, sondern auf dem er mehrfach anhält, an Abbiegungen zögert, sich umdreht, nach hinten schaut, kehrtmacht und im Kreis läuft, um schließlich einen Schritt vorwärts zu machen.

Inhalt:

00:00:00 Anmoderation und Begrüßung des Gastes

00:04:10 Ist Thomas Mann dem Realismus zuzurechnen?

00:05:02 Einführung in das Thema

00:09:41 Der Protagonist des Romans

00:12:51 Handlungsaufbau des Romans

00:22:58 Die Hermetik des Zauberbergs

00:24:35 Der geistige Antagonismus im Werk Thomas Manns

00:28:56 Hermeneutischer Zirkel und verschiedene Weisen des Verstehens

00:34:22 Die Person Thomas Mann

00:36:30 Verführung und Verwirrung auf dem Zauberberg

00:46:55 Der „Scheitelpunkt“ der Romanhandlung

00:57:30 Der Gegensatz von Künstler und Bürger damals und heute

01:01:35 Gegenwartskunst ohne Antagonismus

01:07:23 Das Ende des Zauberbergs im Ersten Weltkrieg

01:11:20 Wie klassisch ist der Zauberberg und was bleibt von ihm?

Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org.

Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!

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